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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Kunst kann man streiten!
Ein Buch, das dazu einlädt, eigenen Kunstgeschmack zu entwickeln statt lediglich nachzuplappern und auch mal kontrovers über Kunst zu diskutieren, statt sich hinter Floskeln wie "Über Kunst kann man nicht streiten" zu verstecken. Rauterberg geht es nicht um eine pauschale Ablehnung moderner Kunst, sondern darum, die Spreu vom Weizen zu trennen. Was nur...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2007 von G. Jörgensen

versus
3.0 von 5 Sternen Mehr erhofft
Alles in allem ein Buch, was man gelesen haben kann, aber nicht muss. Viel Erkenntnis blieb am Ende für mich nicht übrig. Für Kunsthistoriker zu oberflächlich, zu allgemein.
Der Autor verliert sich allzu oft in Ausschweifungen und viele Aussagen sind zu schwammig. Dennoch lässt sich das Buch sehr schnell und gut lesen. Das Buch regt auf jeden...
Vor 4 Monaten von Melli veröffentlicht


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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Kunst kann man streiten!, 8. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?! (Broschiert)
Ein Buch, das dazu einlädt, eigenen Kunstgeschmack zu entwickeln statt lediglich nachzuplappern und auch mal kontrovers über Kunst zu diskutieren, statt sich hinter Floskeln wie "Über Kunst kann man nicht streiten" zu verstecken. Rauterberg geht es nicht um eine pauschale Ablehnung moderner Kunst, sondern darum, die Spreu vom Weizen zu trennen. Was nur möglich ist, wenn die knallharten Marktmechanismen, denen auch die Kunst heute unterworfen ist, durchschaut werden. Ein detailreicher und differenzierter Streifzug durch den modernen Kunstbetrieb, der so manchen angesagten Kunsttrend als kalkulierte Modeerscheinung und so manches gängige Kunsturteil als Worthülse entlarvt. Dabei wird sicherlich nicht jede/r mit allen Urteilen des Autors übereinstimmen. Doch darum geht es ja auch gar nicht. Denn wie gesagt: über Kunst soll und muss gestritten werden! Ich kann dies glänzend geschriebene Buch allen, die sich auch nur ein bisschen für die aktuelle Kunstszene interessieren, wärmstens empfehlen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein rundherum gelungener Denkanstoß, 21. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung (Taschenbuch)
Bücher, die sich der Frage widmen, was gute Kunst sei, erscheinen in den letzten Jahren des öfteren. Einige davon sind eher kurz gefasste 'Ratgeber', die dem kunstinteressierten Laien oder auch weitergehend ambitionierten Sammlern einen Weg zeigen sollen, die Qualität von Kunst zu beurteilen und sich eine Orientierung auf dem Kunstmarkt zu bearbeiten.

Die künstlerischen Entwicklungen seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts haben vielfältige spannende und bereichernde Experimente mit sich gebracht, zu Aufbrüchen, Wandlungen und Erweiterungen des Kunstbegriffs geführt und damit auch die Schwierigkeit mit sich gebracht, Kriterien zur Beurteilung von Kunst zu erkennen oder in einem allgemeinen Konsens zu akzeptieren.

Ist Kunst, die den Weg in ein Museum gefunden hat gut? Ist ein hoher Preis für ein Kunstwerk ein Beleg für seine Qualität oder mögliche zukünftige kunsthistorische Bedeutung? Diese und viele Fragen sowie damit verbundene Irrtümer greift Hanno Rauterberg in seinem Buch 'Und das Kunst ist ?!' auf. Es lässt sich nicht leugnen, dass der Kunstmarkt oder der Kunstbetrieb in seiner Gesamtheit voller irrationaler Phänomene zu sein scheint und wer sich leibhaftig in diesem Milieu umtreibt, bemerkt schnell, dass mehr über Preise, Erfolge und vermeintliche Erfolgstrategien, über Popularität und das Who is who gesprochen wird ' umso weniger aber über Kunst, ihre Aussagen und Qualitäten und Kriterien, diese zu benennen.

