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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "So kommt es, dass wir gerade dort, wo wir uns am freiesten wähnen, es am wenigsten sind."
Robert Pfaller wurde 1962 in Wien geboren und ist heute Professor für Philosophie und Kulturwissenschaften in Linz.

Bereits in seinem letzten Buch Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft: Symptome der Gegenwartskultur ist das Schlagwort Pfallers das Wort "Verzicht", das sich durch das ganze Buch zieht und damit unsere aktuelle gesellschaftliche...
Vor 19 Monaten von Mag Sarah Krampl veröffentlicht

versus
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unschlüssig
Ich habe keine besondere Vorbildung was Philosophie angeht. Ein bisschen was weiß ich aus der Schule, Universitätskursen und Heimlektüre. Aber alles nur Basiskenntnisse. Insofern wäre die Lektüre Robert Pfaller's Buch genau das Richtige für mich, dachte ich mir.
Und es ist tatsächlich relativ gut zu lesen für...
Vor 9 Monaten von Arno Nym veröffentlicht


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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "So kommt es, dass wir gerade dort, wo wir uns am freiesten wähnen, es am wenigsten sind.", 20. September 2012
Von 
Mag Sarah Krampl "sarahkrampl" (Villach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wofür es sich zu leben lohnt: Elemente materialistischer Philosophie (Taschenbuch)
Robert Pfaller wurde 1962 in Wien geboren und ist heute Professor für Philosophie und Kulturwissenschaften in Linz.

Bereits in seinem letzten Buch Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft: Symptome der Gegenwartskultur ist das Schlagwort Pfallers das Wort "Verzicht", das sich durch das ganze Buch zieht und damit unsere aktuelle gesellschaftliche Situation beschreibt. Heute zeigt sich der Mensch in der westlichen Gesellschaft als Ankläger jedweder spontaner, zur Lust führender Aktivitäten aus. Heute wird Kaffee ohne Koffein, Bier ohne Alkohol getrunken, um nur ein Beispiel zu nennen. Worin besteht nun die Lebenskunst, wozu lohnt es sich zu leben, heute, wo wir eigentlich nicht von existentiellen Überlebensproblemen heimgesucht sind? Pfaller lehnt sich in diesem Buch und in seinem Denken oft an die alten Griechen wie Epiktet, Epikur und die Stoiker sowie an den Skeptiker Michel de Montaigne (Essais: Erste moderne Gesamtübersetzung von Hans Stilett), der bereits wusste, dass es sich im Leben nicht um zwanghafte, genau determinierte und zu wissende Sachlagen handelt, sondern der auch manchmal bereit war die Frage "Was weiß ich?" zu stellen, wenn er im Begriff war, einer Zwangsvorstellung zu unterliegen.

Das Subjekt, das Individuum, nimmt sich heute viel zu ernst, der Narzissmus führt in die falsche Richtung, in das Tragische. Die narzisstische Mitleidsmoral, die heute vorherrscht, bringt die Menschen dazu, die Schwachen dadurch zu schwächen, dass sie durch Sympathiebekundungen hinsichtlich ihrer Schwächen noch mehr geschwächt werden.
Pfaller plädiert für ein materialistisches Weltbild im Gegensatz zum idealistischen. Wobei er Materialismus und Idealismus mit Tragödie und Komödie vergleicht und diese zwei Begriffe einschränkend auch als solche in ihrer Bedeutung verwendet. Der Materialist sieht sich so, wie der andere ihn vermutlich sieht, der Idealist hingegen beurteilt das Sein rein nach seinem eigenen Selbstbewusstsein und das führt immer in die Tragödie, statt in die materialistische Komödie, die Lust verschafft.

Ein großes Kapitel wird dem „Neid“ gewidmet, Pfaller untersucht darin die Auslöser und Auswirkungen des Neides, auch wieder ein oft vorkommendes Stichwort und subjektive Haltung in der heutigen Gesellschaft. Anstatt sich zu bemühen, alle glücklich zu sehen, bemüht sich der Mensch heute eher alle traurig und verzweifelt zu sehen. Er labert sich an das Unglück anderer, er macht vom Unglück anderer sein Glück abhängig. Das wird, meiner Meinung nach, schön ersichtlich, wenn man heute die Schlagzeilen in den Zeitungen liest, wen hat es wieder erwischt? Wer ist gestorben, verunfallt, angeklagt? Wer ist heute schon bereit, oder besser gesagt fähig, Größe im anderen Menschen anzuerkennen, von anderen Menschen zu lernen, ihn in manchen Belangen als Vorbild zu nehmen und sich dabei einzugestehen, dass er schwach und stark zugleich ist?

Für Pfaller liegt das Hauptproblem darin, dass wir es mit unserer Besorgtheit übertreiben und dadurch zu leben vergessen. Vorsicht und Befürchtungen hinsichtlich dem eigenen Wohl haben in letzter Zeit einfach viel zu viel zugenommen, wieder durch Panikmache vonseiten der Zeitungen gut ersichtlich: bereits bei Wetterprognosen werden unterschwellige Ängste geschürt, wenn es da heißt: Achtung, es besteht die Gefahr von Starkregen! Heute sind zwei Tropfen Regen schon ein Grund, das Haus nicht zu verlassen. Wie sollte man durch soviel Vorsicht und Befürchtungen zu einem glücklichen, erfülltem Leben finden? Das ist nahezu unmöglich. Deshalb plädiert Pfaller für den Gedanken, dass das Leben ein Spiel ist, dessen Spielregeln wir ja gar nicht in der Hand haben, auch wenn wir uns das oft einbilden. Genau dadurch, dass wir uns einbilden, nur wir hätten unser Leben selbst in die Hand und müssten es hüten und pflegen, vergessen wir vor lauter Angst und Sorge um unser Leben, um unsere Gesundheit, zu leben.

Viele gedankliche Konzepte und Theorien, die in diesem Buch enthalten sind, wie die Bedeutung des Spiels (Huizinga, Bataille) oder die Bedeutungswandlung des Wortes "Heilig", findet man bereits in dem Buch Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft: Symptome der Gegenwartskultur.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigen Bücher unserer Zeit, 1. März 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wofür es sich zu leben lohnt: Elemente materialistischer Philosophie (Taschenbuch)
Pfaller versucht hier wissenschaftliche Inhalte seiner Bücher "Die Illusionen der anderen" und "Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft" in eine populäre Form zu bringen. Welches ihm - aus meiner Sicht- wunderbar gelungen ist. Trotzdem ist es gut, am Beginn sich mit einigen Begriffen der Psychologie (z. Bsp.Sublimierung) und möglichst auch mit dem Buch von Richard Sennett "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens" zu befassen.
Wer sich darauf einläßt, also seinen Kopf benutzt, erfährt kluge Gedanken über seltsame Verhaltensweisen, die wir nicht nur bei anderen, sondern auch bei uns selbst finden. Warum wir zaubern, wenn wir unser Auto starten. Oder, warum wir unbedingt das Horoskop lesen wollen, obwohl uns klar ist, es ist Unterhaltung. Damit beginnt es. Pfaller führt uns dann zu der Frage, warum wir freiwillig auf "Beute" verzichten, warum wir ein seltsames Verhalten gegenüber dem Fremden entwickeln, warum wir glauben, Rauchen muß verboten werden bis dahin, daß es uns selbstverständlich erscheint, am Flughafen wie ein Verbrecher behandelt zu werden. Und vieles mehr.
Ich bin auf dieses Buch gekommen, weil ich dieses von Pfaller beschriebene Verhalten bei meinen Kinder entdeckt habe - besonders diese Glücksvermeidung, wie Pfaller sie erklärt.
Wer einmal begonnen hat, sich damit auseinander zu setzen, wird auf erstaunliche Zusammenhänge innerhalb dieser sogenannten christlichen Gesellschaft stoßen.
Diese und auch das zweite Buch, "Zweite Welten", kann ich nur empfehlen.
Mein Zugang war relativ leicht, da ich mich bereits mit Georges Bataille "Die Erotik", mit "Ritual,Tabu und Körpersymbolik" von Mary Douglas, mit Ronald D. Laing "Das Selbst und die Anderen" und unter anderem auch mit Christian Enzensbergers "Größerer Versuch über den Schmutz" beschäftigt hatte. Interessant ist auch das Buch von Stephen Greenblatt "Schmutzige Riten".
Aber, jeder der will, kann das Buch so lesen, einfach anfangen selbst zu prüfen, was davon zutrifft oder nicht.
Im Übrigen findet man bei Youtube einige Auftritte Pfallers, die hilfreich sein könnten.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genussfreude und Optimismus, 25. November 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wofür es sich zu leben lohnt: Elemente materialistischer Philosophie (Taschenbuch)
Was macht denn dieses philosophische Werk Robert Pfallers aus ? Überzeugend erscheint die Freude am Parlieren, die der in Wien lehrende Philosoph mit seinem Buch „Wofür es sich zu leben lohnt“ dokumentiert. Es ist aber auch die Freude am Leben, die er im letzten Absatz des Buchs auf eine konkrete Zuspitzung bringt: Das Leben zu lieben und am Genuss festzuhalten bedeutet nicht, den Tod zu fürchten und den Kampf zu scheuen … Ganz im Gegenteil: Es heißt, das von Stillleben formulierte Lob des Genusses zu verstehen und sich das gute Leben nicht schon vor dem Tod nehmen zu lassen.“
Es ist eine sehr deutliche materialistische Sicht, mit der Pfaller den Zeitgenossen zu überzeugen versucht. Dazu nutzt er zum Beispiel die Ideen Huizingas zum Spiel. Pfaller stellt sicvh ganz in die Tradition, dass Spiel heiliger Ernst sei. Wörtlich: „Das Spiel begründet tatsächlich die Sphäre des Heiligen, denn sein exzessives Element bestehe in der Überschreitung des Profanen.“ Ob dies heißt, dass der Alltag geheiligt werde, bleibt offen. Trotzdem bereichert ein solcher Gedanke den zeitgenössischen Menschen.
Robert Pfaller schreibt über den Neid als „Struktur eines idealistischen Lasters“, aber auch über Triumphe paranoischer Einbildung. Er sieht das „Leben als Verausgabung“ und schwadroniert über „Beweggründe und Tricks der Glücksfurcht“. Selbst die Arbeit wird in der Gedankenwelt Pfallers möglicherweise zu einem Genuss, wenn er meint, dass die Zufriedenheit wachse, je besser einem seine Aufgabe gelänge.
Man entwickelt während der Lektüre des Buchs „Wofür es sich zu leben lohnt“ immer wieder große Sympathien, auch wenn man sich eigentlich nicht der materialistischen Sichtweise verbunden fühlt. Das Denken und Schreiben Pfallers scheint einfach von einem großen Optimismus erfüllt. Oder anders könnte man von einem Leben in Fülle schreiben. „Nicht nur das Sexuelle, sondern auch andere Formen des Wohlgefallens scheinen vom Nahrungsgenuss beeindruckt: zum Beispiel das ästhetische Urteilsvermögen beziehungsweise der Sinn für das Schöne“, schreibt Pfaller.
Es gibt leider nicht viele Philosophen, die so verständlich ihr Denken formulieren können, ohne Reibungsverluste bei der inhaltlichen Aussage aufzuweisen. Dies macht auch den Charme des Buchs „Wofür es sich zu leben lohnt“ von Robert Pfaller aus. Pfallers Genussfreude und Optimismus möge man haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wofür sich dieses Buch zu lesen lohnt, 7. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Wofür es sich zu leben lohnt: Elemente materialistischer Philosophie (Taschenbuch)
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Ich lese ja sonst keine Bücher die mir schon im Titel raten wie ich leben soll. Lieber sind mir Bücher die mir meine Umwelt möglichst genau und treffend beschreiben und damit zu meiner eigenen Orientierung beitragen wie ich mich in ihr am besten einrichte.

Pfaller schafft aber diese Verbindung, indem er die Gründe, wofür es sich zu leben lohnt, in unserem heutigen Umfeld verankert. Er erfindet keine neuen Therapien und empfiehlt keine neuen Verhaltensmuster, sondern durchstreift das große Herbarium Magicum der Literatur und der Philosophie das uns zur besseren geistigen Durchblutung, zur Verfeinerung unseres Geschmacksinns, und zur Linderung mancher Beschwernisse und Ängste hinterlassen wurde, und das seine Heilkraft über die Jahrtausende erhalten hat.

Der Bogen spannt sich von den ‚materialistischen‘ Stoikern wie Epikur und Epiktet, den ‚aristokratischen‘ Stoikern wie Seneca und Mark Aurel, über Montaigne, Spinoza und Kant, zu Hegel, Marx und Nietzsche bis herauf zu Deleuze, Sennett und Zizek, um nur eine Auswahl zu nennen.

‚Profane‘ Themen wie SCHENKEN, FEIERN, SPIELEN werden ebenso behandelt wie Emotionen wie NEID, ABERGLAUBEN, ANGST, wobei letztere als ‚idealistische Laster‘ bezeichnet werden, im Unterschied zur ‚materialistischen‘ Haltung, die davon ausgeht, dass es nicht die Tatsachen sind, die Menschen in Aufruhr versetzen, sondern immer ihre Einbildungen von den Tatsachen (wie es schon Epiktet formulierte).

Auf Epiktet geht auch der kluge Hinweis zurück, dass das Adverb über das Adjektiv dominieren soll. Es ist nicht notwendig, dass wir eine gute Rolle spielen, sondern es ist wichtig, dass wir unsere Rolle gut spielen. Dazu noch: jede Tätigkeit ist elend, solange man nicht weiß wie man sie gut macht.

Viele mögen ihre berechtigte Freude daran haben, dass Pfaller die Regulierungswut des Staates aufs Korn nimmt, wie beim sogenannten Nichtraucherschutz und bei dutzenden nebensächlichen Vorschriften und Gängeleien die den einzelnen Menschen einschränken, während die Ursachen für die wirklichen und allgemeinen Gefahren im Namen der Freiheit des Kapitals und der Kapitalmärkte ‚entfesselt‘ wurden.

Es ist ein großer Vorteil dieses Buches, dass Pfaller den Menschen nicht in den luftleeren, ahistorischen Raum stellt, sondern in den Kontext der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse des heutigen Neoliberalismus, in dem die Funktion des Staates nur noch negativ gesehen wird: dieser hat zu beseitigen und zu verbieten was der postmodernen Ideologie als belästigend erscheint. Gleichzeitig steht dieser Staat unter einer ‚negativen Hegemonie‘, weil ‚es der herrschenden Klasse gelungen ist, alle übrigen auf ihre Seite zu bringen, indem sie ihre partikularen Interessen als allgemeine Interessen der Gesellschaft darstellt‘.

Bei den besten Stellen meint man, ein Buch von Zizek vor sich zu haben. Auch das ist aus meiner Sicht ein Kompliment.

An einer Stelle im Buch heißt es: ‚Wir üben uns ein in die durch die neoliberalen Beraubungen notwendig gewordene neue Gewohnheit, uns auch erreichbare Glücksmöglichkeiten als unerreichbar vorzustellen. ‘

Pfaller gibt Anleitungen, die Glücksmöglichkeiten wieder erreichbar zu machen, vermittelt aber nicht die Illusion, dass das in dieser Gesellschaft allein mit den Essenzen unseres Herbarium Magicum und den klugen Einsichten dieses Buches dauerhaft möglich wäre.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unschlüssig, 3. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Wofür es sich zu leben lohnt: Elemente materialistischer Philosophie (Taschenbuch)
Ich habe keine besondere Vorbildung was Philosophie angeht. Ein bisschen was weiß ich aus der Schule, Universitätskursen und Heimlektüre. Aber alles nur Basiskenntnisse. Insofern wäre die Lektüre Robert Pfaller's Buch genau das Richtige für mich, dachte ich mir.
Und es ist tatsächlich relativ gut zu lesen für Philosophie-Einsteiger. Die Sprache ist bisweilen etwas gehoben und manchen Satz musste ich zweimal lesen. Aber etwas anderes erwarte ich auch nicht von einem philosophischem Werk. Zumal der Autor Universitätsprofessor ist. Und das merkt man sowohl an seiner tadellosen Ausdrucksform als auch an der wissenschaftlichen Vorgehensweise. Etliche Fußzeilen verweisen auf Quellen und weiterführende Informationen und am Ende findet man eine ausführliche Literaturliste.
Aber hier komme ich auch schon zu meinem ersten Problem mit dem Buch. Besonders am Anfang stellt der Autor meiner Meinung nach zu viele Thesen als gegeben hin. Einige Male habe ich mich verwundert bemüht Herrn Pfaller zu verstehen, wenn er sich in einem Halbsatz auf eine unbegründete These stützt um diese dann im zweiten Halbsatz weiterzuentwickeln. Dies passierte mir wie gesagt insbesonere etwa im ersten Drittel des Buches relativ häufig. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich zwar immer die Fußzeilen mitgelesen, mir aber keines der angeführten Werke angeschaut habe. Ich bin mir sicher, dass mir ansonsten einiges klarer wäre. Aber eben auch nicht alles, denn in einigen Fällen gibt es für seine Behauptungen meiner Ansicht nach schlicht keine Grundlage.
Ich möchte an dieser Stelle sagen, dass ich mich als äußerst moderat einschätze. Auch im Sinne der "notwendigen Verdoppelung", wie der Autor es am Ende des 3. Abschnitts dieses Buches beschreibt. Ich betrachte mich also als "auf moderate Weise moderat" (daher wohl auch die mittelmäßige 3-Sterne-Bewertung). Und gerade deshalb habe ich ein zweites großes Problem mit dem Werk. Wenn ein langjähriger Universitätsprofessor der Philisophie die auf Effizienzsteigerung gerichtete Bologna-Reform kritisiert, vertehe ich das noch voll und ganz. Aber beim besten Willen kann ich ihm bei seinem Lieblingsbeispiel, dem Rauchverbot, nicht zustimmen. Seine zahllosen Versuche das Rauchen als etwas Mondänes, Elegantes und unser Leben bereicherndes darzustellen, fallen bei mir einfach auf keinen fruchtbaren Boden. Zu dünn und unhaltbar sind die Argumente. So behauptet Herr Pfaller beispielsweise direkt zu Anfang des Buches, dass Dinge wie Alkohol- oder Tabakkonsum erst seit kurzem (90er-Jahre) verpönt sind, obwohl ihre negativen Nebenwirkungen schon lange bekannt seien. Nun, ich denke, wichtig ist vor allem, wieviel davon tatsächlich bekannt war. Die Medizin hat auf diesem Feld in den letzten Jahrzehnten freilich einiges zutage gefördert. Auch das Argument, dass das Recht auf öffentlichen Tabakkonsum erst vor langer Zeit erkämpft werden musste (kein Zitat, ungefährer Wortlaut!), hat überhaupt nichts mit dem Sachverhalt zu tun. Eben weil zu dieser Zeit kaum etwas über die Konsequenzen des Rauchens bekannt war. Schließlich hilft die Wortwahl des Autoren zu diesem Thema nicht gerade ihn als gemäßigten Materialisten zu betrachten und entsprechend gewillt zu sein auf ihn einzugehen.
Pfaller selbst geht in seinem Buch auf die Behauptung ein, dass viele Philosophen ihre Argumente danach zusammensuchten, was sie schließlich damit erreichen möchten. Ich habe bei der Lektüre den Eindruck gewonnen, Herr Pfaller ist leidenschaftlicher Raucher, Lehrender und nostalgisch belastet, was die 60er Jahre angeht. Seine Behauptungen, diese Zeit wäre um vieles glanzvoller als unsere und es gäbe damals kein Wunschdenken in einer anderen Epoche zu leben, rühren vermutlich daher, dass der Autor Anfang 1962 geboren wurde und seine früheste Kindheit entsprechend in diesem Jahrzehnt erlebt hat.
Fazit: Für mich als Beginner auf dem Gebiet der Philosophie zwar viele interessante Einblicke und lehrreiche Ansätze großer Philosophen. Aber leider doch hat es das Buch nicht vermocht, mir die Form des Materialismus, die dem Autor vorschwebt, näher zu bringen. Zu irrational argumentiert er teilweise in Bezug auf Kleinigkeiten. Im Großen versteht er es grundsätzlich Sachverhalte verständlich zu erläutern. Ich betrachte nun einige alltägliche Handlungsweisen, wie das künstlerische Schaffen oder das Schenken, auch von einem anderen Blickwinkel. Doch die Abschnitte wirkten auf mich wenig zusammenhängend, eher wie grundsätzliche Betrachtungen verschiedener faszinierender Phänomene. Schließlich ist die alarmschlagende Rhetorik des Autors weniger nach meinem Geschmack. Ganz so schlimm steht es um unsere Gesellschaft in meinen Augen noch nicht. Allerdings bin ich auch der Meinung "Wehret den Anfängen", von daher ist die frühe Warnung des Herrn Pfaller vielleicht doch angebracht.
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3.0 von 5 Sternen Geht so.Zigaretten und lohnendes Leben werden zusammen gedacht!....Vom Autor von "Die Reise des Politikers", 5. April 2014
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Ich glaube man raucht eher, weil man mit Gefühlen von Anspannung und Angst nicht umgehen kann.
Es ist nicht so toll, wenn die ersten Krankheiten durch den Zigarettenkonsum auf einen zukommen.
Ich denke, wir sollten die Zigarettenindustrie fertig machen und dann beginnt ein noch besseres Leben...
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4.0 von 5 Sternen Gut brauchbare Artikel, fristgerecht und unbeschädigt geliefert, 3. April 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
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Die Inhalte der Bücher entsprachen meinen Erwartungen und ihr äußerer Zustand war einwandfrei.
Das Starthilfekabel ist in Ordnung.
Die Tonerkartuschen erfüllen ihren Zweck; ein Mangel ist bisher nicht erkennbar.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wofür es sich zu leben lohnt, 9. Februar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
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zeigt alles auf was man sonst nicht erfährt! tiefgründig, sachlich und äußerst interessant! Robert pfaller ist einfach super zu lesen!
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0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wissenschaftlich, 30. Dezember 2013
Von 
Patrick Weber "Pat" (Allschwil) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
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Für mich ist das zu wissenschaftlich verfasst. Irgendwie komme ich nicht in einen Lesefluss und das hätte ich mir schon gewünscht.
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4 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zusammengestückelt, 9. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
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Ein zusammengstückeltes Etwas. So ziemlich alles wird mit dem Nichtraucherschutzgesetz begründet. Oder der Bolognareform. Ich habe das Buch in der Hoffnung erworben ein materialistisches Werk mit Esprit zu entdecken und bin herbe enttäuscht worden.
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Wofür es sich zu leben lohnt: Elemente materialistischer Philosophie
Wofür es sich zu leben lohnt: Elemente materialistischer Philosophie von Robert Pfaller (Taschenbuch - 19. Juli 2012)
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