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5.0 von 5 Sternen Spannend und unterhaltsam...
... ist "Das Dritte Reich" ein frühes Werk von Roberto Bolano, dass mir durch Zufall diese Woche in einer Buchhandlung in die Hände gefallen ist. Nachdem ich in diesem Sommer bereits sein Meisterwerk "2666" gelesen habe, dass mir sehr gefallen hat, habe ich "Das Dritte Reich" sofort erworben und den Kauf zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise bereut...
Veröffentlicht am 29. November 2011 von "Hamburger Jung"

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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Postumes Frühwerk vom Meister des vagen Wahnsinns
Mit "Das Dritte Reich" legt der Hanser Verlag nun erstmalig einen aus dem Nachlass veröffentlichten Text des Exilchilenen Roberto Bolaño, 2003 viel zu früh in Barcelona gestorben, vor. Es handelt sich um einen frühen Text des Autors von "2666", der als Erneuerer nicht nur der spanischsprachigen Literatur gilt und dessen Werk sowohl Kultstatus...
Veröffentlicht am 18. September 2011 von Fosch Markou


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und unterhaltsam..., 29. November 2011
Von 
"Hamburger Jung" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
... ist "Das Dritte Reich" ein frühes Werk von Roberto Bolano, dass mir durch Zufall diese Woche in einer Buchhandlung in die Hände gefallen ist. Nachdem ich in diesem Sommer bereits sein Meisterwerk "2666" gelesen habe, dass mir sehr gefallen hat, habe ich "Das Dritte Reich" sofort erworben und den Kauf zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise bereut.

Der Titel des Buches ist gleichzeitig der Titel eines gleichnamigen fiktiven Strategiespieles, von dessen realen Vorlagen der Autor nach Auskunft des Übersetzers des Buches wohl ein begeisterter Anhänger war, das den Hintergrund für die in diesem Buch erzählte Geschichte bildet. Udo Berger, die Hauptfigur des Buches, erzählt in Tagebuchform von seinem mit der Freundin verbrachten Spanienurlaub. Er ist ein begeisterter Spieler solcher Strategiespiele und Deutscher Meister darin, sein Denken kreist im wesentlichen um das Spiel, dies ist schon längst eine ihn bestimmende Sucht geworden und er will die perfekte Strategie entwickeln, um nicht nur das Spiel schnell zu gewinnen, sondern auch alle möglichen Winkelzüge der Gegner zu kontern.

Während Udo zunächst nur ein wenig an seiner neuen Strategie arbeitet und sich mehr seiner Freundin Ingeborg und den Urlaubsbekanntschaften Hanna und Charly widmet, macht er die Bekanntschaft eines geheimnisvollen, entstellten Tretbootbesitzer "Des Verbrannten", zu dem er sich hingezogen fühlt und mit dem er auch ein Gespräch über Strategiespiele beginnt. Nach und nach weckt er in diesem die Begeisterung für das Spiel, erläutert die Regeln und beginnt eine Partie um so seine ersonnene, perfekte Strategie zu testen. Parallel dazu entfernt er sich gleichzeitig Stück für Stück von seiner Freundin und den ihm ohnehin lästigen Urlaubsbekanntschaften. Nach Charly im Meer ertrinkt, benutzt Udo dessen Tod als Ausrede um vor Ort zu verbleiben, während seine Freundin nach Deutschland zurückkehrt und beginnt die Auseinandersetzung im Strategiespiel mit dem Verbrannten. Sich in Siegesgewissheit wägend, läuft zunächst alles gut für Udo, seine perfekte Strategie für die Achsenmächte schein aufzugehen, der Verbrannte ist zunächst kein Gegner mit seinen alliierten Truppen. Je weiter sich die Partie entwickelt, je weiter entfernt sich Udo parallel von der Realität des Lebens, schränkt die Kontakte nach Deutschland ab, schläft am Tage und spielt in der Nacht gegen den Verbrannten und verliert sich immer mehr in der schein realen Welt des Strategiespieles. Als sich dann das Blatt wendet und der blutige Anfänger von Tretbootverleiher seine vermeidlich geniale Strategie zu kontern weiß, schreitet Udos Entfremdung von der Realität weiter voran, zusätzlich fühlt er sich verfolgt und wittert eine Verschwörung, einen geheimen Helfer des Verbrannten, den schwer kranken Mann der Hotelbesitzerin. Von Alpträumen geplagt, realitätsfern und kaum mehr in der Lage zu unterscheiden was Realität was Fiktion ist, fürchtet er schließlich am Ende der Partie sein Leben zu verlieren.

