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5.0 von 5 Sternen Volltreffer
Eigentlich ist ja inzwischen bei allem Skepsis angebracht, wo "Generation" draufsteht. Nicht so hier: lange habe ich in dieser Richtung nichts mehr gelesen, was so witzig und treffend (und übrigens gut geschrieben) gewesen wäre wie dieses Buch. Fühlt man sich nicht selbst ertappt, fallen einem doch mindestens ein, zwei Menschen ein, auf die genau zutrifft,...
Veröffentlicht am 16. Juni 2008 von Karlsson

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gähn, gähn, gähn...
Ich entspreche genau der Zielgruppe, die das Buch anzusprechen versucht: Ich bin ca. 30 Jahre alt und 'Langzeitstudent' (was auch immer das genau ist) der Geisteswissenschaften. Da diese Art Bücher von Klischees leben, hatte ich gehofft, mich im Ein oder Anderen wiederzuerkennen. Doch Fehlanzeige! Bei den meisten Behauptungen über die 'Generation...
Veröffentlicht am 7. September 2011 von Charlie Brown


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gähn, gähn, gähn..., 7. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Ich entspreche genau der Zielgruppe, die das Buch anzusprechen versucht: Ich bin ca. 30 Jahre alt und 'Langzeitstudent' (was auch immer das genau ist) der Geisteswissenschaften. Da diese Art Bücher von Klischees leben, hatte ich gehofft, mich im Ein oder Anderen wiederzuerkennen. Doch Fehlanzeige! Bei den meisten Behauptungen über die 'Generation Umhängetasche' schaute ich kurz auf und dachte mir: "Hä? So bist Du doch gar nicht. Und so sind auch meine Freunde und Kommilitonen nicht." Schaut man auf Herrn Reicherts Vita, so wäre der Untertitel '... für die Generation bücherschreibender Journalisten' wohl treffender gewesen.

Inhaltlich kommt Herr Reichert vom Hölzchen auf's Stöckchen, wiederholt sich und streckt den Text in die Länge, wie ich es in meinen zahllosen Hausarbeiten nicht besser hätte machen können, um die Seiten vollzukriegen. Mit den Überschriften der Kapitel und dem Inhalt der Umhängetasche (an dem sich dieses Buch eigentlich 'entlangarbeiten' wollte), hat der Text immer nur kurz zu tun. Was folgt, sind mutmaßliche Episoden aus dem Leben des Autors und der Versuch, am Ende eines jeden Kapitels wieder 'die Kurve zu kriegen', denn man hatte es ja mal mit einer Überschrift begonnen...

Was den sprachlichen Stil angeht, so habe ich das Gefühl, der Autor hört sich unfassbar gerne reden und hat einen Wahnsinnsspaß daran, ständig neue neunmalkluge Satzkonstruktionen hervorzubringen. Kennen Sie jene Sorte von Stand-Up-Comedians, die erst einmal selbst über die eigenen Witze lacht, damit die Zuhörerschaft sich dem milden Gelächter anschließt? Ja? Dann wissen Sie, was ich meine. So wird am Ende wohl nur der Autor selbst die Muße haben, das Buch bis zum Ende durchzulesen.

Zwei Sterne, weil mich doch die ein oder andere Stelle zum Schmunzeln gebracht hat. Markiert man diese wenigen Stellen aber mit einem Textmarker (habe ich im Studium gelernt, bin ich jetzt erwachsen...? ;-) ) und blättert das Buch danach auf diese Stellen hin durch, kann man sich die restlichen scheinbar endlosen Seiten getrost sparen. Das Bild vom 'Erwachsenen', das hier als Ideal propagiert wird, ist vielleicht für den Autor (einen bücherschreibenden Journalisten... ;-) ) die beste Lösung. An meiner Lebenswirklichkeit geht es leider total vorbei.

