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69 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein monumentaler Torso über das düstere Herz der Welt
Wie fasst man ein 1100 Seiten Werk kurz zusammen?
Am besten gar nicht, aber wenn man es trotzdem versuchen möchte, muss klar sein, dass die epische Fülle dieses Buches auch nicht ansatzweise deutlich werden kann. önnen.
Da der Inhalt dieses Riesenwerkes aber in sehr vielen Rezensionen falsch oder missverständlich wiedergegeben wurde, will ich...
Veröffentlicht am 5. Dezember 2009 von euripides50

versus
24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ratlos!
Durch diverse Besprechungen in Literatursendungen und Empfehlungen in der Presse war ich fest entschlossen, dieses Buch zu lieben. Leider eröffnet sich mir weder eine ungeahnte literarische Welt, noch kann ich die vielgepriesene Genialität des Romans erkennen. Der einzige Grund durchzuhalten, war die Hoffnung, dass irgendwann - vielleicht auf der nächsten...
Veröffentlicht am 26. Januar 2010 von Monty1


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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ratlos!, 26. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
Durch diverse Besprechungen in Literatursendungen und Empfehlungen in der Presse war ich fest entschlossen, dieses Buch zu lieben. Leider eröffnet sich mir weder eine ungeahnte literarische Welt, noch kann ich die vielgepriesene Genialität des Romans erkennen. Der einzige Grund durchzuhalten, war die Hoffnung, dass irgendwann - vielleicht auf der nächsten Seite- sich mir endlich der tiefere Sinn erschliesen würde. Das ungeheure Wissen des Autors über verschiedenste Themen ist natürlich bewundernswert, jedoch wurde es für meinen Geschmack zu langatmig und oft sogar langweilig präsentiert. Ganze Handlungsstränge einfach im Nichts versickern zu lassen, ist für mich kein geniales sondern ein nervendes Stilmittel, mit dem es sich der Autor an vielen Stellen sehr einfach macht.
Fazit: Zuviel erwartet und mächtig enttäuscht!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahres Meisterwerk, 18. März 2011
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: Roberto Bolaños "2666" ist eins der ambitioniertesten Werke, die ich je gelesen habe. Bolaño spaltet sein Buch in fünf unterschiedliche Abschnitte, die meistens verschiedene Charaktere, Handlungsstränge und teilweise unterschiedliche Stile besitzen.

Im ersten Teil wird der obskure Schriftsteller Benno von Archimboldi zur Obsession für ein paar Literaturkritiker. Über den Zeitraum von Jahren, nach zahllosen Artikeln, Tagungen und Konferenzen befindet sich von Archimboldi im öffentlichen Interesse; er ist sogar ein Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Dennoch existieren bislang keine biografischen Einzelheiten über den Schriftsteller, keine Hinweise über seinen Verbleib, keine Fotos. Was bekannt ist, ist, dass er um 1920 geboren wurde, und dass er ein ungewöhlich großer Mensch zu sein scheint. Der erste Teil von "2666" fokussiert sich auf vier Übersetzer und Akademiker, die seit seinen Anfängen die leidenschaftlichsten Bewunderer Archimboldis sind. Sie machen den Autor in Santa Teresa, einer nordmexikanischen Stadt, ausfindig, wo sich jedoch seine Spur verläuft.

Der zweite Teil bezieht sich auf Amalfitano; ein spanischer Professor, der nun mit seiner Tochter Rosa in Santa Teresa lebt. Amalfitano wird gegen Ende des ersten Teils als Kontaktperson zwischen der Literatengruppe aus Teil eins und der örtlichen Universität eingeführt. Bolaño benutzt diesen Teil hauptsächlich, um die Stadt Santa Teresa deutlicher herauszuarbeiten.

Teil drei macht uns mit einem schwarzen, amerikanischen Journalisten bekannt: Oscar Fate, der für ein undurchsichtiges, afro-amerikanisches Magazin arbeitet. Seine Kompetenz liegt eigentlich in politischen Themen, aber als ein Kollege, der den Sportteil betreute, unerwartet stirbt, wird Oscar Fate nach Santa Teresa geschickt, um über einen Boxkampf zwischen einem jungen, aufsteigenden Afro-Amerikaner gegen einen Einheimischen aus Santa Teresa zu berichten. Während Fate in Santa Teresa auf den Beginn des Boxkampfes wartet, hört er allerlei Gerüchte über die Frauenmorde in der Gegend. Desweiteren trifft er sich mit Amalfitanos Tochter Rosa. Überzeugt davon einer großen Geschichte auf der Spur zu sein, versucht Oscar Fate seinen Redakteur zu überreden in Santa Teresa bleiben zu dürfen, um über die Morde zu berichten. Aber er wird zurück beordert.

