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45 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlicht und schön
Die Geschehnisse der Evangelien in Romanform gab es ja schon häufig, mal mehr, mal weniger skandalös.
Dieses Buch hat mich aber besonders berührt, weil die Darstellung etwas anders als üblich ist. Der erste Teil wird aus der Sicht von Jesus selbst erzählt, wie er sich als Junge zunächst wie alle Kinder für unsterblich hält,...
Veröffentlicht am 8. November 2005 von Valentine

versus
14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Neue Apokryphe
Dem Evangelium des Pilatus als zweiten Teil ist die Ich-Erzählung Jeschuas als erster Teil vorangestellt, der in Gethsemane seiner Verhaftung und Passion harrt und uns den subjektiv-fiktiven Blick auf seine Lehre öffnet.
Das eigentliche sogenannte Evangelium, also der zweite Teil, ist in Wahrheit auch keines. Pilatus berichtet seinem (uninterressierten?)...
Veröffentlicht am 26. März 2008 von Dr. Peter Joham


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45 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlicht und schön, 8. November 2005
Die Geschehnisse der Evangelien in Romanform gab es ja schon häufig, mal mehr, mal weniger skandalös.
Dieses Buch hat mich aber besonders berührt, weil die Darstellung etwas anders als üblich ist. Der erste Teil wird aus der Sicht von Jesus selbst erzählt, wie er sich als Junge zunächst wie alle Kinder für unsterblich hält, nach dem Tod seines Vaters Joseph aber begreift, dass Menschen sterben müssen. Erst spät entdeckt er seine Berufung und beginnt öffentlich zu lehren.
Nach der Kreuzigung wechselt die Perspektive. Nun erzählt Pilatus, der römische Statthalter, der Jesus widerwillig zum Tod am Kreuz verurteilt hat, weil das Volk es so wollte. In Briefen an seinen Bruder in Rom berichtet er von diesem seltsamen "Magier", der so sehr den Zorn des Volkes auf sich gezogen hat, dass es seinen Tod forderte.
Als drei Tage später die Leiche des Gekreuzigten aus dem Felsengrab verschwindet, glaubt Pilatus zunächst an eine Verschwörung, doch alle seine Aufklärungsversuche laufen ins Leere. Und überdies stellt sich heraus, dass seine über alles geliebte Frau Claudia heimlich eine Anhängerin dieses Jesus war.
Schmitt erzählt ganz schlicht und sehr menschlich die Geschichten, die man aus der Bibel kennt, und erfüllt sie mit Leben, entstaubt sie, regt dabei zum Nachdenken an, zeigt aber auch viel Sinn für Humor und Zwischenmenschliches.
Als kleines Bonbon gibt es noch einen Anhang über die Entstehungsgeschichte des Romans und Schmitts eigene Gedanken und Erfahrungen zum Christentum, eine sehr interessante Ergänzung.
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45 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mutiges und absolut glaubwürdiges Buch, 14. Februar 2008
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Evangelium nach Pilatus (Taschenbuch)
Eric-Emmanuel Schmitt hat sich seinen Traum erfüllt. Nach über siebenjähriger Arbeit hat er sein "Opus Magnum" veröffentlicht:
sein "Evangelium nach Pilatus". Wie er in einer fast 40- seitigen Werkchronik am Ende des Buches erzählt, hat ihn seit einem sehr persönlichen Bekehrungserlebnis in der Wüste Ende der achtziger Jahre das Geschehen um Jesus von Nazareth persönlich und schriftstellerisch nicht mehr losgelassen.

Ich finde, das nun endlich vorliegende Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Er hat sich über 10 Jahre lang mit allen wesentlichen Forschungsergebnissen über Jesus beschäftigt und sie mit einiger Phantasie in ein Werk gekleidet, das auch gestandenen Theologen und bibelfesten Christen viel Stoff zum nachdenken und nachglauben" geben wird.

