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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Allerweltsgeschichte
Eine Allerweltsgeschichte

ist dieses Buch, für jemanden, der die Innenperspektive kennt, dem solche Biographien nicht fremd sind, der als Angehöriger dieselben oder ähnliche Nöte hat, der als Betroffener eigene Erfahrungen mit der vermeintlichen (bösartigen") Erkrankung und ihren Auswirkungen aufs Umfeld gesammelt hat.
Eine Mutter...
Vor 20 Monaten von Ursula Talke veröffentlicht

versus
16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mutter betreut schizophrene Tochter: Sozialtherapie oder Kunstfehler?
Das Buch beleuchtet die Probleme der hiesigen Psychiatrie leider einseitig aus der Sicht einer Mutter, die ihre schizophrene Tochter betreuen will - aus irrationalen Schuldgefühlen heraus und notgedrungen, weil es eine geld- und personalknappe Verwahrpsychiatrie nicht ausreichend tut. Die Mutter/Autorin beklagt sich in ihrem Buch immer wieder darüber, dass ihr...
Vor 11 Monaten von T. Gebhardt veröffentlicht


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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Allerweltsgeschichte, 22. September 2013
Von 
Ursula Talke (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter (Taschenbuch)
Eine Allerweltsgeschichte

ist dieses Buch, für jemanden, der die Innenperspektive kennt, dem solche Biographien nicht fremd sind, der als Angehöriger dieselben oder ähnliche Nöte hat, der als Betroffener eigene Erfahrungen mit der vermeintlichen (bösartigen") Erkrankung und ihren Auswirkungen aufs Umfeld gesammelt hat.
Eine Mutter zählt vom Leben mit ihrer "psychisch erkrankten Tochter" - von der Erstdiagnose vor 16 Jahren bis zum freundlich offeriertem Glas Wein in der Jetzt-Zeit - "nein, ich hasse dich nicht, Mutti, okay?" - ich gebe zu, ich habe ihn verschlungen, diesen Erfahrungsbericht.
Ich hatte die Autorin im Radio gehört und es hatte mir gefallen, was sie sagte: Dass es gar nicht gut sei, immer so viel Angst zu haben, was passiere, passiere ja doch.
Ja, es ist schlimm - ungeschönt berichtet die Autorin vom Entsetzen, der Hilflosigkeit, dem Bemühen um Aufklärung, um Hilfe...was tut man, wenn die andere total durchgeknallt ist, völlig neben der Spur, da blieb eben nur die Klinik und ob das wirklich gut ist, zweifelt die Mutter selber immer wieder an.
"Schizophrenie ist Scheiße, Mama" ist eine lebendige, realistische Schilderung von einem nicht einfachen Miteinander und Füreinander, durch die Odysse des Hilfesystems, vom immer wieder auf die Füße kommen, ein Wandel hin zum Annehmen können von Hilfe, vom Lernen, mit sich selber Umzugehen, niemals aufzugeben, es immer wieder zu probieren.
Die Mutter-Tochter-Beziehung besteht eine Zerreißprobe, die Mutter kommt an ihre Grenzen und lernt, auch gezielt für sich selber zu sorgen.
Zwei Frauen auf dem Weg zueinander und zu sich selber - ein ungeheuer ehrliches Zeitzeugnis für das man der Autorin und ihrer Tochter (die mit der Veröffentlichung einverstanden war, wie ich erfuhr) nur danken kann. Mutig, ja fast verwegen, die eigene Privatsphäre der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, kann ich das nur bewundern und hochachten.
Möge es den Zweien (und auch anderen) eines Tages auch noch vergönnt sein, auf den Begriff "psychisch krank" verzichten zu können - denn die Menschenseele wohnt in einem Körper, und immer ist der ganze Mensch betroffen - sogenannte psychische Erkrankungen haben IMMER körperorganische Dispositionen und kein Mensch hat eine kranke Seele. Wohl aber besitzt jeder Mensch eine Kränkbarkeit - eine Verletzlichkeit - und dann kann er eben auch krank werden.
Und auch wieder genesen....
Ich wünsche diesem Buch viele aufgeschlossene Leser!

