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Kundenrezensionen

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am 9. November 2009
Auch wenn einem die Erkenntnis von Seiten des Verlages nicht eben leicht gemacht wird: Dies ist ein sehr früher Roman von Carlos Ruiz Zafon, der mich zuletzt mit seinem grandiosen Das Spiel des Engels gebannt, begeistert und um den Schlaf gebracht hatte. "Der dunkle Wächter", das sei vorausgeschickt, ist noch weit davon entfernt, sich mit dem "Spiel des Engels" messen zu können. Es ist eigentlich der dritte Band von Zafons Mitte der 90er Jahre entstandener und wohl nur lose verwobener "Nebel-Trilogie", die im Original mit Der Fürst des Nebels beginnt und mit Der Mitternachtspalast fortgeführt wurde. (Der Fischer-Verlag hat bzw. wird beide Titel im Laufe des Jahres 2010 veröffentlichen...) Warum der letzte Teil dieser Nebel-Trilogie der erste ist, der der darbenden deutschen Zafon-Anhängerschaft endlich anheimgegeben wurde, steht entweder in der Bibel oder bleibt bis auf Weiteres das Geheimnis des Verlags.

Aber wie dem auch sei: "Der dunkle Wächter" erzählt in oft schöner, teils aber auch übertriebener bis schiefer Sprache die Geschichte einer Familie, die, nach dem Tode des Vaters mittellos geworden, aus Paris in ein kleines Dorf an der See zieht, wo der Mutter eine neue Stellung angeboten wurde: Sie soll das gespenstische Anwesen Cravenmoore verwalten, in dem der grandiose Spielzeugerfinder Lazarus Jann residiert. Cravenmoore ist vollgestopft mit mechanischen Figuren, Mobiles und etwelchen anderen Spielzeugen, die auf die Besucher aber eher einschüchternd bis beängstigend wirken. Neben den Geschöpfen Janns lebt nur noch dessen bettlägerige Frau in dem schlossgleichen Herrenhaus, und - wenigstens tagsüber - die junge Köchin Hannah.
Die Tochter der Neuankömmlinge, Irene, verliebt sich bald in Hannahs Cousin Ismael und lässt sich auf einen kleinen Törn mit seinem Segelboot ein. Als sie auf der verwaisten Leuchtturminsel vor den Gestaden des Dörfchens Halt machen, fällt Irene das Tagebuch einer Toten in die Hände, das sie in seinen morbiden Bann zieht. Wenig später wird Hannah im Wald von Cravenmoore tot aufgefunden - doch was sie tötete bleibt unklar. Nur so viel steht fest: Ein unfassbarer Schrecken hat ihr Herz stillstehen lassen.
Irene und Ismael sind schockiert, doch sie machen sich auf, das Geheimnis zu lüften. Und ihr mehr als nur gefahrvoller Weg führt sie mitten ins Herz der Düsternis: nach Cravenmoore.

Die Figuren sind wunderbar, die Story ist gut durchdacht und aufgezogen, den Pro- bzw. Epilog des Buches bilden zwei Briefe, die so voll von wunderbarer Sehnsucht sind, dass diese fast körperlich spürbar wird, die Passagen der Annäherung der beiden Jugendlichen sind fast schon poetisch in ihrer bezaubernden Einfachheit, die Gruselpassagen sind überaus gelungen... fast mehr also, als man von einem Jugendbuch (denn das ist es) erwarten kann. Weshalb dann der Punktabzug?
Zum einen wegen der ärgerlichen Fehler, die sich allenthalben eingeschlichen haben (an einem Sommerabend scheint um 20 Uhr noch die Sonne, und es ist NICHT tiefschwarze Nacht; eben noch wirft der Mond ein silbernes Band übers Meer, keine zwei Sätze später taucht blutrot und siedend die Sonnenscheibe ins Meer; die Jugendlichen segeln morgens kurz nach Sonnenaufgang zu einer Lagune, in der sie kurz bleiben - und plötzlich ist es Abend. Diese Liste ließe sich fortsetzen...), zum anderen wegen der teils unerträglichen Schwurbeligkeit von Zafons damals noch nicht ganz ausgereifter Schreibe. Was hier mit teils dreifachen Adjektiven herumgeflattert wird, ließ mich unweigerlich an "Das Spiel des Engels" denken, wo Zafon Don Basilio sagen lässt, allzu verschwenderisch gebrauchte Adjektive und Adverbien seien etwas für Perverse und Leute mit Vitaminmangel. Vielleicht hätte Zafon damals ein paar Äpfel mehr essen sollen, vielleicht war auch der Lektor überarbeitet.
Der letzte Kritikpunkt geht an den deutschen Verlag Fischer: Die Seiten sind dicker als mancher Aquarellkarton (wirklich!) und so verschwenderisch bedruckt, dass zu vermuten steht, dass das Buch auch auf 250 Seiten mit der Hälfte an Umfang hätte gedruckt werden können. Und wäre das schlimm gewesen? Nein! Was haben Verlage heutzutage nur gegen etwas schmalere Bücher?

