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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant erzählte Einsamkeit!
Peter Stamms neues Buch "An einem Tag wie diesem" ist eine sehr gelungene Erzählung über einen Menschen, den Überdruss und Einsamkeit, das Leiden an einem Leben ohne Verantwortung und ohne Ziel dazu treiben, von einem Tag auf den anderen ganz neue Wege zu gehen. Dabei formuliert der Schweizer Stamm brillant und klar und lässt den Protagonisten Andreas...
Veröffentlicht am 16. Juni 2006 von zeilensprung

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Belanglose Geschichte eines gefühlsarmen Einzelgängers
Peter Stamm schreibt in seinem Roman "An einem Tag wie diesem" die Geschichte eines Einzelgängers, der von einem Tag auf den anderen beschliesst, seine bisherigen Zelte in Paris rigoros abzubrechen. Andreas, der Protagonist, hat eine vage Vergangenheit, eine schwammige Gegenwart, und weil er sich weigert, den Befund einer Untersuchung abzuholen, der er sich wegen...
Veröffentlicht am 20. Juni 2011 von P.Hastings


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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant erzählte Einsamkeit!, 16. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Peter Stamms neues Buch "An einem Tag wie diesem" ist eine sehr gelungene Erzählung über einen Menschen, den Überdruss und Einsamkeit, das Leiden an einem Leben ohne Verantwortung und ohne Ziel dazu treiben, von einem Tag auf den anderen ganz neue Wege zu gehen. Dabei formuliert der Schweizer Stamm brillant und klar und lässt den Protagonisten Andreas in seiner Konturlosigkeit scharf erscheinen.

Andreas ist in der Schweiz aufgewachsen und lebt als Deutschlehrer in Paris. Sein Leben ist klar strukturiert, er hangelt sich an dem immer gleich bleibenden äußeren Rahmen entlang. Er trifft sich mit verschiedenen Frauen, weit entfernt davon, ernsthafte Beziehungen mit ihnen zu unterhalten. Von Zeit zu Zeit denkt er an die große Liebe seiner Jugend, die ihn zugunsten seines besten Freundes verließ.

Andreas erkrankt und ist überzeugt davon, dass ihm nicht mehr allzu viel Zeit bleibt. Eine deutsche Schülerlektüre fällt ihm in die Hand und erinnert ihn an Fabienne, die er unbedingt noch einmal sehen möchte.

So entschließt er sich, die Brücken in Paris abzubrechen und erneut in das kleine Schweizer Dorf zurück zu kehren.

Eine junge Kollegin, die in ihn verliebt ist und die sich um ihn kümmert, als sie erfährt, dass er erkrankt ist, begleitet ihn. Doch er empfindet Delphine als Störung.

Er muss zunächst alleine etwas für sich klären, bis sich für ihn neue Wege ergeben...

Peter Stamms Geschichte zieht den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann. Stamm erzählt klar und präzise von einer bleiernen Einsamkeit. Aber er zeigt auch auf, dass auch ein unbeteiligt gelebtes Leben irgendwann eine Wende bekommt, in der Stellung bezogen werden muss!