Ursula Talke, Berlin
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Demut statt Arroganz, 24. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter (Taschenbuch)
Wer als psychiatrisch Tätiger das Buch „Schizophrenie ist scheiße, Mama !“ in die Hand nimmt, muss nach der Lektüre seine Arbeit und sein Denken anders ausrichten, als er es vor dem Kennenlernen des beeindruckenden Erfahrungsberichts getan hat. Denn die Autorin Janine Berg-Peer, über viele Jahre Angehörige einer psychisch kranken Tochter, macht auf die Situation von Angehörigen psychisch kranker Menschen aufmerksam, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Janine Berg-Peer beschreibt nicht nur in beeindruckenden Bildern die Erkrankung ihrer Tochter. Sie lässt in den unaufdringlichen, aber deutlichen Beschreibungen die Symptomatik lebendig werden. Sie bringt auf den Punkt, was die betroffenen Menschen, aber auch das entsprechende soziale Umfeld immer auch umtreibt. Das Buch „Schizophrenie ist scheiße, Mama !“ treibt den Leser um.

Als psychiatrisch Tätiger erscheint es immer wieder einfach, die Sympathie oder Antipathie gegenüber Angehörigen zum Ausdruck zu bringen, wenn sie an der Stationstür begrüßt werden. Es erscheint als leichtes Unterfangen, die eigenen Eindrücke der beteiligten Persönlichkeiten zu bewerten, wenn nicht sogar den moralischen Zeigefinger zu erheben. Wer sich jedoch auf das Abenteuer des Buchs „Schizophrenie ist scheiße, Mama !“ eingelassen hat, der muss letztendlich kleinlaut werden.

Denn allzu deutlich wird die Ambivalenz spürbar, die Janine Berg-Peer in der Begegnung mit der Tochter bewegt. Allzu deutlich wird, wie die Mutterinstinkte über die Wut siegen. Berg-Peer schafft es über die mehr als 250 Seiten hinweg, die Tochter und die Mitpatienten, die Mitarbeiter der Stationen und Handelnden in einem sozialpsychiatrischen System so darzustellen, wie es angemessen erscheint – in ihrem So-Sein. Es sind oft subjektive Eindrücke, in denen immer auch eine Menge Wahrheit stecken werden.

Es sind die unzähligen Bilder von stationären Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es sind die zahllosen Erzählungen von Begegnungen mit Psychiatern und Psychotherapeuten, die die Spannung zwischen Ohnmacht und Wut zum Ausdruck bringen, häufig aber auch Hoffnung und Zuversicht spüren lassen. Es sind die Reportagen aus dem Leben einer jungen Frau, die an der eigenen Seele leidet, und für das persönliche soziale Umfeld eine Freude, aber immer auch eine Zumutung ist.

Psychiatrisch Tätige müssen das Buch „Schizophrenie ist scheiße, Mama !“ lesen, damit Besserwisserei und das ständige Bemühen um das Therapeutische immer weniger Konjunktur hat. Das Buch schafft es zu vermitteln, dass das Leben ist, wie es ist und auch in derselben Weise anzunehmen ist. Demut statt Arroganz, Zurückhaltung statt Übermut müssten psychiatrisch Tätige leben, wenn sie das Buch von Janine Berg-Peer gelesen haben.

Vielmehr noch – psychiatrisch Tätige sollten tief in sich hinein hören, inwieweit das äußere Chaos auf einer psychiatrischen Station das persönliche innere Chaos abbildet. Vielleicht sollten psychiatrisch Tätige auch in sich hineinhorchen, wie emotional und aufbrausend sie sind, aber es nicht auszuleben wagen. Vielleicht ist von den betroffenen Menschen etwas zu lernen, oder ?
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Drama Schizophrenie, 2. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter (Taschenbuch)
Janine Berg-Peer, 2013, Schizophrenie ist scheiße, Mama! Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter,

