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am 18. Februar 2009
In den 70gern wurde der Militärputsch in Chile inszeniert, in den 80gern demonstrierten in Danzig die Werftarbeiter und als die USA zum zweiten mal in den Irak einmarschierte schrieben wir schon das 21. Jahrhundert. Geschichte, aus Europa betrachtet, oder verschiedene Vorspiele für immer die gleichen Nachspiele wirtschaftlicher Art.
In allen Fällen wurde eine politische Situation, teilweise sogar künstlich, herbeigeführt, zur Destabilisierung eines Staatsgebildes benutzt, und hinterher eben dieser Staat zum Ausverkauf freigegeben.
Wer weiß schon, daß in den früheren 50gern z.B. Argentinien eine breitere Mittelschicht als die USA aufweisen konnte, daß in einem Nachbarland die Analphetenquote auf ca. 4% gedrückt worden war. Heute ist davon keine Spur mehr zu finden. Ein Putsch, Sondergesetzgebungen, Knebelungen der Gewerkschaften, der Presse, der Menschenrechte im Allgemeinen, "starke Männer", die sich anbieten, die "Ordnung" wiederherzustellen, sind die logische Folge. Welche Ordnung und wessen Ordnung? Die Industrien, die vorher mit Steuergeldern aufgebaut worden sind, werden anschließend ausländischen Gesellschaften zu Schleuderpreisen zur Privatisierung angeboten, damit "die Wirtschaft wieder läuft". Man kann das alles natürlich auch als gigantisches Enteignungsprogramm ärmerer Staaten sehen. Kredite für den Wiederaufbau können solche Länder beim IWF beantragen, und dort sind die Forderungen dafür auch ziemlich identisch: Abbau der Schulden durch Zusammenstreichen von Sozialprogrammen, Öffnung des Binnenmarktes für ausländische Gesellschaften und Privatisierungen. Ganz zu schweigen davon, daß die Auslandsschulden in Devisen und nicht in der Landeswährung zurückgezahlt werden müssen.
Naomi Klein untersucht die immer wiederkehrenden Abläufe dieser Umverteilungsmaschinerie von unten in die Taschen einiger Weniger und die Änderungen, die sich im Laufe mehrerer Jahrzehnte ergeben haben. "Genügte" in Chile noch ein Militärputsch mit Tausenden von Ermordeten, wurde im Irak bereits ein örtlich begrenzter Krieg zur Erreichung der Ziele geführt. Und sie untersucht das dahinterstehende Gedankengebäude, ein völlig entfesselter Kapitalismus, der nicht nur seine Opfer in den betroffenen Ländern und Staaten findet, sondern auch in den Ländern, die so kurzsichtig sind, dies mitzumachen und meinen, vordergründig davon profitieren zu können. Denn auch dort wird für dieses asoziale und amoralische Verhalten ein hoher Preis gezahlt: ein Staat, der sich aus seinen Verpflichtungen seinen Bürgern gegenüber hinausstiehlt, und meint, Fremdfirmen könnten z.B. das outgesourcte Gesundheitssystem oder Sicherheitssystem oder was auch immer, besser oder effizienter bearbeiten, wird spätestens an den auftretenden Folgekosten ersticken. Ein US-amerikanischer Großkonzern, der sowohl an den Militäraufträgen, also der Zerstörung, als auch an den Wiederaufbauprogrammen, also nach der Zerstörung, im Irak profitiert, hat als Dank für die Steuermilliarden seinen Firmensitz ins Ausland verlegt... Verdient wird also sowohl mit dem Krieg, als auch mit dem "Wiederaufbau", vorausgesetzt, man hat das nötige Kleingeld und kann sich Aktien dieses Konzerns leisten.
Diese Abläufe lassen für die Zukunft Böses ahnen. - Naomi Klein hat gründlich recherchiert, die Veränderungen in den Abläufen dargestellt und zeigt auch die Folgen und Bedrohungen, die ein wildgewordener Kapitalismus für einen Staat bedeuten kann. - Ein hochspannendes Buch, jedem zu empfehlen, der mehr über die Hintergründe und die Verflochtenheiten von Wirtschaft und Politik wissen möchte. Und ein Buch, das stellenweise sehr deprimierend ist, weil man sich unwillkürlich fragt, ob es einen Ausweg aus dieser historischen Sackgasse geben wird.
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am 5. April 2009
Ein wichtiges Werk das hilft viele Fehlentwicklungen auf dem Wirtschaftssektor in den letzten Jahrzehnten zu begreifen. Umfassend und klar wird dargelegt dass der von der Großindustrie mit viel Geld und Lobbyarbeit gesponsorte Chicago-Kapitalismus nur den Großkonzernen und ihren Helfershelfern dient.
Viele werden ärmer, der Mittelstand vernichtet, wenige immer reicher. Dies ist der rote Faden der sich durch die Beratertätigkeit der Milton-Friedman-Schüler über Argentinien, Chile, Südafrika, Polen, Russland, Großbritannien etc. zieht.
Erstaunlich auch wie viele Milton Friedman Boys in Schlüßelpositionen der Wirtschaft sitzen (Zentralbanken, Ministerien). Tipp an alle karrieregeilen Managertypen: studiert in Chicago!
Ludwig Erhards Politik des Wohlstandes für alle, in den fünfziger Jahren Garant für Wohlstand und Fortschritt in der BRD, würde heute von den Lobbyisten des Großkapitals als sozialistisch und unannehmbar diskreditiert werden.

