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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben zeigt seine widerwärtige Fratze
Bunny Munroe (allein der Name ist schon absurd) verkauft Kosmetik von Tür zu Tür. Dabei hilft er den Frauen, ihr desillusioniertes und trauriges Leben, mit Sex ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten. Als sich seine eigene Frau vor Kummer umbringt nimmt er seinen Sohn (Bunny junior) mit auf seine Handlungsreisen. Das Kind bleibt im Auto während der Vater...
Veröffentlicht am 28. Oktober 2011 von www.totenstill.com

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hier und da ein paar Anätze, doch leider nicht mehr ...
Ich mag Nick Cave, schon seit Jahren bin ich großer Verehrer seiner Musik, seiner Lyrik. Das erste Buch hat einen ewigen Platz in meinem Bücherregal erhalten. Bunny Munro wird dieses leider nicht zu gute kommen. Die Geschichte ist einfach und schnell erzählt, die Spannungsbogen wird aufgebaut und es mangelt nicht an skurrilen Personen.
Hier und da...
Veröffentlicht am 3. August 2010 von Icke


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben zeigt seine widerwärtige Fratze, 28. Oktober 2011
Bunny Munroe (allein der Name ist schon absurd) verkauft Kosmetik von Tür zu Tür. Dabei hilft er den Frauen, ihr desillusioniertes und trauriges Leben, mit Sex ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten. Als sich seine eigene Frau vor Kummer umbringt nimmt er seinen Sohn (Bunny junior) mit auf seine Handlungsreisen. Das Kind bleibt im Auto während der Vater die Frauen besucht, sie schlafen in billigen Hotels und am bitteren Ende ist Bunny Munroe (wie der Titel schon andeutet) tot. Die Geschichte spielt in Süd-England und zwar in den Gegenden, wo man als Urlauber nie hinkommt, und wenn man zufällig dort wäre, würde man wohl nicht freiwillig aus dem Auto aussteigen.
Bunny Munroe ist derart auf Sex und Alkohol fixiert, das sensible Leser und wahrscheinlich auch Frauen - die Vorstellung von Avril Lavigne's Genital spielt eine entscheidende Rolle in der Phantasie von Munroe - das Buch lieber nicht lesen sollten. Ich habe das Buch als den Versuch gesehen, das Cave'sche Universum in Literatur zu transformieren. Und das gelingt ihm gut. Das ganze Buch ist pure Desillusion, selbstzerstörerischer Niedergang und wertefreier Trübsinn. Allerdings ist es darin auch komisch, poetisch und versprüht Rock'n Roll: Cave eben. Es steckt in jedem von uns ein Bunny Munroe, nur nicht so extrem, so überzogen, so peinlich, so leidenschaftlich und so ohne Alternative. Aber der Reiz des Buches besteht auch darin zu sehen, wie sich menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen zu Grotesken verwandelt, wenn sie so zum Selbstzweck werden und bis zum Exzess ausgelebt werden. Natürlich ist Cave kein Kandidat für den Nobelpreis, aber seine literarischen Qualitäten sind beachtlich. Wortgewaltig erzählt er diese Geschichte auf hohem Niveau. Mir gefiel das Buch besser als sein erstes (Und die Eselin sah den Engel). Empfehlenswert und must-read für Cave-Fans.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hier und da ein paar Anätze, doch leider nicht mehr ..., 3. August 2010
Ich mag Nick Cave, schon seit Jahren bin ich großer Verehrer seiner Musik, seiner Lyrik. Das erste Buch hat einen ewigen Platz in meinem Bücherregal erhalten. Bunny Munro wird dieses leider nicht zu gute kommen. Die Geschichte ist einfach und schnell erzählt, die Spannungsbogen wird aufgebaut und es mangelt nicht an skurrilen Personen.
Hier und da sind Ansätze von einer Cave-ischen Philosophie zu verspüren, doch diese sind zu kurz und werden durch die Cave-ische Laszivität wieder weggespült. Es ist kein schlechtes Buch, doch leider auch kein Meilenstein. Ich hätte mir etwas mehr von der Atmosphäre gewünscht, die das erste Cave Buch so eindrucksvoll schaffen konnte. Es fehlt an ausgefeilten Bilder. Es ist ein neuer Stil mit Bunny Munro ausprobiert worden. Bukowski trifft Balzac in Regie von Tarantino - könnte man meinen. Doch leider zu wenig Bukowski und leider auch zu wenig Balzac - die Tarantino Bilder jedoch bleiben. Die Fäden sind nicht zu Ende gedacht, nicht zu Ende geschrieben worden. So bleibt der Eindruck, dass die Gedanken abbrechen an Stellen wo man gerne erst anfangen würde zu denken und zu fühlen.