Abschnitt vier dreht sich hauptsächlich um die Frauenmorde in Santa Teresa, die meistens ziemlich grausam sind. Geschrieben ist dieser Teil in der Terminologie von Polizeiberichten, oder in der Beschreibung der Polizeiarbeit. Der Verdacht fällt auch auf einen jungen deutschen Ladenbesitzer namens Klaus. Dieser wird verdächtigt ein Serienkiller zu sein, so dass man ihn einsperrt, bis ihn sein Gerichtsverfahren erwartet. Teil des vierten Abschnitts sind auch Klaus' Gefängniserfahrungen. Klaus beteuert seine Unschuld, die Morde gehen gleichzeitig weiter, und er schafft es Leute um sich zu scharren, um sich vor der Gewalt im Gefängnis zu schützen. Ob Klaus nun der gesuchte Mörder ist, oder nicht - zumindest ist es offensichtlich, dass er der Sündenbock für meist unsichtbare Machtinhaber ist.

Der abschließende fünte Teil klärt über die fehlenden biografischen Details Benno von Archimboldis auf. Wie sich herausstellt ist sein wirklicher Name Hans Reiter. Er ist ein Veteran des Zweiten Weltkrieges. Detailliert beschrieben wird sein Leben von Geburt an. Reiter war ein irgendwie seltsames Kind; sein Vater ein verkrüppelter Soldat des Ersten Weltkrieges, seine Mutter auf einem Auge blind. Benno hatte eine wesentliche jüngere Schwester: Lotte. Nach Kriegsende ließ er sich nieder und ging sonderbaren Arbeiten nach, bevor er schließlich anfing zu schreiben und einen Verleger fand, der begeistert von seiner schriftstellerischen Arbeit war. Von Archimboldis Freundin stirbt und er lässt sich treiben - hierhin und dorthin; er hält sich wiederum mit merkwürdigen Jobs und weiteren schriftstellerischen Arbeiten über Wasser. Im Wesentlichen hält er keinen Kontakt zu seiner Familie und geht auch keine näheren Beziehungen mit anderen ein. Bennos Schwester heiratet und bekommt einen Sohn: Klaus, der in späten Teenagerjahren hin und wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Klaus emigriert in die USA, wo er für mehrere Jahre von der Bildfläche verschwindet. Lotte und ihr Mann versuchen die Spur ihres Sohnes in den USA aufzunehmen, aber die Nachforschungen führen ins Leere. Eines Tages, Jahre später, erhält Lotte den Anruf eines Rechtsanwalts aus Mexiko, der den Klaus aus Teil vier rechtlich vertritt - ihren vermissten Klaus, der in einem mexikansichen Gefängnis sitzt. Während der nächsten Jahre besucht Lotte Klaus gelegentlich, bis sie schließlich ihren älteren Bruder Hans kontaktiert, damit dieser ihrem Sohn helfend zur Seite steht.

Meine Worte werden "2666" sicher nicht gerecht, die Erfahrung des Lesens dieses Werks sollte auch jeder für sich erleben. Absolut unglaublich, überwältigend und brillant!

Das Buch ist ein komplexes Gewebe anscheinend nicht im Zusammenhang stehender Erzählungen - auf den ersten Blick. Ebene auf Ebene Geschichten innerhalb von Geschichten. Als würde man mit einer scheinbar endlosen Matroschka spielen, wo die nächste Figur noch faszinierender ist, als die vorherige.