Das Werk von Naomi Klein ist auf weiten Strecken erschütternd. Wie viel Not und Elend wurde doch über die Menschheit wegen der unersättlichen Raffgier einer Minderheit gebracht.
Das letzte Kapitel schildert positive Entwicklungen So ist es den Staaten Lateinamerikas gelungen sich von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfond zu befreien.
Viele der geschilderten Aspekte wurden bei uns in der Meanstream-Presse völlig verzerrt oder gar nicht wiedergegeben.
Das Buch ist daher auch ein Lehrstück dafür, dass der kritische aufgeklärte Bürger, wenn er rational und politisch verantwortlich entscheiden will neben Fernsehen und Zeitungen andere Informationsquellen nutzen sollte ' wie eben dieses Buch.
Übrigens war schon der Urgroßpapa Milton Friedmans - der Wirtschaftstheoretiker Adam Smith - der Meinung dass Großkonzerne die Marktwirtschaft und damit den Wohlstand der Nationen zerstören.
Ludwig Erhard hat als Wirtschaftsminister leider vergeblich gegenüber den überbordenden Einfluss dieser undemokratischen und marktfeindlichen Konglomerate gekämpft.
Der Friedmansche Kapitalismus war zu keiner Zeit eine anerkannte Theorie bei unabhängigen Wirtschaftsexperten.
Den Aufstieg dieses ideologischen Blödsinns hat sich vor dreißig Jahren kaum einer vorstellen können, waren doch schon ausführlich die Probleme des Manchester-Kapitalismus von Keynes u.a analysiert und durch Gegenmaßnahmen (u.a. New Deal) beseitigt worden.
Es ist eine erschreckende Erfahrung der Geschichte dass sich die Politiker so offen und oftmals gegen den erklärten Willen der Bevölkerung den Interessen des Großkapitals beugen. Änderung tut Not!

Als ergänzende Lektüre empfehle ich:
Joel Bakan, Das Ende der Großkonzerne. Die selbstzerstörerische Kraft der Unternehmen
In diesem Buch fordert der Autor etwas, was viele nicht zu denken wagen: das Verbot der Großkonzerne. Um Demokratie und Wohlstand für alle zu schaffen und zu erhalten ist die Verwirklichung dieser Forderung vermutlich unverzichtbar.
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am 6. April 2012
"Market Fundamentalism is dead", sagte der Wirtschaftsnobelpreisträger und ehemalige Weltbank- Ökonom Joseph Stiglitz kurz nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008. Dass die in weiten Teilen zutiefst irrationale und anti- empirische neoliberale Ideologie auf dem Weg dahin einiges an Unheil und menschlichem Leid verursacht haben muss, ist nach über drei Jahrzehnten weltweiter Vorherrschaft des Paradigmas/Dogmas zwangsläufig.