Ich bin sicher, dass Stamms Buch in diesem Sommer Furore machen wird und ich würde es diesem klugen Buch auch wirklich wünschen!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knapper, aber aussagekräftiger Stil, 30. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Für mich war "An einem Tag wie diesem" einer der eindruckvollsten und im positiven Sinne überraschendsten Romane 2006. Der lakonisch-knappe Schreibstil des Peter Stamm bildet einen wohltuenden Kontrast zu vielen andern Romanen und lässt der Handlung genug Raum zur Entfaltung, statt mit blumig-überbordenden Formulierungen den Inhalt zu ersticken. Auf mich hat dieser Erzählstil aber trotz seiner minimalistischen Art nie platt gewirkt - genau das Gegenteil ist der Fall: Durch jene Einfachheit der Sprache gewinnt das einzelne Wort wieder an Bedeutung und somit der gesamte Text an Aussagekraft. Liest man einige Passagen zum wiederholten Male, fällt einem oft erst die ganze Kraft eines Satzes auf. Und es gibt viele extrem starke Sätze in diesem Buch, das von der Liebe, der unbestimmten Bedrohung des Todes und der Leere der immer gleichen Routine erzählt. Ganz abgesehen von all den andern Faktoren, die ein gutes Buch ausmachen, erzeugt "An einem Tag wie diesem" beim Lesen eine angenehm-melancholische Grundstimmung, die sich durch den ganzen Roman zieht und ihm die richtige Atmosphäre verpassst. Ein sehr gelungenes Buch, auch wenn die kontroversen, weit auseinander gehenden Meinungen durchaus nachvollziehbar sind - denn ein simpler bis minimalistscher Sprachstil sagt nicht unbedingt jedem zu.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Belanglose Geschichte eines gefühlsarmen Einzelgängers, 20. Juni 2011
Von 
P.Hastings (Mittelfranken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem. Roman (Taschenbuch)
Peter Stamm schreibt in seinem Roman "An einem Tag wie diesem" die Geschichte eines Einzelgängers, der von einem Tag auf den anderen beschliesst, seine bisherigen Zelte in Paris rigoros abzubrechen. Andreas, der Protagonist, hat eine vage Vergangenheit, eine schwammige Gegenwart, und weil er sich weigert, den Befund einer Untersuchung abzuholen, der er sich wegen seines dauernden Hustens unterzogen hat, auch eine ungewisse Zukunft.

Andreas nimmt sich die Frauen, wie er sie braucht. Er empfindet wenig bis nichts für sie, schickt sie fort und holt sie zurück, wie es ihm beliebt. Sein Leben als Lehrer in Paris bricht er plötzlich ab, als er den Befund einer Untersuchung abholen soll. Mit Delphine, einer jungen Kollegin, reist er zurück in seine Heimat, die Schweiz, um Fabienne wieder zu treffen, die er einmal geliebt hat. Sie verfolgt ihn sein ganzes Leben hindurch, er kommt von den Gedanken an sie nicht los, trotz der vielen gleichzeitigen, wechselnden Liebschaften.

Peter Stamm entwickelt die Geschichte sehr langsam und behutsam. Zu langsam. Die Story windet sich dahin wie ein behäbig mäandernder Fluss, der sich ohne Ereignisse durch ein Tal schlängelt. Der Autor benutzt dabei eine sehr einfache Sprache, die mit wenigen Wörtern auskommt. So besteht die Gefahr der großen Langeweile, die auch zeitweise aufkommt. Denn in diesem Buch geschieht nichts. Eine Belanglosigkeit reiht sich an die nächste. Es wird miteinander geschlafen und ein wenig gestritten, Andreas schickt seine Geliebten fort und holt sie zurück. Er tut das alles ohne Aufregung, ohne Gefühl, er tut das, als wäre es das normalste auf der Welt.

Ich habe mich durch die Geschichte gequält. Die Jugendliebe Fabienne, die immer wieder wie eine Fata Morgana auftaucht, interessiert nicht wirklich. Am Ende bleibt von der Geschichte nichts hängen, kein Nachhall, kein Nachsinnen. Peter Stamm kann es besser, viel besser.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie einer lernt, seiner Existenz zuzustimmen, 4. August 2006
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
"Irgendwann, vor langer Zeit, hatte er eine Richtung gewählt, einen Weg eingeschlagen, und es gab kein Zurück. Selbst jetzt, wo er alles aufgegeben hatte, war es ihm, als gebe es nur einen möglichen Weg. Er hatte nicht das Gefühl von Freiheit, das er als Jugendlicher gehabt hatte. Alles schien entschieden."

