Fashion Sale Hier klicken b2s Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Jetzt informieren Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
34
4,5 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:12,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Fernando Pessoa, ein portugiesischer Schriftsteller, der als Buchhändler gearbeitet hat,ist 1935 mit 47 Jahren gestorben. Dieses Buch, "Das Buch der Unruhe", ist einfach hinreißend, es ist poetisch klug, melancholisch, bekümmert, heiter, elegisch, schwermütig, ja geradezu phantastisch.

Der Autor schreibt betrüblich über den Sinn und Unsinn der Liebe, über die Würdigkeit, Abneigung und widerwilligen Überdruss. Er reflektiert darüber, ob die Realität unsere Begierden befriedigt, über das Sein in Halbschattenprivilegien". Es geht um Morgenlicht und Abenddämmerung, es geht um die omnipräsente Natur, um Wasser und azurnes Himmelblau.

Wir haben Bücher, die beginnen vorne und enden hinten. Dieses Buch kann man hier und dort aufmachen und genussvoll lesen, das geht. Es gibt eigentlich keinen durchgehenden roten Faden. Immer wieder ist man gebannt und fasziniert, wie Fernando Pessoa, über das Menschsein schreibt, Mensch sein in den unterschiedlichsten Lebenslagen.

Es hat eine Klarheit der Sprache, die geradezu phantastisch ist, gerade auch im Zusammenhang damit, welche reiche Phantasie sie hat. Es ist sprachlich makellos, von umwerfender Klugheit getragen.

Ein "Menschseinbuch", das eigentlich auf jeden Nachtisch gehört. Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck aus vielen Gründen.
22 Kommentare| 98 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Februar 2006
DAS BUCH DER UNRUHE von Fernando Pessoa ist eines der berühmtesten Werke der literarischen Moderne. Pessoa selbst nennt es eine "Autobiographie ohne Ereignisse". Was er beschreibt sind Gedanken, Beobachtungen, Reflexionen und Träume. Trotzdem wendet er sich vom Leben nicht ab, selbst dann nicht, wenn er schreibt: "Die Literatur ist die angenehmste Art, das Leben zu ignorieren." Was er entdeckt ist ein anderes Leben, das Leben des Geistes. DAS BUCH DER UNRUHE ist somit nicht allein ein Ausdruck der Verzweiflung, sondern zugleich eine Beschwörung der Freude: der Freude am Denken, am Träumen, am Schreiben. Die vorliegende Ausgabe wurde herausgegeben von Richard Zenith und übersetzt und revidiert von Ines Koebel. Es handelt sich um eine vollständige Übersetzung der portugiesischen Neuausgabe aus dem Jahr 1998.
0Kommentar| 67 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Dezember 2008
Wenn ich nur ein einziges Buch aus einem brennenden Haus retten oder auf eine einsame Insel mitnehmen könnte -' es wäre dieses. Die Wortgewandtheit des Autors ist gewaltig, überwältigend. Auf jeder Seite Gedanken, die man selbst zwar schon gedacht haben mag, aber in der Form nie formulieren oder zu Papier hätte bringen können. Reflexionen über Parkanlagen, Grammatik, immer wieder Einsamkeit und Träume -' seit meinen lang vergangenen Studientagen habe ich nicht mehr so viele Stellen angestrichen und Eselsecken geknickt wie im Buch der Unruhe.
Und auch wenn einen die Melancholie bisweilen übermannt, so sind selbst die dunkelsten Momente doch immer auch erhellend. Ein Buch, das ich am liebsten vor einem prasselnden Kaminfeuer lesen würde, wenn ich denn einen Kamin hätte.
22 Kommentare| 23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Oktober 2009
Um es vorweg zu nehmen - ich halte dieses Buch für das Wertvollste aller meiner Bücher.

Fernando Pessoa trägt seine Gedanken über eine Welt - die natürlich immer aus den Fugen scheint - über einen fiktiven Hilfsbuchhalter Bernardo Soares, der in Lissabon sein Leben fristet, vor. Das 20. Jahrhundert mit allen Schrecken und zivilisatorischen Dummheiten kann Pessoa aus dem euro-marginalen Portugal gut beobachten und reflektieren. Es ist eine Reflexion in Ohnmacht und Verwunderung. Es stellt die Frage nach dem Sinn und weil es so schwer ist darauf Antworten zu finden gibt es die Unruhe als Phänomen. Vielleicht gibt es die Unruhe in Soares aber auch, weil diese Welt so töricht ist?