Angesichts der oftmals schlichtweg absurden Thesen der Neoliberalen (man denke nur an den Nobelpreisträger (!) Edward C. Prescott der allen Ernstes behauptet, Arbeitslose seien vor allem deshalb arbeitslos, weil sie es eben sein wollen) kommen im post- lehmanschen Zeitalter viele nicht umhin erstaunt zu fragen: Wie konnte dies geschehen? Wie konnte sich der Voodoo- Katechismus der neoliberalen Turbokapitalisten über drei Jahrzehnte lang als allenthalben anerkanntes Wirtschaftsmodell durchsetzen? Gab es keine Warnzeichen?

Naomi Klein zeigt auf, wo diese Warnungen zu hören waren, und warum sie ignoriert wurden. Der Grund dafür ist so einfach und einleuchtend wie schlüssig: Er liegt, wenig überraschend, in den Interessen der reichen Elite. Genau diese war es nämlich, die stets als einzige davon profitierte, wie der Neoliberalismus in neoimperialistischer Manier, Land für Land in die Katastrophe stürzte. Milton Friedman's luftige und stets süffisant- messianisch vorgetragenen Thesen von "Freien Märkten", "Freiheit" und ähnlichen Worthülsen, die er unter weitgehender Auslassung jeglicher Belege zu predigen pflegte ("people never wanted welfare", und ähnliches) klangen aufs erste schön und verlockend, führten jedoch über eine lange Reihe von Rezessionen, Katastrophen, Massenmorden und wirtschaftlicher Unterdrückung zu dem Schlamassel in dem der Westen seit 2007/08 bis heute steckt. Bücher wie dieses zeigen den großflächigen Betrug auf, dessen sich die globalisierte Elite schuldig gemacht hat.
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am 21. März 2010
Dr. Milton Friedman (1912-2006), Professor für Wirtschaftswissenschaften und Nobelpreisträger, gedachte sein Fachgebiet zu revolutionieren, indem er eine freie Markwirtschaft ohne z.B. staatliche Regulierungen und ohne Handelsbarrieren selbst unter Billigung von Schocktherapien durchsetzen wollte.
In dem glänzend recherchierten Buch berichtet die Autorin Naomi Klein von dem realen Ergebnis der Friedmanschen Theorie in südamerikanischen Staaten, in Russland, in Südafrika oder im Irak. Es wird die wirtschaftliche Entwicklung ab 1973 bis zu Beginn dieses Jahrhunderts eingehend beschrieben. Die Darstellung zeichnet erschreckende Tatsachen auf, die selbst einem politisch interessierten Menschen, der diesen Zeitraum von 3 Jahrzenten miterlebt hat, nicht bekannt sind.
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am 2. März 2011
Der Psychiater Cameron muß ein krankes Hirn gehabt haben. Er versuchte, Psychisch Kranken zu "helfen", indem er Sie immer und immer wieder mit Elektroschocks malträtierte. Und wenn das gewünschte Ergebnis der Gesundung nicht eintrat, hieß das für Ihn, daß er seine Patienten so lange weiterschocken mußte, bis sie eben doch mal durch seine Methode gesund werden würden. Erfolg hatte er damit nicht, aber das CIA wußte bald, wie man Menschen effektiv foltern konnte.