Aber Nick Cave ist und bleibt was er ist: ein Allround-Talent. Und trotzdem werde ich auf seine nächstes Schaffen (egal ob musikalisch, poetisch, künstlerisch) sehnsüchtig weiter warten.

Am Rande: Von Blixa Bargeld wünsch ich mir indes jährlich erscheinende Hörbücher und ebenfalls jährlich erscheinende Bücher :-) - das Leben könnte so schön sein!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abgefahren und anders, 27. Dezember 2010
Von 
Es fällt nicht leicht dieses Buch zu beschreiben, da es irgendwie anders ist, als alles was man kennt. Vielleicht ein wenig Irvine Welsh oder Chuck Palahniuk und doch ganz anders. Und genauso schwer fällt es dieses Buch zu bewerten. Es ist weder Thriller, noch Horror, noch Comedy und doch von allem etwas. Es ist derb und hat doch Tiefgang, ist strukturiert und doch wirr, deprimierend und doch komisch.

Es ist die Geschichte eines Mannes, der ein egoistisches, triebgesteuertes Leben führt, dessen Frau sich umbringt und der darauf hin mit seinem kleinen Sohn herumfährt, immer mehr dem Wahnsinn verfällt bis hin zu einem genauso vorhersehbaren wie überraschenenden (und wirklich guten!) Ende.

Fazit: Wer geradlinige, leichte, spannende Unterhaltung sucht, ist hier an der falschen Adresse. Wer bereit ist, in eine schräge Welt einzutauchen, sich treiben zu lassen, von der melancholischen Stimmung mitzunehmen und einmal etwas neues, ganz anderes zu lesen, dem kann man dieses Buch durchaus empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Last man standing, 21. September 2010
Bunny Munro ist kein sympathischer Mensch, sondern ein triebgesteuerter Egoist. Er sieht auf eine schmierige Art gut aus und kommt bei einem bestimmten Typ Frau gut an. Seine beste Zeit ist aber vorbei, bald wird er weniger Sex haben und nicht mehr wählerisch sein können, obwohl man ihm letzteres schon jetzt nicht vorwerfen kann. Er sinniert in einsamen Stunden viel über die anatomische Beschaffenheit von Kylie Minogue und Avril Lavigne. Bunny gehört zu einer aussterbenden Rasse. Und es fällt schwer, dies als Verlust zu empfinden.

