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84 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein authentisches Buch eines Menschen und Wissenschaftlers, der sich verständlich machen und schwierigste Zusammenhänge erklärt
Das vorliegende Buch des ehemaligen Mitarbeiters von Werner Heisenberg, Physikers und Träger des Alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr ist so etwas wie sein wissenschaftliches und philosophisches Vermächtnis. Es enthält viel Autobiographisches aus dem Leben des Wissenschaftlers, es bietet eine überaus verständliche und wie ein Essay...
Veröffentlicht am 10. September 2009 von Winfried Stanzick

versus
64 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wieder ein Buch mit "das muss sich ändern"-Vorschlägen, das verpuffen wird
Ein Buch mit einem langen Überblick von 80 Jahren, geschrieben von einem engagiert Schaffenden, einem Träger des Alternativen Nobelpreises, eines Mitgliedes des Club of Rome, verdient volle Aufmerksamkeit. Zu sehr lechzt die durch Krisen und Klimawandel verunsicherte Gesellschaft nach Konzepten und Entwürfen zur Lösung der sich aufdrängenden...
Veröffentlicht am 25. Oktober 2010 von Andreas Meissner


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84 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein authentisches Buch eines Menschen und Wissenschaftlers, der sich verständlich machen und schwierigste Zusammenhänge erklärt, 10. September 2009
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Das vorliegende Buch des ehemaligen Mitarbeiters von Werner Heisenberg, Physikers und Träger des Alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr ist so etwas wie sein wissenschaftliches und philosophisches Vermächtnis. Es enthält viel Autobiographisches aus dem Leben des Wissenschaftlers, es bietet eine überaus verständliche und wie ein Essay abgefasste Wissenschaftsgeschichte seit der ersten Spaltung des Atoms, es erzählt von der Begeisterung und der darauf folgenden Ernüchterung der Wissenschaftler, es legt Zeugnis ab von dem Engagement eines Bürgers und Zeitgenossen, der noch im hohen Alter überall auf der Welt für Vorträge und Seminare ein gefragter Mann ist.

Und es offenbart die Überzeugung, die Philosophie, ja auch den Glauben eines Mannes, der schon früh erkannt und beschrieben hat, dass es ein neues Denken braucht, soll diese Welt erhalten und weiter entwickelt werden.

Viele Bücher sind in den letzten Jahren erschienen zum Thema Elementarphysik und Kosmologie, viele wurden gedruckt zum Thema globales Denken und lokales Handeln; das vorliegende, dichte und dennoch leicht verständliche Buch gibt zu all dem eine gute Einführung und Information.

Wichtig fand ich vor allem, dass Hans-Peter Dürr nicht nur das politische Handeln einklagt, sondern dass er von allen bewussten und denkenden Menschen ein Umdenken, ein "neues Denken" fordert und sie auf eine sehr einfühlende und sympathische Weise dazu einlädt. Das hat so gar nichts von der urgrünen Askese und dem tierischen Ernst so vieler Mahner und Warner, sondern diesem Buch entspringt die überzeugende Lust am Leben und die Freude an der Welt. Deshalb muss sie auch erhalten werden.

Ein authentisches Buch eines Menschen und Wissenschaftlers, der sich verständlich machen kann und schwierigste Zusammenhänge auch für Menschen ohne Abitur und Studium erklären kann.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glaube und Wissen gehören zusammen, 18. Mai 2013
Von 
olli2308 (Halfing) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Warum es ums Ganze geht: Neues Denken für eine Welt im Umbruch (Taschenbuch)
Glaube und Wissen sind für Hans-Peter Dürr komplementäre Elemente einer umfassenden Sichtweise. Der Glaube wird von seiner Lückenbüßerrolle befreit und das Wissbare erfährt in der neuen Weltsicht eine prinzipielle Einschränkung.