Eine ähnliche Vorstellung von der Befreiung der Welt hatte ein Wirtschaftswissenschaftler namens Milton Friedman. Auch dieser und seine Anhänger, die sogenannten "Chicago Boys", versuchten in der Vergangenheit immer wieder, Länder mithilfe von militärischen wie ökonomischen Schocks mit der Idee des sogenannten freien Marktes zwangszubeglücken, ob diese das nun wollten oder nicht. Daß der Großteil der Bevölkerung sich gar nicht befreit fühlte, sondern der Verelendung anheimfiel bzw. ehemals wohlhabende Gesellschaften auf einen Dritte-Welt-Status geschockt wurden, interessierte den verblendeten Hohepriester des Marktfundamentalismus genausowenig wie Schreie der Gefolterten oder die anderen, die entweder verhungerten oder sich in ihrer Verzweiflung selbst umbrachten.

Die Vorgehensweise war dabei immer ähnlich: Provozierte man am Anfang noch mit einem Militärputsch und anschließendem Regierungsterror eine Staatskrise, hatten die Chicago Boys später auch den IWF und die Weltbank gekapert, um immer weiter neue Krisen zu produzieren. Die Gewalt war dabei kein Unfall, sondern man versuchte mit Absicht, den Willen der Bevölkerung durch Schocks zu brechen, um die Wirtschaftsreformen im Eiltempo durchzuziehen. Die Ziele dieser Konterrevolution sind jedoch offensichtlich:

1. Die Eliten der jeweiligen Länder wollten ihre alte Machtstellung zurückhaben, auch wenn der Rest der Bevölkerung verelendete oder in irgendwelchen Folterkammern verschwand.

2. Die Ideologen des freien Marktes wiederum meinten bzw. meinen immer noch, daß es nur genügend Schocks -seien Sie militärischer oder wirtschaftlicher Art- brauche, um die Leute zu befreiten Kapitalisten zu machen. Sie sehen jedoch genau wie der Psychiater Cameron nicht, daß es ihren Patienten vorher besser ging als nach dieser Schocktherapie.

3. Der Reichtum der Oberschicht kann nur durch die wachsende Verarmung der immer größer werdenden Unterschicht bewerkstelligt werden. Und hatten vor den Krisen viele Staatsbetriebe dem Allgemeinwohl gedient, wurden die Privatisierungen zu einem Fiasko, welchen wenige Leute sehr reich machte, viele aber arm.

Milton Friedman sprach immer von "Kapitalismus und Freiheit". Er meinte aber nur die Freiheit des Kapitals und nicht der Menschen. Letztere waren ihm immer egal mit seiner zutiefst inhumanen Ideologie. Je mehr er ganze Gesellschaften schocken ließ, umso überzeugter ist er auch wie Cameron, daß man diese nur noch mehr foltern muß, damit sie sich endlich frei fühlen. Gleichzeitig sind die Chicago Boys auch ausgemachte Antidemokraten. Hätten sie jemals den Willen der Völker und Individuen respektiert, dann müßten sie zulassen, daß viele Gesellschaften lieber einen demokratischen Sozialismus mit einer keynesianischen Wirtschaftspolitik wünschen als im Namen der reinen Marktwirtschaft dahinzusiechen und zu sterben.

Naomi Kleins Verdienst ist es, mithilfe ihres Buchs an vielen Beispielen genau dies aufzuzeigen. Negativ ist dabei zwar, daß sie z.B. keinen ideologischen Unterschied macht zwischen Neoliberalen und Neokonservativen. Das Buch ist auch ziemlich dick. Es macht aber auch Hoffnung. So wie bei den psychiatrischen Schocks die Überlebenden immer stärker werden, so werden auch die geschockten Gesellschaften -siehe das Beispiel Südamerika- im Laufe der Zeit immer stärker. Und wenn sie dann zusammen halten, können sie auch gemeinsam irgendetwas aufbauen -und das egal, ob man das Ergebnis jetzt eine solidarische Ökonomie nennt oder aber einen demokratischen Sozialismus.

