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61 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein faszinierendes Buch mit einem flammenden Plädoyer für die Evolution
Neil Shubin ist Paläontologe und so wäre das Schreiben dieses faszinierenden Buches eigentlich nicht seine Sache gewesen. Aber eines Tages musste er für einen Kollegen an der Universität einspringen, der einen Anatomiekurs für Medizinstudenten halten sollte. Während der Vorbereitung auf diesen Kurs und während seiner Unterrichtsstunden...
Veröffentlicht am 15. Juni 2008 von Winfried Stanzick

versus
47 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tiefe Einblicke aber auch viel Eigen-PR und Ungenauigkeiten
Sträuben sich schon die viele Menschen dagegen, dass sie mit Affen eng verwandt sind, so müsste ihnen das Buch von Neil Shubin noch größeres Unbehagen bereiten: Der Fisch in uns weist an vielen Stellen nach, wo unsere "Design-Kompromisse" herkommen, die uns sogar krank machen können. Denn die evolutionäre Vergangenheit hat viele Merkmale...
Veröffentlicht am 24. September 2009 von Sabine Paul


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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Einführung vor der Einführung zur Evolutionsbiologie, 15. Januar 2009
Neil Shubin plaudert nicht nur anschaulich über die Entwicklung des Lebens auf diesem Planeten sondern gleichzeitig auch über seine eigene als Forscher und Wissenschaftler. Dabei geht er behutsam um nicht zu sagen langsam vor, was es auch Lesern, die sich bislang nie ernstlich mit Evolutionsbiologie auseinandergesetzt haben, leicht macht zu verstehen, worum es ihm geht: Die Faszination immer mehr über die Details der Entstehung des Lebens herauszufinden und zu erkennen auf welch fundmentale und verblüffende Weise praktisch jedes Lebewesen mit jedem anderem, ausgestorben oder nicht, auf diesem Planeten verwandt ist. Immer bleibt er dabei authentisch, auf mich wirkt Shubin wie jemand der es geschafft hat, seine Leidenschaft mit seinem Beruf in Einklang zu bringen.
Etwa ab der Mitte des Buches verliert Shubin ein wenig von seiner lockeren Vorgehensweise und wird systematischer: Es wirkte auf mich ein wenig, als wolle er eine Liste der wichtigsten Erkenntnisse abhaken bevor er zum Ende kommt.
Macht aber nichts, er bleibt dabei anschaulich und spannend.
Der Inhalt des Buches dürfte in einem systematischen Lehrbuch der Evolutionsbiologie etwas knapper abgehandelt werden. Nach dem Verstehen dieses Buches hat man aber bereits eine sehr gute Grundlage auch die etwas sperrigeren Details dieses Sujets gut zu verstehen.
Kurz: Wenig für die, die schon einiges über das Thema wissen (wobei aber die Entdeckung von Tiktaalik sicher so ausführlich in keinem anderen Buch vorkommt) und bestens für die, deren Kenntnisse noch etwas lückenhaft sind.
Ach ja, was man ja kurioserweise in den letzten Jahren bei solchen Büchern wohl immer erwähnen muss, ist der Bezug zum Kreationismus. Meines Erachtens ist das Buch ein unverkrampftes und gelungenes Statement gegen denselben und "Intelligent Design" - Shubin erwähnt diese Richtungen in keinem Wort und keinem Gedanken. Es scheint als würde er jemanden nur verblüfft anstarren können, der ihm gerade erzählt hat, dass er glaubt, dass das Leben nicht durch einen langfristigen Prozess, sondern durch spontane Erzeugung durch einen Schöpfer erzeugt wurde.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastisches Buch, 16. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
Ein wirklich tolles Buch für alle, die an Evolution Spass haben. Shubin zeigt deteilreich und unterhaltsam, dass der Mensch nicht nur mit Affen, sondern auch mit Reptilien, Amphibien, Fischen und Würmern verwandt ist.
Der Autor schlägt einen tollen Bogen zwischen den neuesten Befunden in Paläonthologie, Anathomie und Gentechnik.
Vorsicht allerdings - nach der Lektüre kann einem die Notwendigkeit eines Schöpfers abhanden kommen ...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen spannende Reise zum Fisch in uns, 3. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
Es gibt ja die unterschiedlichsten Theorien über die Entwicklung des Menschen (bzw. manche sehen es nicht als Entwicklung...). Doch angesichts der Funde und Beweise, die die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten gefunden hat, kann man Darwins Theorie schon gar nicht mehr bestreiten. Neil Shubin hat in diesem Buch eine wirklich spannende und unterhaltsame Geschichte über unseren Körper bzw. die einzelnen Körperteile geschrieben. Dabei berichtet er nicht nur nüchtern-wissenschaftlich, sondern lässt auch seine Erfahrungen und Erlebnisse als Paläontologe it einfließen. Ich kann nur jedem dieses Buch an Herz legen, der wissen will, was unser Schluckauf mit Kiemenatmung von Fischen und Amphibien zu tun hat und warum selbst Quallen entfernt mit uns verwandt sind.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 8. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
Das Bucht hat durchaus einen sehr spannenden und interessanten Einstieg. Im Laufe des Buches verstrickt sich der Autor jedoch mehr und mehr in Details und vergisst den eigentlich Rahmen des Buches. Ebenfalls etwas störend fand ich seine Ausführung wie und wann ein Paläoontologe am besten nach Fossilien sucht. Auch seine Expeditionsbeschreibungen im Detail gehören für mich, dem Buchtitel nach, nicht zum Kernthema. Ausserdem hätte ich mir mehr Bezug zum Menschen gewünscht. Dafür weiß ich jetzt alles über Würmer, Bakterien, Einzeller, DNA und Gene. Ich finde der Buchtitel und die rückseitige Beschreibung suggerieren etwas andere Inhalte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bemerkenswert, aus welch verschiedensten Komponenten anderer Arten sich der Mensch zusammensetzt, 9. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
Ein großes weiteres Banner für das Bestreben der Evolutionsbefürworter ist es, dass Neil Shubin mit seinem brillanten Werk vor die wirren Thesen der Kreationisten stellt. Der Entdecker eines Bindeglieds zwischen Landlebewesen und Fisch belegt anhand zahlreicher Beispiele, wie im Zuge der Entwicklung höherer Lebensformen etliche Eigenschaften und physiologische Besonderheiten bis in den Menschen überdauern konnten.
Wobei für Fische, Reptilien oder Vögel sinnvolle und vorteilhafte Spezialisierungen sich in einem Primatenkörper durchaus rächen können. So gibt es dadurch bedingt diverse Achillessehen und Konstruktionsfehler, wie die Tendenz zu Eingeweidebrüchen und Schluckauf, die schlecht konzipierten Bahnen einiger Nerven und generell einige nicht optimiert scheinende Konstruktionen im menschlichen Körper. Viele Zivilisations- und konventionelle Krankheiten sind bedingt durch die vielfältigen Einflüsse hunderter Jahrmillionen, in denen leider mitunter nicht immer nützliche Geschenke größtenteils ausgestorbener Urahnen lauern.
