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Kundenrezensionen

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am 17. Februar 2008
Josef Reichholf, Professor für Zoologie, bringt mit dem vorliegenden Buch völlig neue Aspekte in die Klimadiskussion: das Mikroklima von Ökosystemen und historische Verbreitung von Indikatorlebewesen (v.a. Vögel).

Dabei werden die anderswo publizierten abstrusen Blüten der gängigen Klima-Apokalypsen ("die Biosphäre wird sich nicht anpassen können") gründlich widerlegt:
Wenn es überhaupt zu einem Niedergang der Biodiversität kommt, dann vor allem durch eines: direkte Rodung zur Schaffung von intensiver landwirtschaftlicher Nutzfläche. Denn nirgendwo ist die Artenvielfalt so gering wie in Feld & Flur. Die natürlichsten Verhältnisse findet man demnach dort, wo Landwirtschaft viel zu gefährlich ist:
- auf Truppenübungsplätzen (in Mitteleuropa)
- im Tsetse-Gürtel (in den Tropen)

Ausserdem: Der direkte Einfluss eines noch so großen globalen Temperaturanstiegs hinkt deutlich hinter den Einflüssen des Mikroklimas hinterher. Wieder einmal zwei Beispiele aus der Landwirtschaft:
1) nach Rodung großer Flächen im Amazonasgebiet steigen die lokalen Tageshöchsttemperaturen um bis zu zehn Grad an, da der durch den Regenwald zuvor zurückgehaltene regulierende Feuchtigkeitsmantel verschwunden ist.
2) umgekehrt verhält es sich durch die Intensivierung der Landwirtschaft in Mitteleuropa: durch dichteren Bodenbewuchs sinken direkt an der Erdoberfläche die Temperaturen, so dass sich u.a wieder Arten ansiedeln, die man eher mit einer Abkühlung (und nicht Erwärmung!) assoziieren würde.

Und bei allem gilt: Veränderung ist der Biosphäre gleichgültig. Denn ein Gleichgewicht, wie es das Wort "Naturhaushalt" implizieren mag, hat es nie wirklich gegeben (ausser kurzfristig auf isolierten Inseln, deren Flora und Fauna dann bei Ankunft von Eindringlingen leicht hinweggefegt wurde). In Wirklichkeit stolpern wir von einem Ungleichgewicht ins nächste. Eine Wertung wie "besser" oder "schlechter" impliziert immer den (Eigen-)Nutzen des Menschen.

Neben vielem Interessanten hat das Buch aber auch ein paar Schwächen:
- die gesamte Historie mit seinen Zusammenhängen von Aufstieg & Fall von historischen Kulturen ist insgesamt zu vage und reichlich unsortiert.
(Eine geglücktere Darstellung zu diesem Aspekt wäre m.E. das Buch von Wolfgang Behringer "Kulturgeschichte des Klimas")
- schon in der ersten Hälfte des Buches kommen immer wieder Seitenhiebe auf ausweichendes Methan & Co2, aber eine Zusammenfassung zur CO2-Diskussion fehlt. Wird diese als bekannt vorausgesetzt? Oder ist sie zu abgedroschen um diskussionswürdig zu sein? Für den informierten Leser ist dies verschmerzlich, für den Neueinsteiger jedoch sicherlich verwirrend.
- auch stilistisch könnte man etwas verbessern: viele Sätze sind zu verschachtelt und dadurch schwer erfassbar.
- bei der Diskussion um die Regenwaldabholzung (Abb.27 und Text dazu) gibt es einige Rechenfehler: die spezifischen Werte für Brasilien und Indonesien sind um den Faktor 10 zu hoch. Damit müßten einige Aussagen (vgl. mit Bev-Wachstum) nachjustiert werden, aber insgesamt ändert sich nur wenig.