Bolano hat mit diesem aus meiner Sicht sehr gelungenen Roman, ein düsteres, farbenprächtiges und zugleich ausdrucksvolles sprachliches Gemälde geschaffen, dem es sich zu widmen lohnt. Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen, fand es durchgängig sehr spannend und gut geschrieben, mit sorgfältig nachgezeichneten Charakteren in der Handlung bestückt, die Figur des Verbrannten sehr nebulös und kaum greifbar beschrieben und mit einem nicht zu erwartendem Ende. Sicherlich kommt es an Umfang und Qualität nicht an Bolanos Meisterwerk "2666" heran, in mir hat dieses Buch allerdings den Appetit nach mehr geweckt, so dass ich auch beim nächsten Bolano Buch welches mit in der Buchhandlung in die Finger fällt, bedenkenlos zugreifen würde.

Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Postumes Frühwerk vom Meister des vagen Wahnsinns, 18. September 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit "Das Dritte Reich" legt der Hanser Verlag nun erstmalig einen aus dem Nachlass veröffentlichten Text des Exilchilenen Roberto Bolaño, 2003 viel zu früh in Barcelona gestorben, vor. Es handelt sich um einen frühen Text des Autors von "2666", der als Erneuerer nicht nur der spanischsprachigen Literatur gilt und dessen Werk sowohl Kultstatus genießt als auch in der Literaturkritik große Anerkennung findet. Nachdem der zuletzt, ebenfalls nach Bolaños Tod publizierte "Lumpenroman" ein geteiltes Echo hervorgerufen hat, durfte man dieser Veröffentlichung mit großer Spannung entgegensehen. So auch ich.

Etwas ungewöhnlich, aber ich möchte eingangs auf dieses Buch als Druckprodukt zu sprechen kommen. Ein außergewöhnlich schöner und praktischer, jackenloser Leineneinband mit einem bemerkenswert irreführenden Werbetext. Kennte ich Bolaño nicht, ich hätte dieses Buch nicht gekauft noch gelesen. Ich interessiere mich keineswegs für Strategiespiele, zumal wenn es sich um Simulationen des Zweiten Weltkriegs und derlei handelt. Bolaño tat dies offenbar, sein gutes Recht. Mitnichten aber steht das Kriegsspiel "Das Dritte Reich" (das scheint es tatsächlich zu geben) im erzählerischen Vordergrund und Kern dieses Romans, wie der Klappentext suggeriert. Lassen Sie sich also von der Kurzbeschreibung und dem Titel, von dem mir unbekannt ist, ob Bolaño ihn zu Lebzeiten tatsächlich gewählt hätte, nicht abschrecken. Oder übermäßig anziehen. Das Spiel ist wichtig, letztlich titelgebend, jedoch ...

Der Deutsche Udo Berger, mittlerer Angestellter und leidenschaftlicher Brettspieler mit Vorliebe für strategische Kriegsspiele, verbringt den ersten gemeinsamen Urlaub mit seiner Freundin Ingeborg. Und zwar dort, wo die Deutschen, die West-Deutschen, das Geschehen findet in der Vorwendezeit statt, für gewöhnlich Urlaub machen: an der spanischen Mittelmeerküste, pauschal, Hotel am Strand, standorttreuer, erlebnisferner Tourismus in der Hochsaison. Udo war dort bereits mehrfach in seiner Kindheit, kennt das Hotel und erinnert die Chefin. Er spricht Spanisch und ist jetzt in den Zwanzigern.

Auf dem Weg, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen, veröffentlicht Udo Essays und Kommentare zu Strategiespielen in Fachzeitschriften und ist als frisch prämierter Landesmeister im Olymp der deutschen Szene angekommen. Es ärgert ihn, dass seinen Beiträgen mitunter sprachliche Unzulänglichkeit vorgeworfen wird. Er entscheidet, seinen Stil und seine Reflexionsfähigkeit durch das Führen eines Tagebuches zu verbessern. Es ist dieses teils in unbeholfen-martialischer, teils in aufgesetzter Sprache geführte Tagebuch einiger hochsommerlicher Tage in den 80ern, das hier in Buchform erscheint.

