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1.023 von 1.062 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glücklich ist, wer nicht weiß, wie Gesetze und Würste zustande kommen (China)
Vorweg: ich bin auf einem bäuerlichen Familienbetrieb, der heute nicht mehr existiert, aufgewachsen, habe eine landwirtschaftliche Lehre und danach ein Landwirtschaftsstudium absolviert. Derzeit beschäftige ich mich beruflich als Berater v.a. mit der Verbesserung der Lebensmittelsicherheit in Ländern außerhalb der EU. Ich kenne das Buch im englischen...
Veröffentlicht am 20. August 2010 von Jo

versus
45 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Thema gut - Umsetzung teilweise eher schlecht
Ich möchte keinesfalls abstreiten, dass der Autor Jonathan Safran Foer mit seinem Buch "Tiere essen" ein wichtiges Thema beleuchtet und das in den Fakten auch gar nicht schlecht macht. Er sagt die ungeschönte Wahrheit über Massentierhaltung, das Leiden von Nutztieren, Umweltschäden, Gesundheitsrisiken insbesondere durch den übermäßigen...
Veröffentlicht am 27. Oktober 2011 von Sarah O.


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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschüttert, 5. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Gebundene Ausgabe)
Es ist das erschütternste Buch, das ich in den letzten 25 Jahren (!) gelesen habe. Die Erfahrung ist vergleichbar damit, als ich als Kind im Schulunterricht das erste Mal etwas über die Nazi-Zeit gehört und gesehen habe. Es trifft mich bis in das tiefste Mark, es hat die Sicht auf diese Welt verändert-so wie damals als Kind, als ich das erste mal hörte, das es ein unvorstellbares Grauen gibt wie die Nazi-Zeit. Ich habe gelegentlich mal Fleisch gegessen-nie viel. Aber die Vetarierer, die ich kenne, haben nie gesagt, wieso sie kein Fleisch essen. Es hat mich auch nie interessiert. Ich wünschte, sie hätten mir gesagt, dass es Tiere gibt, die bei lebendigen Leibe und vollem Bewußtsein geschlachtet werden. Und die für mich wichtigste Erkenntnis, die ich aus diesem Buch ziehe ist: das es nicht hilft, den Fleischproduzenten allein die Schuld in die Schuhe zu schieben. Wir-jeder einzelne-sind auch durch Bequemlichkeit und Weggucken verantwortlich dafür, was wir diesen Lebewesen und damit auch uns antun. In jeder Sekunde unseres Lebens können wir so unglaubliche viele Entscheidungen treffen. Ich möchte niemals mehr so blind durch das Leben laufen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erschreckend..., 17. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Taschenbuch)
...realistisch?! Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil es in einem anderen Buch von der Autorin genannt wurde.
Allerdings ist es harter Tobak und teilweise muss man sich zwingen, weiterzulesen. Zwischendurch sind mir die Tränen gekommen und es kann einem auch übel werden angesichts dessen, was der Autor recherchiert und dokumentiert hat. Die Recherchen erfolgen in den USA, jedoch gibt es im Anhang die Vergleichswerte zu Deutschland und - machen wir uns nichts vor - wer glaubt, dass sich Massentierhaltung und Schlachthöfe in D großartig von denen in den USA unterscheiden, ist blauäugig.
Nüchtern betrachtet sollte jeder Mensch tief in seinem Inneren sowieso wissen, was in der "Fleischproduktion" abgeht, die meisten Menschen (darunter zähle ich auch mich), verdrängen dies jedoch erfolgreich. Klar versuche ich schon lange, wenig Fleisch und Wurst zu essen, und wenn möglich, dann in Bioqualität. Aber das reicht nicht.
Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, werde ich meinen Fleischkonsum einstellen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nie wieder Hühnerfilet aus dem Supermarkt...., 22. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Gebundene Ausgabe)
Ich finde es genial wie JSF unser gestörtes und widersprüchliches Verhältnis zu unserem Mitgeschöpfen auf dieser Erde darstellt. Auf der einen Seite angebetete Schoßhündchen, die in ihrem ganzen Leben umhätschelt und mit Liebe gefüttert werden und die, wenn sie das nicht überleben, ein gepflegtes Grab auf dem Tierfriedhof erwartet. Auf der anderen Seite Massentierhaltung, atmende, fühlende Wesen, die uns als Lebensmittelprodukt dienen, das Leben nur solange etwas wert, wie es Profit verspricht, danach wird das Tier entweder geschlachtet oder oft sogar noch lebend entsorgt.