"2666" ist ein wahres Meisterwerk.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Roman des 21. Jahrhunderts, 5. Februar 2010
Von 
Rheinischer Lesekreis (Köln, Düsseldorf, Neuss, Hilden, Kaarst) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie fasst man ein 1100 Seiten Werk kurz zusammen?
Am besten gar nicht, aber wenn man es trotzdem versuchen möchte, muss klar sein, dass die epische Fülle dieses Buches auch nicht ansatzweise deutlich werden kann. önnen.
Da der Inhalt dieses Riesenwerkes aber in sehr vielen Rezensionen falsch oder missverständlich wiedergegeben wurde, will ich es trotzdem versuchen.
Worum also geht es in dem vorliegenden Megaroman?
Das erste Buch (VON DEN KRITIKERN - S. 11-202 ) beginnt so esoterisch, wie man es sich nur vorstellen kann. Vier Literaturwissenschaftler, drei Männer und eine junge Frau, allesamt Experten für das Werk des deutschen Schriftstellers Benno von Archimboldo lernen sich auf philologischen Kongressen kennen und lieben. Die gemeinsame Suche der vier Literaturwissenschaftler nach dem verschwundenen Archimboli führt sie nach einigen Irrungen und Wirrungen in die nordmexikanische Stadt Santa Theresa, wo sie ihn nicht finden, aber gleichsam en passant von den rätselhaften Frauenmorden hören.
Im Mittelpunkt des zweiten Buches (AMALFITANO - S. 203-284 ) steht Professor Amalfitano, ein chilenischer Wissenschaftler, der mit seiner Tochter Rosa in Santa Theresa lebt. Er ist geplagt von Stimmen Vorahnungen und dem Gefühl eines herannahenden Verhängnisses, während in dem Ort, in dem er lebt, immer mehr ermordete Frauen aufgefunden werden.
Das dritte Buch (FATE - S. 285-428 ) führt den Leser auf den Spuren des afroamerikanischen Reporters Oscar Fate von New York erneut nach Santa Theresa mitten hinein in das widerwärtigste Machimso-Milieu und damit noch etwas näher an das sich immer beunruhigender ausweitende Phänomen der Massenmorde an jungen Frauen heran.
Das vierte Buch (VON DEN VERBRECHEN - S. 429-770) ist zweifellos der düstere Kern des gesamten Werkes. Über Hunderte von Seiten werden die Frauenmorde von Santa Theresa befremdlich detailliert dargestellt - jeder Fall für sich ist schockierend in seiner Anschaulichkeit und doch bald auch ermüdend in der Wiederholung, womit der Autor genau jenen medialen Gewöhnungseffekt simuliert, der das Grauen, zu einem Bestandteil des täglichen Lebens macht. Die kursorischen, teils unsystematischen, teils schlampigen Ermittlungen führen schließlich zur Verhaftung des Deutschamerikaners Kurt Haas, dem die korrupten Untersuchungsbehörden den Mord anzuhängen suchen.
Das fünfte und letzte Buch (ARCHIMBOLDI - S. 770-1085) erzählt die Geschichte des 1920 in Norddeutschland geborenen Hans Reiter, der am zweiten Weltkrieg teilnimmt und nach 1945 unter dem Pseudonym Benno von Archimboldo Romane veröffentlicht, die ihn, wenngleich nach einer längeren Anlaufzeit, weltberühmt machen. Seinen Neffe Klaus Haas verschlägt es nach zahlreichen privaten Bruchlandungen nach Amerika, wo er als Hauptverdächtiger für die Massenmorde an Frauen im Gefängnis von Santa Theresa landet. Über seine Schwester Lotte erfährt der jahrzehntelang im Verborgenen lebende und auch schon über achtzigjährige Archimboldi, dass sein Neffe in Mexiko ins Gefängnis sitzt und macht sich per Flieger auf nach Los Angeles. Das wars.

Soweit die Vogelperspektive auf das vorliegende Werk. Nimmt man das Buch aber dann wirklich auch zur Hand, erwartet den Leser eine phänomenale Üppigkeit an Personen und Schauplätzen, die beinahe Schmöker-Qualität besitzt, Je weiter man liest, je deutlicher entfalten sich die Konturen eines literarischen Universums, dessen Chronologie nahezu das gesamte Zwanzigste Jahrhundert und dessen Geographie den gesamten Planeten umfasst. Doch keine Angst - so unfassbar geräumig der poetische Weltentwurf daherkommt, so leicht liest sich der Leser in die verschiedenen Provinzen dieses Textkosmos ein. Bolanos Sprache ist von einer brillanten Anschaulichkeit und Tiefe zugleich - Personen, Begriffe, Handlungsketten, Theorien defilieren am geistigen Auge des Lesers vorüber, ohne dass einen Augenblick lang Verwirrung oder Langeweile entstünde. Der Roman ist kurzweilig auf eine fast verdächtige Art, ohne banal zu sein, er ist grauenhaft und schockierend ohne auf Effekte zu setzen, und er von einer unglaublichen Gelehrsamkeit, ohne zu verwirren. Vor allem aber ist er große Literatur, in der Szenen und Bilder beschrieben und gefunden werden, wie man sie noch nie gelesen hat.

Was aber ist sein Thema? Soweit sich das auf der Grundlage des vorliegenden Torsos beurteilen lässt, ist die Handlungsführung zwischen zwei Polen aufgespannt - zwischen dem Leben Benno von Archimoldos (und seiner Adepten) im ersten und letzten Buch und den Frauenmorden von Santa Theresa ( in Wirklichkeit: Ciudad Mexiko an der mexikanisch-amerikanischen Grenze), d. h. es handelt sich um eine Spannweite, wie man sie sich kaum extremer vorstellen kann: Literatur und Wirklichkeit, Mütter und Mörder, Edelrestaurant und Müllhalde, spätbürgerliches Bildungsgehabe und entmenschter Machimso, provinzielle Spießigkeit und dekadente Libertinage, Männer und Frauen, Schwarz und Weiß, Nord und Süd, Reichtum und Armut, Nazis und Juden - das und viel mehr führt den Leser in das düstere Herz der Welt und verbindet sich zu einem literarischen Strudel, der genau in dem Augenblick abbricht, wo die weit verstreuten Fäden sich durch den Aufbruch Archimboldos nach Mexiko zu verbinden scheinen.

Roberto Bolano, der vor der Fertigstellung des Romans, im Jahre 2004 in Barcelona an einer Leberzirrhose im Alter von gerade mal gut Fünfzig Jahren verstarb, hat diese Synthese nicht mehr leisten könne. Er hat ein unvollendetes Werk hinterlassen, von dem sich ein jeder am Ende des Buches fragen mag, welchen gestalterischen Weg der Autor bei der Vollendung des Werkes wohl eingeschlagen hätte. Auch wenn solche Mutmaßungen müßig sind, bin nach der Lektüre des Werke von zweierlei überzeugt. Zunächst glaube ich, dass Bolano nach diesem gigantischen Grundriss noch einmal mindestens eintausend Seiten benötigt hätte, um all die Fäden und Fährten zusammen zu führen. Aber selbst für den Fall, dass dies versucht worden wäre, hätte ich meine Zweifel, ob es auch gelungen wäre. Wie der überdimensionierte Dom von Siena oder Theodor Mommsens "Römische Geschichte", die mit Cäsars Tod abbricht, wie Musils "Mann ohne Eigenschaften" oder Mahlers Zehnte Sinfonie hat es oft seinen Grund, dass große Werke am Ende unvollendet bleiben. Sie können nicht vollendet werden, ihre alle Grenzen sprengender Entwurf erlaubt keine entgültige Gestalt. Ihre Unabgeschlossenheit spiegelt in der ganz großen Form die Fragmentarität der Welt, die allem zugrunde liegt. Ein Beispiel dafür ist für mich das vorliegende Werk. Der Tod des großen Autors muss auch mit diesen Augen gesehen werden.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch eine Stimme PRO Bolano...., 13. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
... weil das Buch einfach gut ist, die Sprache wirklich faszinierend. Über,überlange, perfekt konstruierte Sätze(Teile 1,2,5)kontrastieren mit kurzen , sprachlich "nackten" Mordberichten im Teil 4.Für mich ist es nicht das Buch des 21. Jahrhundert sondern das des 20.!Das Leben in den schlimmsten Diktaturen dieses Jahrhunderts ( Sowjetunion, Deutschland) beschreibt er hier genauso beeindruckend wie die eiskalte soziale Tristesse im Mexico der. 90.Jahre, wo hunderte Frauen vergewaltigt und ermordert wurden( und bis heute noch immer werden).Junge Frauen, meistens fast nichts verdienede Arbeiterinnen ,viele ohne Identitität,sie fehlen niemanden. Bolano beschreibt die Machokriminalisten , die sich auch keine große Mühe geben, die Mörder auszuforschen.Viele Fälle werden ad acta gelegt,schnell, nach 2-3 Tagen, ungelöst, vergessen.Mexikanischen Polizisten erzählen sich dabei in der Arbeit gerne die Frauenwitze ( auf mehreren Seiten nur Frauenwitze!(" das eine Frau erst 3 Stunden nach einem Kopfschuß stirbt- so lange muß die Kugel das Gehirn suchen").Die Frauen sind den Männern gnadenlos ausgeliefert, das begreift auch die Politikerin , die in dieser Gegend nach ihrer ermordeten Freundin sucht.
Dann etwas ganz anderes!-die Geschichte der europäischen Literaturkritiker(3 Männer , 1 Frau),
ganz andere Welt, das exquisite Leben mit dem(der Intelektualität der Protagonisten entsprechend komplizierten)techtle-mechtle zwischeneinander -alles spielt sich natürlich nur in den 5 Stern Hotels ab,in London, Paris,Mailand. Eigenes Mikrokosmos,,kultiviert,die Suche nach dem geheimnisvollen Schrifftsteller Archimboldo erzeugt dabei gewisse permanente Spannung, Neugier,auch das(Teil 1,2) sehr interessante Lektüre.
Im jeden Teil werden viele Subgeschichten ausführlich erzählt( mexikanischer Philosoph , rumänischer General im 2. Weltkrieg, jüdischer Inteklektueller in der stalinistischen Sowjetunion,zum Schluß die Geschichte der Lotte, der Schwester vom Archimboldo).Es sind alles sehr interessante Storys, es war mir keine Sekunde langweilig.Im Stil, Intensität,geschichtlichem Umfang errinnert das Ganze an J. Littel und sein Roman "Die Wohlgesinnten".
Auf jeden Fall ein excellentes Buch.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte lesen! Vor allem den fünften Teil!!, 21. November 2011
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Taschenbuch)
Während der letzte Teil mit der Lebensgeschichte Archimboldis für mich sprachlich und erzählerisch ein einziger Lesegenuss war, wurde meine Geduld im (dritten) Teil über die Frauenmorde stark auf die Probe gestellt. Hatte ich es nicht gerade das Gegenteil erwartet? War nicht ein Motiv, das Buch zu kaufen, eine gewisse Sensationslust, die durch die Ankündigung von Mord und Totschlag in der Inhaltsbeschreibung geweckt wurde?

Insofern wurde ich enttäuscht: Die Mordgeschichten sind schwer zu ertragen, und zwar weniger wegen der beschriebenen Details als viel mehr wegen des nüchtern protokollarischen Stils und der schlichten Menge der Fälle. Aufgeklärt wird gar nichts, lediglich die Polizei und die höhere Gesellschaft werden in ihrer Ignoranz, Unfähigkeit und offensichtlichen Verstrickung in die Fälle dargestellt. Man findet ermordete Frauen, kann diese auch identifizieren, findet aber die Täter nicht (oder will diese nicht finden), weil gerichtsmedizinische Befunde verloren gehen, einzelne Verdächtige gerade nicht greifbar sind oder - so hat man den Eindruck - weil man die Täter gar nicht finden will. Ein Verdächtiger - Klaus Haas, der, wie sich später herausstellt, Archimboldis Neffe ist - wird eingesperrt, obwohl er vermutlich nicht der Mörder war, denn die Morde gehen nach seiner Verhaftung weiter. Haas nennt zuletzt sogar die Namen der wirklichen Mörder, die er im Gefängnis erfahren hat. Man ist geneigt, ihm zu glauben, obwohl der Roman so eindeutig nicht ist: vielleicht war Haas es ja doch, oder vielleicht ein ganz anderer...? Aber eigentlich ist man nach der Lektüre dieses Romanteils viel zu ermüdet, um sich solche Fragen zu stellen.

Wie großartig aber ist der Teil über Archimboldi! Die Geschichte des Autors wird erzählt, die in Preussen halb märchenhaft beginnt und sich dann über verschiedene Stationen - darunter der 2. Weltkrieg mit einer Art literarischer Erweckung irgendwo in Russland - bis ins hohe Alter Archimboldis erstreckt. Die Lebensgeschichte ist durchwachsen mit zahlreichen Abschweifungen, in denen die oft skurrilen Geschichten von Nebenfiguren erzählt wird. Ich musste an Gogol denken und an seine Art, von kleinen Motiven und Nebenfiguren ausgehend, ab- und ausschweifende und immer originelle Geschichten zu erfinden, die vor Leben überschäumen. Von den derbsten Motiven und Fäkalsprache bis hin zu lyrischen Passagen und philosophischen Exkursen reicht das literarische Spektrum.
Spannend ist auch der Teil über Fate, der am ehesten einem Thriller gleichkommt, und der Teil über die Kritiker, der eine Art literaturwissenschaftlichen Krimi darstellt (gesucht wird nicht der Täter, sondern der Autor).

2666 halte ich für unbedingt empfehlenswert. Die einzelnen Teile sind auch getrennt voneinander lesbar und verständlich, wenngleich das drückende Unbehagen, das einen beim Teils über die Frauenmorde begleitet, vielleicht eine Art Resonanzboden für den Teil über Archimboldi erschaffen kann, der sonst fehlte. Jedenfalls wäre mein Rat für Leser, die irgendwo in Mitte des 1100-Seiten-Schmökers aufgeben wollen, zumindest den letzten Teil über Archimboldi zu lesen; er entschädigt für alle Mühen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeit nehmen, 20. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Taschenbuch)
Abtauchen, in das Buch eintauchen, in die skurrile Welt, in die Gedankenwelt Bolaños, in die südamerikanische Literatur, in deren Denke und deren Erzählweisen. Bevor man sich 2666 zur Brust nimmt, sollte man in einem kleinen seinen Werke versuchen, ob man Bolaño-fest ist, denn sonst ist das Buch ein schwerer Brocken, der heftig auf dem Nachttisch liegt und einem die Laune verderben kann. Mit Affinität zur süd- und mittelamerikanischen Literatur ist es eine wunderbare Suche nach einem seltsamen Deutschen. Irgendwo in Mexiko.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vorfreude aufs Weiterlesen, 2. September 2013
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Taschenbuch)
Der Urlaub bringt die Muße für Groß-Romane. "2666" steht nicht für die Zahl der Seiten des Werks (1096), sondern transportiert die "Teufelszahl" 666 ins Jahrtausend. Denn teuflich geht es zu in Santa Teresa in Mexico, wo eine wenig bis gar nicht aufgeklärte Mordserie an Hunderten Frauen die Einwohner verstört. Realer Kern des Romans ist eine ähnliche Mordserie in Ciudad Jurarez. Ansonsten geht es bei "2666" um den fiktiven deutschen Schriftsteller Benno von Archimboldi und die Suche nach ihm, um Literaturwissenschaft, Liebesaffären, das Verlagsgeschäft, Drogenkartelle, Black Muslims, den zweiten Weltkrieg, Journalismus, Boxen, die oberen Zehntausend und die unteren Milliarden, Wahnsinn und Methode. Bolaño webt fünf Teile zu einem Ganzen zusammen, dessen Fäden ineinander übergehen, ohne ein klares Muster zu ergeben. Ist Archimboldi der Mörder? Gibt es ihn überhaupt? Schillernde Details, Handlungsstränge, die angedeutet, aber nicht zu Ende erzählt werden, was den Rezensenten dennoch nicht verstimmt - zu bunt sind die Geschichten, zu phantasievoll die Erzählweise. Kein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann. Aber eines, das man am nächsten Tag mit Vorfreude wieder in die Hand nimmt. "2666" ist posthum erschienen; der Autor, gebürtiger Chilene, starb 2003 in Spanien an einer schweren Krankheit.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwere Kost: Dieses Buch ist ein Kampf mit den Seiten, 14. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nachdem dieses Buch von der Fachpresse bejubelt wurde und ich in jeder Buchhandlung direkt mit der Nase drauf stieß wünschte ich es mir von meinen Eltern zu Weihnachten. Ein halbes Jahr später (!) kann ich Vollzug melden, ich habe mich durchgekämpft! Es hat Wochen ja Monate gedauert.
Zwischendurch gibt es Phasen da verfluchst du dieses Buch, du fragst dich wo ist der rote Faden und wie hängt das alles zusammen, oftmals enthalten Obergeschichten wieder Untergeschichten, wie Mosaikteilchen fügt sich zum Schluß ein loses Bild zusammen, daß nur teilweise passen will - auch deshalb weil der Autor den Roman nicht fertig stellen konnte, dieser also unvollständig ist.
Das Gesamtbuch besteht aus fünf Einzelbüchern. Es wurde ursprünglich diskutiert die Bände einzeln zu veröffentlichen, aufgrund der thematischen Verbindungen entschloss man sich für einen Band. Das habe ich erst im Appendix gelesen.
Deprimierend an diesem Werk ist, daß über hunderte von Seiten Frauen-Leichen beschrieben werden. Es gibt kein Happy End, keine Auflösung...dies ist also auch kein Kriminalroman...insofern fragt man sich ob die zahlreichen Rezensenten die schwere Schwarte überhaupt komplett gelesen haben...
Dies ist kein Buch für mal eben zwischendurch. Du mußt viel Ruhe und Zeit haben, um dich drauf einzulassen. Es zwingt dich zur Auseinandersetzung mit dem Leben in all seinen Facetten.
Die Wirkung setzt erst dann ein wenn du damit durch bist. Es ist kein Buch, das du einfach vergißt, es prägt sich ein und hinterläßt Spuren.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein rätselhaftes Vermächtnis, 3. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ein rätselhaftes Vermächtnis, finden sie nicht?" heißt es am Ende von Bolanos epischem, 1100 Seiten umfassenden Schwanengesang, und das ist das Mindeste, was man von 2666 behaupten kann. Ein Roman, der wie ein Komet in der Literaturlandschaft einschlug und Kritiker auf aller Welt zu Begeisterungsstürmen hinreißen ließ. Der Verlag taufte 2666 in aller Bescheidenheit einen "Jahrhundertroman". NuN leben wir in einem Zeitalter der Superlativen, und zwangsläufig stellt sich die Frage: Was ist wirklich dran?

Die Schwierigkeit, 2666 in irgendeine Kategorie einzuordnen, setzt schon bei der Handlung an, denn diese ist ein Geflecht aus unzähligen Episoden, hunderten Charakteren, den verschiedensten Schauplätzen und umspannt das gesamte 20. Jahrhundert. Ursprünglich fünf einzelne Geschichten bilden den groben Rahmen, allen gemeinsam sind in irgendeiner Form die zentralen Themen: Literatur, Sex und Gewalt, alle fünf Geschichten führen früher oder später nach Santa Teresa in Mexiko.

Im ersten Teil geht es um vier Literaturwissenschaftler. Ein Franzose, ein Spanier, ein Italiener und eine Engländerin. Sie alle teilen die Leidenschaft für einen verschollenen, deutschen Autor namens Benno von Archimboldi, welcher mit obskuren Romanen ihre Begeisterung entfacht hat und inzwischen als Nobelpreiskandidat gehandelt wird. Immer wieder reisen sie auf verschiedenste Literatenkongresse, diskutieren über Archimboldi, und steigen miteinander ins Bett. Ihre einzige Spur, nach jahrelangem Suchen, verliert sich in Santa Teresa.

Im zweiten Romanteil treffen sie auf einen Philosophieprofessor, Amalfitano, welcher unter anderem vor seinem Haus ein Geometriebuch an einer Wäscheleine aufhängt, tagsüber seltsame Gestalten sieht und des Nachts die Stimme seines verstorbenen Vaters hört - kurzum: Er ist drauf und dran, den Verstand zu verlieren. Seine einzige Sorge gilt nun noch seiner Tochter Rosa, jung und hübsch, und um deren Leben er aufgrund der andauernden Verbrechen in Santa Teresa fürchtet.

Rosa wiederum taucht im dritten Teil auf, in dem sie auf einen amerikanischen Reporter names Oscar Fate trifft, der eigens für einen Boxkampf angereist ist, sich schon bald aber vielmehr für die Verbrechen interessiert, sich in Rosa verliebt und mit ihr zu entkommen versucht.

Im vierten Teil dann rückt Bolano Santa Teresa, und die andauernde Mordserie an Frauen (nach realem Vorbild: Ciudad Juarez) in den Mittelpunkt. Über die Jahre hinweg fallen hunderte, meist junge Frauen Mördern zum Opfer, die nie gefasst werden. Protokollartig schildert Bolano die Morde, die Leichenbefunde, insgesamt 108 auf rund 300 Seiten verteilt, schonungslos aneinandergereiht, detailliert aber keinesfalls voyeuristisch. Parallel hierzu erzählt er von der ermittelnden Polizei, die aufgrund mangelnder Ermittlungserfolge eher ohnmächtig dem Grauen beiwohnt. Vor allem dank der nüchternen Prosa Bolanos, frei von jeder Sentimentalität, erfährt dieser Teil seine erschütternde Wirkung.

Im fünten und letzten Teil schließlich erfahren wir von der Lebensgeschichte Benno von Archimboldis, der eigentlich Hans Reiter heißt, aus Preußen stammt, als Soldat im 2. Weltkrieg dient, Schriftsteller wird, durch halb Europa irrt und schließlich ebenfalls nach Santa Teresa reist, um dort den Sohn seiner Schwester - Klaus Haas - zu besuchen, welcher beschuldigt wird, für zahlreiche der begangenen Frauenmorde verantwortlich zu sein und in Santa Teresa im Gefängnis einsitzt.

Um dieses Konstrukt spinnt Bolano endlos viele Geschichten. Aus dem Nichts rücken Figuren in das Zentrum der Geschichte, nur um wieder zu verschwinden. Liest man z.B. noch eben, wie sich ein junger Wehrmachtssoldat in einer verlassenen Hütte verschanzt, entdeckt dieser dort ein Buch eines russischen Science-Fiction-Autors; es folgt ein Exkurs über diesen Autor, dann werden Auszüge aus dessen reichlich skurrillen Werken präsentiert und plötzlich hockt man wieder mit dem Soldaten zusammen in der Hütte und wundert sich nicht wenig. 2666 ist unberechenbar, jederzeit kann alles passieren, und jederzeit passiert alles.

Bolano hatte scheinbar eine diebische Freude daran, aberwitzige Biografien selbst zu den kleinsten Nebenfiguren zu entwickeln, ebenso inszeniert er einzelne Geschichten immer wieder wie einen Kriminalroman, z.B. auf der Suche nach Archimboldi, oder den Mördern von Santa Teresa, nur um dann kurz vor der Auflösung alles fallen zu lassen und sich Neuem zuzuwenden. Aufklärung wird kaum geschafft, wenn man glaubt Bolano hat nun endlich ein Geheimnis gelüftet, entpuppt sich dies in Wirklichkeit als neues Rätsel. Wer versucht, hinter all dem durchzusteigen, hat kaum Aussicht auf Erfolg. 2666 strotzt vor offenen Enden, kaum ein Handlungsstrang wird zu Ende geführt, was einerseits unbefriedigend sein kann, aber eben auch den besonderen Reiz dieses Romans ausmacht.