Zunächst läuft alles wie erhofft, Udo und Ingeborg verstehen sich gut, rücksichtsvoll beschäftigt er sich lange kaum (!) mit dem mitgebrachten Spiel und den zu schreibenden Analysen. Obwohl nicht nach seinen Interessen, sickert der banale Spaßtouristenalltag durch die unvermeidliche "Freundschaft" mit dem Pärchen Hanna und Charly (die beiden kennt jeder von uns) in seine Pläne. Ingeborg zuliebe geht er, wenn auch mit innerer Distanz, an den Strand, in Kneipen und nachts in die örtlichen Discotheken. Eine oberflächliche Ruhe, die durch die Bekanntschaft mit Einheimischen zunehmend aus der Bahn gerät, zumindest kommt es ihm so vor. Da sind El Lobo und El Cordero (Der Wolf und das Lamm!), zwar suspekt, deren Feierlaune aber die anderen drei ansteckt. Es gibt die abweisenden Angestellten des Hotels, die attraktive Frau Else als Chefin - zu der er permanent Kontakt sucht - und ihr unsichtbarer Mann. Dann ist da noch "Der Verbrannte", ein monströs entstellter Verleiher von Tretbooten, wortkarg, geheimnisvoll, des Nachts eingebunkert in einer Festung aus, nun ja - Tretbooten. Er ist es, der Udos Interesse weckt. Da ist er, der bolañoeske Ton, vage Vermutungen, Mutmaßungen über Verschwörungen gegen ihn, das Gefühl, beobachtet zu werden, seltsame Missstimmungen, die Udo in seinem Tagebuch festzuhalten versucht. Die alkoholischen Nächte werden immer haltloser, es gibt Entgleisungen, und solche, die Udo nur vermuten kann. Als Charly beim Surfen verschwindet, ist die noch zwanghaft erhaltene Urlaubsstimmung vollends hinüber.

Ingeborg reist ab, sie und auch Udo müssen ohnehin in den nächsten Tagen wieder arbeiten. Udo bleibt, vordergründig, um die Leiche seines "Freundes" zu identifizieren, wenn sie denn gefunden wird. Nun verbindet ihn mit Charly wahrlich keine Freundschaft, seine Gründe zu bleiben sind also anderer Natur.

Mit Ingeborgs Abreise und - saisonbedingt - der der meisten Touristen, verändert sich alles und auch Udo. Sein Leben in Deutschland, die Realität, rückt immer ferner, seine Motive kann oder will er auch im Tagebuch nicht formulieren. Seine Beziehung zum Verbrannten wird stärker, mit ihm verbringt er fortan die Nächte und - ja, jetzt spielt er, spielt mit dem Verbrannten eine große, vielleicht alles entscheidende Partie "Das Dritte Reich". Zwar ein Anfänger, erweist sich der Verbrannte als geschickt, von irgendwoher bekommt er Unterstützung (oder nicht?). Udos Truppen, die Alliierten, verlieren zunehmend an Boden, so auch Udo ... Charly wird gefunden, Udo bleibt. In Deutschland macht man sich Sorgen über seinen Zustand, aber das Spiel muss zu Ende gespielt werden. Von Frau Elses todkrankem Mann, den er schließlich trifft, erfährt er, dass es um nicht weniger als um Leben und Tod geht. Denn "der Verbrannte ist nicht zu unterschätzen". Was geschieht, wenn er gewinnt? Wenn er verliert?

In diesem Frühwerk Bolaños zeichnet sich einiges ab, was er später perfektionieren sollte. Ein Faustschlag, ein Kuss, Gerüchte, ein Traum ... die scheinbar grundlosen, beklommenen Stimmungen und Feindseligkeiten, versteckte Rohheit, Sex und Vergewaltigung, Verschwörung und Wahnsinn. Die Tagebuchform scheint mir für die Geschichte, für die Entwicklung Udos bestens geeignet, die Figuren sind überzeugend, allein das Brettspiel als Austragungsort für das Schicksal Udos will mir nicht gefallen. Das Spiel ist das bindende Glied zwischen ihm und dem Verbrannten, ihre Beziehung. Als Bild oder Symbol aber, als echte Parallelität zu Udo Bergers Leben hat Bolaño "Das Dritte Reich" (also: das Spiel) bewusst oder unbewusst dann doch nicht ausreichend angelegt und eingebunden - oder es ist mir entgangen. Die Beschreibungen des Spielverlaufs bleiben für mich technisch und geographisch, meinethalben militärtaktisch. Für eine echte Spielernatur scheint mir Udo Berger zudem viel zu sensitiv und aufmerksam, sogar sein weiteres Umfeld und seine Wirkung stets beobachtend und beschreibend.

