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5.0 von 5 Sternen "Das Jetzt der Erkennbarkeit ist der Augenblick des Erwachens" (Benjamin), 5. Juli 2008
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kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
"Das wahre Glück entspringt aus der Einstimmung
des elenden Ichs in die ewigen Oktaven."
(Peter Sloterdijk)

Franz Kafka (1883-1924) wäre am 3. Juli 125 Jahre alt geworden. Sich seiner zu erinnern, ist Grund vieler Feuilletons, über ihn zu berichten. Aber ihm nahe zu kommen gelingt nur über seine Erzählungen, Aphorismen, Gleichnisse und Parabeln. Erzählungen und ausgewählte Prosa liegen nun vor Ihnen, vornehmlich aus der Zeit 1920-1923 und damit sehr autobiographisch. Die Versuche, Kafka näher zu kommen, sind unter der Amazon-Profil-Liste: Franz Kafka - 125 Jahre nachzulesen.

Mit der Maxime von Benjamin werden die Mobilitätsphantasien der Neuen Sachlichkeit von einer Obsession beherrscht; man könnte seine Zeit verfehlen, wie man einen Zug verpasst. In der Nachkriegszeit und dem in Folge entstandenen geistig wie materiell destabilisierten Lebensmilieu wird Geistes-Gegenwart nun das große Ideal (vgl. Safranski, 2007). Kafka kann so seiner Zeit gemäß empfunden werden, denn die verpasste Chance und mangelnde Geistesgegenwart erzwingt beim Landvermesser K. ein nahezu metaphysisches Horrorszenario. Dieser verschläft einen Termin bei der Schlossbehörde. Wäre es seine Rettung gewesen?

Im Schloß-Roman erfährt und erlebt der Leser von Kafkas Versuch, die Welt und sein Ich zu verbinden, seine Lebenswurzeln unten und oben, ihre Anziehungskraft untereinander und ihre wechselseitige Beziehung. Doch von wo ist der richtige Blick, von wo aus erschließt sich die Möglichkeit des wahren Lebens? (vgl. Safranski, 2003) Kafka entdeckt eine ungeheure Welt, ungeheuer ist sie für ihn aus seiner Perspektive, allein aus dem Zögern, in sie hineingeboren zu werden. (Brief an Milena 1922) Schreiben wird so zum Mittel der Kommunikation zwischen Ich und Welt, seine ungeheure Welt will entäußert werden, damit er sich befreit. So wie die Verwandlung für ihn Befreiung ist aus dem vorbestimmten Leben eines Handelsreisenden und der Tod des Insektes nicht mehr als ein Akt der Liebe. (vgl. Rez. Kafka, Die Verwandlung)

Dieses vorliegende Buch ist der 8.Band aus den Schriften des Nachlasses. Es ist geprägt von Stücken mit selbstbiographische Untersuchungen. "Das Schreiben versagt sich mir. [.. ..] Nicht Biographie, sondern [..] Auffindung möglichst kleiner Bestandteile". Kafkas Angst vor dem was ist und von dem was sein könnte ist ungebrochen. Ein Haus aus dem alten neu zu bauen, zwei halbfertige, ein "Kosakentanz" dazwischen, wo die Stiefel die Erde ausheben, "bis sich unter ihm ein Grab bildet". Kafka reflektiert sein Leben zum Tode, im Tod erkennt er leben, aufbrechen mit dem Pferde, mit dem Ziel "nur weg von hier, nur weg von hier", ein wahrhaft ungeheure Reise. Und so spürt er das Unbehagen in seiner Umwelt, sucht nach "Fürsprecher", die ihm im Leben vorwärts, Halt geben. Ein Leben, "das immer nur so lang ist wie die Zeit, die Du verlierst". Der begonnene Weg ist fortzusetzen, kein zurück, "unter keinen Umständen, Du kannst nur gewinnen". Dieses ist der Augenblick des Erwachens, der positiven Hoffnung, dem wir so selten bei Kafka begegnen. "[..] solange Du nicht zu steigen aufhörst, hören die Stufen nicht auf, unter Deinen steigenden Füßen, wachsen sie aufwärts".