Der Feuilletonist der ZEIT Hanno Rauterberg stellt sich dem entgegen und ihm gelingt es, behutsam und doch verständlich, Missverständnisse und Irrtümer aufzudecken und die Diskussion über substanzielle Aspekte, über die Qualität von Kunst prüfend und doch offen anzustoßen.

Das Buch ist sicher keine grundsätzliche Marktkritik, denn Künstler sowie alle Varianten von Kunstvermittlern müssen bekanntlich auch ihren Lebensunterhalt bestreiten. Aber Rauterberg weißt Möglichkeiten auf, Kunst wieder in ihrer Autonomie abseits eines Marktes zu entdecken und sich ein Urteil zu erlauben. Dabei gelingt es ihm, Kriterien aufzuzeigen ohne dogmatisch zu sein, Thesen aufzustellen, denen nicht jeder Leser und Kunstliebhaber zustimmen muss, ihn aber anregt, viel zu sehen und zu vergleichen und sich aus dem Vergleich heraus eigene Urteile zu bilden. Nicht nur dem Betrachter in Museen, Galerien und Ateliers dient dieses, sondern zuweilen auch manchen Akteuren der Fachwelt. Auch dort kann gelegentlich der Eindruck entstehen, dass der Mut zum eigenen Urteil erst dann aufkommt, wenn ausgelotet wurde, was andere Denken und was im Trend liegt.

Auch wenn Rauterberg den Blick zurück auf Kriterien und einen Diskurs darüber lenkt, so hat dies nichts von mangelnder Offenheit und schränkt den Freiraum des künstlerischen Schaffens in keiner Weise ein.

Wie gesagt, unterschiedliche Ansichten sind erlaubt und Rauterbergs Thesen erwecken nicht den Eindruck eines ausschließlichen Anspruchs. Ihm gelingt eine Gradwanderung, die jeden bereichern kann ' unabhängig von Zustimmung oder Reibung in einzelnen Einschätzungen.
Auch das macht den außerordentlichen Wert dieses Buches aus.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Irrtümer beseitigt, 4. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung (Taschenbuch)
Hanno Rauterberg geht in diesem Buch in drei Schritten vor: Zuerst skizziert er die Ausgangslage der Gegenwartskunst, ihre Bestimmtheit durch den Markt und die Verwicklungen der Hauptakteure, nämlich Galerien, Messen, Auktionen, Museen, Kritiker, Sammler und Künstler. Die Macht des Marktes beschreibt er als so erdrückend, dass alle Kriterien für Kunst außer dem Marktwert keine Chance haben.
In einem zweiten Teil zält er dann die "10 populärsten Irrtümer" der Gegenwartskunst auf, was wegen der vielen Beispiele nicht nur sehr erheiternd, sondern auch für den kunstgeschichtlich weniger bewanderten Leser sehr lehrreich sein kann. Auch wenn seine Interpretationen zu einigen Künstlern oft etwas fragwürdig in die Argumentationsstruktur eingepasst werden.
Der dritte Teil ist dann der Lösungsversuch, wie man über einen emanzipierten Betrachter wieder Qualitätskriterien für zeitgenössische Kunst aufstellen könnte. Dieser Teil ist ein wenig normativ geraten, es werden historische Autoritäten wie Schiller und Kant herangezogen; insgesamt klingt es oft nach bildungsbürgerlicher Aufklärungs-Rhetorik. Trotzdem ist seine Anleitung zum Betrachten, Beurteilen und Bewerten von Kunst für Laien sehr interessant und eröffnet eine Möglichkeit, mit der Herausforderung Kunst umzugehen, indem man seinem eigenen Urteil vertraut.
Fazit: Für Laien ausgezeichnet und kurzweilig, für Experten der Kunstszene etwas zu allgemein gehalten...