Irgendwann erlahmt das Leserinteresse an der Dauergeilheit des Protagonisten. Aber gerade deshalb funktioniert der Roman so gut. Eine Hauptfigur, bei der man ständig zwischen Mitleid und Verachtung schwankt, unterwegs in einem düsteren England aus Sozialbauten, Trinkern, einsamen Hausfrauen, verkrachten Existenzen und Jugendlichen ohne Zukunft. Die Sprache ist derb, ebenso das Verhalten der Personen. Manche Episoden sehr komisch, andere bedrückend oder schlicht deprimierend und bei den meisten möchte man einfach wegsehen bzw. weiterblättern. Man fragt sich während der Lektüre des öfteren, warum soll ich mir eine so trostlose Geschichte antun? Die Antwort ist erschreckend simpel: Weil man nicht aufhören kann.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sexbesessenheit und ein verkrachtes Leben, 15. November 2009
Bunny Munro ist eine ziemlich verkrachte Existenz. Er ist unterwegs in England, wo er lebt und als Vertreter für Kosmetikartikel Geld verdient und seine Tage verbringt. Mit Sex, Alkohol und Zigaretten vertreibt er sich die Zeit, während seine Frau zu Hause auf ihn wartet. Schon bald wird bekannt, dass sie depressiv ist, ----eine traurige Mitteilung, wenn man bedenkt, wie viele berühmte und unscheinbare Menschen daran kranken und auch sterben.
Bunny taxiert Frauen vor allem nach ihrer Verwertbarkeit für sein Sexbedürfnis. Dieses zusammen mit seinen anderen animalischen Triebbedürfnissen macht ihn zu einer armseligen Gestalt der Öde und der Leere.
Dann kommt er eines Tages nach Hause und seine Frau Libby hat sich umgebracht. In dem heftigen Durcheinander der Wohnung sitzt sein Sohn Bunny Junior und sieht fern!
Damit ist die Urszene des Buches vorgegeben: es handelt sich um ein psychisch und physisch abgewracktes Paar, das an den armseligen Bedingungen eines äußerst dürftigen Lebens herumlaboriert. Nach dem Tod von Libby steht den beiden Verlassenen, Vater und Sohn, ein trostloses Weiterleben bevor.
Durch das ganze Buch hindurch wird Bunny seine Sexfreuden, alleine oder mit vorübergehenden Partnerinnen, als Trost suchen, während Bunny Junior seine Zeit im Auto oder Hotelzimmern alleine verbringt. Nur teilweise komisch, wie es im Klappentext heißt, mehrheitlich aber traurig folgt man den beiden auf ihrem Weg, der heimatlos und entwurzelt erscheint. Freuden sind bescheiden angelegt: ein Essen zu zweit, Gespräche in Zweisamkeit und auf die Fragen des kleinen Bunny, z.B. warum er nicht wie andere Kinder zur Schule gehen darf, legt sich Munro eine Antwort nach seinen eigenen Bedürfnissen zurecht. Man gewinnt überhaupt den Eindruck, dass hier ein Egoist par excellence am Werke ist. Nur merkt er gar nicht, wie er selber nach und nach zugrunde geht. Die Leere bleibt durch das ganze Buch hindurch spürbar. Unter den verborgenen Strömungen dieser Lebensstrukturen spürt man die Hoffnungslosigkeit und eine Ergebenheit ins Schicksal, die einen schaudern lassen! Bunny wird und kann sich nicht wirklich zu einem beruhigten Leben aufraffen. Verstörend ist die Lektüre, wenn man nicht über die gelegentlich slapstickartig angelegten Ereignisse auch schmunzeln könnte.

Nick Cave ist ein erfolgreicher und berühmter Rockstar. Leben auf der Bühne kommt sicher dem Leben "on the road" nahe, so dass er aus dem eigenen Leben beim Verfassen des Romans geschöpft haben mag.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast track, 6. Oktober 2009
Lange habe ich nicht mehr ein Buch so schnell gelesen, es geradezu verschlungen. Woran liegts. Natürlich kann Cave schreiben, das hat er in den Texten zu seiner Musik bewiesen. Das es auch ohne Drogen zu einem langen, in sich schlüssigen Text reicht, beweisst er mit diesem Buch. Der Inhalt wurde bereits beschrieben. Das alles wird sehr lakonisch erzählt, ein kleines Korrektiv stellt im Grunde nur der Sohn - Bunny Junior - da, der dem Leser immer mal wieder Raum zur Reflektion liefert. Dann nochmal die Geschwindigkeit, vor dem Tod der Frau ist es schon schnell, hier wird eben noch was gecheckt, dort noch eine verführt, danach nimmt es aber rasend Fahrt auf bis hin zum für mich überraschenden und in Teilen enttäuschendem Ende. Sehr schön wird die Figur skizziert, ich hatte immer gut ein Bild vor Augen, wie Bunny wohl gerade aussieht, wie seine Umstände sind. Es wird dankenswerter Weise darauf verzichtet, sülzige Küstenstädtchen zu beschreiben oder mehr von der Umgebung. Somit eine schöne Fokussierung auf den direkten und notwendigen Kontext, ein wenig Beiwerk, aber nicht zu viel. Ein guter Lesespass. Vier Sterne, weil es nicht wirklich herausragende, Leben verändernde Literatur, sondern in meinen Augen "nur" sehr, sehr gut gemachte Unterhaltung ist.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blixa Bargeld liest Nick Cave - dabei entsteht großes Kino für die Ohren (Hörbuch-Rezension), 19. Oktober 2009
Von 
C. Stotz (Esslingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Tod des Bunny Munro (Audio CD)
Bunny Munro sieht gut aus, ist unheimlich cool und hat eine nachgerade hypnotisch-elektrisierende Wirkung auf Frauen. Leider hat Bunny Munro den uncoolsten Job der Welt; er ist Haustürvertreter für Kosmetikartikel. Dafür bringt ihm dieser Job jede Menge Gelegenheiten, reihenweise frustrierte Hausfrauen zu verführen. Und das mehrmals am Tag. Woche für Woche. Jahr für Jahr. Und es hätte noch ewig so weitergehen können.

