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Kundenrezensionen

21
4,2 von 5 Sternen
Warum macht Sex Spaß?: Die Evolution der menschlichen Sexualität (Allgemeines Sachbuch)
Format: TaschenbuchÄndern
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47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. April 2005
Dieses Buch gibt tatsächlich keine Antwort auf die Frage, warum Sex Spaß macht, sondern auf die Frage, warum wir so oft Sex haben im Vergleich zu vielen Tieren. Das ist eine glatte Themaverfehlung oder sollte der Titel etwa die Verkaufszahlen erhöhen? Ich hätte Details über unser sexuelles Empfinden und beim Sex stattfindende physiologische Vorgänge, vor allem über hormonelle Vorgänge im Gehirn erwartet. Dagegen beschreibt der Autor, wie es aus Sicht des Evolutionsbiologen dazu kam, dass wir so oft Sex wollen. Die Ausführungen dazu sind allerdings sehr interessant und nachvollziehbar und teilweise auch sehr unterhaltsam geschrieben. Eigentlich fünf Sterne, einen abgezogen für den falschen Titel.
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36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Januar 2005
Anders als viele andere Wissenschaftler versteht es Evolutionsbiologe Jared Diamond, unterhaltsam zu schreiben - das ist ein erstes großes Plus des Buches. Ein anderes ist der Inhalt: Wer noch nicht wusste, dass Männer - unter Umständen - auch Milch produzieren können, hier erfährt er es. Warum sie es im Allgemeinen dann doch nicht tun, ebenso. Auch warum Sex - beim Menschen und einigen anderen Arten - nicht allein ein Mittel zur Reproduktion ist, sondern soziale Funktionen hat, legt er logisch und nachvollziehbar dar. Ebenso, warum die Jagd der Männer bei Naturvölkern der Ernährung des Stammes weit weniger dient als der Pflege von Männerfreundschaften.
So geht das mit allen Themen und Thesen: Eine überraschende "Behauptung" wird aufgestellt, um anschließend genüsslich bewiesen zu werden - und zwar akribisch und wissenschaftlich fundiert. Ein entlarvendes Buch über die Spezies "Mensch". Sehr empfehlenswert!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 22. August 2007
Die Bücher des Evolutionsbiologen Diamond sind stets sehr informativ und auch für Laien verständlich geschrieben. So auch dieses Buch, das, anders als der Haupttitel suggerieren mag, nicht so sehr der Frage nachgeht, warum Sex Spass macht, als vielmehr Thesen zur Evolution der menschlichen als einer - verglichen mit anderen Tieren - sehr besonderen Sexualität nachgeht.

Denn seltsam ist es schon, warum es überhaupt Wechseljahre der Frau, nicht aber des Mannes gibt, welche Rolle der Mann in der menschlichen Gesellschaft spielt; warum wir es nicht öffentlich wie andere Tiere auch treiben; warum wir eigentlich eine ganzjährige Lust auf Sex haben, die auch während des Menstruationszyklus und selbst in der Schwangerschaft nicht aufhört, wo sie bei weiblichen Tieren absolut pausiert; warum die weibliche Brust auch außerhalb der Stillzeit vergrößert ist; und wieso eigentlich der Penis beim Menschen in der Evolution viel größer als nötig wurde im Vergleich zu denen der anderen Primaten.

Was man natürlich nicht erfährt, darauf weist Diamond auch im Vorwort hin, sind Ratschläge zum Sexualleben, etwa welche Stellungen zu mehr Spaß beim Sex führen. Das sollte man von einem Sexualtherapeuten erfahren wollen, nicht aber von einem Evolutionsforscher.

Ein sehr erhellendes Buch, das viele interessante Überlegungen enthält zur Entstehung dieser und jener Eigentümlichkeit im menschlichen Zusammenleben, etwa auch, warum es viele Männer und auch Frauen zum Seitensprung treiben mag. Ob das aber immer mit dem Wunsch nach Vermehrung der eigenen Gene zusammenfällt, wie vielleicht originär im Laufe der Evolution nahegelegt, das steht meines Erachtens noch dahin. (22.08.07)
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Dezember 2004
Die menschliche Sexualität mit ihrer Allzeitigkeit ist mitnichten auf die Reproduktion ausgerichtet, denn dazu würde auch einmal im Jahr reichen, wie das viele Arten belegen. Die katholische Kirche ist mit ihrer doktrinären Behauptung also auch hier auf dem falschen Dampfer.
Das lernt man bei Diamond. Und wie schon im „Arm und Reich" zeigt er, dass wir nur glauben, frei zu sein, während in Wahrheit die Bedingungen unserer Verhalten diktieren, auch in der sexuellen Ordnung. Dazu liefert Diamond mit vielen Argumenten den Beleg.
Die Polyandrie z.B. - Frauen haben mehrere Männer - kommt dort vor, wo es das konkrete Erbrecht im Bereich von Grund und Boden als ratsam erscheinen lässt, dass zwei Brüder dieselbe Frau heiraten. Zu mehr Nachkommen führt das nicht. Anders ist es bei der Polygynie, wo Männer mehrere Frauen haben.