In einem sehr mutigen ersten Teil, der ihn, wie er im Nachwort berichtet, all die Jahre von einer Fertigstellung des Buches abgehalten hat, weil er zweifelte, ob er von Jesus in der Ich-Form schreiben könnte und dürfte, erzählt sein Jeschua seine "Beichte eines zum Tode Verurteilten am Abend seiner Verhaftung".

Im anschließenden Hauptteil wird die Geschichte weitererzählt und zwar aus der Sicht des Pontius Pilatus, über den ein gestandener, volkskirchlich gebildeter Christ eigentlich nicht mehr weiß, als daß er Jesus verurteilt hat. Schmitt`s Pilatus ist verheiratet mit Claudia, einer sehr intelligenten und einflussreichen Römerin, die schon vor Jesu Tod eine Begegnung mit ihm hatte und nach seiner Kreuzigung beginnt, an ihn zu glauben.

Die Gespräche, die sie mit ihrem Mann über Christus führt, sind spannend zu lesen. Genauso fesselnd ist Schmitt`s Interpretation der Person und Handlungsweise von Jehuda ( Judas), den er als den im Neuen Testament namenlosen "Lieblingsjünger Jesu" identifiziert.

"Das Evangelium nach Pilatus" ist ein wunderbares Buch, das Agnostiker und Skeptiker einem Menschen näher bringen kann, der es seit 2000 Jahren versteht, Menschen in ihrem Tiefsten zu erschüttern. Es ist ein Buch, das glaubensfesten Christen eine Möglichkeit weisen kann, wie es auch gewesen sein könnte, ohne daß sie ihren Glauben einer nur kalten Vernunft opfern müssten.

Und es ist ein Stück Literatur, das helfen kann, in einer westlichen Welt, die ihre christlich-jüdischen Wurzeln zu vergessen droht, sich wieder der wesentlichen Werte, die unsere Zivilisation geprägt haben zu vergewissern und sie zu neuem Leben zu erwecken.

Sonst jedenfalls werden diese Werte von Fundamentalismen nicht nur islamistischer Prägung hinweggeschwemmt werden.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jesus und Pilatus ganz menschlich!, 4. Februar 2007
Ich leihe mir viele Bücher aus der öffentlichen Leihbücherei aus und schone so seit Einführung des TEURO meinen Geldbeutel. Bücher, die mir sehr gut gefallen, werden dann gezielt nachgekauft. Das Buch von Eric Emmanuel Schmitt gehört hierzu und ist eines der ALLERBESTEN, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Es geht um Jesus Christus und sein Leben und Wirken und damit um einen Stoff, der schon recht alt ist und an dem sich schon viele versucht haben. Eric Emmanuel Schmitt gelingt es aber, Jesus als einen wirklichen Menschen darzustellen, mit all seinen Sorgen, Ängsten und auch Zweifeln. Wenn Jesus, der Menschgewordene Sohn Gottes war, dann hat er sicherlich auch so wie ein Mensch gefühlt; gerade dies macht ja sein Opfer aus, für uns alle gekreuzigt worden zu sein. Und so schildert der Autor Jesus Christus wie er am Ölberg auf seine Verhaftung wartend sein eigenes Leben reflektiert. Er schildert, wie er sich selbst gegen seine eigene Berufung gestemmt hat und wie er dann aber nach und nach erkannt hat, dass er seinen vorgezeichneten Weg nicht verlassen kann und darf. In diesem Umfeld spielt Judas eine besonders positive Rolle, der Jesus bestärkt und beide erkennen, dass sie ihrem jeweils eigenen Schicksal nicht entkommen können.