Aufgrund der Schwächen war ich versucht, nur drei Sterne zu vergeben. Da man aber nach den etwas diffusen Passagen immer wieder durch originelle und scharfsinnige Abschnitte versöhnt wird, gebe ich doch vier Sterne.
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am 28. März 2007
Reichholf gelingt es, in einer sehr gut verständlichen Sprache und Gedankenführung einen Streifzug durch die Naturgeschichte des letzen Jahrtausends vorzulegen. Sein Schwerpunkt liegt auf Europa, aber er wendet den Blick auch immer wieder auf die gesamte "globalisierte" Welt. Die Fakten und Entwicklungen, die er aufzeigt und ausführlich darlegt und begründet, sind immer wieder überraschend: das mediterrane Mittelalter, der von Lachsen überquellende Rhein, die schmelzenden und sich wieder aufbauenden Gletscher der Alpen - alles zeigt deutlich, wie sehr die Natur, das Klima, die Erde insgesamt in einer andauernden Veränderung begriffen sind. Es gibt keinen festen Normal-Status, keinen Stillstand, sondern nur eine ständige Änderung, Anpassung der Lebenswelten, Zunehmen, Abnehmen, Weichen und Wachsen.

Reichholfs Blick zurück lehrt die Gegenwart besser zu verstehen und auch die Zukunft gelassener einzuschätzen. Statt der verbreiteten Katastrophen-Hysterie ("Klimakatastrophe") ist der Blick zurück in die Vergangenheit der letzten Jahrhunderte und Jahrtausende sehr lehrreich. Er zeigt, welche Veränderungen unsere Erde und der Lebensraum in Mitteleuropa durchgemacht haben, welchen Herausforderungen Pflanzen, Tiere und Menschen immer wieder gegenüberstanden und wie die Kulturgeschichte nicht ohne die Naturgeschichte verständlich ist.

Das Buch ist sehr lesenswert, wirklich bedenkenswert und äußerst empfehlenswert!
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am 29. Oktober 2009
Klimaveränderungen entwickeln sich nicht in zeitlichen Dimensionen von Menschenleben. So kommt es, dass wir Menschen der Illusion erliegen, das Klima sei eine Konstante. Mit dem Klima verhält es sich in Bezug auf die menschliche Wahrnehmung also so wie mit der biologischen Evolution allen Lebens oder der Relativität von Zeit und Raum. Darwin und Einstein haben beides nur gegen massiven Widerstand der Menschheit aus der Illusion der Absolutheit herausreißen können. Wir Menschen tun uns halt schwer mit allem, was gegen unsere direkte, individuelle Wahrnehmung wahr sein soll - aus gutem Grund: Im Laufe unserer menschlichen Evolution war es ein wesentlicher Selektionsvorteil, wenn wir uns auf unsere direkte Wahrnehmung verlassen konnten.
Reichholf gelingt es eindrucksvoll, die wechselhafte Klimageschichte der vergangenen tausend Jahre in kausalen Bezug zur menschlichen Kulturgeschichte von Mittelalter und Neuzeit zu setzen. Wir müssen erkennen, dass die Natur mit ihrem wechselvollem Klima, uns Menschen die Rahmenbedingungen für unser Walten auf Erden setzt; in der Gegenwart genau wie in der Geschichte - und in Zukunft!
Vor dem Hintergrund der (notwendigen) Klimawandel-Diskussion unserer Zeit ist dieses Buch ein wesentlicher Beitrag, um diese Diskussion zu versachlichen und so vom apokalyptischen Mythos zu befreien, der die Menschen auch schon beim letzten großen Klimawandel im ausgehenden Mittelalter in den religiösen Extremismus trieb. Dabei stellt Reichholf an keiner Stelle die anthropogene, globale Erwärmung und ihre möglichen, unabsehbaren Folgen für die Menschheit in Frage. Ganz im Gegenteil: dieses Buch bringt dem Leser auf sachliche Art und Weise den nötigen, aber adäquaten Respekt vor dem Klima bei. Es entwirrt die Diskussionsstränge um das Artensterben und das Auftreten von Naturkatastrophen von der aktuell stattfindenden globalen Erwärmung und verhilft damit dem Arten- und dem Naturschutz zu einer Richtigstellung ihrer (überragenden) Bedeutung.
Das Thema, das die Bücher Reichholfs (z.B. "Das Rätsel der Menschwerdung", "Warum wir Menschen sesshaft wurden", etc.) wie ein roter Faden durchzieht, ist der Zusammenhang zwischen der Kulturgeschichte des Menschen und der Naturgeschichte der Erde. Hier tut sich ein neues, gewaltiges Forschungsgebiet auf, und es ist jetzt schon abzusehen, dass Geschichte in diesem Zusammenhang an vielen Stellen neu interpretiert werden wird. Spannend!
Dieses Buch ist - so wie jedes von Reichholfs Büchern - ein großartiger Lesegenuss, ein gewaltiger Überblick, gespickt mit vielen spannenden Details und Anekdoten. Dringendste Leseempfehlung!
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Das Buch EINE KURZE NATURGESCHICHTE DES LETZTEN JAHRTAUSENDS von Josef H. Reichholf gibt einen interessanten und spannenden Überblick und Einblick in die letzten 1.000 Jahre europäischer Geschichte mit allen Auswirkungen und Ausläufern nach WEST und OST. Spannend, informativ und teils mit sehr feinen Spitzen versehen, lässt sich das Buch gut lesen und erweitert den Horizont.

