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55 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein immer-wieder-Buch!
Ich muss schon manchmal den Kopf über die Rezensionen hier schütteln. Da wird geurteilt über Stil und Nichtstil, es wird Bedeutungslosigkeit attestiert und es fehlt bei all dem dann auch noch, dass man behauptet, es selber besser schreiben zu können.
Ich wünschte mir manchmal qualitativ bessere Kritiken zu den Büchern! Das mediale...
Veröffentlicht am 20. Mai 2010 von Lunatic

versus
19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eben Gavalda...
Was mir an Anna Gavalda gefällt, ist ihre Freude am Erzählen. Ihre Romane sind durchweg ein wenig platt, die Figuren hart an der Grenze zum Klischee, und die Handlung plätschert mehr oder weniger ziellos vor sich hin - aber dies wird eben in der Regel aufgewogen von Gavaldas Erzähllust, ihren breiten Schilderungen völlig nebensächlicher...
Veröffentlicht am 20. August 2010 von Agrebian


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55 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein immer-wieder-Buch!, 20. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Ich muss schon manchmal den Kopf über die Rezensionen hier schütteln. Da wird geurteilt über Stil und Nichtstil, es wird Bedeutungslosigkeit attestiert und es fehlt bei all dem dann auch noch, dass man behauptet, es selber besser schreiben zu können.
Ich wünschte mir manchmal qualitativ bessere Kritiken zu den Büchern! Das mediale Zeitalter verführt so viele zu reinem Rummeckern und Abkanzeln. Schade.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten.
Ich finde das Buch von Frau Gavalda einfach vortrefflich gelungen. Diese kurze Geschichte enthält so viele schöne Nuancen, dass ich gerne einiges mit dem Textmarker anstreichen möchte. Ich dachte beim Lesen oft, dass ich sie um die Fähigkeit beneide, Dinge so gut auf den Punkt bringen zu können.

Ihr erstes Werk mit den Kurzgeschichten war für mich schon ein Klassiker - hier hat sie es wieder mal bewiesen: Sie ist eine erstklassige, erfrischende und sehr unterhaltsame Autorin. Ich lese jedes Buch von ihr immer wieder mit großer Freude.