Der zweite Teil des Buches wird dann beginnend mit der Verurteilung durch Pilatus, von eben diesem erzählt und zwar in Form von Briefen an seinen lieben Bruder Titus. Pilatus schildert darin aus rein römischer und von dem judäischen Wahnsinn (Originalton Pilatus im Buch) reichlich angenervten Sichtweise, die Geschehnisse dieser Tage. Von Kooperationen mit Kaiphas, dem Hohepriester, ist die Rede und selbstverständlich von allen Versuchen zu widerlegen, dass Jesus tatsächlich wiederauferstanden ist. Pilatus analysiert alle Möglichkeiten und geht ihnen systematisch nach, einschließlich der Option, dass ein Personentausch auf dem Weg zur Kreuzigung stattfand oder die Zeit am Kreuz für das Sterben nicht lange genug gewesen sei. Schließlich erkennt Pilatus aber auch, dass Jesus tatsächlich auferstanden war und wird, reichlich stimuliert durch seine Gattin Claudia, auch zum Christen.

Last not least, bietet Eric Emmanuel Schmitt im letzen Teil noch ein rechtes Bonmot; er schildert, dass nach Abschluss des Manuskripts bei ihm eingebrochen worden wäre und das Werk gestohlen worden sei. Also schreibt er es nochmals, mit Erfolg. Aber kaum ist die zweite Fassung fertig und veröffentlicht, findet er Disketten mit der Urfassung wieder. Was tun? (wird nicht verraten, lassen sie sich überraschen!).