Was ist Wahrheit? In "Forschungen eines Hundes" erforscht ein Hund die Herkunft der Nahrung, sucht nach ihrem Geheimnis. Das kann er nur, wenn er die Nahrung nicht isst. "[..] verzichtete ich auf alle Genüsse; wich allen Vergnügungen im Bogen aus, vergrub vor Verlockungen den Kopf". Er muss Wahrheit vor sich haben, nicht in sich. Der Hund fastet für eine Methode, die ihn vom Leben ausschließt. "Vielleicht war die Wahrheit gar nicht mehr allzuweit, nur für mich zu weit, der ich versagte und starb". Kafka konstatiert in den Aphorismen: "Es gibt nur zweierlei: Wahrheit und Lüge. Wahrheit ist unteilbar, kann sich also selbst nicht erkennen: wer sie erkennen will, muss Lüge sein". Wer also glaubt, erst die Wahrheit erkennen zu müssen, bevor er mit dem Leben anfängt, lebt in der Lüge. (", quer durch die Worte kommen Reste von Licht") und dieser kleine Hund, der nicht starb, sondern von der Ohnmacht aufwachte, hörte bereits die Musik, das Singen eines Hundes, bevor dieser die Stimme anhob. Und so gewann der Instinkt über die Wissenschaft, weil er Erkennbarkeit offenbarte, unfähig für die Wissenschaft zu sein.

"Das Ehepaar" handelt von einem Handelsvertreter, der einen leidlichen Besuch zu K. nicht mehr aufschieben kann und will. Er geht des Abends, da er nicht gesellschaftlich sondern kaufmännische Absichten hatte unbekümmert zu ihm und fand einen alten kranken K., der in seiner Lage ihm zeigt, dass seine Zeit gekommen ist: "wenn ich überhaupt noch etwas versuchen wollte, musste es gleich geschehen", sagte er sich. Und in seiner überschwänglichen Preisung der Artikel verstarb Herr K. scheinbar. Die Aufgabe es Frau K. mitzuteilen schien mühevoll doch Frau K. wusste nur von Schlaf. Sie küsste in sanft, er erwachte und ließ sich das Nachthemd überziehen. Der Handelvertreter fühlte sich an seine Mutter erinnert: "die konnte Wunder tun. Was wir schon zerstört hatten, machte sie noch gut".

"Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohlgelungen". Kafkas Höhlengleichnis wurde posthum veröffentlicht, es entstand erst kurz vor seinem Tod. Kafka als Angstdichter wird noch einmal in aller Deutlichkeit präsent. Sein sich zurückziehen als Tier zeigt die Individualisierung des Menschen und seine Angst, sich selbst nicht zu genügen. Seine Behausung ist Festung und in den Zimmern und Gängen labyrinthisch. Sich selbst genügend, mit hoher Denkfähigkeit ausgestattet, scheint die Reflexion des Gewesenen das Zukünftige zu gestalten. Dieses scheint zu genügen, ist doch das Hauptverlangen die Stille. Kafkas Transfer in die Tierwelt ist zugleich Aufhebung der menschlichen und doch in der tierischen ihr Spiegel. So ist das Tier der Möglichkeit des Freien nicht enthoben, doch die Arbeit am Bau erzwingt notwendig die Zuwendung nach innen. Diese Zuwendung nach Innen macht gleichzeitig deutlich, dass das Außen einer Absicherung bedarf und somit feindlich eingeschätzt wird. Die Balance von Ich und Welt wird zerstört; das Ich findet keinen Platz in der Welt. Und doch, die Stille ist trügerisch, "Plötzlich einmal kann sie unterbrochen werden und alles ist zu Ende". So ist denn dieses unerwartete Zischen der Anfang der Bedrohung. Rilke sagte: "Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang". Mit dieser Erzählung wird dieser Band besonders aufgewertet. Der geneigte Leser wird sie auch zu Ende lesen, so sei nicht zu viel vorweg genommen.

