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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Manager der Subprime-Krise, 20. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Kreuzungen.: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Roman entwickelt durch die für Marlene Streeruwitz typische Schreibweise eine ganz eigene Rasanz und Intensität, der ständig zunehmende Sog dieser Sprache lässt einfach nicht mehr los. Die Überlegungen, Handlungen und Phantasien des superreichen und emotionalen Protagonisten haben es in sich: der Einstieg des Romans, die Gedankengänge und Handhabungen des "Helden" bei einem Bordellbesuch präsentieren ihn als rücksichtslos aber auch zerrissen. Getrieben erst durch die Leidenschaft zu seiner Frau und später durch ihren Hass, hat er Unsummen angehäuft. Nun will er sich freimachen von allen Bindungen: Ehefrau, Begehren, Sehnsüchte bis hin zum Ort seines Aufstiegs, alles soll zurückbleiben. Er schafft sich neu. Von der melodramatischen Inszenierung der endgültigen Trennung, bei der die Frau einen eindeutigen Punktesieg schafft der ihm zwar Bewunderung abzwingt, aber auch Wegweisung und Nacht im Gefängnis, zu dem neuem outfit mit strahlenden Zahnimplantaten, der Förderung und Beherbergung eines Künstlers der die Rekonvaleszenz und Metamorphose in Venedig begleitet und quasi auch für ihn Frauen benutzt. Bis hin zu dem ausgeklügelten Plan einer über ein Vermittlungsbüro arrangierten Verbindung mit einer englischen Landadeligen, bei der alles vertraglich geregelt sein muss, inklusive Zeugung von zwei Töchtern die die erwachsen werdenden Töchter aus erster Ehe bzw deren kindliche Körper ersetzen sollen. Er will die absolute Kontrolle über sein Leben.
Die Bilder sind in ihrer Schärfe und teilweise fast parodistischen Überzeichnung faszinierend und entlarvend, so dass sie noch lange zu denken geben. Ein vielschichtiges Buch voller Abgründe, spannend und amüsant.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Scharfsinnig und mutig, 3. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Kreuzungen.: Roman (Gebundene Ausgabe)
Marlene Streeruwitz zeichnet sich aus durch einen unbestechlichen, mutigen und scharfsinnigen Blick auf die gesellschaftlichen Bedingungen. Max ist steinreich, aber anscheinend für sein eigenes Empfinden noch nicht reich genug, in inniger Symbiose und hocherotischer Beziehung mit bzw. zu seinem Geld. Kein sympathischer Charakter, aber man will trotzdem immer weiter lesen. Kunstvoll elaborierte Sprache, die manchmal durch ihre seziererische Eigenart nachgerade attackierend wirkt. Man muss das Buch gewissermaßen 'durchstehen'. Aber es lohnt sich. Vorsicht an alle, die Mechanismen über Ausbeutung, Demütigung, Abhängigkeiten usw. vielleicht gar nicht so genau wissen wollen: hier werden diese Erscheinungen deutlich gemacht. Ein politisches, analytisches, durchdringendes und sarkastisches Werk. Streeruwitz, durch nichts und niemanden korrumpiert.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine phänomenale Erfolgsgeschichte, 3. November 2008
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kreuzungen.: Roman (Gebundene Ausgabe)
Marlene Streeruwitz zählt zu den wichtigsten Autorinnen im deutschsprachigen Raum, ist mit vielen Preisen für ihre Romane ausgezeichnet worden. Ihr neuestes Buch Kreuzungen" passt so richtig in die jetzige Zeit, der täglich sich überschlagenden Meldungen aus der Landschaft der Banken. Hauptfigur dieses Romans ist ein reicher Wiener Finanzmensch, der sich ein Finanzimperium aufgebaut hat. Er verkehrt in den besten Hotels, nutzt einen luxuriösen Privatjet für seine Reisen, strebt danach, dass ihm die Welt zu Füßen liegt. Doch, er möchte sein Leben ändern. Es durchlebt nicht eine vulgäre Midlife-Crisis, sondern wegen seiner erotischen Fiktionen verletzt er zunehmends die gesellschaftlichen Anstandsregeln, bricht förmlich emotional auseinander. Doch dieses Ego Monster findet immer wieder neue Lösungen, lässt sich durch nichts wirklich erschüttern. Großartig, wie die sich Autorin, mit einer genialen psychologischen Empathie, in die Gedanken dieses Menschen hineinversetzt. Sie versteht es sowohl die Umwelteindrücke, als auch die Stimmungen dieses Mannes im Stil des Impressionismus wiederzugeben. Das Geld macht ihn verletzbar, aber er findet einen Weg zum Glück, wenn auch Marlene Streeruwitz ihn scheinbar in eine durch Fremdheit geprägte Atmosphäre entlässt.