Ich bin und bleibe dabei, dass Roberto Bolaño uns die waghalsigste und aufregendste Literatur der letzten Jahre hinterlassen hat, aber mit "Das Dritte Reich" wird uns nach dem "Lumpenroman" erneut ein schwächeres Werk vorgelegt. Wer sich als Einstieg in die Bolaño-Welt vor den großen Meisterwerken "2666" und "Die wilden Detektive" fürchtet (dazu gibt es allerhand Grund, der mit dem Umfang so gar nichts zu tun hat), empfehle ich "Stern in der Ferne" als Lektüre. Überflüssig zu erwähnen, dass auch ein schwächerer Bolaño absolut lesenswert ist. Fahren Sie in den nächsten Tagen in den Urlaub nach Spanien?
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Prosa welche die Frage nach dem Bösen in seriellen Kriegsspielen zu lösen sucht, 9. August 2012
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der surrealistische Lyriker Roberto Bolano erhielt für sein Essay "Los dedectives salvajes" den angesehensten lateinamerikanischen Literaturpreis. Bei uns ist er eigentlich erst richtig mit dem posthum veröffentlichten Roman "2666" bekannt geworden, der als das literarische Vermächtnis des 2003 Barcelona verstorbenen 50 jährigen Bolano gilt. Jetzt ist aus seinem Nachlass ein Buch erschienen was er 1989 geschrieben hat. Es hat einen merkwürdigen Titel "Das Dritte Reich" und es ist das erste Buch das Bolano als Roman geschrieben hat. Ort des Geschehens ist die Costa Brava und worum es eigentlich überhaupt nicht geht ist das Dritte Reich. Dieses Buch war möglicherweise der erste Versuch des Autors, auszuprobieren, wie er seine Besessenheit in Literatur umsetzen konnte. Es war ein strategisches Experimentierfeld, das es ihm später in dem Roman 2666 ermöglichte, diese- von aller Welt bewunderten- darin gedanklich konstruierten tektonischen Verschiebungen glaubhaft darzustellen.

Es ist sehr viel rätselhaft in diesem Buch, aber es fokussiert sehr überzeugend die Entstehung eines Weltautors und im Gegensatz zu seinen anderen Büchern hat dieses Buch nur eine Perspektive und zwar die Ferientagebuch Perspektive des Helden Udo Berger, der wie paranoid in seinem Hotelzimmer sitzt, Es passiert nicht viel außer Krieg spielen. In anderen Romanen von Bolano würden, wie beispielsweise in "Die wilden Detektive", Unmengen nicht zu erwartender Mosaiksteinchen stimmengewaltig erscheinen und den Leser zunehmend in der Interpretation der Handlung verunsichern.

Zum Plot: Der deutsche Udo Berger verbringt seinen Urlaub an der Costa Brava, nicht am Strand, wie man annehmen könnte, sondern im Hotelzimmer. Zurückgesogen vom Strandleben, von seiner Freundin und von Tanzlokalen verbringt er die Zeit mit Kriegsspielen. Wie besessen spielt er als Brettspiel den Zweiten Weltkrieg nach und versucht ihn für die Deutschen zu gewinnen. Eines Tages, zwischen den unterschiedlichsten Strategievarianten, lernt er einen mysteriösen Mann kennen. Er ist ein Latino der vielleicht einmal in Südamerika gefoltert wurde, denn sein Gesicht ist durch Narben grausam entstellt. Er wird von allen nur der "Verbrannte" genannt. Dieser "Verbrannte" vermietet Tretboote und hat diese in gruseliger Weise zu einer Art Tretboot Festung aufgebaut, die als Metapher für einen Panzer zu sehen sind. Udo überredet ihn sein Gegner im Spiel zu werden. Er soll den Part der Alliierten übernehmen. Der "Verbrannte" nimmt die Herausforderung an. Eigentlich ist dieser Udo der Champion und man ist fest davon überzeugt, dass er seinen Gegenüber, der noch nie ein solches Spiel gespielt hat, besiegen wird. Doch als der "Verbrannte" Schlacht für Schlacht gewinnt, kippt das Spiel.
Als Leser hat man natürlich immer an den Sieg von Udo Berger geglaubt und daran das dieser den Lauf der Geschichte ändern könnte. Spiel und Tagebuchaufzeichnung haben eine Gemeinsamkeit, sie versuchen die Welt noch einmal neu zu erfinden und in dem man an den Sieg Udo Bergers glaubt, vielleicht auch zu spiegeln wieso Nazi Deutschland so lange an Hitler glaubte. War dieses Schockmoment mit Absicht eingesetzt? Vielleicht geht es darum gar nicht, denn es geht in diesem Spiel vordergründig um Sucht, um Suchtbefriedigung, denn der schreibsüchtige Egomane flieht in seinen Tagebuchaufzeichnungen auf eine rauschartige Suche nach "seiner Sprache". Einerseits ist es die platte, spröde Tagebuchsprache des deutschen Touristen, andererseits ist es die Suche nach der dichterischen Sprache, der innere Wunsch Bolanos ein Schriftsteller zu sein.