Fazit : Ein herrliches Buch. Uneingeschränkte Empfehlung!
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant und lebensnah, 16. Januar 2006
Dieses Buch ist in 2 Teile geteilt. Im ersten Teil, der etwa 60 Seiten lang ist, haelt Jesus im Garten Getsehmane einen naechtlichen Monolog, bei dem er sich an seine Kindheit zurueckerinnert, an seine Jugend, an seine Zeit als Zimmermann, in der er bereits offenes Ohr und Anlaufstelle fuer die Bewohner seines Dorfes gewesen war. Der Verlust der Kindheit, das Interesse an den grossen Fragen, das Erkennen der Notwendigkeit der Liebe. Dann sein Treffen auf seinen Vetter Johannes den "Taucher", der ihm verheisst, er sei der Messias. Seine eigenen Zweifel, seine Flucht in die Wueste, sein Finden des inneren Brunnen der Liebe, der Beginn seiner Lehrzeiten, das Treffen auf Judas, der ihm, sehr nah steht und dessen Belesenheit Jesus schaetzt, der Plan, die Verhaftung. Bald werden sie ihn holen. An dieser Stelle endet der Monolog.
Im zweiten Teil des Buches befinden wir uns schon in der Zeit nach der Kreuzigung. Pilatus schreibt an seinen Bruder Titus, berichtet von den Ostertagen, von einem Prozess, der ihn fesselte. Berichtet von seiner Frau Claudia Procula, und dann, als die Tage vergehen, schreibt er uns als Miterlebender vom Verschwinden der Leiche Jesu, macht sich selbst auf die Suche danach, beginnt eine kriminalistische Recherche. Wer mag den Leichnam gestohlen haben, wer hat ein Interesse daran? Die Ereignisse aber zeigen ihm, dass er sich verrechnet hatte mit einer solch einfachen Hypothese...
Ein interessantes Buch. Der erste Teil ist nachdenklich, melancholisch, in kurzen Saetzen geschrieben. Der zweite Teil dann, und dafuer habe ich einen Stern abgezogen, ist, trotz der Dichte interessanter Gedanken, ein wenig rauh in der Sprache. Schimpfworte und obszoene Besucher im Plast des Pilatus, die ausfuehrlich geschildert werden, geben dem Buch den Anschein, dass es populistisch um mehr Leser werben wollte, statt einfach das zu sein und zu bleiben, was es war.
Dennoch. Ein interessantes Buch. Fuer all die, die gerne den Menschen Jesus hinter den Evangelien einmal kennenlernen wollen, eine moegliche Jesusgestalt, eine Option, wie Jesus vielleicht war - fuer alle, die ihm einmal, dem Menschen, gegenueberstehen wollen, ist dieses Buch geschrieben. Faszinierend, nah, interessant. Lesenswert.
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Neue Apokryphe, 26. März 2008
Von 
Dr. Peter Joham "pjoham" (Klagenfurt, Kärnten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Evangelium nach Pilatus (Taschenbuch)
Dem Evangelium des Pilatus als zweiten Teil ist die Ich-Erzählung Jeschuas als erster Teil vorangestellt, der in Gethsemane seiner Verhaftung und Passion harrt und uns den subjektiv-fiktiven Blick auf seine Lehre öffnet.
Das eigentliche sogenannte Evangelium, also der zweite Teil, ist in Wahrheit auch keines. Pilatus berichtet seinem (uninterressierten?) Bruder Titus im fernen Rom über seine Erlebnisse und Ermittlungen in den Tagen und Wochen nach Ostersonntag. Wir treffen auf Kaiphas, Nikodemus, Josef von Arimathia, den Tetrarchen Herodes Antipas, Maria aus Magdala und den Jünger Johannes. Die Charaktere bleiben seltsam flach, was möglicherweise an der unglücklichen Form des einseitigen Briefverkehrs liegen mag. Wie man einen Briefwechselroman aus jener Zeit dicht und berührend gestalten kann, hat Gertrud Fussenegger vor 25 Jahren mit ihrem einfühlsamen Werk "Sie waren Zeitgenossen" bewiesen.
Zwar geht der aufgeklärte Landpfleger rational ans Werk: Entweder wurde der Leichnam geraubt und ein Doppelgänger ist zugange oder der Nazarener ist nicht am Kreuz gestorben. Je nach Variante fällt der Verdacht auf verschiedene Interessengruppen. Allerdings läßt sich keine der theoretisch möglichen Lösungen verifizieren oder falsifizieren und das verunsichert den römischen Ritter und Juristen. Immer mehr muss der Landpfleger, sanft geleitet von seiner geliebten Frau Claudia, erkennen, dass er teilhat an einem großen Mysterium des Glaubens.
Der Autor fügt also dem Kanon des Neuen Testaments eine weitere "apokryphe" Schrift hinzu. Seine Interpretation des Judas ist so neu nicht und schon gar nicht schockierend, wie der Autor in seinem Motivenbericht annimmt. Um die Person dieses zweifellos Interessantesten der Zwölf ranken sich seit jeher die unterschiedlichsten Deutungsversuche. Dass der Auferstandene als erstes der Salome erscheint, lag dem Autor sehr am Herzen, ist aber eher ein Einfall modernen Regietheaters.
Während also der heiklere erste Teil recht gut gelungen ist, scheint mir der zweite zu sehr an der Oberfläche zu bleiben und es fehlt an Dichte. Was bleibt, ist doch eher schlichte Auferstehungsliteratur.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mutiges und absolut glaubwürdiges Buch, 3. September 2005
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein mutiges und absolut glaubwürdiges Buch