Fünf Sterne, ganz klar. Habe das Buch schon mehrmals verschenkt. Danke, Frau Gavalda!
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eben Gavalda..., 20. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Was mir an Anna Gavalda gefällt, ist ihre Freude am Erzählen. Ihre Romane sind durchweg ein wenig platt, die Figuren hart an der Grenze zum Klischee, und die Handlung plätschert mehr oder weniger ziellos vor sich hin - aber dies wird eben in der Regel aufgewogen von Gavaldas Erzähllust, ihren breiten Schilderungen völlig nebensächlicher Details. Deutlicher und lebendiger als in jeder noch so präzisen Formulierung wird auf diese Weise der Alltag ihrer Figuren deutlich, die alle ihr kleines, privates Elend mit sich herumschleppen. Mehr noch: Man glaubt aus den Zeilen das stille Wohlbefinden der Autorin beim Schreiben herauszulesen, und dieses Wohlbefinden geht auf den Leser über, der sich mit jeder Seite behaglicher fühlt.
Ebendiese Behaglichkeit kann bei der Lektüre von "Ein geschenkter Tag" nicht aufkommen, und auch ihre Erzähllust kann Frau Gavalda hier nicht austoben - das Buch ist einfach zu kurz.
Sicher gibt der Ausflug, zu dem Garance und Lola mit ihrem Bruder Simon und seiner unerträglichen Frau Carina aufbrechen, einen schönen Rahmen für die Handlung ab. Zugleich ist er das Symbol ihrer Hilflosigkeit als junge Erwachsene, die noch ihrer Kindheit nachtrauern und gleichzeitig die Verlogenheit der älteren Generation erkennen müssen, während sie plötzlich ihr Leben in die eigene Hand nehmen sollen. Die "normale" Garance, die "verdrehte" Lola, der ruhige Simon, der "verplante" Vincent und die entsetzliche Carina sind schöne Beispiele dafür, wie unterschiedlich auf diese Herausforderung reagiert werden kann, und Frau Gavalda zeigt ihr Dilemma gekonnt ehrlich und ohne falsches Pathos.
Aber so kühn der Handlungsbogen gespannt ist, so billig und klischeehaft sind die einzelnen Szenen gestaltet. Immer die alte Geschichte: Schwägerinnen, die sich dauernd zanken müssen, Schwestern, in deren Vertrautheit niemand eindringen kann, ewig unverstandene Kinder, die kein Bein auf den Boden kriegen, alles ist furchtbar tragisch, und am Ende nimmt Garance einen kleinen Hund mit nach Hause... Hundertmal hat man diese Topoi in anderen Büchern vom gleichen Niveau gefunden, und "Ein geschenkter Tag" hebt sich kaum von ihnen ab, zumal die Handlung, wie gewohnt, nie recht in Gang kommt.
Ich lese Anna Gavalda gern, aber originell kann ich ihre Bücher nicht nennen. Nur wo sie Raum hat, kann sie ihren Charme entfalten; in der Novelle ist sie nicht daheim.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitten in die Seele..., 19. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
traf mich dieses kleine Büchlein, das sich um vier Geschwister dreht - und um diesen besonderen Sommertag, den sie gemeinsam dem Leben mopsen, um sich ihn gegenseitig zum Geschenk zu machen.
"Ein geschenkter Tag" ist ein typischer Gavalda-Roman. Seine Sprache, Bilder und Figuren scheinen einem ganz eigenem, eben dem Gavalda-Kosmos zu entspringen. Ein Kosmos in lavendelblau und hellgrün, ein paar Tupfer Rosa und Weiß hier und da. Ein Kosmos, in dem granziöse Frauen in antiquierten Cabrios spazierenfahren, den Nervensägen eine lange Nase drehen, Wagenradhüte so bezaubernd wie vor hundert Jahren sind und der Schauplatz eines Picknicks nur die Butterblumenwiese an einem Bach sein kann. Geschichten im Shabby-Style sozusagen. Jener Shabby-Style übrigens, dem man schon in"Zusammen ist man weniger allein" begegnete und ihm auf der Stelle verfiel. Der uns in seiner Leichtigkeit und Anmut, in seiner frechen Heiterkeit fortwährend lachen und grinsen läßt, während der unterschwelligen Melancholie die Träne zu verdanken ist, die gleichzeitig im Augenwinkel blinkt.
"Ein geschenkter Tag" ist ein zauberhaftes, poetisches und leichtes Stückchen Literatur, das ich wohl immer wieder aus dem Regal nehmen werde, um ein weiteres Mal dieses bitter-süße Ziehen in der Herzgegend zu spüren.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Ausflug in die Kindheit, 24. Januar 2011
Von 
Antje Burkert (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Anna Gavalda, meine neue Lieblingsautorin! Sie schreibt genauso, wie ich mir Bücher immer gewünscht habe: eine unaufgeregte, unspektakuläre Beschreibung des ganz normalen Alltages, der, wenn man ihn genau betrachtet und mit schönen Worten in wohlgeformte Sätze verpackt, ja auch unglaublich spannend und v.a. lesenswert sein kann.
In "Ein geschenkter Tag" beschreibt Gavalda die Vertrautheit zwischen vier mittlerweile erwachsenen Geschwistern, die an einem schönen Sommerwochenende irgendwo auf dem Land in Frankreich wieder in ihre Kindheit eintauchen, ein jeder losgelöst von seinem nicht sehr erfolgreichen, erwachsenen Alltag. Vertrautheit, Sehnsucht, Vergänglichkeit sind zentrale Themen. Die Sonne scheint und alles ist unglaublich leicht, fast ein wenig surreal. Es bedarf nur ihrer Erinnerungen, ihrer geschwisterlichen Intimität, um allen Pflichten und Konventionen davonzufliegen. Doch die vier jungen Menschen erkennen auch, dass ihre traurigen, erwachsenen Existenzen, ihre Unfähigkeit das Jetzt reif und glücklich zu leben, damit zusammenhängt, dass sie in den Kinderschuhen stecken geblieben sind und sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, diese abzustreifen. Das ist wirklich eine tolle Erkenntnis und mit wunderschönen und witzigen Worten beschrieben.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schade, 13. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Ja, schon schade, bisher habe ich alle Bücher von A.G. verschlungen, dieses war aus, ehe es angefangen hat.
Die Charaktere wurden nicht oder zu spät herausgearbeitet, das Buch hat keine Aussage, keinen Faden außer die Familienbande, ...
Was soll das??
Ich kanns ja weiterverschenken!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön :), 4. April 2012
Von 
CupCake - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag: Roman (Taschenbuch)
Garance ist mit ihrem Bruder Simon und seiner Frau Carine auf dem Weg zu einer Hochzeit. Von Paris geht aufs Land. Unterwegs steigt auch Lola, die ältere Schwester hinzu und die Situation mit der etwas griesgrämigen Carine spitzt sich noch weiter zu. Bei der Hochzeit angekommen müssen die vier feststellen, dass Vincent fehlt, der zweite Bruder. Kurz und knapp lassen die Geschwister Carine auf der Hochzeit sitzen und fahren zu Vincent. Dieser betreibt inzwischen ein Schloss. Wieder vereint verbringen die Geschwister eine schöne, wenn auch kurze Zeit. Eine wirklich schöne Geschichte, einfach und leicht und voller wundervoller Passagen entwickelt sich.