Da trotz der Schwächen die "Schockstrategie" eine Art Bibel der Globalisierungsgegner geworden ist -und dies zurecht-, kriegt das Buch von mir vier Sterne und ich empfehle es jedem Leser weiter.
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am 9. August 2014
Umfangreiche Geschichte des Neoliberalismus im globalen Kontext. Beginnend mit Verweisen auf geheime CIA-Experimente zur physischen Destabilisierung in den 50er und 60er Jahren, zeichnet Klein das Bild einer dogmatischen Marktideologie, die unter Leitung von Milton Friedman in der Universität von Chigaco entwickelt wurde.

Privatisierung, Deregulierung, Subventionsabbau und Freihandel – das sind die tragenden Säulen jener Marktthorie, der ein pseudoreligiöses Vertrauen auf die Kräfte des Marktes und ihre Ordnung der Dinge innewohnt. Klein zeigt die frühe Verbindung der Theoretiker mit den konservativen Eliten aus Politik und Wirtschaft in der westlichen Welt auf und prangert die Zusammenarbeit mit autoritären und faschistischen Machthabern in Schwellen- und Entwicklungsländern an. Dabei wird der Konterrevolution in Südamerika in den 70er und 80er Jahren breiter Raum eingeräumt, dort entfaltet sich der neoliberale Ansatz zum ersten Mal ungezügelt. Die Entwicklung von Großbritannien unter Thatcher, die Krise im Polen der späten 80er und frühen 90er Jahre sowie der Zusammenbruch der Sowjetunion markieren die nächsten ökonomischen Schockbehandlungen ganzer Volkswirtschaften und verfestigen das „Erfolgsmodell“ des Neoliberalimus: die Privatisierung gesellschaftlichen Vermögens, die Kapitalisierung aller Bereiche des öffentlichen Lebens, die Vermehrung des Reichtums der Eliten auf Kosten der sozialen Sicherheit des Mittelstandes und der elementarsten Sicherungen der Armen.

Klein fasst die Entwicklung in Südafrika seit dem Ende der Apartheid zusammen und beschreibt die Unfähigkeit des ANC zu einem gesellschaftlichen Umbau, sie analysiert die Krise im Asien der späten 90er Jahre und widmet sich intensiv der Aushöhlung des amerikanischen Staates und dem Aufbau der Katastrophen-Industrie nach dem 11. September 2001. Die Besetzung des Irak öffnet den amerikanischen Konzernen ein großes Experimentierfeld im Geiste der neoliberalen Herrschaft und erbringt gigantische Gewinne, offenbart aber vor der Weltöffentlichkeit (ein weiteres, aber besonders eindrucksvolles Beispiel) die eklatanten Widersprüche dieser Politik und deren moralische Verwerflichkeit. Zeitgleich eröffnet der Schock des Tsunami in Asien Ende 2004 den Eliten die Möglichkeit, den Wiederaufbau betroffener Küstenregionen nach ökonomischen Gesichtspunkten anzugehen – mit katastrophalen Auswirkungen auf die dort Lebenden. Abgerundet wird das Buch Kleins durch eine Beschreibung der israelischen Gesellschaft und deren Ökonomisierung des Konflikts mit den Palästinensern und einer Betrachtung der politischen und sozialen Folgen der Neugestaltung New Orleans' nach der Sturmkatastrophe 2005.

