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66
3,9 von 5 Sternen
Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Dezember 2005
... hat Jared Diamond hier vorgelegt.
Diesmal beschäftigt er sich mit den Gründen für den Untergang früherer Hochkulturen und zieht Parallelen zur Jetztzeit. Dabei weist er auf viele Ursachen hin, die auch heute zu einem Zusammenbruch einer Gesellschaft führen können. Es geht dabei um falsche Bodenbewirtschaftung, Überbevölkerung und teure Kriegsführung. Aber auch um kulturelle Gepflogenheiten, starres Festhalten an überholten Werten sowie den Egoismus einer Regierungsschicht, die es sich leisten kann, abgeschottet von den konkreten Problemen der restlichen Bevölkerung zu leben...
Das Buch ist umfangreich und liest sich nicht ganz leicht, es macht allerdings jedem Vergnügen, der gerne große Gedankenbögen nachverfolgt und den auch ein dicker naturwissenschaftlicher Wälzer nicht schreckt.
Hochinteressant fand ich das Kapitel über China und seine Umweltprobeleme. Die jüngsten Ereignisse dort im November 2005 zeigen, wie aktuell der Autor mit seinem Buch gerade ist.
Jared Diamond hat erstklassig recherchiert und viele interessante Fakten zusammengetragen. Besonders spannend fand ich seine Wiedergabe der Tragödie der Osterinsel und seine Ausführungen zum Ende der Wikingerkultur in Grönland. Diamond fand aber auch Positives heraus, wie z. B. die gelungene Aufforstung Japans durch die Shogun oder den Entschluß der Tikopia, von umweltfeindlicher Schweinehaltung auf ihrer Insel abzulassen. Auch werden gute Beispiele aus der aktuellen Wirtschaft gebracht: So das Ölfördergebiet von Kutubu, in dem besonders auf den Naturschutz geachtet wurde. Gerade hier liegt meines Erachtens nach die Stärke von Diamonds vielschichtiger Argumentation. Trostlose Weltungergangszenarien bringen die Menschen nicht zur Umkehr, weil sie das allzu Unangenehme dann einfach verdrängen und die nackte Angst ist ein schlechter Ratgeber, wenn es gilt, komplexe Probleme langfristig zu lösen, meint Diamond.
Das Buch bringt zwar internationale Fallbeispiele, richtet sich aber vorwiegend an ein amerikanisches Publikum. Zwei umfangreiche Kapitel sind der aktuellen Umweltpolitik des US-Bundesstaates Montana gewidmet, was vielleich nicht jeden europäischen Leser so detailiert interessieren dürfte wie den Autor, der hier seinen Grundbesitz hat. Verständlich allerdings, daß er den möglichst werthaltig an seine Kinder weitergeben möchte.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 8. März 2006
Im Gegensatz zu seinem Bestseller „Arm und reich“, der sich mit dem Aufstieg unterschiedlicher Gesellschaften befasste, beschäftigt Jared Diamond sich hier mit deren Untergang. Er identifiziert dabei fünf Hauptursachen für den Zusammenbruch von Kulturen: vom Menschen verursachte Umweltschäden, Klimaveränderung, feindliche Nachbarn, Verlust der Unterstützung durch freundliche Nachbarn bzw Handelspartner und schließlich die Reaktion der Bevölkerung auf ihre Probleme.
Unter diesen Aspekten untersucht Diamond eine Reihe von Kulturen aus Vergangenheit und Gegenwart. Er erklärt, warum manche frühere Gesellschaften (zum Beispiel die Wikinger-Siedlung in Grönland oder die Ureinwohner der Osterinsel) untergingen, während anderen (zum Beispiel Island) dieses Schicksal trotz ähnlicher ökologischer Probleme erspart blieb. Anschließend wird die Lage in einigen heutigen Staaten wie Ruanda, China oder Australien geschildert und erklärt, warum sich diese nach Meinung des Autors in einer prekären Situation befinden und welche Lösungsmöglichkeiten es gäbe. Das Hauptaugenmerk wird in beiden Fällen auf die vom Menschen verursachte Schädigung der Umwelt sowie auf die Auswirkungen eines übermäßigen Bevölkerungswachstums gelegt.
Im letzten Teil des Buches versucht Diamond, Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Er beschreibt, warum Gesellschaften ihre Probleme oft nicht erkennen bzw nicht in der Lage sind, sie zu lösen. Er erklärt, welches heutzutage die drängensten Umweltprobleme sind, die einer baldigen Lösung bedürfen, beschreibt die Schwierigkeiten, die dabei zu bewältigen sind (vor allem hinsichtlich der Einstellungen von Politikern oder Leitern von Wirtschaftsunternehmen), zeigt aber auch positive Ansätze auf. Insbesondere schildert Diamond auch (teilweise aber erst im Kapitel „Weiterführende Literatur“), wie der Einzelne als Wähler oder Konsument auf Entscheidungsträger einwirken und so einen verbesserten Umweltschutz erreichen kann. So bietet dieses Buch nicht – wie der Titel vielleicht befürchten ließe - nur ein düsteres Untergangsszenario, sondern zeigt auch auf, dass wir alle es in der Hand hätten, die ökologische Situation der Erde positiv zu beeinflussen.