Mir war nicht bewußt, wieviel Chemie, wieviel Dreck zusätzlich zum Fleisch in meinem Körper landet, wenn ich es mal nicht zum Biomarkt schaffe und mir Hähnchenbrust aus dem Supermarkt hole. Und dass auch der Biokauf nicht wirklich die Lösung für meinen Gewissenskonflikt sein kann, er reduziert im günstigsten Fall, wenn kein Etikettenschwindel vorliegt, einige Mißstände der Massentierhaltung. Auch dass wir wahrscheinlich eine der letzten Generationen sein werden, die überhaupt wilden Meeresfisch essen kann, habe ich zwar geahnt, aber verdrängt.

JSF mag kein Lebensmittelexperte sein. Sein Stil spricht nicht jeden an und der Aufbau seines Buches ist wirklich etwas durcheinander, aber hat es geschafft, seine Eindrücke so nachhaltig zu schildern, dass ich Ekel vor Supermarktfleisch und Wurstwaren habe, im Biomarkt werde ich genau nachfragen, bevor ich kaufe und vielleicht werde ich auch gar kein Fleisch mehr für mich und meine Familie kaufen. Einige werfen JSF vor, er sei emotional. Essen ist doch etwas hochemotionales. Liebe geht durch den Magen. Auch wenn mit Liebe gekocht wird, was ist, wenn das Tier mit so viel seelenloser Gleichgültigkeit oder vielleicht sogar Sadismus gehalten, getötet und zerlegt wurde?? Bei diesem Gedanken wird mir schon mulmig.

Einen Punkt Abzug für JSF Darstellung von MRSA. Die Resistenzbildung ist schon hochrelevant im Zusammenhang mit Antibiotika und Massentierhaltung. Nur ist MRSA nicht vorrangig wie von JSF dargestellt eine Bedrohung für gesunde Menschen, die mit der Massentierhaltung Kontakt hatten, sondern im Klinikbereich ein Problem. "Hauptüberträger" von MRSA ist die menschliche Hand. Hauptgefährdet sind kranke, immungeschwächte Patienten mit offenen Wunden.
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr stark und umfassend, 19. August 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Gebundene Ausgabe)
Vorausgeschickt: Ich habe das Buch vor mehr als einem halben Jahr im englischen Original gelesen. Somit kann ich keine Beurteilung darüber abgeben, ob und inwieweit in der deutschen Version die wesentlichen Aussagen von Jonathan Safran Foer adäquat transportiert werden.

Mich irritiert jedoch, dass sowohl in der Presse als auch teilweise durch die Rezensionen hier der Eindruck erweckt wird, Jonathan hätte die Absicht gehabt, die Leser zum Vegetarismus zu bekehren. Denn: Das stimmt in dieser Form nicht.

Im englischen Original sowie auch in mehreren TV-Auftritten, die man leicht auf YouTube finden kann, betont Jonathan, dass er primär beleuchten möchte, auf welche Art und Weise mit den Nutztieren im Agribusiness umgegangen wird - von der Befruchtung bis hin zur Schlachtbank. Und welche Implikationen das auch für fast alle wichtigen Lebensbereiche hat, bis hin zur "Schweinegrippe", um nur ein Beispiel zu nennen.

Er betont ausdrücklich, dass er keine "Bekehrung" zu fleischloser Kost im Sinn hat und genau diesen Eindruck hat man auch nach Lektüre des Buches.

Allein, Jonathan ist ein sehr versierter Erzähler, der intensive Bilder und große Emotionen beim Leser zu erzeugen weiß. Seine Vorgehensweise ist dabei nicht selten aber dafür sehr bewusst "gnadenlos" und nutzt die großen Turbulenzen im Spannungsbogen einer raschen Abfolge gegensätzlicher Empfindungen. "Extrem laut und unglaublich nah" - so lautet nicht nur der Titel seines zweiten Romanes, so kann man auch seinen Erzählstil beschreiben.