Der Text ist chronologisch und höchst fragmental aufgebaut. Er beschreibt eher Gedanken und Gefühle als Handlungen. Gerade darin liegt der Reiz. Hinter jedem Satz liegt ein ganzer Kosmos. Dabei ist es mit so viel Poesie und Hintersinn geschrieben, dass es ungemein berühren kann. Wie gesagt - ich kenne bislang kein Buch, dem es so stark gelang mich einzubeziehen.

Ich denke man sollte den Roman auch gar nicht beschreiben - sondern es einfach authentisch lesen - Zeile für Zeile - und das sehr sorgfältig damit einem nichts entgeht vom Geiste des höchst verehrten Fernando Pessoa.
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 13. Dezember 2003
Endlich ist sie da, die ungekürzte Ausgabe von Pessoas "Buch der Unruhe". Worum geht es im Buch? Es ist eine Autobiographi ohne Fakten, eine Geschichte ohne Leben, von dem Hilfsbuchhalter Bernardo Soares, hinter dem sich Pessoa versteckt, verfasst. Der Ich-Erzähler lebt ein belangloses, gewöhnliches, nichtiges Leben und empfindet es auch als solches. Er geht seiner Arbeit im Büro nach und nach Dienstende lebt er einsam, zurückgezogen in seinem Zimmer im vierten Stockwerkt, aus dem er vom Fenster aus, die mit Menschen überfüllte Straße beobachtet. Er ist traurig und niedergeschlagen und weiß nicht einmal den Grund. Das einzige was er weiß ist dass er nichts weiß. Die seelische Grundhaltung des Autors ist von der ersten Seite bis zur letzten eine zutiefst depressive und melancholische. Wie dieser Sinnlosigkeit entgehen? Die Antwort: schreiben und träumen! "Schreiben heißt vergessen. Die Literatur ist die angenehmste Art, das Leben zu ignorieren". Selten habe ich mich in einem Buch derartig wiedererkannt. Das Buch der Unruhe wäre eines der Bücher die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Es ist das traurigste Buch dass ich gelesen habe.
11 Kommentar| 42 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Juli 2006
Müsste ich mich für ein einziges Buch entscheiden, würde ich wohl "Das Buch der Unruhe" wählen. Nicht weil es das Beste oder Spannenste war das ich je gelesen habe, sondern weil es das einzige Buch ist, das seine Bedeutung für mich im Laufe der Jahre nicht verändert hat. Pessoa beschreibt in seinen fragmentarischen Aufzeichnungen auf den ersten Blick das Tagesgeschehen und die Erlebnisse seines alter Egos Hilfsbuchhalters Bernardo Soares, philosophiert dabei aber gleichermaßen über das Leben und den persönlichen Anteil seiner Hauptfigur daran und schafft es damit für den Leser sich selbst wiederzufinden, unabhänging davon, wann das Buch geschrieben wurde. Für mich - der Hermann Hesse für Erwachsene.
0Kommentar| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Fernando Pessoa hatte offenbar eine vielfach gespaltene Persönlichkeit - über 70 Heteronyme sind heute bekannt. Die wichtigsten seiner Alter Egos haben eine eigene Biografie, eine eigene Persönlichkeit und einen ganz individuellen Schreibstil. Eine dieser literarischen Persönlichkeiten ist Bernardo Soares, ein Hilfsbuchhalter aus Lissabon, der sich im Buch der Unruhe den Schmerz von der Seele schreibt. In verstörenden Bildern berichtet er aus seinem Leben. Dieses kommt ihm vor wie ein Grab, aus dem nur der Traum und die Literatur Fluchtmöglichkeiten bieten. Präzise seziert er seine Gefühle und Empfindungen, den Überdruss gegenüber einem feindlich gesinnten Schicksal, das ihm alles, was er wollte, vorenthielt, die Einsamkeit und den Hass auf die gewöhnlichen Menschen, die in ihrem tierischen, von Instinkten gesteuerten Dasein Glück und Freude zu finden scheinen. Die Lektüre des Buches der Unruhe kann, wenn man sich mit dem Träumer Soares identifiziert, durchaus zu einer schmerzhaften Erfahrung werden. Genau das entspricht der Intention des Autors: Ich wünschte mir, die Lektüre dieses Buches hinterließe bei Ihnen den Eindruck eines wollüstig durchlebten Albtraums."
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Es gibt Bücher, zu denen man erwartungsvoll greift, und es gibt solche, zu denen man sich aufrafft. Das Buch der Unruhe gehört zu den letzteren.

Und hier gilt es, sich immer wieder aufzuraffen. Tatsächlich hatte ich bei diesem Buch Schwierigkeiten, mir nach etwa 80 mühsamen Seiten vorzustellen, dass ich auch irgendwann einmal wenigstens die knapp 450 Seiten des Kerntextes - also ohne Appendices - bewältigt haben würde. Mission accomplished, was also bleibt?

Das Buch der Unruhe ist eine Herausforderung an die Duldsamkeit des Lesers, keine Frage. Die haarspalterische und quälende Selbstbespiegelung des Bernardo Soares, der hier in immer neuen Facetten seine Seelenlandschaft ausbreitet und analysiert, hält kaum Lichtblicke bereit. Schlüsselbegriffe, die immer wieder auftauchen, sind der Überdruss, der Schmerz, die Übelkeit, der Ekel. Es ist das Psychogramm einer implodierten Seele, durch eigenen Entschluss abgeschnürt von dem Gang der Außenwelt, abgesehen nur von der mechanisch verrichteten Arbeit als Hilfsbuchhalter und passiv erlebten Wahrnehmungen - wobei der Vorgang des Wahrnehmens aber sofort durch die Mühle der Reflexion und Zergliederung gedreht wird, bis zur völligen Relativierung. Kein weltanschauliches System, kein Glaube, kein gesellschaftliches Ordnungsprinzip kommt hier heil davon. Und am allerwenigsten der Erzähler seiner Befindlichkeiten selbst.

Es fordert physische Mühe, diese Seelenlandschaften in ihrer ganzen Trostlosigkeit zu durchschreiten. Aber immer wieder erheben sich hier eben auch frappierende und überscharfe Einsichten und Bilder, die den Leser verzaubern können und die man nur rechtzeitig wahrnehmen muss, ehe sie sich in der Atmosphäre der völligen Hoffnungslosigkeit, die hier herrscht, wieder auflösen.

Das Buch der Unruhe ist, das soll nicht verschwiegen werden, auch insofern eine Herausforderung an den Leser, als die Konsequenz, mit der hier mittels einer bis an den Rand des Solipsismus getriebenen Subjektivität dekonstruiert wird, schier über Leichen geht. Es ist starker Tobak, wenn Hilfsbereitschaft, Güte, Mildtätigkeit prinzipiell verworfen werden, da sie unter ästhetischen Gesichtspunkten abzulehnen seien. Man kann durchaus die Frage aufwerfen, ob eine solche in bizarre Ausmaße gedehnte Nabelschau nicht noch etwas ganz anderes ist: angesichts der historischen Verhältnisse ihrer Entstehung, gekennzeichnet durch ein in der Hand von Militär, alten Eliten und Klerus befindliches, totalitäres, inhumanes und reaktionäres Staatswesen, ganz einfach obszön.

Müsste man die Ausführungen des Titelhelden mit einer authentischen Haltung des Autors identifizieren, wäre das Buch abscheulich. Erträglich ist es, das allerdings auf beträchtlichem Niveau, nur als distanzierte und vom Autor selbst abgelöste Beschreibung einer Geisteshaltung.
22 Kommentare| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. September 2006
... diese und ähnliche immer-gültige Zeilen, die man, als Sinnspruch, in jedes Tagebuch auf die allererste noch leere Seite schreiben könnte, fallen einem ein, wenn man "Das Buch der Unruhe..) von F. Pessoa in Händen hält. Es fällt dem Lesenden nicht leicht, Bücher wie die "Unruhe" zu beschreiben oder, vielleicht adjektivisch, zu empfehlen: ganz großartig, unbedngt lesenswert, einmalig - das alles mag vielleicht zutreffen, aber man merkt, wie die Hauptfigur des Buches, man müht sich und müht sich, und trifft doch nicht das, was man eigentlich mit seinem Mühen hatte erreichen wollen - oder besser: erreichen können! Etwas ganz und gar merkwürdiges spielt sich während bzw. nach der Lektüre der "Unruhe" beim Lesenden ab:

Man merkt, wie man ganz langsam, erst mit den Zehen, dann den Knöcheln, dann bis zu den Knien, und immer so fort (...) darin zu versinken, oder, anders gesagt: einzugehen oder hinüber-zu-gehen vermag, und sich die Seele, von welcher in diesem Buch so oft die Rede ist, ganz auf diese ganz spezifische Art von Langsamkeit und sanfter Melancholie einlässt.

Schon bei den ersten Zeilen der "Unruhe" habe ich mich an "Die Entdeckung der Langsamkeit" von S. Nadolny oder an die "Niemandsbucht" von P. Handke erinnert gefühlt, und doch, obwohl man dieses Buch mit keinem anderen, vielleicht eventuell auch mit Montesquieu oder Proust, vergleichen kann, man merkt doch, vielleicht dem braven Hilfsbuchhalter ähnlich, welcher die "Hauptfigur" dieses Buches darstellt, daß man sich bemüht und bemüht, und dann doch immer-wieder merkt, das Leben wie es ist kümmert sich nicht darum, ob man nun in diesem Moment dies oder jenes zu erreichen sucht, man lebt einfach, und fertig.. Es geht um so viele Dinge in diesem Buch, um die Ruhe, um innere und äußere Harmonie, um das leben des eigenen Lebens, um Metaphysik, um Kontemplation; es ist ein Buch, wie man wohl kein zweites fände - und das einem doch, früher oder später, in gewisser Weise "in den Schoß fällt", wenn man sich für Bücher interessiert, wie man sie eben schon immer einmal finden und lesen wollte. Man fühlt sich an vieles erinnert, an das eigene Leben, an eigene Erfahrungen (ob man nun selbst ab und zu literarisch tätig wird, oder nicht..), man fühlt sich an Joseph Roth und Stefan Zweig, an Italo Svevo und Marcel Proust erinnert.. man spürt, es gibt noch-immer oder eben immer-wieder Bücher, auf die man sich mit ganzer Seele und ganzer Kraft einlassen ("einlesen") muss, und sie können viel mehr werden, nämlich: Fluchthelfer, Gefährten, und, wie in diesem Fall: treue Begleiter!, wie man sie im eigentlichen Leben nur allzu selten antrifft. Für mich gibt es nicht viele Bücher, die ich selbst als "Gefährten" ansehe, aber fragte man, wie manchmal in "Sonntagsbeilagen" zu lesen, welche "Fünf Dinge" ich auf eine einsame Insel mitnähme, ich wüsste mit Bestimmtheit, "Das Buch der Unruhe" von Pessoa zu nennen.

Weder werfe ich mit Superlativen um mich, noch zielte ich damit nach den Sternen - doch fragte man mich nach einem Buch, welches ich, neben Proust, Joyce und der "Niemandsbucht" als "Lebensnotwendigkeit" erachte, so ist es sicherlich "Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares"!

Dieses Buch ist nicht nur ein Buch; es ist ein Freund, ein guter Freund!
0Kommentar| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. November 2008
Wahrscheinlich nützt keinem diese Rezension. Ich will nur festhalten, dass dieses Buch der Unruhe wohl eines der bedeutsamsten Werke darstellt, die ich je gelesen habe. Niemals zuvor oder danach hat mich eine Dichtung so tief berührt. Pessoa ist für mich der Inbegriff des modernen Dichters. Die Litaneien, Millimeter, dreieckigen Träume oder schmerzhaften Intervalle... nicht nur ein Jahrhundertbuch! Dies ist ein zeitlos-epochales Meisterwerk, das nicht etwa die Freude, sondern die zutiefst empfundene Liebe und Leidenschaft zur Literatur symbolisert! Es ist den Augenblicken eines Lebens gewidmet. Sie werden es immer wieder zur Hand nehmen können.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden