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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswertes Buch, 8. September 2011
Von 
"Hamburger Jung" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden (Taschenbuch)
Wolfram Wette, im 1. Kapitel des Buches selber fest, so ist ihm der Zugang zum persönliche Nachlass Karl Jägers nicht ermöglicht worden. Dennoch ist das Buch durchaus sehr lesenswert, eine Mischung aus biographischer Skizze und Beschreibung der Ermordung der Litauischen Juden, ein weiteres Buch in der geschichtlichen Aufarbeitung des Holocaust.

Wolfram Wette versucht aus den spärlichen Information zur Person in Verbindung mit Zeitzeugenberichten und zahlreichen Quellen zur Ermordung der litauischen Juden ein Bild des Täters Karl Jägers zu generieren, um mit seiner Person einen Täter zu beschreiben, der so gar nicht in die Riege der intellektuell gebildeten Massenmörder der "Generation des Unbedingten (Michael Wildt) passt, aus denen sich die Führer der Einsatzkommandos überwiegend zusammensetzten. Dies gelingt ihm ganz gut, wenn man berücksichtigt, wie wenige Informationen vorliegen.
Jäger, ein musisch begabter Mensch, war deutlich lebensälter, im Kaiserreich aufgewachsen, Weltkriegsteilnehmer und frühzeitig in der NS-Bewegung aktiv, wird stets von Zeitzeugen als überaus korrekt und keineswegs als grausam oder brutal beschrieben. Er gehört zu der Reihe von scheinbar "normalen" Menschen die im III. Reich zu willigen Massenmördern wurden und von denen, auch hierauf geht Wette ausführlich ein, heute niemand mehr etwas hören möchte beziehungsweise die Darstellung ihres Lebens Anderen deutliches Unbehagen bereitet. Wette hat dies im Heimatort Karl Jägers aus dem er selbst auch stammt, deutlich festgestellt.
Neben den zahlreichen zitieren Augenzeugenberichten der Morde die den Leser in ihrer Offenheit erschrecken und schockierend vor Augen führen, mit welcher Brutalität die Täter vorgingen, ist der sogenannte "Jäger-Bericht", die Abschlussmeldung des für den Massenmord an den litauischen Juden verantwortlich zeichnenden SS-Offizier Karl Jäger, in all seinem sachlichen Zynismus ein erschreckendes Dokument der damaligen Zeit, dass einen heute immer wieder fragen lässt, was in den Köpfen der damaligen Täter vorgegangen sein mag, wenn man in der Lage ist ein solches Dokument über die Ermordung von mehr als 130000 Menschen zu verfassen.
Aus Respekt vor den leider zu häufig vergessenen Opfern, denen in dieser Darstellung durch Wette auch ein Gesicht gegeben wird, und für unser Gesamtverständnis des Holocaust ist die weitere Täterforschung notwendig, denn die damaligen Mörder waren keine gesichtslosen Kreaturen, sondern Menschen mit freiem Willen und Verstand. In diesem Buch wird zumindest einem dieser Täter ein Gesicht gegeben.
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wolfram Wette gibt den Tätern und Opfern ein Gesicht, 15. Mai 2011
Von 
Jakob Knab (Kaufbeuren) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden (Taschenbuch)
Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion. In seinem Vorwort benennt der Holocaust-Überlebende Ralph Giordano die arbeitsteilige Täterschaft der Wehrmacht so: "Wobei der Radius des Vernichtungsapparates stets identisch war mit dem der deutschen Fronten, ob Vormarsch oder Rückzug - der territoriale Machtbereich der Wehrmacht bildet die Voraussetzung für den Holocaust." Giordano beklagt das Schweigen über eine Ausrottungsfeldzug im Schatten der Wehrmacht. Er ist erschüttert über Karl Jäger, den Mörder der litauischen Juden, der Anfang Dezember 1941 diese Vollzugsmeldung abgibt: "Ganz Litauen ist nunmehr judenfrei."