»Es gibt nichts, was durchgängig bewiesen werden kann, nichts Greifbares, sondern alles mündet am Ende in unmittelbares Erleben, das ich durch Identifizierung als Bewegung meines Selbst als wahr erlebe.« Mutige Worte eines Trägers des Alternativen Nobelpreises, der Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München und lange Jahre Mitarbeiter des Physikers und Nobelpreisträgers Werner Heisenberg war, einem der Urväter der Quantenmechanik. Dieses ungewöhnliche philosophisch-physikalische Buch, das so etwas wie die Quintessenz eines langen und vollen Lebens enthält, rüttelt an den Grundfesten des materialistisch-wissenschaftlichen Weltbilds.

Auf knapp 200 Seiten versucht der renommierte Physiker, der sich über seine Fachgrenzen hinweg für den Umweltschutz in der internationalen Friedensbewegung engagiert, die komplexen Probleme unserer Zeit zu analysieren. Im letzten Kapitel versucht er, die revolutionären quantenmechanischen Ideen auf den Kontext der Gesellschaft zu übertragen. So wie es in der Quantenphysik letztlich keine Materie mehr gibt, sondern nur Wahrscheinlichkeiten, Möglichkeiten und Beziehungsstrukturen, in denen sich Teilchen zueinander verhalten können, so gibt es auch in der Gesellschaft nur noch eine Möglichkeit, mit den globalen Problemen umzugehen: Es müssen Lebensstile entwickelt werden, die die Tragfähigkeit des Biosystems nicht überfordern. Gefragt sind moderates Verhalten und Entschleunigung: »Es braucht Intelligenz und Zeit. Wenn ich mir nicht genügend Zeit nehme, dann fördere ich am Ende nur noch die beliebig schnellen, stupiden Zerstörungsprozesse und nicht die langsamen, intelligenten Aufbauprozesse, die die eigentliche Wertschöpfung ausmachen«, erklärt Hans-Peter Dürr.

Er zitiert eine alte tibetische Weisheit, die besagt: »Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach, als ein Wald, der wächst,« und zieht daraus den Schluss, dass wir uns vom Schnellen, Spektakulären, Zerstörerischen wieder dem Langsamen, Langweiligen und Aufbauenden zuwenden müssen, so wie es die Frauen seit Jahrtausenden schon im Hintergrund getan hätten.

Am Schluss seines Buchs stellt der philosophische Physiker auch die Sinnfrage, die aber nicht im »Rahmen unseres begrifflichen Denkens gestellt werden kann.« Da Schöpfung für Hans-Peter Dürr in »jedem Augenblick stattfindende Realisierung von Potentialität ist«, kann man sich der Sinnfrage nur aus der Zusammenschau von Glauben und Wissen nähern. Das aufregende Erlebnis, das wir Leben nennen, sei ein ewiger Griff in den vollen Topf des Potenziellen. »Ich versenke mich in Ahnungen und versuche, darauf neue Ideen zu entwickeln, die ich dann sprachlich zu fassen und handelnd umzusetzen versuche.«

Schön, das ein spirituelles Buch auch mal ohne die Begriffe »Bewusstseinsevolution« und »Transformation« auskommt. Für das, was Hans-Peter Dürr will, braucht es keinen neuen Menschen, sondern kreativitätsfördernde Bildungseinrichtungen: »Wir müssen nur für das, was im Menschen an gesellschaftsfähigen Eigenschaften steckt, Raum schaffen. Es ist alles da. Dafür brauchen wir eine neue Erziehung, die Zusammenarbeit, Partizipation und Kreativität fördert und ermöglicht. Denn es sind doch die kreativen Begabungen, welche Abweichungen von der Norm zulassen.«
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39 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bodhisattva der Naturwissenschaften, 8. Oktober 2009
Der 80-jährige Quantenphysiker und Friedensnobelpreisträger gehört zu den großen Weisen unserer Zeit, der als einer der herausragendsten Wissenschaftler und Querdenker für ein radikal neues Denken und die Entfaltung der kreativen Kräfte des Menschen plädiert.
Seine Lebensleistung ist phänomenal, die Fülle seiner Auszeichnungen beeindruckend. Dennoch ist er ein stiller Rufer in der Wüste geblieben und erreicht immer noch Tausende von Menschen, die an der Erhaltung des zur Disposition stehenden "homo sapiens" Interesse haben. Unsere gemeinsamen erkenntnishaften Dialoge über den Unterschied von "Wirklichkeit" und "Realität" werden mir lebenslang in Erinnerung bleiben. Hans-Peter Dürr gebrauchte für den Begriff Dialog" das Wort "Kommunion". Alles ist mit allem verbunden. Dafür hat uns der Physiker und Philosoph Hans-Peter Dürr ein faszinierendes Erkenntnisfeld erschlossen.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wären doch nur alle Menschen so wie Dürr, 26. Februar 2011
Als Idealist und Visionär präsentiert sich Hans-Peter Dürr in seiner Denkschrift "Warum es ums Ganze geht - Neues Denken für eine Welt im Umbruch", in der der bekannte deutsche Physiker für eine neue Gesellschafts-, Wirtschafts- und Friedensordnung eintritt.