Der Titel trifft die Erfahrung der Angehörigen und Betroffenen mit dieser Krankheit punktgenau. Die Autorin rekonstruiert aus ihrer Sicht, detailliert, aber nicht ermüdend den bisherigen 20jährigen Verlauf der Krankheit, die bei der Tochter mit 16 Jahren diagnostiziert wurde. Sie lernt in dieser Zeit 4 Berliner Kliniken und 6 Stationen kennen.
Die Schilderung beginnt mit dem ungläubigen Erkennen der Auffälligkeiten im Verhalten der Tochter Lena, die die Mutter noch nicht einordnen und benennen kann. Ihre Ahnungslosigkeit, ihre Suche nach verständlichen Erklärungen, nach Verhaltensweisen für den Umgang mit der Kranken und nicht zuletzt nach etwas Empathie sind nachvollziehbar.
Sie trifft auf alle möglichen Ärzte, sachliche, überforderte, desinteressierte und engagierte, auf Pflegepersonal, das ebenso alle Spektren der Befähigung abbildet. Sie schildert die Atmosphäre in geschlossenen Stationen. In manchen von ihnen werden Besucher als Störungen im Arbeitsablauf der Pfleger empfunden, ebenso wie Wünsche der Patienten. Aber es gibt auch herausragende Gegenbeispiele von Stationen, die z.B. einen ,Therapiehund` halten oder ein Patientencafé organisieren, bei denen das Miteinander von Respekt gegenüber den Patienten getragen wird.
Die erschreckenden Nebenwirkung der Medikamente: 30 kg Zunahme in 2 Monaten, vermehrter Speichelfluss, eckige Bewegungen, Herumgezappel, Rauchen, verändertes Essverhalten (Schlingen") führen bei ihrer Tochter immer wieder zur Absetzung der Medikamente mit den bekannten Folgen der Eskalation, des fehlenden Tag-Nacht-Rhythmus, Störungen der Nachbarn und schließlich Einweisung in eine Psychiatrie. Sie lernt die ,blutige Entlassung kennen. Kranke werden zu früh entlassen und zu Hause nicht weiter betreut. Keiner fühlt sich zuständig, wenn die Kranken nicht von sich aus Betreuung anfordern, bzw. Angebote nicht wahrnehmen. Wenn sie Termine versäumen, wird nicht telefonisch nachgefragt, wie in vielen anderen Praxen längst üblich, aber nichts dergleichen geschieht bei Psychisch Erkrankten, die durch ihre Krankheit blockiert sind, Hilfen zu erkennen und anzunehmen. Das Recht auf Krankheit wird hochgehalten. Aber die Krankheit verhindert die Krankheitseinsicht und lässt die Symptome so eskalieren, dass meistens eine Zwangseinweisung mit ihrer traumatisierenden Wirkung erfolgen muss. Das erzeugt letztlich die berüchtigte `Drehtür-Psychiatrie`. Die Autorin fordert mit Recht mehr aufsuchende Hilfeleistungen, die vielen Patienten die Zwangseinweisung ersparen könnte.
Als Mutter erlebt sie auch die ausgrenzende Wirkung psychischer Krankheit auf die Angehörigen. Sie vermisst Anteilnahme von Freunden, kleine Zeichen, die bei jeder anderen schweren Erkrankung selbstverständlich sind. Eher erhält sie Erklärungen, wo die Ursachen der Krankheit zu finden seien: in ihrer Berufstätigkeit, in ihren Fehlern, die sie bereitwillig eingesteht, aber die allein nicht zum Ausbruch der Krankheit führen. Vor allem aber möchte sie ihre Tochter vor unberechtigter Kritik schützen. Lena ist krank, nicht ungezogen, selbst wenn ihr Verhalten sehr auffällig und für die Umgebung äußerst störend werden kann.
Interessant ist die Wirkung der verschiedenen Diagnosen auf die Tochter, die sie in den 20 J. der Krankheit erhalten hat: von Schizophrenie über Psychose bis zu bipolarer Störung. Alle bilden Facetten der Schizophrenie ab, aber die letztere ist die in der Öffentlichkeit am wenigsten belastete. Sie löst nicht die Kaskade negativer Assoziationen und Bilder aus wie ,Schizophrenie. Daher fällt es Lena leichter, diese Diagnose für sich zu akzeptieren und wenn nötig zu veröffentlichen.