Die Illustrationen und Zeichnungen, anhand derer die Entwicklung der Spezialisierung einer ursprünglich ganz anderen Art in ihrem Verlauf bis zur finalen Platzierung im Menschen aufgezeichnet wird, verdeutlichen diese wundersame Spielart der vergehenden Zeit auf anschauliche Weise. Wobei bei einigen der Darstellungen schon das eine oder andere Augenreiben vonnöten sein kann, um die Herleitung, auf die man von selbst niemals gekommen wäre, als Fakt auf sich wirken zu lassen. Es zeigt sich, wie über schier unermesslich viele Modifikationen Fähigkeiten aus komplett differenten Lebensumgebungen an die speziellen, den momentanen Bedürfnissen des „Genwirts“(Eigenkreation) optimal entsprechenden, Gegebenheiten angepasst werden.
Als Anschauungsobjekte dienen Insekten, Fische, Reptilien und Würmer, deren verschiedenste Körperteile wie Augen, Knochen, innere Organe, Zähne und Kiemen in ihrer Metamorphose zu Komponenten anderer Lebensformen dargestellt wird. Die Forschungs- und Thesengrundlage bilden genetische Analysen, Fossilien sowie Studien der Embryonalentwicklung. Speziell mit letzterer lässt sich, wie jedes werdende Elternteil zu berichten weiß, auf atemberaubende und vor der Genialität der Natur in Ehrfurcht erstarren lassende Weise, unser artübergreifender Genpool darstellen. So entstand aus den Seitenlinienorganen der Fische das menschliche Innenohr, aus Kieferknochen Gehörknöchelchen und aus einzelligen Bakterien die Mitochondrien.
Speziell die Mikroebene samt Viren und Bakterien, in der die ersten primitiven Lebensformen entstanden, birgt in anderer Hinsicht noch mehr bisher unerforschte, spannende Erkenntnisse. Denn die winzigen Lebensformen waren nicht nur die Grundlage alles Lebens, sondern stiegen auch viel später ein weiteres Mal mit nachhaltiger Wirkung in die Gestaltung der Ökosphäre ein. Wie weit viele unserer körperlichen Funktionsweisen, DNA, Stoffwechsel und Vererbung von Bakterien und Viren beeinflusst und modifiziert wurden, lässt sich vom momentanen, in den Kinderschuhen steckenden, Stand der Forschung aus betrachtet schwer seriös einschätzen. Es gibt diesbezüglich viele Theorien und nur rare, strittige Beweise, was für kommende Generationen von Wissenschaftlern einen Freibrief für den Eintritt in eine neue Welt der Forschung darstellt. Denn wo jetzt größtenteils nur anhand offensichtlicher, an Skelett oder Organen nachweisbaren Spuren urzeitlicher Ahnen eine Verbindung bewiesen werden kann, wird den Paläontologen des 21. und 22. Jahrhunderts ein Bündnis mit Biologen und Biochemikern beschieden sein. Und in dessen Gefolge werden noch wesentlich beeindruckendere Details, nicht nur darüber wie einzelne Fragmente unserer Physis erschaffen wurden, ans Tageslicht kommen. Sondern bis zu einzelnen Zellen und deren Funktionsweisen hin wird sich ein endlos verzweigter Stammbaum auftun, an dessen vorläufigen Ende der Mensch steht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr interessantes Buch!, 21. Februar 2011
Von 
BlackSwan (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
Das Buch ,Der Fisch in uns' hat mich sehr überrascht. Der flüssige Schreibstil ist mir sofort positiv aufgefallen.
Fachbegriffe werden erklärt, so dass man im Grunde keine Vorkenntnisse braucht.