In dem stark autobiographisch eingefärbten Buch zählt Dürr prägende Stationen seines Lebens auf: die Arbeit mit dem umstrittenen amerikanischen Atomwissenschaftler Edward Teller, in der sich für ihn zu ersten Mal die Frage nach der Verantwortung des Wissenschaftlers stellte - die Begegnung mit der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, die ihm den Impuls für sein späteres friedenspolitisches Engagement gab - und die Arbeit mit dem Nobelpreisträger Werner Heisenberg, dem er als Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München nachfolgte.

Immer wieder erhob er seine Stimme in wichtigen Debatten gegen das Wettrüsten oder als Kritiker der Atomenergie und der Gentechnik: "Wir Menschen sollten nie und nimmer Technologien entwickeln, die bei einem maximal möglichen Störfall zu einem Schaden führen, der nicht mehr verantwortbar ist." Dürr zeigt sich als ein streitbarer Geist, nicht allein gegenüber Politikern, die Wissenschaftler für ihre Zwecke zu instrumentalisieren suchen, sondern auch gegen die Allmachtfantasien seiner Zunft, die er souverän entzaubert, und ihre damit einhergehende Neigung zum Fundamentalismus, "weil das objektiv Messbare für die einzige Möglichkeit gehalten wird, das Wesentliche in unserer Welt zu erfassen und das Wahre zu erkennen. Dabei wird übersehen, dass die Welt bei wissenschaftlicher Betrachtung auch nur von einer gewissen Seite erfahren werden kann."

Dürr skizziert seine Reformgedanken, in denen er die Zivilgesellschaft neben Wirtschaft und Staat zu einer tragenden Säule etablieren will; ein Gedanke, der mit der Auseinandersetzung um "Stuttgart-21" möglicherweise inzwischen seine ersten Ansätze einer zaghaften Umsetzung findet. Bereits in den 1980er Jahren formulierte er hierfür die Idee eines globalen Netzwerkes, das das Internet vorweg nahm. Basierend auf seinem naturwissenschaftlichen Weltbild entwickelt er seine Vorstellungen weiter über den Einzug des Kooperationsgedanken in die Wirtschaft, die er aber vom Konkurrenzprinzip nicht vollkommen entkoppeln will, aber so auf eine Grundlage führen will, in der für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation herauskommt.