Wieder einmal wird deutlich, wie sinnvoll Selbsthilfegruppen sind. Erst dort fand die Autorin die Unterstützung, die sie sich von den Fachleuten in den Kliniken erhofft hatte.
Es ist wohltuend, so offen und ungeschminkt den Krankheitsverlauf geschildert zu sehen/lesen. Frau Berg-Peer ist eine engagierte, bis zur Erschöpfung hilfsbereite Mutter. Sie informiert sich, sie versucht alles richtig zu machen, die richtige Nähe und Distanz zu finden, sich zu behaupten und der kranken Tochter gerecht zu werden. Es ist ein langer Lernprozess von vielen Höhen und Tiefen durchsetzt.
Es ist aber auch die Erfolgsgeschichte einer Kranken, die es trotz aller Rückschläge schafft, ihre mittlere Reife abzulegen, eine kaufmännische Lehre abzuschließen und sich mit Anfang 30 vornimmt, ihr Abitur nachzuholen.
Das Buch ist allen zu empfehlen, die mit der Krankheit zu tun haben, Angehörigen, aber auch den professionellen Helfern, für die es möglicherweise hilfreich ist, ihre Wirkung gespiegelt zu sehen. Die Autorin sagt von sich, dass sie gerne schreibt und das wird in dem Buch deutlich. Es ist gut geschrieben, verständlich und alle Phasen nachvollziehbar. Im Anhang sind nützliche Adressen und weiterführende Literatur aufgeführt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist nichts mehr wie es war, 4. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter (Taschenbuch)
Seit 1989 bin ich Mutter einer psychisch erkrankten Tochter. Die schwere Bürde eines solchen Schicksales und der große Leidensdruck in der Familie muss ausgehalten werden. Freunde, Bekannte und Verwandte können nicht nachfühlen, was das bedeutet. Das Buch von Frau Berg-Peer habe auch ich mit großer Spannung gelesen. Es ist ein sehr gutes Buch und der Inhalt spiegelt in vielen Facetten schonungslos meine eigene Betroffenheit wieder. Rat und Hilfe habe ich in der Familien-Selbsthilfe der Angehörigen von psychisch erkrankten Menschen erfahren. Das Los unserer psychisch erkrankten Tochter war mir nicht egal. Ich möchte betroffene Angehörige ermutigen, sich an eine Angehörigengruppe in ihrer Nähe zu wenden; denn ein informiertes und aufgeklärtes Umfeld kann negative soziale Folgen abwenden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch war längst überfällig!, 24. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter (Taschenbuch)
Als betroffene Mutter bin ich Frau Peer sehr dankbar, daß sie dieses Buch geschrieben hat.
Es hat mir sehr in der Aufarbeitung der Erkrankung meiner Tochter geholfen. Vieles was sie beschreibt,
habe ich genauso erlebt. Es ist kein einseitiges Buch, sondern beschreibt die Situation aller Beteiligten:
Kranke, Angehörige, Ärzte und hilft mehr über die Situation der Psychiatrie in Deutschland zu verstehn
- gerade auch weil Vieles für die Angehörigen schwer zu verstehen ist...
Danke Frau Peer für Ihren Mut!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen direkt, offen, klar - anders ist normal!, 6. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter (Taschenbuch)
Das Buch ist sehr spannend und interessant geschrieben, so dass ich es fast ohne Unterbrechung zu Ende gelesen habe.
Das kreative und geduldige Engagement der Mutter ist gewissermaßen der rote Faden, toll auch die mutige gemeinsame Indienreise.

Das etwas "Gluckenhafte" an der beschriebenen Mutter-Tochter-Beziehung in dieser außergewöhnlichen Situation finde ich - auch als selbst Betroffene -in der Situation von Lena nicht schlecht, zeigt es doch, wie willkürlich eigentlich die psychiatrische Versorgung noch immer ist und welches Glück man haben muss, oder wie viel an Leiden man erst durchgemacht haben muss, um letztlich an einen guten Therapeuten zu gelangen. Wenn überhaupt.
Ich denke nur an die Beschreibung der blutigen Entlassung".

Das Buch macht zudem die gesellschaftliche Stigmatisierung deutlich und prangert sie an, indem die somatischen den psychischen Erkrankungen gegenüber- und gleichgestellt werden. Und das auch auf eine humorvolle Art.

Es ist gut, dass es die Beschreibungen genau in der Form gibt, wie sie sich in diesem Buch finden. Ich glaube, das Buch - mit dem drastisch einfachen und schlagkräftigen Titel - kann dazu beitragen, dass psychiatrische Diagnosen und Erkrankungen in den Bereich der Normalität gerückt werden, oder ihm zumindest sehr nahe kommen. Die Leser können erfahren, wie sich Schizophrenie oder Bipolarität anfühlen, wie sich die Erkrankungen äußern, was sie mit einem Menschen machen (können) und was sie mit Angehörigen machen (können).
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen besser verstehen, 10. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
sehr gut geschrieben, umbedingt empfehlenswert, Wünsche mir nun ein Buch aus Sicht der Tochter. Die eigene Sichtweise wird toleranter, viele Fragen werden beantwortet.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr gut geschrieben!, 6. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
für die angehörige eine grosse hilfe. ich bin selber betroffen, habe eine schwester, die unter schizophrenie seit ca. schon 30 jahren leidet. eine "via crucis" für die ganze familie! man fühlt sich wirklich hilflos und "dem system" ausgeliefert. ich kann jedes wort bestätigen! es ist uns wirklich genau so ergangen. die Ärzte und die pfleger sollten das buch lesen und was davon lernen, wie es wirklich ist angehörige zu sein! es ist beschämend, wie sie sich mit uns verhalten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klug und hochinteressant auch für Nichtbetroffene, 7. November 2013
Von 
W. Wiegand (Heidelberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter (Taschenbuch)
Ich bin - dem Schicksal sei Dank - weder selbst von einer psychischen Krankheit betroffen noch indirekt als Angehöriger, Freund oder Bekannter. Ich interessiere mich einfach als interessierter Bürger für das Phänomen. Insoweit hat mich der Erfahrungsbericht der Autorin zunächst einmal erschüttert und berührt. Ich hätte mir nicht vorstellen können, was man als Betroffener und eben auch als Angehöriger in so einem Fall durchmacht. Die Kritik einiger Rezensenten, die Autorin sei selbstgerecht oder selbstmitleidig oder fühle sich nicht genug in ihre Tochter ein, müsste denen die Röte ins Gesicht treiben, die sie äußern. Es gibt Wechselfälle des Lebens - ja, da darf man auch ein bisschen jammern! Davon abgesehen tut es die Autorin keineswegs durchgehend.

Abgesehen von Mitleid und Erschütterung habe ich aber auch sehr viel über das Wesen von Schizophrenie und anderer psychotischer Erkrankungen (wie die Autorin selbst schreibt, sind die Abgrenzungen da mitunter schwierig) gelernt, mehr als aus manchen Zeitungsaufsatz oder Psychologiebuch. Besonders erschreckend finde ich, dass es anscheinend symptomatisch behandelbar, aber nicht wirklich heilbar ist (es sei denn Selbstheilung). Die Autorin schreibt reflektiert, lebensklug, anschaulich und sachkundig, man merkt ihrem Buch an, sie hat sich tiefgreifend mit der Materie beschäftigt. Ich persönlich werde, nachdem ich das Buch gelesen habe, psychisch Kranken jedenfalls mit mehr Verständnis begegnen. Insofern wünschte ich dem Buch eine Leserschaft, die über mittelbar und unmittelbar Betroffene hinausgeht, denn es ist auch geeignet, Ängste und Vorurteile abzubauen, die auf schlichtem Nichtwissen basieren.

Ich kann das Buch also allen, die sich, warum auch immer, für psychische Erkrankungen interessieren, empfehlen. Der Autorin danke ich für die Einblicke, die sie mir gestattet hat, und wünsche ihr und ihrer Tochter für ihr weiteres Leben das Allerbeste.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon lang war so ein Buch überfällig!, 1. Juli 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter (Taschenbuch)
Schon lang war so ein Buch überfällig!

Die Autorin ist die Mutter von einer Tochter die seit vielen Jahren schizophren ist. Als Lena in England im Internat ist, bekommt die Mutter in Berlin einen Anruf vom Internatsleiter. Für den steht fest, Lena muss Drogen genommen haben, deshalb benimmt sie sich so sonderbar.

Die Mutter holt sofort ihre Tochter ab und es dauert auch nicht lange und Mutter und Tochter wissen wie die psychische Krankheit heißt. Was diese Krankheit allerdings für die Mutter - Tochter Beziehung bedeutet, aber auch für den Freundeskreis beider, dies erahnt noch niemand. Beide müssen sich in den nächsten Jahren immer wieder neu mit dem Leben arrangieren.

Die Mutter Janine Berg - Peer schreibt von ihren Erfahrungen mit dieser Krankheit. Sie schreibt alles aus ihrer Sicht und betont dabei, dass ihre Tochter sicher vieles ganz anders beschreiben würde.

Ein erschütternder Bericht der zeigt, wie eine psychische Krankheit, das Leben einer Familie verändert!
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Schizophrenie ist scheiße, Mama!: Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter
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