Eric-Emmanuel Schmitt hat sich seinen Traum erfüllt. Nach über siebenjähriger Arbeit hat er sein "Opus Magnum"; veröffentlicht:
sein "Evangelium nach Pilatus". Wie er in einer fast 40- seitigen Werkchronik am Ende des Buches erzählt, hat ihn seit einem sehr persönlichen Bekehrungserlebnis in der Wüste Ende der achtziger Jahre das Geschehen um Jesus von Nazareth persönlich und schriftstellerisch nicht mehr losgelassen.
Ich finde, das nun endlich vorliegende Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Er hat sich über 10 Jahre lang mit allen wesentlichen Forschungsergebnissen über Jesus beschäftigt und sie mit einiger Phantasie in ein Werk gekleidet, das auch gestandenen Theologen und bibelfesten Christen viel Stoff zum nachdenken und "nachglauben" geben wird.
In einem sehr mutigen ersten Teil, der ihn, wie er im Nachwort berichtet, all die Jahre von einer Fertigstellung des Buches abgehalten hat, weil er zweifelte, ob er von Jesus in der Ich-Form schreiben könnte und dürfte, erzählt sein Jeschua seine "Beichte eines zum Tode Verurteilten am Abend seiner Verhaftung".
Im anschließenden Hauptteil wird die Geschichte weitererzählt und zwar aus der Sicht des Pontius Pilatus, über den ein gestandener, volkskirchlich gebildeter Christ eigentlich nicht mehr weiß, als daß er Jesus verurteilt hat. Schmitt`s Pilatus ist verheiratet mit Claudia, einer sehr intelligenten und einflussreichen Römerin, die schon vor Jesu Tod eine Begegnung mit ihm hatte und nach seiner Kreuzigung beginnt, an ihn zu glauben.
Die Gespräche, die sie mit ihrem Mann über Christus führt, sind spannend zu lesen. Genauso fesselnd ist Schmitt`s Interpretation der Person und Handlungsweise von Jehuda ( Judas), den er als den im Neuen Testament namenlosen "Lieblingsjünger Jesu" identifiziert.
"Das Evangelium nach Pilatus" ist ein wunderbares Buch, das Agnostiker und Skeptiker einem Menschen näher bringen kann, der es seit 2000 Jahren versteht, Menschen in ihrem Tiefsten zu erschüttern. Es ist ein Buch, das glaubensfesten Christen eine Möglichkeit weisen kann, wie es auch gewesen sein könnte, ohne daß sie ihren Glauben einer nur kalten Vernunft opfern müssten.
Und es ist ein Stück Literatur, das helfen kann, in einer westlichen Welt, die ihre christlich-jüdischen Wurzeln zu vergessen droht, sich wieder der wesentlichen Werte, die unsere Zivilisation geprägt haben zu vergewissern und sie zu neuem Leben zu erwecken.
Sonst jedenfalls werden diese Werte von Fundamentalismen nicht nur islamistischer Prägung hinweggeschwemmt werden.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein menschlicher Jesus - Ein Mensch namens Pilatus, 30. Januar 2006
Im ersten Teil seiner Geschichte beschreibt Schmitt Jesus als einen Menschen der lachte und weinte, liebte und zweifelte. Die Figur Jesus wird greifbar und nachvollziehbar, wird herausgelöst aus der überirdischen Vorstellung durch die Bibel.
Im zweiten Teil erfährt der Leser mehr über Pilatus. Auch er war bestimmt ein Mann der lachte, weinte, liebte und Zweifel hatte. Der versuchte “angebliche” Wunder zu begreifen oder “natürliche” Erklärungen zu finden. Ein Mensch mit Fehlern und Schwächen und sicherlich auch Vorzügen.
Einige Briefpassagen Pilatus´ sind etwas lang geraten, haben mich aber nicht daran gehindert das Buch innerhalb von 2 Tagen zu lesen.
Zuletzt möchte ich noch bemerken, dass ich zu den “ewigen” Zweiflern gehöre und dieses Buch trotzdem empfehlen kann.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr persönlich, aber formal missglückt, 22. Oktober 2005
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
„Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" begeisterte Hunderttausende. Und es ist in einer Zeit brüchiger Wertesysteme oder fundamentalistischer Doktrinen ein schöner Lichtblick, wenn Autoren wie Eric Emmanuel Schmitt Bücher mit religiösen Inhalten erfolgreich unters Volk bringen. Mit „Oskar und die Dame in Rosa" gelang dem französischen Schriftsteller und Lehrbeauftragten sogar das Kunststück, das heikle Thema Behinderung erzählerisch in Bilder zu fassen. Kurz: Meine Erwartungen an das neue Buch von Schmitt waren gross. Offenbar zu gross. Oder stellte sich Emmanuel Schmitt eine Aufgabe, die einfach nicht zu meistern war? Sein Nachwort „Chronik eines gestohlenen Romans" lässt jedenfalls vermuten, dass er selbst nach dem Vorliegen seines Werks Zweifel am Gelingen hat. Oder weshalb muss er so viele Erklärungen nachschieben, von denen nicht wenige nach Rechtfertigungen für sein Tun und seine Formulierungen klingen? „Ich hatte nie den Ehrgeiz, ein ansteckender Autor zu werden, der den Lesern seine Überzeugungen aufdrängt, der sie belehren, bilden und Schüler werben will." Dieser Behauptung Schmitts zu glauben, fällt mir schwer. Oder dann ist es die Verbindung von „anstecken" und „belehren", die ich nicht mag. Jedenfalls wollte Jesus andere Menschen ebenso anstecken wie die Evangelisten und die allermeisten Schriftsteller.