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40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Kunstbuch, das ich kenne, 10. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?! (Broschiert)
Hanno Rauterberg, Kunst- und Architekturkritiker im ZEIT-Feuilleton, legt eine kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwartskunst vor. Es fehle heutzutage an der Bereitschaft, Kunst nach ihrer Qualität (und nicht nach ihrem Marktwert) zu beurteilen. Sein Buch rückt den Betrachter in den Mittelpunkt und fordert ihn auf, frei und selbstbewusst eigene Urteile zu treffen.
Eines vorweg: Hanno Rauterberg ist kein Verächter der Gegenwartskunst, sein Buch ist keine Ablehnung neuer Ausdrucksweisen und Formen oder gar ein Rekurs auf die Alten Meister. Es geht ihm um den Status Quo. In den postmodernen (Kunst-)Zeiten des Anything-Goes, der Ironisierung und der Infragestellung bzw. Missachtung handwerklich-technischer Fähigkeiten sollte man, so Rauterberg, wieder Kriterien in den Vordergrund stellen.
Rauterbergs Buch trägt den Untertitel „Eine Qualitätsprüfung“. Muss man aktueller Kunst ratlos gegenüberstehen? Nein. Muss man alles gut finden, nur weil es in Museen präsentiert wird oder auf Auktionen irrsinnige Preise erzielt? Nein. Darf man sich ein eigenes Urteil erlauben? Man muss! Aber wie geht das? Darüber schreibt Rauterberg. Verständlich, anschaulich, nachvollziehbar.

Rauterbergs Buch ist dreigliedrig aufgebaut. Teil 1 verhandelt den Kunstmarkt. Teil 2 deckt die „10 populärsten Irrtümer der Gegenwartskunst“ auf. Teil 3 bietet „Wege aus der Qualitätskrise“. Klar ist, dass auch Künstler nicht von Luft und Liebe leben können, dass es schon immer um finanzielle Unterstützung und Absatzfragen ging, dass Kunst präsentiert, ausgestellt, natürlich verkauft und seit ein paar Jahrhunderten auch in Museen „bewahrt“ und in Epochen und Strömungen eingeordnet wird. Eine neue Entwicklung jedoch ist, wie der globalisierte Kunstmarkt in der Kunstszene für tiefgreifende Veränderungen sorgt. Kunst ist Ware, Kunst ist Spekulationsobjekt, Kunst misst sich an ihrem Verkaufwert. Und es ist die zeitgenössische Kunst, die hier dominiert. „Alle rationalen Maßstäbe scheinen außer Kraft gesetzt, wenn wieder einmal für ein Bild der klassischen Moderne weit höhere Summen gezahlt werden als für viel seltenere und ältere Kunstwerke. Ein Gemälde von Johannes Vermeer war vor einigen Jahren bereits für 14,5 Millionen Dollar zu erwerben, für nur ein Zehntel dessen, was das Bild No. 5 von Jackson Pollock kostete […]. Egal ob Monet oder Rubens, Beckmann oder Turner, sie können mit den Jungen, mit Damien Hirst oder Maurizio Cattelan preislich kaum noch konkurrieren.“ Davon abgesehen, dass man einen Vermeer auch nicht aus der Portokasse bezahlt, verwundert dies schon. Der heutige Kunstmarkt mit seinen spektakulären Auktionen, seinem Event-Charakter, seinem Streben nach Superlativen, seinen „Emotionsmaschinen“ gibt jedoch eine eindeutige Antwort: Der Preis ist die Qualität. Mag man dies noch hinnehmen und die absurden Höchstgebote für Gegenwartskunst der Profilierungssucht einiger Milliardäre ankreiden, was wesentlich schwerer wiegt, ist: Die Dominanz des Kunstmarkts wirkt sich auf die Produktionsbedingungen der Künstler aus, färbt auf eine sich den Gegebenheiten anpassende Kunstkritik ab und spiegelt sich in der Arbeit der Museen wider. Museen verfügen nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um (relevante) Gegenwartskunst zu erwerben. Sie sind immer häufiger angewiesen auf die „Gnade“ vermögender Großsammler, die ihre teils wahl- und urteilslosen, nicht selten nur nach reinen Marktkriterien einkauften Kunstwerke unter ihren Bedingungen großmütig der Öffentlichkeit präsentieren möchten. Der Abschluss ihres Lebenswerks. Dafür herhalten soll die Institution Museum. Es geht ums Geld, um Profilierung, um Schlagzeilen. Fragen nach der Qualität bleiben außen vor bzw. werden erst gar nicht gestellt. Ein Teufelskreis, der kaum zu durchbrechen ist.
