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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absolut lesenswertes Panorama Jerusalems im Spiegel der Zeit...
hat Simon Sebag Montefiore mit seinem monumentalen Werk "Jerusalem. Die Biographie." vorgelegt.

Der Leser braucht schon etwas Ausdauer, um dieses mehr als siebenhundert Seiten starke Werk zu lesen, wird aber für seine Geduld und Mühe reichhaltig belohnt. Montefiore gelingt es, die wechselvolle, interessante und von unterschiedlichen Einflüssen...
Veröffentlicht am 18. November 2011 von "Hamburger Jung"

versus
112 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Na ja ...
Den Fünf-Sterne-Rezensenten kann ich mich leider nicht vorbehaltlos anschließen, auch wenn ich das Buch bisher erst zur Hälfte gelesen habe. Montefiore mag im Großen und Ganzen ordentliche Arbeit geleistet haben; jedenfalls liest sich das Buch flüssig und unterhaltsam, auch wenn der Umgang mit den Quellen mir manchmal zu unkritisch vorkommt bzw...
Veröffentlicht am 5. Dezember 2011 von Jens Giesler


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112 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Na ja ..., 5. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Den Fünf-Sterne-Rezensenten kann ich mich leider nicht vorbehaltlos anschließen, auch wenn ich das Buch bisher erst zur Hälfte gelesen habe. Montefiore mag im Großen und Ganzen ordentliche Arbeit geleistet haben; jedenfalls liest sich das Buch flüssig und unterhaltsam, auch wenn der Umgang mit den Quellen mir manchmal zu unkritisch vorkommt bzw. da, wo er kritisch ist, nicht ganz auf der Höhe der Zeit scheint. Aber was solls - ist ja schließlich eine populärwissenschaftliches Werk, da darf man auch mal behaupten, was in keiner Quelle steht, wie etwa, dass die christlichen Konzilsentscheidungen des vierten und fünften Jahrhunderts von den jeweiligen Kaisern getroffen worden seien oder dass das Markusevangelium keine Auferstehung Jesu kenne (S. 174, Fehlinterpretation des "sekundären Markusschlusses"). Die deutsche Übersetzung setzt allerdings noch einiges an Merkwürdigkeiten drauf: der Prophet Elisa wird zu einer Frau (S. 351), der Deutschordensmeister Hermann von Salza kurzerhand zum Herbert umbenannt (S. 386) und aus der Stadt Bonifacio auf Korsika wird ein ansonsten gänzlich unbekannter Herr namens Bonifatius (S. 377). Kennengelernt habe ich auch zwei neue Religionen: Zoroastriker und Evangelikalisten, bisher waren mir nur Zoroastrier und Evangelikale ein Begriff, aber bitte! Weitere Beispiele auf Anfrage. Ganz offensichtlich kann sich der S. Fischer Verlag keinen Lektor leisten, denn nur so sind derlei Klöpse zu erklären, von denen jeder für sich nicht tragisch ist, die in ihrer Häufung aber leider den Lesegenuss trüben.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absolut lesenswertes Panorama Jerusalems im Spiegel der Zeit..., 18. November 2011
Von 
"Hamburger Jung" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
hat Simon Sebag Montefiore mit seinem monumentalen Werk "Jerusalem. Die Biographie." vorgelegt.

Der Leser braucht schon etwas Ausdauer, um dieses mehr als siebenhundert Seiten starke Werk zu lesen, wird aber für seine Geduld und Mühe reichhaltig belohnt. Montefiore gelingt es, die wechselvolle, interessante und von unterschiedlichen Einflüssen geprägte Geschichte der Heiligen Stadt, die bei Juden, Moslems und Christen gleichermaßen hohe Verehrung genießt, umfassend, ausführlich aber zu keinem Zeitpunkt auch nur mit einem Ansatz von Langeweile darzustellen. Zugleich ist diese Biographie der Stadt ebenfalls eine Geschichte der gesamten Region und untrennbar verbunden mit der Geschichte des jüdischen Volkes.

Montefiores Biographie fasziniert den Leser nicht nur durch ihre lebhafte und bildhafte Sprache, mit der der Autor die Ereignisse von mehr als 3000 Jahren dazustellen vermag und die dem Leser den fast den Eindruck vermitteln, dabei zu sein, sondern auch durch seine kritische Unparteilichkeit mit der er die stark durch Gewalt und Leid geprägte Geschichte dieser Stadt schildert. Häufig von verschiedensten Seiten erobert, Babylonier, Assyrer, Römer, Perser, Mongolen, Muslime, europäische Kreuzritter, Mamelucken, Osmanen und schließlich im 6 Tage Krieg durch Israel, sind auf dem Boden dieser Heiligen Stadt unvorstellbare Gewalttaten verübt worden, die Bevölkerung vielfach massakriert, ermordet und Teile davon als Sklaven verkauft worden. Kaum eine andere Stadt hat so viel blutige Eroberungen erlebt wie Jerusalem. Zugleich haben die unterschiedlichen bestimmenden Einflüsse verschiedenster Kulturen aber auch bedeutende Bauwerke und ein gegenseitiges Miteinander hervorgebracht. Licht und Schatten sind wie immer eng beieinander, Montifiore schildert diese beiden Seiten ausführlich und schafft so ein beeindruckendes Panorama der Geschichte der Menschheit die im "Zentrum der Welt", als das Jerusalem früher gesehen wurde, einen ihrer Kulminationspunkte hatte.