„Das Evangelium nach Pilatus" ist ein Buch über Jesus, über das Urchristentum. Ein Buch, das die Rollen der Hauptdarsteller zum Teil umschreibt und so die Fragen nach Täter und Opfer neu stellt und beantwortet. Im Jahre 1989 hatte Emmanuel Schmitt sein Sahara-Erlebnis, das ihn zum gläubigen Christen machte und einer der Gründe ist, weshalb er dieses Buch schrieb, das ihn nach eigenen Worten erst zum Romancier werden liess. Doch genau das ist wohl der Punkt, weshalb mich dieses Buch weit weniger überzeugte, als seine früheren. Ich empfand es als Mischung ohne klare Geschmacksausrichtung aus persönlichem Glaubensbekenntnis, historische Berichterstattung, originelle Evangelienversion, dramatische Erzählung, Briefroman, literarisches Tagebuch, philosophisches Essay und Passionsgeschichte. Mir fehlte das Zwingende, das im tiefsten Inneren Ergreifende - letztlich das Ansteckende. Und ich fand vor allem alle Passagen über das verschwundene Manuskript des Autors überflüssig, ohne jeden Bezug zur eigentlichen Geschichte. Aber gerade bei Büchern mit religiösem Inhalt hängt der persönliche Zugang von Aspekten ab, die sehr individuellen Charaktere haben. Trotzdem gibt es formale Möglichkeiten, das Virus emotionaler Ansteckung besser in Umlauf zu bringen. Emmanuel Schmitt zeigte in früheren Werken, dass er das schriftstellerische Handwerk beherrscht. Wieso er es in seinem bisher persönlichsten Buch nicht so spielerisch wie bisher einsetzen wollte, bleibt für mich eine offene Frage.
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11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Überschätzter Autor, überschätztes Buch, 2. April 2008
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Evangelium nach Pilatus (Taschenbuch)
Schmitt gliedert sein Buch in drei Teile. Im ersten Teil, dem 80 Seiten umfassenden Prolog, erzählt Jesus bzw. Jeschua sein Leben, während er im Garten von Gethsemane auf seine Verhaftung wartet. Der Erzählstil ist sehr schlicht und lässt auf einen einfach gestrickten Menschen ohne besondere Bildung, Ausstrahlung und Intention schließen. Er ist nur eins: sehr mit sich selbst beschäftigt, möchte Spaß haben und sein Leben genießen. Mich erinnert das ein wenig an die Flower-Power-Zeit, an Hair und Make-love-not-war. Jeschua kommt mir dabei wie das Alter Ego Schmitts vor.