Kafka ist eine Empfehlung in jeder Zeit. Es sollte ein Versuch sein, über mehrere Rezensionen ihn zum Jahrestag näher zu bringen. Vielleicht findet sich dadurch der ein oder andere (Wieder-) Entdecker dieser großartigen Schreibkunst. Als letztes lassen wir Kafka sagen:
"Was ich gespielt habe, wird wirklich geschehen. Ich habe mich durch das Schreiben nicht losgekauft. Mein Leben lang bin ich gestorben und nun werde ich wirklich sterben. [.. ..] Ich selbst aber kann nicht weiterleben, da ich ja nicht gelebt habe, ich bin Lehm geblieben, den Funken habe ich nicht zu Feuer gemacht, sondern zur Illumination meines Leichnams benützt". (Kafka an Brod, 5.Juli 1922)

Kafka starb am 11. Juni 1924. Angeregt hat er mit seinen Schriften u. a. Benjamin (Über den Begriff der Geschichte), Foucault, der im Dispositiv Macht Kafkas Nachdenken über Rede und Herrschaft aufgreift, Agamben, der den Homo sacer (vgl. Rez) nicht ohne Kafkas Ansatz von Gesetz, Gericht, Strafe finden konnte, Derrida findet gar Kafkas Parabel: Vor dem Gesetz als Chiffre seiner Philosophie und Agamben findet hierin die Allegorie eines Gesetzes, welches Geltung hat aber keine Bedeutung. Ein Ort und ein Nicht-Ort, ein Zeitpunkt des Zauderns. (vgl. Rez. Vogl, Über das Zaudern, 2007)
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5.0 von 5 Sternen "Das Jetzt der Erkennbarkeit ist der Augenblick des Erwachens" (Benjamin), 5. Juli 2008
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Rezension bezieht sich auf: Das Ehepaar: und andere Schriften aus dem Nachlaß (Taschenbuch)
"Das wahre Glück entspringt aus der Einstimmung
des elenden Ichs in die ewigen Oktaven."
(Peter Sloterdijk)

Franz Kafka (1883-1924) wäre am 3. Juli 125 Jahre alt geworden. Sich seiner zu erinnern, ist Grund vieler Feuilletons, über ihn zu berichten. Aber ihm nahe zu kommen gelingt nur über seine Erzählungen, Aphorismen, Gleichnisse und Parabeln. Erzählungen und ausgewählte Prosa liegen nun vor Ihnen, vornehmlich aus der Zeit 1920-1923 und damit sehr autobiographisch. Die Versuche, Kafka näher zu kommen, sind unter der Amazon-Profil-Liste: Franz Kafka - 125 Jahre nachzulesen.

Mit der Maxime von Benjamin werden die Mobilitätsphantasien der Neuen Sachlichkeit von einer Obsession beherrscht; man könnte seine Zeit verfehlen, wie man einen Zug verpasst. In der Nachkriegszeit und dem in Folge entstandenen geistig wie materiell destabilisierten Lebensmilieu wird Geistes-Gegenwart nun das große Ideal (vgl. Safranski, 2007). Kafka kann so seiner Zeit gemäß empfunden werden, denn die verpasste Chance und mangelnde Geistesgegenwart erzwingt beim Landvermesser K. ein nahezu metaphysisches Horrorszenario. Dieser verschläft einen Termin bei der Schlossbehörde. Wäre es seine Rettung gewesen?