P.S. Wer ein richtig gutes Buch zum Thema lesen möchte, dem empfehle ich Elena Senfts 'Und plötzlich ist später jetzt'.
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Volltreffer, 16. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Eigentlich ist ja inzwischen bei allem Skepsis angebracht, wo "Generation" draufsteht. Nicht so hier: lange habe ich in dieser Richtung nichts mehr gelesen, was so witzig und treffend (und übrigens gut geschrieben) gewesen wäre wie dieses Buch. Fühlt man sich nicht selbst ertappt, fallen einem doch mindestens ein, zwei Menschen ein, auf die genau zutrifft, was der Autor diagnostiziert... Dabei ist das Thema, bei allem Humor, mit dem es behandelt wird, ja durchaus ernst: Es gibt eine gut ausgebildete, potentiell tatkräftige Generation in der Mitte unserer Gesellschaft, die einfach nicht mitspielen will (oder darf).
Sympathisch ist auch, dass der Autor mit Selbstironie nicht spart. Er weiß jedenfalls offenbar ziemlich genau, wovon er spricht. Das macht ihn nur um so glaubwürdiger.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Reaktionär, 15. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Als Angehöriger der angesprochenen Altersgruppe war ich neugierig, was ein taz-Journalist so über uns schreibt. Da das Buch mittlerweile gebraucht für 0,01 € angeboten wird, ging ich das "Risiko" also ein...

Zunächst einmal vermittelt das Buch dem Leser auf durchaus einnehmend-witzige Art und Weise den Eindruck, dass da jemand das Spiel hinter dem Kulissen durchschaut. Als Grundtenor lese ich heraus: Die Babyboomer-Generation beherrscht aufgrund ihrer zahlenmäßigen Macht zeit ihres Lebens die Bühne und die Märkte. Die Berufsjugendlichen haben sich etabliert und die Schaltstellen in Wirtschaft und Politik besetzt. Ihr Mitt-Dreißiger, seid doch nicht so naiv, das ewige Kind in euch auszuleben, während sich andere Eures Alters zielstrebig ihren Platz in der Gesellschaft suchen! Ihr mögt Euch für Rebellen halten, aber letztlich seid Ihr nur große Kinder - werdet endlich erwachsen, bringt Euer Leben auf die Reihe, verhaltet Euch altersgemäß!

Die Perspektive des Autors scheint relativ Berlin-zentriert zu sein; in Städten, die eher für harte Arbeit als für lässigen Lifestyle bekannt sind - ich nenne beispielhaft Frankfurt oder Dresden -, ist dieser Sozialtypus meiner Beobachtung nach nicht so ausgeprägt. Hier sind meine Altersgenossen eher zu angepasst, zu ernsthaft, stellen ihre eigene Meinung hinter dem zurück, was als nächstes ansteht und scheinbar alternativlos eben sein muss. Aber nun gut: Es scheint ihn in Deutschland zu geben. Und da kann ein Alarm-Weckruf ganz hilfreich sein, damit nicht trotz vorhandener Intelligenz das echte Leben an einem vorbeirauscht und man dies erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Zweifelsohne gut gemeint - den linken Geist der taz erkenne ich hier insofern wieder, als da jemand in bester Absicht junge Menschen davor schützen will, ihre geistige Frische und ihr hohes Bildungsniveau letztlich von anderen ausbeuten zu lassen, die ihren Weg bereits gemacht haben.

Nervtötend, da er wie ein Kaugummi sich durch das ganze Buch zieht, ist allerdings auf Dauer der süffisant-belehrende Gestus, mit dem sich über die Unreife der anderen mokiert wird, um selbst als derjenige dazustehen, der die wahre Lebensweisheit mit Löffeln gegessen hat. Im Grunde ist man permanent Zuschauer, wie ein sichtlich von seiner eigenen Brillanz berauschter Schreiberling sich ständig über einen erhebt.