Dennoch - und hiermit möchte ich meine Rezension beschließen -: "Der dunkle Wächter" ist ein recht schöner Schmöker, der einem das Warten auf Neues von Zafon verkürzen kann, und den man an wenigen Tagen gelesen hat. Wer den Erbsenzählermodus auschaltet und keinen Zweiten "Schatten des Windes" erwartet, wird auch nicht über Gebühr enttäuscht werden.
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Bereits im Jahre 1995 erschien die Originalausgabe ("Septemberlichter") des vorliegenden Romans, doch erst nach dem großen Erfolgen des Autors ist dieses Werk auch in deutscher Sprache erhältlich. Leider hat der Herausgeber es versäumt, darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Die Erwartungen, die durch die Lektüre von "Der Schatten des Windes" oder auch "Das Spiel des Engels" geweckt wurden, können daher nicht erfüllt werden. Auch ist "Der dunkle Wächter" eher Fantasy-Roman als Thriller. In der Tradition der Schauerromane gruselt es hier ziemlich gepflegt.

Küste der Normandie, 1937: Die junge Witwe, Sabine Sauvelle, und ihre zwei Kinder Irene und Dorian versuchen an der Blauen Bucht ein neues Leben zu beginnen. Sabine ist sehr dankbar für das Stellenangebot, dass sie von dem geheimnisvollen Spielzeugfabrikanten, Lazarus Jann, erhalten hat. Lazarus hat sich zur Ruhe gesetzt und wohnt auf seinen Anwesen, Cravenmoore, dass mit vielen unheimlichen, mechanischen Figuren zugestopft ist. Obwohl die Neuankömmlinge ein eher mulmiges Gefühl haben, als sie den Spielzeugfab-rikanten das erste Mal besuchen, schließen sie bald eine vertraute Freundschaft mit Lazarus, der sie durch seine liebenswürdige, verbindliche Art sehr für sich einnimmt. Die junge Köchin des Hauses freut sich ebenfalls über die Ankunft der Sauvelles und versorgt sie sogleich mit dem neuesten Dorfklatsch. Allerdings macht sie auch kein Geheimnis daraus, dass es sie vor Cravenmoore ziemlich graust. Ihre schlimmsten Träume werden Wirklichkeit als sie schließlich dort übernachten muss und neugierig durch die Räume streift. Ein merkwürdiger Flakon birgt ein mörderisches Geheimnis und zum Schrecken aller wird das junge Mädchen zwei Tage später tot im angrenzenden Wald gefunden. Was hat Hannah so erschreckt, dass ihr Herz für immer still stand? Irene, die sich mit Ismael angefreundet hat, der seit dem Tod seiner Eltern bei der Familie Hannahs ein zweites Zuhause gefunden hat, versucht mit ihrem neuen Gefährten hinter das Geheimnis von Cravenmoore zu kommen. Ismael ist zwar ein sehr guter Segler, aber ob er wirklich dieses gefährliche Abenteuer bestehen und Irene dabei beschützen kann? Auch Dorian hat ein ungutes Gefühl. Schon bei der ersten Begegnung mit Lazarus hatte er dessen Schatten vermisst, was ihn sehr irritierte. Was verbirgt der Spielzeugmacher vor seinen Freunden?