Somit kann es durchaus sein, dass bei oder nach der Lektüre von "Tiere essen" dem Leser die Lust vergeht, Tiere zu essen.

Alles in allem ist das ein Buch, das jeder Mensch gelesen haben sollte. Nicht "nur" wegen der Nutztiere und allen damit in Verbindung stehenden potenziellen und bestehenden Problemen - und das sind sehr viele! Sondern auch, weil es eine gute und stimmige Indikation für den aktuellen Zeitgeist insgesamt ist. Fast genau jene "Werte", die letztlich hinter dem Agribusiness stehen, stehen auch hinter all den anderen Verfehlungen, mit denen die Menschheit den gesamten Planeten und somit auch sich selbst tagtäglich verprügelt.
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76 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Tatsachenbuch, das wachrüttelt, ohne zu missionieren und ohne Fleischesser zu verurteilen, 2. September 2010
Von 
Ricarda Jaekel (Lappland /Schweden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Gebundene Ausgabe)
Wir haben das Glück, seit einigen Jahren hier in der Traumwelt des hohen Nordens, in der letzten fast noch unberührten Wildnis Europas leben zu dürfen, getragen und inspiriert von der Energie einer noch gesunden Tier-und Pflanzenwelt.
Ja,auch wir sind heute Vegetarier, d.h., wir essen kein Fleisch, auch nicht Fisch, obwohl die Tiere hier noch gesund sind und, im Gegensatz zu ihren Artgenossen anderswo, unter wahrhaft paradiesischen Bedingungen leben.

Aber auch für uns war das ein langer Weg, denn noch vor 10 Jahren haben auch wir "Tiere gegessen". Es war eine zutiefst persönliche Entscheidung, die ganz tief in jedem von uns reifte und wirklich garnichts mit dem (sicher gut gemeinten) missionarischen Eifer manch anderer, kämpferischer Buch- und Filmautoren zu tun hatte.

Eben auch deshalb gefällt uns dieses Buch, denn der Autor missioniert nicht, arbeitet nicht mit Schuldzuweisungen und verurteilt nicht diejenigen, die sich nach gängigen Maßstäben eben "normal" ernähren. Er berührt stattdessen den Leser ganz tief auf der emotionalen und mentalen Ebene, indem er Tatsachen, Bilder und Erlebnisse sprechen läßt, die jeder für sich aufnehmen und nachempfinden kann. Dabei läßt der Autor alles offen. Die Verarbeitung der Eindrücke und die bei manchem vielleicht keimende Motivation, sein Ernährungsverhalten zu überdenken, bleibt dem Leser überlassen. Und es wird auch kein religiöser Hintergrund impliziert.

Dies hat einen sehr wichtigen Effekt, denn dadurch spricht das Buch einen viel größeren Leserkreis an und gibt auch denjenigen die Möglichkeit, sich dem Thema zu öffnen, die sich vor den "Missionaren" des Genres in der Regel verschließen - rückblickend sprechen wir da auch aus eigener Erfahrung.

So grausam die aufgezeigten Zustände sind, bringt es auch nicht viel, vordergründig die "Moralkeule" zu schwingen, im Glauben, die somit an den Pranger gestellten Fleischesser schamvoll zu bekehren. Diese für Fleischgenießer tatsächlich durchaus sehr fundamentale Lebensentscheidung, und auch da sprechen wir aus Eigenerfahrung, hat nur Bestand, wenn sie wirklich "von Innen" kommt und nicht einem, wie immer gearteten, äußeren Druck entspringt.

Auch das tatsächliche Motiv für den Fleischverzicht sollte zweitrangig sein. Wir finden es durchaus in Ordnung, wenn mancher aus rein ernährungsphysiologischen Erwägungen zum Vegetarier wird, wozu z.B. auf eine sehr beeindruckende Weise die Bücher der russischen Ärztin Dr.Schatalowa anregen Wir fressen uns zu Tode: Das revolutionäre Konzept einer russischen Ärztin für ein langes Leben bei optimaler Gesundheit

Letztlich sind alle Wege gleichwertig, wenngleich für uns die weltanschauliche Überzeugung das stärkste Motiv war und ist, wobei wir jedoch keiner Religionsgemeinschaft angehören und an keinen von außen vorgegebenen Verhaltenskodex gebunden sind, außer an unsere eigene freie Entscheidung. Aber, wie gesagt, das ist eben UNSER Weg, den andere so nicht gehen müssen.

