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191 von 205 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genau hinschauen!
"Marina" ist ein guter Roman: spannend, mitreißend und geheimnisvoll erzählt er mehr als nur eine Liebesgeschichte. Doch "Marina" ist nicht das, was ich erwartet habe.
Im Vorwort zu diesem Roman spricht Zafón davon, dass dieses Buch sein liebstes sei, dessen Veröffentlichung ihm aber den meisten Verdruss beschert habe, da aus ihm etwas gemacht...
Veröffentlicht am 10. April 2011 von Ailis

versus
88 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen schade
Ich würde niemals behaupten, dass Zafon in der Lage ist, ein schlechtes Buch zu schreiben. Aber wenn sein nächstes und übernächstes Buch genauso gestrickt ist wie "Spiel des Engels" und "Marina", dann möchte ich behaupten, dass er entweder immer wieder die alten Strickmuster anwendet, oder dass ihm nichts mehr einfällt. "Schatten des Windes"...
Vor 24 Monaten von Hermine, "mina2010" veröffentlicht


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191 von 205 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genau hinschauen!, 10. April 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Marina" ist ein guter Roman: spannend, mitreißend und geheimnisvoll erzählt er mehr als nur eine Liebesgeschichte. Doch "Marina" ist nicht das, was ich erwartet habe.
Im Vorwort zu diesem Roman spricht Zafón davon, dass dieses Buch sein liebstes sei, dessen Veröffentlichung ihm aber den meisten Verdruss beschert habe, da aus ihm etwas gemacht werden sollte, was es nicht war. Gerade im Hinblick darauf sollte man doch meinen, dass es wichtig ist, einen aussagekräftigen Klappentext zu entwerfen, der keine falschen Erwartungen beim Leser schürt. Zwar kann man dem Klappentext der aktuellen Ausgabe nicht nachsagen, er sei falsch, doch lässt er eben eine wichtige Komponente weg, die den Roman für mich in ein ganz anderes Licht rückt. "Marina" ist eben mehr als die Geschichte einer besonderen Freundschaft und Liebe, denn die Komponente, von der ich schrieb, ist Grusel und Horror, was ich schlichtweg nicht erwartet hatte. Liest man den Klappentext erneut, nachdem man den Roman beendet hat, spürt man Andeutungen dieses Spuks zwischen den Zeilen, aber ohne dieses Wissen habe ich vor der Lektüre nichts davon wahrgenommen. Insgesamt hatte ich ein erwachseneres Buch erwartet und keins, was auf der Schwelle zwischen Jugendbuch und erwachsenem Roman liegt, ohne sich recht entscheiden zu können, wo es hingehört.

Jedoch, losgelöst von meinen persönlichen Erwartungen, hat dieser Roman mir gefallen. Er erzählt die Geschichte des 15-jährigen Óscars, Schüler eines Internats in Barcelona, der auf seinen Streifzügen durch alle Ecken der Stadt auf die gleichaltrige Marina trifft. Sie und ihr Vater Germán leben allein und zurückgezogen in einer großen Villa, an der der Zahn der Zeit schon lange nagt. Sie nehmen ihn auf in ihre kleine Familie und er wird Zeuge von Germáns Anfällen von Müdigkeit, die mit einer nicht näher benannten Krankheit einhergehen. Óscar wird Marinas bester und einziger Freund und gemeinsam werden sie in ein Abenteuer hineingerissen, das Ausmaße annimmt, die mit menschlichen Maßstäben nicht mehr zu ermessen sind. Sie stochern in der Vergangenheit eines der ehemals reichsten Männer der Stadt, der schon seit vielen Jahren tot ist. Viele Menschen erzählen ihnen die Geschichte dieses Michail Kolweniks, doch jeder erzählt sie anders. Als die beiden dann der Wahrheit auf die Spur kommen, ist sie ganz anders, als sie sich je hätten träumen lassen...