Wer interessante und lehrreiche Geschichtsschreibung in sprachlich schöner und unterhaltsamer, teilweise den Leser faszinierender Darstellung liebt, ist bei diesem Buch richtig aufgehoben. Allerdings verlangt das Buch die notwendige Zeit und Muße und ist keine Lektüre für nebenbei. Die Vielzahl der verwendeten Namen der jeweiligen Herrscher Jerusalems und die sich steig ändernden Bauten in der Stadt in den unterschiedlichen Epochen, erscheint beizeiten dem Leser als ein undurchsichtiges Wirrwarr, Licht in dieses Dunkel bringen aber die im Anhang angelegten Übersichten mit den Stammbäumen der wichtigsten Familien sowie Stadtplänen aus den verschiedenen Epochen.

Ich kann dieses großartige Buch nur wärmstens empfehlen!
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Geschichte Jerusalems als Freak-Show, 1. August 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Krieg. Mord und Totschlag. Sexuelle Ausschweifungen. Religiöser Fanatismus. Noch mehr Krieg, noch mehr Mord und Totschlag, noch mehr sexuelle Ausschweifungen, noch mehr religiöser Fanatismus.

So lässt sich knapp auf den Punkt bringen, worum es in Simon Sebag Montefiores Buch "Jerusalem" geht. Leidgeprüfte Leser, die schon mehrere Bücher von Montefiore gelesen haben, wissen, was sie erwartet, wenn sie "Jerusalem" aufschlagen. Auch dieses Buch ist ein "typischer" Montefiore: Weitschweifig, langatmig, geschwätzig, zum Bersten angefüllt mit Geschichten und Geschichtchen, die sich vorrangig um zweierlei drehen - Gewalt und Sex. Nach wenigen Kapiteln ist klar: Es geht Montefiore nicht wirklich um die Geschichte der Stadt Jerusalem. Die Geschichte Jerusalems dient ihm lediglich als Vorwand, am Leser eine endlose Karawane von historischen Figuren vorbeiziehen zu lassen, die sich ihren Ruf in der Geschichte durch Gewalttätigkeit, religiösen Fanatismus oder sexuelle Ausschweifungen erworben haben. Wirklich interessante Fakten über die Geschichte der Stadt muß der Leser mühsam aus dem Wust der nebensächlichen und irrelevanten Informationen herausfiltern.

In "Jerusalem" hat Montefiore seine Obsession für die angeblichen oder tatsächlichen sexuellen Vorlieben historischer Akteure und für menschliche Abartigkeit in all ihren Schattierungen derart auf die Spitze getrieben, dass es zu einem regelrechten Overkill kommt. Ehebruch, Inzest, Homosexualität, Knabenliebe, nichts bleibt unerwähnt, mögen die im Buch auftauchenden Beispiele auch nur auf Gerüchten und Hörensagen beruhen. Man fragt sich, ob Montefiore eine Art Datenbank besitzt, in der, geordnet nach Jahrhunderten und verschiedenen Kulturkreisen, Material über die Laster und Perversionen historischer Gestalten verzeichnet ist. Montefiore gleicht jenem Partygast, der in einem Fort Zoten reißt und einfach nicht aufhören kann, seine Gesprächspartner mit schlüpfrigen, anstößigen und schockierenden Anekdoten zu bedrängen. Anfangs finden die anderen Gäste das noch leidlich amüsant; nach zehn Minuten werden sie allmählich ungeduldig; nach weiteren zehn Minuten suchen sie angewidert das Weite, während ihnen der unentwegt plappernde Erzähler laut nachruft: "Wo wollt ihr denn hin, ich bin doch noch gar nicht fertig, kommt zurück ..."

