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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Macht der Fiktion
Peter Stamms Roman „Agnes"
In der Bibliothek beim recherchieren über Luxuseisenbahnwagen trifft er sie zum ersten Mal. Aus einer gelegentlichen Zigarette auf der Treppe vor dem Lesesaal entwickelt sich eine Freundschaft zwischen dem schweizer Fachbuchautor und der amerikanischen Physikstudentin Agnes. Aus der Freundschaft wird eine Liebesbeziehung, welche...
Veröffentlicht am 10. Juni 2002 von bugsbunny76

versus
19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen In Zypern ist ihr Geld besser angelegt
Das Buch führt die die Liste der langweiligsten Schullektüre an.
Es ist emotionslos, langweilig und steril geschrieben. Leute, die wenig zu tun haben, werden Spaß daran haben, dass Buch 6 mal zu lesen in der Hoffnung ein klitztkleines bisschen Sinn zu finden.
Die Idee "Vermischung von Fiktion von Fiktion und Realität" wurde schon so...
Vor 21 Monaten von Dr. No. veröffentlicht


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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Macht der Fiktion, 10. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Agnes (Taschenbuch)
Peter Stamms Roman „Agnes"
In der Bibliothek beim recherchieren über Luxuseisenbahnwagen trifft er sie zum ersten Mal. Aus einer gelegentlichen Zigarette auf der Treppe vor dem Lesesaal entwickelt sich eine Freundschaft zwischen dem schweizer Fachbuchautor und der amerikanischen Physikstudentin Agnes. Aus der Freundschaft wird eine Liebesbeziehung, welche das Paar mit einer parallel laufenden und erfundenen Geschichte zu würzen versucht. Immer mehr jedoch werden sie gefangen in den von ihnen ausgedachten Szenarien und das Wirkliche beginnt mit der Fiktion zu verschmelzen.
In seinem Debütroman „Agnes" erzählt Peter Stamm vordergründig eine Liebesgeschichte. Doch die zuerst unschuldig erscheinende Beziehung entwickelt sich immer mehr zu einer Auseinandersetzung über existenzielle Grundthemen wie Identität und Tod. Der Autor beschreibt auf zuerst oberflächlich erscheinende Art und mit teils grausam kurzer und einfacher Sprache die Schwierigkeiten von Distanz und Nähe zwischen zwei Menschen sowie die Suche nach dem tiefsten Kern vom Leben und Ableben. Stamm arbeitet stark mit Gegensätzen und lässt seine Geschichte gleichzeitig auf zwei Ebenen laufen. Zum einen die Realität und zum anderen die Fiktion, die vom Erzähler, welcher nie mit Namen genannt wird, fortlaufend geschrieben und neu erdichtet wird. Die Fiktion dient dem Paar nicht nur als Fluchtpunkt in eine aufregendere Welt, sondern auch als Ablenkung der wirklichen Konflikte und Unzufriedenheit in der Beziehung. Eine Unzufriedenheit die der Autor sehr subtil und realistisch vermittelt. Er braucht dazu äusserst knappe manchmal ziemlich harsch wirkende Dialoge. Es sind kleine Details die den Leser langsam dazu bringen am Glück des Paares zu zweifeln. Agnes scheint allgemein mit ihrer Situation unzufrieden. Sie mag das Hochhaus nicht indem sie zusammen wohnen, hat Angst vor diesem und jenem, hat wenig Freunde, Probleme mit ihren Eltern und scheint eher gedämpft und wenig enthusiastisch. Auch der Erzähler sprudelt nicht gerade vor Lebensfreude und Leidenschaft. Seine Gedanken sind eher melancholisch, seine Worte hart und ehrlich und seine Gedankengänge durchaus nachvollziehbar, wenn auch manchmal sehr egozentrisch. Dies führt zu einer Sprache, die als eine Mischung von Beichtgeständnis und Erklärungsversuch verstanden werden kann, was angesichts des starken Einstiegs in das Buch nicht überrascht. Die Geschichte beginnt mit den Worten: „Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet. Nichts ist mir geblieben als diese Geschichte."
