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59 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Holdrio!
Wenn ich mein Lieblingsbuch für dieses Jahr benennen sollte, müsste ich nicht lange überlegen. Ganz eindeutig wäre es "Die Karte meiner Träume", und das nicht nur weil ich den Protagonisten, einen kleinen, hochbegabten Jungen namens Tecumseh Sparrow Spivet - kurz T.S. - ins Herz gesschlossen habe, sondern auch weil es eine reine Freude ist, in der...
Veröffentlicht am 4. November 2009 von Stephen Crane

versus
24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halber Spaß
Was für eine wunderbare Geschichte! Und was für eine wunderbare Idee, die Geschichte des frühreifen Kartographen mit ebendiesen Karten auszustatten. Auch die Sprache bezaubert durch ihren Witz und ihre Einfühlsamkeit. Allerdings trifft dies alles nur auf den ersten Abschnitt des Buches zu, in dem die Welt des Knaben in der Wildnis von Montana vor uns...
Veröffentlicht am 30. März 2010 von Albert Müller


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59 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Holdrio!, 4. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume (Gebundene Ausgabe)
Wenn ich mein Lieblingsbuch für dieses Jahr benennen sollte, müsste ich nicht lange überlegen. Ganz eindeutig wäre es "Die Karte meiner Träume", und das nicht nur weil ich den Protagonisten, einen kleinen, hochbegabten Jungen namens Tecumseh Sparrow Spivet - kurz T.S. - ins Herz gesschlossen habe, sondern auch weil es eine reine Freude ist, in der Zeit von Internet und E-Books ein derart liebevoll gemachtes Buch in Händen zu halten. Es ist einfach ein sinnlicher Genuss, und dem Verlag gebührt für die liebevolle Ausstattung großes Lob. Ein Bucherlebnis, mehrfarbig gedruckt wie einst die "Unendliche Geschichte".
Anfangs war ich ein wenig skeptisch, als ich las, dass der Verfasser ein neues Wunderkind der amerikanischen Literatur sei, denn zu oft bin ich in solchen Fällen schon enttäuscht worden, und die hochgelobten Bücher waren nicht mehr als Eintagsfliegen.
Doch die Geschichte von T.S., dem genialen Zeichner, der vom renommierten Smithsonian Institute einen Preis verliehen bekommt und eingeladen wird, dort eine Rede zu halten (keiner weiß, dass der Preisträger ein Kind ist), wird kein Leser so schnell vergessen.
T.S. macht sich allein auf den gefährlichen Weg nach Washington - per Güterzug, in einem Wohnmobil, dem er, weil auf der langen Reise so einsam ist, einen Namen gibt.
Überhaupt fällt es ihm leichter mit Dingen zu kommunizieren als mit Menschen, deren Gefühlswelt ihm ein Rätsel ist, deren Gesichtsausdrücke er nicht zu deuten weiß.
Und weil ihn die ganze Welt so verwirrt, so unbegreiflich ist, hält er alle Eindrücke in Karten, Zeichnungen und Diagrammen fest, die die breiten Randspalten des Romans füllen.
In den Randspalten erfährt man auch die verstörende Geschichte vom Tod seines Bruders Layton, von seinen Schuldgefühlen, von seiner Angst, den Ansprüchen seines Vaters nicht zu genügen und nicht geliebt zu werden.
Auf der Fahrt quer durch den amerikanischen Kontinent erlebt T.S. seltsame Dinge. Er gerät in ein Wurmloch, entgeht nur mit Mühe einem Mordanschlag, wird gerettet von einem geheimnisvollen Vogelschwarm. Und dann ist da noch das Labyrinth von unterirdischen Gängen in Washington, eine mysteriöse Geheimgesellschaft. Larsen spielt mit den Verschwörungsphantasien eines Dan Brown, und er tut es auf meisterhafte Weise. Humorvoll, skurril, anrührend.
Und wer wissen will, warum ich der Rezension den Titel "Holdrio!" gegeben habe, der muss das Buch schon selber lesen. . .
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig und gleiches noch nicht gesehen..., 5. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume (Gebundene Ausgabe)
...so mein Fazit.
Lange habe ich mit diesem Buch geliebäugelt, habe es dann doch gekauft und bereue keinen Cent. Gleich habe ich noch nicht gesehen -ein mit solcher Liebe und Aufwand aufgemachtes Buch, mit Erläuterungen, traumhaften Zeichnungen, Verweisen, die aber alle zur Geschichte gehören - einfach wundervoll. Und damit eröffnet sich der sprunghafte Kosmos dieses kleinen hochbegabten, aber auch neunmalklugen Hauptdarstellers auf eine Weise, wie es Worte alleine nicht vermögen würden.