Es ist ein sehr autobiografisches Buch, denn man weiß, dass Bolano später seine Sprache gefunden hat. Und da ihn dieser Drang würgt, flieht er hier in die Spielsucht, spielt so etwas Grausames wie das "Dritte Reich". Die Provokation, dass hier deutsche Generäle auftreten und ein Deutscher noch einmal im Spiel die deutsche Niederlage rückgängig machen will, gibt mir als Leser doch erhebliche Rätsel auf. Es ist scheinbar auch ein Plädoyer dafür, dass es egal ist was der süchtige Spieler spielt, er flüchtet sich in eine scheinbar hermetische Welt. Erst nach der Niederlage, nachdem er durch diese schreckliche Sucht hindurch gegangen ist, beginnt er sich von diesem blindwütigen Spielen des Krieges zurück zu ziehen. Wenn auch alles bei der fokussierten Verdrängung der Vergangenheit ein wenig thesenhaft und rätselhaft bleibt, so ist es trotz aller Einwände die hier und da in der Kritik zu lesen sind, ein großartiges Buch, das vielleicht bei dem einen oder anderen Leser den Wunsch weckt, das letzte zu Lebzeiten von Bolano veröffentlichte Buch "Lumpenroman" zu lesen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ansichten eines Gleichgesinnten, 21. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als ich das Cover des Buches zum ersten Mal sah, wurde mir zunächst heiß, dann kalt, und schließlich traute ich meinen Augen nicht. Ein Roman des preisgekrönten chilenischen Schriftstellers Roberto Bolano, welcher sich offenbar mit einem realen Wargame, also einer so genannten Konfliktsimulation, auch Kriegsspiel genannt, befasst. Wie einst Bolano, so bin auch ich ein begeisterter Anhänger das Wargame-Hobbys, und so war mir der heimliche Protagonist des Werks, die einstmals komplexeste Simulation des 2. Weltkriegs in sowohl militärischer als auch politischer Hinsicht, das Spiel "Rise And Decline Of The Third Reich", kurz, "Third Reich" oder eben "Das Dritte Reich", wohl bekannt. Ich muss diese Tatsache vorwegschicken, da sie natürlich fundamentalen Einfluss auf meine Lesemotivation und Begeisterungsfähigkeit während der Lektüre hatte.
Zur eigentlichen Handlung wurde an dieser Stelle genug verfasst. Was folgt, sind Ansichten eines Gleichgesinnten...

Erscheinen für das Gros der Leser die detaillierten Angaben Bolanos zu den Stellungen Udo Bergers Armeen und die Darlegung seiner taktischen Vorhaben lediglich Randbemerkungen oder verursachen sogar Unverständnis, so waren es genau jene Textpassagen, die mich mit angehaltenem Atem Wort für Wort mit Hochspannung verfolgen ließen. Jede Angabe in Bezug auf das Spiel, jede noch so scheinbar unbedeutende und zum dritten Mal wiederholte Auflistung der besetzten Hexagone auf der Landkarte Europas ist realiter nachvollziehbar und unterstreicht bei näherer Betrachtung Udo Bergers schleichende Niederlage sowohl fiktiv auf dem Brett als auch im realen Leben auf grausig schöne Art und Weise. Während Bolano seinen tragischen Helden eine Niederwerfung nach der anderen auf dem zum Sinnbild Bergers Innenleben gewordenen Schlachtfeld durchleben lässt, nährt sich auch Udo Bergers wirkliche Lebenssituation immer weiter dem Abgrund.
Ein für mich faszinierendes Buch. Spannend, tragisch, erotisch, obszön, tief. Mehr als einmal hat es mich gefesselt, verstört, erheitert, in seinen Bann gezogen. Fans von Bolanos Meisterwerk 2666 sollten sich darüber im Klaren sein, dass es sich um ein postum veröffentlichtes Erstlingswerk handelt, verfasst in den ausgehenden 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Wer an der Costa Brava Urlaub macht und ein Anhänger des anspruchsvollen Wargame-Hobbys und anspruchsvoller Literatur ist, muss dieses Werk als Strandlektüre im Gepäck haben. Die letzte Version von "Third Reich" von Avalon Hill würde ich - außer es handelt sich um einen Single-Urlaub - lieber zu Hause im Schrank stehen lassen. Wer weiß, am Ende ergeht es einem wie Udo Berger...
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bolanos geniales Frühwerk, 12. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bolanos Frühwerk 'Das dritte Reich' eignet sich hervorragend um in dessen Werk einzusteigen. Beklemmend, erotisch und raffiniert erzählt Bolano aus der Tagebuchperspektive Udo Bergers, eines begeisterten und virtuosen Anhängers sogenannter wargames, von dessen Urlaub in einer spanischen Küstenstadt. Zwischen Hotel, Strand und Diskothek tingelt er mit seiner Lebensgefährtin und mehreren Urlaubsbekanntschaften umher, bis ein Unfall dem beschaulichen Treiben ein Ende setzt und das "Dritte Reich" - ein Brettspiel dass den Krieg zwischen den Alliierten und den Deutschen 1939-1945 simuliert - beginnt, das weitere Geschehen zu bestimmen.

