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am 21. September 2011
Mehr als hunderttausend Seiten Protokolle auszuwerten, ist eine Riesenaufgabe. Erklärt die Menge, dass es Jahrzehnte dauerte, bis man sich dieser Aufgabe stellte und dies auch nur durch ein Team zu bewältigen ist ?

Den Autoren ist es im Rahmen des methodischen Teil wichtig, die Bedeutung des "Referenzrahmens" zu betonen:"Ein Referenzrahmen ist grundsätzlich der Deutungsrahmen den wir alle nutzen um Vorfälle einzuordnen, Aussagen zu interpretieren etc. Grundsätzlich unterscheidet man vier Ebenen des Referenzrahmens. Der Referenzrahmen erster Ordnung wäre der soziokulturelle Hintergrund (also quasi der Kulturkreis), der Referenzrahmen zweiter Ordnung lässt sich in einer Steigerung dazu zeitlich eingrenzen, zum Beispiel auf "das Dritte Reich", der Referenzrahmen dritter Ordnung beschränkt sich auf konkreten soziokulturellen Geschehenszusammenhang ("der Krieg") und der Referenzrahmen vierter Ordnung stellt die personeninhärenten Bedingungen der Wahrnehmungsinterpretation dar." meint eine Autorin im Geschichtsforum.

Als Sozialpsychologen müssen ihnen die Strukturen, in den sich Meinungen bilden und Handlungen eingebettet sind, von besonderem Interesse sein.

"Wie sprachen deutsche und italienische Soldaten über den Krieg, das Töten, die Gefangenschaft, die Kriegsverbrechen, ihre Gegner, ihre Verbündeten, ihre Nation und Führung? Was ließ die Wehrmachtsoldaten im Gegensatz zu den Angehörigen der italienischen Streitkräfte selbst in fast aussichtslosen Situationen noch weiterkämpfen? Ein internationales Team ging im Rahmen der Forschungsprojekte "Referenzrahmen des Krieges", die "Dynamik des Tötens" und "Kriegswahrnehmung und Kollektivbiographie" diesen Fragen nach." so die Verlagsankündigung. Allerdings finden sich überwiegend Ausführungen zu deutschen Soldaten, wenige zu den italienischen, kaum etwas zu den japanischen.

Ob Italiener so anders mit dem Krieg umgingen als die Deutschen, ist nicht eindeutig zu ermitteln. Jedenfalls sprachen sie nach dem aktiven Dienst für den Faschismus sehr anders darüber, sehr distanziert, vielleicht aber auch, weil sie schneller zur Umstellung in der Lage waren.Jedenfalls entstand in Italien eine sehr wirkungsmächtige Legende vom guten Soldaten und dem kriegsunwilligen Volk.

Bei den Japanern waren dadurch eine grundsätzlich andere Situation gegeben, weil Gefangenschaft nach den vorherrschenden Maßstäben eine Schande war und dieser der Selbstmord eindeutig vorzuziehen war.

Interessant für alle allerdings, dass die Haltungen sich im Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzungen änderten. Je deutlicher die Niederlage war, desto mehr Distanzierung vom Regime erfolgte.

Auch wenn man nun als gesicherte Erkenntnis betrachten kann, dass die Wehrmacht nicht " sauber" war ( hätten Reemtsma doch seinerzeit diese Erkenntnis zur Verfügung gestanden) finden sich hier weitere höchst wertvolle Erkenntnisse,über den Referenzrahmen, über die Methoden der Allierten und auch über die Variabilität des Referenzrahmens.

Hinter die Erkenntnisstände, die nunmehr vorliegen,können nur diejenigen zurück, die ohnehin durch Erkenntnisse nicht erreichbar sind ( auch wenn die Zahl leider nicht so klein ist). Der Rest hat einen deutlichen Erkenntnisgewinn.
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am 16. Januar 2013
Dieses Buch hatte mein Interesse geweckt, da ich das Buch "Abgehört" von Sönke Neitzel gelesen hatte.

Zu diesem Buche ist zu sagen, dass es sich um eine Sammlung von Ausarbeitungen mehrerer Autoren aus dem wissenschaftlichen Bereiche handelt. Es läßt sich nicht so flüssig lesen wie "Abgehört", aber für den interessierten, mit der Materie sich wissenschaftlich auseinandersetzenden Leser birgt es eine Fülle von Informationen.

Besonderes Imnteresse weckte bei mir das Kapitel über die Motivatiuon der japanischen Soldaten, da dieser Themenbereich bis dato stiefmütterlich im deutschsprachigen Bereich behandelt worden war.
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am 16. Dezember 2012
Sehr gut und verständlich geschrieben.Vorallem Beindruck Sönke Neitzel.
Dieses Buch ist für jeden der sich für die Geschichte des zweiten Weltkrieges aus unterschiedlichen Sichtweisen zu betrachten,interessiert zu Empfeln
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