Allenfalls die "Stadt der träumenden Bücher" kommt in die Nähe in Ihrer liebevollen Aufmachung - ansonsten unvergleichlich und einzigartig.
Ich habe beim Lesen das Lächeln nicht aus dem Gesicht herausbekommen.

Es gibt Bücher, die kann man ausleihen, liest sie und gibt sie zurück. Und es gibt Bücher, die muß man unbedingt selbst besitzen, einfach, weil es ein schönes Gefühl ist. Dieses gehört dazu.
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halber Spaß, 30. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume (Gebundene Ausgabe)
Was für eine wunderbare Geschichte! Und was für eine wunderbare Idee, die Geschichte des frühreifen Kartographen mit ebendiesen Karten auszustatten. Auch die Sprache bezaubert durch ihren Witz und ihre Einfühlsamkeit. Allerdings trifft dies alles nur auf den ersten Abschnitt des Buches zu, in dem die Welt des Knaben in der Wildnis von Montana vor uns aufblüht. Hier stimmt einfach alles: Die Gefühle des Zwölfjährigen korrespondieren mit seiner Gedankenwelt, die Figuren sind stimmig gezeichnet und alles bleibt umweht von einem Gefühl der Traurigkeit, die um den frühen Tod des jüngeren Bruders kreist, der aber nie konkret thematisiert wird. Sobald sich aber T.S. auf die Reise macht, gerät dieses wunderbar ausbalancierte Konstrukt aus den Fugen. Nun haben wir aber noch 300 Seiten vor uns. Plötzlich geschehen die abtrusesten Dinge und mit der Logik dürfen wir es nicht mehr so genau nehmen. Ständig gerät T.S. in völlig ausweglose Situationen, die aber allesamt rein zufällig spielend gemeistert werden. Die Absurdität dieser Reise gipfelt in einem Tötungsdelikt, der am Ende aber dann doch keiner gewesen sein soll (wie das?). Das Ende ist dann reiner Slapstick und der arme Reif Larsen scheint alles vergessen zu haben, was ihn zu Anfangs noch als einen Autor von großem Format auszeichnete. Was vordem von ergreifender Aufrichtigkeit zeugte, mündet nun in grotesken Verzerrungen. Ein Klischee jagt das andere und es scheint, als wäre es Larsen vor allem darum gegangen, das Ganze nur irgendwie an ein Ende zu bringen. Sollte man ein Diagramm dieses Buches zeichnen, dann führte der Weg geradewegs von den Höhen Montanas in die Niederungen von Washington DC. Leider.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Karten geben uns den Abstand, um unseren Platz in der Welt zu bestimmen.", 15. März 2012
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume (Gebundene Ausgabe)
Dass den Leser etwas Unkonventionelles erwartet, merkt man in dem Moment, wenn man das Buch im ungewöhnlichen Format und der außergewöhnlichen Aufmachung in die Hand nimmt.
Es springen einem zunächst Illustrationen, Skizzen, Grafiken und Diagramme ins Auge. Und das macht auch den Charme des Buches aus, das sich wegen all dieser Schaubilder nicht "mal eben" lesen lässt. Der Reiz liegt im Phantasievollen; das Buch hat einige Kuriositäten zu bieten, und lässt Raum für Neugierde.
Es gibt viel zu entdecken während man den jungen Helden Tecumseh Sparrow Spivet (der sich als einziger Tecumseh von allen anderen nur durch seinen zweiten Vornamen Sparrow unterscheidet) auf seiner Reise begleitet. Aufgewachsen ist T.S.Spivet in einem Ranchhaus in Montana. Von dort startet er in einem Güterzug einen Trip vom Westen in den Osten der USA zu einem wissenschaftlichen Kongress. Dabei hält er seine Gefühle und Gedanken über sein Umfeld, das er sehr präzise wahrnimmt, in kleinen Spiral-Notizbüchern fest. Die Zeichnungen sind seine Art, etwas Unsichtbares sichtbar macht. Er nimmt das Leben als Landkarte wahr, versucht Geschehnisse in Grafiken zu packen, zu ordnen. Das hilft ihm dabei, sich in der seltsam lockenden Welt der Erwachsenen zurechtzufinden.