Im Schloß-Roman erfährt und erlebt der Leser von Kafkas Versuch, die Welt und sein Ich zu verbinden, seine Lebenswurzeln unten und oben, ihre Anziehungskraft untereinander und ihre wechselseitige Beziehung. Doch von wo ist der richtige Blick, von wo aus erschließt sich die Möglichkeit des wahren Lebens? (vgl. Safranski, 2003) Kafka entdeckt eine ungeheure Welt, ungeheuer ist sie für ihn aus seiner Perspektive, allein aus dem Zögern, in sie hineingeboren zu werden. (Brief an Milena 1922) Schreiben wird so zum Mittel der Kommunikation zwischen Ich und Welt, seine ungeheure Welt will entäußert werden, damit er sich befreit. So wie die Verwandlung für ihn Befreiung ist aus dem vorbestimmten Leben eines Handelsreisenden und der Tod des Insektes nicht mehr als ein Akt der Liebe. (vgl. Rez. Kafka, Die Verwandlung)

Dieses vorliegende Buch ist der 8.Band aus den Schriften des Nachlasses. Es ist geprägt von Stücken mit selbstbiographische Untersuchungen. "Das Schreiben versagt sich mir. [.. ..] Nicht Biographie, sondern [..] Auffindung möglichst kleiner Bestandteile". Kafkas Angst vor dem was ist und von dem was sein könnte ist ungebrochen. Ein Haus aus dem alten neu zu bauen, zwei halbfertige, ein "Kosakentanz" dazwischen, wo die Stiefel die Erde ausheben, "bis sich unter ihm ein Grab bildet". Kafka reflektiert sein Leben zum Tode, im Tod erkennt er leben, aufbrechen mit dem Pferde, mit dem Ziel "nur weg von hier, nur weg von hier", ein wahrhaft ungeheure Reise. Und so spürt er das Unbehagen in seiner Umwelt, sucht nach "Fürsprecher", die ihm im Leben vorwärts, Halt geben. Ein Leben, "das immer nur so lang ist wie die Zeit, die Du verlierst". Der begonnene Weg ist fortzusetzen, kein zurück, "unter keinen Umständen, Du kannst nur gewinnen". Dieses ist der Augenblick des Erwachens, der positiven Hoffnung, dem wir so selten bei Kafka begegnen. "[..] solange Du nicht zu steigen aufhörst, hören die Stufen nicht auf, unter Deinen steigenden Füßen, wachsen sie aufwärts".

Was ist Wahrheit? In "Forschungen eines Hundes" erforscht ein Hund die Herkunft der Nahrung, sucht nach ihrem Geheimnis. Das kann er nur, wenn er die Nahrung nicht isst. "[..] verzichtete ich auf alle Genüsse; wich allen Vergnügungen im Bogen aus, vergrub vor Verlockungen den Kopf". Er muss Wahrheit vor sich haben, nicht in sich. Der Hund fastet für eine Methode, die ihn vom Leben ausschließt. "Vielleicht war die Wahrheit gar nicht mehr allzuweit, nur für mich zu weit, der ich versagte und starb". Kafka konstatiert in den Aphorismen: "Es gibt nur zweierlei: Wahrheit und Lüge. Wahrheit ist unteilbar, kann sich also selbst nicht erkennen: wer sie erkennen will, muss Lüge sein". Wer also glaubt, erst die Wahrheit erkennen zu müssen, bevor er mit dem Leben anfängt, lebt in der Lüge. (", quer durch die Worte kommen Reste von Licht") und dieser kleine Hund, der nicht starb, sondern von der Ohnmacht aufwachte, hörte bereits die Musik, das Singen eines Hundes, bevor dieser die Stimme anhob. Und so gewann der Instinkt über die Wissenschaft, weil er Erkennbarkeit offenbarte, unfähig für die Wissenschaft zu sein.

"Das Ehepaar" handelt von einem Handelsvertreter, der einen leidlichen Besuch zu K. nicht mehr aufschieben kann und will. Er geht des Abends, da er nicht gesellschaftlich sondern kaufmännische Absichten hatte unbekümmert zu ihm und fand einen alten kranken K., der in seiner Lage ihm zeigt, dass seine Zeit gekommen ist: "wenn ich überhaupt noch etwas versuchen wollte, musste es gleich geschehen", sagte er sich. Und in seiner überschwänglichen Preisung der Artikel verstarb Herr K. scheinbar. Die Aufgabe es Frau K. mitzuteilen schien mühevoll doch Frau K. wusste nur von Schlaf. Sie küsste in sanft, er erwachte und ließ sich das Nachthemd überziehen. Der Handelvertreter fühlte sich an seine Mutter erinnert: "die konnte Wunder tun. Was wir schon zerstört hatten, machte sie noch gut".

"Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohlgelungen". Kafkas Höhlengleichnis wurde posthum veröffentlicht, entstand erst kurz vor seinem Tod. Kafka als Angstdichter wird noch einmal in aller Deutlichkeit präsent. Sein sich zurückziehen als Tier zeigt die Individualisierung des Menschen und seine Angst, sich selbst nicht zu genügen. Seine Behausung ist Festung und in den Zimmern und Gängen labyrinthisch. Sich selbst genügend, mit hoher Denkfähigkeit ausgestattet, scheint die Reflexion des Gewesenen das Zukünftige zu gestalten. Dieses scheint zu genügen, ist doch das Hauptverlangen die Stille. Kafkas Transfer in die Tierwelt ist zugleich Aufhebung der menschlichen und doch in der tierischen ihr Spiegel. So ist das Tier der Möglichkeit des Freien nicht enthoben, doch die Arbeit am Bau erzwingt notwendig die Zuwendung nach innen. Diese Zuwendung nach Innen macht gleichzeitig deutlich, dass das Außen einer Absicherung bedarf und somit feindlich eingeschätzt wird. Die Balance von Ich und Welt wird zerstört; das Ich findet keinen Platz in der Welt. Und doch, die Stille ist trügerisch, "Plötzlich einmal kann sie unterbrochen werden und alles ist zu Ende". So ist denn dieses unerwartete Zischen der Anfang der Bedrohung. Rilke sagte: "Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang". Mit dieser Erzählung wird dieser Band besonders aufgewertet. Der geneigte Leser wird sie auch zu Ende lesen, so sei nicht zu viel vorweg genommen. Auf Kierkegaard zu verweisen, ist an dieser Stelle jedoch notwendig, ist er es, der den "[Der] Begriff Angst" bereits als ob für Kafka gemacht, beleuchtete. (siehe Rezension kpoac)

Kafka ist eine Empfehlung in jeder Zeit. Es sollte ein Versuch sein, über mehrere Rezensionen ihn zum Jahrestag näher zu bringen. Vielleicht findet sich dadurch der ein oder andere (Wieder-) Entdecker dieser großartigen Schreibkunst. Als letztes lassen wir Kafka sagen:
"Was ich gespielt habe, wird wirklich geschehen. Ich habe mich durch das Schreiben nicht losgekauft. Mein Leben lang bin ich gestorben und nun werde ich wirklich sterben. [.. ..] Ich selbst aber kann nicht weiterleben, da ich ja nicht gelebt habe, ich bin Lehm geblieben, den Funken habe ich nicht zu Feuer gemacht, sondern zur Illumination meines Leichnams benützt". (Kafka an Brod, 5.Juli 1922)

Kafka starb am 11. Juni 1924. Angeregt hat er mit seinen Schriften u. a. Benjamin (Über den Begriff der Geschichte), Foucault, der im Dispositiv Macht Kafkas Nachdenken über Rede und Herrschaft aufgreift, Agamben, der den Homo sacer (vgl. Rez) nicht ohne Kafkas Ansatz von Gesetz, Gericht, Strafe finden konnte, Derrida findet gar Kafkas Parabel: Vor dem Gesetz als Chiffre seiner Philosophie und Agamben findet hierin die Allegorie eines Gesetzes, welches Geltung hat aber keine Bedeutung. Ein Ort und ein Nicht-Ort, ein Zeitpunkt des Zauderns. ( Joseph Vogl, Über das Zaudern, 2007 )
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Das Ehepaar: und andere Schriften aus dem Nachlaß
Das Ehepaar: und andere Schriften aus dem Nachlaß von Franz Kafka (Taschenbuch - 13. Mai 2008)
EUR 6,95
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