Ja,dieses Buch ist wichtig, leistet es doch einen wertvollen Beitrag zu dem so dringenden Prozeß des Umdenkens, wie wir mit unserer Umwelt und allen Geschöpfen, die diesen schönen Planeten mit uns bewohnen, respektvoll umgehen.
Schließlich geht es beileibe nicht nur um das "Essen" der Tiere, sondern auch und besonders um die meist so grausamen, qualvollen Bedingungen der Tierhaltung, der Aufzucht und der Mast, die Mißhandlung beim Transport und um die grausame emotionale Quälerei der Tiere im Angesicht des Todes beim technisierten Massenmord in den Schlachthöfen. Letzteres wird im Buch nur angedeutet.

In jedem von uns, der sich auf dieses knallharte Buch einläßt,das die Zustände brutal und ungeschminkt offenlegt, löst es etwas aus. So etwas kann man nicht wirklich "mit Abstand" lesen. Man sollte aber den Mut aufbringen, es trotzdem zu lesen, auch dann, wenn man bereits Vegetarier ist.
Wenn dieses Buch in Amerika und bei uns in Deutschland tatsächlich ein Bestseller ist, dann stimmt uns das für die Zukunft optimistisch, denn es zeigt, daß sich immer mehr Menschen diesem Thema öffnen.

Hier, in der reinen Natur des hohen Nordens, erlebt man besonders intensiv die Verbundenheit aller Geschöpfe, geborgen in der höheren Ordnung, in dem tiefen Bewußtsein, daß wir alle aus der gleichen Quelle stammen...

Winfried und Ricarda Jaekel,ganzheitliche Lebensberaterin und Autorin im Land der Sonne und des Windes...
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht um mehr, 3. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Gebundene Ausgabe)
Romain Rolland (1866-1944), französischer Dichter; Literaturnobelpreisträger (1915) sagte: "Die Grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht nach eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Wenn der Mensch so viele Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn auch er selber leidet?"
Genau darum geht es in dem Buch. Es geht darum, den Leuten die erniedrigende Behandlung unserer Mitgeschöpfe, das millionenfache Leiden wehrloser Lebewesen und das stillschweigende Wegschauen bzw. Hinnehmen durch die überwiegende Mehrheit vor Augen zu führen. Foer beschreibt, wie Tiere leben und sterben. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei schildert er sich die Grausamkeiten eher nüchtern, es geht ihm nicht um das Aufbauschen - das braucht er nicht, die schlichten Schilderungen sprechen für sich. Dabei wird dem Leser die Konsequenz einer gesellschaftlichen Moral deutlich, die dem Motto "Geiz ist geil" folgt. Was zählt mehr: das Wohl eines Tieres oder ein billiger Burger? Foer zeigt, wie Tiere zu einer Ware verkommen sind, die wie ein Industriegut behandelt werden. Er beschreibt z.B., wie er eine Putenfarm besucht (heimlich), wo den Puten zu Tausenden die Beine brechen, weil sie das Gewicht ihrer hochgezüchteten Brust nicht mehr tragen können. Eine ganze Industrie beschäftigt sich damit, wie man mit weniger Einsatz möglichst mehr aus dem Tier "herausholen" kann. Besonders beeindruckend sind die vielen Zahlen und Vergleiche. Er schreibt z.B., dass ein Amerikaner im Leben 21.000 Tiere ist. Das ist ein Tier für jeden Buchstaben auf den letzten fünf Seiten (und die Schrift ist mehr als klein). Das macht das Ganze noch mehr begreifbar. Wer sich schon eigehender mit dem Thema befasst hat, wird nicht unbedingt etwas Neues erfahren. Für "Neulinge" allerdings sehr aufschlussreich. Insgesamt ist das Buch aber sprachlich und stilistisch ansprechend geschrieben.
Das alltägliche Leiden und Sterben ist Gegenstand des Werkes. Das und nichts anderes schildert er eindrücklich.
Belehrt wird niemand in diesem Werk. Es bleibt nur eine Forderung: Jeder, der Fleisch essen will, soll es tun, aber er soll die Augen vor dem Unrecht nicht verschließen.
Foer sagt ausdrücklich, dass dieses rücksichtslose und gleichgültige Verhalten der Mehrheit, diese Welt zugrunde richten wird. Die Meere sind bald unwiederbringlich leergefíscht, ein Skandal in der Massentierhaltung folgt dem nächsten und dennoch machen alle weiter wie bisher. Die Dummheit und Unwissenheit der konsumfixierten Wegwerfgesellschaft ist unglaublich und eines Tages wird man den Preis bezahlen müssen. Es geht um mehr als Vegetarismus. Gandhi sagte: "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt." Daran krankt die Welt. Wie soll man Respekt und Menschlichkeit anderen entgegenbringen, wenn man nicht einmal den einfachsten Geschöpfen ein würdiges Leben ermöglicht. Die derzeitige Behandlung der Tiere in unserer angeblich zivillierten Welt ist schreiendes Unrecht. Bereits in der Antike wurde für die Rechte der Tiere plädiert, anscheinend haben wir nichts gelernt.Darum geht es.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein bisschen gemogelt, 4. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Gebundene Ausgabe)
Der Titel des Buches hält allerdings konsequent, was er verspricht. Foer argumentiert von der ersten bis zu letzten Seite über seine Position zum Tiere essen, festgemacht an seiner Abneigung gegen Massentierhaltung. Dass er auch keine Tiere aus artgerechter Tierhaltung essen möchte, ist seine Sache, aber er bleibt beim Verzehr von Fleisch stehen.