Das ganze Buch verharrt auf einer rein anekdotischen Ebene. Es ist offensichtlich, dass Montefiores prall gefüllter Zettelkasten vollständig Eingang in das Buch gefunden hat. Die Art und Weise, in der Montefiore seine Bücher schreibt, erinnert an Bulimie: Er schlingt eine Unmenge an Informationen in sich hinein, die er dann beim Schreiben unverdaut wieder ausspeit. Wichtiges und Unwichtiges, Bedeutendes und Banales fließen ständig ineinander. Jüdische Könige, römische Cäsaren, byzantinische Kaiser, fränkische Kreuzfahrer, arabische Kalifen, türkische Sultane und imperialistische Politiker des 19. und 20. Jahrhunderts ringen mit ihren Feinden um den Besitz Jerusalems. Hinzu kommen in ermüdender Regelmäßigkeit Palastintrigen, innerdynastische Machtkämpfe, Ausschreitungen gegen religiöse Minderheiten. Alle fünf Seiten wird Jerusalem von irgendeinem Eroberer belagert und eingenommen. Wurde die Stadt im Laufe ihrer 3.000-jährigen Geschichte zwanzigmal, fünfzigmal oder hundertmal erobert? Der Leser verliert rasch den Überblick, entnervt von der Monotonie der Geschichte Jerusalems, so wie sie Montefiore präsentiert. Alles wiederholt sich ständig - Eroberungen, Plünderungen, Gewaltexzesse, religiöse Konflikte -, nur die Akteure wechseln. Aber auch von ihren Namen bleiben nur die allerwenigsten haften.

Montefiores Darstellungsweise ist konsequent personenbezogen und einer Perspektive "von oben" verhaftet. Es ist mehr als fraglich, ob diese extreme Personalisierung ein geeigneter Ansatz ist, um die Geschichte einer Stadt zu schreiben. Wer das Buch liest, gewinnt unwillkürlich den Eindruck, Jerusalem sei während seiner ganzen Geschichte nichts anderes gewesen als eine Stadt der Paläste, Tempel und Kirchen, eine Stadt von Königen, Statthaltern, religiösen Würdenträgern und Pilgern. Einfaches Volk spielt nirgendwo eine nennenswerte Rolle. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Über die Gewalttaten und sexuellen Ausschweifungen des gemeinen Volkes ist nichts überliefert. Deshalb ist das gemeine Volk uninteressant für Montefiore. Interessant sind für ihn nur Einzelpersonen (vorzugsweise gekrönte Häupter), über die sich Anekdoten mit Gewalt- oder Sexbezug erzählen lassen. Zu den wenigen Figuren, die nicht als gewalttätige oder sexbesessene, verhaltensgestörte oder exzentrische Freaks dargestellt werden, gehört - ein Schelm, wer Arges dabei denkt! - Montefiores eigener Vorfahr, der jüdische Bankier und Philanthrop Moses Montefiore, der sich im 19. Jahrhundert für die Wiederbelebung jüdischen Lebens in Jerusalem einsetzte.

Von solchen Ausnahmen abgesehen hat Montefiore sein Buch mit einer Heerschar von Schauergestalten bevölkert, die sich in jeder nur erdenklichen Weise an ihren Mitmenschen vergehen oder hemmungslos ihrer Lust frönen. Mit spürbarem Genuss schildert Montefiore die Intrigen und Gewalttaten in der Familie Herodes' des Großen. Auf Seite 130 hat Herodes noch 300 Haremsdamen; auf Seite 141 sind es dann schon 500. Aber wenigstens lebte dieser "sexuell unersättliche" und von "priapischen Neigungen" getriebene König in Jerusalem. Die römischen Kaiser Tiberius und Caligula hingegen waren nie in Jerusalem. Das kümmert Montefiore aber nicht. Die freundschaftlichen Beziehungen des jüdischen Königs Herodes Agrippa zum römischen Kaiserhaus sind für ihn ein willkommener Vorwand, die bekannten abgedroschenen Schauergeschichten über Tiberius auf Capri (Stichwort "Fischlein") und die Exzesse Caligulas aufzuwärmen. Die Frage, was das - wie auch die an anderer Stelle behandelten Bluttaten in der Familie Kaiser Konstantins - mit der Geschichte Jerusalems zu tun hat, erübrigt sich. Die Antwort lautet: Nichts.

Auch die byzantinische Kaiserin Theodora kam nie nach Jerusalem. Sie und ihr Gemahl, Kaiser Justinian, ließen dort aber eine Kirche errichten. Das ist für Montefiore Anlass genug, den Leser ausführlich über Theodoras vermeintlich anrüchige Vergangenheit aufzuklären: "Bereits als ganz junges Mädchen arbeitete sie als Schauspielerin und Tänzerin und soll angeblich eine gymnastisch begnadete Orgiastin gewesen sein, deren Spezialität darin bestand, ihren Kunden alle drei Körperöffnungen gleichzeitig darzubieten. Ihr nymphomanisches Kabinettstückchen war, sich mit gespreizten Beinen auf der Bühne zu räkeln", während Gänse Gerstenkörner aus ihrem Schoß pickten (S. 241f.). Pure Effekthascherei und der unwiderstehliche Drang, sich in Schweinigeleien zu ergehen, haben Montefiore dazu bewogen, diese abgeschmackten Skandalgeschichten über Theodora wieder hervorzukramen, die bekanntlich auf Verleumdungen des antiken Autors Prokopios von Cäsarea beruhen. Der Kalif Muawiya (7. Jht.) regierte maßvoll und weitgehend gewaltfrei. Montefiore möchte es damit aber nicht bewenden lassen. Damit kein allzu seriöses Bild dieses Herrschers entsteht, fügt er eilig noch ein paar Schnurren über die "legendäre sexuelle Potenz" des Kalifen hinzu. Will man so etwas lesen, wenn man ein Buch über Jerusalem zur Hand nimmt?

Über Sultan Saladin, der Jerusalem von den Kreuzfahrern zurückeroberte, lässt sich kaum etwas Negatives sagen. Zum Glück hatte Saladin einen missratenen Neffen, Taki al-Din, dessen "priapische Ausschweifungen" Montefiore liebevoll schildert. Als die Manneskraft des königlichen Wüstlings zu schwinden droht, kommt "eine Art mittelalterliches Viagra" zum Einsatz - "Öle, vermischt mit safrangelben Ameisen". Über den Kalifen Hakim (11. Jht.) erfährt man, er sei "der arabische Caligula" gewesen, habe alle Hunde und Katzen Ägyptens töten lassen und seinen Sklavinnen "häufig persönlich" die Hände abgehackt. Auweia! Breiten Raum nehmen auch die Gewaltexzesse und sadistischen Vergnügungen des Potentaten Zengi von Mosul (12. Jht.), des Mameluckenherrschers Baibars (13. Jht.) und eines gewissen Ahmed al-Jazzar ein, der noch zu Napoleons Zeiten korrupte Beamte und untreue Haremsdamen dutzendweise massakrieren ließ. Gott sei Dank, so die unausgesprochene Botschaft zwischen den Zeilen, sorgten die Europäer bald für zivilisiertere Verhältnisse im Vorderen Orient. Aber nicht, ohne sich zuvor in den Bordellen Palästinas auszutoben wie der junge Gustave Flaubert um 1850. Wenig Phantasie ist nötig um sich auszumalen, wie Montefiore gejubelt haben muß, als er in Flauberts Tagebuch auf den folgenden Eintrag über "eine Orgie mit fünf jungen Frauen" stieß: "Ich habe drei Frauen gevögelt und bin viermal gekommen - dreimal vor dem Mittagessen und einmal nach dem Nachtisch" (S. 490).

Auf diesem kolportagehaften, voyeuristischen und sensationslüsternen Niveau - dem Niveau englischer Boulevardzeitungen - bewegt sich das ganze Buch. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sich Montefiore in der Einleitung auf den Literaturwissenschaftler Edward Said beruft, der dem Westen vorgeworfen hat, sein Blick auf die arabisch-muslimische Welt werde durch jahrhundertealte Klischees und Vorurteile verzerrt. Ob sich Montefiore beim Schreiben bewusst war, dass er mit seinen vielen Schauergeschichten über "lüsterne" und "grausame" arabische Herrscher zur Zementierung solcher Klischees und Vorurteile beiträgt? Das ist unwahrscheinlich. Montefiore steht seinen eigenen Werken genauso unreflektiert und distanzlos gegenüber wie den historischen Quellen, deren Verlässlichkeit und Wahrheitsgehalt er nicht prüft, deren Inhalt er mit kindlich anmutender Naivität durchweg für bare Münze nimmt. Man fühlt sich an Märchen und epische Dichtungen aus grauer Vorzeit erinnert, wenn man liest, der persische Schah Chosrau II. habe 3.000 Konkubinen besessen, ein Großwesir namens Ibn Killis habe 8.000 Sklavinnen sein Eigen genannt, im Harem Abdülhamids II., eines späten Osmanensultans, hätten sich 900 "Odalisken" getummelt.

Hat man das Buch bewältigt, bleibt man erschöpft und zermürbt zurück. Die Lektüre von Trash-Literatur ist eben kein Zuckerschlecken. Wirft man einen Blick auf den hinteren Klappentext, so stellt man mit Erschrecken fest, dass Montefiore erst 48 ist. Das lässt nichts Gutes ahnen. Auf Montefiores persönlicher Homepage wird bereits die Veröffentlichung weiterer Bücher angedroht. 2016 soll eine Geschichte des Hauses Romanow erscheinen. Wie dieses Buch über die russischen Zaren und Zarinnen aussehen wird, kann man sich jetzt schon denken. Deshalb ist die Versuchung groß, an dieser Stelle einen dringlichen Appell an Herrn Montefiore zu richten: Bitte schreiben Sie keine Bücher mehr! Sie stammen aus einer wohlhabenden Familie; Sie sind finanziell unabhängig; Sie haben es gar nicht nötig, mit Bücherschreiben Geld zu verdienen. Genießen Sie das Leben; verbringen Sie mehr Zeit mit Ihrer Familie; pflegen Sie Ihre Hobbies. Aber schreiben Sie bitte keine Bücher mehr! Es ist schade um das Papier, das dafür verschwendet wird.
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29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitreise durch 3000 Jahre Geschichte, 12. November 2011
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Mit seinem im Januar 2011 unter dem englischen Originaltitel erschienenen Sachbuch "Jerusalem: The Biography" hat sich der britische Historiker Simon Jonathan Sebag Montefiore erstmals mit einem Thema beschäftigt, das sich historisch und auch geographisch außerhalb seines Spezialgebietes der russischen und sowjetischen Geschichte befindet.