Anna Gavalda schreibt schöne besondere Geschichten, die voller französischer Leichtigkeit stecken, obwohl sie manchmal auch eine gewisse Schwere in sich tragen. Sie sind wie das Leben ist, nur verpackt in einer wunderschön gewählten Sprache.

In einem geschenkten Tag, welches eigentlich ja einmal ein Geschenk für einen Buchclub war, geht es eigentlich gar nicht mal so sehr um die Handlung. Es sind kurze Abrisse und Passagen, die ohne Kapitel aneinander gereiht sind, die einfach laufen. Es bringt einem zum lächeln, es bringt einem zu schwelgen, es gibt einem einfach diese Leichtigkeit. Es liest sich weg, man fühlt sich verbunden und ja, man erlebt einfach diesen Geschenkten Tag, als wäre der Leser im Kofferraum. Es ist ein Buch, dass man immer wieder lesen kann. Dessen Wortwahl einen fasziniert und dessen Handlung, die einfach nur fließt, einen das Leben genießen lässt. Oh wie neidisch ist man eigentlich auf diese Figuren, dass sie es gerade sind, die diesen geschenkten Tag genießen. Wieso fährt man nicht einfach selber einmal los und genießt das Leben?

Wer einfach einmal aus dem Alltag ausbrechen möchte, der sollte unbedingt dieses Buch lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schöner Tag in Frankreich, 26. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag: Roman (Taschenbuch)
Ein schöner Frühlingstag. Eine Autofahrt zur Hochzeit einer Cousine. Und am Ende kommt doch alles anders.

"Ein geschenkter Tag" ist ein wunderbares kleines Büchlein, das man mal eben so zwischendurch einschieben kann. Es hat mir gute Laune gemacht und ich wäre gerne dabei gewesen. Wäre gerne eine Schwester gewesen.
Mir gefallen die bissigen Kommentare von Garance und die ganze Lästerei :-) und überhaupt finde ich den Zusammenhalt der Geschwister toll.

Ich liebe den Schreibstil von Anna Gavalda. Mit diesem Buch habe ich auch jetzt alle von ihr gelesen und hoffe, dass es bald etwas Neues von ihr gibt.