Die umfangreichen Abbildungen sind ein reizvoller visueller Blickfang. Während sie anfangs den Lesefluss hemmen, gewöhnt man sich schnell daran, kreuz und quer zu lesen. Zuweilen wird es dennoch anstrengend, weil die Randnotizen chronologisch im Zusammenhang gelesen werden müssen, da sie Teil der Geschichte sind und die Handlung vorantreiben. Für mein Empfinden rauben die weitverzweigten Ausschmückungen der Handlung den Platz. Was den Zauber des Buches ausmacht ist also zugleich auch die Schwäche des Buches.

Fast spielerisch laviert sich T.S.Spivet mit einer Mischung aus kindlichem Gemüt und analytischen Fähigkeiten durch den Ernst des Lebens. Und dass sein Leben voller Ernsthaftigkeit steckt, wird schon bald klar. Seinen Bruder Layton, der viel zu früh durch einen Unfall gestorben ist, vermisst er sehr. Seine Mutter, die er distanziert nur Dr. Claire nennt, konzentriert ihre Aufmerksamkeit auf wissenschaftliche Arbeiten, vorrangig auf Käfer. Und sein Vater, ein wortkarger Rancher, ist dem Whiskey sehr zugetan und lebt ein Wildwest-Nostalgie, in die T.S. so gar nicht passt.

Die Seelenwelt des Jugendlichen ist bis zur Hälfte der Erzählung ausgezeichnet beschrieben und bebildert. Doch die anfangs realistische Abenteuerreise gleitet zusehends ins Fiktive ab. Was herzenswarm beginnt, endet haarsträubend.

Somit gebe ich für die kreative Idee und den kleinen Helden, den ich gerne in die Arme schließen würde, volle Punktzahl. Für die Handlung an sich und die inhaltlichen Längen ziehe ich allerdings jeweils einen Punkt ab.
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69 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Freundschaft, Kindheit, Zuhausesein und die Schuld, 22. September 2009
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume (Gebundene Ausgabe)
Die Karten und Zeichnungen im Buch haben es mir angetan - auch die Geschichte von des 12jährigen Tecumseh Spivet ist besonders und gefühlvoll, wenn auch Schatten ihn und seine Vergangenheit umranken, seine Zukunft ist nicht glamourös, die Gegenwart geprägt von Einsamkeit und teilnahmslosen Menschen. Mit DIE KARTE MEINER TRÄUME von Reif Larsen wird uns ein einfaches und doch besonderes Leben gezeigt, mitten in Montana, das Leben eines kleinen Jungen, so jung und doch schon beladen mit Schuldgefühlen und dem Wunsch nach Freiheit.

DIE KARTE MEINER TRÄUME von Reif Larsen ist ein wirklich ungewöhnlicher Roman, schon alleine wegen der vielen Skizzen, Zeichnungen und Anmerkungen an den Rändern und teils über die gesamte Seite des Buches - es sind in Bild festgehaltenen Worte und Beweise unseres Protagonisten Tecumseh Spivet, welcher so angestrengt über die Welt und seine Umgebung sinniert, das es an ein Wunder grenzt, dass er nicht vor ein Auto läuft.

Ein wenig fühlt man sich fast abgelenkt durch die vielen Skizzen und Anmerkungen am Rande, denn zu verführerisch sind die Texte und Darstellungen. Doch man folgt der Geschichte, welche sich wie ein Ariadnefaden durch das Buch schlängelt und mit ihm unser kleiner Held Tecumseh Spivet.

Ob sein Vater Trinker ist, sei dann doch belanglos und ob er am Tode seines Bruders Layton Schuld hat, wollen wir gar nicht so genau wissen - der Weg ist das Ziel und die ist auch die Quintessenz des Buches, denn es ist eine Reise.

Die Reise führt Tecumseh Spivet nach Washington und das ist das wahre Wunder, denn wem er begegnet und was er erlebt ist die wahre Geschichte des Buches DIE KARTE MEINER TRÄUME.

Tecumseh Spivet ist ein Genie aber auch ein Kind und das macht es für seine Umgebung so schwer ihn zu begreifen - das er, obwohl niemand weiß was er tatsächlich ist, einen Preis in Washington annehmen soll - macht die Sache noch skurriler.

Man bewegt sich mit diesem kleinen Helden auf einer absonderlichen Bahn um seine Heimat Montana herum, erkennt und erlebt seinen Alltag, beginnt mit ihm die Reise anzutreten und erfährt mehr über die Welt als aus so manchem Reiseführer.

Mit DIE KARTE MEINER TRÄUME von Reif Larsen ist ein ganz außergewöhnliches Werk auf dem Buchmarkt erschienen - eine Reise ins Ich eines kleinen und doch außergewöhnlichen Jungen.

Sehr empfehlenswert!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine gute Idee allein macht noch kein gutes Buch, 2. Mai 2011
Von 
basssopran - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume: Roman (Broschiert)
Tecumseh Sparrow Spivet ist zwölf und ein ungewöhnlich intelligentes, geradezu besessenes Kind. Er kartographiert, zeichnet, etikettiert, ordnet und fertigt Statistiken von allem an, was ihm über den Weg läuft. Gefühle hat er keine, er fühlt nur eine Verbundenheit zu seinen Forschungsobjekten. Seine Eltern sind genauso seltsam wie er - warum eine promovierte Entomologin einen unartikulierten Farmer heiraten sollte, bleibt mir verschlossen. Auch diese Charaktere besitzen keine Wärme, kein Gefühl. Die Idee, die Welt des Jungen über seine Aufzeichnungen zu erschließen und diese am Rand der Seiten als Notizen darzustellen, finde ich nach wie vor charmant. Doch der Geschichte fehlt die Geschichte. Das Problem ist hier sogar noch größer als bei meinem letzten Versuch mit ungewöhnlich intelligenten und fixen Jungs, "Extrem laut und unglaublich nah". Meiner Meinung nach hat ein gutes Buch vier wirklich wichtige Aspekte: eine gute Idee, eine spannende Geschichte, runde Charaktere und Glaubhaftigkeit. Bis auf die gute Idee finde ich hier nichts...
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr Schein als Sein, 19. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume: Roman (Broschiert)
Gleich zu Beginn: Ich verstehe absolut nicht, warum dieses Buch im Schnitt auf vier Punkte kommt. Nach 200 Seiten habe ich genervt aufgegeben. Aber der Reihe nach.

Zum Inhalt wurde ja bereits in anderen Rezensionen zur Genüge geschrieben, also nur noch einmal ganz kurz. T.S., Junge, 12 Jahre, hochbegabt, wächst in der amerikanischen Einöde auf und kartografiert bzw. illustriert alles, was in seinem Leben vor sich geht. Gracie, seine Schwester, pubertiert vor sich hin und beschwert sich in diesem Zusammenhang des öfteren über ihr eintöniges Leben, während T.S.' Mutter ihre potenziell steile Karriere als Naturwissenschaftlerin mit der obszessiven Suche nach einer bestimmten Käferart vergeudet und Familie mehr oder weniger Familie sein lässt. T.S. Vater, einer der letzten Cowboys, hält derweil die Farm in Schuss und zeichnet sich ansonsten vor allem durch beharrliches Schweigen aus. Das letzteres auch auf das Ableben T.S.' älteren Bruders zurückzuführen ist, der eine sehr enge Beziehung zum Vater hatte, kann man vor allem zwischen den Zeilen lesen. Der Familienhund kaut derweil auf Blecheimern rum. Als T.S. nun eine Einladung eines renommierten Museums in Washington D.C. erhält, um dort einen Vortrag zu halten und einen Preis für eine seiner wissenschaftlichen Illustrationen entgegen zu nehmen, packt dieser seine Koffer und schwingt sich auf den nächstbesten Güterzug. (Ein) Problem: In Washington geht man davon aus, dass es sich bei T.S. um einen gestandenen Wissenschaftler handelt, der die Grenze zur Volljährigkeit schon längst hinter sich gelassen hat...

Klingt zunächst einmal alles ganz gut und kommt aufgrund der zahlreichen Illustrationen an den Seitenrändern vor allem zudem sehr nett rüber - was mich letztlich auch zum Kauf des Buches bewogen hat. Schließlich konnte man sich beispielsweise bei "Extrem laut und unglaublich nah" von J.S. Foers bereits vor Augen führen, was ein auf den Inhalt des Buches abgestimmtes Bild- und Textlayout zum Verständnis und Erleben des Werkes beitragen kann. Bei "Karte meiner Träume" funktioniert das aber leider nicht. Die Illustrationen lockern allenfalls den Blocksatz etwas auf, während die textlichen Einschübe schnell nerven, da sie selten etwas zum Fortgang der Geschichte beitragen und deren Fluss erheblich behindern. Anfangs habe ich noch alle Randnotizen "mitgenommen", da man ja eben doch nicht so genau weiß, ob sich eine relevante Information darin versteckt, bis es mir dann zu anstrengend geworden ist, ständig auf Nebenhochzeiten zu tanzen und teilweise das Gefühl zu haben, den Lesespaß eines Lexikons vermittelt zu bekommen. Leider schlängelt sich aber auch der Erzählfaden im "Haupttext" des Buches zunehmend durch Nebensächlichkeiten, die meines Erachtens die Story, so man sie nicht längst aus den Augen verloren hat oder sie überhaupt gefunden zu glauben scheint, künstlich in die Länge zieht, zerfasert und in wirklich sehr sehr tiefe Täler ausgeprägter Langeweile führt. Überraschenderweise wird das Buch gerade ab da richtig langatmig, als T.S. die Farm verlässt und sich als blinder Passagier auf eine Reise quer durchs Land begibt. So spannend wie Butterkekse! Leider werden hier weder Personen noch aufkeimende Abenteuer vertiefend dargestellt, so das es wirkt, als habe der Autor keine Lust mehr gehabt, sein eigenes Skript weiter auszuarbeiten. Das es Auszüge aus dem Tagebuch T.S.' Mutter zu lesen gibt, lenkt wieder einmal mehr ab, als das es die Geschichte voran bringt...

... so habe ich mich mehr und mehr dabei ertappt, dass ich das Buch immer mehr überflogen anstelle gelesen habe. Zunächst fielen die Randnotizen weg, später Sätze, ganze Seiten und schließlich ein komplettes Kapitel. Nach dem vierten Anlauf, irgendwie mit dem Buch übereinzukommen und einen Weg zu finden, auf dem ich mich bis zum vielleicht ganz tollen Ende durcharbeiten kann, habe ich schließlich die Segel gestrichen. Wir werden keine Freunde mehr. Schade.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne Aufmachung, 3. Januar 2010
Von 
Villette - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume (Gebundene Ausgabe)
Besonders wegen der Aufmachung erhält dieses Buch von mir 5 Sterne. Die vielen Randbemerkungen und Zeichnungen sind liebevoll gestaltet und enthalten Informationen, die die Welt nicht braucht - so denkt man. Aber da hat man sich getäuscht. Jede Karte, die T.S. zeichnet, ist ein Versuch, ein Stück Information für sich hinzuzufügen, um die Welt im Ganzen zu verstehen. Jede Information hat ihren Platz, besonders da es sich um Tatsachen handelt im Gegensatz zur Forschung von T.S.' Mutter, die schon seit 20 Jahren vergeblich auf der Suche nach einem Phantomkäfer ist und daher die Wissenschaft und die Welt nicht weiterbringen konnte. Was die Geschichte selbst angeht, so schwankt sie meiner Meinung nach zwischen 4 und 5 Sternen. Sie hat ihre Längen, ist manchmal etwas überzogen und natürlich im Ganzen völlig unglaubwürdig, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Wer viel Zeit hat, kann sich in dieses Buch fallen lassen und mit T.S. versuchen, die Geheimnisse der Welt und des Lebens zu erkunden. Die wissenschaftliche Reise in die Geheimnisse der Welt wird auf zweiter Ebene durch T.S.' Abenteuerreise gen Osten fortgeführt. Besonders Spaß machen dabei die Stellen, in denen T.S. den Mangel an Kreativität, Verständnis und Forschungsgeist seiner Lehrer entlarvt, die ihm offensichtlich nicht besonders viel beibringen können. Gleich dananch kommt die eingebettete Geschichte seiner Ur-Ur(?)-Großmutter, der ersten Forscherin in seiner Familie. Was aber am meisten berührt, sind die kleinen Anmerkungen zum Leben und Tod seines Bruders, die T.S. fast unsichtbar versucht einzustreuen, denn über seinen Bruder wird nicht mehr gesprochen. Das heißt aber nicht, dass T.S. damit umgehen kann, besonders da ihn starke Schuldgefühle plagen. Sehr bezaubernd und empfehlenswert.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Seit wann brauchen Bücher eine Geschichte?, 31. März 2011
Von 
Michael Richter (Münster, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume (Gebundene Ausgabe)
Ein langweiliges Buch und selbst das ist übertrieben.

Positiv (weil anders) zu vermerken ist jedoch das Stilmittel der Kartierungen und Erläuterungen am Seitenrand (und nicht etwa als Fußnoten), was anfangs den Lesefluss jedoch etwas hemmt.

Hat man sich daran gewöhnt, so findet man dies doch als sehr gelungen und macht sich flugs auf die Suche nach einer im Buch versteckten Geschichte.

Nun ja, die gibt es eigentlich gar nicht, was man durchaus als die Schwäche des Buches bezeichnen kann; Erzählstränge werden langatmig aufgebaut um sich dann mehr oder weniger ergebnislos zu verlaufen.

Schreibt man dem Buch letztlich doch einen übergeordnete Geschichte zu (12 jähriger Junge kartographiert so alles mögliches, haut von zuhause ab um wissentschaftliche Ehrungen in Washington D.C. entgegen zu nehmen und landet letztlich doch wieder im Schoß der Familie), so ist diese lieblos und ziellos und abstrus beschrieben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschönes Roadtrip-Abenteuer, 21. März 2010
Von 
Sarah Pritzel (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Karte meiner Träume (Gebundene Ausgabe)
T.S. Spivet ist 12 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester auf einer Ranch in Montana. Sein jüngerer Bruder ist vor einiger Zeit bei einem tragischen Unfall gestorben, T.S. fühlt sich dafür mitverantwortlich und auch sonst ist sein Leben nicht einfach: sein Vater, ganz der Cowboy, hat kein Ohr für seine Gedanken und seine Mutter, eine wenig erfolgreiche Insektenforscherin, lebt sowieso in ihrer eigenen Welt.
T.S. größtes Hobby sind daher Karten. Das Zeichnen von allem was er zu Gesicht bekommt tröstet ihn.
Sein einziger Verbündeter ist dabei Dr. Yorn - ein Bekannter seiner Mutter. Als er eines Tages einen Anruf aus Washington bekommt und erfährt, dass er einen Wissenschaftspreis (den Baird Preis) gewonnen hat, macht er sich heimlich und ganz alleine auf die 2400 Meilen lange Reise in die Hauptsadt. Dass dort niemand weiß, dass der berühmte T.S. Spivet erst 12 Jahre alt ist, ist dabei nur ein kleines Hindernis...

Das Buch ist wie eine kleine Schatzkiste. Geschrieben wie das Tagebuch von T.S. enthält es jede Menge Skizzen und Randbemerkungen - teils witzig und teils sehr nachdenklich. Schnell hat man den kleinen, etwas merkwürdigen Kartographen in sein Herz geschlossen und kann mitleiden, wenn er in seiner kindlichen Art über den Tod seines Bruders nachdenkt oder schmunzeln, wenn er stundenlang mit einem Wohnmobil redet. Voller Leben und voll mit den kleinen Eigenarten und Abenteuern eines 12jährigen auf dem Weg zum Erwachsenwerden, hat mich das Buch einfach begeistert!
Für Nicht-naturwissenschaftler dürfte es manchmal etwas schwierig sein festzustellen, was T.S. mit seinen merkwürdigen Randbemerkungen meint. So schreibt er z.B. über die 3 Newton'schen Axiome, Entropiezunahme oder über Mandibeln und Maxillen... aber gerade dass er so ein kleiner Klugscheißer ist, hat mir doch das Eine ums Andere mal sehr gut gefallen.
Definitiv kann man das Buch nicht "mal eben" so weglesen... aber wenn man sich einmal reingefunden hat, will man das auch gar nicht mehr.
Empfehlen würde ich es also jedem, der keine Angst vor Naturwissenschaften hat, verschrobene 12jährige mag und in einer Geschichte auf kein Gefühl aus dem großen Gefühlsspektrum verzichten möchte!
Ich wünschte, es gäbe eine Fortsetzung die mehr von Tecumseh Sparrow Spivets Abenteuern berichtet!
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Die Karte meiner Träume: Roman
Die Karte meiner Träume: Roman von Reif Larsen (Broschiert - 1. Oktober 2010)
EUR 12,95
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