Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren indie-bücher Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More Indefectible Sculpt Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen181
4,1 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

'Gleich hinter den Geranien lauert das Grauen.'
In dem Kurort mit Bindestrich geht es mal wieder so richtig rund. Schon erstaunlich, wie viel Kriminalität sich in einem so kleinen und vermeintlich idyllischen Ort sammeln kann!
Jennerwein soll einen verschwundenen BKA-Ermittler finden, ohne dass jemand von dieser Suche erfährt. Kein leichtes Unterfangen in einem kleinen Ort, an dem sich der Klatsch schneller verbreitet, als ein Ereignis passiert.
Dem geballten Einfallsreichtum seiner Mitarbeiter und einer List des bayerischen Generals Nepumuk von Dattelberger aus dem Jahre 1735 ist es zu verdanken, dass Jennerwein einen glaubwürdigen Scheinangriff erfindet, mittels dessen man die Ermittlungen tarnen kann. Offiziell wird nun also ein Wilderer gesucht; in Wirklichkeit wird dieser von einem Plattdeutsch sprechenden westfälischen Bayern verkörpert.
Und natürlich gestalten sich die Ermittlungen trotz oder wegen dieser Geschichte schwierig, denn Jennerwein bekommt es mit von der Außenwelt abgeschnittene Höhlen und geheimnisvollen Münzen zu tun. Daneben mischen noch die Mafia, Scharfschützen, Wilderer, und Schmuggler im Ruhestand mit, die Kommissar Jennerwein Probleme bereiten. Nein, beschaulich ist dieser Kurort wahrlich nicht.
So richtig ernst nehmen kann man die Krimihandlung nicht, dazu ist sie zu weit hergeholt. Aber die skurrilen Typen und absurden Situationen machen aus dem Buch eine ganz hervorragende Krimi-Comedy, die mir richtig Spaß gemacht hat. Das ist einfach witzig, strotzt vor guten Einfällen, ist gut zu lesen, und genau die richtige Lektüre, um nach einem miesen Tag die schlechte Laune loszuwerden. Wunderbar, diese Serie.
44 Kommentare|76 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Oktober 2012
Zufällig bin ich über den 4. Fall von Kommissar Jennerwein und seinem Team gestolpert, denn irgendwie hatte ich den Erscheinungstermin später in Erinnerung... Mein Glück, dass das Buch jetzt schon zu haben war, so konnte ich die Zwangspause auf der Couch nutzen um im neusten Fall um das sympathische Ermittlerteam zu schmökern, mit zu ermitteln, und den Lokalkolorit zu genießen.
Zwei Beamte des BKA sind während eines Einsatzes verschwunden, und um diesen Einsatz nicht zu gefährden, müssen Kommissar Jennerwein und sein Team unauffällig und im geheimen ermitteln und agieren. Ein Fakefall muss her, um von den eigentlichen Ermittlungen abzulenken - nur was für ein Fall soll das sein? Er muss das Interesse der Öffentlichkeit erregen, die Sympathie auf Täterseite bringen damit die Bevölkerung bereitwilliger plaudert. So ist der Plan, und schließlich gelingt es den Beamten im Falle der verschwundenen Beamten der Wahrheit Stück für Stück näher zu kommen und diese schlussendlich ans Licht zu bringen.
Zugegeben, der Showdown am Schluss und die letztendliche Auflösung bargen nicht die große Überraschung, denn ich ahnte etwas...und diesmal richtig! Aber, Jörg Maurer hat auch beim 4. Teil seiner Ermittlerbande nicht nachgelassen, gekonnt erzählt er eine spannende Geschichte, welche nicht durch den Überraschungsmoment, als durch seine liebenswerten Charaktere, den wunderbaren Lokalkolorit und die einzigartige Darstellung der bayerischen Lebensart besticht. Der Roman macht einfach Spaß, unterhält gut und zeigt einem hier etwas über Reynoldsstrudel und deren Tücken, und übermittelt einfach bayerischen Charme, dem man auch als Franke verfällt.
Gute, solide Krimiunterhaltung mit gehörig Charme und Humor machen dieses Buch aus. Für Liebhaber des Regionalkrimis ein Muss.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 29. April 2012
Zwei verschwundene BKA Beamten die in geheimer Mission das organisierte Verbrechen in Garmisch-Partenkirchen bekämpfen sollten. Ein Wilderer der auf offener Alm einen rechtschaffenen Jagdinspektor erschießt. Ein Abiturient, der von seiner Reise nach Marokko eine Münze mitbringt, für die sich auch gefährliche Personen interessieren. Ein unterirdisches Versteck, das ein seit Jahrhunderten währendes Geheimnis birgt. Jörg Maurer zieht in seinem neuesten Alpenkrimi "Oberwasser" wieder sämtliche Register um den Leser zu unterhalten aber auch gründlich in die Irre zu führen. Zumindest am Anfang.