Der Roman ist weit weniger verzweigt und komplex als Bolanos andere großen Romane 'Die wilden Detektive' und '2666', was sich sehr zu Gunsten der Lesbarkeit auswirkt. Trotzdem steht er diesen monumentalen Werken an Vielschichtigkeit der Deutungsebenen in nichts nach (obwohl sich manche Passagen beinahe wie ein Krimi lesen). Herausgestrichen seien an dieser Stelle nur die faszinierenden Parallelen der Entwicklungen auf dem Spielbrett und der Wesenszüge Udo Bergers und seines mysteriösen Kontrahenten, dem 'Verbrannten', die dem Leser einiges zum Nachdenken geben.
Ein beeindruckendes Buch!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Das zwischen uns ist nur ein Spiel.", 2. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte des deutschen Kriegsspielmeisters ist oft komisch, verliert sich am Ende aber immer mehr.

Udo Berger ist deutscher Meister in einem Brettspiel mit dem unheilvollen Namen "Das dritte Reich." Bei diesem Spiel geht es darum, Situationen aus dem zweiten Weltkrieg nachzuspielen oder Situationen zu erstellen, in denen sich die Achsenmächte den Alliierten gegenüberstehen. Udo übernimmt immer die deutsche Seite und ist unschlagbar. "Mein Spiel ist natürlich viel komplizierter. Es erfordert einen kaltblütigen, spekulativen und kühnen Kopf."
Mit seiner Freundin Ingeborg fährt er den ersten gemeinsamen Urlaub nach Spanien, aber auch dort kann er das Spiel nicht vernachlässigen, "dass sich Ingeborg meinetwegen schämte, wegen der Vokabeln, die ich von mir gegeben hatte (Infanterieverbände, Panzerverbände, Kampfgeschwader der Luftwaffe'')." Eines Tages dann lernt er eine zwielichtige Gestalt mit dem Namen Verbrannter kennen. Mit diesem Mann, der Tretbootvermieter ist und dessen Haut zu großen Teilen verbrannt ist, beginnt er eine Partie seines Spieles und bald schon, wird ihm abgerate, das Spiel zu Ende zu spielen. "Ja, der Teufel, der Gehörnte, der Dämon, Satan, Beelzebub, Luzifer, der Leibhaftige."
Roberto Bolano (1953-2003) in Chile geboren, lebte zuletzt mit seiner Frau und den Kindern in Spanien. Dieses Werk hat er bereits im Jahre 1974 geschrieben, deshalb auch die altmodischen Namen seiner Protagonisten. Es ist auch nicht bekannt, ob der Autor das Werk so veröffentlichen wollte, wie der Übersetzter am Ende anmerkt.
Das Spiel, das Bolano in den Mittelpunkt seiner Geschichte stellt, existiert tatsächlich, ist aber in Deutschland in gewöhnlichen Spielzeugläden nicht zu erwerben.
Die Geschichte wird von Udo in Tagesbuchform erzählt, da er sich im Schreiben üben will, und so schwankt die Erzählung zwischen Präteritum und Perfekt und wirkt leicht verwirrend. Aber auch der Kriegsspielmeisters verliert sich immer mehr, er schwankt zwischen mehreren Liebschaften, Freunden und der ungewollten Arbeit. "Spiel auf deinem Gebiet, und du wirst siegen; Aber was ist mein Gebiet?"
Der Roman nimmt durch den Schreibstil und der erzählten Geschichten von Anfang gefangen, doch lässt das Leseinteresse am Ende immer mehr nach, da sich die Geschichte in vielen Nebensächlichkeiten verliert und die aufgebaute Spannung zerplatzt wie eine Seifenblase.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gefällt mir nicht, 26. Juli 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Auch wenn negative Rezensionen zu diesem Buch von den Kommentatoren in der Luft zerrissen werden, wage ich mich, mein Leseerlebnis zu beschreiben. Man wird mir vielleicht vorhalten, ich verstehe eben nichts von Literatur, oder ich hätte wohl eine Actionstory aus dem zweiten Weltkrieg erwartet. Solche Vorwürfe treffen mich nicht. Ich will nur von meinem Leseerlebnis berichten und ich bin sicher, dass andere Leser die Geschichte genau so erleben.