Die Geschichte wirkt eher routiniert erzählt und ist ziemlich durchschaubar, dafür sind die Figuren lebendig und wirkungsvoll in Szene gesetzt. Die Symbol-Lastigkeit, die in "Das Spiel des Engels" wieder aufgegriffen wurde, ist auch hier feststellbar. Sogar der Figur Andrea Corelli werden hier die ersten Zeilen gewidmet. Ein gefährlicher Engel des Lichts spielt hier ein grausames Spiel.
Konträr zu der eher verspielten und sehr phantasievollen Haupthandlung, findet man am Anfang und am Ende des Buches jeweils einen Brief, der seltsam erwachsen klingt. Die Idee die imaginären Schatten des Bösen mit der Realität des Krieges zu verbinden, scheint zwar ein sinnvoller Einfall zu sein, wirkt aber durch den Stilbruch seltsam fehl am Platze.
Noch eine Anmerkung zu der vorliegenden Ausgabe: Es ist ein Unverschämtheit, wie hier Buchseiten geschunden werden! Die Schriftgröße ist übertrieben und der Seitenrand extra breit. Dies erhöht jedoch leider nicht den Lesegenuss.
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am 4. Oktober 2009
Über das Buch:
Die Originalausgabe des Buches "Der dunkle Wächter" von Carlos Ruiz Zafón erschien 1995 in Spanien. Der Fischerverlag bringt es nun zusammen mit zwei weiteren Jugendbüchern Zafóns in einer schönen, aufwendigen Aufmachung neu heraus. März 2010 ist der geplante Erscheinungstermin von "Der Fürst des Nebels" und September 2010 von "Der Mitternachtspalast".

Zum Inhalt:
Der Spielzeugfabrikant Lazarus Jann lebt auf dem geheimnisvollen Anwesen Cravenmoore an einer Küste in Frankreich. Simone Sauvelle hat gerade die Stelle als neue Haushälterin angetreten und ist dafür mit ihren beiden Kindern Irene und Dorian in die Nähe des Anwesens gezogen. Schon bald wird den dreien klar, dass Cravenmoore kein normaler Ort ist, sondern voller dunkler Schatten und Abgründe ist, die für die Sauvelles zur tödlichen Gefahr werden...

Meine Meinung:
"Der dunkle Wächter" versetzt den Leser gleich zu Beginn mit einem alten Brief eines Unbekannten an Irene in eine stimmige, gruselige Atmosphäre. Von wem stammt der Brief? Und was ist damals, im Jahre 1937, geschehen? Im weiteren Verlauf der Handlung gelingt es dem Autor perfekt diese Stimmung aufrechtzuerhalten und bis zum großen Finale sogar noch ein gutes Stück zu steigern. Die unheimlichen Automaten auf Cravenmoore zum Beispiel sind aber auch wie dazu geschaffen den Leser zu ängstigen und wohlige Schauer über den Rücken jagen zu lassen. Und auch alle anderen Schauplätze tragen zur Verstärkung dieser unheimlichen Stimmung bei. Hinzu kommt noch, dass wie in seinen anderen beiden Büchern "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" auch hier der Schreibstil einfach unglaublich ist: kraftvoll und poetisch, einfach einmalig!
So handelt es sich bei "Der dunkle Wächter" um einen großartige Spannungs-/Fantasyroman für Jugendliche ab 12 Jahren, der auf seinem hohen Sprachniveau auch Erwachsene bestens unterhält.

Über den Autor:
Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren und lebt heute in Los Angeles. Schon seine Romane für Jugendliche waren sehr erfolgreich. Sein Bestseller "Der Schatten des Windes", ein Roman für Erwachsene, wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt.
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am 16. Mai 2016
Der dritte Teil der Nebeltrilogie von Carlos Ruiz Zafón „ Der dunkle Wächter“, war mein erster Roman des Autors und konnte mich wahrlich fesseln.

Inhalt:

Simone Sauvelle zieht nach dem Tod ihres Mannes, mit ihren beiden Kindern Irene und Dorian, in ein kleines Dorf in der Normandie. Sie bekommt eine Anstellung als Haushälterin auf Cravenmoore, bei dem Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann. Schnell lebt sich die kleine Familie ein und findet Freunde. Doch die dunklen Mauern von Cravenmoore werden immer unheimlicher. Nach einem grausamen Mord, stellen sich der Familie immer mehr unbeantwortete Fragen.
Ismael und Irene versuchen das Geheimnis von Cravenmoore aufzudecken und wecken die Schatten der Vergangenheit.