Anfangs beschäftigt sich das Buch mehr mit Fossilien, was ich überaus interessant fand.
Mit der Zeit geht das Buch größtenteils zur menschlichen Anatomie über und zeigt auf, in wie weit hier Ähnlichkeiten, bzw. Gleichheiten gegenüber dem Tierreich und unseren Vorfahren besteht.

Etwas makaber empfand ich die Experimente mit der DNA von verschiedensten Tieren, im Bereich der Genetik. Sicherlich ist das alles zum Wohle der Wissenschaft, aber ich persönlich empfinde es als barbarisch, mit Embryos herumzuspielen und mal zu gucken, ob dem Tier auf dem Kopf ein Arm wächst. Im Endeffekt basiert das heutige Wissen auf derlei Experimente, aber schön finde ich es trotzdem nicht.

Letztendlich war das Buch sehr interessant und ich werde gewisse Teilabschnitte bestimmt nochmals lesen.

Ich kann es im Grunde nur empfehlen, auch wenn mir gewisse Abschnitte nicht so gefallen haben.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Bogen gespannt zwischen Paläontologie und Embryologie, 1. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
Als Charles Darwin seine Theorie der Evolution durch natürliche Selektion entwickelte, stützte er sich insbesondere auf zwei methodische Pfeiler: die Paläontologie, die eine Abfolge von anatomischen Entwicklungen über lange Zeiträume hinweg erkennen ließ, sowie die Vergleichende Anatomie, die es erlaubte, durch die Untersuchung rezenter Lebewesen Schlußfolgerungen über eine evt. Homologie (d. h. gleiches Bauprinzip auf Grund eines gemeinsamen evolutionären Ursprungs, trotz evt. völlig unterschiedlicher Funktion: z. B. Lunge und Schwimmblase) oder Analogie (gleiche Funktion, aber unterschiedliches Bauprinzip: z. B. die Flügel von Vögeln und Fledermäusen) von Organen in verschiedenen Organismenklassen zu ziehen. Beide Erklärungsansätze lieferten Gegnern der Evolutionstheorie Angriffspunkte. Die paläontologischen Befunde ' so sagen sie bis heute (und zu Unrecht) ' sind viel zu lückenhaft, um beweiskräftig zu sein. Und Homologien könnten schon aus wissenschafts-theorethischen Gründen nie völlig sicher bestimmt werden ' auch diese Ansicht hielt sich bis in unsere Zeit (z. B. die Gutmann-Schule). Glücklicherweise kam Darwin bereits wenige Jahre nach Veröffentlichung seiner Theorie der deutsche Biologe Ernst Haeckel zu Hilfe, der nämlich darauf hinwies, daß man, um die Evolution zu erkennen, gar nicht in die ferne Vergangenheit zu schauen bräuchte, sondern daß in Wirklichkeit bereits ein - jederzeit möglicher - vergleichender Blick in die Individualentwicklung von Organismen genügt, um die Evolution am Werke zu sehen. Diese Ansicht ist heutzutage vollständig anerkannt und bildet inzwischen - geläufig unter dem Begriff 'Evo-Devo' - sogar einen eigenen Forschungszweig (dem Urheber, Ernst Haeckel, - so sehr er in Detailfragen ja Unrecht gehabt haben mag - wurde seine Leistung jedoch nie so richtig gedankt; im Gegenteil - und Shubin macht hier leider keine Ausnahme).

Die Entwicklungsbiologie ist somit, wie die Paläontologie, ein wesentlicher Forschungszweig der Evolutionsbiologie. Es war daher überfällig, dass jemand auch in einem populärwissenschaftlichen Werk einmal den Bogen zwischen diesen beiden historischen Stützpfeilern der Evolutionsforschung spannt. Der Autor, Neil Shubin, von der Ausbildung her Paläontologe, tut dies vorzüglich. In jedem der 12 Kapitel seines Buches stellt er zuerst die phylogenetische Entwicklung eines bestimmten Organs dar (beispielsweise der Zähne, der Augen, der Ohren), erläutert dabei ausführlich den Funktionswandel, den das Organ im Laufe der Evolution durchgemacht hat, um dann zur Entwicklungsgenetik zu wechseln und darzustellen, daß unterschiedlichen Erscheinungsformen des gerade beschriebenen Organs in den verschiedenen Organismenklassen dennoch stets ein gemeinsamer, genetisch determinierter Entwicklungsmechanismus zu Grunde liegt, es sich dabei also zweifellos um (mindestens partiell) homologe Entwicklungen handelt. So weisen beispielsweise das menschliche Innenohr und das Seitenlinienorgan von Fischen viele Homologien auf (Kap. 10): ersteres dient uns zum Hören, letzteres den Fischen zur Wahrnehmung von Wasserströmungen; der Funktion beider Organe liegt jedoch das Gen Pax2 zu Grunde, das in einer Vorform sogar bereits bei wirbellosen Quallen existiert.

