Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren 1503935485 Cloud Drive Photos Learn More madamet Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen9
4,7 von 5 Sternen
5 Sterne
8
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
1
1 Stern
0
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:12,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 6. September 2012
Die russischen Formalisten gelten gemeinhin als die Begründer der modernen Literaturtheorie. Manche ihrer Erkenntnisse mögen heutzutage bereits überholt sein, doch eine These, die jeder angehende Literaturwissenschaftler in die Wiege gelegt bekommt, hat nach wie vor ihre Wahrheit: Die Geschichte der Kunst basiert auf der Dynamik von der Entwicklung neuer Darstellungsverfahren und ihrer Trivialisierung. Gewissermaßen kann man es sich als das 'Lüften' eines Raumes vorstellen: Die abgestandene alte Luft wird durch das Öffnen des Fensters erneuert, neue Luft flutet den Raum und verdrängt die alte. Das Fenster wird geschlossen, der Vorgang wiederholt sich erneut und ad infinitum.

Die Darstellung des Kriegs in den Medien, Filmen, Serien, Computerspielen der Malerei und schließlich auch in der Literatur steht seit einem Jahrhundert auf einem Fleck. Wir haben sie ein- und ausgeatmet bis sie uns zuwider geworden ist. Statt den Raum zu lüften haben wir ihn einfach gewechselt und die abgestanden 'Kriegsluft' zirkuliert in Form von alten Formeln und symbolischen Ordnungen vor sich hin. Kriegsdarstellungen sind trivial, weil immer gleich. Wir können sie, wenn wir zuweilen Lust auf eine bestimmte, lange bekannte Sensation haben, konsumieren; es bleibt aber die Frage, ob Werke wie ‚Im Westen nichts Neues‘, ‚Apocalypse Now‘ oder auch ‚Schindlers Liste‘ nach wie vor die ehemalige Wirkung haben. Dass es nicht mehr so ist, zeigt die in dieser Tradition stehende Berichterstattung in den Medien, welche die meisten leider kalt lässt, sodass man in aller Ruhe beispielsweise ein bekömmliches Abendessen zu sich nehmen kann, währen im Hintergrund Bilder aus den derzeitigen Kriegsgebieten auf dem Flatscreen präsentiert werden.

Curzio Mallapartes ‚Die Haut‘ gleicht – trotz seines Erscheinungsdatums – einem Windstoß, welcher die Luft in diesem stickigen Zimmer erneuert. Es liegt mir nicht daran Aussagen über den Inhalt dieses Buches – dazu kann sich jeder eine eigene Meinung bilden. Es sei nur eines gesagt: Dieses Buch präsentierte mir das Grauen des Krieges in einer für mich bis dahin unbekannten Dimension und bot für mich in gleichem Maße das intensivste aber das eckelhafteste Leseerlebnis der letzen Monate (vielleicht auch Jahre). Neben seinen literarischen Qualitäten ist es durch und durch – ohne jegliches Predigen und lehrmeisterhaft-autoritäres Aufoktroyieren einer Sicht – ein Antikriegsroman, der dem Leser vor Augen führt, was Krieg bedeutet und wieso er mit allen Kräften, die uns zur Verfügung stehen zu vermeiden ist. Abschließend ein Zitat, welches den programmatischen Titel dieses Werks aufgreift:

„Fernher, von der Via dell'Impero, von der Piazza Venezia, vom Trajansforum, von der Suburra schallten die stolzen Klänge der Trompeten und das Triumphgeschrei der Sieger. Ich betrachtete das gräßliche Etwas [= ein vom Panzer überrollter Mensch], das hier auf dem Bette ausgebreitet lag, und lachte innerlich, wenn ich dachte, daß wir alle an diesem Abend uns als Brutus, als Cassius, als Aristogeiton fühlten und daß wir doch alle, Sieger und Besiegte, diesem schrecklichen Etwas glichen, das hier auf dem Bett ausgebreitet lag: einer in Menschengestalt zugeschnittenen Haut, einer armen Menschenhaut. Ich wandte mich zum offenen Fenster, und als ich hoch über den Dächern den Turm des Kapitols erblickte, lachte ich innerlich bei dem Gedanken, daß jene Fahne aus Menschenhaut unsere Fahne war, die wahre Fahne von uns allen, Siegern wie Besiegten, die einzige Fahne, die würdig war, an diesem Abend auf dem Turme des Kapitols zu wehen. Ich lachte innerlich, als ich an diese Fahne aus Menschenhaut dachte, die auf dem Turme des Kapitols wehte.“ (367).
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Dezember 2006
Ich habe mich selten so gut amüsiert, selten so oft nach Luft geschnappt, selten so ungläubig eine beschriebene Seite angeschaut.

