Kundenrezensionen


364 Rezensionen
5 Sterne:
 (142)
4 Sterne:
 (88)
3 Sterne:
 (59)
2 Sterne:
 (41)
1 Sterne:
 (34)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein typischer Zafón - und doch ganz anders...
...zumindest wenn man von 'Der Schatten des Windes' ausgeht.
Nach einer unglückseligen Jugend darf der 17jährige David Martin, dessen Leidenschaft das Schreiben ist, seine ersten Geschichten in einer Zeitung veröffentlichen. Er hat Erfolg, doch durch Neid und Mißgunst von Kollegen verliert er seine Stelle. Sein Freund und Förderer Vidal...
Veröffentlicht am 7. Januar 2010 von Xirxe

versus
233 von 256 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespalt
Wahrscheinlich bin ich der letzte Mensch auf der Welt, der den Schatten des Windes noch nicht gelesen hat. Insofern hatte ich bei der Lektüre von Das Spiel des Engels auch keine Erwartungen, die enttäuscht werden konnten. Und enttäuscht bin ich auch nicht. Nur vollkommen zwiegespalten.

Einerseits habe ich das Buch gerne und zügig gelesen,...
Veröffentlicht am 7. Mai 2009 von Muschelkalk


‹ Zurück | 1 237 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

233 von 256 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespalt, 7. Mai 2009
Wahrscheinlich bin ich der letzte Mensch auf der Welt, der den Schatten des Windes noch nicht gelesen hat. Insofern hatte ich bei der Lektüre von Das Spiel des Engels auch keine Erwartungen, die enttäuscht werden konnten. Und enttäuscht bin ich auch nicht. Nur vollkommen zwiegespalten.

Einerseits habe ich das Buch gerne und zügig gelesen, und insbesondere die schaurig-schönen Beschreibungen von Barcelona, das hier keineswegs als sonnendurchflutete Mittelmeerstadt daherkommt (wie ich es mir vorgestellt hatte), haben mir gut gefallen. Andererseits denke ich seit Tagen darüber nach, was genau ich in diesem Buch nicht begriffen habe - oder ob es vielleicht gar nichts zu begreifen gab.

Die Handlung: Der junge, ehrgeizige weil aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Schriftsteller David Martin bekommt von einem geheimnisvollen Verleger den geheimnisvollen Auftrag ein geheimnisvolles Buch zu schreiben. (Das Buch ist so geheimnisvoll, daß wir, die Leser, nie auch nur eine einzige Zeile aus dem Buch im Buch zu lesen bekommen. Das an sich finde ich bei einem Buch über das Bücherschreiben schon etwas befremdlich). Sowohl David als auch der Leser erkennen schnell, daß es sich um den klassischen Teufelspakt handelt, weshalb die verspäteten Versuche Davids, sich daraus zu befreien, für ihn und alle um ihn herum nur im Unglück enden können.

Das Buch hat meiner Meinung nach zwei Schwächen: Erstens verzettelt es sich in zu vielen phantastischen Elementen, von denen kein einziges schlüssig aufgelöst wird. Und da auch dem Autor die Lösungen fehlen, läßt er alles einfach in Mord und Totschlag enden.
Zweitens, und das ist wirklich fatal bei einem Roman, der in der ersten Person erzählt wird: Für den Ich-Erzähler David Martin kam bei mir bis zur letzten Seite keine Sympathie auf. Er wirkte auf mich eigenartig passiv und schwach, abhängig von stärkeren Charakteren wie seinem väterlichen Freund Don Pedro oder dem sympathischen Senor Sempere, und wird damit ein williges Opfer des "Engels". Selbst die eingeflochtene Liebesgeschichte berührte mich überhaupt nicht, weil ich den Protagonisten nicht liebenswert fand.

Und dann, andererseits, auch wieder starke Szenen: David hat endlich sein erstes Buch unter seinem eigenen Namen veröffentlicht. Voller Stolz läßt er seiner Mutter, die ihn als Kind verlassen hat, ein Exemplar zukommen. Er beobachtet, wie sie das Buch verständnislos anschaut und dann wegwirft. - Und während ich ernsthaft bis zur letzten Seite erwartet habe, daß die Mutter nochmals auftaucht, hat David die Kränkung innerhalb weniger Absätze vergessen und kommt nie wieder darauf zurück.