Am Ende bleibt dieser Gestus nicht nur eine Stilfrage, sondern bringt auch eine zutiefst reaktionäre, resignative Geisteshaltung zum Ausdruck. Das Bedürfnis, seine Individualität beizubehalten, wird gar nicht aufgegriffen, sondern als mangelnde Einsicht in die tatsächlichen Verhältnisse infolge Langzeitadoleszenz diffamiert. Diese Grundeinstellung ist bei denen vorzufinden, die sich von vornherein für konservativ erklären und bei denen das Weltbild entsprechend durchdacht ist und alles zueinander passt. Die sind dann aber häufig überraschend tolerant, nach der Devise "jeder Jeck ist anders". Ausgerechnet der taz-Journalist hingegen meint, jungen Deutschen erklären zu müssen, was sie zu tun haben, damit sie endlich als Mitglieder der Gesellschaft ernst genommen werden dürfen. Resümee deshalb: Auch wenn meine Einschätzung vermutlich dem Ego des Martin Reichert diametral entgegengesetzt ist, ist daraus letztlich - unfreiwillig - ein kleinliches Laubenpieper-Buch geworden, das die Welt nicht braucht.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unglaubwürdig, 10. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Ich war kurzzeitig am überlegen, ob ich dem Buch 2 Sterne geben soll. Denn ich muss zugeben, eine gute Sache hatte dieses "Werk": Es hat mich tatsächlich zum Nachdenken gebracht. Jedoch weniger im Sinne des Autors darüber, ob ich nicht langsam erwachsen werden sollte, sondern viel häufiger darüber, wie eigentlich jemand, der SOLCHE Bücher schreibt dazu kommt, a) sich für erwachsen zu halten und b) zu glauben, dass er anderen Leuten vorschreiben kann, was Erwachsensein bedeutet.

Alles in allem ist die Lektüre des Buches einfach nur ärgerlich. Zunächst einmal ist es schlecht geschrieben. Wie schon ein anderer Rezensent vor mir angemerkt hat, benutzt der Autor eine Unmenge unnötiger Metaphern, die nur in den seltensten Fällen treffend und meistens einfach ermüdend und nervig sind. In regelmäßigen Abständen (um nicht zu sagen: ständig) wirft er Fremdwörter oder Fachbegriffe ein, um den Leser ja nicht vergessen zu lassen, dass der Schreiberling ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert hat. Hätte der Autor sein Studium allerdings ernst genommen, hätte er bereits im ersten Semester gelernt, dass die unnötige Benutzung von Fremdwörtern und komplizierten sprachlichen Konstrukten leicht den Eindruck von fachlicher Inkompetenz erweckt und deshalb vermieden werden sollte. Das Buch liest sich auch wie eine Pflicht-Hausarbeit, die an einem Wochenende fertig werden musste und deren Seiten unbedingt mit irgendwelchen elendlangen Ausführungen gefüllt werden mussten - inhaltlich bietet das Werk übrigens auch nichts Tiefschürfendes, ein abendliches Brainstorming hat wohl vollkommen ausgereicht. Auch konnte ich den vielbeschworenen Humor bzw. die Ironie beim besten Willen nicht entdecken. Zugegeben, an einigen Stellen musste ich Schmunzeln und manche Vergleiche waren recht gut beobachtet. Aber im Großen und Ganzen ist das Lesen dieses Buches eher eine Qual. Dass das Schreiben eines Buches einen anderen Stil erfordert als eine Kolumne, sollte ja allgemein bekannt sein.