So erfrischend das Buch geschrieben ist ' und dem Autor merkt man die Begeisterung am Thema an ' so besitzt es dennoch auch ein paar Schwächen: 1. Die entwicklungsbiologischen Zusammenhänge sind gelegentlich etwas zu oberflächlich dargestellt. Der unbedarfte Leser kann sie daraus kaum wirklich verstehen, und ist ' wenn er an diesem Verständnis wirklich interessiert ist ' sicherlich auf weiterführende Literatur angewiesen (wie z. B. Übersichtsartikel zum Thema in populärwissenschaftlichen Zeitschriften). Aber immerhin wird das Interesse geweckt! Zweitens wäre es nun wirklich nicht nötig gewesen, dem lebenslangen Evolutionsgegner Karl Ernst von Baer beim Erkennen der Bedeutung der Individualentwicklung den Vorrang vor Ernst Haeckel einzuräumen (S.124/125), dessen Leistung ja gerade darin besteht, die von Baer'schen Beobachtungen in den richtigen (d.h. evolutionären) Kontext gestellt zu haben. Die Tatsache, dass an dem weitaus mutigeren Haeckel im Laufe der Geschichte ein schlechter Ruf haften blieb (und zwar größtenteils gerade wegen seines mutigen und offensiven Eintretens für die Evolutionstheorie; denn seine Gegner waren mächtig), sollte dem objektiven Wissenschaftler eigentlich nicht den Blick vor den wissenschaftlichen Fakten verschliessen. Auch an dieser Stelle kann ich Shubin den Vorwurf mindestens der Oberflächlichkeit nicht völlig versagen. Aber auch mit diesen kleineren Mängeln kann ich das Buch jedem am Thema Interessierten nur wärmstens empfehlen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unsere Abstammung sehr anschaulich dargelegt, 10. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
Neil Shubin legt in diesem Buch auf sehr unterhaltsame, allgemeinverständliche und anschauliche Weise dar, welche Verwandtschaftsbeziehungen zwischen uns und den restlichen Spezies dieses Planeten bestehen. Wie er im vorletzten Kapitel selbst schreibt, könnte das Buch eben so gut "Die Fliege in uns", "Der Wurm in uns" oder "Die Hefe in uns" heißen.

1. Kapitel: Unterhaltsame und anschauliche Einführung: Wie und wo findet man Fossilien? Wie datiert man ihr Alter? Der Autor schildert hier einige Expeditionen, besonders ausführlich eine, die zur Entdeckung eines "Mitteldings zwischen Fisch und Landbewohner" geführt hat.
2. Kapitel: Der Übergang vom Meer zum Land. Fossilien zwischen Fisch und Landbewohnern. Fische mit Ellenbogen und Handgelenk. Allmähliche anatomische Veränderungen.
3. Kapitel: Die Bedeutung der Gene und wie man sie anhand von Experimenten entschlüsselt.
4. Kapitel: Die Bedeutung von Zähnen in der Paläontologie. Ihre Entstehung und Entwickung von Conodonten über Fischen zu Reptilien und schließlich Säugetieren. Verwandtschaft zwischen Zähnen, Drüsen und Federn.
5. Kapitel: Die Entstehung des Kopfes
6. Kapitel: Körperbaupläne. Embryonale Entwicklung von Fliegen und Menschen. Die DNA und der Organisator.
7. Kapitel: Abenteuer beim Körperbau: Die vergleichsweise kurze Geschichte (600 Millionen Jahre) des Körperbaus. Wie haben sich aus einzelnen Zellen oder Zellansammlungen zunehmend komplexere Körper entwickelt?
8. Kapitel: Die Entwicklung des Geruchssinns von primitiven Fischen bis zu Säugetieren.
9. Kapitel: Die allmähliche Entwicklung des Sehens
10. Kapitel: Die Entwicklung der Ohren. Wussten Sie, dass die Neuromasten, die bei Fischen an der Hautoberfläche liegen und Informationen über die Wasserströmung liefern, von Aufbau und Ursprung her dem Innenohr von Säugetieren entsprechen?
11. Kapitel: Was das alles bedeutet. Der Zoo in uns und unsere Verwandtschaftsbeziehungen zu anderen Lebewesen.
12. Kapitel: Warum Geschichte uns krank macht: Weil wir nicht intelligent designed wurden, sondern die Natur bei unserer allmählichen Entwicklung auch Kompromisse eingegangen ist. "Nirgendwo ist unsere Vergangenheit deutlicher zu erkennen als in dem Umwegen, Wendungen und Windungen unserer Arterien, Nerven und Venen."
Das Risiko der Schlafapnöe ist der Preis, den wir für unsere Sprachfertigkeiten bezahlen müssen. Die hohe Flexibilität unseres Rachens ist beim Sprechen von großem Nutzen, kann aber in Einzelfällen dazu führen, dass er beim Schlafen so weit in sich zusammenfällt, dass eine Blockade der Luftwege entsteht. Bei Schluckauf wird offensichtlich ein bei uns eigentlich nicht mehr benötigter Mechanismus aktiviert, der bei Kaulquappen von Lungenatmung auf Kiemenatmung umschaltet. Unsere Luftröhre verschließt sich, während zeitgleich andere Muskeln versuchen, Wasser durch unsere nicht-vorhandenen Kiemen zu pumpen.