Ein Buch zum Zurücklehen und Genießen, ein Buch über ein fast perfektes Leben, das eben nur fast perfekt ist, ein wunderbares Leseerlebnis voll unterschiedlicher Reflexionsebenen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszination des Ekels, 4. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kreuzungen.: Roman (Taschenbuch)
Das Grundgefühl des Buches ist der Ekel, bzw. dessen Faszination.Die Welt der High-High-Society wird als grundlegend amoralisch beschrieben, wo einer den anderen über beide Ohren haut.Der "Held" der Geschichte hat mit seinem eigenen entgrenzten Verhalten durchaus seine Probleme, weiß sich aber nur durch immer neue perverse Handlungen zu helfen.Jeder kriegt sein Fett weg in dieser Geschichte: Männer,die sich die Frauen und auch sonst alles kaufen, Frauen, die meinen, durch ihre dämliche Unterwürfigkeit die Männer beherrschen zu können. Auch der moderne Kunstbetrieb wird in aller Deutlichkeit drastisch beschrieben, wo tatsächlich Scheiße produziert wird, die zur Versteigerung kommen soll. Die Handlungsorte sind Wien und Venedig (die man beide mit Morbidität assoziiert) und die Business-Städte Zürich (eher konservativ) und London (buntes Chaos).Es werden kenntnisreich Original-Schauplätze, In-Lokale,Läden etc. beschrieben,was das Buch zusammen mit der aktuellen Sprache als Zeitdokument gelten lässt. Es erscheinen viele, zur Zeit gerade hippe Ausdrücke. Die Sprache wird oft so gehalten wie sich ein Gedanke entwickelt: erst grob ins Unreine gesprochen, noch ohne passendes Verb, das einem erstmal nicht einfällt und das auch zuerst auch gar nicht wichtig ist. Diese Schreibweise finde ich grandios ! Revolutionär finde ich geradezu den Mut als Frau über genaue sexuelle Empfindungen als Mann zu schreiben (Virginia Woolf als einsames Vorbild).Schriftsteller nahmen das für sich schon immer heraus, festzustellen, was Frauen denken und empfinden.
Wer Erbauungsliteratur sucht,ist hier natürlich fehl am Platze. Das Buch zwingt einen in seine eigenen Abgründe zu schauen. Das kann man nur , wenn es einem einigermaßen gut geht. Wer selbst genug Probleme hat, liest vielleicht besser einen Roman,der die Welt in einem helleren Licht erscheinen lässt.
An der Schriftstellerin Marlene Streeruwitz scheiden sich die Geister: Manche finden sie richtig, richtig gut und andere können wiederum gar nichts mit ihr anfangen. Entweder man liebt sie oder man hasst sie. Ich liebe sie !
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Notwendig, 30. August 2008
Von 
Hans Kohler (Bern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kreuzungen.: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Romane von Streeruwitz sind aktuelle, authentische Literatur. Vielleicht nicht die leichteste, möglicherweise aber die notwendigste Lektüre. Für mich persönlich ausserdem immer auch ein grosses Lesevergnügen.
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Kreuzungen.: Roman
Kreuzungen.: Roman von Marlene Streeruwitz (Taschenbuch - 14. Juli 2010)
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