Nachdem timediver® im Jahre 1982 als Höhepunkt seiner Israel-Reise den Jerusalemer Tempelberg besuchen konnte, habe ich 20 Jahre später mit Spannung und Begeisterung Richard Andrews "Tempel der Verheißung" gelesen und rezensiert. Dem Historiker, Abenteurer und Forscher Andrews, der als Wrack- und Minentaucher, schließlich als Unterwasserarchäologe arbeitete, war es damals gelungen, den Leser mit seinem 423seitigen Taschenbuch über das mehr als 3000 Jahre bestehende Geheimnis des Heiligen Berges von Jerusalem in seinen Bann zu ziehen.

In der nachfolgenden Dekade hat timediver® neben dem unvergleichlichen Romanepos "Die Quelle" von James A. Michener unzählige andere Bücher über die Geschichte des heiligen Landes gelesen und es auf einer zweiten Reise im März 2010 erneut besucht. "Mit Jerusalem. Die Biographie" bot sich mir dann erneut die Möglichkeit, mich mit der einzigartigen und faszinierenden Chronologie der Stadt zu befassen, die als Jeruschalajim, Hierosolyma und al-Quds drei Weltreligionen heilig ist.

Nach einem Vorwort und einem Prolog, der die Zerstörung Jerusalems durch den römischen Feldherren und späteren Kaiser Titus im Jahre 70 n. Chr. zu Gegenstand hat, präsentiert Montefiori die Biographie der Stadt in einer stringenten Folge von neun Teilen. Der erste Teil "Judentum" beginnt mit einer Beschreibung der Welt Davids und endet mit den Jüdischen Kriegen der Römer. Es folgen der kurze Abschnitt des Paganismus, in dem Jerusalem als Aelia Capitolina bezeichnet wurde und der dritte Teil "Christentum" von der Hochblüte des Byzantinischen Reiches bis zu seiner Dämmerung. Der vierte Teil "Islam" erstreckt sich von der arabischen Eroberung bis zum Wahnsinn der Fatimiden, dem im Zeitalter der Kreuzzüge ein Ende gesetzt wurde. Dem 200jährigen Intermezzo der Kreuzfahrerstaaten folgen die Teile, in denen vom Aufstieg und Niedergang der Mamelucken, bzw. der Osmanen berichtet wird. Das Zeitalter des "Imperialismus" beginnt mit "Napoleon im Heiligen Land" und bietet u. a. mit "Albanische Eroberung" (Muhammad Ali Pascha), "Die Evangelikale", deren zweite Mission in der Bekehrung der Juden bestand, und den "Russen" einige verblüffende historische Fakten, die wohl weniger bekannt sind.

Der zehnte und letzte Teil des Buches ist mit "Zionismus" überschrieben und beginnt mit Theodor Herzl, der als dessen Begründer gilt und einem antijüdisch eingestellten Kaiser Wilhelm II., der die Juden als "Mauschels" bezeichnet und ihr "Abrücken nach Palästina" als "je eher, desto besser" bezeichnet, Mit den nicht eingehaltenen britischen Versprechungen nach dem großen arabischen Aufstand und der Balfour Deklaration während de ersten Weltkrieges wurden die Ursachen des bis heute ungelösten
Nahostkonfliktes gesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führen schließlich Aufstand und Terrorismus zu einem Abzug der Briten, der die Proklamation des Staates Israel am 5. Ijjar 5708 jüdischer Zeitrechnung (14. Mai 1948) durch David Ben Gurion und die palästinensische Katastrophe mit mehreren Kriegen und Intifada folgen sollte.....

Zum Abschluss wartet das Buch noch mit einem 140seitigen Anhang auf, zu dem fünf Stammbäume (Makkabäer, Herodier, Mohammed und die islamischen Kalifen und Dynastien, Herrscher des Königreiches Jerusalem und Haschemiten) und 16 Landkarten/Stadtpläne, Anmerkungen, Bildnachweise, eine Bibliographie und ein Register gehören.

Simon Sebag Montefiore ist es gelungen, den Leser auf eine spannende Zeitreise durch die letzten drei Jahrtausende zu führen, die nicht nur eine Geschichte Jerusalems, sondern der Weltgeschichte sind. Für timediver®, der sich noch gut an den Sechs-Tage-Krieg im Jahre 1967, den einäugigen Moshe Dayan und die nachfolgenden Ereignisse erinnern kann, bieten die letzten Kapitel und auch der Epilog einen gehörigen Teil Zeitgeschichte, die ich selbst miterleben durfte.