Meinung:

Dem Autor ist es gelungen, mich ab der ersten Seite an das Buch zu fesseln. Die Geschichte von Simone, ihrem Lebensstil sowie die Ereignisse um ihren verstorbenen Mann, bieten einen gemächlichen Einstieg. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, somit flogen die Seiten nur so dahin.
Die Schauplätze sind anschaulich aber auch sehr bildlich dargestellt, das es einem gelingt, sich an die Orte entführen zu lassen.
Der Ort Cravenmoore mit seinen unheimlichen Mauern und den Automaten jagte mir von Anbeginn einen Schauer über den Rücken. Stets hinterließ dieser Ort ein ungutes Gefühl in mir. Durch die Mystik der Septemberlichter sowie der unerklärlichen Geschehnisse einer ertrunkenen jungen Frau, wurde ich von der spannenden, fesselnden Handlung, komplett in den Bann gezogen.
Die Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen, waren für mich ein guter Kontrast, zum schaurigen Aspekt Cravenmoor's.
Irene und Ismael rückten während der Handlung etwas in den Vordergrund. Zunächst wurde eindrucksvoll die Freundschaft der beiden beleuchtet und später aber auch der Mut, den beide aufbrachten, um die Geheimnisse von Lazarus Jann und seinen Spielzeugautomaten aufzudecken.

Fazit:

Ein kurzweiliger, spannender Roman, den ich gern für unterhaltsame Lesestunden weiterempfehle.
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am 21. März 2016
Die Normandie im Sommer 1937
Nach dem tragischen Verlust ihres Mannes kehrt Simone Sauvelle mit ihren Kindern Irene & Dorian Paris den Rücken. Ein Haus am Kap, nahe des kleine Küstenortes Baie Bleue wird ihr neues Zuhause. In Lazarus Jann findet Simone nicht nur einen Arbeitgeber, sondern einen Freund. Doch das Anwesen auf dem Lazarus mit seiner schwer erkrankte Frau lebt, birgt dunkle Geheimnisse & skurrile Konstruktionen.

"Die Zeit" spricht von einem Schauerroman - Dem kann ich nur zustimmen: ein schriftlich malerischer Schauer, welcher den Leser durch die Seiten begleitet, fesselt & in seinen Bann zieht.

Der Schriftsteller Carlos Ruiz Zafón hat mich in seine Welt entführt! Sein Schreibstil ist malerisch & poetisch - ein seichtes Schweben durch die Seiten!
"(...) das stumme Weinen der Kerzen (...) das säuseln des Windes (...). Die Stimmen der Nacht." (S. 247)

Der Leser wird in die Welt der Protagonisten hineingesogen:
"Für sie, die die Leere des Verlustes am eigenen Leib erfahren hatte, war Cravenmoore nichts anderes als der dunkle Widerhall des Labyrinths aus Einsamkeit, in dem Lazarus Jann in den letzten zwanzig Jahren gelebt hatte." (S. 32)
Ohne zu detailliert zu werden, beschreibt der Autor die Umgebung, Gefühle & Gedanken - lässt den Leser nicht nur teil haben, sondern eintauchen!

Cravenmoore ist ein Anwesen voller Zauber & Magie - eine Heimat für die mechanischen Konstruktionen, welche Lazarus Diener und Gesellschaft sind, faszinierende Geschöpfe seiner Vorstellungskraft, ein Ort der Illusionen. Aber auch ein Ort der Geheimnisse.

Das Küstendorf Baie Bleue ist seine ganz eigene Welt. Es existieren keine Uhren, keine "kleinen Tyrannen, die das Leben mit militärischer Willkür organisieren" (S. 43), die Sonne ist die (Uhr)Zeit. "Es ist ein Dorf, in dem ein Schnupfen eine Nachricht ist und Nachrichten ansteckender sind als ein Schnupfen." (S. 44). Es gibt weder Zeitungen noch Therapeuten, die Dorfbewohner gehen in die Bäckerei - diese fungiert als Nachrichtenbörse & Kummerkasten.

Dem Leser eröffnet sich diese Welt immer mehr, taucht immer tiefer ein. Eine tiefverbundene Freundschaft begegnet Simone. Eine zarte Liebe erfährt Irene. Eine faszinierende und schauerhafte Welt eröffnet sich Dorian. Doch auch die Schatten lauern, warten ...

Ein phantastischer Roman welcher Gänsehaut hervorruft. Ein Roman mit Tiefgang, doch wird sich der Leser dessen erst vollends durch den Brief vom Jahre 1947 bewusst - der letzte Abschnitt des Buches.

Nicht nur eine Empfehlung, dieser Schriftsteller ist Pflichtlektüre - ich habe mich in diesen Schreibstil verliebt!!