Mein Gesamteindruck ist, daß der Autor - der echte, Ruiz Zafon - sehr viele nette Ideen, aber keine Zeit, keine Lust oder keine Energie hatte, sie in einem logisch aufgebauten Roman zu verarbeiten. Folglich hat er einfach einzelne Szenen und Gedanken durch Fantasy-Elemente miteinander verbunden. Sehr clever. Frage ist nur, ob Klappentext und Kritik so wohlwollend gewesen wären, wäre dies der Erstling eines unbekannten Autoren und nicht der Nachfolger eines Weltbestsellers gewesen. Den werde ich übrigens als nächstes lesen... sehr gespannt und voller Erwartungen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein typischer Zafón - und doch ganz anders..., 7. Januar 2010
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
...zumindest wenn man von 'Der Schatten des Windes' ausgeht.
Nach einer unglückseligen Jugend darf der 17jährige David Martin, dessen Leidenschaft das Schreiben ist, seine ersten Geschichten in einer Zeitung veröffentlichen. Er hat Erfolg, doch durch Neid und Mißgunst von Kollegen verliert er seine Stelle. Sein Freund und Förderer Vidal vermittelt ihn an zwei ausbeuterische Verleger, für die er eine neue Serie anspruchsloser Geschichten schreibt - diese ist bald ebenfalls sehr erfolgreich. Er mietet sich im Haus seiner Träume eine Wohnung, doch glücklich wird David dennoch nicht, denn er ist unglücklich verliebt ohne Aussicht dass dieser Zustand sich ändert. Auch das Schreiben befriedigt ihn nicht und als ein mysteriöser Verleger ihm für eine immense Summe einen Auftrag für ein Buch erteilt, nimmt er diesen an.
Damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf: Dieser Auftrag und der auf merkwürdige Weise verstorbene Vorbesitzer seiner Wohnung scheinen miteinander in Zusammenhang zu stehen. David beginnt nachzuforschen und wird in ein verworrenes Komplott verstrickt, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
Zafóns Sprache ist unverkennbar: bilderreiche Beschreibungen, eine Wortvielfalt die ihresgleichen sucht. Doch im Vergleich zu 'Der Schatten des Windes' fehlen die Geschehnisse und Erzählungen, die Ausführungen und Anekdoten zu allem und jedem, die zeitweise beinahe märchenhaft anmuteten. Stattdessen gibt es eine durchgängige Geschichte, die an Düsternis und Trostlosigkeit fast nicht zu überbieten ist. Kaum ist dem Protagonisten etwas Glück hold, trifft ihn bereits der nächste Schicksalsschlag. Und Zafón handelt diesmal auch , zumindest ansatzweise, eine der großen Fragen der Menschheit ab: Was ist Religion, wie entsteht der Glaube an Gott? Keine Angst, auch für Atheisten ist dies durchaus lesenswert. Zudem nimmt dieser Teil nur einen kleinen (zu kleinen?) Raum des Buches ein. Ich persönlich hätte gerne mehr darüber gelesen.
Fazit: Wieder sehr gute Unterhaltung, diesmal sogar mit etwas Tiefgang :-), wenn auch insgesamt die düstere Stimmung fast etwas überhand nimmt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Düsteres Barcelona, 1. Mai 2009
Natürlich, auch ich habe "Schatten des Windes" gelesen und war von diesem Roman fasziniert. Und natürlich - es ist schwer, nach so einem Erfolg einen weiteren überragenden Roman folgen zu lassen, da die Erwartungshaltung der Leser/innen sehr hoch ist.
Ich empfand diese Geschichte um den Protagonisten David Martin vor allem als sehr düster, fast schon depressiv - die Personen, die Stadt, die ganze Erzählung. Mich berührte weder die Handlung, noch waren mir Personen im Buch sonderlich sympatisch - außer natürlich der gute Buchhändler Sempere und Sohn. Es gab viele Handlungsstränge, die nachher irgendwie sehr lose zusammengeführt wurden.
Mich ließ nicht nur das Ende, sondern das ganze Buch ratlos zurück. Am Anfang dachte ich, vielleicht verstehe nur ich die Geschichte einfach nicht - aber nach dem Lesen vieler Rezensionen bin ich doch froh, dass es anderen Leserinnen und Lesern ähnlich ging.
Wer skurrile und düstere Geschichten mag, soll dieses Buch lesen. Ich würde es auf jeden Fall kein zweites Mal in die Hand nehmen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


370 von 430 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Surreal, aber ohne "Magie", 21. Dezember 2008
Nein, es ist nicht fair, ein Buch an einem anderen zu messen. Aber Tatsache ist nun mal, dass Leser so etwas tun. Bewusst oder unbewusst vergleichen sie Werke miteinander, umso mehr, wenn es sich dabei um Werke desselben Autors handelt. Wie käme also "Das Spiel des Engels" um einen Vergleich mit dem "Schatten des Windes" herum? Darauf gibt es nur eine Antwort: gar nicht!
Ein Rezensent weiter oben meinte - übrigens sehr originell und treffend ausgedrückt - er sei nicht nur ein Fan vom "Schatten ..." sondern ein "Jünger" desselben. Mit Ihrer Erlaubnis, liebe(r) M. Thomas, möchte ich mich dieser sicherlich nicht kleinen "Jünger"-Gemeinschaft zugehörig bezeichnen.
Unter diesen Voraussetzungen hatte der "Engel" kein leichtes "Spiel": Die Erwartungen waren enorm, und dann sind bekanntlich Enttäuschungen ja meist vorprogrammiert.