Diamond ist wie immer hochinteressant und gut lesbar. Ich fand es witzig, zum Sex etwas Konkretes, Wissenschaftliches, Evolutionsbiologisches zu lesen. Es grenzt sich reizvoll ab gegen die psychoesoterischen Abhandlungen oder die Ratgeber für besseren Sex ab. Das sexy Titelbild ist etwas irreführend, aber verkaufsfördernd. Viele werden "angebrannt" sein. Ich kannte Jared Diamond von „Arm und reich", wusste also, was ich erwarten durfte.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. August 2003
Dieses Buch ist absolut sein Geld wert, betrachtet es doch unser gewohntes menschliches Sexualverhalten aus ungewohnter Perspektive und verhilft dem Leser zu vielen neuen und überraschenden Erkenntnissen. Dazu ist das Buch noch leicht lesbar, bisweilen witzig geschrieben. Die wissenschaftlichen Fakten werden unterhaltsam und allgemeinverständlich dargelegt.
Diamond macht darauf aufmerksam, wie seltsam unser Sexualverhalten ist, im Vergleich zu dem der Tiere und auch dem unserer nächsten Verwandten, den Menschenaffen. Er beobachtet den Kampf der Geschlechter aus der Sicht des Evolutionsbiologen. Er stellt und beantwortet ungewöhnliche und ketzerische Fragen: Warum stillen Männer ihre Babys nicht? Wozu sind Männer gut? Es geht auch um die falsche Zeit für Liebe, die Vorteile der Wechseljahre und um Ehrlichkeit in der Werbung. (Man lese am Schluß der Lektüre noch einmal, wem das Buch gewidmet ist.)
Jared Diamonds Buch diente und dient bis heute zahllosen Zeitschriften als Steinbruch für Artikel zum Thema Sexualität. Wer sich eingehender mit Evolutionsbiologie beschäftigt, findet dieses Buch und weitere Arbeiten von Diamond regelmäßig in den Literatur- und Quellenverzeichnissen anderer populärwissenschaftlicher Bücher aufgeführt. Daher hat es beste Aussichten, ein Klassiker zu werden und empfiehlt sich für die Hausbibliothek.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 5. März 2012
Jared Diamond zeigt in diesem Buch, dass das menschliche Sexualleben rätselhafter ist, als es auf den ersten Blick scheint. Mehr noch: Wie er im Vorwort schreibt, ist er der Meinung, dass unsere bizarre Sexualität ebenso zur Herausbildung typisch menschlicher Eigenschaften wie Sprache und Kultur beigetragen hat wie die Entwicklung eines großen Gehirns und des aufrechten Ganges.

Warum ist beispielsweise der Zeitpunkt des Eisprungs beim Menschen (im Gegensatz zu vielen Tierarten) nicht offensichtlich und warum haben Menschen auch Sex, wenn er sicher nicht zur Befruchtung führen kann, zum Beispiel nach den Wechseljahren? Wozu sind die Wechseljahre überhaupt gut? Und warum findet Sex beim Menschen im verborgenen statt?

Der Autor sucht nach Antworten auf diese und viele andere Fragen. Auch wenn es ihm vielleicht nicht gelingt, sie alle restlos zu klären, stellt er doch eine Reihe interessanter Theorien vor und regt den Leser zum Mitdenken und zu eigenen Spekulationen an.

Vor allem aber zeigt er, wie Evolutionsbiologen denken, und beweist, dass evolutionäre Zusammenhänge und Jahrmillionen alte Entwicklungslinien immer noch dazu geeignet sind, das Verhalten des modernen Menschen zu erklären.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Februar 2010
In den letzten Jahren wurde der interessierte Leser unter anderem im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Ersterscheinens von Charles Darwins bahnbrechendem Buch über die Entwicklung der Arten förmlich zugeschüttet mit Büchern evolutionsbiologischer Autoren, die alles bis hin zu den religiösen Phänomenen unserer Gesellschaft durch die Evolution erklärten.