Im Grunde reicht ein Satz: Dieses Buch ist genial. Böse, zynisch, unterhaltend auf höchster Ebene. Der Sohn eines Sachsen und einer Italienerin, der als Kurt Erich Suckert in der Toskana zur Welt kam (1898), beschreibt in diesem Buch die Landung der Amerikaner auf dem italienischen Festland 1943/44. Was er aber tatsächlich beschreibt, ist die Stadt Neapel, ihre Bewohner, ihren immerwährend niedergehenden morbiden Glanz, ihre Strauchdiebe, ihre Aristokraten, ihre Verschlagenheit, ihren grotesken Genius, ihren indifferenten Zynismus den Besatzern gegenüber, und den unbedingten Überlebenswillen jedes Einzelnen in einer Zeit, als rein alles an einem seidenen Faden hing. Die politische Unkorrektheit der Sprache wird das Buch möglicherweise in Deutschland wieder auf den Index setzen. Dort war es nach meinen Informationen in den Fünfzigerjahren schon einmal. Die Nachfolger der damaligen Zensoren sitzen sicher schon in den Startlöchern. Man sollte sich also beeilen.
0Kommentar|20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. September 2012
Malaparte schildert in diesem autobiografischen Roman im Wesentlichen seine Wahrnehmungen als italienischer Verbindungsoffizier zu den amerikanischen (und französischen etc.) Invasionsstreitkräften bei der Befreiung Italiens 1943/44. Viele Sequenzen sind ungeschönt, grausam und realistisch, begleitet von Malapartes moralischen und teils philosophischen Reflexionen sowie seinen Exkursen zu Kunst und Gesellschaft. Teils spannend, teils bewegend, immer aber informativ schildert der ungemein gebildete und kenntnisreiche Malaparte oft unbequeme und gern übergangene Erkenntnisse über das Leben und Sterben im Kriege, wobei die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit wohl fließend ist. Zeitgeschichtliche Kenntnisse erleichtern dem Leser die Einordnung der historischen Vorgänge. Keine klassische Strandlektüre aber sehr lesenswert!
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. November 2015
Selten hat ein Buch so schockiert, wie es Curzio Malapartes Roman „Die Haut“ vermag. Der 1898 in Florenz geborene Journalist und Autor liefert einen semi-autobiographischen Bericht über die Zustände in Italien im Jahre 1943, dem Zeitpunkt der „Befreiung“ des faschistischen Landes durch alliierte Truppen. Das Spektrum der erzählerischen Sicht reicht dabei von den höchsten Kreisen ziviler und militärischer Kreise bis in jene des Proletariats. Zwei Drittel der Erzählung spielen in Neapel und beschäftigen sich mit dem moralischen und gesellschaftlichen Verfall der Stadt nach deren Besetzung durch die Alliierten. Mit einer Eindringlichkeit, die beinahe Penetranz gleicht, mit einer Brutalität, die manchen Thriller der Neuzeit in den Schatten zu stellen vermag, mit einer Offenheit, die dem Leser Ekel und einen Schauer verursacht, gibt Malaparte Zeugnis dieser Stadt, die Sodom und Gomorrha durchaus Konkurrenz machen dürfte. Inmitten dieses Infernos, welches an Dante und Boccaccio gemahnt, bewegt sich der Verbindungsoffizier Malaparte, häufig in Begleitung eines amerikanischen Offiziers oder Soldaten und bedeutet so der freien, demokratischen Welt das Übel, welches diese Begriffe auf ein Volk ausüben, dass sich ihrer nicht zu bedienen weiß. Nie ist die Erzählung sentimental oder melancholisch, sondern immer neutral, während die eigentliche Anklage im Subtext zu suchen ist. Dabei macht der Autor nicht den Befreiern den Vorwurf, die moralische Verworfenheit über sein Volk gebracht zu haben. Vielmehr besteht zwischen Siegern und Besiegten eine unheilige Allianz, innerhalb derer sich die einen zum Missbrauch genötigt sehen und die anderen diesen dulden oder sich zum Opfer machen lassen. Das letzte Drittel des Buches spielt in Rom und Florenz, bei dessen Befreiung der Autor wiederum vor Ort ist. Auch hier treffen die Soldaten auf ein Volk, dass durch die plötzlich eingetretene Freiheit in Brutalität und Egoismus verfällt, wie es auch schon in Neapel der Fall war. Die Alliierten bringen die „Pest“ ins Land, eine Krankheit der Moral und der Werte, der sich kein einfacher Mann und keine einfache Frau entziehen kann. Für das nackte Überleben, für die eigene Haut, ist der Mensch in seinen Handlungen nicht einzuschränken, nicht zu kontrollieren. Malaparte schrieb dieses Buch 1949 und löste damit einen Skandal aus, der ihm den Unmut der Neapler und der Kurie einbrachte. Doch tat dies dem Erfolg seines Werkes keinen Abbruch. Vielmehr ist „Die Haut“ bis heute ein lesenswertes Buch, dass die Tragik einer oktroyierten Freiheit und eines Volkes zeigt, das an ihrer Umsetzung scheitert.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Januar 2013
Als das Buch ankam, begann ich zu lesen und konnte das 60 Jahre alte vergilbte Buch nicht aus der Händen legen. Malaparte - der Vater ist in Zittau beheimatet - ist ein großartiger Schreiber.