Der zweite, weitaus umfangreichere Teil, ist aus der Sicht des römischen Statthalters Pontius Pilatus erzählt, beginnend mit der Feststellung, dass die Leiche verschwunden sei. Dieser Teil ist sprachlich sehr viel besser als der Prolog. Indem Pilatus erzählt, was er alles unternimmt, um das Verschwinden der Leiche aufzuklären, liefert er zugleich auf spannende Weise Einblick in die Geschichte und die Kultur der damaligen Zeit. Sein Denken, sein Handeln und seine Ansichten lassen ihn sympathisch erscheinen.

Der dritte Teil ist eine Art Werkstattbericht des Autors, in dem er vom Drama des Verlustes seines ersten Manuskripts zu diesem Buch berichtet. Hätte er diesen Teil doch lieber nicht geschrieben, denn er ist nur eines: unerträglich eitel! Der Autor wirkt sehr von sich eingenommen und selbstverliebt. Das macht ihn unangenehm. Er macht damit den positiven Eindruck, den sein ungewöhnlicher Denkansatz in der Darstellung des Jeschua und des Pilatus erzeugt, leider völlig zunichte.

Ich denke, entweder wird Herr Schmitt überschätzt, oder aber er hält uns mit diesem Buch alle zum Narren.
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14 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen genial - daneben - ?, 14. September 2005
Von Ein Kunde
„Nachdem es viele unternommen haben, einen Bericht abzufassen über die Dinge, die sich unter uns zugetragen haben," (Originalton Lukas), hat sich also auch Eric-E. Schmitt daran gewagt, sein Evangelium dem geneigten Leser zu präsentieren. Die Geschichte ist hinreichend bekannt, und die positiven Merkmale des umfangreichen Nachworts und des ca. 70 Seiten umfassenden ersten Teils (das Evangelium der Olivenbäume), das sich mit Jesu Seelenschau befasst, haben bereits andere Rezensenten an dieser Stelle hervorgehoben.
Doch was ist mit dem 170 Seiten starken Hauptteil, dem „Evangelium nach Pilatus?" Für diesen Teil hat Schmitt die Briefform gewählt, hat er sich da vom eingangs zitierten Evangelisten Lukas inspirieren lassen? Aus dem erlauchten „Theophilus" hat er den Bruder „Titus" gemacht. Das „Passah"-Fest hat er übrigens fast durchgängig mit „Ostern" bezeichnet (wie weit blickend Pilatus doch war).
Die Form des Briefromans hat mich nicht überzeugen können. Eine fortlaufende Handlung kann sich nicht entwickeln. Der Autor bleibt in der Schilderung einzelner Episoden stecken, und von den häufigen Unterbrechungen „an meinen lieben Titus" wird man als Leser ständig aus der Geschichte herausgerissen.
Wie schreibt man einen Brief - und was schreibt man in einem Brief? Man kommt auf den Punkt und schreibt nicht lang und breit um den heißen Brei herum. Man ergeht sich nicht in Milieuschilderungen über Alltägliches und allgemein Bekanntes. Zumindest dürfte Pilatus den Alltag in Judäa seinem Bruder schon mitgeteilt haben - oder sind dies die ersten Briefe des neuen Statthalters nach Rom? Aber Pilatus meint ja auch nicht in erster Linie seinen „lieben Titus", sondern einen Leser des 21. Jahrhunderts, der aufgeklärt werden muss, wenn er z. B. die Praxis einer Kreuzigung erklärt.
In mehreren Briefen, oder sagen wir besser Tagebuchaufzeichnungen, berichtet also Pilatus seinem Bruder über die Kreuzigung eines weisen Magiers, dessen Leiche spurlos verschwindet, und er entwickelt kriminalistische Aktivitäten, stellt Nachforschungen an ... Aber alle Theorien erweisen sich im Endeffekt als unwahr. In der Tat, man wird als Leser hellhörig, stellt sich ebenso viele Fragen. Unter anderem diese: Warum berichtet Pilatus erst zum Schluss von der Nacht der Verurteilung, als er Jesus verhört hatte, was ihn so sehr beeindruckt und verändert hat? Und dann das Ende: aus dem Statthalter wird ein Pilger, die Verherrlichung Jesu auf dem Berg Tabor und Himmelfahrt und Pfingsten fallen zusammen, der Siegeszug des Christentums lässt sich schon erahnen, und ich klappe das Buch zu. Alles wird gut.
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Das Evangelium nach Pilatus
Das Evangelium nach Pilatus von Eric-Emmanuel Schmitt (Taschenbuch - 13. September 2007)
EUR 8,95
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