Als Erzähler ist der Autor sehr inkonsequent. Die meisten Kapitel fangen damit an, dass er den Leser direkt anspricht und ihm irgendetwas besserwisserisch unter die Nase reibt. Meistens sind es irgendwelche sehr von weit her geholten Rückschlüsse auf die Vergangenheit, den Alltag, die Psychologie oder Lebensphilosophie des Lesers, die anhand von einzelnen Gegenständen, die man in seiner Umhängetasche mit sich herumträgt, gezogen werden. Was man sich dabei als Leser so alles unterstellen und vorwerfen lassen muss, ist einfach nur ärgerlich. Dazwischen platziert der Autor immer wieder das ein oder andere Erlebnis von sich selbst oder aus seinem Bekanntenkreis ein, um zu beweisen, dass er sich auskennt. Der Perspektivwechsel (von der "Sie"- zur "ich"-Form) ist dabei meistens so abrupt und die Beispiele so bemüht konstruiert, dass das Ganze einfach unglaubwürdig wirkt. Paradoxerweise hat man gleichzeitig ein "Aha!"-Erlebnis, weil man nun als Leser versteht, wie der Autor auf die an den Haaren herbeigezogenen Unterstellungen kommt - es sind nämlich SEINE eigenen (post-)pubärteren Kindischheiten und Unzulänglichkeiten, die er auf den Leser überträgt.
Auf diese Weise scheint das Buch eher eine Selbsttherapie eines Menschen zu sein, dem nicht klar ist, dass er erst sehr spät erwachsen geworden ist, und der unglaublich stolz auf sich ist und deswegen der Meinung ist, anderen Leuten vorschreiben zu können, wie sie Erwachsen werden sollen. Zumindest habe ICH mich den Großteil des Buches veralbert gefühlt und wurde das Gefühl nicht los, dass der Autor auch kein Stück weiter in seiner Entwicklung als ist (wenn nicht sogar ein Stück hinter mir, wobei ich doch ein paar Jährchen jünger bin...). Herr Reichert scheint sich für einen selbsternannten Psychologen zu halten (vielleicht hat er ja mal eine Vorlesung zum Thema "Psychologie für Kolumnisten" besucht...) und bildet sich ein, die geistige Welt seiner Generation komplett durchschaut zu haben. Dabei wird mehr als einmal deutlich, dass er im Grunde für sich selbst sprechen kann, und dass er von manchen Dingen (z. B. gerade den psychologischen Analysen) absolut keine Ahnung hat und es vielleicht doch lieber den Fachleuten überlassen sollte (angelesenes Wissen reicht nun mal oftmals nicht aus...). Auch sein angebliches Insiderwissen und seine Szene-Kenntnisse sind so oberflächlich und nichtssagend, dass sie vermutlich aus Illustrierten (vielleicht auch noch ausm Fernsehen) stammen. Es beschleicht einen immmer wieder das Gefühlt, dass der Autor einem unter die Nase reiben will, wo er schon alles gewesen ist und was er alles erlebt hat.
Ärgerlich sind auch seine besserwisserischen und vollkommen unbegründeten Lektionen zu den verschiedensten Themen, so z. B. ein Abriss über die Wandervogel-Bewegung oder die Einführung der Anti-Baby-Pille. Mal ehrlich, das Buch ist u. a. an geisteswissenschaftliche Langzeitstundenten gerichtet - denen kann man so ziemlich alles vorwerfen, aber dass sie über die Wandervögel Bescheid wissen, kann man sich denken.

Eine Identifikation des Lesers mit dem Erzähler wäre vielleicht zustande gekommen, wenn der Erzähler konsequent mit dem Leser unterwegs wäre und nicht immer nur in kurzen Beispiel-Episoden auf die Bühne treten würde. Stattdessen verfällt Reichert nach diesen Beispielen immer wieder zurück in den schulmeisterlichen "Sie"-Ton und kommt, nach unglaublich langem "Herumgeschwafel" (tut mir leid, aber an dieser Stelle fällt mir kein adäquates Synonym ein) inklusive der oben genannten Metaphern und hohlen Phrasen, am Ende des Kapitels dann dazu dem Leser zu sagen, was er nun tun soll, um etwas zu ändern.
Was dann nun an Vor- und Ratschlägen kommt, kann manchmal nur als schlechter Witz aufgefasst werden. So wird man gleich im zweiten Kapitel dazu aufgefordert, seine Wohnung "geschmackvoll" mit Ikea-Möbeln einzurichten. (Jetzt bitte nicht falsch verstehen - ich besitze auch Ikea-Möbel, wie so ziemlich jeder andere Student auch. Und genau aus diesem Grund war ich immer der Meinung, dass man dann erwachsen ist, wenn man es sich leisten kann, seine alten studentischen, billigen und qualitativ minderwertigen (!) Ikea-Möbel gegen robuste, hochwertige, individuelle, "echte" Möbel einzutauschen.)
Irgendwie scheint es sowieso das Ziel des Autors zu sein, möglichst viele Leser hervorzubringen, die in einer Eigentumswohnung am Stadtrand leben, mit einem Lebenspartner, der das kleinste Übel darstellt (willkommen im 19. Jahrhundert!), und einem Job, der Geld bringt, einen aber nicht zu erfüllen braucht... Und irgendwie nimmt man es dem Autor nicht ab, dass er sich selber in seinem Ikea-eingerichteten Leben wohlfühlt. Ab und zu schimmert es durch, dass vieles doch nur ein gutgemeinter Kompromiss war und es zu kompliziert wäre, jetzt noch irgendwas zu ändern. Es ist nun mal unglaubwürdig, wenn der Autor einem seitenlang predigt, man solle endlich mit seinem Partner zusammenziehen und einem dann erzählt, dass er und sein Freund unterschiedliche Wohnung haben. Genauso seltsam ist es, wenn der Schriftsteller den Leser immer wieder zum Nachwuchsproduzieren ermahnt. Vielleicht ist der Autor auch einfach nur neidisch auf Leute, die trotz anderer Lebenssituation glücklich sind - auch ohne nine-to-five-Job und ohne Eigentumswohnung, dafür aber mit eigener Meinung und eigenem Stil.