Als Zafons neuer Roman angekündigt wurde, war meine Freude riesengroß, doch je näher der Erscheinungstermin rückte, mischte sich zu meinen Erstaunen immer mehr -wie soll ich es nennen? - Angst in die freudige Erwartung. Endlich war es soweit: Der Tag X war da, das Lesevergnügen konnte beginnen. Zunächst war die Welt noch in Ordnung: ein vielversprechender Anfang, die Sprache wunderschön fließend (ein dickes Lob an dieser Stelle an Herrn Schwaar!!!) - also alles wie gewohnt.
Und als dann klar war, was für eine Art Buch David Martin für Andreas Corelli (Initialen "A.C." - Antichrist = Zufall?) schreiben soll, konnte ich nur ehrfürchtig staunen: Wow!!! Er (Herr Zafon) hat's mal wieder geschafft, der Geschichte einen genialen Dreh zu geben. Respekt!
Ab da waren meine letzten Zweifel verflogen, und ich las mit der "positivsten" Einstellung (man entschuldige diese unmögliche Steigerung) weiter.
Zwischendurch las ich die ersten Rezensionen der "schnelleren" Leser durch und dachte bei den etwas zurückhaltenderen, welche die "losen Enden" bemängelten oder sich an dem Übernatürlichen/ Surrealen/ Irrealen störten, zunächst noch: Sooo schlimm wird's wohl nicht sein, das wird sich sicher alles noch finden. Leider sollte ich damit Unrecht haben. Nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte (und meine Zuversicht mit fortschreitender Seitenzahl immer mehr dahinschwand), musste ich diesen Rezensenten (allesamt "Schatten" -Jünger anscheinend), die ihre Enttäuschung bestimmt auch nur schweren Herzens zu Papier (sprich "ins Netz") gebracht hatten, zustimmen.
Wo sich beim "Schatten des Windes" der Kreis schließt, und sich zum Schluss alles makellos ineinander fügt, wie in einem Mosaik (und jedes scheinbar übernatürliche Ereignis eine völlig natürlich-rationale Erklärung hat), bleiben beim "Spiel des Engels" so manche lose Enden übrig, die den Leser unbefriedigt zurücklassen.
Das Eindringen des surrealen Elements in die Realität hat mich letztlich sehr irritiert - da helfen auch die ganzen Faust-Mephisto - Parallelen nicht. Dabei bin ich als Walter Moers' Zamonien - Fan und "Herr der Ringe" - Jünger dem Fantastischen durchaus wohlgesonnen. Doch das muss in sich selbst stimmig sein, oder aber es funktioniert nicht.
Nun ein paar (sehr persönliche) Anmerkungen zu den Charakteren: Im "Schatten ..." habe ich sie alle geliebt - die "Guten" sowieso und die "Bösen" auch (Was ist doch Fumero für eine grandios gelungene Gestalt - auch wenn man ihm im wirklichen Leben nie und nimmer begegnen möchte!) Doch die besten sind die, die sich einem Schwarz-Weiß-Schema entziehen (Julian Carax).
Diese Ambiguität spürt man auch bei manchen der "Spiel des Engels"-Charaktere, doch hilft sie einem nicht wirklich dabei, sie zu "mögen", und manchmal fällt einem sogar das Verstehen ihrer Handlungsmotivation schwer.
David Martin hat mich nicht "berührt". Und wenn man mit der Hauptperson eines Romans nicht "warm werden" kann, dann stimmt etwas nicht.
Es gab im "Schatten ..." mehr als eine Szene, die mich buchstäblich zu Tränen gerührt hat - und ich habe sie niemals als kitschig oder konstruiert empfunden, obwohl es Vorwürfe in diese Richtung gab. (Schließlich bietet die reale Wirklichkeit manchmal "Zufälle", dass man ob deren Unwahrscheinlichkeit nur staunen kann.)
Dieser Faktor des "die Seele Berührens" fehlt meiner Meinung nach dem "Spiel ..." völlig. Die Tragik der einzelnen Schicksale mag nicht recht überzeugen und geht einem nicht unter die Haut (so lässt einen Davids und Christinas Liebe seltsam kalt). Woran das liegt, kann ich nicht auf den Punkt bringen. Es ist einfach (k)ein Gefühl (da).
Wenn die schönsten und berührendsten Momente des Buches sich (ebenfalls meiner subjektiven Meinung nach) allein in der Buchhandlung von Sempere und Sohn abspielen (also im "alt-geliebten Milieu"), dann weiß ich auch nicht: entweder bin ich gnadenlos voreingenommen (was ich wirklich nicht sein will), oder aber "Das Spiel des Engels" hat dem unvermeidlichen Vergleich mit seinem großartigen Vorgänger - ganz objektiv betrachtet - nicht standhalten können.
Hierzu möge sich jeder sein eigenes Urteil bilden!