Rauterberg belässt es aber nicht bei der Zustandbeschreibung und Kritik des Kunstbetriebs samt seiner öffentlichen Einrichtungen heute. Herzstück des Buches ist die Frage, wie der einzelne, nicht in den Betrieb involvierte Kunstinteressierte sich wieder an moderne Kunst heranwagen kann, ohne wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg davorzustehen. Es könnte funktionieren über einen Katalog an Qualitätskriterien, der von der subjektiven Wahrnehmung ausgeht. Zuerst sollte der Betrachter gängige Klischees über Bord werfen. „Die Kunst ist frei und niemand darf, niemand kann über sie richten. Das ist das Missverständnis, mit dem alles anfängt.“ In weiteren neun Punkten räumt Rauterberg mit diesen „populärsten Irrtümern“ auf. Gute Kunst muss irritieren, gute Kunst muss wahrhaftig sein, gute Kunst muss Neues bieten … Warum eigentlich? Wer fordert, dass Kunst unausschöpflich, unnahbar, unbegreiflich sein sollte, wer denkt, dass die Frage nach den Maßstäben für heutige Kunst irrelevant geworden sei, erledigt damit auch Festlegungen. Rauterberg: „Für den Betrachter heißt das, er möge bitte schweigen. Er hat nur die Wahl zwischen Ehrfurcht und Gleichgültigkeit.“ Das kann es aber nicht sein. Im dritten und letzten Teil seines Buch weist Rauterberg Wege aus der Passivität: So kann man Kunst betrachten, so kann man Kunst bewerten. Während Teil 2 allgemein war, gibt es jetzt viele Beispiele und Bewertungen des Autors. Positive wie negative. Die Palette reicht u. a. von Erwin Wurm, Jeff Koons und Jeff Wall über Stephan Balkenhol, Wolfgang Tillmans und Fernando Botero bis hin zum Künsterduo Peter Fischli & David Weiss, Olafur Eliasson, Neo Rauch und Daniel Spoerri. Natürlich kann man über Rauterbergs Einschätzungen hier geteilter Meinung sein, der Autor hat die Tendenz, Spielerisches, Absurdes zu bevorzugen, doch geschieht all dies unter Bezug auf seine Qualitätskriterien. Von einem streitbaren „Plädoyer für eine neue ästhetische Wertdebatte“ spricht der Klappentext zu Recht. Dann kann es ja endlich losgehen! Mit offenen Augen raus in die Kunstwelt, aber vorher noch das Buch lesen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch, 11. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?! (Broschiert)
Rauterbergs Buch ist eine sehr klare Analyse des Kunstmarkts und eine wunderbare Anweisung an alle Kunstliebhaber - die von der geballten Kritiker-Ausleger-Kuratoren-Elite so gern für dumm gehalten werden - wie sie sich befreien können. Wie sie von den Kuratoren und Künstlern profitieren können, wie sie aber gleichzeitig und bei jedem Galeriebesuch, bei jeder Museumsvisite genauer und sensibler auf die Kunst mit den eigenen Sinnen und den eigenen Gedanken reagieren können, wie man sich ein Instrumentarium selbst erschaffen kann, die Kunst zu betrachten und zu verstehen. Und wenn man dann zur Erkenntnis kommt, dass Gerhard Richter der überschätzteste und einer der langweiligsten Maler der Gegenwart ist, dass Meese ein nichtskönnender Scharlatan ist, dass die Abgänger der Kunstakademie, die als Shooting Stars gehandelt werden, fast allesamt auf dem Niveau von Elftklässlern im Leistungskurs Kunst sind - dann kann man sich gewiss sein, dass man zwar nicht unbedingt im Mainstream mitschwimmt. Aber vielleicht hat man ja trotzdem Recht. Immerhin hat man seine eigene Meinung, die man auch begründen kann. Und darauf kommt es an.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Betrachtungen zur Kunst als Kulturgut, 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung (Taschenbuch)