Einen riesigen Bogen macht er nämlich um das Thema Milch und Milchprodukte. Ich vermute mal, er ist Lakto-Vegetarier und möchte nicht auf diese Dinge verzichten. Aber ohne Kälber gibt es keine Milch. So ist wenigstens in diesem Punkt die Fleischproduktion eine Folge der Milchproduktion. Die entstehenden Tier müssen irgendwie verwertet werden, man kann sie nicht einfach alle in Streichelzoos stecken. Jedenfalls bringt das Buch hierzu nichts, noch nicht einmal den Ansatz einer Auseinandersetzung, die unweigerlich der eigenen Argumentation folgend, den Verzicht auf Milchprodukte hätte postulieren müssen. Und damit hätte er zugeben müssen, dass er sich nicht an seine eigenen Regeln hält.

Dass Foer das Thema offensichtlich bewusst ausklammert kostet ihn hier einen Stern. Das ist klar gemogelt :-)

Ansonsten habe ich durch das Buch das erste Mal begriffen, was Thanksgiving für die Amerikanische Kultur bedeutet.

Viele Impulse, gute Anregungen zum Nachdenken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich toll geschrieben, 25. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Taschenbuch)
Also zuerst dachte ich oh hoffentlich zieht sich das Buch nicht hin - Sachbuch und ich passen nicht immer zusammen.
Aber ich muss sagen dass ich das Buch sehr interessant fand.
Ich habe es als Kindle Version - allerdings dürfte es in Taschenausgabe wohl etwas handlicher sein mit dem Nachschlagewerk am Schluss. Trotzdem kein Abzug!
Ich hab mich in das Buch reingelesen und konnte eigentlich nicht mehr aufhören zu lesen.
Um ehrlich zu sein bin ich um es mit seinen Worten auszudrücken eigentlich "Allesesser" - heißt ja ich esse auch des Öfteren mal Fleisch.
Trotzdem finde ich ist es wichtig mit offenen Augen durch die Welt zu gehen bzw. zu wissen wie und mit was man lebt! Also nicht die Augen verschließen und einfach so tun als ob alles in Ordnung und super wäre - denn das ist es nicht.
Wir sollten auch alle wissen - was wir denn wirklich essen - und jeder sollte eine Entscheidung treffen, in wie weit er alles unterstützen möchte/verzichten oder nicht verzichten möchte...
aber wie lautet es so schön "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" bzw. hier übertragen: Auch wenn ich die Tierquälerei wegheuchle und so tue als ob alles super wäre ist es das eben nicht!
Wir, vor allem auch für uns und unsere Kinder sollten erkennen, was mit der Geiz-ist-Geil Mentalität alles angerichtet wird bzw. auch endlich mal Gedanken über die Zukunft und die Lebensart an sich machen - und nicht weiter so egoistisch/zerstörerisch/tyrannisch wüten
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tischlein deck' Dich - ab, 16. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Gebundene Ausgabe)
"Tiere essen" - der Titel des aktuellen Buches von Jonathan Safran Foer sagt eigentlich schon alles und, vor der Lektüre, auch noch gar nichts aus: "Na und?", mag man schulterzuckend denken und in ein saftiges Steak beißen. Wer sich mit dem Autor jedoch auf seine Reise durch die Fleischindustrie wagt, fragt genauso wenig "Na und?" wie er danach mit Freuden in sein saftiges Steak beißen mag. Denn weiß er, wie es auf seinen Teller gekommen ist? Hier erfährt er es.