Kommissar Jennerwein ermittelt mit seinem bewährten Team bereits zum vierten Mal in der voralpenländischen Idylle. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum er und seine Mannschaft den heiklen und, absolut geheimen, Auftrag bekommen die zwei entführten BKA Beamten zu finden. Um ungestört vor Ort ermitteln zu können muss allerdings erst einmal ein Grund vorliegen. Den schaffen sich die findigen Ermittler kurzerhand selber und gehen bald auf doppelte Verbrecherjagd: eine echte und eine fingierte.

Jörg Maurer Krimis sind wie ulkige Lustspiele. Einfach, heiter, possenhaft und voller Witz. Mir persönlich ging die Gaudi diesmal zu weit, weil die Spannung darunter litt. Unter den vielen Handlungssträngen, Figuren und Nebenschauplätzen muss man sich mühsam den Weg des eigentlichen Verbrechens suchen. Das stört den Lesefluss und ermüdet. Maurer springt aus der Erzählperspektive in den direkten Dialog mit dem Leser. Setzt wie Theaterdialoge inszenierte Kurzkapitel und auch gerne schematische Schaubilder ein. Bei soviel Chaos hatte ich Mühe den roten Faden im Blick zu behalten. Allerdings mündet am Ende alles in einen spektakulären Showdown, der wirklich sehr dramatisch ist. Auch alle offenen Fragen werden geklärt. Durchhalten lohnt sich also.

Aber nur wenn man Lust hat, sich durch die Beschreibung diverser bajuwarischer Eigenheiten, Sitten und Gebräuche, kulinarischer Spezialitäten, regionaler Besonderheiten, geschichtliche Exkurse und sonstige Abwege zu lesen. Sonst sollte man von diesem Krimi, bzw. generell von dieser Reihe, eher die Finger lassen.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. März 2012
In einem bayerischen Kurort mitten in den Alpen steht Kommissar Jennerwein vor einer schwierigen Aufgabe: Zwei BKA-Beamte sind bei streng vertraulichen Spezialermittlungen spurlos verschwunden. Jennerweins Job ist es nun, die vermissten BKA-Beamten aufzuspüren und die Hintergründe aufzudecken ' ohne dass der Kurort und seine neugierigen Bewohner auch nur das Geringste davon mitbekommen. Die Lösung: Man müsste etwas inszenieren, um von den eigentlichen Ermittlungen abzulenken '
'Oberwasser' ist mein erster Maurer-Krimi. Was mir gut gefallen hat, sind Jörg Maurers Sprachwitz und seine spitzfindigen Wortkreationen. Gegen Ende des Buches war ich allerdings ein bisschen genervt von teilweise übertriebenen Metaphern, die schon sehr schief klangen. Nicht so gut gefallen hat mir, dass Kommissar Hubertus Jennerwein für mich das ganze Buch hindurch sehr profilschwach geblieben ist. Gerade die Figur des Kommissars sollte dem Leser doch Ecken und Kanten bieten und ihn neugierig machen! Das hat mit Jennerwein bei mir leider nicht funktioniert. Meiner Meinung nach kommt die Geschichte auch eher schleppend in Gang und wird von zu vielen Nebensträngen durchbrochen. Richtig spannend wurde es für mich tatsächlich erst nach ca. 260 Seiten, schade eigentlich. Generell fand ich auch die Dialoge gegen Ende etwas übertrieben. Fazit: Kann man lesen, wenn man leicht unterhalten werden will; muss man aber nicht unbedingt gelesen haben.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 30. März 2012
"Oberwasser" ist für mich der erste "Alpenkrimi" aus Jörg Maurers Jennerwein-Reihe und nein, es hat mir nicht besonders gefallen. Das kann zum einen daran liegen, dass ich die drei Vorgänger (Föhnlage,Hochsaison und Niedertracht nicht gelesen habe, zum anderen aber auch daran, dass die Handlung fürchterlich wirr und vieles überflüssig war.