Als ausgesprochen Kulturinteressierter, insbesondere der bildenden Kunst, war ich neugierig wegen der Frage und des dicken Männchens. Nach dem Blindkauf - aber mit gutem Gefühl - entpuppte sich das Büchlein als eine an der Realität des Lebens orientierte Qualitätsbetrachtung von Kunstwerken und ihren Schöpfern. Der Autor ist nicht nur außerordentlich versiert; seine an der praktischen Vernunft orientierten Fragen und Antworten sind beispielhaft und den Kern der Sache treffend. Der immer wieder überbordende Kunstmark mit seinen teilweise irrationalen Ausschlägen bekommt das Fett ab, das er verdient, spielt er sich doch zum ungeeigneten Kunstkritiker auf, dessen einzige Wertmarke das Geld/der Preis ist. Die zunehmende Überbewertung des Künstlers in seiner persönlichen Befindlichkeit und die gleichzeitige Vernachlässigung der auch am Handwerklichen zu messenden Qualität seiner "Produkte" wird in erstklassiger Weise dargestellt. Eine wertvolle Lektüre, vor allem auch für junge Studierende, seien es "praktische Künstler" oder Kunstwissenschaftler.
Konrad Nachtw M.A.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Betrachtungen über ein überflüssiges Produkt?, 1. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?! (Broschiert)
Hanno Rautenberg, und das ist Kunst? S. Fischer

Selten hat mich ein Buch so fasziniert! Hanno Rautenberg erweist sich wieder mal als jemand, der weis über was er schreibt. Selbstverständlich sollte solches über jeden Autoren gesagt werden können! Doch ist das immer so?
Was ist Kunst? Kunst erschließt sich einem oder nicht! Doch leider ist genau hier das Problem. Es gibt die Kunstszene in der die Aufgaben klar verteilt scheinen. Hier die Kreativen, dort die Konsumenten. Dazwischen die Vermittler, die sich aus Kuratoren, Kritikern und Galeristen zusammensetzen! Kunst hat noch nie in irgendeiner Weise etwas mit Demokratie zu tun gehabt, sich noch nicht mal demokratisch gebärdet. Es waren zunächst die Potentaten die durch ihre Aufträge für so etwas wie einen künstlerischen Ansporn sorgten. Dann in Zeitaltern eines neuen Zusammengehörigkeitsgefühles, wurden die Museen so etwas wie Vermittler einer demokratischen Entwicklung durch die Möglichkeit dort einen repräsentativen Querschnitt der Werke Kunstschaffender zu präsentieren. Nun in Zeiten einer Umorientierung kommt uns Kunstbetrachtern eine neue Aufgabe zu. Wir werden zu Statisten degradiert. Nicht mehr die Kuratoren oder die Kritiker präsentieren, sondern die Sammler, die aufgrund der Unsummen die sie für die Werke ausgeben können, die Roadshow bestimmen.
Und um solch eine scheint es sich zu handeln, wenn wie Rautenberg beschreibt, sich Kunstbeflissene ohne eigenes Budget elf Stunden in Berlin in einer Schlange anstellen, nur weil von Sammlern selektier
te Werke, die nicht selten zum Verkauf stehen, präsentiert werden. Nicht die Werke geben den eigentlichen Sinn der Ausstellung, sondern nur noch die Anzahl der Besucher der Werkschau. Weiterhin beschreibt Hanno Rautenberg sehr detailliert, wie heute Preise auf Auktionen weit über die in Expertisen genannten steigen. Auktionen sind heutzutage der Gradmesser für Gegenwartskunst.