Genau dieser Frage, die ihn seit der Geburt seines Sohnes nicht mehr losgelassen hat, geht Foer beeindruckend gewissenhaft nach: Was wissen wir über unser Essen? Und welche Konsequenzen hat es, wenn wir mehr darüber erfahren? Mit der Neugier des Journalisten macht sich Foer auf die Suche nach Menschen, die ihm diese Fragen beantworten können. Schnell wird klar, wohin die Reise geht, ohne allerdings den direkten, plakativen Weg zu wählen.
Denn bevor Foer auf seinen Seiten zwangsweise Blut fließen lässt, ist es für ihn wichtiger, ein paar Fragen zu stellen: Hat ein Tier eine Seele? Was fühlt es? Was spürt es? Welchen Stellenwert verleihen wir ihm? Und vor allem: Hat es jene Würde, die der Mensch bei sich für unantastbar hält? Gibt es gar Unterschiede: Tier und essbares Tier? Nicht nur an dieser Stelle beraubt Foer den Leser mit bemerkenswert feinem Sarkasmus jeglicher Illusion - und druckt ein philippinisches Rezept ab: Geschmorter Hund nach Hochzeitsart...
Bei diesem Thema ist nichts so zynisch wie die Realität. Stil und Aufbau des Buches stellen dabei jedoch alles andere als eine wohlfeile Polemik dar und erinnern stark an die Methodik des amerikanischen Regisseurs und Autors Michael Moore, ja könnten glatt als Drehbuch-Vorlage für eine seiner nächsten Reportagen dienen. Dass Foer seine Nachforschungen in den USA betrieben hat, sollte einen Europäer übrigens nicht in Sicherheit wiegen.
Mit dem wachen und daher schonungslosen Blick hinter die Kulissen scheint Foer an den Titel seines 2007 erschienenen Romans anzuknüpfen: "Extrem laut und unglaublich nah". Um einer in seinen Augen notwendigen Veränderung das Wort zu reden, arbeitet der Autor mit im wahrsten Wortsinn knallharten Fakten: Er hat Mastbetriebe besucht, legal und illegal; er hat sich ausführlich mit Menschen unterhalten, die unmittelbar mit der Materie zu tun haben, sei es als Farmer, Mitarbeiter eines Schlachthofes oder Gegner der Massentierhaltung.
"Tiere essen" ist letztendlich ein Buch, das den Vegetarismus propagiert - und zwar nicht aus gesundheitlichen Gründen. Diese, auch Foers Lebenseinstellung ist für ihn allerdings keine rhetorische Glaubensfrage. Er verdammt keinen, der anders isst [sic!]. Aber er hakt nach. Dass dabei lokale, regionale und globale sowie gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen von intensiver Tierhaltung und Fischfang aufgezeigt werden, ohne die heute so gut wie kein entsprechendes Produkt mehr auf den Tisch kommt, verdeutlicht die Wichtigkeit dieser Fragen.
Dabei will der Autor nicht missionieren, sondern gewinnen, nicht erziehen, sondern Bewusstsein erzeugen: Wie viel ist Dir das Fleisch wert? Wärest Du bereit, ein Vielfaches für Dein Steak zu zahlen, wenn es dafür kein Produkt aus Massentierhaltung ist und vor seinem unnatürlichen Tod wenigstens ein natürliches Leben hatte? Foers Buch gibt die Antworten, zwingt jedoch keinen zur direkten Adaption. Der Autor hat lange für "Tiere essen" recherchiert. Und da eine mögliche Konsequenz dieses Buches grundlegende Veränderungen im Leben dessen, der sie für sich zieht, bedeuten, fordert Foer nicht unbedingt eine Entscheidung "hic et nunc". Das schlimmste ist für ihn expressis verbis, wenn sein Anstoßen ohne jegliche Folgen bliebe, denn: "Wir können uns nicht mit Unwissenheit herausreden, nur mit Gleichgültigkeit."