"Was macht es schon, wenn man uns Träumer nennt", sagte einst Mahatma Gandhi. Dürr dürfte zweifellos zu jener Sorte sympathischer Träumer zählen, die der indische Freiheitskämpfer im Sinne hatte. Jedoch den einen als ein weltfremder, weil er von zu optimistischen Grundannahmen ausgeht - und den anderen wiederum als ein visionärer, weil er sich nicht von skeptischen Bedenkenträgern irre machen lässt und selbst aktiv wird, seine Ideen in konstruktiver Weise umzusetzen. Mancher von diesen tatlosen Skeptikern mag Dürrs Begründung für Konflikte in sozialen und ökonomischen Ursachen als weltfremd monieren. Auch mag sich mancher seiner Fachkollegen an der Formulierung stoßen, wonach Geist die Grundlage aller Materie sei, jedoch ohne dabei Position zu beziehen für ein personalisiertes Gottesbild. Doch dürften alle Leser seines Buches zustimmen, dass Frieden und Gerechtigkeit im globalen und lokalen Maßstab längst kein Traum, sondern Wirklichkeit wären - wenn alle Menschen so denken und handeln würden wie Hans-Peter Dürr.
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64 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wieder ein Buch mit "das muss sich ändern"-Vorschlägen, das verpuffen wird, 25. Oktober 2010
Von 
Andreas Meissner (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ein Buch mit einem langen Überblick von 80 Jahren, geschrieben von einem engagiert Schaffenden, einem Träger des Alternativen Nobelpreises, eines Mitgliedes des Club of Rome, verdient volle Aufmerksamkeit. Zu sehr lechzt die durch Krisen und Klimawandel verunsicherte Gesellschaft nach Konzepten und Entwürfen zur Lösung der sich aufdrängenden Probleme. Umso neugieriger macht daher das Buch des Physikers und Trägers des Alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr, Warum es ums Ganze geht".

Er beginnt zunächst sehr persönlich - und das ist der beste Teil des Buches. Die Kriegswirren, die Arbeiten bei Edward Teller, dem Vater der Wasserstoffbombe, die Begegnung mit der Politikwissenschaftlerin Hannah Arendt, die Auseinandersetzung mit der Schuldfrage, die Rückkehr nach Deutschland, hier zu Werner Heisenberg: all das ist lebendig und packend geschildert. Sein Lebensweg erklärt auch seinen Schaffensweg.

Schon gegen Ende des ersten Drittels jedoch stutzt der kritische Leser: Sie (die Einzelkräfte) müssen vielmehr lernen, ein Plussummenspiel zu inszenieren, bei dem der Vorteil des einen auch zum Vorteil des anderen wird." - Frieden muss mit viel Einsicht, Umsicht, Vorsicht und Weitsicht erprobt werden." - Das Andersartige muss toleriert werden, mehr noch: Es muss voll respektiert werden". Die vage formulierten Forderungen reihen sich ein in die vielen Das-muss-jetzt-geschehen"-Vorschläge der letzten Jahre, veröffentlicht in unzähligen Büchern, die im Grunde kaum Änderungen bewirkt haben. Denn neue Werte und Einstellungen entstehen nicht durch Vorschriften, Moralpredigten oder Befehle. Inhaltlich zutreffend sind die Schlussfolgerungen. Nur erzwingen lassen sie sich nicht.

Schließlich kommt Dürr zum neuen Weltbild der modernen Physik, wonach - resultierend aus der Quantenphysik - die Grundlage der Welt nicht materiell, sondern geistig ist: Das Primäre ist Beziehung, der Stoff das Sekundäre". Alles ist Beziehung, es geht ums Ganze, alles hängt mit allem zusammen, hervorgehoben wird die Allverbundenheit. All das wird jedoch geschlossen aus der Suche nach dem Kleinsten, wo man irgendwann nicht mehr auf Teilchen, sondern auf Bewegung und Beziehung, Energie und Kräfte gestoßen ist. Beziehungen, vor allem auch die zwischenmenschlichen, sind sicher entscheidend in der Lösung der großen Menschheitsprobleme. So schaffen Diskussionen im Kleinen wie Gipfelkonferenzen im Großen überhaupt erst die Möglichkeit für gegenseitiges Vertrauen, ohne das es gar keine Beschlüsse geben kann. Aber trotzdem erscheint es fraglich, ob man die Mikroerkenntnisse der Teilchenphysik eins zu eins in die Makrowelt von Wirtschaft und Politik übertragen kann. Was helfen den von Armut Betroffenen, den von Bomben Getroffenen (etwa in Afghanistan), den das Geld mühsam Zusammenhaltenden hier bei uns diese intellektuellen Meta-Überlegungen? Geld bleibt Geld, und da nützt die Erkenntnis wenig, dass Münzen und Mahnschreiben im Grunde keine Materie sind.