Aber dann kommt der Tag, an dem Bunnys Frau die fortwährende Demütigung nicht mehr erträg und sich das Leben nimmt. Plötzlich sieht Bunny sich allein mit dem neunjährigen Bunny-Junior und weiss keine Antwort auf die Frage, wie es nun weitergehen soll.

Nichts ist mehr so, wie es war. Bunny entgleitet sein bisheriges Leben doch an dessen Stelle tritt kein neuer Entwurf. Verzweifelt versucht er, die Fäden seines alten Lebens aufzunehmen, doch nichts will mehr gelingen wie früher. Doch Bunny muss noch einen weiten Weg gehen, ehe er Vergebung und Erlösung findet.

Das klingt alles ein wenig sehr moralisch. Und vielleicht ist es das auch. Aber Bunnys Weg dorthin ist voll skurriler Episoden, sein Kosmos bevölkert von so verschrobenen, alkohol- und drogenumwölkten Typen, dass dieses Hörbuch immer wieder ein großer Spass ist. Und lange scheint es, als sei der kleine Bunny-Junior der einzig normale weit und breit.

Der HörVerlag hat sich dafür entschieden, Blixa Bargeld, den Sänger der Einstürzenden Neubauten diesen Roman seines früheren Weggefährten Nick Cave lesen zu lassen. Vielleicht eine mutige, auf jeden Fall aber eine goldrichtige Entscheidung. Er findet genau den richtigen Ton zwischen Coolness, Larmoyanz, Irrsinn und distanzierter Ironie, um zu jedem Zeitpunkt Herr des Geschehens zu sein, den Figuren Tiefe und Kontur zu geben und den Grat, der die Handlung von der moralinsauren Epistel trennt, nie zu überschreiten.

Großes Kino für die Ohren, unterhaltsam, tragisch, komisch, zotig, niederträchtig und rührend von der ersten bis zur letzten Minute.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen schonungslose Charakterstudie, 20. August 2011
Die Titelfigur Bunny Munro ist ein echter Kotzbrocken, ein schleimiger, sexbesessener Kosmetikverkäufer, der seine Frau nach Strich und Faden betrügt. Als diese es nicht mehr aushält und sich umbringt, wird Bunny völlig aus der Bahn geworfen. Hier beginnt die Geschichte.
Bunny ist nun völlig allein mit seinem 9jährigen Sohn Bunny Junior, und weiß absolut nicht, was er jetzt tun soll. Also macht er einfach weiter wie bisher. Er setzt sich ins Auto und fährt die Adressen auf seiner Kundenliste ab. Er raucht wie ein Schlot und säuft wie ein Loch, in diesem Zustand fährt er durch die Gegend und will dabei seinem kleinen Sohn erklären "wie das Geschäft (und das Leben?) läuft".
Der arme Kleine, der wegen einer Augenerkrankung dringend Medikamente benötigen würde, was seinem Vater allerdings nicht auffällt, denn der denkt ja nur an sich selbst und daran, wie er zu seinem nächsten F*** kommt, wartet während der "Kundenbesuche" im Auto und liest in seiner Enzyklopädie, ein Geschenk seiner Mutter. Bunny Junior ist ein heller Kerl, der sich alles merkt, was er gelesen hat, allerdings merkt er nicht, was für ein A****loch sein Vater ist, den er immer noch vergöttert. Er spielt mit einer Darth Vader Figur aus dem Happy-Meal (Highlight eines armseligen Kinderlebens: mit Daddy zum McDonalds). Außerdem unterhält er sich mit seiner verstorbenen Mutter, die ihm erscheint, um ihm zu sagen, dass alles gut wird. Währenddessen bumst sich sein Vater durch die Gegend, wird mehrmals (verdienterweise) verprügelt und dreht schön langsam durch, weil auch er dauernd den Geist seiner toten Frau sieht. Der Road-Trip endet, wie der Titel schon sagt, tödlich für das Ekel.