Museen machen sich abhängig von betuchten Sammlern die bei Leihgaben auch selbstverständlich Einfluss auf die Sonderschauen nehmen und die Kuratoren müssen sich diesen Diktaten beugen, aus Angst den Sammler oder Stifter zu verprellen.
Alle diese Zusammenhänge werden von Hanno Rautenberg in bemerkenswerter Offenheit benannt und in klar verständlicher Sprache erläutert.
Ein Buch welches nicht nur Kunstinteressierten und Künstlern einen ziemlich unverstellten Blick in eine geheimnissvoll erscheinende Welt gestattet.
Sollte gelesen werden!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wut, 22. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung (Taschenbuch)
Die innerliche Wut auf den sich verdümmlichenden Kunstmarkt- und das -marketing, der Kunstwerte verwässert und wegrationalisiert steigt, wenn man als Kunsthistoriker dieses Buch liest. Es wurde ZEIT, dass mal jemand die perfiden Mechanismen aufdeckt und ausspricht.
Danke für dieses Buch.
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3.0 von 5 Sternen Mehr erhofft, 28. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung (Taschenbuch)
Alles in allem ein Buch, was man gelesen haben kann, aber nicht muss. Viel Erkenntnis blieb am Ende für mich nicht übrig. Für Kunsthistoriker zu oberflächlich, zu allgemein.
Der Autor verliert sich allzu oft in Ausschweifungen und viele Aussagen sind zu schwammig. Dennoch lässt sich das Buch sehr schnell und gut lesen. Das Buch regt auf jeden Fall an, sich intensiver mit Gegenwartskunst zu beschäftigen, hält allerdings nicht wirklich Lösungsvorschläge parat.
Viele Beispiele, die der Autor als "gute" Kunst für sich einordnet, erschließen sich mir überhaupt nicht. Daran sieht man wohl auch, dass es keine allgemein verbindlichen "Lösungen" für eine Kategorisierung von guter und schlechter Kunst geben kann, auch wenn der Autor dies versucht.
Die zahlreichen Zitate von Kant und Schiller verhalfen auch nicht wirklich zur Bekräftigung seiner Thesen, sondern hinterließen bei mir eher ein Gefühl von Langweile, ganz nach dem Motto: Oh, schon wieder ein Zitat von Kant oder Schiller.
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5.0 von 5 Sternen Gutes Handbuch für Begriffe der Kunstkritik, 19. Februar 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung (Taschenbuch)
Gerade der Einstieg ist für Leser, die sich für den Kunstmarkt interessieren ein sehr gutes Kapitel. In den folgenden Kapiteln spricht sich der ZEIT-Feuilletonist Rauterberg klar aus, welche Kunst er überhaupt als Kunst empfindet. Es ist immer die, welche Nachhaltigkeit verspricht und von einem Paradoxon lebt, das sich in einem nie endenden Erschließungsprozess niederschlägt. Kunst ist dem Autor gemäß für den Betrachter da und niemanden sonst. Er steht im Zentrum ihrer Funktion (sehr demokratischer Ansatz) und seine inhärente Schulung des Sehens, wie prinzipiell die damit einhergehende Erkenntnis des Erkennens an sich. - Das Buch eignet sich für alle Bildungsstufen, weil es sehr eingängig geschrieben und ausreichend bebildert ist. Insgesamt sehr empfehlenswert, um Orientierung zu finden und Begriffe an die Hand gelegt zu bekommen um über Kunst sprechen zu können.
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Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung
Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung von Hanno Rauterberg (Taschenbuch - 13. Oktober 2008)
EUR 12,95
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