Daher ist es nicht erstaunlich, dass sich die revolutionären Einsichten der Quantenphysik in den vergangenen 80 Jahren seit ihrer theoretischen Klärung kaum auf die anderen Wissenschaften ausgewirkt und nur ganz oberflächlich Eingang in das allgemeine Denken unserer Gesellschaft gefunden haben, was Dürr bedauert. Denn neben biologischen Aspekten fehlt vor allem der psychische Faktor in der Erörterung: ganz andere Bedürfnisse und Wahrnehmungsmuster steuern die meisten Menschen. Und erst eine emotionale Ergriffenheit, etwa von Missständen, kann Werte, Einstellungen und Verhalten verändern. Wichtig wären dabei Vorbilder, die Offenheit und Ehrlichkeit von Entscheidungsträgern, aber auch der zu fördernde Mut des Einzelnen, nicht erst zu warten, bis andere etwas tun.

Auf welche Lösungen aber setzt Dürr, wenn man den Buchtitel nicht nur auf die Quantenphysik beziehen will, sondern auch auf die von ihm treffend dargestellte Bedrohung der Biosphäre? Er führt an die Bedeutung einer engagierten Zivilgesellschaft. Nur: Wo findet sich eine solche? Ein kleines Segment einer bereits bedürfnisgestillten Mittel- und Oberschicht interessiert sich für die globalen Umweltprobleme, der Rest macht weiter wie bisher, und je nach Wirtschafts- und Finanzlage wird das Rad sogar zurück gedreht. Das ist nüchtern zur Kenntnis zu nehmen. Die anregenden Konzepte einer Kreativität der Instabilität" und der Energiesklaven" bleiben im Theoretischen stehen. Einzig das schon länger diskutierte Stichwort der Entschleunigung" bleibt haften, wird aber ebenso nicht konkretisiert und wurde kürzlich durch ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz" wieder einmal konterkariert. Nach Überlegungen zur Beziehung zwischen Religion und Wissenschaft kommt Dürr schließlich zu dem banalen Schluss, dass wir eine neue Erziehung brauchen, die Zusammenarbeit, Partizipation und Kreativität fördert und ermöglicht". Wer aber soll wen erziehen? Wir müssen, wenn schon, bei uns selbst anfangen, um durch Vorbildfunktion zu wirken - nicht nur Kindern gegenüber. Predigten aber nützen nichts - weder im Vortrag, noch im Frontalunterricht oder am Abendessenstisch zuhause.

So bleibt das Buch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Es ist ein Abriss des Lebenswerkes eines großartigen Mannes, dessen Vorträge im Übrigen immer wieder äußerst erlebenswert sind. Unter diesem Aspekt kann man dann auch die Selbstdarstellung am Schluss mit vielen Bildern und Hinweisen auf erhaltene Preise akzeptieren. Für den Suchenden, den Lösungsorientierten, den Pragmatiker, den im Leben Stehenden jedoch fällt leider nicht viel ab. Zu sehr bleibt die Diskussion auf einem intellektuell-abstrakten Niveau, so dass die vielen Menschen, die bereits ahnen, dass es so wie bisher nicht mehr lange weiter gehen kann, leider nicht bei diesem Unbehagen abgeholt und unterstützt werden.
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24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum es ums Ganze geht: Neues Denken für eine Welt im Umbruch, 24. Oktober 2009
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ein Muss für Menschen die sich mit dem althergebrachten nicht mehr in allen Details einverstanden fühlen.
Der Autor bringt ein neues Bewusstsein und Denken auf verständliche Art und Weise aufs Papier.
Dieses Buch sollte in jedes Schulzimmer, denn die Jugend ist die Zukunft von Morgen.
Die Veränderungen in der Menschheitsgeschichte dürfen nicht mehr länger verschwiegen werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überlebensstrategie in Liebe, 20. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Warum es ums Ganze geht: Neues Denken für eine Welt im Umbruch (Taschenbuch)
Herr Hans-Peter Dürr versteht es uns die grundsätzlichen Fragen unserer Zeit nahe zu bringen, wie:

- Muß der Mensch wirklich alles machen was zu machen ist?
- Wo beginnt die Verantwortung des Wissenschaftlers und kann diese jemals enden?
- Passt der eingeschlagene Weg der Globalisierung in unser Weltbild und was ist die dritte globale Kraft?
- Gelingt es Wissenschaft und Religion wirklich die Wahrheit zu finden?