Die Meinungen über dieses Buch klaffen ziemlich weit auseinander. Mir scheint, man liebt es entweder oder mag es gar nicht. Ich empfehle es gerne weiter. Allen Fans von Anna Gavalda sowieso und für alle anderen ist es vielleicht sogar ein guter Einstieg in ihre Art des Schreibens :-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ihr stärkstes Werk, aber lieb, 15. Dezember 2010
Von 
Inken Schuster (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Frau Gavalda will hier offenbar keine feine Ziselierung ihrer Charaktere. Sie erzählt jedoch genug, um den Leser wünschen zu lassen, diese vier coolen Geschwister zu kennen und mitspielen zu dürfen. 139 Seiten Geschwisterliebe, die nun mal keine großen Erklärungen braucht. Und ein Hund. Hund ist immer gut.
ABER: ich warte sehnsüchtig auf einen ROMAN, Frau Gavalda!!!
UND: In der gebundenen Ausgabe, die wie immer unverschämt teuer ist, steht auf Seite 64 folgender Satz: "Darauf antwortete sie Sonhobeltespak und spielte mit den Fransen ihres Pashminaschals." Frau Ina Kronenberger, danke für die wie gewohnt leichte, luftige Übersetzung, aber was ist Sonhobeltespak, zum Donnerlittchen?
Insgesamt ein Büchlein, das man gefahrlos jemandem schenken kann, dessen Lesegewohnheiten man nicht kennt, der Frau vom Chef zum Beispiel. Aber wir haben Frau Gavalda schon stärker erlebt. Nur eines ist sie immer: lieb
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kein Sommerroman, 19. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag (Gebundene Ausgabe)
Im Februar dieses Jahres wurde Anna Gavaldas Roman 'Ein geschenkter Tag' als Taschenbuch neu aufgelegt, in dem vier Geschwister spontan von der Hochzeit ihrer Cousine fliehen und noch einmal eine kurze Zeit ihre gemeinsame Freiheit genießen wollen und sehnsüchtig auf vergangene Tage zurückblicken, bevor sie wieder in den Alltag zurück müssen: "Eine überraschende Landpartie. Ein glücklicher, zärtlicher, geräuschvoller Tag in Gesellschaft von Brüdern und Schwestern, die ihrer Kindheit Adieu sagen.", wie der Klappentext verspricht.

Die Autorin Anna Gavalda wurde 1970 im südwestlich von Paris gelegenen Boulogne-Billancourt geboren und studierte in Paris Literatur. Mit dem 1999 erschienenen Erzählband Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet feierte sie einen ersten Achtungserfolg auf der literarischen Bühne. Sie arbeitete einige Jahre als Französischlehrerin, bis sie sich seit 2000 ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Zwei ihrer mittlerweile fünf Romane wurden bereits verfilmt: Zusammen ist man weniger allein (2007) und Ich habe sie geliebt (2009).

Mit 'Ein geschenkter Tag' legt Gavalda einen Roman vor, der zwar an einigen Stellen mit einem dynamischen Schriftstil strotzt und somit die Eigenheit der Protagonistin Garance recht gut einfängt. Allerdings bleiben die restlichen Charakteren ungewöhnlich blass. Zudem stört der platte Humor und die seichten Mono- und Dialoge der Protagonisten.

Neben der Ich-Erzählerin Garance, sind da noch der ältere und von seiner Frau (Carina) gequälte Bruder Simon, die vom Leben und Ehe überforderte Schwester Lola und der wortkarge kleine Bruder Vincent. Die drei älteren Geschwister, zu Anfang noch mit Hausdrachen Carina, sind auf dem Weg zu einer Hochzeit, zu der das jüngste Anhängsel Vincent nicht erscheint. Kurzerhand wird beschlossen, ohne Carina, den Bruder zu besuchen. Ergebnis ist eine uninspirierte Geschichte über vier Menschen, die keinerlei Entwicklung innerhalb der Erzählung nehmen und die durch ihre zusätzlich unsympathische, weil grundlos arrogante Art, einem (sommerlichen) Lektüregenuss im Wege stehen.