Man muss sich unbedingt bewusst machen, dass "Marina" kein realistischer Roman ist und auch mehr als nur eine kleine geheimnisumwobene Nuance besitzt. Dieser Roman konfrontiert einen mit zu neuem Leben erweckten Toten und ist daher ganz anders anzugehen als die beiden Romane "Der Schatten des Windes" oder "Das Spiel des Engels". Ich verorte ihn eher bei seinen Jugendbüchern, wenn auch etwas blutiger und mit mehr Tiefgang ausgerüstet. Ein Lesevergnügen, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimnisvolles Barcelona, 19. April 2011
Von 
Belle's Leseinsel (Mainz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eines vorweg: "Marina" ist nicht nur ein Liebesroman, sondern Carlos Ruiz Zafón vermischt hier die Genre und so ist er auch ein Gruselroman wie auch ein Märchen und geht auch ein wenig ins Fantastische. Selbst der Autor schreibt, dass sein Buch schwer in ein Genre einzuordnen sei. Wenn man sich aber auf diesen Genremix einlässt, hält man einen wunderbar gefühlvollen und auch sehr spannenden Roman in Händen, bei dem man lange nicht weiß, wie die Geschichte enden wird.

Óscar Drai ist ein 15-jähriger Junge, der in einem Internat in Barcelona lebt. Eines Tages entdeckt er ein ziemlich verwildertes, geheimnisvolles Haus, das sein Interesse weckt. Als er dort auf den Bewohner Germán Blau trifft, flüchtet er, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass er noch die Taschenuhr in Händen hält, die er sich gerade angeschaut hat. Vom schlechten Gewissen geplagt, begibt er sich einige Tage später wieder zu dem Haus, um die Uhr zurück zu bringen. Dort trifft er auf die gleichaltrige Marina und ist sofort verzaubert von dem Mädchen. Sie freunden sich an und Marina führt Óscar schon bald zu einem verwunschenen, längst vergessenen Friedhof. Dort entdecken sie eine schwarz verschleierte Frau. Aus lauter Neugier folgen sie der alten Dame und geraten dabei in eine Geschichte, die sich so niemals hätten träumen lassen.

Óscar ist fasziniert von der frechen, wortgewandten, resoluten und doch so geheimnisvollen Marina, gegen deren Offenheit Óscar anfangs nichts entgegenzusetzen hat und sich oft wie ein Trottel fühlt. Und auch von ihrem Vater, dem sanft- und so schwermütigen Germán ist Óscar stark beeindruckt. Immer öfter zieht es ihn zu dem verwunschenen Haus der Beiden und findet bei ihnen bald das Zuhause, welches er so lange vermisst hat.

Anfangs entwickelt sich die Geschichte klar zu einem Liebesroman, den der Autor aus Sicht von Óscar erzählt. So taucht man schnell in seine zwiespältige Gefühlswelt ein, lernt einen sehr nachdenklichen, einsamen Jugendlichen kennen, der mit offenen, neugierigen Augen durch die Welt geht und der sich hoffnungslos in Marina verliebt hat. Doch schon bald nimmt der Roman Gruseleffekte an und man bekommt eine Geschichte erzählt, die von Größenwahn handelt und dadurch auch märchenhafte Züge annimmt. Und sie erzählt von einer grenzenlosen Liebe, die über den Tod hinaus geht.

Carlos Ruiz Zafón verzaubert einen ab der ersten Zeile. Er lässt durch seinen bildhaften und so farbenfrohen, sprachgewaltigen Schreibstil fast augenblicklich sein Barcelona vor dem inneren Auge entstehen und so spaziert man zusammen mit Marina und Óscar durch das Barcelona des Autors. Was mich schon bei "Der Schatten des Windes" absolut fasziniert hat, ist die Art von Zafón mit wenigen Worten seine Charaktere so präzise zu beschreiben, dass sie augenblicklich Gestalt annehmen. Und auch baut er wieder die Geschichten seiner verschiedenen Charaktere mit in seinem Roman ein und lässt sie diese selbst erzählen.

Fazit: Wenn man sich auf den Genremix einlässt und nicht nur einen Liebesroman erwartet, wird man von Carlos Ruiz Zafón persönlichstem Roman verzaubert sein.
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88 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen schade, 28. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich würde niemals behaupten, dass Zafon in der Lage ist, ein schlechtes Buch zu schreiben. Aber wenn sein nächstes und übernächstes Buch genauso gestrickt ist wie "Spiel des Engels" und "Marina", dann möchte ich behaupten, dass er entweder immer wieder die alten Strickmuster anwendet, oder dass ihm nichts mehr einfällt. "Schatten des Windes" nehme ich bewusst aus diesem Kontext, denn dieses Buch steht für sich alleine als eines der größten literarischen Meisterwerke.
Doch nun zu "Marina": Das Buch ist spannend und gut geschrieben.
ABER: Es erzeugt eine Stimmung absolut unnötigen Grusels. Ich selbst genieße es sehr, wenn eine Handlung immer wieder an ungewöhnliche, unheimliche, düstere Orte kommt. Ich liebe es, wenn mal ein alter Friedhof oder ein verlassenes Anwesen vorkommt. Wenn diese Düsternis als Gewürz oder Höhepunkt eingesetzt wird. Aber bei "Marina" erreicht dieses wahllose Erzeugen gruseliger Stimmungen einen traurigen Höhepunkt. Die Handlung entspinnt sich zwischen gewollt schaurigen Orten. Da wechseln sich versteckte Friedhöfe mit glasblinden Gewächsgäusern, alten Jugendstilvillen, Cherubin-gekrönten, vermoosten Brunnen, abbruchreifen Prunktheatern und - wer hätte das für möglich gehalten - der Kanalisation Barcelonas ab. Die Stimmung des Wetters ist immer extrem opulent und düster gehalten, als würden sich alle Elemente eifrig zusammen rotten, um mit aller Gewalt diese spezielle Atmosphäre zu schaffen. Und da kann ich trotz aller Lust an diesem Schauder sagen: Jetzt ist es aber mal gut. GENUG DAVON!
Das Ganze wirkt einfach zu gewollt. Wenn dann schreckliche Halb-Leiche-Halb-Puppe-Geschöpfe auftauchen, muss ich mich zwingen, das Buch nicht anzuschreien, dass es jetzt echt etwas zu sehr abdriftet. Das, was Zafon am besten kann - die Erzeugung dieser vergangenen, verfallenen Stimmung - gerät hier zu einer gnadenlosen, vollkommen übertriebenen Materialschlacht. Weniger wäre einfach mehr gewesen. Ich weiß nicht, ob ich noch mal eines seiner Bücher lesen möchte. Es kommt einfach nichts Neues, Überraschendes mehr von ihm. Und das ist jammerschade, denn er IST zweifelsohne einer der größten Literaten unserer Zeit.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Schauerroman, 10. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Marina ist ein ganz frühes Buch von Zafon, das er lange vor "Schatten des Windes" Ende der 90er schrieb und das erst jetzt in Deutschland veröffentlich wurde. Das alles erfahren wir in seinem Vorwort und auch, dass ihm dieses Buch besonders am Herzen liegt.
Das Buch spielt wie fast immer bei Zafon in Barcelona und handelt vom jungen Oscar, der in einem Internat lebt und durch Zufall eines Tages bei einem seiner Streifzüge durch die Stadt in einer verwunschenen Villa landet, in der die gleichaltrige Marina und ihr gebrechlicher Vater German leben. Von Anfang an ist er von beiden fasziniert, von der Art wie sie leben und von den Geheimnissen, die er um sie herum spürt und es ist klar, dass er sich am Ende in Marina verliebt. Und einsam wie er ist, nehmen sich beide seiner an.
Als sie bei einem gemeinsamen Spaziergang auf einem Friedhof landen, werden sie in das Geheimnis des ehemals reichsten Mannes von Barcelona gesogen, der einst ein genialer Entwickler von Prothesen war und von da ab beginnt die Geschichte phantasisch zu werden. Die ersten Menschen kommen ums Leben, Oscar und Marina finden sich in einer Werkstatt mit lauter Puppen wieder, die wie lebendig scheinen und der Roman beginnt die bekannten Zafonschen Züge anzunehmen.
Es ist ein Buch über die erste Liebe, über das Erwachsenwerden und vor allem ein moderner Schauerroman. Ganz wunderbar geschrieben vor der Kulisse Barcelonas. Und mit dem Wissen, dass es eines seiner ersten Bücher ist, ein tolles spannendes Buch!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Marina...., 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Marina von Carlos Ruiz Zafon ist ein wirklich hinreißender Roman.
Es ist die Geschichte von Oscar und Marina, anfangs eher eine Liebesgeschichte, ohne eine Liebesgeschichte zu sein, dann verändert sie sich zu einer spannenden Kriminalgeschichte, ohne auch wirklich ein Krimi zu sein und führt dann zu einem wirklich schönen und trotzdem traurigen Ende. Als ich das Buch zugeschlagen hatte, hatte ich wirklich das Gefühl, dass es sich gelohnt hat dieses Buch zu lesen.
Es wird die Geschichte von Oscar erzählt, einem Jungen aus einen Internat. Er gelangt in ein altes Haus in der Nähe des Internates, welches etwas heruntergekommen aussieht und das er daher für verlassen hält. Dem ist aber nicht so und ehe er sich versieht rennt er, als er sein Irrtum feststellt, mit einer Uhr in der Hand vor Schreck davon. Aus schlechtem Gewissen bringt er die Uhr dann am nächsten Tag zurück und so lernt er Marina und ihren Vater German kennen.

Oscar ist sehr fasziniert von Marina uns so verbringen sie viel Zeit miteinander. Eines Tages als die beiden durch das träumerisch und so sehr lebendig beschreibende Barcelona von damals laufen, kommen sie zu einem alten Friedhof. Auf einmal taucht eine alte Frau auf, die an einem namenlosen grab steht und eine Rose niederlegt. Das einzige was sie auf dem Grabstein sehen ist ein schwarzer Schmetterling. Aus Neugierde folgen sie der Frau durch die Straßen und gelangen letztendlich zu einem Grundstück mit einem alten Gewächshaus, welches dasselbe Zeichen wie das auf dem Grab trägt. Sie Frau ist verschwunden, aber dort finden sie eine Art Marionetten, die sehr menschlich wirken und ein altes Fotoalbum mit Fotos von Menschen mit Missbildungen. Da die Menschenpuppen auf einmal in Bewegung geraten flüchten die beiden und nehmen das Album mit.

Als ein paar Tage später Oscar Marina und German zum Bahnhof bringt, da die beiden zu einem Arztbesuch fahren müsse, da German vermeintlich sehr schwer krank ist, tauchst die alte Frau wieder auf in einer Kutsche und lässt Oscar von einem Boten einen Zettel geben mit einer Anschrift.
Von da an beginnt er dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und sie decken eine alte Geschichte auf, die sehr traurig ist, ungefähr so traurig wie seine und Marinas Geschichte auch ausgehen wird, denn Marina scheint sich nicht umsonst so undurchsichtig für Oscar zu geben'

Carlos Ruiz Zafon schrieb in einen sehr fesselnden Schreibstil seine Geschichte nieder, eine Geschichte um eine große Liebe und daneben eine, die bevor sie überhaupt so wirklich beginnen kann ihr Ende findet. Ich kann diesen Roman sehr empfehlen.
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderschöner fantastischer Roman!, 12. April 2011
Von 
goldmarie (lestumzuleben.blogspot.com/) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Duft der Freiheit lockt den 15-jährigen Internatsschüler Óscar Drai im Barcelona der 70er Jahre auf die Straßen. Auf einem seiner Streifzüge lernt er Marina kennen, ein junges Mädchen, ebenso hübsch wie geheimnisvoll.
Schon bald verbindet die beiden nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern auch ein dunkles Geheimnis. Auf den Spuren Michail Kolweniks erkunden Marina und Óscar die Stadt und eine düstere Vergangenheit. Die Geschichte des ehemals einflussreichsten Manns Barcelonas ist rätselhaft, jede Spur wirft neue Fragen auf. Als die beiden die wahren Ausmaße der grausamen Geschichte erkennen, ist ihr eigenes Schicksal bereits so eng daran geknüpft, dass ein Ausweg unmöglich erscheint... Und welches Geheimnis umgibt die eigenwillige Marina? Das zarte, verletzliche Mädchen, das Óscars Leben für immer verändern wird?

Marina hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Wie immer schafft es Zafón, in nur wenigen Worten oder Sätzen ganze Städte, Persönlichkeiten, Szenarien zu skizzieren. Die Geschichte hat mich aufgesogen und erst nach Stunden wieder losgelassen, als ich schließlich die letzte Seite umgeblättert und das Buch, den Tränen nahe, weggelegt habe.
Den Tränen nahe? Ja. Denn abseits der erschreckenden und grausamen Geheimnisse Barcelonas, erzählt Marina auch eine wunderbare, tiefe Liebesgeschichte, die mich sehr berührt hat.
Zafóns Sprache zaubert Bilder, erschafft Welten, erzählt die Geschichte nicht nur, sondern erweckt sie zum Leben.
Seine Charaktere sind facettenreich, menschlich, eigenwillig. Sein Barcelona ist ein düsterer Schauplatz, geheimnisumwoben auf eine gleichsam furchteinflößende und faszierende Weise.
Die Geschichte Michail Kolweniks mag in der Tat grausam und realitätsfern sein, aber gerade dieses Fantastische liebe ich an Zafóns Romanen. Es bleibt immer geheimnisvoll und spannend, ein unerklärliches Phänomen, ein schreckliches Schicksal und von den Toten wiedererweckte verzweifelte Seelen.
Wer eine sanfte Liebesgeschichte erwartet, ist mit Marina nicht gut bedient.
Wer in eine fantasievolle Welt mit einer ordentlichen Portion Horror, viel Gänsehaut und einer wunderbaren Geschichte von Freundschaft und Liebe versinken will, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Spannungs-Marinade ist nicht alles, 6. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Im Vorwort seines Romans 'Marina' erklärt Carlos Ruiz Zafón, dass es sich dabei um sein erstes Buch nach drei Romanen für Jugendliche handelt. Dieser Umstand mag erklären, dass sich sein vierter Roman mitunter wie eine Abenteuergeschichte für Jugendliche liest, die mit einer derart rasanten, überladenen und teils gänzlich unglaubwürdigen Handlung aufwartet, dass man sich fragen mag, ob Zafón nur seines Namens wegen in einem der größten deutschsprachigen Verlage publiziert wurde.

Was man ihm auf alle Fälle zugute halten muss, ist die Dichte und das Detailreichtum, mit dem er in 'Marina' Barcelona vor den Augen des Lesenden zum Leben erweckt, und hier liegt für mich auch der große Pluspunkt des Romans: Die schwarze, dekadente, mitunter sehr beklemmende Stadt bildet das ideale Grundgerüst für die Handlung und fügt sich damit zu einem erzählerischen Gesamtkunstwerk. Was den Gesamteindruck aber deutlich mindert und dem Roman einen Dämpfer versetzt, sind die vielen Unregelmäßigkeiten im Buch und Szenen, die an den Haaren herbeigezogen wirken. Alles ist ein bisschen gar geheimnisvoll, gar mit viel Geschichte beladen, gar zu konstruiert.
Dass etwa just in jenem Moment, als die mysteriöse Dame in Schwarz das endgültige Geheimnis des Romans gelüftet hat, die gesammelte Armada des Bösen auftaucht und es zum finalen Showdown kommt, wirkt ganz einfach wie in einem schlechten Film, in dem der Drehbuchschreiber noch schnell eins Draufsetzten wollte. Auch scheint die Tatsache, dass, wie gegen Ende des Romans beschrieben, eine Frau mit einem Mann, dessen Körper sich in einem Auflösungsprozess befindet und den sie ohnehin kaum zu Gesicht bekommt, so ohne Weiteres und auf die Schnelle ein Kind bekommt, sehr unglaubwürdig. Derlei Szenen finden sich an vielen anderen Stellen, es wird immer ein bisschen dick aufgetragen, sodass man kaum zum Verschnaufen kommt, obwohl manche Pausen ganz angesagt wären.

Und genau das ist es, was beim Lesen von Zafóns 'Marina' schwerfällt: Dass man als Erwachsener oft das Gefühl hat, ein Jugendbuch in Händen zu halten, in dem es vor allem darum geht, möglichst viele aufregende, obskure, abenteuerliche Handlung aneinanderzureihen, um den Lesenden mit Spannung bei Laune zu halten. Das Abenteuer, - Horror und Actiongenre wird in 'Marina' sehr und für mich zu ausgiebig bedient, und man kann dem Autor oder dem Lektorat nur nahelegen: Weniger ist oft mehr.

Marina
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anders als erwartet.., 24. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer wie ich Zafons Bücher "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" vorher gelesen hat, wird sich nicht ganz leicht tun. "Marina" hat aber als Buch für sich genommen seinen ganz eigenen Charme auf den man sich aber erst einmal einlassen muss. Die Geschichte handelt von dem 15-jährigem Oscar, der auf einem Streifzug zufällig eine alte Villa entdeckt. Marina und Ihr Vater leben dort zurückgezogen. Marina wird Oscars einzige Verbündete und gemeinsam tauchen sie ab in die Vergangenheit des Michail Kolweniks, eines toten und ehemals reichen Bürgers der Stadt Barcelona.

Das Buch ist sehr viel grausamer und gruseliger als man das erwartet. Alles in allem sicher auch etwas was abschreckt, zumal der Schreibstil meiner Meinung nach nicht an sein Können von verzückter und lebendiger Beschreibung der anderen Bücher anknüpft. Es kommt ein wenig holprig daher und vertieft sich dann sprachlich auch sehr in eine gedrückte graue und melancholische Stimmung, auch wenn die Handlung spannend ist.

Dennoch es lohnt sich durchaus einen Blick hinein zu werfen, wenn man sich vor Augen hält, dass dies kein realistischer Roman ist. Zafon ist meiner Meinung nach ein Schriftsteller dessen Stil und Geschichten man entweder mag oder ablehnt. Ein dazwischen gibt es für mich nicht, da man mit der Kombination aus Realismus, Traum und Phantasie erstmal an sich klarkommen muss und der Roman auch nicht gewillt ist sich da festzulegen.

Alles in allem kann ich den Mutigen und denen die gern mal was anderes lesen wollen zu diesem Roman raten. Es gibt aber sicher bessere Romane von Zafon.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erinnerungen an das, was nie geschah, 7. Juni 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Roman enthält autobiographische Elemente. Hierzu zählen Óscars Streifzüge durch das nächtliche Barcelona, die beschriebene Gefühlswelt, das katholische Internat und Mädchen wie Marina. Die Geschichte selbst ist erfunden oder das Abbild einer Innenwelt, wie unschwer zu erkennen ist, wenn man sich im letzten Drittel des Buches befindet.

Carlos Ruiz Zafón ist in Barcelona geboren und hat dort die Jesuitenschule in Sarriá besucht. Auf seinen Streifzügen durch das nächtliche Barcelona schlenderte er durch einsame Gassen, erforschte verfallene Villen und überquerte finstere Friedhöfe. Auch Mädchen, die Marina gleichen, lernte Zafón in seiner Jugend kennen. Damit enden die autobiographischen Züge in diesem Roman. "Ich glaube, ich habe versucht, damit auszudrücken, dass dies der erste von mir geschriebene Roman ist, der sich wie "ich" anfühlt und nicht so, als ob ich versuchte, jemand anderes zu sein." Es ist mehr die Gefühlswelt und weniger der reale Gehalt des Romans, mit dem sich der Autor identifiziert.

"Marina" ist eine Mischung aus Abenteuer, Krimi, Liebesgeschichte und Horror. Diese Vielschichtigkeit ist ein Element, welches die Leser auch aus Zafóns anderen Büchern kennen. "Marina" wirkt wie ein phantastischer und ein wenig abgedrehter Übergangsroman zu seinem Bestseller "Der Schatten des Windes". Auffallend sind Zafóns Ausdrucksstärke, seine zahlreichen Metaphern und Bilder, die seine Bücher geheimnisvoll und mystisch wirken lassen und seine Szenebeschreibungen und die schicksalhaften Begegnungen. Wenn man den Autor aus anderen Büchern kennt, erkennt man ihn in "Marina" wieder.

Die Geschichte selbst lässt am Anfang noch nicht erahnen, in welche Richtung sie sich bewegen wird. Auch wenn dieser Stil für Spannung sorgt, gleitet die Geschichte derb ins Phantastische ab. Werden hier Traumwelten und jugendliche Gefühlswallungen literarisch verarbeitet? Ist nur auf diese Weise der "Zugang zu diesem Dachgeschoss der Seele" möglich? Die Antworten kennt nur der Autor.

"Der Schatten des Windes" stand für mich unter dem Motto "Im Bann des Schicksals". Dies trifft auch auf "Marina" zu. Auch hier geht es um einen Entwicklungssprozess. Diesmal ist es nicht Daniel Sempere, sondern der Autor selbst, der einen Reifungsprozess durchmacht. "Marina" ist nicht der beste Roman von Carlos Ruiz Zafón. Die Fans seines verzaubernden Stils werden es dennoch lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Sprache, wie immer, aber das reicht dieses Mal nicht aus!, 23. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zafons Sprache ist wie immer: dicht und verführerisch. Wir schlendern mit ihm durch das alte Barcelona, nehmen teil an seiner abenteuerlichen Geschichte - und das ist dieses Mal auch der Kritikpunkt. Diese Geschichte ist zu abenteuerlich, zu abstrus, zu unlogisch. Ich war enttäuscht, Herr Zafon. Zu enttäuscht, um mehr Sterne zu verteilen.
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Marina: Roman
Marina: Roman von Carlos Ruiz Zafón (Taschenbuch - 12. November 2012)
EUR 9,99
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