Quintessenz für mich: Warum gibt es solche Menschen nicht unter unseren Politikern???
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles ist mit allem verbunden, 30. April 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Warum es ums Ganze geht: Neues Denken für eine Welt im Umbruch (Taschenbuch)
Dieses Buch ist eine Mischung aus Autobiographie und Erkenntnissen.

Hans-Peter-Dürr ist einer der wenigen Physiker, welche sich auch gesellschaftlich engagieren.
Das Denken der neuesten physikalischen Erkenntnisse hat noch nicht ganz Einzug in unser alltägliches Leben gefunden. Letztendlich gibt es Materie nicht mehr, wenn man sie immer weiter zerlegt, es gibt nur noch Engergie und alles ist letztendlich mit allem verbunden. Wir sind von unserer Umwelt abhängig, genauso wie die Umwelt von uns. Aus diesem Grunde sollten wir nicht versuchen die Natur mit aller Gewalt für uns zurechtzubiegen, da dies verheerende Folgen für uns selbst haben kann. Wenn ein Kernkraftwerk eine geringe Unfallchance hat, so heißt dies letztendlich nicht, dass nichts passiert, sondern dass eines Tages einmal etwas passieren kann. Dies trifft dann letztendlich vielleicht nicht uns, sondern unsere Kinder oder Enkel. Wir müssen lernen verantwortungsvoller mit unseren Rohstoffen umzugehen, weniger Energie zu verbrauchen, nachhaltig zu denken und uns von der Wirtschaft nichts diktieren zu lassen.

Der autobiographische Teil beginnt mit der Kriegszeit, in welcher Hans-Peter Dürr aufgewachsen ist, seine Arbeit in Amerika, die Zusammenarbeit mit Teller und später Heisenberg sowie Gespräche mit Hannah Arendt.

Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch
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5.0 von 5 Sternen Die Natur und das Universum als zusammenhängendes Ganzes, 8. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Warum es ums Ganze geht: Neues Denken für eine Welt im Umbruch (Taschenbuch)
H.P. Dürr gehört wie auch Frederic Vester (Kybernetik) zu den wichtigsten Vordenkern unserer Zeit. Ein Buch, das ich als Pflichtlektüre empfehlen möchte.
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66 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Quanten-Mystizismus statt Erkenntnis und Aufklärung, 16. Mai 2010
Ich kann kaum ausdrücken, wie sehr mich all die positiven Rezensionen unten verwundern.

Knapp die erste Hälfte des Buches ist eine Art Autobiographie. Das ist nicht uninteressant, wenn auch oft konfus. Über mehrere Seiten wird z.B. über einen Disput zwischen Bohr und Heisenberg referiert, wobei es Dürr offenbar um die Reputation seines Mentors Heisenberg geht - das wäre wohl in einer Heisenberg-Biographie besser aufgehoben gewesen.