So weit so gut. Bedauerlicherweise hat das Buch aber auch einige Schwächen: Diamond überhäuft den Leser auf über 600 Seiten mit einer Fülle von – großteils nicht einmal uninteressanten – Details, die aber leider zuweilen den Blick auf das eigentliche Thema verstellen. Auch die Auswahl der behandelten Gesellschaften ist fragwürdig. Der Untergang des römischen Imperiums oder der mykenischen Kultur in Griechenland werden zwar im Prolog kurz angesprochen, danach aber nicht mehr näher erörtert. Das Schicksal dieser Gesellschaften wäre aber für die meisten (auch amerikanischen) Leser wohl interessanter gewesen als etwa jenes der kleinen Pazifikinseln Pitcairn und Henderson. Überhaupt ist der Pazifikraum überrepräsentiert. Nicht nur befassen sich zwei größere Kapiteln mit diversen abgelegenen Inseln im Südpazifik, auch die Situation in Neuguinea wird an verschiedenen Stellen immer wieder behandelt. Von den modernen europäischen Staaten wird dagegen nur Island kurz erwähnt und auch die Schilderung der aktuellen Lage in den Vereinigten Staaten beschränkt sich auf ein (beinahe zu) ausführliches Kapitel über Montana und eine kurze Auflistung der Probleme in Los Angeles.

Alles in allem ein sicher lesenwertes Buch, das an Diamonds bisherige Bestseller aber leider nicht heranreicht.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juni 2010
Ich habe mir diese Buch zugelegt, da ich an der Uni einen Kurs zum Thema "Einfluss der Ökologie auf Aufstieg und Fall menschlicher Kulturen" besucht habe.

Jared Diamond hat hier ein SEHR amerikanisches Buch abgeliefert. Er hat eine Grundthese, bzw. -idee, welche sich auf zwei bis drei Seiten erklären und darstellen lassen könnte (was auch getan wird). Der Rest des Buches ist reine Deskription. Ich finde ja das Kapitel über die Osterinselkultur oder die Wikinger auf Grönland auch interessant, aber hier kommt Diamond im Kern nicht über eine Beschreibung der Geschichte dieser Kulturen hinaus.

Natürlich ist es mutig, wenn man eine so allgemeine These wie Diamond aufstellt. In Europa würde sich das niemand mehr trauen. Selbst die Verknüpfung von ökologischen Grundlagen und nur EINER Kultur wäre hier wohl schon zu viel, da sich naturgemäß sehr viel Angriffsfläche bildet, wenn der behandelte Bereich so groß. Diamond macht hier das Husarenstück, dass er im Endeffekt ALLE Kulturen in ihre Beziehung zu den um sie herrschenden ökologischen Begebenheiten setzt. Leider geht dieser Schuss für mich etwas nicht hinten los, bei aller Liebe für den großen Wurf ist mir hier einfach zu viel beschrieben. Ausserdem werden trotz dem nicht zu bestreitendem großen Einfluss der Ökologie auf eine Kultur mehr oder weniger alle anderen Einflussbereiche ausgeklammert.