Die überspitzt dargestellten Nebendarsteller von 'Ein geschenkter Tag', Carina und der Dorftölpel Nono können am Gesamtbild nichts ändern. Die dauerkeifende Ehefrau Simons, soll mit allen Mittel als das hemmende Element der sonst frei ausgelebten Geschwisterliebe kontruiert werden. Erst als sie den Wagen verläßt, können Garance & Co. ihr Zusammensein endlich wieder genießen. Was mit der Figur des arg beschränkten Nono beabsichtigt ist, bleibt unklar. Tatsächlich stiert er ausschließlich auf die Ich-Erzählerin und versucht wiederholt Auskünfte über ihren Jungfräulichkeitsstatus einzuholen:

"Im Stil von: Hallöchen, Nono. Wir sind's, deine neuen Freunde. Willkommen in unserem Herzen ... 'Seid ihr noch Jungfrau?', fragte er prompt. Die Platte hatte wohl einen Sprung ... (Kein Wunder!)." (112)

Selbstverständlich dürfen eine ordinäre Redeweise und der obligatorisch ungezügelte Speichelfluss bei der Skizzierung des Prototypen eines degenerierten Dorfbewohners nicht fehlen. Auch die spärlich gesäten ruhigen Momente, die doch scheinbar so wichtig für den Fortlauf der Geschichte sind, bleiben unausgereift und erinnern an schlechtes Hollywoodkino. So bei der Rückfahrt nach Paris und dem letzten Lied einer Playlist des bereits ausgestiegenen Vincent:

"Bei den ersten Gitarrenklängen biss ich mir auf die Lippen und fixierte angestrengt die Deckenleuchte, um meine Tränen hinunterzuschlucken. Simon verstellte den Rückspiegel, weil er mich sehen wollte: 'Alles in Ordnung? Bist du traurig?' 'Nein', antwortete ich, während die Fassade überall Risse bekam, 'ich bin super-superglücklich.' Auf der restlichen Fahrt sagten wir kein Wort." (142).

Im Anhang, sozusagen als Nachwort, finden sich einige Ausführungen zur Entstehungsgeschichte dieses Buches, die im Gegensatz zum restlichen Roman einen gewissen Charme versprühen. Hier erzählt die Autorin über eine Besucherin einer ihrer Lesungen, die Anlass dazu gab, 'Ein geschenkter Tag' einem breiten Publikum zugänglich zu machen, das es vorher nur als auflagenbegrenzten Sonderdruck gab.

Wer von Gavaldas 'Ein geschenkter Tag' einen interessanten und heiter-melancholischen Roman über eine potentiell wohl spannende Geschwisterkonstellation erwartet, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen. Wer es dennoch wagen möchte: Anna Gavaldas 'Ein geschenkter Tag' umfasst 160 Seiten, erschien als Taschenbuch im Fischer-Verlag und ist für 7,99 Euro erhältlich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesevergnügen, 4. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein geschenkter Tag: Roman (Taschenbuch)
Dies ist das erste Buch von Anna Gavalda das ich in die Hand nahm.
Es wude inhaliert, buchstäblich. Ein Marathon- Lesevergnügen, wenn auch ein recht kurzes bei den (nur) rund 140 Seiten.
Man sucht ein Buch das schnell durchgelesen ist? Dann kann dieses hier in die engere Auswahl.
Getreu dem Motto "in der Kürze liegt die Würze" beschrieb die Autorin Gedanken, Handlungen, Umgebungen- was keineswegs unangenhem war, eher im Gegeteil, und an der Qualität mangelte es auch nicht. Ich bin ein Mensch der gerne Sachen auf den Punkt bringt.
Wahrscheinlich werde ich mir ein weiteres Buch von Anna Gavalda unter den Nagel reißen, denn dieses hier überzeugte mich von ihrer Art zu schreiben.
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Ein geschenkter Tag: Roman
Ein geschenkter Tag: Roman von Anna Gavalda (Taschenbuch - 12. April 2012)
EUR 7,99
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