Der Sinn des Todes
Der Tod ist in „Agnes" allgegenwärtig und wird immer wieder zur Sprache gebracht. Auch hier arbeitet Stamm subtil, macht die Frage nach dem Sinn des Todes zwar zu einem Schwerpunkt in seinem Roman, überschüttet den Leser aber nicht mit philosophischen, schweren Dialogen, sondern streut hier eine Bemerkung, da eine Frage, hier eine tote Frau auf der Strasse, da eine Fehlgeburt. Dennoch spürt man als Leser, wie sich das Paar immer mehr in die Enge treibt, die Luft trüber, und der Tod allgegenwärtiger wird. Zur Vorwarnung kommt es schliesslich als Agnes schwanger wird. Der Erzähler, welcher damit überfordert ist, löst sich mit seiner machoartigen Reaktion aus der Beziehung und der Verantwortung. Die Schwangerschaft endet mit einem ungewollt toten Fötus was Agnes in eine tiefe Krise stürzt. Sie wird krank und der Erzähler nimmt sie wieder bei sich zuhause auf. Die Trauer um das verlorene Kind probieren die Beiden damit zu übertuschen dass sie sich weiter in eine Traum-welt flüchten. Sie erfinden ihre Geschichte mit dem Kind, schliesslich mit einem Zweiten, gehen Kinderkleider und Puppen kaufen und scheinen alsbald mehr interessiert an Ihrer Geschichte als an ihrem richtigen Leben.
Ende gut - Alles gut?
Doch bald sieht sich der Geschichtenschreiber mit einem Dilemma konfrontiert. Liebesgeschichten die von einer glücklichen Partnerschaft handeln und im Sinne von „und wenn sie nicht gestorben sind, so lieben sie sich heute noch" enden, sind langweilige Geschichten. Zwar wünscht sich der Erzähler nichts anderes als eine solche Geschichte, dennoch regt sich in ihm ein Gedanke, dass es so nicht sein wird. Das erste Ende, welches der Autor eher unbewusst schreibt, handelt davon wie sich Agnes auf den Weg in den Wald macht, in dem man sich für immer verlieren kann, wie sie einst sagte. In ihren dicken Wintermantel einge-wickelt verlässt sie langsam die Zivilisation, entfernt sich Schritt für Schritt vom Leben. Doch dieses Ende ist zwar literarisch gesehen perfekt, passt aber nicht in seine Wunschvorstellung vom Ende wie er es sich in der Realität wünscht. „Ich musste endlich ein Ende finden für Agnes, einen guten Schluss." So schreibt der Autor noch ein zweites, für Agnes bestimmtes Ende, ein Happyend nach hollywoodschen Vorstellungen. Die Frage ist nur, welcher Schluss der realitätsnahere ist. Und was wird passieren, wenn Agnes zufällig den zweiten Schluss zu lesen bekommt?
Die Gefahr der Fiktion
Beim lesen von Agnes ist einem immer ein wenig bange. Der schnelle Szenenwechsel, die kurzen Dialoge und die knapp eingesetzte Sprache machen dieses Buch zu einem der kurz-weiligsten dass ich seit langem gelesen habe. Dem Autor ist es gelungen mit der Sprache und dem cleveren Aufbau der Geschichte dem Leser eine Welt vorzutäuschen die viel oberfläch-licher scheint als sie wirklich ist. Er lockt uns sozusagen in eine tödliche Falle, von der wir zwar etwas erahnen müssten, angesichts der Information zu Beginn der Geschichte. Doch nicht nur das Protagonisten-Paar übersieht die unangenehmen Realitäten, auch der Leser verdrängt die heranziehenden dunkeln Wolken und flüchtet mit dem Paar in die unberechenbare Welt der Phantasie. So ist es keineswegs verwunderlich, wenn das Ende, trotz aller vorangehenden Information und Warnung wie eine Bombe einschlägt und einem für Stunden nach dem Lesen lahm legen kann. Stamm gelingt es vorzüglich, den Leser dazu zu bringen, freiwillig - aus Lust an der Geschichte - seine Vorahnung zu ignorieren um sich der Macht der Worte und der Fiktion zu ergeben, möge passieren was wolle.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Agnes, eine moderne Liebesgeschichte, 8. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Agnes (Taschenbuch)
"Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.", so beginnt der Debütroman des Schweizer Autors Peter Stamm.

Falls Sie, lieber Leser, meinen, dass Sie nach diesem plötzlichen Einstieg bereits den Verlauf und das Ende des Romans kennen, müssen wir Sie leider enttäuschen.

Es ist absolut lohnenswert diese gelungene, überaus originelle sowie wortgewandte Liebesgeschichte zweier grundverschiedener Personen mit unterschiedlicher Lebenseinstellung zu lesen. Das Paar schafft es nie das distanzierte Verhältnis, das ihre Beziehung beherrscht, zu lösen. Um die Distanz zu überwinden, fordert Agnes eines Tages ihren Geliebten auf, eine Geschichte über ihr gemeinsames Leben zu schreiben.