Das äußerst breit und tief angelegte Sachbuch verdient 5 Amazonsterne.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandiose Biographie der heiligen Stadt, 12. Dezember 2011
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich gibt es keine Stadt auf der Welt, welche über so einen langen Zeitpunkt historische Akzente gesetzt hat wie Jerusalem. Man könnte noch am ehesten Rom erwähnen, allerdings fehlt dieser Stadt im Vergleich dazu ein Jahrtausend. Andere ehemaligen kulturellen oder politischen städtische Hochburgen haben später weniger Schlagzeilen geliefert (wie Athen) oder bestehen heutzutage lediglich noch als archäologische Stätte (Babylon, Karthago). Neben den historischen Schwerpunkten ist Jerusalem die religiöse Stadt "par excellence", und bildet den Mittelpunkt der 3 grossen monotheistischen Religionen. Es ist demnach eine aufwändige Arbeit die Entwicklung dieser Stadt über 3 Jahrtausende zu verfolgen und zu analysieren, und dabei gleichzeitig einen neutralen Standpunkt zu vertreten. Simon Sebag Montefiore hat sich dieser schweren Aufgabe angenommen und das Resultat kann sich sehen lassen.

Gekonnt wird der Leser durch sämtliche Epochen geführt, wo sämtliche ehemaligen Grossmächte auftauchen, welche Jerusalem besetzt, befreit, belagert oder verwüstet haben. War die Stadt anfangs im Grenzbereich zwischen Ägyptern und Hethitern, rückten später Assyrer, Babylonier, Perser, Griechen, Römer, Sassaniden, Araber, Omayyaden, Abbassiden, Kreuzfahrer, Mamelukken, Osmanen und Imperialmächte in das Gebiet ein, welches durch seinen religiösen Hintergrund an Attraktivität gewann. Die religiöse Vielfalt sowie die verschiedenen Völker haben Jerusalem dabei jeweils zu einer ganz speziellen Stadt gemacht, welche neben friedlichen Zeiten des öfteren konfliktgeladene Perioden durchgemacht hat und noch immer durchlebt. Neben dem regionalen Aspekt rückte die Stadt immer wieder in den Blickpunkt internationaler Politik, sei es in der Kreuzzugszeit oder später im Imperialzeitalter oder während des Kalten Krieges. Als Zankapfel zwischen Juden und Muslimen ist die Stadt ein wichtiger Schauplatz für den Frieden im Nahen Osten, wobei nur eine gemeinschaftliche Nutzung und gegenseitiger Respekt eine friedliche Lösung bringen können.

Das Buch ist fesselnd erzählt, reichliches Fotomaterial, Fussnoten und Kartenmaterial geben dem Leser zusätzliche Informationen. Empfehlenwert für den historisch aber auch religiös interessierten Leser.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert!, 13. Dezember 2012
Von 
Tarik N (Weltweit) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Taschenbuch)
Jeder, der sich erstmalig mit dem Thema ‚Jerusalem‘ befassen will, sieht hier genau das richtige Buch vor sich, um einen Einstieg in die Geschichte dieser faszinierenden Stadt mit all ihren Facetten bis in die heutige Zeit zu bekommen. Simon Sebag Montefiore schildert auf über 700 Textseiten die Geschichte dieser „Heiligen Stadt“. Es handelt sich dabei um kein Fachbuch, das als Grundlagenwerk der biblischen, römischen oder jüdischen Geschichte gehandelt werden wird, sondern um eine populärwissenschaftliche Veröffentlichung. Wenn man dies aber weiß und mit einigen Inkonsequenzen und kleineren Fehlern leben kann, die nie den Kern des Themas betreffen – die Stadt Jerusalem –, dann ist dieses Buch die richtige Wahl!
Der umfangreichste Fokus liegt auf den vergangenen 200 Jahren, die fast ein Drittel des Buches ausmachen. Dies ist aber vor dem Hintergrund des Interesses der meisten Leser vertretbar. Außerdem entschädigt die oft detaillierte Schilderung von Begebenheiten der vorherigen 3000 Jahre für deren vergleichsweise geringe Aufarbeitung.
Genau so findet aber auch jeder an historischen Begebenheiten interessierte Leser zu seinem Ziel, wenn auch nicht alle genannten Details ungeprüft hingenommen werden können, wie andere Rezensenten ausführlich und teils etwas kleinkariert bereits ausführten. Denn durch 200 Fußnoten, die auf ein Vielfaches an weiterführender Literatur verweisen, und unzählige Anmerkungen mit Hintergrundwissen quer durch das Buch, ist eine Jerusalem-übersteigende Themenvertiefung für echte Kenner jederzeit möglich.

Etwas provozierend formuliert Montefiore, dass Jerusalem „schon immer ein Hort des Aberglaubens, der Scharlatanerie und der Bigotterie“ war. Da der Autor aber ohne politische, ideologische oder religiöse Scheuklappen schreibt und ausreichenden Respekt für jede der monotheistischen Religionen zeigt, sind seine mutwilligen Entgleisungen zu verschmerzen. So spricht Montefiore nicht nur unangenehme Geschehnisse und Entscheidungen der Herrschenden aller Epochen an, sondern stellt sie auch erklärend in ihren historischen Kontext. Dabei hilft ihm sicherlich seine eigene, mit Jerusalem verbundene Familiengeschichte ebenso wie Kontakte zu Angehörigen aller Religionsgruppen in der Stadt. Quer durch die neun Kapitel, die mit sehr unterschiedlicher Intensität behandelt werden, behält er ohne Pathos und Fachvokabular einen weitgehend sachlichen und dennoch unterhaltsam-fesselnden Schreibstil bei.

Eingeteilt ist das Buch in neun Teile mit 53 Unterabschnitten:
I. Judentum (150 Seiten)
II. Paganismus (20 Seiten)
III. Christentum (30 Seiten)
IV. Islam (50 Seiten)
V. Kreuzzüge (90 Seiten)
VI. Mamelucken (20 Seiten)
VII. Osmanen (30 Seiten)
VIII. Imperialismus (80 Seiten)
IX. Zionismus (160 Seiten)

Fazit
Sicherlich muss man für ein umfassendes Bild der Bedeutung Jerusalems in einzelnen Zeitabschnitten weitaus mehr und vor allem andere Literatur zu Rate ziehen. Mit dem Fokus auf der Stadt Jerusalem selber ist dieser Band aber – gerade im deutschen Sprachraum – durch seine Epochen-übergreifende Herangehensweise empfehlenswert. Von dem eingangs und zwischendurch etwas flapsigen Sprachstil sollte man sich nicht abschrecken lassen. Ebenso wenig vom inkonsequenten Lektorat, das sich offenbar vorrangig auf Grammatik und Syntax konzentriert hat, nicht auf Transkription: mal wurde das deutsche „Scheich“, dann das englische „Sheikh“ oder „Muslims“ statt des deutschen „Muslime“ verwendet.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass vor allem im ersten Drittel des Buches, wo es oft um Karrieren und Liebschaften geht, die auch mittelbar nichts mit den Entwicklungen in der Stadt zu tun haben, abschnittsweise der Fokus ‚Jerusalem‘ aus den Augen verloren wird.
Zum Einstieg in die Stadtgeschichte ist dieses Buch aber alleine schon deswegen gut geeignet, weil sich im Anhang ein Verzeichnis mit Zeitschriften, Primärquellen (alleine hier sind 180 Titel genannt) und weit über 500 Titeln an Sekundärquellen findet. Wenn auch bei der Literatur fast ausschließlich auf britische, US-amerikanische, israelische und deutsche Veröffentlichungen verwiesen wird (arabische Literatur fehlt so gut wie komplett), ist die inhaltliche Ausgewogenheit der Werke insgesamt aber akzeptabel. Durch ein sehr detailliertes Index-Glossar findet man so gut wie jeden genannten Ort und jede Person. Etwas verwunderlich ist, dass beispielsweise die Eintragungen „Israel“ und „Serubbabel“ fehlen, obwohl ihnen sogar eigene Unterkapitel gewidmet sind, während andererseits die nationalsozialistische Epoche zuerst unter ‚Nazis‘, dann unter ‚Nationalsozialismus‘ im Glossar aufgeführt wird, was keinen Sinn macht.
Mehrere vereinfachte Stammbäume, z.B. der Makkabäer, Herodier, der Könige des Königreiches Jerusalem und der Haschemiten sind ebenfalls abgebildet. Dazu Landkarten mit der maximalen Ausdehnung der verschiedenen Weltreiche, die (auch) über Jerusalem herrschten. Vor allem drei detaillierte Skizzen Jerusalems zur Zeit der Passion Christi (1), der Mamelucken/Osmanen (2) und der Stadtaufteilung zu Beginn des 20. Jahrhunderts (3) mit Altstadt, den konfessionellen Vierteln und den wichtigsten religiösen Ritusstätten lassen den Leser auch graphisch den Schilderungen der jüngeren Vergangenheit folgen.

Ohne akademische Abgehobenheit, dafür mit unterhaltsamer, prägnanter Wortwahl bietet das Buch eine fesselnde Geschichte dieser „Stadt der Koexistenz und Kontinuität“. Kein dröges Geschichtsbuch, sondern eine lesenswerte Geschichte. Montefiore ist fraglos ein fundiertes Gesamtwerk gelungen, das trotz kleinerer inhaltlicher Schwächen am Rande volle fünf Sterne als populärwissenschaftliche Publikation verdient.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele Flüchtigkeitsfehler, 5. August 2012
Von 
Matthias Friske (Salzwedel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Leider muß ich mich der obigen Rezension (Na ja... vom 5.12.2011) vollkommen anschließen, zumal keineswegs sicher scheint, dass es sich wirklich nur um Übersetzungsfehler handelt. Die vom Vorrezensenten genannten Fehler scheinen zwar in diese Richtung zu deuten. Andere Fehler dürften dagegen wohl eher auf den Autor selbst zurückgehen: Etwa wenn in einem Absatz aus '"Thomas Cook"' "'James Cook"' (S.514) wird, wenn es statt '"mitten im Ersten Weltkrieg"' "'mitten im Zweiten Weltkrieg"' (S.546) heißt oder wenn an zahlreichen Stellen offensichtlich widersprüchliche (hier nur eines von vielen Beispielen: S.577 wurde Jerusalem am 31. Oktober 1917 von den Engländern eingenommen, S.590 - diesmal korrekt - am 7. Dezember) oder fehlerhafte (auch hier wieder nur eines von vielen Beispielen: S.682 König Abdullah wurde am 20.7. 1951 und nicht am 20.7. 1945 ermordet) Zahlen und Daten genannt werden.
Wenn schon beim erstmaligen Lesen so viele offensichtliche Fehler auffallen, dann wird der Leser natürlich mißtrauisch in Bezug auf die nicht so leicht überprüfbaren Mitteilungen des Autors. Offenbar wurde hier die Fülle des Stoffes doch teilweise zum Verhängnis. Tatsächlich sind es zumeist Fehler, die die Hinzunahme eines Lektors hätte ausschließen können. Aber sollte dies einem renommierten Autor wie Herrn Sebag Montefiore wirklich nicht möglich gewesen sein?
Der wissenschaftliche Anspruch des Buches wird dadurch jedenfalls ganz erheblich gemindert, wozu neben diesen Fehlern allerdings auch die beinahe vollkommen unkritische Aufnahme einer Unzahl mehr oder weniger glaubwürdiger Anekdoten (z.B. S.624: 'Ragheb Nashashibi ging hier täglich zum Friseur.') oder weltbewegender Klatschgeschichten (z.B. die detaillierte Schilderung der merkwürdigen Kapitulationsversuche des Jerusalemer Bürgermeisters auf S.590ff) beiträgt.
Ein letzter Einwand sei noch gestattet: die deutliche Britannienlastigkeit der ausgewählten Personen und Geschichten. Zwar gab es natürlich gerade im 20. Jahrhundert unbestreitbar eine besondere Beziehung zwischen Großbritannien und Jerusalem, aber für die Jahrhunderte zuvor trifft dies eben genauso für viele andere Nationen zu. Sie kommen zwar unbestreitbar auch vor im Buch, aber allzuoft aus einer britischen Perspektive und im Vergleich zu Akteuren von der Insel m.E. doch unterrepräsentiert. Dieses Buch scheint eben doch in allererster Linie für ein britisches Publikum geschrieben zu sein (was vor allem in den zahlreichen Zusatzgeschichten der Fußnoten deutlich wird).
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5.0 von 5 Sternen Ein Muss!, 13. Februar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Kindle Edition)
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für die Geschichte Jerusalems und des Nahen Ostens interessieren. Mit genialer Sachkenntnis führt Montefiore durch die Jahrtausende, spannend wie ein Krimi, gut verständlich und mit einem großen Herz für Jerusalem und seine Menschen.

Er zeigt die Geschichte auf, ohne zu glorifizieren, ein objektiver Berichterstatter.

Ich kann es nur empfehlen! Dieses Buch habe ich auf dem Kindle gelesen und mir dann noch einmal fürs Regal gekauft! Das spricht für sich.
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5.0 von 5 Sternen Jerusalem: Die Biographie von Simon Sebag Montefiore, 10. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Kindle Edition)
Jerusalem: Die Biographie von Simon Sebag Montefiore
Hervorragende, lebendige und umfassende Geschichtsschreibung. So könnte es gewesen sein. Spannend zu lesen.
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5.0 von 5 Sternen Jerusalem: Die Biographie, 31. Juli 2013
Von 
S. Kretzschmar (Markersdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Die Biographie (Kindle Edition)
Sehr empfehlenswert für geschichtsinteressierte Leser die sich auch mit den verschiedenen Glaubensrichtungen auseinander setzen wollen. Hier wurde auf sehr interessante Weise Wissen verfasst was mich persönlich fasziniert und am Lesen fesselt. Leider konnte ich bisher noch nicht alles lesen da mir hin und wieder doch die Zeit fehlt, aber dennoch lasse ich anderes sein um die Zeiträume nicht zu lang werden zu lassen.
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Jerusalem: Die Biographie
Jerusalem: Die Biographie von Simon Sebag Montefiore (Taschenbuch - 4. Oktober 2012)
EUR 14,99
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