Alles in allem kein schlechtes Buch das sich gut liest, aber als WISSENSCHAFTLICHE Arbeit leider ungenügend, da zu deskriptiv und zu wenig theoretisch mit der These gearbeitet wird.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Juni 2007
Anhand mehrerer untergegangener Gesellschaften (Osterinsel, Anasazi, Wikinger auf Grönland) sowie einiger aktueller Fälle (Ruanda, China, Australien) versucht der Autor zu extrahieren, was einem Totalzusammenbruch einer Gesellschaft allgemein zugrundeliegt, und wie man so etwas vermeiden kann. Er kommt zu dem Schluß, daß es immer etwas mit Umweltproblemen zu tun hat, die wiederum verschuldet oder unverschuldet auftreten können. Entweder seien sie die Hauptursache für den Zusammenbruch, oder sie würden anderweitige gesellschaftliche Probleme potenzieren.

In seiner Beschreibung der verschiedenen Kulturen zeigt er großes Detailwissen und Einfühlsamkeit. An dieser Stelle ist das Buch großartig. Sehr gut fand ich auch seine Analyse der Frage, weswegen oft gegen offensichtliche Mißstände nichts getan wird (im Kapitel "Warum treffen manche Gesellschaften katastrophale Entscheidungen?"). Wenn man das Buch aber als Ganzes betrachtet, ist es zu plakativ. Abgesehen davon, daß Wikinger eigentlich nie untergegangen sind und allenfalls den Außenposten in Grönland aufgeben mußten, hat er seine Beispiele genau so gewählt, daß sie seine These von den Umweltproblemen untermauern. Kulturen, die aus anderen Gründen untergegangen sind (Epidemien, Genozide, Imperialismus, religiös oder militärstrategisch motivierte Kriege) kommen bei ihm nicht vor. Beispielhaft hier die Abbildung auf S. 614: Er stellt politische und ökologische Krisenherde in der heutigen Welt gegenüber und kommt wenig überraschend zu dem Schluß, daß sie zu 100 % übereinstimmen. Dumm nur, daß in der Karte der politischen Krisenherde z.B. Sri Lanka, Nahost, Tschetschenien, Korea, Darfur usw. völlig fehlen. So kann man natürlich auch eine Übereinstimmung herbeiführen. Wegen dieser wesentlichen Schwäche in der Argumentation nur drei Sterne.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Juli 2008
Dem Autor wird vorgeworfen, es gebe keine rote Linie, seine Beweisführung sei nicht schlüssig, er habe dieses oder jenes übersehen.

Ich lese dieses Buch anders. Ich mag die Fülle der Geschichten. Ich verstehe inzwischen, warum Stahlproduktion so viel schwieriger ist als diejenige von Öl. Dazu fehlten mir wirtschaftliche Grundkenntnisse, über die ökolohischen Konsequenzen hatte ich nicht nachgedacht und die " Moral der Geschichte" interessiert mich brennend. Welche Lösungen angedacht werden, und dann nicht funktionieren, weil die Industrie einfach Brachen hinterlässt und der Steuerzahler dann teuerste Entsorgungen bezahlen muss.

Ebenso spannend fand ich die Darstellung des Ruanda-Konflikts. Wie man schon aus Tierpopulationen weiss, tritt Anomie ein, wenn eine zu grosse Verdichtung vorhanden ist. Im Detail erklärt Diamond, wie sich ein Zustand herstellt, den Hobbes bellum contra omnium genannt hätte, der Mensch des anderen Menschen Wolf- erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Und wenn es gar nichts gibt,dann ist es der schiere Kampf um das Überleben, auch gegen Vater, Brüder, Schwestern, Verwandte.

Im Buch finden sich eine Fülle von Überlegungen, warum Schäden nicht wahrgenommen werden ( die hochinteressant sind), warum gegen Schäden nichts unternommen wird, selbst wenn sie festgestellt werden.

Welche Erkenntnisse notwendig sind, welche Interessen im Spiel sind.

All'dies wird an vielen Beispielen erläutert, mir kommt gar nicht das Gefühl der Redundanz. Der Gedanke wird ausgebreitet und kann dadurch verankert werden.

Man sollte dringend von diesem Buch ein "Essenz-Fassung" herstellen, die wichtigsten Thesen, 50 Seiten, jedem Politiker in die Hand drücken, in den Lehrplan von Schulen aufnehmen, damit frühzeitig verdeutlicht wird, weldchen Beitrag wir alle dazu leisten, ob diese Gesellschaft überlebt oder untergeht.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Oktober 2005
Jared Diamond analysiert Erfolgs- und Misserfolgsgeschichten menschlicher Siedlungen auf allen Kontinenten anhand von fünf Faktoren. Seine Beispiele sind Montana, die Pazifischen Inseln (insbesondere die Osterinseln), Anasazisiedlungen in Nordamerika, die Mayas und die Besiedlung Grönlands durch die Vikinger. Auch moderne Gesellschaften werden behandelt (Hispaniola, China, Australien). Manchen Gesellschaften ist es gelungen, über Jahrhunderte hinweg erflogreich zu bestehen, andere haben durch das eigene Verhalten das Verlöschen ihrer Gemeinschaft provoziert. Und die zentrale Frage ist natürlich, wo wie heute stehen. Steht die moderne Gesellschaft ebenfalls vor dem Kollaps oder wird es uns gelingen einen ökologischen Selbstmord zu verhindern? Sind wir in der Lage, aus den vergangen Erfahrungen die richtigen Schlüsse für unser heutiges Handeln zu ziehen?
Das Buch vermittelt viele Fakten, die es einem erlauben, sachlich über dieses Thema zu diskutieren. Was mir an diesem Buch nicht gefallen hat (im Gegensatz zu den anderen Veröffentlichungen Diamonds) sind der etwas schwerfällige Stil und die vielen Wiederholungen. Dieses Buch hätte kürzer sein können. So ist es eine etwas schwer verdauliche, aber trotzdem interessante Lektüre. Auf jeden Fall, trotz der Kritik am Stil, zu empfehlen. (diese Rezension bezieht sich auf die englische Erstausgabe).
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. August 2007
Dies ist ein Buch, dass jeder Mensch, der sich über unsere Zukunft Gedanken macht, gelesen haben sollte.
ABER: der Author zeigt inzwischen Anzeichen einer gewissen "Selbstverliebtheit" und mischt Fakten mit zwar plausiblen aber nicht belegbaren Thesen sowie rein persönlichen Ansichten ohne dies glasklar zu kennzeichnen. Z.B. aus der eigenen Robbenfleischantiphatie ohne jedwede weitere Indizien auf den europiden Gaumen zu schließen, ist in höchstem Maße unwissenschaftlich und verdient eigentlich 2 Sterne Abzug.
Die Auswahl der ökologischen und politischen Krisenherde grenzt schon an böswillige Manipulation. Das ganze Thema ist eben nicht so einfach wie beschrieben sondern sehr komplex und vernetzt. Wenn es ein besseres Buch zu diesem Thema geben würde, gäbe es nur 3 Sterne von mir. Da es aber dennoch ein lesenswertes Buch zum kritschen Lesen ist: 4 Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. November 2012
Nachdem sich Jared Diamond in "Arm und Reich" mit dem Aufstieg verschiedener Gesellschaften befasst hat, handelt "Kollaps" nun vom Zusammenbruch von Gesellschaften. Er stellt dabei die Frage: Warum gehen bestimmte Zivilisationen unter und was wir davon vielleicht für unsere Zukunft lernen könnten (oder sollten).
Dabei widmet er sich zunächst verschiedensten historischen Kulturen der Erde (u.a. Polynesier, Wikinger, Maya, Japaner)und beleuchtet die Hintergründe für deren Erfolg bzw. vor allem Misserfolg. Nach dieser Geschichtsstunde zeigt er anhand heutiger Gesellschaften (Ruanda, Hispaniola, China, Australien), dass in der heutigen Welt Analogien zur Vergangenheit auftauchen. Als Hauptprobleme von historischen und modernen Gesellschaften proklamiert Diamond vor allem Umweltschäden, Klimaveränderungen, benachbarte Kulturen (Also im Prinzip wirklich alles Themen mit denen wir uns heute auch rumkämpfen müssen). Im letzten Teil des Buches zieht der Autor Lehren für die Gegenwart und zeigt die größten unserer Probleme auf. Außerdem versucht er Lösungsansätze aufzuzeigen.