Vielleicht sind das und die Toleranz gegenüber anderen Lebensstilen ja viel bessere Kriterien fürs Erwachsensein?
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzig geschrieben, trifft den Nagel oft auf den Kopf, 26. Juli 2008
Von 
Petra Fischbck (Duesseldorf, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Das Buch "Wenn ich mal groß bin", habe ich mir nicht gekauft, weil ich einen ernsthaften Lebensratgeber gesucht habe, sondern eher als Belohnung für einige bestandene Prüfungen. Kalorienfreie Schokolade sozusagen. Trotzdem hat mich dieses Buch nicht nur gut unterhalten, sondern auch an einigen Stellen zum Nachdenken gebracht. Vieles trifft genau zu.

Der Autor packt in dem Buch eine Umhängetasche, wie sie auf dem Cover zu sehen ist, Stück für Stück aus. Zu jedem dieser Teile, die man da in dieser fiktiven Umhängetasche ständig mit sich herumschleppt, folgt ein kurzes Kapitel, das erklärt, was es mit diesem Gegenstand auf sich hat. Warum er in der Umhängetasche ist, und warum es sich ohne ihn besser lebt.

Da ist z.B. eine Zahnbürste, die eigentlich nicht in die Umhängetasche gehört, sondern ins Badezimmer zu Hause, eventuell auch noch eine Zweit-Zahnbürste in die Wohnung des Partners. Wobei sich dann die Frage stellt, wie das denn eigentlich generell mit dieser Alibi-Wohnung ist. Braucht man sie noch? Oder gibt es die Alibi-Wohnung nur noch, weil Zusammenziehen so etwas Endgültiges an sich hat? Das Problem an der Sache ist, dass eine Alibi-Wohnung natürlich wie jede Wohnung Miete kostet. Dieses Geld könnte man sich sparen, da man die Wohnung ohnehin so gut wie nie nutzt. Was macht also der nun erwachsen gewordene Mensch? Richtig, er kündigt die Alibi-Wohnung. Und natürlich nimmt er auch die Zahnbürste aus der Umhängetasche.

Es ist sehr interessant, was da noch alles aus dieser Tasche zum Vorschein kommt und was es mit diesen anderen Gegenständen auf sich hat. Lesenswert!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Meinen Geschmack hat es nicht getroffen., 5. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Ich wurde vom Klappentext dieses Buches angesprochen und zählte mich sofort zur Zielgruppe des Titels. Anfangs und gegen Schluss habe ich mich zwar manchmal wiedergefunden, allerdings war das Thema für mich nicht immer gut ausgearbeitet und hat so auch nicht wirklich viel für über 200 Seiten hergegeben, manchmal waren die "Gegenstände" aus der Tasche doch etwas weit hergeholt und ich hatte zuweilen das Gefühl, das Buch muss einfach dicker werden. Für eine nette Kolumne hätte es gereicht, für ein Buch meiner Meinung nach nicht. Eben Geschmacksache.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geistesblitzig, 10. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Der Titel hört sich schwer nach "Generation Golf"-Abklatsch an...aber im Gegenteil. Geistesblitze, sinnliche Wortschöpfungen, treffsicherer Sarkasmus, und davon ein ganzes Buch voll. Alles was Stefan Niggemeier in der FAZ am Sonntag gelegentlich mal gelingt, erfreut uns hier ein ganzes Buch lang. Und es ist spooky, wie genau der Herr Reichert mich zu kennen scheint.
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5.0 von 5 Sternen Reichert, 25. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Eine herrliche und unkomplizierte Geschichte und Erzählung .
Einfach himmlisch bis zu letzten Zeile So ein Buch bringt Schwung ins Leben
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von der Generation Revolution und der Generation Golf zur Generation Umhängetasche., 5. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Über ungefähr 30 Kapitel beschreibt Martin Reichert, worin die psychische Ausstattung und Weltsicht der Generation Umhängetasche besteht, ein Teil der bundesrepublikanischen Bevölkerung, die sich beständig weigert, wirklich erwachsen zu werden. Und so beschreibt der Autor, wie man es trotzdem wird, ohne es wirklich werden zu wollen. Er versucht es über das Buch hinweg mit einer großen Anhäufung von Imperativen, also Aufforderungen, aus dem permanenten Kokon des ewig sich jugendlich Fühlenden in die Welt des Erwachsenen wirklich zu wechseln, sich nicht für immer nur diesen Anschein geben zu wollen. Es endlich zu tun.

Zu diesem Thema findet Reichert eine sehr große Zahl von Belegen und Beschreibungen, zeigt, wie diese Generation(en) aus den früheren, z.B. den 68ern entstanden ist, sich daraus herausentwickelt hat und worin ihre Besonderheit gegenüber anderen Jugend-Parallelgeseschaften besteht. Aber im ganzen wird dieses Buch dann trotz seiner witzigen Vergleiche, Anekdoten und Erzählungen, seiner Verankerungen dieser Generation(en) im sozialen, gesellschaftlichen und poliltischen Gefüge Deutschlands doch etwas langatmig. Und ich habe mich manchmal gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, anstatt in vielen Kapiteln mit häufigen Wiederholungen nicht lieber eine kesse, freche Geschichte zur Generation Umhängetasche erzählt zu bekommen. Und so tendiert das Buch eher zum Sachbuch, das Fakten aufreiht; und das soll es vielleicht aus der Sicht des Autors sogar sein. Das war ein Anschein, der mir beim Kauf nicht offensichtlich war.

So ist mein Urteil über das Buch gemischt. Einerseits faszinierten mich die vielen Einzelbeobachtungen, die Assoziationen, die Belege und Beobachtungen, die der Autor zusammenfindet, andererseits wurde alles doch etwas zu langatmig, fehlte der berühmte rote Faden, manchmal der Witz. Aber für jemanden, der die vielen Einzelmomente dieser Generation(en) liebt, sie nachlesen und darüber schmunzeln will, ist hier allemal Einiges geboten.

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich packe meine Umhängetasche.., 28. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
..aus. So liebe Leute ab 30, jetzt kommt mal aus dem Quark und werdet bürgerlich, sonst seht ihr mit 40 immer noch aus wie Tocotronic. Also über manche Sachen im Buch kann man wirklich herzlich lachen, weil sie tatsächlich sehr gut beobachtet und zutreffend sind, das trifft vor allem im ersten Drittel des Buchs zu. Nachher verflacht es manchmal ein bisschen, der Humor wirkt dann etwas hausbacken. Naja, das Buch sollte man sich wirklich nicht als Ratgeber anschaffen, obwohl es manchen Denkanstoß liefern kann (z.b. kaputte Badezimmerschranktür, hihi). Andererseits sollte man auch sehen, dass man nicht durch das Buch auf die Idee kommt, man bräuchte eh' nicht versuchen was auf die Beine zu stellen, da diese Generation eben "so" ist. Ein bisschen die Tendenz vermittelt es nämlich manchmal. Aber egal: lest das Buch als witzige Unterhaltung, mit nicht so hohen Ansprüchen - dann passt alles.
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Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche
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