Aber erst einmal zum Inhalt: Im alpenländischen "Kurort mit Bindestrich" verschwinden zwei verdeckt arbeitende BKA-Ermittler. Um jedoch in der Bevölkerung keinen Verdacht zu erwecken, dass das BKA dort kriminellen Machenschaften im großen Stil auf der Spur ist, erfinden Kommissar Jennerwein und sein Team kurzerhand einen Ersatzfall und inszenieren öffentlichkeitswirksam den Mord eines Wilderers an einem Oberforstrat. Unter dem Vorwand, das Versteck des flüchtigen Wilderers zu suchen, macht sich das Team in Wirklichkeit auf die Suche nach den verschwundenen Undercover-Ermittlern. Währenddessen findet ein Abiturient im Marokko-Urlaub eine alte deutsche Münze mit rätselhafter Gravur, ein von Strudeln begeisterter Kajakfahrer treibt sich in den Gewässern rum, ein gefoltertes Entführungsopfer schreibt in einer dunklen Höhle Tagebuch und das Bestatterehepaar Grasegger, kriminell durch und durch, kehrt mitsamt Bewährungsauflagen in den Kurort zurück...

Meine Probleme mit diesem Buch begannen früh: Gefühlt Hunderttausend verschiedene, unzusammenhängende Handlungsstränge mit mindestens ebenso vielen Personen prasselten auf mich als Leser ein. Einen Überblick zu gewinnen war mir gerade am Anfang unmöglich und es wurde bis kurz vor Ende leider auch kaum besser. Es mag hier helfen, die drei Vorgänger schon zu kennen, denn vom Ermittlerteam um Jennerwein selbst erfährt man wenig, vor allem nichts Klares. Unter der Flut von Handlungspersonen, Haupt- und Nebenhandlungen, blieben vor allem die wichtigen Charaktere, die Ermittler, farblos und flach.

Sinnige, schlüssige Beschreibungen wurden oft zugunsten von Sprach- und Situationskomik verkompliziert und mit zur radikalen Überzeichnung der Charaktere ins Lächerliche gezogen. Nur in Ausnahmefällen konnte dieser Humor bei mir punkten. Das kauzige Ehepaar Grasegger zum Beispiel ist in ihrer Mischung aus bayrischer Gutbürgerlichkeit und mafiöser Kriminalität gut gelungen. Über die überspitzen Klischees konnte ich bei Ursel und Ignaz richtig schmunzeln. Jennerwein und seine Mannschaft dagegen entlockten mir mitsamt ihren Anektdötchen kaum ein Zucken um die Mundwinkel- mit Ausnahme des Polizeiobermeisters Hölleisen vielleicht, der bei seinem Versuch jegliche Verpflegungskosten erstattet zu bekommen einen amüsanten Schriftwechsel mit einem Sachbearbeiter entwickelt, der das deutsche Amtswesen ordentlich verschaukelt. Leider wird dieser Ansatz schnell fallen gelassen, wie überhaupt vieles nur angeschnitten und dann wieder abgewürgt wird.