Autor Wolfram Wette geht der Frage nach: Wie wurde aus dem Musiker und Orgelbauer Karl Jäger ein Massenmörder? Hierbei verdient die Zivilcourage des Autors Anerkennung, denn der Täter Karl Jäger stammt aus Waldkirch, der Historiker Wolfram Wette wohnt in Waldkirch. Und auch für diese südbadische Kleinstadt gilt auch diese Einsicht von Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht." Ralph Giordano bringt es so auf den Punkt: "Nicht Karl Jäger war für sie das Problem, sondern jene Nestbeschmutzer, die Aufklärung forderten über die Biographie des erfolgreichsten unter den damaligen Einsatzkommandochefs. (...) Und so widerspiegelt sich im Mikrokosmos Waldkirch der Makrokosmos der ganzen deutschen Nachkriegsgesellschaft; Angstbesetzte Verdrängung, sprachlose Abwehr, tiefe innere Beziehungslosigkeit zur Welt der Opfer, und sei ihr Leid noch so überwältigend dokumentiert, Gefühlskälte, Generationenkonflikte - beschwiegene Schuld."

Wenn verdrängte Vergangenheit, so denke ich, verdrängte Schuld bedeutet, dann sollten die Waldkircher Bürgerinnen und Bürger ihrem namhaften Mitbürger Wolfram Wette Anerkennung zollen für seine Forschungs- und Archivarbeiten, für seine Erkundung und Erhellung einer schuldverstrickten Lebensgeschichte, für seine Suche nach der Wahrheit. Wie immer setzt Wolfram Wette seine Erkenntnisse engagiert und griffig um, sein Stil ist stets zupackend und leserfreundlich. Sein Kenntnisstand der Forschung, seine Kombination von chronologischer Darstellung und systematischer Deutung verdienen die Höchstbewertung "summa cum laude".

Angesichts Finsternis des Vernichtungskrieges leuchten die wenigen Lichtgestalten umso heller: Einige Seiten sind Feldwebel Anton Schmid (1900 - 1942), der Ikone des Rettungswiderstandes, gewidmet. Schmid hatte etwa 300 litauischen Juden das Leben gerettet und den jüdischen Untergrund unterstützt. Am 13. April 1942 wurde das Todesurteil gegen Schmid vollstreckt. (Schlusspunkt: Seit Herbst 2010 befindet sich das Schild "Feldwebel-Schmid-Kaserne" in einem Lagerraum des Standortes Munster.)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karl Jäger - Mörder der litauischen Juden, 19. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden (Taschenbuch)
Dieses Buch ist nicht nur für den Historiker außerordentlich wichtig, sondern auch für alle, die sich mit der unheilvollen Vergangenheit Deutschlands befassen. Bedrückend und zugleich enorm aussagekräftig ist der Dokumentenanhang mit dem Originalbericht des Massenmöders Jäger, der noch nach dem Krieg unbehelligt jahrelang in seinem Heimatort lebte;
dort wurde ihm bis heute offensichtlich keine adäquate Bewertung zuteil. Wolfram Wette hat sich einen großen Verdienst erworben, eine klare Bewertung des Karl Jäger und seines Umfelds zu erarbeiten. Danke für diese hervorragende Arbeit!
Dr.Karl-Friedrich Nonnenbroich
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen standartenführer jäger, 24. Juli 2014
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Rezension bezieht sich auf: Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden (Taschenbuch)
ich glaube in Österreich woher ich stamme ist so eine Lektüre sogar verboten wegen wiederbetätigung ich kann daher auch nicht auf den innhalt eingehen,obwohl ich möchte. leider.
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1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karl Jäger , litauische >judenprogrome, 7. Februar 2012
Von 
Altrogge "HARALT" (Duisburg, NRW Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden (Taschenbuch)
Das Buch zeigt die Entwicklung bis bin zum vorauseilenden Gehorsam in Bezug auf Greueltaten die noch gar nicht " befohlen " waren.
paralell dazu ist das Buch " Täter" eine Ergänzung um die Zusammenhänge zu verstehen wie "man (n )" zum ( Mit ) Täter wird.
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Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden
Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden von Wolfram Wette (Taschenbuch - 23. Februar 2012)
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