Eine echte Naturgeschichte ist das vorliegende Buch nicht, auch das Cover weicht ein wenig von dem ab, was man dann im Buch an Informationen vorfinden wird. Sicherlich informiert es eines Teils auf ökologischer Basis und mittels Untersuchungen, doch andern Teils ist dieses Buch auch gespickt mit politischen Aussagen zu Abläufen und historischen Begebenheiten - es ist also mehr als nur eine NATURGESCHICHTE.

Trotzdem spannend, informativ und durchaus lesenswert. Viele der kleinen Anmerkungen und Hinweise kannte ich persönlich gar nicht, deshalb machte es mir viel Spaß darin zu lesen.

Auf das wir alle auch noch die nächsten 1.000 Jahre erleben mögen, obwohl diese Zeitspanne für die Natur nur ein Augenzwinkern ist.

Der Mensch sollte sich nicht immer so wichtig nehmen im Ökosystem, denn wir müssen auf dieser Erde leben, nicht die Erde mit uns...

Empfehlenswert!
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TOP 500 REZENSENTam 6. November 2007
Innerhalb von weniger als einem Jahrhundert erhöht sich die Durchschnittstemperatur des Planeten um 5 bis 7 Grad. Gletscher und Eiskappen schmelzen, und ungeheuere Flutwellen überspülen alle Kontinente. Der Meeresspiegel steigt um fast einhundert Meter, und die gesamte Küstenlinie der Erde erhält ein vollkommen neues Gesicht.
Die Rede ist nicht von einem besonders deftigen Klimaszenario des IPPC sondern von einem realgeschichtlichen Klimaereignis, das vor gerade mal 12.000 Jahren über die Erde hereinbrach. Damals gab es allerdings kein FCKW, keine Kohlekraftwerke, keinen Massenverkehr und keinen Co2 Ausstoß. Und trotzdem dieses Desasters? Wie war so etwas möglich?
Reicholfs Antwort ist knapp und lapidar: die Variation der Sonnenprotuperanzen hat das Klima auf der Erde revolutioniert und die etwa einhunderttausend Jahre währende Eiszeit auf der nördlichen Erdhabkugel beendet. Ganz so warm wie vorher, als Nilpferde an Rhein und Themse dösten, wurde es zwar nicht mehr, aber es reichte, um die Bedingungen für die Erfindung des Ackerbaus zu schaffen.
Unser derzeitiger Klimawandel nimmt sich dagegen mehr als bescheiden aus. Zwischen 1850 bis zum Jahre 2000 ist die Durchschnittstemperatur auf der Erde gerade mal um + 0,63 Grad Celsius gestiegen. Damit hat sie noch nicht einmal das mittelalterliche Wärmeoptimum erreicht, doch die maßgeblichen Auguren schlagen Alarm und prophezeien das Ende der Welt womöglich noch vor dem Bezug der eigenen Rente.
Und da verkündet plötzlich dieser Autor, der weder ein Naturverächter, noch ein Büttel des Großkapitals, der Großchemie oder der US-Regierung ist, dass es so etwas wie ein stabiles Klima auf unserer Erde überhaupt noch nie gegeben hat. Bohrkern- und Pollenanalyse, Sonnenfleckenhäufigkeiten, die Interpretation der Vogel- und Pflanzenverteilungen in den verschiedensten Regionen und viele Daten mehr ergeben immer wieder das gleiche Bild: das Klima variiert - und das ganz unabhängig vom Co2 Ausstoß des umweltverschmutzenden homo sapiens.