So auch die Ermittlungen: Das Fake-Verbrechen wird inszeniert, der Wilderer ist unterwegs und liefert recht lustige Zwischenkapitel, die sich mit ihrem Stil vom übrigen Text abheben - wenn ich auch hier leider manchmal die Konsequenz vermisste, denn ich immer wird die stilistische Trennung eingehalten. Nur für wirkliche Ermittlungen, wie sie geplant waren, wird es dann kaum genutzt. Man verliert sich in weiteren Tarnungen und an den Haaren herbeigezogenen Spekulationen und Schlussfolgerungen, die den Leser vielleicht durch ihre Skurrilität zum Lachen bringen sollten, mich aber oft mit ihrer mangelnden Logik genervt haben. Denn dadurch wirken die Ermittlungen einfach langweilig und alles wird hinterher so einfach und wenig intelligent gelöst, dass es mir keinen Spaß gemacht hat.

Leider gibt es dann noch völlig sinnleere Nebenhandlungen, wie zum Beispiel die um den 19jährigen Oliver Krapf, der im Urlaub in Marokko eine alte deutsche Münze findet, auf die einige Buchstaben eingeritzt wurden. Schon allein der Versuch von Jugendsprache entlockte mir nur mitleidige bis genervte Gefühlsregungen - bestimmt kein Schmunzeln - und auch die wirren Versuche des kleinen Computer-Nerds die rätselhaften Gravur auf der Münze zu entschlüsseln sind so absurd, dass sie nicht mehr lustig, sondern nur noch peinlich waren. Traurig, dass ausgerechnet der Protagonist dieser unsinnigen Nebenhandlung derjenige war, der meiner Meinung nach die meiste charakterliche Tiefe abbekam.

Das Ende fand ich dann auch recht enttäuschend, da nicht alle Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst wurden und der Höhepunkt der Ermittlungen, die Lösung des Vermisstenfalls, mich auch einfach nicht überzeugen konnte. Zu einfach, zu platt und der für mich spannenste Charakter bleibt ein ungelöstes Rätsel, das kaum Beachtung findet. Warum es diese Handlungsstrang überhaupt gab? Keine Ahnung. Vielleicht mussten die 400 Seiten voll werden.
Sprachlich hätte ich mit viel mehr bairischen Dialekt gewünscht und weniger gestelztes Drum-Herum-Gerede. Es war einfach nicht flüssig zu lesen und der Humor verlor sich in ärgerlichen, unlogischen Nebenerzählungen, sodass manchmal auf vielen, vielen Seiten rein gar nichts gesagt wurde.

Mein Fazit: Lieber nicht. Skurrilen Humor und Klischees mag ich, wenn sie ausgereift sind, gerne. Hier verlor er sich für mich aber in größtenteils zu flachen Charakteren und einer teilweise unzumutbar lachhaften Ermittlung, die die Bezeichnung "Krimi" nicht verdient. Unübersichtliche Nebenhandlungen, viel zu viel Drum-Herum und unzureichende Spannung taten dann ihr übriges, um mir dieses Buch zusätzlich zu verderben. Es ist nicht witzig genug für eine gute Komödie und nicht spannend genug für einen guten Krimi. Ein paar gute Aspekte in jeder Menge Unfug ergeben 2 von 5 Sternen.
22 Kommentare|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Mai 2012
... sind zwei BKA-Beamte verschwunden, die in eben jenem Kurort verdeckt gegen das organisierte Verbrechen ermittelt haben. Nun müssen Kommissar Jennerwein und sein Team ran. Doch Obacht: Allerhöchste Geheimhaltungsstufe! Zunächst einmal heißt das, die allzu neugierigen Eingeborenen mit einer Finte abzulenken und ein Verbrechen zu inszenieren, das die Volksseele in Aufruhr bringt, damit Hubertus Jennerwein und Co. ungestört nach den beiden Vermissten suchen können. Ob dieser Plan so aufgeht, wird sich zeigen...