"Tiere essen" ist ohne Zweifel ein wichtiges Buch. Als Rezensent, den es nicht nur fachlich überzeugt, sondern der selbst schon vor seiner Lektüre den in Foers Augen nötigen Schritt hin zu einer konsequent vegetarischen Lebensweise gewagt hat, fällt es natürlich leicht, eben dies letztendlich als Konsequenz zu propagieren. Eines zumindest steht fest: Wer "Tiere essen" aufmerksam liest und seine Einstellung zum Steak auf seinem Teller nicht ändert, klirrt entweder vor Gefühlskälte oder ist ein fast schon wieder bemerkenswert zäher Ignorant. Welches dieser Etiketten möchte man sich wohl anheften?
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Augen auf!, 18. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Gebundene Ausgabe)
Wie schade! Dieses Buch bietet uns Deutschen / Europäern mal wieder die Möglichkeit, die wir am liebsten wahrnehmen. Den Finger hochhalten und auf andere zeigen --> Diesmal wie so oft auf Amerika.
Doch bevor Sie damit anfangen, hören Sie bitte kurz zu! Deutschland ist kein Land, das seine Masttiere zu Tode streichelt! Auch hier passieren grausame Dinge. Gleich in ihrer Nähe. Überall leiden Tiere, überall und zwar auch in ihrer Stadt und ihrer Gemeinde! Es gibt keine Ausnahmen! Und auch die Bioschweine und Kühe sind nicht glücklicher. Wollen wir wetten? - Gerne, doch wenn Sie die Wette verlieren, hören Sie auf diese Wesen zu verpseisen! Hand drauf? Sie trauen sich nicht? Warum? Vielleicht habe ich Recht? Ich habe sicherlich Recht - ich habe Biohöfe mit eigenen Augen gesehen. Schweine ohne Ohren und Schwänze sind auch dort keine Seltenheit.
Jonathan Safran Foer geht auf die Menschen ein, die ihre Augen bisher fest verschlossen gehalten haben. Er geht auf die ein, denen die Lust am Schnitzel vergeht wenn man ihnen sagt, dass es einst gelebt hat und wohl intelligenter war als unser bester Freund der Hund.
Ich finde dieses Buch recht gut aber doch ein wenig durcheinander, ein wenig chaotisch, aber wie soll man da sachlich und geradlinig bleiben wenn man über solch grausame Dinge zu berichten hat?!
Schlimmer als diese Tatsachen sind nur die Gedanken, die mich nicht mehr verlassen: Das alles tun Menschen, Menschen wie du und ich. Menschen mit Gefühlen und mit Verstand!
In was für einer Welt leben wir? Und in was für einer Welt willst DU leben? Es ist alles möglich, es liegt an DIR alleine! Du kannst diese Welt untergehen lassen oder du rettest sie und alle ihre Mitgeschöpfe denn dieses Buch erzählt nicht nur vom essen der Tiere sondern auch vom Hunger in der Welt und wie es alles zusammen hängt!

Noch mal kurze Notiz: Es handelt sich um ein Einsteigerwerk. Wer sich für alle Hintergründe und den "Pudels Kern" interessiert sollte doch lieber zu Richard David Precht greifen --> "Noahs Erbe"
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Tiere essen
Tiere essen von Jonathan Safran Foer (Taschenbuch - 17. Februar 2012)
EUR 9,99
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