[...]
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. September 2013
Das Buch ist einmalig.Auf dieser Art und Weise erfahren wir viel über den WWII.
Der Autor liebt Pferde, Hunde, wie ich auch.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. November 2013
... das was Sieger Besiegten antun (müssen), um sich als Sieger zu fühlen und um sich selbst zu bestätigen: Ich bin einer von den Guten.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Januar 2014
In diesem autobiographischen Roman schildert Malaparte die Ereignisse nach dem Sturz der faschistischen Regierung 1943 und der Befreiung durch durch die Westalliierten aus Sicht eines italienischen Verbindungsoffiziers. Mit drastischen Worten beschreibt er den Überlebenskampf der notleidenden Bevölkerung Neapels und den damit einhergehenden moralischen Verfall. Malaparte prangert dabei Prostitution, Pädophilie, Menschenhandel, Kriminalität, Schwarzmarkt und von Rachegelüsten geleitete Kriegsgräuel an.

Das Buch ist nicht leicht zu lesen und überzeugt weder inhaltlich noch stilistisch: Malaparte flicht immer wieder englische und französische Sätze ein und schildert (Kriegs)ergeignisse und Vorkriegserlebnisse, die nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Der Lesefluss wird weiters durch relativ sinnentleerte philosophische Reflektionen des Autors unterbrochen. Hinzu kommt, dass einzelne Passagen zutiefst rassistisch und homophob sind. Zudem nimmt man dem Ich-Erzähler die moralisierende und distanzierte Erzählweise im Chaos des befreiten Neapels nicht ab. Last but not least zählen die Dialoge mit zum Dümmsten, was ich je gelesen habe.
33 Kommentare|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Oktober 2011
wat wir haben soll die haut sein,ebendiese gilt es zu retten,auf teufel komm raus,malaparte versucht sich zu verstehen,sucht uns alle zu verstehen in extremsituationen und wie mutig und klar macht er uns in seinem werk deutlich:es gibt kein entrinnen-nicht!
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

12,95 €
14,99 €
12,00 €