Mir hat dieses Buch nicht gefallen, aus folgenden Gründen:
* Die Geschichte ist sehr langatmig. Ich lese kein Buch um seitenlang Alltagsereignisse erzählt zu bekommen, die jedem Menschen täglich passieren.
* Ich will keine Geschichten lesen, die nur seichte Spannung aufbauen und den Leser hoffen lassen, dass die Spannung auf den nächsten Seiten fesselnder wird, nur um die Spannung dann aber immer wieder im Sand(strand) verlaufen zu lassen.
* Prophezeiungen der Protagonisten über demnächst eintretendes Unheil, erweisen sich immer wieder als falsch und bis zum Ende hin wird keine einzige der angekündigten Verschwörungen Wirklichkeit.
* Die Geschichte verpasst die Chance, die diversen mysteriösen Elementen am Schluss in einer unerwarteten Auflösung zusammenzufügen. Mögliche unerwartete Auflösungen werden in der Geschichte immer wieder angedeutet, und am Schluss passiert einfach: Nichts!
* Als Fan von ebenfalls hexagolanen Strategiespielen erhoffte ich eine Geschichte in der das Spiel und das wirkliche Leben der Protagonisten einen spielspezifischen Bezug zueinander haben. Leider hätte genau so gut jedes andere Spiel wie Mühle, Boule, Bingo oder Kreuzworträtsel im Zentrum stehen können. Spielspezifische Elemente haben keinen Bezug auf die Geschichte.
* Wenn ich eine halbe Seite lang lesen muss, wie sich die Hauptfigur mit einem Hotelangestellten über einen schräg hängenden Spiegel streitet, ohne dass die Szene den geringsten Einfluss auf den Verlauf der Geschichte hat, dann finde ich, dass meine Zeit verschwendet wird. Die eine oder andere derartige Szene kann ja nützlich sein, um die Figuren einzuführen. Aber das Buch besteht zum grössten Teil aus derartigen Belanglosigkeiten, die mir schon im ersten Drittel der Geschichte zu den Ohren raus hingen.

Mein Fazit: Wenn du dich emotional genug in eine Figur hineinversetzen kannst, dass du auch eine Geschichte über alltägliches spannend findest, dann ist das Buch das richtige für dich. Ansonsten muss ich davon abraten.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Da bleibt zu vieles offen für meinen Geschmack..., 1. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ob es nun daran liegt, dass der Roman als nicht sicher fertiges Mauskript aus dem Nachlass veröffentlicht worde ist oder sich Roberto Bolanos Stil generell so ausmacht wie in "Das dritte Reich", kann ich nicht beurteilen, weil es sich um das erste Werk des Autors handelt, das ich gelesen habe.
Ich muss mich allerdings den eher wenig enthusiastischen Kommentaren anschließen, da das Opus für mich zu viele Problematiken, die angerissen werden, ungelöst im Nebulösen belässt. Das mag man fantasieanregend finden, ich finde es eher anstrengend, wenn viele - durchaus auch verflochtene - Handlungsstränge existieren, ohne dass sich einige davon zu einem etwas größeren Ganzen zusammenfügen. Rein stilistisch kann man dem Autor (und de mortuis ja sowieso nil nisi bene...) da nichts ankreiden, die Schreibweise des fiktiven Tagebuchs passt sich der zunehmenden Verwirrung des Protagonisten (und leider auch Lesers) gut an.
Insofern, wer gerne eigene Lösungen für Romanhandlungen erfindet, kann sich mit "Das dritte Reich" glücklich schätzen, etwas weniger kreativen Lesern dürfte das Buch aber zunehmendes Unvergnügen bereiten.
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6 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bolanos Romanwelt erschließt sich mir auch durch dieses Frühwerk nicht, 15. Oktober 2011
Von 
W. Öschelbrunn (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Udo Berger will den Zweiten Weltkrieg für Deutschland gewinnen. Natürlich nicht in der Realität, sondern auf dem Spielbrett. Berger ist dabei nicht irgendein Brettspieler, er hat bereits Meisterschaften gewonnen, schreibt Fachartikel über erfolgreiche Strategien und hat sich nun zum Ziel gesetzt, eine neue Siegesstrategie für die Mittelmächte im Brettspiel "Das Dritte Reich" zu entwerfen. Nun macht Berger aber zunächst erst einmal Urlaub mit seiner Freundin Ingeborg an der Costa Brava. Berger und Ingeborg freunden sich mit anderen Touristen und einigen Einheimischen an, ziehen nachts durch die Kneipen und Diskotheken. Die Tage verlaufen belanglos bis ein Urlaubsbekannter vom Surfen nicht zurückkehrt. Ingeborg reist ab, Berger bleibt vor Ort um gegebenenfalls die Leiche des Ertrunkenen zu identifizieren.

Zum Zeitvertreib beginnt Berger eine Runde "Das Dritte Reich" zu spielen. Sein Gegner ist eine merkwürdige Figur, der "Verbrannte", ein örtlicher Tretbootverleiher, der am Strand lebt. Anfangs marschiert Udo mit den erfolgreichen deutschen Truppen durch Europa und Afrika. Doch das Schlachtenglück wendet sich, die Lage wird bedrohlich und Udos Gegenüber ist zunehmend mehr als nur ein harmloser Einheimischer.

Typisch für Bolano durchlebt Udo Berger diffus bedrohliche Szenarien. Traumsequenzen wechseln sich mit Schilderungen aneinandergereihter Belanglosigkeiten ab. Das Erzählte bleibt diffus, sinnlos, Hintergründiges vortäuschend, ohne diese Verheißung je zu erfüllen. Hier ein typischer Bolano-Absatz:

"El Corderos Enthüllung traf mich wie eine Ohrfeige. Der Verbrannte war also kein Spanier. Und hatte nichts davon gesagt. Diese an sich unerhebliche Tatsache schien mir aufs höchste beunruhigend und bedeutsam. Welche Gründe konnte der Verbrannte haben, mir seine wahre Nationalität zu verheimlichen? Ich fühlte micht nicht hintergangen. Ich fühlte mich beobachtet. (Nicht vom Verbrannten, eigentlich von niemandem speziell: durch ein Loch, eine Abwesenheit.)" (S 104) Selbstverständlich wird nicht aufgelöst, warum der "Verbrannte" seine Nationalität verschweigt.

Im Verlagstext ist von einem Glanzstück die Rede, welches "den ganz eigenen Ton von Bolanos Universum" wiedergebe. Wie schon bei "2666" scheint mir persönlich die Antenne für diesen besonderen Bolano-Ton zu fehlen. Vielleicht fehlt mir die surrealistische Ader, um etwaige Bedeutungen in Bolanos Schilderungen zu entschlüsseln. Für mich ist Bolanos Ton vor allem von Gleichtönigkeit, um nicht zu sagen von Eintönigkeit geprägt. Bolano ist kein Meister der packenden Handlungen, seine Bücher sind keine "page-turner". Ähnlich wie die Tage eines Sommerurlaubs an der Costa Brava, plätschert auch ein Bolano Roman gleichförmig vor sich hin. Bolanos Figuren besitzen zwar eine Aura der Hintergründigkeit, allerdings erlaubt der Autor dem Leser nie den Blick hinter diese Fassade.

Auch wenn sich "Das Dritte Reich" in einer gestalterisch ungewöhnlichen Aufmachung präsentiert, kann die Verpackung natürlich nicht über das Ausbleiben jeglichen Lesevergnügens hinweghelfen. Kurz gesagt hat auch "Das Dritte Reich", der erste aus Bolanos Nachlaß veröffentlichte (allerdings bereits 1989 abgeschlossene) Roman, mich nicht zum Bolano-Fan bekehrt. Eine dritte Chance wird dieser Autor von mir allerdings auch nicht mehr bekommen.
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8 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leider langweilig und daher eine Geldverschwendug, 5. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Dritte Reich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Um es kurz zu machen, ich habe mir das Buch vor ca 10 Tagen gekauft und mich nun bis Seite 140 vorgearbeitet. Leider schafft es der Autor nicht den aufgebauten Spannungsbogen zu nutzen. Die Spannung verfällt somit wieder und nach dem zehnten Kapitel in dem beschrieben ist wie der Protagonist und seine Freundin sich am Strand sonnen, essen, baden..ist man geneigt das Buch aus der Hand zu legen.
Der Autor schreibt gut, aber ein guter Stil macht noch kein gutes Buch. Meine Empfehlung: Geld anderweitig investieren!
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Das Dritte Reich: Roman
Das Dritte Reich: Roman von Roberto Bolano (Taschenbuch - 18. Februar 2013)
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