Es hat ein kleines bisschen gedauert, bis ich mit Jörg Maurer warm geworden bin. "Oberwasser", der vierte Band aus der Kommissar Jennerwein-Reihe, war für mich das erste Buch, das ich von Jörg Maurer gelesen habe. Doch nach einer Weile war ich plötzlich mittendrin im turbulenten Geschehen im Bindestrichkurort. Es ist schon eine kleine Sensation, dass Jörg Maurer im ganzen Buch nur ein einziges Mal "Garmisch-Partenkirchen" schreibt - in der Danksagung nämlich. Ansonsten ist es schlicht und ergreifend "der Kurort". Und über den und dessen Einwohner berichtet der Autor sehr anschaulich. Winziger Kritikpunkt: Zuweilen wird es im Buch recht wissenschaftlich. Allerdings kann ich nun - sollte ich je Günther Jauch bei "Wer wird Millionär?" gegenübersitzen - problemlos erklären, was ein Reynolds-Strudel ist.

Mein Fazit: Selbstironisch, vielseitig (Vor allem, was die unterschiedlichen Handlungsstränge anbelangt - doch Maurer, der Fuchs, bringt sie letztlich alle zusammen!), humorvoll, an so mancher Stelle übertrieben, mit unverwechselbaren Charakteren gefüllt und gespickt mit wunderbaren kleinen Zwischenepisoden - die unterhaltsame Lektüre von "Oberwasser" hat dazu geführt, dass mit "Föhnlage", "Hochsaison" und "Niedertracht" inzwischen auch die ersten drei Jennerwein-Fälle in meinem Bücherregal stehen. Ich darf mich also auf weitere Einsätze in einem idyllischen alpenländischen Kurort freuen.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. April 2012
Inhalt:
Schräg geht es vor in Jörg Maurers 'Oberwasser', denn nichts ist wie es scheint. Eine vermeintliche Leiche inklusive Tatort entpuppt sich als Büro des Vorgesetzten von Kommissar Jennerwein. Ein wohlbekanntes Bestatterehepaar kehrt aus dem 'Exil' zurück und ein hochdeutsch sprechender Wilderer wird eines Verbrechens beschuldigt. Ein BKA-Beamter wird in einer Höhle festgehalten und ein paar Jugendliche machen ihren wohlverdienten Abiurlaub in Marokko.
In diesem Durcheinander sollen Jennerwein und sein Team zwei verschwundene BKA-Beamte wiederfinden, dürfen dabei aber kein Aufsehen im Ort erregen.

Meinung:
Zunächst erscheint der Einstieg etwas wirr, es wechseln sich Kapitel aus den verschiedenen Perspektiven ab, deren Sinn sich dem Leser nicht auf dem ersten Blick zeigen. Man wird mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen. Das macht aber nichts aus, denn Maurer schafft es so kurzweilig zu schreiben, dass man sofort in der Geschichte ist und wissen möchte, was als nächstes passiert. Nach und nach entfalten sich die Zusammenhänge und das wahre Gesicht der Alpenbewohner zeigt sich. :) Der Kriminalfall entrollt sich ebenso und nimmt mit fortschreitender Seitenzahl auch an Fahrt auf. Begünstigt wird die schnelle Handlung vor allem durch die vielen kurzen Kapitel und Perspektivwechsel. Ich konnte das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen, bis ich es zu Ende gelesen hatte.

Mich hat es zu keinem Zeitpunkt gestört, dass ich bisher noch keinen anderen Alpenkrimi von Jörg Maurer gelesen habe. Das Kriminalteam wird gleich am Anfang kurz mit ihren prägendsten Charaktereigenschaften vorgestellt und selbst mit den alten Bekannten aus den vorherigen Teilen wird man schnell warm. Sogar die bayrischen Wörter sind auch für Hochdeutsche größtenteils zu verstehen und machen die Atmosphäre rund ohne dabei lächerlich zu wirken.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass teilweise der Kriminalroman vor lauter Abstrusitäten und Skurilem verloren ging. Dass heißt nicht, dass ich Maurers Humor nicht mag, ich musste eigentlich dauernd beim Lesen des Buches grinsen und lachen. Da bekommt selbst das Werdenfelser Panorama ein paar Gastauftritte, sei es als Fieberkurve eines Kranken oder als Umsatzkurve eines dubiosen Unternehmens namens Zarathrusta Solutions. Aber ein bisschen mehr Krimi hätte dem ganzen trotzdem nicht geschadet. Albern, wie ich es anhand des Covers befürchtet hatte, war 'Oberwasser' aber nie.

Fazit:
Ich habe mich selten so gut in einem Krimi unterhalten gefühlt. Vergleichbar sind für mich nur noch 'Miss Lizzie' von Walter Satterthwait und die Kühlfach-Bände von Jutta Profijt, die auch alle ihren ganz eigenen skurilen Humor haben. Teil eins bis drei sind auf jeden Fall schon auf meinem Wunschzettel gelandet, das sagt bestimmt schon alles aus. ;) 4 Sterne.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. März 2012
Mit Oberwasser hat Jörg Maurer nun seinen 4.Alpenkrimi rund um den kauzigen, an Akinetopsie leidenden Hauptkommissar Hubertus Jennerwein und sein liebenswert-verschrobenes Soko-Team vorgelegt.
Diesmal hält das organisierte Verbrechen Einzug in den idyllischen, voralpenländischen Sportkurort mit Bindestrich. Bei einem verdeckten Einsatz des BKA verschwinden zwei Beamte spurlos. Jennerwein und sein Team sollen nach ihnen suchen, unter Wahrung der absoluten Geheimhaltungspflicht. Um die Öffentlichkeit von ihrem eigentlichen Auftrag abzulenken und ihre Anwesenheit in dem beschaulichen Ort zu erklären, wird kurzerhand ein Mord fingiert, die sogenannte "Dattelberg-Finte". Doch die Suche nach den Vermissten gestaltet sich für das Team komplizierter als gedacht. Sie geraten mitten hinein in einen Strudel von Ereignissen und alten Legenden, bei dessen Tempo sie acht geben müssen nicht das Oberwasser zu verlieren....

Jörg Maurer ist es wieder einmal gelungen zwei Dinge, die sich normalerweise wie Feuer und Wasser zueinander verhalten, harmonisch zu verbinden. Bei ihm paaren sich Verbrechen und urkomischer schwarzer Humor in Perfektion. So hat er zwischen tiefen Tälern und hohen Bergen, mit ihren reißenden Gebirgsbächen und klaren Seen, einen spannenden Krimi angesiedelt in dem es vor skurrilen Figuren geradeso nur wimmelt. Man fühlt sich mitten rein versetzt ins bayerische Oberland nach Garmisch-Partenkirchen. Man meint schon beinahe das Wildwasser rauschen zu hören und ertappt sich hier und da während des lesens beim rollen des "Rrrrrs".

Fazit: Bei "Oberwasser" handelt es sich um einen spannenden, urkomischen, satirischen Alpenkrimi, eindeutig bei Föhnlage. Ein echter Maurer eben.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Februar 2012
Wieder einmal ist ein idyllischer Kurort im Werdenfelser Land das Ziel krimineller Geschehnisse. Ein Wilderer, der einen Jäger erschießt und sich danach in Luft auflöst?! Ein klarer Fall für Kommissar Jennerwein und sein Team. Aber halt! Wieso konzentriert sich die komplette Mordkomission auf diesen eher unspektakulären Fall und wieso finden die Profis selbst nach tagelanger, intensiver Suche nicht den kleinsten Hinweis? Da muss doch etwas faul sein im Loisachtal. Tatsächlich hat General Dattelberger seine Finger im Spiel; der Wilderer ist nur eine Finte, die von der strenggeheimen Suche nach zwei vermissten BKA-Ermittlern ablenken soll. Kein einfaches Unterfangen für Jennerweins Team, das es mit unterschiedlichsten Herausforderungen zu tun bekommt.

Die Ermittlungen gestalten sich nicht nur polizeilich äußerst interessant; auch sprachlich ist jede einzelne Seite ein Genuss. Eine geballte Ladung Humor, gepaart mit vielen Wortwitzen und Anspielungen und einer Prise Zynismus. Typisch Jörg Maurer halt. Ob der Fall an sich dabei immer logisch und realitätsnah ist, ist eine andere Frage, über die man sich beim Lesen jedoch keine Gedanken macht. Zu gefesselt ist man von anderen Dingen. Die Spannung kommt zwar erst nach und nach auf, aber spätestens ab der Hälfte des Buches will man es gar nicht mehr aus der Hand legen! Anfangs sorgen die vielen verschiedenen Handlungsstränge (und teilweise auch die Sprache) noch für reichlich Verwirrung. Man muss sich, wie bei den ersten Büchern der Reihe, erst langsam eingewöhnen, bevor man es hemmungslos genießen kann.
Die Ermittler sind vielen Lesern bereits aus den vorherigen Büchern bekannt und inzwischen hat man schon eine gewisse Beziehung zu ihnen entwickelt. Jeder von ihnen ist ein Unikat, das man einfach lieb haben muss. Das gemeine Volk, sprich die nicht immer ganz unschuldigen, aber für die Region typischen und untypischen Kurortbewohner, verleihen der Handlung ihren ganz eigenen, besonderen Charme. Ob durch Schmalznudeln, die dorfeigenen Ratschkatln oder die Höllentalklamm, Lust diesem Örtchen mit dem Bindestrich einen Besuch abzustatten bekommt man beim Lesen allemal.

Alles in allem in würdiger vierter Teil einer grandiosen Regionalkrimi-Reihe, die man langsam, aber dafür umso heftiger zu lieben lernt und irgendwann nicht mehr Missen möchte. Hoffentlich gibt es bald Lesenachschub, ohne dass dabei irgendwas gedattelbergert wird! ;-)
0Kommentar|16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Mai 2013
Das war mein 1. Jörg Maurer Roman.
Tja als Crime-Comedy würde ich diesen Roman nicht bezeichnen.
Der Anfang war mühselig.
Das schliesst allerdings nicht aus, daß mir dieser Kriminalfall gut gefallen hat.
Der Autor hat eine Geschichte geschrieben, welche viele Interessen abdeckt:
Es kommen Bayrische Urköpf darin vor, Abenteuer-anmutendes, Sport für Kanufahrer,
ein Wilderer und internationale Verbrecher. Sogar Philatelisten kommen auf Ihre Rechnung.
Die Geschichte ist gut durchdacht. Jörg Maurer hat einen flüssigen, launigen Schreibstil.
Streckenweise auch recht spannend.
Der Schluß hat mich aber ziemlich irritiert.
Das hat gar nicht dazugepasst und es kam mir eigentlich so vor, als ob dem Autor nichts mehr einfallen wollte.
Er wollte aber mit Gewalt irgend etwas heiter-menschliches noch anbringen.
So ungefähr: wir sind in Bayern, also verlegen wir den Schluß in ein Bierzelt.
Meiner Meinung nach war das nicht so gut.
Werde noch einen früheren Roman von Jörg Maurer lesen.
Die sollen angeblich lustiger sein.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen