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42 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige chinesisch-deutsche Autobiographie
Dieses Buch ist erstklassig! Die ungewöhnliche und wechselvolle Lebensgeschichte Y. C. Kuans liest sich spannend wie ein Roman. Alles beginnt im japanisch besetzten China der dreißiger Jahre: Der kleine Yuquian erlebt die Befreiung von der Besatzung und den Sturz Jiang Kaisheks durch die Kommunisten in der Jugend in Shanghai. Sein Studium der russischen Sprache...
Veröffentlicht am 12. Dezember 2003 von isy3

versus
3.0 von 5 Sternen Ein informatives und bewegendes buch
Dîeses Buch habe ich bestellt, weil wir erstens, bald nach China reisen und zweitens, weil ich das "China Knigge" von dem verfasser und seiner deutschen Frau gerne gelesen habe.
Ich wolllte erfahren, wie es einem Zeitzeugen der "Kulturellen Revolution" in dieser Zeit ergangen war. Das buch fand ich interessant und bewegend aber manchmal etwas...
Vor 19 Tagen von Eliane Germann veröffentlicht


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42 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige chinesisch-deutsche Autobiographie, 12. Dezember 2003
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Dieses Buch ist erstklassig! Die ungewöhnliche und wechselvolle Lebensgeschichte Y. C. Kuans liest sich spannend wie ein Roman. Alles beginnt im japanisch besetzten China der dreißiger Jahre: Der kleine Yuquian erlebt die Befreiung von der Besatzung und den Sturz Jiang Kaisheks durch die Kommunisten in der Jugend in Shanghai. Sein Studium der russischen Sprache in Peking wird durch die Machtübernahme und Etablierung der Kommunisten geprägt. Später darf Yuan als Dolmetscher für Russisch im Finanzministerium arbeiten und er gründet eine Familie. Trotz großer Loyalität zu seinem Heimatland und kommunistischer Ideale wird Kuan durch Maos Kampagnen und deren Umsetzung im Land als Rechtsabweichler denunziert und in die Verbannung geschickt.

Im Jahr 1968 gelingt ihm eine spektakuläre Flucht nach Ägypten, wo er ein Jahr im Gefängnis verbringen muß, bis entschieden ist, was aus ihm werden soll.

Deutschland, das zunächst nur als weitere Übergangsstation geplant war, wird schließlich für Kuan zur zweiten Heimat. Prof. Kuan hat in Hamburg Deutsch gelernt, Sinologie studiert und später dort gelehrt. Er hat sich immer um eine deutsch-chinesische Verständigung bemüht, und es gelingt ihm wunderbar, dem Leser die chinesische Kultur nahezubringen. Sein Buch ist eine detailreiche, einfühlsame Beschreibung Chinas zwischen 1911 und 1968, und zusätzlich eine interessante Darstellung deutscher Verhältnisse von 1970 bis 2001.

Die spannende Lebensgeschichte ist in übersichtliche Abschnitte unterteilt, denen jeweils als Einführung geschichtliche und politische Rahmendaten vorangestellt sind. So kann man beim Lesen des Buches einen historischen Überblick gewinnen und die Hintergründe von Kuans bewegter Biographie gut verstehen. Es gibt auch einen interessanten Fototeil.

Ich mochte das Buch besonders, weil Kuan stets menschlich und nachvollziehbar über die Menschen spricht, denen er verbunden ist und mit denen er es zu tun hatte. Mir gefällt auch, wie er seine Heimat und seine Familie liebt. Kuan läßt in seinem Buch lieber die Fakten für sich sprechen, als politische Statements abzugeben und er ermöglicht es dem Leser so, sich selbst ein Bild zu machen.

Das Buch ist ein wunderbares Geschenk für China-Liebhaber und ich empfehle es besonders denen, die auch "Wilde Schwäne" gerne gelesen haben.

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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Einblicke..., 19. Februar 2002
Von Ein Kunde
Dieses Buch sollte man gelesen haben. Nicht nur weil hier die Geschichte Chinas, vom japanisch-chinesischen Krieg und westlichen Konzessionszonen über den chinesischen Bürgerkrieg bis zur Volksrepublik unter Mao Zedong - ähnlich und auf gleich hohem Niveau wie in "Wilde Schwäne" - von "unten" her, und damit sehr authentisch erfahrbar wird, sondern weil es uns viel über die menschliche Natur im allgemeinen erklärt.
Nach seiner (schön beschriebenen) Kindheit im Shanghai der 30er und frühen 40er Jahre, schließt sich der junge Idealist Kuan den Kommunisten an, um China nach Quasi-Kolonisation, Krieg und Verarmung seine Würde zurück zu geben. Schnell erfährt er - und damit der Leser - jedoch die Mechanismen der Selbstverleugnung und des Mitläufertums unter Maos massenpsychologischen Kampagnen, die in geradezu orwellscher Überwachung, permanenter Denunziation und nackter persönlicher Existenzangst vieler Einzelner münden. So soll der doch zu selbständig denkende junge Revolutionär auf verschiedenen Strafexpeditionen in den fernen Provinzen Chinas persönlich gebrochen werden, woran letzlich auch die intensive Beziehung zu seiner Jugendliebe Lucy zerbricht. Bei all den persönlichen Schicksalsschlägen des Autors erfährt man jedoch zugleich immer wieder den Wert von Menschlichkeit und die Zivilcourage Einzelner, die ihn oft vor schlimmerem, in einem Fall sogar vor dem Tode retten. Als er schließlich aufgrund einer weiteren Verleumdung ins Fadenkreuz der Roten Garden gerät, entschließt er sich zur verzweifelten Flucht aus China, was ihm aufgrund seiner beruflichen Stellung und durch einen Trick möglich wird. In den Wirren des überstürzten Abschieds verschlägt es ihn nach Ägypten, wo er eineinhalb Jahre im Gefängnis zubringen muß, ehe er über Deutschland eigentlich in die USA ausreisen soll. Aufgrund der persönlichen Hilfe vieler Deutscher entschließt er sich jedoch, sein Leben hier fortzusetzen, was ihm durch einen Lehrauftrag an der Uni Hamburg schließlich gelingt. Der Neuanfang in Deutschland liest sich für hiesige Leser zwar nicht mehr so spannend, bietet aber dennoch den interessanten Einblick eines Außenstehenden in unsere Gesellschaft. Das Buch endet mit einem Wiedersehen seiner Familie im inzwischen postmaoistischen China, zehn Jahre nach seiner Flucht. Aufgrund der Qualen seiner Familie nach der Flucht und dem Tod seiner geliebten Mutter allerdings ohne rechtes Happy-End.
Kuan beschreibt stets eindringlich seine Emotionen ohne sich dabei jedoch allzu sehr in den Mittelpunkt zu stellen, oft sogar mit einer Portion Selbstironie. Bemerkenswert ist, daß bei all den schlimmen Erfahrungen des Autors keine plumpe China-Abrechnung herausgekommen ist. Im Gegenteil bemerkt man die Liebe Kuans zu der Kultur und den Menschen seines Heimatlandes, die er streng von den Exzessen des Mao-Regimes zu trennen weiß. Der geneigte Deutsche erfährt hier, welch positive persönliche Kräfte ein wohl verstandener Patriotismus freisetzen kann, und daß Revolutionen bzw. Aufrufen von oben her eigentlich mißtraut werden müßte (der "Aufstand der Anständigen" läßt grüßen). Fazit: ein absolut lesenswertes Buch über China, Chinesen, Deutsche und Menschen.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliant!!!, 6. Januar 2002
Von Ein Kunde
Das über 600 Seiten starke Buch schreckt gerade die etwas "faulen" Leser doch etwas ab. Aber ich kann nur sagen : "Es lohnt sich das Buch zu lesen!" Von der ersten bis zur letzten Seite ist es echt spannend und ich konnte davon nie genug bekommen. Einmal angefangen zu lesen, kann man nicht mehr aufhören. Die Freuden und das Leiden des Yuqian kann man richtig nachvollziehen (Manchmal auch auf erschreckender Weise). Besonders interessant war für mich, dass mir somit die Möglichkeit geboten wurde die Geschichte Chinas genau zu verfolgen. Es ist immer wieder erschreckend, wie die Kommunisten ihr Terrorregime geführt haben (und zum Teil noch heute tun).
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ausgezeichnet, 11. April 2002
ich habe das Buch von Bekannten empfohlen bekommen und bin begeistert. Es ist leicht zu lesen, und durchgehend spannend.
Es gibt keine Passagen die langweilig oder überflüssig sind.
Der Autor gibt einen Einblich sowohl in die chinesische Nachkriegsgeschichte als auch eine Sicht eines Ausländers auf unsere deutsche Gesellschaft.
Man wird beim Lesen gut unterhalten und lernt vieles dazu. Wirklich ein empfehlenswertes buch.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine tief bewegende "Gechichte" - "Oral History" China's, 17. Februar 2008
Von 
Rudolf Siebenhofer "Luo Xing" (Wien - Steyr - Nanjing) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Es ist nicht nur die persoenliche Geschichte Y.C.Kuan's, die dieses Buch so wertvoll macht, dass es eigentlich 6 Sterne verdiente. Das Buch erhellt auch vieles was in China in den letzten 75 Jahren an Geschehnissen und kulturellen aber vor allem politischen Veraenderungen vor sich gegangen ist. Vor allem aus der Sicht eines betroffenen Menschen.