Insgesamt fällt auf, dass Jared Diamond (wie es bei ihm so üblich ist) dem Leser zahlreiche Beispiele präsentiert. Dabei brilliert er mit einem breitem Wissen und kann dieses dem Leser auch gut vermitteln. Die Beispiele kommen zwar nicht nur aus der amerikanischen Heimat, aber man merkt vor allem am Anfang der Buches woher der Autor stammt (Fallbeispiel Montana) oder wo er seinen Forschungsschwerpunkt hat (Neuguinea, Polynesien).
Die vielen Beispiele sind allerdings auch die große Schwäche dieses Buches, denn mit den zahlreichen Fakten erschlägt der Autor seine Leser nahezu. Im Prinzip ist es kaum möglich den Inhalt des Buches für sich selbst komplett zu fassen.
Aber auch trotz dieses Problems der übertriebenen Inhaltsfülle (manch einer mag sowas ja auch) ist es ein zu empfehlendes Buch.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Oktober 2005
Die Ausgangsfrage ist ja spannend. Wie oft hat man sich gewünscht, dass mal jemand nicht nur einzelne Völker und Gesellschaft im Detail untersucht, sondern systematisch ihre Schicksale vergleicht. Warum manche Kulturen überleben und andere nicht - ja, warum? Diamonds Verdienst ist es zu zeigen, dass bei einem Kollaps fast immer ökologische Faktoren eine Rolle spielen - aber eben nicht nur. Er identifiziert insg. fünf Faktoren: Umweltschäden, Klimaveränderungen, Feinde, Wegfall von Handelspartnern und Reaktionen auf Umweltveränderungen. Schön - aber irgendwie banal. Dazu hätte es nicht die ausführlichen Fallbeispiele gebraucht, um die Wechselwirkungen dieser Faktoren an jedem Fall einzeln durchzuexerzieren. Diamond schreibt zäh, pedantisch und wiederholt sich oft. In der großen Argumentationslinie bleibt er leider schwammig und z. T. inkonsequent. Mal schreibt er über echte regionale Zusammenbrüche, doch oft auch nur über Krisen (Oder ist China kollabiert?), und am Ende über die ganze Welt. Natürlich ist er am Ende "vorsichtig optimistisch" - klar, Pessimismus verkauft sich nicht, und purer Optimismus würde das Buch obsolet erscheinen lassen. Leider das bekannte Phänomen: Erfolgsverwöhnter Autor will es nochmal wissen und schreibt etwas zusammen. Viele einzelnen Aspekte sind interessant - z. B. als Lektüre auf einer Australien-Reise - aber als "Wurf" erreicht das Buch längst nicht die Klasse von "Arm und Reich".
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Oktober 2007
Die Kern-These des Buchs besagt, dass fünf Faktoren den Auf- oder Niedergang einer Zivilisation bestimmen: Umweltschäden, Klimaveränderungen, Auftreten von Feinden, Abtreten von Handelspartnern sowie passende oder unpassende Reaktionen darauf. Jared Diamond zeigt an einer Vielzahl historischer oder gegenwärtiger Völker die Wirkung dieser Faktoren; mal getrennt, mal in Wechselwirkung zueinander.

Tatsächlich drängt sich die Meinung des Autors geradezu auf. Man kann der Beweisführung durchweg gut folgen und ihr als Leser auch leicht voraus eilen.

Das ist aber auch das Dilemma dieses populär-wissenschaftlichen Buchs, das den Spagat zwischen Anregung und Glaubwürdigkeit nicht zu leisten vermag: Es ist langatmig. Mit jedem Beispiel werden die fünf Faktoren erneut abgeklappert. Die guten Zusammenfassungen zu Beginn der Kapitel sind so treffend, dass es sich kaum noch lohnt die folgenden Ausführungen zu lesen. Die zermürbend umfangreichen Belege und die monotone Sprache, die jeglicher sprachlicher Fantasie entbehrt, erschweren das Vorankommen.
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