Müsste ich 2666 in wenigen Worten zusammenfassen, wären dies folgende: Wahnsinn, Einsamkeit, Tod, Grauen, Sex und Gewalt. Keine Wörter, mit denen man erst einmal Positives assoziiert, und das hat seinen guten Grund: 2666 ist auf bedrückende Art und Weise realistisch, eine unheimliche und düstere Stimmung durchzieht den ganzen Roman, immer untersetzt von einer melancholischen Stimme, die nur hier und da aus ihrer nüchternen Tonlage ausreißt und den Leser mit schwarzem Humor oder überdrehten Metaphern überfällt.

Ob 2666 all dem Hype und den Lobpreisungen gerecht wird, ist wie so oft Ansichtssache. Wer zu diesem Buch greift, sollte sich von vornherein bewusst sein, daß einen schwere Kost erwartet. Nicht schwer, weil Bolano unverständlich schreibt, sondern weil er den Leser mit einer tristen, am Abgrund stehenden Welt konfrontiert, weil er einem kaum fröhliche oder glückliche Momente gönnt, weil 2666 einen wie ein Strudel immer weiter hinabzieht. Aber Bolano wagt auch, was nur noch wenige wagen: Ein Ungetüm von einem Roman zu schreiben, ohne Abstriche an den Massengeschmack, den Konventionen trotzt, ohne den Leser zu schonen.

Ob 2666 ein Jahrhundertroman ist, wird allein die Zeit zeigen. Ich zumindest habe Bolanos Vermächtnis sehr genossen, denn es war ein aufregender Ritt, eine völlig neue Leseerfahrung, und zurücl bleibe ich mit der Ahnung, daß in der Literatur nicht nur alles möglich ist, sondern daß Werke wie 2666 höchstens einmal pro Jahrzehnt das Licht der Welt erblicken.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ich habe keinen Zugang gefunden, 22. September 2011
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich ringe schon seit Wochen mit dem Buch, ein Zeichen für mich, dass mir das Buch weder einen ästhetischen Gewinn noch einen anderen Nutzen bringt.

Ich frage mich dauernd, was hier an mir vorbeiläuft, wo das Buch doch in vielen Rezensionen, nicht nur hier, sondern auch in FAZ usw. als große Literatur gefeiert wurde.

Man sieht aber auch wieder einmal, wie unterschiedlich die Rezeption eines Buches sein kann.

Zu Beginn konnte das Buch eine gewisse Spannung und ein Interesse aufbauen, aber das literarische Quartett auf der Suche nach dem mysteriösen Schriftsteller wurde für mich im Laufe des Buches immer unglaubwürdiger. Zwar war die verwendete Sprache und der teilweise endlose Satzbau (wo sich einzelne Sätze über mehrere Seiten erstreckten), zwar recht interessant. Aber das konnte den Wert des Buches nur sehr bedingt für mich heben.

Insbesondere das 4. Buch, bei dem es auf endlosen Seiten um die zahllosen Morde von Frauen ging, wurde unerträglich für mich. Mir ist schon klar, worum es dem Schriftsteller in der sachlichen und analytischen Beschreibung der Mordopfer und der Suche nach den Tätern ging. Aber irgendwann war es dann auch gut damit, und es war schlicht unnötig, den Text durch immer weitere Wiederholungen ähnlicher Morde aufzublasen, damit auch noch der letzte, der nicht verstehen will, versteht, worum es bei dem Buch oder speziell bei diesem Teil des Buches gehen soll.

Mir geschieht es höchst selten, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese, da ich versuche, schon bei der Auswahl des Buches möglichst selektiv vorzugehen. Aber hier konnte ich nicht anders, als das Buch entnervt zur Seite zu legen. Für mich blieb die Tür leider geschlossen, um nicht zusagen verborgen, durch die ich einen Zugang zu dem Buch finden konnte.

Nun kann man sicher sagen, dass man das doch dem Buch nicht anlasten kann, wenn man selbst keinen Zugang zu dem Buch findet. Trotzdem könnte es doch große Literatur sein.

Nun, zumindest für mich, ist das Buch jedoch keine große Literatur. Ich möchte dem (früh) verstorbenen Schriftsteller sicher kein Unrecht tun, aber für mich war das Buch leider eine große Enttäuschung. Schade um die vertane Zeit.
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2666: Roman
2666: Roman von Roberto Bolano (Taschenbuch - 5. September 2011)
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