Das ist die eine, für die politische Correctness fast anstößige Message des Buches. Aber fast noch interessanter ist der historische Streifzug durch die weiten Fluren der Weltgeschichte, den der Autor mit den Befunden der Klimaforschung im Rücken unternimmt Die Germanen wandern nach Süden und überrennen das römische Reich? Sie sind auf der Flucht vor einer Klimaabkühlung in ihrer skandinavischer Heimat, wie man sie an der grönländischen Bohrkernanalyse nachweisen kann. Die Wikinger finden landwirtschaftlich nutzbare Flächen in Grönland (Grünland) und Labrador (Vinland)? Aber nur, weil es damals kurz vor dem hochmittelalterlichen Klimaoptimum viel wärmer war als heute. Die Blüte des Hochmittelalters, Rodung, Ausweitung der Anbauflächen, Bau der Kathedralen? Auch eine Folge der Erwärmung Europas, die allerdings gleichzeitig im vorderasiatischen Raum zur Wüstenbildung und tief greifenden Schwächung des Islam führte. Die frühe Neuzeit? Eine kleine Eiszeit", die sich vom 14. bis zum 18. Jahrhundert erstreckte ( vgl. Graphik S. 231). In diesem Zusammenhang: auch die große Pest war eine Folge der zunehmenden Kälte, die die infizierten Ratten näher und näher an die warmen Behausungen der Menschen drückte.
So weit so interessant. Aber wie verhält es sich denn nun wirklich mit dem Klimawandel unserer Tage, mag sich mancher Leser am Ende dieser historischen Streifzüge fragen. Natürlich bestreitet der Autor nicht, dass die europäischen Sommer seit den Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts signifikant wärmer waren als der Durchschnitt, und dass vor allem der "Jahrtausendsommer 2003" fast alle Rekorde brach. Aber seine Erklärungsansätze vermeiden jede Panik. Möglich, dass wir wieder am Beginn einer neuen Warmzeit stehen und dass wir zu jenen Klimaverhältnissen des Mittelalters zurückkehren, in denen in ganz Bayern der Wein gedieh und während der die Alpengletscher fast gänzlich abgeschmolzen waren. Möglich aber auch (das hat es in der Klimageschichte schon oft gegeben) dass wir einfach eine Reihe untypischer Jahre erleben und dass sich die Verhältnisse langsam wieder einpendeln werden.
Und selbst wenn wir am Beginn einer neuen Warmzeit stehen, fragt der Autor: was soll denn daran so katastrophal sein? Reichholf wird nicht müde zu erläutern, dass es im Wechsel der planetarischen Klimaepochen kein besser" oder schlechter" sondern nur Anpassungsprozesse gibt, bei denen die Welt nicht untergehen wird. Wenn man an unsere Bäume denkt, die Temperaturunterschiede von minus 20 bis plus 40 Grad aushalten müssen, so der Autor, dann kommen einem die 0,63 Grad Erwärmung innerhalb der letzten 100 Jahre tatsächlich nicht ganz so beunruhigend vor.
Aber handelt es sich bei dem vorliegenden Buch nicht doch um ein gefährliches Buch, ein Buch, dass allen Umweltverschmutzern und Klimasündern Argumente frei Haus liefert? Ist es nicht geradezu unanständig, nachzuweisen, dass die Artenvielfalt bei mittleren und großen Tieren nicht etwa schwindet sondern sogar zunimmt ( die Elefanten von Botswana lassen grüßen )? Nein, sagt der Autor mit Recht, denn die Panikmache der Umweltschützer, der großen Nutznießer der Klimahysterie" im Hinblick auf Forschungsgelder, moralische Erhabenheit und politischem Einfluss, schadet langfristig nur ihrer an sich guten Sache. Die ganze haarsträubende Emissionspolitik, die Steuerabzocke, das hochsubventionierte Umweltenergiegeschäft entzieht der Gesellschaft Ressourcen, die an anderer Stelle (Armutsbekämpfung, Alphabetisierung, Seuchenprohylaxe u.a. ) mehr als dringend benötigt würden.