Absolut lesenswert - ebenso unterhaltsam wie informativ!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Bücher über unsere Vergangeneheit, 7. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch in zwei Tagen durchgelesen. Kompliment an den Autor. Wünderschön wie er das ganze Buch nachvollziehbar aufbaut, die aktuellen Fakten aus Anatomie, Paläontologie, Embryogenese und Genetik verknüpft und damit ein in sich stimmiges Bild über die Entstehung des Lebens und des Menschens aufbaut.

Dass das Buch trotz der vielen Fakten soviel Lesefreude vermittelt liegt sicherlich zu einem großen Teil auch an seinem Schreibstil, der uns an seinen Gefühlen und Erlebnissen teilnehmen lässt. Manche mögen das für PR halten. Für mich sind es eher seine emphatischen Fähigkeiten, die er nutzt, um den Leser mit Freude an seinem Buch zu fesseln. Trockene Fakten sind sicherlich gut und trockene Bücher gibt es zur Genüge. Aber dieses Buch zu lesen macht zudem auch noch Spaß. Was will man mehr.

Dieses Buch hält, was das Buch 'Die Steinzeit steckt uns in den Knochen' nur verspricht. Deshalb volle fünf Punkte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute, aktuelle, leichtverständliche Einführung in die Evolution, 9. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers (Taschenbuch)
In den ersten Kapiteln von "Der Fisch in uns" erzählt Neil Shubin, ein amerikanischer Paläontologe, uns von dem phantastischen Fund eines Missing links. Mit Tiktaalik roseae (Inuit für "großer Süßwasserfisch") hat Shubin und seine Kollegen ein wichtiges Fossil in der Arktis gefunden, die den makroevolutionären Schritt von den Flossen (der Fische) zu den Gliedmaßen (der Landtiere) deutlich bzw. verständlich macht.
Parallel zur paläontologischen Erforschung arbeitet eine andere Arbeitsgruppe in Shubins Institut an Experimenten mit der Erbsubstanz, der DNA.
Shubin berichtet von den embryologischen Forschungsarbeiten, wie man sich die genetische Entwicklung von Gliedmaßen vorstellt (z.B. die Frage "Wie entstehen Daumen und Kleiner Finger?"). Generell: "Wie viel Fisch steckt in uns Menschen?" Die Antwort: Alle Körperanhänge, ob Flossen oder Gliedmaßen, werden von ähnlichen Genen aufgebaut.

Kurzweilig und leicht verständlich berichtet Shubin aus dem Leben eines Paläontologen, angefangen bei den lustigen Erlebnissen als Wertungsrichter für einen Schönheitswettbewerb bis zu den Publikationen in der Zeitschrift "Nature".

Zur Illustration seiner These, dass der menschliche Körper aufgrund seiner "fischigen" Historie manchmal überfordert ist, benutzt Neil Shubin eine Analogie, auf die er meiner Meinung nach gerne hätte verzichten können. Er schreibt auf Seite 225f, dies "sei ähnlich, wie wenn man einen Käfer auf 250 km/h tunt. Ursprünglich war der Auftrag Adolf Hitlers an Ferdinand Porsche ein familientaugliches Auto zu entwerfen, das nicht mehr als 6 Liter/100 km verbraucht. Diese Vergangenheit - Hitlers Plan - erlegt uns heute Beschränkungen auf, wenn wir einen Käfer umbauen wollen". Meine Frage, was bringt einen Wissenschaftler dazu im Jahre 2008 eine Analogie mit A. Hitler in einem Buch über Evolution zu benutzen? Mir fehlen die Worte....

Im letzten Kapitel seines Buches geht Shubin auf Krankheiten (Diabetes, Schluckauf, Leistenbruch etc.) ein, die er durch unsere heutige Lebensweise, die im Kontrast zum genetischen Erbe steht, erklärt.
Neil Shubin hat eine gute und leicht lesbare Einführung in die Evolutionslehre geschrieben. Auf den religiösen Disput geht er nicht ein und setzt sich auch damit neben seinen genetischen und makroevolutionären Darstellungen wohltuend von anderen Büchern mit ähnlicher Thematik ab.
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