PS. Ich bin mir dessen bewusst, dass dies keine Rezension im eigentlichen Sinne ist (und bestimmt nur wenig hilfreich - wenn überhaupt), sondern vielmehr eine ziemlich wilde Ansammlung ureigener subjektiver Eindrücke, die ich mir einfach mal von der Seele schreiben wollte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwiespalt, 28. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Spiel des Engels: Roman (Taschenbuch)
Ich habe soeben Das Spiel des Engels" zu Ende gelesen. Die Geschichte hat mich so verwirrt und verloren zurückgelassen, dass ich unbedingt eine Rezension dazu schreiben wollte, nicht zuletzt auch deshalb, um mir meine offenen Fragen zur Handlung einerseits, aber auch das Erstaunen über die meisterhafte Sprache Carlos Ruiz Zafóns von der Seele zu schreiben".
Als ich das Buch jedenfalls beendet hatte, blieb ich mit vielen Fragen zurück, u.a. damit, ob ich irgendwas nicht mitgekriegt habe oder einfach nicht verstanden habe. Ob ich ein wichtiges Element, das alle Mysterien der Handlung aufklären kann, übersehen habe. Aber da es vielen anderen Rezensenten zu meinem Trost ebenso zu gehen scheint wie mir, bin ich für mich nun zu dem Schluss gelangt, dass es vermutlich nichts zu verstehen gibt, dass das Buch für die aufgeworfenen Rätsel und Fragen keine Antworten liefert.
Die Geschichte lässt sich meines Erachtens nach in zwei essenzielle Stränge einteilen, die irgendwie miteinander verwoben zu sein scheinen, auf der einen Seite die Geschichte Davids und sein Pakt mit Andeas Corelli, auf der anderen Seite die Vergangenheit des Turmhauses mit seinem früheren Bewohner Diego Marlasca, auf dessen Spuren sich David begibt.
Schon ab einem frühen Zeitpunkt der Handlung beginnt der Autor, immer wieder geradezu paranormal anmutende Elemente in seine Geschichte einzuflechten, die mich von Anfang an fasziniert und mitgerissen haben. Als Beispiel hierfür wären das Bordell und Chloé zu nennen, oder Davids düstere Operation, die ihm im Traum das Leben rettet. Diese Elemente haben mich gefangen genommen und ich war gespannt, wie der Autor all diese Elemente (neben den Nachforschungen Davids zu Diego Marlasca) am Ende zu einem großen Ganzen verbinden würde (ich möchte nicht verschweigen, dass dies eine wahrscheinlich nur schwierig zu bewerkstelligende erzählerische Meisterleistung bedeutet hätte, die ich Zafón aber sofort zugetraut hätte). Außerdem fragt man sich, wer nun all die Morde begeht und warum Corelli um jeden Preis so ein mächtiges Buch veröffentlichen will?
Bis zum Epilog konnte ich das Buch nicht wegelegen, immer in der Hoffnung, dass Zafón gleich alles noch aufklären würde, dass auf der nächsten Seite sicher gleich die ersehnte Erklärung auftauchen würde, die dieses Buch zu einem einzigartigen Meisterwerk gemacht hätte. Aber es kam nichts dergleichen. Das Ende hat mich irgendwie enttäuscht. Für den Showdown am Ende hätte ich mir eine große Konfrontation zwischen David und Corelli gewünscht, dass sich David gegen den mit Corelli geschlossenen Pakt aufbäumt und sich von der scheinbaren Personifikation des Bösen befreit und seine Freiheit zurückerkämpft und dass sich, zweitrangig, das Rätsel um Marlasca auflöst. Stattdessen steht am Ende eine brutale Todesszene an der nächsten, in denen David ganz banal vor der Polizei davonläuft. Von Corelli ist dort keine Spur. Was es nun genau mit Salvador, Marlasca und den geschehenen Morden auf sich hat, wird ebenfalls nicht befriedigend erklärt.
Am Ende steht Davids Flucht aus Barcelona. Im Epilog kehrt der Patron schließlich voller Reue und Menschlichkeit zurück, mit einer neunjährigen Cristina an der Hand. Diese Situation verleiht dem Buch zwar ein versöhnliches und magisches Ende, jedoch erfährt man nicht, wieso der Patron auf einmal seine Haltung gegenüber David verändert hat, warum er nun als Wohltäter auftritt und Davids große Liebe wieder erstehen lässt und den beiden ein neues Leben schenkt. Das Buch, das er von David wollte, wurde nicht veröffentlicht. Aus welchem Grund sollte Corelli nun also so friedfertig handeln?
All diese Fragen hinterließen eine unbefriedigende Leere. Jedoch muss neben all der Kritik aber auch unbedingt erwähnt werden, dass Zafón wie schon im ersten Teil mit seiner wunderschönen Sprache und seiner einzigartigen Fähigkeit, seine Leser in ein düsteres Barcelona voller Spannung zu entführen, zu begeistern weiß. Er beherrscht seine erzählerischen Werkzeuge bis hin zur Perfektion, was für den Leser ein echtes Lesevergnügen erzeugt (habe das Buch auf spanisch gelesen). Von Anfang an konnte ich das Buch nicht weglegen. Hinsichtlich der Charaktere würde ich gern sagen, dass ich die bereits so oft erwähnte Antipathie anderer Leser gegenüber David nur teilweise nachvollziehen kann. Am Anfang fand ich David sehr sympathisch und ich konnte nicht anders, als auf jeder Seite mit ihm mit zu hoffen und zu leiden. Allerdings erreicht die Entwicklung des Charakters einen Punkt, in denen Davids Zynismus und Verbitterung überhand nimmt und man sich irgendwann nicht mehr so recht mit ihm identifizieren kann. Es wäre außerdem wünschenswert gewesen, wenn die Figur der Cristina deutlicher herausgearbeitet gewesen wäre, sodass verständlicher gewesen wäre, was diese Frau an sich hat, dass David an ihrem Verlust fast verzweifelt. Ansonsten fand ich alle Charaktere, wie schon im ersten Teil, hervorragend gelungen.