Naomi Klein arbeitet das Wesen des Neoliberalismus exakt heraus, benennt die geistigen Urheber, die politisch Verantwortlichen und die wirtschaftlichen Akteure dieser gigantischen Umverteilung von Vermögen und rückt sie in das Licht der Öffentlichkeit. Sie beweist die Verstrickung dieser Ideologie mit verbrecherischer Herrschaft bis hin zum Völkermord und dekonstruiert den Mythos von Kapitalismus und Freiheit!
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am 13. Juli 2010
Ein sehr gut recherchiertes Buch, das sich dank der hervorragenden Übersetzung auch noch gut lesen lässt. Es ist für jeden zu empfehlen, der mehr Hintergrundwissen zur derzeitigen Wirtschaftslage bzw. Politik erhalten möchte. Naomi Klein hat 60 Jahre Nachkriegs-Wirtschafts- und Politikgeschehen historisch zusammengefasst.
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am 15. November 2010
Naomi Klein zeigt am Beispiel bedeutender Länder auf, mit welchen Mitteln der uneingeschränkte freie Markt die Lebensgrundlagen und die Möglichkeiten der Mitbestimmung der Menschen vernichtet, um Macht und Kapital in der Hand einiger Weniger zu konzentrieren.
Ihre umfassenden Analysen, genaue Zitate und eine gründliche Sammlung der Zitate machen das Buch zu mehr als einer politischen Grundsatzerklärung.
Das Buch gibt auch Hoffnung: Die Autorin schildert in gut belegten Beispielen, wie Berufsgruppen, Kulturkreise und große Teile eines Volkes ihre Lebensgrundlagen gegen die Willkür des Katstrophen-Kapitalismus verteidigen können.
Ein sehr gutes Sachbuch, dass sich zugleich sehr spannend liest.
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am 5. Mai 2010
Das Buch von Naomi Klein lag schon länger ungelesen herum, also Zeit es zu lesen. Das Ergebnis: ich hätte es früher lesen sollen. Chile, Argentinien, Brasilien, Polen, Russland ... das ist der traurige Siegeszug der Neoliberalen. Mit welchem Resultat? Freiheit? Wohlstand? Wohl kaum. Große Versprechungen, keine Resultate.

Wer ein Fazit ziehen kann, der kommt vielleicht zum Ergebnis daß die Chicagoer Schule eine fundamentalistische Ideologie ist die anderen Fundamentalismen in nichts nachsteht, eine Heilslehre die sich auf "Wissenschaft" beruft, eine "Wissenschaft" von der selbst G. Soros sagt daß es sich um den "Anschein einer Wissenschaft handelt".

Bankenkrise und jetzt die "Griechenlandkrise" machen das Buch zu einer Pflichtlektüre für den macht, der sich nicht mit oberflächlichen Erklärungsmustern zufrieden geben will. Mein Rat : Schnellstens lesen!!!
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am 31. Mai 2014
Die sog. Chicago-Boys (Ökonomen, die ein ökonomisches System nach M. Friedman betreiben), die auch in Nah-Ost sehr aktiv sind, eroieren neue Geschäftsbereiche. Der Verlauf ist immer ähnlich, wie jüngst auf die Beteiligung von Katar bei der DB heruntergebrochen:

1. Krise?Ja, da Kapital gehlt. Wenn ja, dann weiteres Szenario:
Mitbestimmung der neuen Anteilseigner (Katar/USA) nimmt zu, in gleichen %-Anteilen die Privatisierung der DB, die laut Wiki im Jahr 2010 noch zu 47% deutsche und SCHON zu 31% europäische Anteile besaß. Gewinne werden dann sicher wieder abgeschöpft, ähm ich meine natürlich privatisiert und wenn es nichts mehr zu holen gibt, dann wird der Ramsch dem Steuerzahler, der ja wie oben gesehen zu 71%-Anteilseigner ist, überlassen. Ich bedanke mich schon einmal im Voraus!

Dieses Geschäftsmodell ist zigfach in Südamerika, Indonesien, Polen, im Nahen-Osten…also sagen wir weltweit erprobt und ausdifferenziert worden und gut, aber lang (ca. 650 S.) nachzulesen in genau diesem Buch.

Für die dazugehörige Doku muss man dem Englischen mächtig sein, aber dann ist sie unglaublich aufschlussreich und die aktuellen Parallelen verblüffend:

[...]

Noch eine gewagte These, die ich noch nicht untermauern kann: Die EU scheint mir ebenfalls nach diesem Modell auszubluten. Denn die Voraussetzung ist schon lange da, nämlich die (ökonomische) Krise, die ja dazu noch “alternativlos” eine DeregulierungsAgenda rechtfertigt (u.a. Freihandelsabkommen TTIP, die höhnische Regulierung der Banken). Alles Weitere wird sich zeigen..
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