Kuan, 1931 in Kanton geboren kann von einem Leben in Umbruechen erzaehlen wie es wahrscheinlich nur wenige koennen: die Vorgaenge des (nach)revolutionaeren Chinas der Dreissigerjahre, die Situation als Schueler in Shanghai erst unter dem Einfluss der Kuomintang Regierung unter Jiang Kaishek sowie auslaendischer Maechte (Amerikaner, Franzosen) aber dann vor allem unter der Besetzung durch Japan und letztendlich die Situation in China nach der Gruendung der Volksrepublik 1949. Die Zeit nach der Staatsgruendung erlebte er in Beijing als Dolmetscher fuer russische Experten im chinesischen Finanzministerium. Kuan kann dabei gut vermitteln welche positive Aufbruchstimmung zu dieser Zeit in seiner Generation herrschte.

Er schildert wie er in den Studel diverser Parteikampagnen und letzlich in die Unruhen der Kulturrevolution gezogen wird, schildert seine Verbannung in die Provinz Qinghai und wie er unter abenteurlichen Umstaenden 1968 ins Ausland fluechtet, um nach langem Gefaengnisaufenthalt in Aegypten letztlich in Deutschland sein Leben unter einem "zweiten Himmel" neu aufzubauen.

Gerade diese Aufarbeitung der Kulturrevolution (an anderer Stelle sehr beeindruckend auch von Deng Rong, der Tochter Deng Xiaoping's in "Deng Xiaoping and the Cultural Revolution. A Daughter Recalls the Critical Years" beschrieben), ist das Herzstueck des Buches. Kuan bemueht sich aber dabei wirklich um eine Aufarbeitung und schildert auch sehr beweged, welche Konsequenzen sein Handeln vor allem fuer seine Familie hatte.

Dabei vermittelt Kuan auch sehr viel an Wissenswertem ueber die Unterschiede zwischen chinesischer und deutscher Kultur und Lebensweise vor allem durch die Schilderung seines Neuanfangs in Deutschland. (Fast koennte man sagen, eine neuere aber dafuer authentische Variante von Herbert Rosendorfer's "Briefe in die chinesische Vergangenheit".)

Es ist aber vor allem ein sehr persoenliches Buch eines Zeitzeugen das es so lesenswert macht neben den juengst erschienenen Buechern von Robert Lawrence Kuhn "The Man Who Changed China. The Life and Legency of Jiang Zemin" oder der umfassenden Biographie ueber Mao von Jung Chang und Jon Halladay, um die Geschichte Chinas der letzten 75 Jahre besser zu verstehen.

Und das Buch zeigt auch einen ungeheuer optimistischen Menschen, der trotz all dieser Schwierigkeiten seiner Heimat verbunden geblieben ist, mit der er heute wieder "rehabilitiert" und versoehnt ist und der es bevorzugt "Bruecken" zu bauen statt Hass zu schueren. Ein Buch um das es unendlich schade waere, wenn es nicht geschrieben worden waere!

Ein Buch, das aber auch ergaenzt wird um die Darstellung der Sicht seiner deutschen Frau Petra Haering-Kuan "Meine chinesische Famile. Dreissig Jahre Wandel in China".

Fuer mich ist dieses Buch uber das nachrevolutionaere China auf jeden Fall so bedeutend wie Pearl S. Buck's beruehmtes Buch "The Good Earth" ueber das vorrevolutionaere China, nur mit dem Unterschied, dass es sich bei Kuans Buch um tatsaechlich persoenlich erlebte Geschichte handelt.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Erzählung, 31. März 2006
Von 
helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Peter Kuan, wie er als deutscher Staatsbürger heißt, hat eine Autobiografie geschrieben, die rund 2 zwei Drittel des 20. Jahrhunderts umfasst und bis zur Jahrtausendwende reicht.
Beginnend in den 30er Jahren, als China noch von korrupten Familienclans wie dem von Jiang Kaishek regiert wurde, über den Einfall der Japaner und den zweiten Weltkrieg bis hin zum amerikanischen Einmarsch und der Machtübernahme der Kommunisten. Im Zentrum steht dabei immer die weit verzweigte Familie, die immer wieder Hilfestellung bietet, wenn die Lage mal aussichtslos erscheint.
Von der frühen Trennung der Eltern an erzählt Kuan in eingängiger Sprache und ohne hochliterarische Ambitionen die eigene Geschichte immer parallel zu der Chinas. Insbesondere die Mao-Jahre vom euphorischen Beginn an bis hin zu den Jahren des "Großen Sprungs", wo er selber in die Verbannung geschickt wird, über die Kulturrevolution hinweg, die ihm schließlich zum Verhängnis wird, so dass er einen waghalsigen Plan zur Flucht aus China nach Kairo umsetzt, wo er zum Spielball der Großmächte wird und für ein Jahr im Gefängnis landet.
Mehr zufällig gerät er dann nach Deutschland, wo er über Umwege schließlich am chinesischen Seminar in Hamburg eine Lehrstelle erhält und am Ende akademische Karriere macht.
Dieses dürre Gerüst gibt aber nicht die Vielzahl an wunderbaren kleinen Episoden wieder, die auf 770 Seiten ein faszinierendes Panorama Chinas insbesondere bis zur Kulturrevolution zeichnen und später auch einen erfrischenden Blick auf das Deutschland der 70er Jahre werfen. Den Leser immer zwischen Lachen und Weinen haltend, erzählt Kuan eine wunderbare Familiensaga von Kämpfen, Zusammenhalt und Liebe inmitten äußerlich widriger Umstände.
Politisch interessant wird das ganze dadurch, dass der Aufstieg Maos wie auch das Ansehen desselben in der eigenen Bevölkerung bis heute plausibel gemacht wird. Auch der Autor hält lange an seiner Verehrung Maos fest, obgleich dessen politisches Tohuwabohu ihn aus dem Land getrieben hat.
Die Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert wird hier aus einem persönlichen und doch plausiblen Blickwinkel gezeigt. Obgleich Kuans Familie über weite Strecken noch eher zu den noch Privilegierten zählt, muss sie während der Kulturrevolution und insbesondere nach der Flucht Kuans erhebliche Opfer bringen und unter dem Terror der Roten Garden leiden. Das macht ihre Geschichte noch bewegender und glaubwürdiger.
Auf jeden Fall gilt: Wer dieses Buch gelesen hat, wird das heutige China mit anderen Augen sehen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dieses Buch hilft uns, China verstehen zu lernen, 6. Januar 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben unter zwei Himmeln: Eine Lebensgeschichte zwischen Shanghai und Hamburg (Taschenbuch)
"Mein Leben unter zwei Himmeln" ist ein Buch, das mich sehr bewegt hat. Es ist die Lebensgeschichte von Y.C. Kuan, der, 1931 geboren, sowohl viel von der Schmach mitbekommen hat, die China von anderen Ländern angetan wurde, aber eben auch viel von der Schmach, die China sich selbst angetan hat. Ich muss sagen, dass mich besonders die ersten beiden Drittel des Buches sehr gefangengenommen haben. Kuan beschreibt in wundervoller Weise und so detailgetreu seine Kindheit und das Leben und die Lebensumstände in China, dass man, auch wenn man wie ich noch nie in China war, glaubt, alles genau sehen zu können. Seine Geschichte liest sich wie ein wundervoller Roman und Kuan schreibt unglaublich wertschätzend und gefühlvoll von den Menschen und den Begegnungen in seinem Leben.

Besonders gefallen hat mir auch der "Historische Rahmen", den er vor jedes Kapitel gesetzt hat. Es ist meist nur eine Seite mit den Jahreszahlen und einer Zeile zu dem Ereignis, um zu beschreiben, was geschichtlich in dem Zeitraum passiert ist, über den er dann berichtet. Das hilft und ist sehr übersichtlich.

Der Teil, nachdem Herr Kuan in Deutschland angekommen war, hat mir zwar auch gefallen, aber nicht mehr so sehr. Komischerweise schreibt er von der Begegnung mit seiner Frau und den anderen Beziehungen, die er hier geknüpft hat, nicht annähernd so liebevoll und intensiv wie vorher. Zu der Heirat wurde er fast gezwungen, so liest es sich und man hat beinahe Mitleid, dass er sich diesem Ereignis nicht entziehen konnte. Im letzten Drittel geht sowieso alles mehr husch husch - mir fehlte da der Blick fürs Detail, der das Buch vorher so faszinierend gemacht hat.

Insgesamt gefällt mir das Buch aber sehr gut, weil man das Land und das Verhalten der Menschen verstehen lernt. China hat eine so unglaubliche Geschichte hinter sich und es ist ein so riesiges Land, dass man Verständnis dafür entwickeln muss, dass in diesem Land eben nicht alles von einem Tag auf den nächsten anders und besser werden kann. Siehe die deutsche Einheit - wir sind nach 20 Jahren noch nicht zusammengewachsen und hatten ja dadurch, dass wir zwar ein geteiltes, aber dennoch ein Land waren, doch die besten Voraussetzungen. Wie sollen so viele Menschen in einem abgeriegelten Land, die über Jahrzehnte mit Invasionen und der furchtbaren Kulturrevolution aufgewachsen sind, sich mit einem Fingerschnipp ändern - hin zu Demokratie und Rechtsstaat? Das braucht einfach Zeit und das versteht man, wenn man dieses Buch gelesen hat.

Beeindruckend bleibt über das ganze Buch sein Stolz auf sein Heimatland. Das bleibt in so liebevoller Erinnerung, auch über das Ende des Buches hinaus.

Meine Empfehlung: Ein wunderbares Buch, dass man unbedingt lesen sollte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte hautnah, 12. März 2009
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben unter zwei Himmeln: Eine Lebensgeschichte zwischen Shanghai und Hamburg (Taschenbuch)
Yu Chien schreibt fesselnd und bewegend. Die Kulturrevolution wird aus allen Blickwinkeln beleuchtet - ohne zu verurteilen. Die Menschen in dieser Zeit bekommen ein Gesicht und die Geschichte bekommt Leben. Das Buch ist ein Muss für jeden, der China verstehen lernen will.
Aber Worte werden dem nicht gerecht- daher: selber lesen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Realität pur, 2. Februar 2009
Autobiografien zeichnen sich meist durch erlebte Geschichte und mit den dabei erlebten Fakten, Anekdoten oder auch ganz banale Erlebnisse aus dem Altag aus, so auch in diesem Buch. Hier handelt es sich um eine Kindheit/Jugend im kommunistischen China, und auch um die Erlebnisse in der Kulturevolution. Das buch ist fesselnd geschrieben und die Erlebnisse sind nachvollziehbar. Das Erleben zweier Kulturkreise ist plausibel und verständnisgewinnend dargelegt. Wer Informationen und Erfahrungen über China genießt, aber auch die Wechselfälle eines Lebenslaufs einzuordnen weis, ist mit diesem Buch gut beraten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Autobiographie, 3. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben unter zwei Himmeln: Eine Lebensgeschichte zwischen Shanghai und Hamburg (Taschenbuch)
Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst - und das Leben des Yu Chien Kuan ist so ereignisreich, dramatisch und letztlich auch gut verlaufen, dass es sich wirklich lohnt, darüber zu schreiben.

Kuan wird 1931 in Peking als Sohn von westlich orientierten Intellektuellen geboren und wächst zusammen mit seiner Mutter und den beiden Geschwistern im ebenfalls sehr westlich geprägten Shanghai auf. Dort erlebt er die japanische Besatzung, während sein Vater sich den Kommunisten angeschlossen hat und gegen die Japaner kämpft.

Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs hört auch die japanische Besatzung auf - das Volk hat davon aber erst einmal nichts, da China im Bürgerkrieg versinkt. Die Machtübernahme durch die Kommunisten wird von einem Großteil der Bevölkerung, darunter auch Yu Chien und seine Familie, begrüßt, da sie sich von der kommunistischen Regierung endlich eine Besserung ihrer Lebensumstände erwarten.

Nach seinem Schulabschluss bekommt Yu Chien einen Studienplatz für Russisch in Peking. Hier findet zunächst für mehr als ein Jahr eine kommunistische Umerziehung statt, der Yu Chien zwar einerseits positiv gegenübersteht, andererseits aber auch schnell die Schattenseiten des Systems erkennt, das keinerlei Kritik toleriert und in dem es vollkommen normal ist, sich gegenseitig als "Rechtsabweichler" zu denunzieren.

Aufgrund solcher Denunzierungen wird Yu Chien Jahre später in eine öde Provinz in Zentralchina "strafversetzt", wo er mehrere Jahre als Journalist, Bauer und Fischer arbeitet. Es gelingt ihm aber, sich zu rehabilitieren und er kann zurück nach Peking kehren. Dieses Glück findet ein jähes Ende, als ihm erneut im Zuge der Kulturrevolution Mitte der 60er Jahre vorgeworfen wird, ein Konterrevolutionär zu sein. Aus Furcht vor den Folgen (erneute Verbannung, Arbeitslager, Gefängnis) entschließt sich Yu Chien zur Flucht und er gelangt nach Kairo, wo er eineinhalb Jahre in einem Gefängnis in "Schutzhaft" verbringt, bis er nach Deutschland ausreisen darf. Trotz Heimweh und mit viel Mühe gelingt ihm dort ein Neuanfang...

Mit seiner Biographie illustriert der Autor sehr anschaulich die Geschichte Chinas in der Zeit der japanischen Besatzung und der anschließenden Mao-Ära. Besonders gut gelingt es ihm, die Gründe für die Begeisterung gegenüber dem Kommunismus darzulegen. Neben den geschichtlich überaus interessanten Aspekten ist Yu Chien Kuan aber auch eine sehr persönliche Geschichte gelungen: Liebevoll beschreibt er die Mitglieder seiner Familie, Mitschüler, seine erste Liebe, und die anderen Menschen um ihn herum. Auch spart er nicht mit "Gefühl" - offen steht er zu seinen Empfindungen: Die Liebe zu seiner Mutter und die Verzweiflung, sie nach seiner Flucht nicht noch einmal vor ihrem Tod wiedergesehen zu haben, die Frustration, für die angehimmelte Klassenkameradin nicht mehr als ein guter Freund zu sein, die tiefe Achtung gegenüber einem LKW-Fahrer, der ihm in der Verbannung im "chinesischen Sibirien" mehrfach selbstlos aus der Patsche hilft usw.

Besonders gut gefällt mir auch die klare Gliederung in Teile und Kapitel, wobei jedem Teil eine Übersicht mit den geschichtlichen Eckdaten vorangeht. Der übersichtliche Aufbau, die schnörkellose Sprache und die ereignisreiche Handlung haben mich das Buch fast in einem Rutsch verschlingen lassen.

Allein ein wenig irreführend empfinde ich den Titel "Mein Leben unter zwei Himmel" nebst Untertitel "Eine Lebensgeschichte zwischen Shanghai und Hamburg", da letztlich das Leben in Hamburg doch vergleichsweise wenig Raum in dieser Biographie einnimmt und die letzten dreißig Lebensjahre auf wenigen Seiten abgehandelt werden. Mag sein, dass diese Jahre längst nicht so spannend und ereignisreich waren, wie das Leben im maoistischen China, ich hätte allerdings hier gerne noch etwas mehr erfahren.

Mein Leben unter zwei Himmeln: Eine Lebensgeschichte zwischen Shanghai und Hamburg
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