Davon, und daß es doch nicht so ist, wie es scheint, handelt Peter Stamms wunderbarer kleiner Roman. Andreas, der Protagonist, kehrt, durch eine schwere, vermutlich tödliche Krankheit aus dem Geleise seines regelmäßigen, unbeteiligten Lebens gebracht, in das Dorf seiner Kindheit zurück, und kann schließlich seiner Existenz, ohne sie eigentlich zu ändern, zustimmen. Stamm erzählt diese Entwicklung präzise, lakonisch und schön, ohne jeden Theorie- oder Sentimentalitätsballast.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von einem der auszog...., 10. September 2007
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Andreas' Leben plätschert dahin. Er ist Lehrer in Paris; vor 18 Jahren ist er da hängen geblieben. Seine Herkunft interessiert ihn nicht, seine Ziele ebenso wenig. Dann gerät sein Leben durcheinander. Der drohende Lungenkrebs lässt ihn Abstand nehmen und führt ihn dazu, bewusster Entscheide zu fällen. Und was macht der liebe Mann, auf der Suche nach seinem Weg: Er bricht alle Zelte ab, nimmt ein paar wenige Erinnerungsfetzen und eine sich eben erst angelachte Begleiterin mit und geht auf die Suche nach seinen Wurzeln.

Das Buch hat mich schon rein aufgrund seiner Rezensionen fasziniert. Es polarisiert. Peter Stamm schreibt erdrückend nahe an der Empfindung und den Gedanken in Echtzeit. Diese Mattigkeit hat bestimmt schon jeder erlebt und wir sind froh, nicht selber unter Dauer-Lust- und Lieblosigkeit zu leiden wie unser Protagonist Andreas. Der Schock für ihn ist die Frage nach dem Lebenssinn vor dem Hintergrund einer möglicherweise tödlichen Krankheit. Der Schock für uns ist: Uns könnte es genauso gehen. Was würden wir noch tun wollen, welcher Frage würden wir noch nachgehen?

Zitat: Die Leere sei die Wiederholung, hatte er gedacht. Aber es stimmte nicht. Die Leere lauerte jenseits der Wiederholung. Die Angst vor der Leere war die Angst vor der Unordnung, dem Chaos, dem Tod." Und so bricht er auf, jene Fetzen zusammenzusetzen, die im wirklich Halt geben, und all den anderen Ballast über Bord zu werfen. Das resultierende Bild des Puzzles ist gleichermassen einfach wie überraschend.

Lesenswert.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der einsame Cowboy von Paris, 3. Oktober 2006
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Peter Stamms dritter Roman "An einem Tag wie diesem" polarisiert. Manche finden das Buch gut, manche schlecht. Ich denke, dass hat mit Stamms minimalistischen Stil zu tun. Vieles wird nur knapp skizziert und lakonisch hingeworfen. So kreiert Stamm eine Projektionsfläche, bei der die Lücken durch die Vorstellungskraft der Leser gefüllt werden müssen. Entweder man kann sich im Buch wiedererkennen oder man kann es nicht. Wenn man sich selbst darin erkennt, dann findet man das Buch super.
Im Zentrum steht Andreas, Lehrer in Paris, jenseits der 40 und in einer Midlife-Crisis. Andreas ist – wie bei Peter Stamm häufig – ein einsamer Charakter. Er ist total beziehungsunfähig. Seine Frauengeschichten sind keine Liebesgeschichten. Irgendwie ist er auch heimatlos, lässt sich ziellos durch sein Leben treiben, geht Problemen (Krankheit) aus dem Weg. Sein Leben ist leer. Doch dann beginnt er über sein Leben nachzudenken. Existenzielle Fragen: Wer bin ich? Was will ich? War mein bisheriges Leben richtig? Bin ich glücklich? So führt ihn sein Weg zurück zu seinen Wurzeln in die Schweiz und zu seiner ersten und einzigen grossen Liebe. Sein gegenwärtiges Leben wird an der Vergangenheit gespiegelt. Schliesslich bricht er zu neuen Ufern auf, allerdings ohne Antworten auf die gestellten Fragen zu geben.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Punkt in der Landschaft, 18. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Der 43-jährige Schweizer Autor legt acht Jahre nach seinem Debüt den dritten Roman vor. Sein Ich-Erzähler Andreas lehrt seit Jahren an einem Pariser Gymnasium. Die Wirklichkeit ist für ihn ein immer gleicher Tag. Bis bei einer ärztlichen Untersuchung die Vermutung ausgesprochen wird, er könne ernstlich krank sein. Ohne Laborergebnisse und Diagnose des Arztes erfahren zu wollen, kündigt er seinen Job und verlässt sein Leben. Er macht sich auf den Weg zu den Wurzeln seiner Kindheit, zu einer alten Liebe, die längst erloschen ist. Möglicherweise findet er eine neue - den Schluss lässt Stamm wie gewohnt offen.