Was kann ich also abschließend sagen? Zunächst ist leider festzuhalten, dass Das Spiel des Engels" nicht an Der Schatten des Windes" heranreicht (den dritten Teil habe ich mir aber trotzdem bestellt und freue mich schon darauf). Jedoch ist das Buch trotz aller ungeklärter Aspekte sehr unterhaltsam, und man sollte bei aller Kritik auch vorsichtig sein, die in der Geschichte trotz allem gekonnt platzierten Spannungselemente nicht kaputt zu diskutieren und sie stattdessen für das, was sie sind, wertzuschätzen. Man sollte das Buch vielleicht unter einigen Prämissen lesen und sich darauf gefasst machen, dass der Grundton sehr düster und depressiv ist und dass man vieles nicht hinterfragen, sondern einfach nur hinnehmen und akzeptieren sollte. Dann hat man ein Buch voller reicher, meisterhafter Sprache, eine wahnsinnig spannende Geschichte und ein ganz versöhnliches Ende, das auf jeden Fall anders ausfällt, als man gedacht hätte. Vielen Dank für dieses Buch, Señor Ruiz Zafón!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Stern für die Spannung...., 25. Juni 2011
Es ist für mich als ehemaligen Buchhändler schon immer suspekt gewesen, wenn ein Autor den Verlag wechselt. Wer war da mit wem unzufrieden - Lektor oder Autor? Nun ist es ja historisch bedingt von Suhrkamp zu Fischer nicht weit, aber trotzdem....ich habe, da ich das Erstlingswerk dieses Autors schon nicht wirklich prickelnd fand (ich hatte damals immer den Eindruck, dass ich den Stil schon irgendwoher kannte, aber besser), sehr lange gewartet, bis ich dieses Buch hier angefasst und gelesen habe. Und das auch nur, weil ich die Sonderausgaben von Fischer optisch und haptisch (Taschenbuch mit Hardcover und Lesebändchen - komliment an die Marketingabteilung) sehr ansprechend finde. Was ist allerdings nicht ansprechend finde, ist der Wirr-Warr in diesem Buch. Handlungsstränge werden angefangen, aber nicht zu Ende geführt, Personen tauchen auf, verschwinden aber sofort wieder und diese ständigen Beschreibungen der Stadt...alles hat was von den damaligen "Wie-bringe-ich-möglichst-viele-Orte-auf-hundert-Seiten-unter-Köln-Krimis" bei Emonds (und diese möchte ich hier nicht abwerten).

Der Autor scheint sich gewaltig verzettelt zu haben. Am Anfang schreibt er einen Entwicklungsroman, dann geht er zur Mystik über (hat was von "Literarische Antwort auf Stephen King") und das letzte Drittel (der Showdown zieht sich ziemlich hin!) mit den detailierten Beschreibungen der Örtlichkeiten, Personen und Aktionen schreit förmlich nach "Verfilm' mich!!". Nach der Lektüre bestätigte sich also auch hier, alles schon mal irgendwo gelesen, aber auf mehrere Romane verteilt und besser.

Einen Stern bekommt das Buch dann doch...auch wenn vieles nicht(auf)geklärt wird, Spannung kann der Autor schon aufbauen(immerhin schreibt Ruiz Zafon auch mystische Jugendbücher - und das kann er), auch wenn sie im nächsten Augenblick wieder verpufft.

Thomas Hardow
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher, 11. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Spiel des Engels: Roman (Taschenbuch)
Auch ich habe zuerst "Schatten des Windes" gelesen und mich zunächst auf die Fortsetzung bzw. Vorgeschichte gefreut, jedoch war ich teilweise richtig erschrocken über den plötzlich so schlechten Schreibstil des Autors und die einfallslosen Wendungen. Hatte er bei "Schatten des Windes" einen Ghostwriter?

Positiv fand ich den Anfang der Story, er öffnet phantasievoll Türen für Gedankenspiele und Spannung, man will wissen, wie es letztendlich ausgeht. Nur darum habe ich durchgehalten bis zum Schluß. Auch schön war die Verknüpfung zu den Figuren im Vorgängerroman.

Kritisieren kann man dagegen folgendes:

Schreibstil:
Der Autor ergeht sich in schwülstigen Fabulierungen, man könnte meinen, er wird nach Menge der Adjektive bezahlt. Die Sonne geht entweder gerade auf pathetischste Weise auf oder unter, der Himmel ist immer blutrot, oder es ist gerade Schlag Mitternacht und es regnet "gläserne Doche". Ehrlich gesagt hatte ich den Eindruck, dass er mindestens die zweite Hälfte des Buches betrunken geschrieben haben muss.

Die Figuren:
Die Figren sind eigentlich im Grunde nur eine Figur in verschiedenen Gestalten. Alle reden auf die gleiche Weise, alle haben den sarkastischen Humor der Hauptfigur David. Gedankenlesen kann auch jeder. Und David Martin ist ja sooo ein toller Kerl, dass ihm die Damen des Buches zu Füßen liegen, auch wenn er dann eine davon großzügig an einen Freund spendet. Kommt mir fast vor wie aus nem Aufsatz von meinen 16-jährigen Schülern, die sich gerne mal mit ihrer Phantasiefigur identifizieren und ihre Heldenträume niederschreiben.
Dabei ist der Protagonist eher ein larmoyanter Kotzbrocken, zu dem ich einfach keine Symphatie aufbauen konnte.
Außerdem agieren die Personen teilweise völlig unlogisch. Gerade noch krank und dem Tode nah, verschwendet der "Held" nach seiner wundersamen Genesung nicht einen Gedanken mehr an seinen Tumor. Auch nicht an gewisse paranormale Phänomene, die werden bis zum Ende nicht geklärt. Auch die Liebesgeschichte ist von einem einzigen Fragezeichen gekennzeichnet.

Die Story:
Schon fast unfreiwillig komisch fand ich David Martins Recherche - er will jahrzehntelang gehütete Geheimnisse lüften und bricht dabei in Häuser ein oder "überfällt" einen Ladenbesitzer... alle wollen erstmal nichts sagen und doch - o Wunder - brechen sie nach zwei Zeilen Hin und Her ihr langes Schweigen und quasseln detailliert los wie bei der Telefonseelsorge. Auch was das seltsame Spiel des Polizisten zum Ende hin soll - keinen blassen Schimmer. Dem Autor ist wohl keine Geschichte für den Showdown eingefallen und hat sich dann an 80er-Jahre-Action-Serien orientiert.

Der Epilog: (bitte nicht lesen falls Sie sich noch vom Ende überraschen lassen wollen, es lohnt sich ;-)
Der Epilog ist eine Frechheit. Die sowieso sehr eindimensional gezeichnete Figur des "Bösewichts" (immer mit "wölfischem" Grinsen) packt auf einmal die Reue und er schenkt David Martin die getötete Geliebte in Gestalt eines Kindes!!! Das kleine Mädchen soll jetzt bei ihm bleiben. Wie darf ich mir denn das bitte vorstellen? Erst darf er sie erziehen, und wenn sie alt genug ist, darf er sie... nennen wir es heiraten? Wie praktisch, dass er nun, verflucht wie er ist, genau wie der böse Patron nicht mehr altert.

Das Fragezeichen:
Vielleicht liegt's an mir, aber kapiert hab ich nicht, was der Patron ist bzw. am Schluss auch David Martin. Vegetarische Vampire? So ne Art Teufel? Und was war das mit den unschuldigen Seelen, die die sündigen Seelen retten können, dieser Opferkram? Und warum braucht der Patron einen Ghostwriter für sein Religionsbuch? In dem alten Horrorfilm "Mouth of Madness" kam sowas auch vor, ein unglaublich erfolgreicher Autor, der ein Buch schreibt, das die Welt ins Chaos stürzen soll, aber der schreibt's eben selbst. Wozu braucht der Patron den Schauergeschichterschreiberling? Will er alle Schriftsteller der Welt für die Verbreitung des Bösen akquirieren? Wenn er mit jedem so langatmig textet wie mit David Martin müssten wir aber noch lang auf den Weltuntergang warten... Ganz im Ernst: für ne Erklärung wäre ich dankbar, wenn's jemand kapiert hat, vielleicht bekomme ich ja auch noch nen Aha-Effekt.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich mich über das Buch geärgert habe. Und über mich selbst, weil ich es ja hätte weglegen können. Ich wollte halt die Auflösung wissen. Ich werde mir das dritte Buch dieser Barcelona-Reihe trotzdem besorgen wenn es rauskommt, schließlich war "Der Schatten des Windes" ein wirkliches Lesevergnügen; aber sollte mich Teil 3 nach 100 Seiten wieder nerven, lese ich einfach den Epilog und entscheide dann ob es zum Papiermüll wandert. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Spiel, bei dem man nicht mitspielen muss, 27. Januar 2009
Nachdem meine Freundin bereits vor mir "Das Spiel des Engels" gelesen hatte und ziemlich gelangweilt war, bin ich auch mit eher geringen Erwartungen an das Buch gegangen.
Ich dachte mir schon, dass Zafon nicht erneut einen solchen Hammer wie "Der Schatten des Windes" schaffen würde. Aber so ein langweiliges und unbedeutendes Buch hatte ich nun wirklich nicht erwartet.
Es ist alles sehr unbefriedigend. Die Handlung ist teilweise so konfus und unglaubhaft konstruiert, wie ich es als begeisterter Leser des Vorgängers einfach nicht fassen konnte. Der krampfhafte Versuch erneut den Friedhof der verschollenen Bücher einzubauen misslingt und macht wenig Sinn.
Das ganze hat auch einfach etwa 200 Seiten zu viel. Viele Szenen tragen nichts zur Handlung bei.
Und das Finale... brutal und doof! Die Auflösung, soweit es denn überhaupt eine gibt ist sehr ärgerlich. Am Ende fragt man sich worum es denn überhaupt ging in diesem Schinken und hat das Gefühl die (versucht) komplexe Handlung wuchs Herrn Zafon sehr schnell über den Kopf.
Alles, wirklich alles, was den Vorgänger zu einem, in meinen Augen, wundervollen Roman machte, in dem man sich nur zu gerne verliert und bei dem man sich ständig fragte wieso dieser Mann so wundervoll magisch, fesselnd schreiben kann, fehlt dem Spiel des Engels. Wo sind die glaubhaften, leicht überzeichneten aber liebenswerten (oder hassenswerten) Charaktere, wo die ständig doppelbödige, mysteriöse Handlung (inkl. erstaunlicher Auflösung), wo die Liebe zur Literatur, zum (nicht übertriebenen) Detail und vor allem die Liebe zum Leben?
"Das Spiel des Engels" ist ein ärgerliches Buch, ein Wälzer wie sich viele auf den Bestsellerlisten drängeln und man nicht versteht wieso.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterhaft!, 8. Januar 2009
Zugegeben, ich habe Zafon's «Im Schatten des Windes» nicht gelesen. Deshalb konnte ich mich völlig unbeschwert an das Lesen von «Das Spiel des Engels» machen und musste nicht ständig in meinem Hinterkopf den Vergleich mit dem gekrönten Vorgänger anstellen.

Schon nach wenigen Seiten des Lesens aber war mir klar, dass ich ein besonderes Buch in Händen halte. Eines, das mich mit seinem Sprachreichtum in seinen Bann zog. Vor dem geistigen Auge lässt Zafon eine ganze Epoche aufleben und man wird ins Barcelona der 20er Jahre zurückversetzt. Ein Barcelona mit seiner ganz eigenen, unverkennbaren Mystik; ein Barcelona, das vor unsicheren Zeiten steht und für den Protagonisten der Geschichte, David Martin, schliesslich zur «Stadt der Verdammten» wird.
Dieser wächst unter ärmlichen Umständen allein mit seinem Vater auf. Er fühlt sich schon früh zu den Büchern hingezogen, doch der Vater verbietet ihm das Lesen, findet es völlig unnütz, seinen Kopf mit Gedanken anderer Menschen zu füllen. Doch David öffnen die Geschichten in den Büchern neue Welten, in die er vor dem tristen Alltag flieht. Überhaupt spielt die Kraft der Illusion in Zafon's «Das Spiel des Engels» eine wichtige Rolle und mehr als einmal sind die Grenzen zwischen Realität und Phantasie fliessend.