Nachtrag! (21. März 2016)
Durch Zufall habe ich, im nachhinein, fest stellen müssen, das dieser Band einer Trilogie angehört & der letzte dessen ist!
Die Nebel-Trilogie:
Band 1 "Der Fürst des Nebels: Roman"
Band 2 "Der Mitternachtspalast: Roman"
Band 3 "Der dunkle Wächter" - Rezensiert am 16.3.`16
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am 21. September 2011
Ich habe mir das Hörbuch angetan und irgendwann ausgestellt. Abgesehen davon, dass mir das Ganze viel zu langatmig wurde und nach hinten raus nur noch gelangweilt hat, stört mich, wie schamlos sich der Autor bei anderen bedient hat. Der Film "Das Geisterschloss" ist kräftig vertreten. "Große Erwartungen" von Charles Dickens erkennt man ebenso wieder wie "Meister Zacharius" von Jules Verne. Und das sind nur die, die mir sofort aufgefallen sind. Wenn man die Geschichte genau unter die Lupe nimmt, findet sich bestimmt noch mehr. Leider hat Zafon das Ganze zu einer quälend dämlichen und - wie gesagt - langweiligen Geschichte kombiniert. Auf diese Art sind übrigens schon Verteidigungsminister aus dem Amt geflogen.
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am 28. Februar 2016
Simone Sauvelle ist Lehrerin und hat zwei Kinder, Irene und Dorian. Nachdem ihr Mann gestorben ist und ihr Schulden hinterlassen hat, muss sie schnell eine neue Arbeit suchen. Also ziehen sie in ein kleines Dorf in der Normandie und Simone arbeitet auf dem Schloss Cravenmoore. Der Hausherr und Spielzeugfabrikant Lazarus scheint sehr nett zu sein. Auch ihre Kinder finden im Dorf schnell Freunde. Doch es gibt auch eine unheimliche Seite. In Cravenmoore dürfen sie einige Zimmer niemals betreten. Außerdem sind sämtliche Personen und Tiere auf dem Schloss Roboter - mit Ausnahme von Lazarus und Hannah, der Köchin. Dann geschieht ein Mord. Eine unheimliche Macht wurde entfesselt. Irene und ihr Freund Ismail versuchen, dem Geheimnis von Cravenmoore auf die Spur zu kommen und geraten in große Gefahr ...

Meine Meinung:
Die Charaktere waren alle gut, aber oberflächlich beschrieben. Dies reicht für diese Geschichte aber auch aus. Man kann sich alle Figuren vorstellen und mit ihnen - zumindest zum Teil - mitfühlen. Manchmal waren ihre Handlungen nicht ganz nachvollziehbar bzw. etwas unüberlegt, aber im Großen und Ganzen haben mir die Personen gefallen. Vor allem die langsame Annäherung von Irene und Ismail war schön beschrieben.

Die Geschichte fängt anfangs ruhig an und wird dann bald schon spannender und düsterer. Die düstere Atmosphäre entsteht vor allem durch Cravenmoore und seine seltsamen Bewohner. Die zum Leben erweckten Spielzeuge und verbotenen Zimmer lassen sofort unheimlichen Eindruck entstehen. Auch treibt hier etwas sein Unwesen, das nicht menschlich ist. Schon allein durch diesen Hintergrund war immer eine gewisse Spannung enthalten.

Der Schreibstil ist flüssig, fantasievoll und bildhaft. Vor allem Cravenmoor Castle und seine seltsamen "Bewohner" hat man gleich ein Bild vor Augen. Aber auch alle anderen Charaktere und Orte kann man sich sehr gut vorstellen. Außerdem sind die Ausdrucksweise und die Beschreibungen zwar einfach, aber schön. Es liest sich leicht und macht Spaß.

Das Ende ist zwar nicht überraschend, war aber trotzdem unterhaltsam.

Fazit:
Alles in allem eine spannende und kurzweilige Geschichte.
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am 29. Juni 2013
Trotz der Bezeichnung als Jugendbuch ist das für mich wieder ein typisches Zafón-Buch. Man merkt auch der etwas einfacher gehaltenen Sprache sofort an, wer dieses Buch geschrieben hat. Nicht nur das, auch die Vorliebe für Maschinen und Spielzeuge sowie die bevorzugte Epoche mussten wieder herhalten. Doch auch wenn das nach bekannten Mustern klingt, ist es dem Autor dennoch gelungen, ein völlig selbständig stehendes Buch zu verfassen, das vielleicht in Teilen an Vorgänger erinnert und dabei doch irgendwie anders ist.