So wie sich das Leben des Ich-Erzählers jahrelang ohne Veränderungen vollzog, sich nur durch die Regelmäßigkeit von Wiederholungen eingrub, so beängstigend kühl konstatiert er, was ihm passiert. Dieser nüchterne Tonfall ist Stamms Markenzeichen und charakterisierte auch sein bisher bestes Buch "Ungefähre Landschaft".

Die Analyse verlebter Zeit und das Schildern unspektakulärer Geschehnisse sind diesmal jedoch nicht von solch literarischer Kraft. Der Text wirkt seltsam unpersönlich, die vage angedeuteten Befindlichkeiten des Ich-Erzählers wecken bei mir wenig Empfindungen. Auch die nicht eben sympathischen Frauenfiguren bleiben farblos. Vielleicht taugt der von Stamm skizzierte Lebensentwurf einfach nicht zum Gleichnis.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben ohne alles, 13. Januar 2009
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Andreas, der Held in Peter Stamms neuem Roman "An einem Tag wie diesem" lebt ein "Leben ohne alles". Die Gleichheit der Tage halten ihn - allerdings nur in der Schwebe. Dazu gehört sein Beruf als Lehrer in Paris, dazu gehören seine verschiedenen Geliebten, für die er kaum Gefühle aufbringt, andererseits auch keine von ihnen erwartet. Und so reiht sich ein Tag an den anderen. "Andreas ging immer geradeaus". Ohne Emotionen, ohne Teilnahme und ohne Ziel. Einen einzigen Blick zurück gestattete er sich. Fabienne hieß die junge Schweizerin, in die er sich vor zwanzig Jahren verliebt hatte.

Die Gleichförmigkeit der Tage wird je unterbrochen durch eine Untersuchung, die dem Mitvierziger "an einem Tag wie diesem" die Krebsdiagnose beschert. So genau aber will er auch das nicht wissen. "Das Labor konnte sich getäuscht haben...Die Wahrscheinlichkeit war winzig, aber sie bestand. Andreas wollte es nicht wissen... Solange er es nicht wusste, konnte ihm nichts geschehen".

Zumindest wollte er ein neues Leben beginnen. "Das dachte er, ist meine einzige Chance". Zum ersten Mal kommt so etwas wie Bewegung in sein Leben. Lakonisch, beinahe unbeteiligt erzählt Peter Stamm die Geschichte von Andreas. Was allerdings so einfach und schlicht daher kommt, ist große Kunst. Der Roman hat gegenläufig zu seinem Helden eine eigene Dynamik, die den Leser mitreißt. Stamm hat einen beeindruckenden Erzählton gefunden, der schon in den Romanen "Agnes" und "Ungefähre Landschaft" aufgefallen ist.

An einem Tag wie diesem also glaubt Andreas um seine Krankheit zu wissen. An diesem Tage war ihm, "als habe er die Kontrolle über sein Leben zurückgewonnen." Jetzt "würde (er) sich heilen von diesem Leben, das keines gewesen war". Andreas kündigt seine Stelle als Deutschlehrer, vernichtet alles, was sein Leben bisher ausgemacht hat, verkauft seine Wohnung; er verabschiedet sich von seinen ehemaligen Geliebten, kauft sich einen alten 2 CV. Anfangs ziellos macht er sich mit der jungen Delphine, mit der er schläft, die er aber wahrscheinlich nicht liebt, auf den Weg. Denn da ist die Jugendliebe Fabienne. Sie lebt in der Schweiz, in einer Gegend, in der auch Andreas aufgewachsen ist.

Es wird eine Reise in die Vergangenheit und der Versuch, sich seiner selbst zu versichern. Er trifft seine Verwandten, und er trifft Fabienne. "Er wollte nicht mehr lieben wie mit zwanzig...Er konnte sich an das Gefühl erinnern, aber er empfand es nicht mehr." Aus dem Gefühl der Lethargie und der Trostlosigkeit erwächst ihm der Glaube, dass dies noch nicht das Ende ist, dass er mehr ist als "ein winziger Punkt in einer bedrohlich leeren Landschaft". So endet der Roman an einem Strand, fernab der Menschen. Und wie alles - so glaubte Andreas - im Leben ein Zufall sei, "nur der Tod war kein Zufall", trifft er am Strand Delphine wieder. Vielleicht war die Zukunft nur ein Tag. Und plötzlich hatte er Andreas noch viel zu tun.

"An einem Tag wie diesem" ist ein außergewöhnliches Buch, ein brillanter Roman über Lebens-Ennui, Liebesunfähigkeit und Sehnsucht nach dem Leben.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Wort zu viel, 27. Dezember 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Gebundene Ausgabe)
Alle bisherigen Rezensenten haben Recht! Warum?

Die Sprache Peter Stamms ist kunstlos, ohne Schnörkel. Auffallend sind die kurzen Sätze. Subjekt, Prädikat, Objekt - wenig Nebensätze.

Zwar lebt Peter Stamm in Winterthur im Kanton Zürich, man könnte aber meinen, er sei in einem der abgelegenen Täler in der Schweiz geboren (Emmenthal, Berner Oberland), weil die Bewohner eben jener Gegenden sich auch heute noch oft durch eine eher bedächtige Art, die sich eben auch in Sprache ausdrückt, auszeichnen.

Man würde meinen, das sei öde, doch Stamm beweist, dass auch wortkarge Schweizer durchaus etwas zu sagen, zu schreiben haben.

Die innere Befindlichkeit bzw. auch der Handlungsstrang lassen in der Tat an die Werke Albert Camus erinnern. Doch als dieser schrieb, wurde Stamm erst geboren.

Dem Protagonisten Andreas ist alles gleich (gültig). Er ist haltlos, er hängt an nichts, nicht einmal an seinem Leben. Sein Verhältnis zu Frauen reduziert sich im Wesentlichen auf Sex. Er gebraucht sie, sie benutzen ihn.

Thematisch passt dieses Buch, das vorgibt ein Roman zu sein, sich jedoch eher an der Grenze zur Erzählung bewegt, eher in die 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Ich denke dabei auch an Uwe Timms "Heißer Sommer" (1974).

So gesehen haben wir es mit einem "anachronistischen" Werk zu tun, das vermutlich vor allem jene Leser erreicht, die sich in den 70er Jahren zu Hause fühl(t)en und auch heute noch auf der Suche nach dem Sinn unserer Existenz sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Locker zu lesen, 10. August 2011
Von 
Carla - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: An einem Tag wie diesem (Kindle Edition)
Es ist die Geschichte eines aus der Schweiz stammenden Lehrers, der in Paris unterrichtet und sich dort seine Leben geruhsam eingerichtet hat. Er bemüht sich um seine Schüler, unterhält mehrer Liebesaffären und schlendert durch die Stadt. Dabei verfolgt er keinerlei Ziele oder Absichten, sondern lässt die Tage seines klar strukturierten Lebens an sich vorüberziehen. Aufgerüttelt durch den Verdacht auf eine Krebserkrankung gibt er seinen Beruf auf und macht sich mit einer Lehramtsanwärterin, mit der er wiederum eine Liebesaffäre beginnt, auf den Weg in sein Heimatdorf. Dort spürt er seiner ersten großen Liebe nach. Es gelingt ihm, seine frühen Erfahrungen und Sehnsüchte aufzuklären und so kommt es zu einem glücklichen Ende. Der Roman ist einfach geschrieben, leicht und locker zu lesen. Die Einfachheit der Sprache unterstreicht die Eintönigkeit im Leben des Protagonisten und seine Leidenschaftslosigkeit. Mir hat das Lesen Spaß gemacht.
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An einem Tag wie diesem. Roman
An einem Tag wie diesem. Roman von Peter Stamm (Taschenbuch - 15. November 2007)
EUR 7,95
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