Soweit die Darlegungen und Wertungen dieses ungemein lesenswerten Buches in aller Kürze. Aber wie geht es weiter? Werden wir nach diesem Buch und seinen überzeugenden Befunden nun ein Umdenken in der Klimapolitik erleben? Werden die Co2 Hysterie und die allgemeine Volksverdummung, die schon bis in die Schulbücher gedrungen ist, nachlassen? Ich glaube: nein. Denn dafür gibt es einfach zu viele Nutznießer der Klimaangst, und so erstaunt es nicht, dass anstellte eines kostenlosen Exemplars dieses imponierenden Werkes für jede Schulbücherei unser Bundesumweltminister lieber das Ökoschmus-Mowie von Al Gore flächendeckend und kostenlos über die Bildungsanstalten der Bundesrepublik hat regnen lassen.
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am 24. Juni 2015
Als ich das Buch zu etwa einem dritte gelesen hatte, wurde mir bewußt wie sehr mich das mediale Trommelfeuer unserer Klimahysterischen Zeit bereits beeinflusst hat. Dabei hat der Autor keineswegs die Absicht die Theorie von der anthropogonen Klimaveränderung zu diskreditieren. Dies würde er gar als unwissenschaftlich scharf angehen. Dennoch wirbt er mit einem klimahistorischen Abriss sowie für eine Sicht auf die kulturverändernde Lebensart des Menschen. Klimaveränderungen sollen als ein ganz normaler Prozess betrachtet werden auf den der Mensch wenn überhaupt nur einen marginalen Einfluss hat. Besonders erhellend fand ich Beleuchtung der Wurzeln unserer heute so bedeutungsmächtigen grünen Bewegung. Hier beschreibt der Autor mit guten Argumenten, dass das "zurück zur Natur" das wir allenthalben hören, kein zurück zur Natur ist sondern bestensfalls ein Zurück in eine romantische Vorstellung von Kulturlandschaft, wie sie die Maler der Romantik so herzerwärmend bewarben. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben!
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am 1. Dezember 2009
Wie beruhigend, wenn ein Autor mit großer Sachkenntnis die Hysterie um den zweifellos stattfindenden Klimawandel ad absurdum führt.
Sein Credo: erst einmal eine Arbeitshypothese entwerfen, sie laufend mit aktuellen Daten überprüfen, dann zu Maßnahmen kommen. Immer wieder nachprüfen, Korrekturen vornehmen. Wie angenehm und vernünftig.
Sehr lesenswert.
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am 18. Mai 2016
Eine Lektüre, die mir viele neue Einsichten und Anregungen vermittelt hat und nun vieles - auch aktuelle Fragestellungen jenseits reiner Naturgeschichte - in neuem Kontext verstehen lässt.
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am 28. Februar 2009
Zuerst die Punkte, die zu einem Stern Abzug geführt haben: Reicholf zeigt räumlich und zeitlich ziemlich unsortiert historische Ereignisse, vorwiegend aus der Geschichte Europas, in einem, selbst für einen breit interessierten Vielleser mit technsich/naturwisscenschftlicher Ausbildung wie mich, nicht immer einfach nachvollziehbaren Zusammenhang zum jeweils vorherrschenden Klima und der Auswirkungen auf Lebensumstände und -erwartung der Bevölkerung und qualitativer und quantitativer Ernteerträge, der Verhältnisse der Jahreszeiten usw. der jeweils vorwiegend herrschenden Kulturen. Für Laien wie mich wäre ein klarer, linearer Zeitstrahl, begründet und geografisch sauber verortet, der Klima, Bevölkerungsdichte, qualitaives und quantitatives Nahrungsangebot, Zentrale Aspekte der Politik wie z.B. Expansionsbemühungen der Reiche, soziale Strukturen, Lebenserwartung, oder Kindersterblichkeit oder irgendwie anders ausgedrückt "Lebensqualität" zum historischen Ereignis direkt herstellt, einfacher verständlich.