Nach und nach verschmelzen Realität und Fiktion, was ihre Beziehung gefährdet. Sie versuchen ihre Beziehung nach dem im Buch beschriebenen Verhältnis zu imitieren und möglichst zu retten, was ihnen jedoch nicht gelingt und schließlich im Chaos endet.

Durch das erste und letzte Kapitel erhält der Roman seinen Rahmen, wobei die beiden Anfangssätze: "Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet." das scheinbar offene Ende vervollständigen.

S. Dengler, K. Westmeier, A. Kramer
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19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Lüge der Realität, 2. April 2000
Von 
Rezension bezieht sich auf: Agnes: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist traumhaft. Bei der Begegnung zwischen dem männlichen Ich-Erzähler und Agnes ist von vorneherein klar, dass sie unglücklich ausgeht, und Peter Stamm hält diese Stimmung ganz geschickt aufrecht. Die beiden haben zwar jede Menge glückliche Momente, sie werden aber immer durch (eigentlich lapidare) negative Elemente abgeschlossen. Nach der ersten gemeinsamen Nacht in seiner Wohnung steht Agnes mitten in der Nacht vor den verschlossenen Fenstern der Wohnung, die nicht geöffnet werden können, weil die Wohnung klimatisiert ist. Nach einem (eigentlich schönen) Ausflug in einem Naturpark kommen die beiden noch an einer verlassenen Siedlung vorbei, die eine sehr bedrückende Stimmung ausstrahlt, und auf der Heimfahrt regnet es auch noch. Beim Drüberlesen nimmt man das gar nicht so richtig war, aber irgendwann fragt man sich, warum die Grundstimmung dieses Buches so traurig ist, obwohl die beiden doch miteinander glücklich zu sein scheinen.
Der Ich-Erzähler schreibt zuerst die (Vergangenheit der) Geschichte der beiden auf, um dann die Gegenwart zu überholen und die Zukunft vorzuzeichnen. Zu dieser Zeit ist Agnes schwanger, die beiden trennen sich, Agnes hat eine Fehlgeburt. Danach kommen sie wieder zusammen. Der Ich-Erzähler sieht, dass mittlerweile einiges schiefgelaufen ist und beschreibt in seiner Geschichte eine glückliche Beziehung (mit Kind). Von hier an ist es tragisch mit anzuschauen, wie die beiden diesem vorgeschriebenen Glück hinterherlaufen (z.B. für ihr Kind Kleidung und Spielzeug kaufen), aber dann doch merken, dass sie dieses Glück nie erreichen werden. Die Lüge der Realität - unter diesem Motto endet die Begegnung der beiden...
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine sprachliche Delikatesse, 15. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Agnes: Roman (Taschenbuch)
Der Roman von Peter Stamm hat - wie ein Rezensent schon erwähnt hat - große Ähnlichkeit mit dem Roman "Homo faber" von Max Frisch, da sich der Erzähler ein Bildnis von Agnes macht. "Die Fixierung auf ein Bildnis ist eine Ursünde gegen das Lebendige" (Max Frisch). So wie der Erzähler eine fiktive Erzählung entwirft, so filmt Walter Faber alles, was ihn seelisch berühren könnte, um es als Filmspule abzulegen. Als Beispiel soll die Keuner-Geschichte "Wenn Herr K. einen Menschen liebte" von Bertolt Brecht dienen: "Was tun Sie, wurde Herr K. gefragt, "wenn Sie einen Menschen lieben?" - "Ich mache einen Entwurf von ihm", sagte Herr K., "und sorge, dass er ihm ähnlich wird." - "Wer? Der Entwurf?" - "Nein", sagte Herr K., "der Mensch". Allerdings macht Max Frisch eine Ausnahme. Er sagt: "Es ist bemerkenswert, dass wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am mindesten aussagen können, wie er sei. Wir lieben ihn einfach."
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen In Zypern ist ihr Geld besser angelegt, 2. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Agnes: Roman (Taschenbuch)
Das Buch führt die die Liste der langweiligsten Schullektüre an.
Es ist emotionslos, langweilig und steril geschrieben. Leute, die wenig zu tun haben, werden Spaß daran haben, dass Buch 6 mal zu lesen in der Hoffnung ein klitztkleines bisschen Sinn zu finden.
Die Idee "Vermischung von Fiktion von Fiktion und Realität" wurde schon so häufig behandelt, dass man erwarten könnte, etwas brauchbares zu bekommen. Stattdessen gibt es eine völlig nichtssagende, nervende Geschichte, von einem alten Ich Erzähler und einer Studentin mit sehr vielen Komplexen. Alle Personen machen aggresiv, weil sie nicht in der Lage sind, vernünftig zu handeln. Die Handlung an und für sich ist unspektakulärer als das Leben eine Goldfisches. Ein alter Schweizer (dass erklärt schonmal vieles) macht sich an eine junge, sozial isolierte Studenten ran. Weil beide nichts zu tun haben, tippt er eine Geschichte. Danach kommt Schema F. Er beginnt eine Affäre. Sie wird schwanger (und noch depressiver). Er verlässt sie. Sie verliert dass Kind. Sie wird noch depressiver. Sie kommen wieder zusammen. Sie stirbt (endlich).
Die Sätzte sind sehr einfach gehalten und der Wortschatzt entspricht ungefähr vom Umfang her dem der Bild Zeitung. Man ist also schnell fertig (und dass ist dass einzig gute am "Roman").
Wir mussten das Buch im Abitur lesen. Interesse an ähnliche Romanen wurde nicht geweckt, im Gegenteil, es ist uns eine Warnung.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Agnes erkältet sich, 19. Oktober 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Agnes (Taschenbuch)
1. Ausgangslage
Agnes, ist eine amerikanische Physikstudentin, die alleine, isoliert und von den Eltern verlassen im kalten, zugigen Chicago lebt und in der Public Library von Chicago an ihrer Dissertation arbeitet. Dort wechselt sie die ersten Blicke mit ihm, dem Ich-Erzähler, einem Schweizer Sachbuchautor, der dort für eine Geschichte über amerikanische Luxuszüge recherchiert. Die beiden kommen sich auf der Aussentreppe näher. Sie ziehen zusammen in ein Hochhaus, in eine Wohnung hoch oben.
2. Geschichte im Roman
Eines Tages fordert sie, die leicht Kränkliche, ihn auf, über sie und ihre gemeinsame Geschichte zu schreiben. Diese Geschichte innerhalb des Romans und die Realität vermischen sich insofern, als sie für Agnes zunehmend handlungsleitend wird, als die Fiktion in ihre Existenz eingreift.
Diese Geschichte im Roman ist die formelle Besonderheit des Romans, die von Peter Stamm virtuos gehandhabt wird, die auch Anfang und Ende nahtlos verbindet. Sehr speziell und reizvoll!
3. Liebe nur literarisch
Wie sich diese Zwei bemühen, umgängliche, normale, warme Menschen zu werden, wie das in der Geschichte literarisch geprobt wird, wie sie indessen in der Realität nicht aus ihrer Haut schlüpfen können und scheitern, das ist anrührend und tragisch. Die Liebe zeigt sich nur in der literarischen Fiktion.
4. Modern in jeder Hinsicht
Ein modernes, kleines, gutes Stück Prosa, das keine grosse Wärme ausstrahlt, aber gute Lektüre abgibt für ein paar Stunden. Modern insofern, als weibliche und männliche Zeitgenossen die Geschichte bevölkern, modern auch in formeller Hinsicht, reizvoll geschachtelt, nur mit dezenter Symbolik ausgestattet. Zeitgenossen insofern, als die grossen Gefühle eingezirkelt bleiben, die Personen keine Gesellschaftstiger sind und in der kleinen Welt kleine Anlässe grosse Folgen zeitigen. Die Helden sterben nicht mehr mit Getöse in der Schlacht; traurig bleibt es.
Der Roman war übrigens einmal im Literarischen Quartett, als es dieses noch gab: Selten gab es in diesem Kreis so viel unstrittiges Lob für einen Roman.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gute Grundidee unterhaltsam verpackt, 7. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Agnes (Taschenbuch)
Die Grundidee: Literatur beeinflusst unser Leben. Ein junger Schriftsteller beschreibt die Geschichte seiner Liebe zu Agnes. Während des Schreibens holt er die Gegenwart ein und schreibt nun weiter in die Zukunft, versucht durch sein Schreiben das Ende der Liebesgeschichte bewusst und nach seinen eigenen Wünschen und denen von Agnes zu gestalten, doch die Geschichte verselbstständigt sich , ein erschreckendes Ende wird dem Verfasser der Geschichte geradezu aufgezwungen. Die Hauptfigur der Liebesgeschichte Agnes fügt sich diesem Diktat und geht den tragischen Weg, den ihr die geschriebene Geschichte darlegt, bewusst bis zu ihrem tödlichen Ende. Ich habe diesen Roman fasziniert gelesen, finde allerdings die Gestalt der Agnes unrealistisch. Der ganze Roman erscheint mir als "Kopfgeburt", doch auf jeden Fall lesenswert und anregend.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergängliche Berührung, 8. Oktober 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Agnes (Taschenbuch)
Sonntag, Sommer, auf einer Flußinsel in Frankreich. Georges Seurat ist Mitte Zwanzig, in wenigen Jahren wird er gestorben sein. Jetzt aber malt er noch eines der bekanntesten Bilder in der Nachfolge der Impressionisten, Menschen des Jahres 1884 vergnügen sich auf der grünen Inselwiese. Durch die Technik wirkt jedoch alles etwas statisch, hintergründig melancholisch. Was für eine gute Wahl für einen Buchtitel, und eigentlich der Hauptgrund für mich, "Agnes" spontan zu kaufen. Der zweite Grund war der Schauplatz, Chicago. Dort hängt mittlerweile das großartige Bild und dort bin ich häufiger mal.
Zur Story:
Wochentag, es ist kalter April in der Chicago Public Library. Der Ich-Erzähler ist Mitte Dreißig, in wenigen Monaten wird eine gerade entstehende Liebe schon wieder gestorben sein. Jetzt sitzt er da, schreibt an einem Buch über amerikanische Eisenbahnen. Agnes ist seine Liebe, er wird mit ihr eine Zigarette rauchen, Kaffee trinken, Essen gehen, Liebe finden. Sie werden kurz zusammenziehen, in sein aseptisches Apartment in einem Hochhaus. Sie werden sich intensiv lieben, einen Sommer lang, die Stadt verlassen, kurz. Gemeinsam werden sie ihre Geschichte in Worte fassen, in den Computer eingeben. Es wird die Möglichkeit eines Kindes geben, doch nur kurz. Sechs Zentimeter Kind werden Agnes verlassen, nicht lebensfähig. Die Liebe der beiden wird dahingetupft bleiben, vergänglich, melancholisch.
Woran es liegt?
Vielleicht ist es seine Distanz, das Zögern, die fehlende Bereitschaft zu Aufgabe der sorgsam gebauten Existenz. Vielleicht ist es die Macht der Stadt, die Kraft zur Vereinzelung. Vielleicht ist es auch eine ganz grundlegende Unmöglichkeit dauerhafter Zweisamkeit. Vielleicht ist es nichts davon. Es muss offen bleiben.
Stamm übernimmt Seurats Technik der kurzen Eindrücke. Kurze Sätze dominieren, kaum mal mehr als zehn Worte. Reduziert ist die Sprache, und doch ergibt sich ein sehr beeindruckendes Gesamtbild. Eine nachdenkliche Liebesgeschichte, viele kleine interessante Punkte, gespanntes Interesse, schließlich tiefe Rührung. Ich bin wirklich berührt von diesem Buch, es ist wahr, tief und anregend. Nichts zum schnellen Ablenken, aber doch ungemein zugänglich. Großes Lob.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Seltsam emotionslos, 22. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Agnes (Taschenbuch)
Eigentlich ist das ja eine Liebesgeschichte, die Peter Stamm da erzählt. Liebe - sollte man meinen - hat was mit Emotionen zu tun. Die Geschichte von Peter Stamm wirkt aber seltsam steril, emotionslos. Man beobachtet, nimmt zur Kenntnis, fühlt aber nicht mit den Akteuren. Aber dennoch von der Story her eine interessante Idee.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweiliger, nichtssagender Schmarrn, 29. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Agnes (Taschenbuch)
Schweizer in USA, verguckt sich in jüngere Amerikanerin. Das gab's schon mal, aber viel, viel besser in Max Frischs "Montauk". Stamm hingegen kommt bemüht bedeutungsschwanger daher, ein drittgradiger Frisch-Abklatsch. Und den Gegensatz Fiktion - Realität, bzw. das Verwechseln von beidem, das ist ja auch nicht gerade originell. Letztendlich ein langweiliger Quark, der den Schülern, die dies lesen müssen, die Lust an Literatur effektiv verdirbt.
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Agnes: Roman
Agnes: Roman von Peter Stamm (Taschenbuch - 1. April 2009)
EUR 8,95
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