Wirklich problematisch wird das Buch aber im zweiten Teil, wo Dürr sein Weltbild, sein "Neues Denken" vorstellt. Die Problematik wird dadurch deutlich, dass bei mehreren Rezensenten hier das Mißverständnis entstanden ist, Dürr "erkläre" hier die neue Physik. Das ist nicht der Fall. In Wirklichkeit stellt er eine metaphysisch-spekulative Privatphilosophie vor, die von der Physik zwar inspiriert ist, damit aber letztlich nichts zu tun hat. Das ahnt man schon frühzeitig bei mystifizierend-sinnlosen Formulierungen wie "Materie ist Geist". Wenig später wird der Verdacht zur Gewissheit. Z.B. wird zwar richtig dargestellt, wie durch Mittelwertbildung und das Gesetz der großen Zahlen aus der statistisch-undeterminierten Quantenwelt des Allerkleinsten (Dürr spricht hier, gar nicht verkehrt, von "Potentialitäten") emergent das klassisch-deterministische Verhalten der makroskopischen Welt entsteht. Er bringt aber seine "Potentialitäten" (ohne Begründung, offenbar durch spekulativen Analogieschluss) mit "Lebendigkeit" in Verbindung und versteigt sich zu der Behauptung, dass sich bei Lebewesen die Quanteneffekte nicht herausmitteln und sie eben dadurch lebendig sind. Wahrscheinlich entsteht bei vielen Lesern der Eindruck, dass hier ein modernes wissenschaftliches Weltbild vermittelt wird - aber in Wirklichkeit handelt es sich um (haltlose) metaphysische Spekulation (und den naiven Reduktionismus eines Physikers, der die Gesetze seines Faches auf wirklich erschütternd verkehrte Weise auf die Biologie überträgt).

Diese Technik zieht sich durch den ganzen Rest des Buches: Wissenschaftliche Seriosität vortäuschendes metaphysisch-spekulatives Geschwafel, das sich überdies jeder Angreifbarkeit dadurch entzieht, dass konsequent auf jede Erklärung oder Begründung der vorgebrachten verblüffenden Thesen verzichtet wird. Dazu bombastisch vorgetragenen Binsenweisheiten, wie z.B. dass alles irgendwie miteinander zusammenhängt oder dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.

Dieser Punkt, der ja auch den Titel des Buches bildet, wird zugleich mit einer durchaus problematischen Haltung verknüpft, nämlich einem Misstrauen gegen jedes selektive Betrachten von Teilen oder Teilaspekten eines "Ganzen". Stattdessen wird eine Betrachtung des "Ganzen" in seiner Totalität gefordert, was jedoch grundätzlich unmöglich ist. (Wo soll ich die Grenzen eines solchen "Ganzen" ziehen, wie kann ich hoffen, je "alles" erschöpfend erfasst zu haben? Siehe z.B. die Holismus-Kritik in Karl Popper, "Das Elend des Historizismus".) Dürr scheint diese Unmöglichkeit allenfalls teilweise zu ahnen und fordert ein intuitiv-spekulatives Erfassen des "Ganzen". Kritisch-rationale Erkenntnis wird somit aber ausgeschlossen. Dürr findet in diesem für sein Denken offenbar zentralen Punkt (der ganze zweite Teil kreist ständig um dieses Thema) keine klare Haltung, mal wird ein wissenschaftlich-rationaler (also selektiver) Ansatz als immerhin gleichberechtigt neben einem intuitiv-holistischen Ansatz gelten gelassen, dann wieder verächtlich gemacht.

Neben Begründungen und Erklärungen verzichtet Dürr auch auf jede Quellenangabe. (Niemand erwartet hier eine Fußnotenorgie, aber manchmal geht die Nonchalanz, mit der Fakten behauptet werden, zu weit; z.B., warum kann die Menschheit angeblich nachhaltig knapp ein Viertel der Energieeinstrahlung der Sonne verbrauchen, und nicht mehr oder weniger?) Auch eine Bibliographie sucht man vergeblich (es gibt nur eine Liste seiner eigenen Buchveröffentlichungen). Ironischerweise verzichtet Dürr, dem doch so am großen Ganzen gelegen ist, damit darauf, sein Buch in einen größeren geistigen Zusammenhang einzubetten. Stattdessen bleibt es ein insuläres Dokument eines verschrobenen Altersdenkens.
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Warum es ums Ganze geht: Neues Denken für eine Welt im Umbruch
Warum es ums Ganze geht: Neues Denken für eine Welt im Umbruch von Hans-Peter Dürr (Taschenbuch - 7. November 2011)
EUR 10,99
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