Reicholf macht Aussagen, die einem oder präziser direkt mich selbst sehr schnell und direkt ins Lager des ökologischen Romantikers und Nichtverstehers verweist, weil ich selbst vielleicht ein etwas unexaktes Bild und diffuse Vorstellungen zu den Ursachen und Wirkung in der Umwelt habe oder den Zeitstrahl der Beobachtungen zu kurz fasste und deshalb zu einer anderen Beurteilung gekommen bin oder eine gängige andere Beurteilung teile oder teilte, als wenn das Ganze vor historischen Dimensionen gesehen wird (zum Glück nicht gleich auf der geologischen Zeitskala sondern nur über ein Jahrtausend), auf was vieles hinausläuft. - Ich hätte deshalb das Lesen des Buchs beinahe abgebrochen. - Zum Glück habe ich es nicht getan sondern habe versucht dem Autor zu folgen und meine "Vorurteile" überwunden und einfach versucht der Argumentation des Autors zu folgen und auf Plausibilität und Kausalität zu prüfen. - Vom Ende her betrachtet hat Reicholf da voll bestanden (wären somit fünf Sterne, hätte er mich nicht zwischendurch fast verloren). Sein Buch gibt sehr interessante Aspekte und eine für mich sehr andere Perspektive der Betrachtung der aktuell gemessenen Klimaveränderung, nämlich der Erwärmung der Erde und eine neue Sicht auf langfristige Zusammenhänge und eine spannende, etwas andere, als die vom Mainstream vertretene Interpretation. Stichworte sind da die industrialisierte Landwirtschaft, die als "Grüne Hölle" ohne diversifizierten Lebensraum beschrieben wird oder die Gewässer, die zu sauber sind um potentielle oder exakter, ihre ehemaligen Bewohner heute noch zu ernähren.
Das Buch hat für mich klar, schlüssig und nachvollziehbar die Art und Anzahl der Argumente und Betrachtungsweisen erhöht und den Betrachtungswinkel beträchtlich geöffnet und ist für mich somit wertvoll, selbst wenn ich langfristig zu der Überzeugung kommen sollte, dass vieles nicht exakt stimmen sollte. Das Buch gehört zu denjenigen, die ich als echte Bereicherung empfinde und es ist das erste freiwillig gelesene Buch, wo ich zwischenzeitlich absolut keinen Konsens gefunden habe, fast nur noch trotzig weiter gelesen habe (um zu sehen, wohin der Autor noch will) um dann nach und nach die Argumente zu verstehen und klar als in sich stimmig und nachvollziehbar zu empfinden und nun sogar bereit bin, sie weitestgehend zu übernehmen. - Falsifiziere wer kann, bin gespannt!
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am 27. März 2009
Geschichte und Naturgeschichte, Kultur und Klima. - Dass sie zusammenhängen, ist irgendwie klar. Aber die Schule brachte sie als einzelne Blöcke. Für sich interessant. Und doch wie ein Puzzle, das nie vollständig wird, da wichtige Teile fehlen. - Die Zusammenhänge zu sehen, finde ich phantastisch. Mag das Buch Lücken haben. Egal. Geschichte rollt sich nicht aus wie eine Autobahn. Viel wichtiger ist für mich, die Welt und die Geschichte Europas aus einer neuen Perspektive zu sehen.
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