Gerade als ich von den Automaten, bzw. man kann stellenweise wohl schon fast Roboter sagen, gelesen hatte, musste ich sofort an 'Marina' denken - an die Puppen, die hergestellt wurden und wichtiger Bestandteil sind. Es gibt wirklich Parallelen, das kann man nicht verleugnen. Für mich auch ein Grund, dem Buch etwas in der Bewertung abzuziehen, einfach weil ich mir doch gewünscht hätte, diese Ähnlichkeiten eben nicht zu haben, sondern etwas Neues zu lesen. Seltsamerweise hat dies meinem Lesevergnügen letztendlich dennoch keinen Abbruch getan: Ich fieberte mit den Protagonisten mit, litt mit und rätselte immer wieder, was hinter all dem steckt. Wie immer versteckt Zafón Bruchstücke der Geschichte und gegen Ende des Buches setzt sich das Puzzle zusammen und ich dachte einfach nur 'Logisch, da hätte ich auch früher drauf kommen können.'

Auch die Sprache ist wieder wunderschön, daran ändert auch nichts die vermeintliche 'Einfachheit', die aufgrund der Einordnung ist das Jugendbuchgenre vorzufinden ist. Ich finde die Sprache einfach nur wundervoll, stark, bilderreich und faszinierend. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich Parallelen hier leicht verschmerzen kann?

Auch die Ausarbeitung der Protagonisten liegt dem Autor. Irenes und Ismaels kleine Romanze ist einfach berührend in ihrer Schlichtheit. Auch Irenes kleiner Bruder bekommt viel Aufmerksamkeit und ist eine wirklich spannende Figur. Doch besonders gut hat mir der Rahmen der eigentlichen Geschichte gefallen, einfach nur wundervoll!

Fazit

An der Geschichte gibt es eigentlich nichts aussetzen, Spannung, tolle Charaktere, wundervolle Sprache - wenn da nicht die Parallelen wären, die mich an andere Werke des Autors erinnern. Nichtsdestotrotz ein wundervolles Buch!
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am 25. August 2011
Es ist mir völlig unverständlich, wie sich der Autor von "Der Schatten des Windes" dazu herablässt einen solchen Schund zu verfassen. Nicht nur der Plot ist vollkommen bescheuert - ein dunkler Schatten wird aus einem geschliffenen Flakon entlassen und wütet an der normannischen Küste - sondern auch die Sprache wimmelt nur so von Klischees und abgegriffenen Metaphern und Bildern. Die Liebesgeschichte ist ebenso platt und papieren wie die Seiten dieses Machwerks. Alles in allem rausgeschmissenes Geld und verschwendete Zeit. Ich rate allen Lesern ab, außer denen, die Groschenromane mögen.
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am 11. November 2012
Wie kann man bloß ein solches Buch nochmals veröffentlichen? Um noch möglichst viel von der Popularität von "Der Schatten des Windes" abzuschöpfen und ein paar Tausend Euros zusätzlich einzufahren? Selbst für einen mittelmäßigen Debütanten ist das ein unbefriedigender Einstieg.

Zitat aus einer 5-Sterne-Rezension: "So handelt es sich bei 'Der dunkle Wächter' um einen großartige[n] Spannungs-/Fantasyroman für Jugendliche ab 12 Jahren, der auf seinem hohen Sprachniveau auch Erwachsene bestens unterhält."

Ist das eine reine Gefälligkeits-Rezension oder ist das Satire? Vermutlich nicht. Dieser Sammlung von sprachlichen Unbeholfenheiten ein solches Attest auszustellen ist mir unbegreiflich. Mit Ach und Krach könnte ich ja noch die Attribute "spannend" oder "gute Unterhaltung" zähneknirschend akzeptieren aber nicht eine solch absurde Lobhudelei. Da fehlt mir jeglicher Anknüpfungspunkt. Schwarz bleibt schwarz und wird nicht weiß, bloß weil fünfzig oder noch mehr Leute das so sehen wollen.

Das Buch ist außergewöhnlich schlecht geschrieben – auch für ein Jugendbuch. Für mich ein Grund, auf Werke von Zafón in Zukunft zu verzichten. Sein letztes Werk war gut, doch wenn er, ohne rot zu werden, meint, seine frühen Ergüsse seien für ein Recycling auch heute noch gut genug, muß er diese Vorhaben künftig ohne meinen Obolus fortsetzen.
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