Ein wenig nerven die ständigen Wiederholungen im Buch. Einmal zu oft zündet sich Bunny eine "Lambert und Butler" mit seinem Zippo an, einmal zu oft träumt er von Kylie Minogues Allerwertestem in goldenen Hotpants, einmal zu oft von Avril Lavignes Mu****. Man kann nur hoffen, dass nicht noch andere Männer so ticken wie Bunny Munro, der wirklich nur das eine im Kopf hat, der sich für absolut unwiderstehlich hält und glaubt, bei jeder Frau landen zu können. Erstaunlicherweise klappt das auch relativ oft, auch wenn die Damen weit entfernt von seiner Vorstellung einer Traumfrau sind, aber das redet er sich dann ganz einfach schön. Bunny lässt in seiner Gier einfach gar nichts aus und während seines körperlichen und psychischen Abstiegs macht er nicht einmal davor Halt, einer alten, blinden Frau den Schmuck zu stehlen, oder sich an einer wehrlosen Drogensüchtigen zu vergehen. Der Abgrund der ganzen Menschheit tut sich in Bunny Munro auf.
Eine kleine Erklärung für Bunny's Verhalten liefert Cave in der Begegnung mit Bunny's sterbenskrankem 80jährigen Vater, der keinen Deut besser ist als sein Sohn. Als Bunny ihn mit Bunny Junior besucht, sieht sich der Alte gerade einen Pornofilm an und regt sich darüber auf, dass "der da unten" nicht mehr funktioniert. Er ist von seinem Sohn enttäuscht, der ihm, wie er sagt, das Herz gebrochen hat. Er selbst, Bunny Senior, hat als Antiquitätenhändler alte Damen abgezockt, Bunny hingegen ist ja "nur" Kosmetikverkäufer.

Im großen und ganzen ist das Buch eine rasante, leicht und schnell zu lesende, schonungslose Charakterstudie eines niveaulosen, verkommenen Subjektes. Es ist sicher keine großartige Literatur, aber ich denke, das will es auch gar nicht sein. Das Ende des Bunny, das sich über mehrere Kapitel zieht, ist wohl ein bisschen zu dick aufgetragen, passt aber dann doch irgendwie zu Bunny und seiner Vorstellung vom Leben, wie er es sich halt eben hinbiegt. Auch beim Sterben muss er noch eine große Nummer abziehen.

Man kann's lesen, hat aber sicher nichts versäumt, wenn man es nicht tut.

(Gekürzte Version meiner Rezension auf zwillingsleiden.blogspot.com)
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen avril lavignes untenrum, 19. Oktober 2009
Von 
S. Janod "LuzyLay" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
gestern fertig gelesen. ich wurde dann gefragt, um was es in dem buch geht.
also hab ichs nochmal revue passieren lassen und es in gut und gerne 3 sätzen zusammen gefasst.
bunnys frau bringt sich um, weil er ein schürzenjäger ist. bunny nimmt bunny junior, dreht n bisschen durch und fährt frauen umlegend als kosmetikproduktverkäufer durch die gegend. bis zum bereits anfänglich absehbaren ende.

ich mag caves schreibstil. die grundidee finde ich auch klasse. bunnys "entwicklung" hätte ich gern detailreicher gehabt (naja, ich bin irvine welsh verwöhnt. seine figuren sind meistens charakterlich detailierter).

irgendwie war mir das buch einfach zu platt, zu oberflächlich.
easy reading, interessante grundidee. zwei sterne.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen bukowskiesk, 13. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vornweg - man sollte die amerikanische Lyric einens Charles Bukowski, Jack Karouac oder William S. Burroughs mögen, sonst gleich die Finger davon lassen. Der Roman ist sexistisch, überzogen und von einem egomanischen Hauptdarsteller geprägt. Lieder wie "Stagger Lee" kommen diesem Roman seitens der Musik Cave's schon sehr nahe.
Ich bin Bukowski Fan und deshalb von mir 4 Sterne - was, wie gesagt, nichts heißen muß.
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Der Tod des Bunny Munro: Roman
Der Tod des Bunny Munro: Roman von Nick Cave (Taschenbuch - 1. Juni 2011)
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