In diesem Zusammenhang ist die Neuauflage des vorliegenden Buches von höchstem Interesse. Der Evolutionsbiologe Jared Diamond, der das Buch schon 1997 in den USA veröffentlicht hat, geht darin unter anderem der Frage nach, warum Menschen überhaupt Sex haben wollen, wenn sie gar keinen Kinderwunsch haben, oder gar zeugungsunfähig sind ? Warum, so eine andere Frage, hat die Evolution die Menopause bei den Frauen eingerichtet ?

Auf eine lockere Weise erzählt Diamond die Geschichte und Geschichten der Evolutionsbiologie in einem klar populärwissenschaftlich ausgerichteten Buch. Es geht allerdings nicht, wie der Titel suggeriert, ausschließlich um Sex, sondern es hat den Charakter einer anspruchsvollen Volkshochschulvorlesungsreihe über die Evolution. Dass manches in der Zwischenzeit schon überholt ist, schmälert nicht einen unterhaltsamen und überaus lehrreichen Lesegenuss.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 13. Dezember 2004
Ohne jetzt die Inhaltsangabe oder die Zusammenfassung anderer Rezensenten zu wiederholen bleibt festzuhalten: Wer dieses Buch liest, versteht warum es bei uns Menschen zu all den Problemen wie Scheidung, Seitensprung, Trennung etc. kommt.
Der Leser lernt, dass es hier verkehrt ist, nur rein moralische Aspekte bei der Bewertung zu betrachten.
Vielmehr entspricht dieses "unmoralische" Verhalten in weiten Zügen der menschlichen Natur bzw. dem Drang des Menschen, seine Gene weiterzugeben.
Dieses Buch hilft, die Verhaltensweisen und auch die Denkweisen von Mann und Frau auf einer sehr wissenschaftlichen Ebene zu verstehen. Es hebt sich so sehr deutlich von anderen pseudo-wissenschaftlichen Kommentaren zum Zuhören von Männern und Einparken von Frauen ab.
Insgesamt ist das Buch absolut empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 21. September 2009
Das Buch widmet sich der menschlichen Sexualität aus evolutionsbiologischer Perspektive. Diskutiert werden unter anderem körperliche Eigenarten (Dauerschwellung der weiblichen Brust, die Verdeckung des Eisprungs, der vergleichsweise große Penis, ...), die ganzjährig und vergleichsweise häufig stattfindende sexuelle Paarung, die unterschiedlichen Paarungssysteme und viele sonstige Eigenarten des menschlichen Sozialverhaltens. Das Buch ist sehr interessant, verständlich und humorvoll geschrieben, sodass sich die Lektüre auch für Leser ohne Hintergrund in Evolutionsbiologie lohnt. Sehr empfehlenswerte populärwissenschaftliche Ergänzungen zum gleichen Thema sind Die sexuelle Evolution. Partnerwahl und die Entstehung des Geistes. (hier wird die Entwicklung des menschlichen Großhirns inkl. der menschlichen Kulturfähigkeit mit der Partnerwahl in Verbindung gebracht) und Eros und Evolution. Die Naturgeschichte der Sexualität.

Leider lässt das Buch auch einige Fragen offen, z. B. warum moderne Menschen nicht mehr so sehr daran interessiert sind, ihre Gene weiterzugeben, sondern sich eher darum bemühen, keine Nachkommen zu haben. Die Antwort auf diese Frage findet sich hier: Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Oktober 1998
Die Sexualität der Tiere erscheint bisweilen seltsam. Doch ist es die menschliche Sexualität, die anders ist als alles bisher dagewesene. Wir wollen Sex, auch wenn keine Fortpflanzung beabsichtigt ist, ein Novum im Tierreich. Warum haben wir übertrieben sexuelle Signale, warum kommen Frauen in die Wechseljahre? Diese und viele weitere Fragen versucht der Physiologe Jared Diamond mit Augenzwinkern und wissenschaftlichem Gehalt zu beantworten. Viele Verweise auf das Tierreich und auf versteckte Eigenarten machen schließlich klar, dass wir nicht geworden wären, was wir sind, wenn wir diese unsere eigene Sexualität nicht entwickelt hätten. Ein überaus lesenswertes Buch!
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