Als David's Vater völlig unerwartet ermordet wird, bricht für ihn die reale Welt zusammen. Er überlebt nur dank der Hilfe des Buchhändlers Sempere und den Büchern. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich David zu einem begnadeten Geschichtenerzähler entwickelt. Fortan flüchtet er sich in die Welt seiner eigenen Geschichten ' vorerst Schauerromane ', die er für einen Verlag schreibt und damit sogar Erfolg hat. Hier trifft er unter seiner begeisterten Leserschaft erstmals auf die Person, die sein weiteres Leben entscheidend verändern wird: Andreas Corelli. Doch wer ist dieser mysteriöse Verleger, der ihm ein unwiderstehliches Angebot macht? Gibt es ihn wirklich oder entspringt er der Phantasie David's, der sich immer mehr mit seinen Geschichten identifiziert?

Wie es weiter geht möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Die Geschichte ist in ihrem weiteren Verlauf sehr spannend. Verschiedene Handlungsstränge werden raffiniert miteinander verknüpft, neue Charaktere eingeführt und vertieft. Eine besondere Stärke Zafons ist der Dialog zwischen den Figuren. Meisterhaft. Mehr als einmal findet man sich selbst gedanklich mitten im Gespräch mit einem der Protagonisten und möchte ihnen Ratschläge erteilen. Ganz besonders hat es mir Isabella angetan, die mit feurigem Temperament, Direktheit aber auch Ehrlichkeit brilliert. Und während man als Leser mitfiebert, bleibt als einziger Wermutstropfen das unvermeidlich nahende Ende der Geschichte. Ich habe mich mehr als einmal an die Hoffnung gekrallt, die Geschichte möge nie enden. Das Ende dann ist gekonnt in einen Epilog gepackt und enthüllt das Geheimnis um die Person des Andreas Corelli.
Ein rundum gelungenes Buch mit einer eindeutigen Leseempfehlung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein anspruchsvoll-atmosphärischer Kaminfeuer-Schmöker!, 15. November 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn ich den potentiellen Lesern von Carlos Ruiz Zafons neuem Buch "Das Spiel des Engels" eine leichte Grippe wünsche, so geschieht das nicht aus Bosheit, viel mehr aus Fürsorge:
Hat man doch dann erst recht allen Grund, sich aus der Wirklichkeit davon zu stehlen und mit diesem Buch ein ungestörtes Lese-Rendezvous zu verleben.

Erneut zieht Zafon die Leser in eine ganz eigene Welt, für die Barcelona zehn Jahre vor dem Bürgerkrieg eine unheimliche und doch grandiose Kulisse bietet.
Kunstvoll verknüpft er einen Teil der Handlung mit dem aus "Der Schatten des Windes" unvergesslich gebliebenen "Friedhof der vergessenen Bücher" und bleibt sich wohltuend treu, ohne bei sich selbst abzuschreiben.

Im Mittelpunkt des Buches steht David Martin, ein aus einfachsten Verhältnissen stammender Zeitungslaufbursche. Mit Talent und Fleiß und dank Fürsprache eines wohlhabenden Kollegen darf er bald eigene kleine Artikel verfassen. Auch das nächste Angebot, eine Reihe von Schauerromanen, lässt nicht lange auf sich warten.
Er mietet sich in einem Haus mit dunkler Vergangenheit ein, schreibt Tag und Nacht und befindet sich bald am Rande seiner Belastbarkeit. Er erkrankt schwer und in dieser Situation bekommt er ein mysteriöses und doch verlockendes Angebot.
Sein Auftraggeber ist ein Pariser Verleger, doch sein Verlag existiert bereits seit vielen Jahren nicht mehr.
Als er spürt, dass er seine Seele verkauft hat, ist ihm bereits all das entglitten, was ihm wirklich etwas bedeutet...

Die dunklen Gassen des Ribera-Viertels, eine große unerfüllte Liebe, der Geruch jahrhundertealten Staubs auf uralten Folianten, Buchhändler, die ihren Beruf als Berufung verstehen und viele, viele Geheimnisse machen dieses Buch zu einem wunderbar anspruchsvoll-atmosphärischen Schmöker.
Das Buch verlockt und betört!
Genau das Richtige für Novembertage, an denen es draußen gar nicht richtig hell wird.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 237 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Das Spiel des Engels: Roman
Das Spiel des Engels: Roman von Carlos Ruiz Zafón (Taschenbuch - 3. März 2010)
EUR 10,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen