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63 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über das Besondere und zugleich Gefährliche des Homo sapiens
Diamond beschreibt als Physiologe und Evolutionsbiologe in dem 1992 erschienenen Buch die Herkunft des Menschen (enge genetische Verwandtschaft vor allem zum Schimpansen und Zwergschimpansen, Teil I), seinen sonderbaren Lebenszyklus (Teil II) und seine Sprache, Kunst, Landwirtschaft und Selbstzerstörung (Teil III), die ihn von anderen Säugetieren abheben, und...
Veröffentlicht am 27. Juli 2003 von Shaun

versus
26 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Werk aus einem Guss
Zunächst einmal, dieses Werk enthält lesenswerte Dinge, aber man muss sich darüber klar sein: der Autor stellt eine These auf, die er mit anderen Thesen begründet, für die er Indizien anbringt, wobei es eine These ist, dass diese Indizien auch auf andere Thesen übertragbar sind. So ein Buch kann ja auch nicht sehr viel mehr leisten, aber es...
Veröffentlicht am 21. August 2007 von H. J. Kriebel


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63 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über das Besondere und zugleich Gefährliche des Homo sapiens, 27. Juli 2003
Von 
Shaun - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diamond beschreibt als Physiologe und Evolutionsbiologe in dem 1992 erschienenen Buch die Herkunft des Menschen (enge genetische Verwandtschaft vor allem zum Schimpansen und Zwergschimpansen, Teil I), seinen sonderbaren Lebenszyklus (Teil II) und seine Sprache, Kunst, Landwirtschaft und Selbstzerstörung (Teil III), die ihn von anderen Säugetieren abheben, und seine erobernde Ausbreitung auf der Erde (Teil IV) anfangs von Afrika über Europa, wo der höher entwickelte Cro-Magnon wahrscheinlich relativ rasch die Ausrottung des Neandertalers besorgte (der erste große Genozid, zu dessem Mittel der Mensch immer wieder bei seiner weiteren Ausbreitung griff und noch greift!); weiter ging es von Europa nach Australien und den Salomonen-Inseln, über Alaska nach Nord- und Südamerika in relativ kurzer Zeit zwischen 12 und 11000 v. Chr. Ganz zum Schluß erst wurden dann sehr entlegene Inseln etwa vor 1500 Jahren besiedelt, in jedem Fall stets begleitet von Massensterben der Natur in Fauna und Flora. Nebenbei erfahren wir, warum die Europäer Amerika 1492 eroberten, statt umgekehrt die Indios Europa (Klima, Geografie und Landwirtschaft begünstigten Europa, nicht etwa die Rasse!). Die deletären Folgen werden ausführlich im Teil V beschrieben, wo auch mit der These eines angeblich geringen Artenschwundes aufgeräumt wird durch Nennung konkreter Zahlen und Verweis auf den geringen Anteil überhaupt bekannter Arten (etwa 2 von wahrscheinlich 30 Millionen!). Im Epilog folgt bei sicherlich pessimistischen Daten ein vorsichtiger Verweis auf Trends in eine bessere Richtung und die Einladung an den Leser, sich zu engagieren für eine bessere Zukunft der Erde.
Insgesamt ein tolles Buch, anschaulich geschrieben und mit provokanten, aber gut dargelegten Thesen. Ich habe doch vieles neue über den Menschen, seine Ausbreitung und Kulturgeschichte gelernt. Es ergänzt gut den „Gesang des Dodo" von David Quammen, über den ich auf die Forschung von Jared Diamond aufmerksam wurde. (27.07.03)
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Buch, aber noch nicht sein bestes, 15. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen (Taschenbuch)
Wie mein Titel bereist sagt: Dieses Buch ist lesenswert, aber es ist nicht das beste Buch, das ich bisher von Jared Diamond lesen durfte. Dies liegt wohl zum Einen daran, dass es sein Erstlingswerk ist, und er sich erst "warm schreiben" musste, seine folgenden Bücher sind deutliche Steigerungen. Zum Anderen liegt es daran, dass es sich größtenteils um eine Sammlung bereits vorher veröffentlichter Zeitschriften-Artikel handelt, sodass man öfters den roten Faden vermisst. Die titelgebenden Schimpansen und deren/ unsere Evolution kamen mir zum Beispiel nach dem ersten Teil des Buches viel zu kurz. Vieles, was in diesem Buch stand, wusste ich leider schon viel ausführlicher aus der Lektüre von Diamonds anderen Büchern, die man mehr oder weniger als stark erweiterte Kapitel dieses Buchs betrachten könnte. Wer also neu in die Lektüre dieses Autors einsteigen möchte, sollte mit diesem Buch anfangen und erst danach die spezifischeren Nachfolger lesen.

Nach dieser allgemeinen Meinung noch ein paar Kommentare zu spezifischeren Aspekten des Buchs:
- Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich Menschen und Neandertaler nicht gepaart haben sollen - wenn es bis heute Sodomie/ Zoophilie gibt, werden die paar äußeren Unterschiede zwischen Menschen und Neandertalern keine wirksame sexuelle Barriere dargestellt haben.
- Die Entstehung des menschlichen Drogenkonsum mit der Evolution "selbstzerstörerischer" Paradiesvogelfederkleider zu vergleichen ist zwar schmeichelhaft für die Betroffenen des ersteren Falls, aber meiner Meinung nach doch ziemlich weit hergeholt. Zumal es genug Beispiele von tierischem Drogenkonsum gäbe - z.B. gibt es Tiere, die gezielt vergorene Früchte suchen, um sich an dem darin enthaltenen Alkohol zu berauschen.
- Das Kapitel über Außerirdische war zwar nicht uninteressant, passte aber überhaupt nicht in dieses Buch, spätestens hier war jeglicher roter Faden gerissen.
- Die Kapitel zur Zukunft des Menschen sind mir persönlich zu einseitig auf einen drohenden Atomkrieg ausgerichtet. Zum Einen halte ich diesen momentan nicht für die größte Gefahr, zum Anderen hätte man sicher auch den ein oder anderen positiven Aspekt der menschlichen Zukunft finden können.

Auch wenn es sich hier nicht so anhörte, überwiegen doch die positiven Aspekte dieses Buchs immer noch bei Weitem. Auf diese gehe ich aber jetzt nicht mehr näher ein, weil man sie entweder in den anderen Rezensionen hier findet oder in meinen Rezensionen zu den anderen Büchern dieses Schriftstellers.
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56 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bemerkenswerter Beitrag zum Menschenverständnis, 20. März 2000
Von 
Mikako Hayashi-Husel (Bonn, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der Autor (er)klärt in klarer, verständlicher Sprache viele "Besonderheiten" (z.B. Kunst, Sprache; Drogenmissbrauch, Genozid) und biologische Merkwürdigkeiten (z.B. Sexualität, Klimakterium) des Tiers "Mensch" in evolutionären Zusammenhängen und versucht den "großen Sprung" zur Menschwerdung aufzuhellen. Für viele als typisch menschlich verstandene Eigenschaften gibt es Vorläufer bzw. zumindest Parallelen im Tierreich, selbst Landwirtschaft, Viezucht, Staatsbildung, Fremdenfeindlichkeit etc. Der Autor verfolgt also die tierischen Ursprünge der destruktiven Eigenschaften des Menschen, um zu zeigen, welche wichtigen Lehren aus der Stammesgeschichte zu ziehen sind. Dabei sieht der Autor v.a. zwei aktuelle Probleme, die die Existenz der gesamten Menschheit bedroht: Atomwaffen und Umweltzerstörung. Besonders schockierend ist zu erfahren, dass der Mensch schon seit dem Beginn seiner Expansion seine Umwelt zerstörte und Tausende von Tier- und Pflanzenarten ausrottete. Dabei widerlegt er so überzeugend die allgemeine Erklärung für das Artenaussterben wegen irgendeines Klimawechsels anhand der gut dokumentierten Beispiele auf Neuseeland, Madagaskar, Osterinsel usw., dass man glauben muss, dass der Mensch dafür verantwortlich war. Der Autor fordert nun auf, endlich aus unzähligen, wiederholten Fehlern durch verschiedene (untergegangene) Zivilisationen in der Vergangenheit zu lernen, mit begrenzten Ressourcen bzw. begrenzter Regenerationskraft der Natur vernünftig umzugehen, und setzt Hoffnung auf das wachsende Umweltbewusstsein. Seine Argumentation ist sehr überzeugend. Jedoch muss ich mich trotzdem fragen: Ist die Menschheit angesichts dessen, was sie alles angerichtet hat, überhaupt noch wert, gerettet zu werden? Aufgrund der im Vergleich zur langen Evolutionsgeschichte raschen Entwicklung, Verbreitung und der angerichteten Schäden erscheint mir die Menschheit wie ein bösartiger Hautkrebs auf dem Erdball, der entfernt werden sollte, - verlässt man die homozentrische Perspektive. Jedenfalls ist dieses Buch ein bemerkenswerter Beitrag zum Verstehen des menschlichen Wesens.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Buch liefert nachdenkenswerte Ansätze aus unserer Entwicklung, 22. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen (Taschenbuch)
Das Buch beschreibt sehr interessante Aspekte in der Entwicklung des Menschen an die man im ersten Ansatz gar nicht denkt. Besonders die Beschreibungen nachdem sich die Abstammungslinien von Mensch und Schimpanse getrennt haben und wie nahe wir doch genetisch verwandt geblieben sind, haben mich fasziniert - ebenso wie die lange Abhandlung über Sexualität, deren Bedeutung und Folgen.

Nach der Hälfte habe ich dann ein wenig den Roten Faden vermisst und es fiel mir zum Teil schwer, weiterzulesen, weil es mehr und mehr langatmig wurde. Auch störte mich ein wenig die düstere Untergangsstimmung die über dem letzten Drittel des Textes liegt.

Dennoch handelt ist hier um ein hervorragendes Buch, das lesenswert und interessant ist. Ich habe mich manchmal zurückgelehnt und den einen oder anderen Gedanken des Autors nachvollzogen und mehr verinnerlicht - dies alleine zeigt, dass sich das Lesen lohnt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant und wachrüttelnd, manchmal spekulativ, 9. Dezember 2009
Von 
Lulu "Penny" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen (Taschenbuch)
Das ca. 500 Seiten umfassende Buch besteht aus 5 Teilen:
1. Nur eine Säugetierart wie andere
2. Das Tier mit dem sonderbaren Lebenszyklus
3. Wie einzigartig ist der Mensch?
4. Eroberer der Welt
5. Umkehrung des Fortschritts über Nacht
Dazu gibt es einen Prolog, einen Epilog ("Nichts gelernt und alles vergessen?"), Danksagungen und diverse Register.

Jared Diamond zeigt - mir häufig etwas zu wortreich - auf, wie der Mensch einerseits den beiden Schimpansenarten (Gemeiner Schimpanse, Bonobo) - die beide bedroht sind - gleicht, und worin er sich auf der anderen Seite von ihnen gravierend unterscheidet. Im Abschnitt "Allein in einem überfüllten Universum" führt er Gründe auf, gemäß denen wir aktuell durchaus die einzige intelligente Art im gesamten Universum sind. Denn einen Großteil unserer übertragenden technischen Kompetenzen besitzen wir erst seit ca. 200 Jahren, nach fast 4 Milliarden Jahre währender Evolution auf der Erde. Ein solches evolutives Ereignis ist also alles andere als selbstverständlich. Hinzu stellt sich für ihn die Frage nach der Lebensdauer solch entwickelter Zivilisationen (274): "Intelligenz und Geschicklichkeit, für den Bau von Funksignalen erforderlich, sind auch für andere Dinge nützlich (...): Massenvernichtung und Umweltverschmutzung."

Gleichzeitig warnt er vor einer allzu optimistischen Suche nach und Kontaktaufnahme mit Außerirdischen (276): "Sollte es tatsächlich Funk-Zivilisationen in Hörweite der Erde geben, sollten wir um Himmels willen unsere Sender abschalten und versuchen, der Entdeckung zu entrinnen, oder uns droht der Untergang." Jared Diamond erinnert daran, dass wir es umgekehrt auch nie anders gehandhabt haben. Allerdings hält die Suche nicht für besonders Erfolg versprechend (276): "Praktisch gesehen sind wir einzigartig und allein in einem überfüllten Universum. Gott sei Dank!"

Im Abschnitt "Sexuelle Selektion und der Ursprung der menschlichen Rassen" stellt er die These auf, dass die äußerlichen Unterschiede bei den verschiedenen menschlichen Rassen vermutlich nicht auf natürliche Anpassungsvorteile zurückzuführen sind, sondern auf die Wirkungen der sexuellen Selektion.

Die Ausführungen im Abschnitt "Warum müssen wir alt werden und sterben?" fand ich zwar durchaus interessant, allerdings alles andere als überzeugend. Die vermutlich korrekte Antwort ist viel einfacher, als das, was Jared Diamond dort wortreich vorträgt: Menschen sind Vielzeller, die in allen ihren Billionen Zellen den gleichen genetischen Code tragen. Eine genetische Anpassung - die im Rahmen der Evolution immer wieder erfolgen muss - ist für Vielzeller aus rein konstruktiven Gründen nur möglich, wenn sie sich regelmäßig fortpflanzen und sterben. Sehr sonderbar auch manch andere, von ihm vorgetragene evolutionäre Erklärung (173): "Da die Geburt von Kindern für Männer nicht mit einer Todesgefahr verbunden ist, entwickelte sich bei ihnen kein Klimakterium." Ein männliches Klimakterium wäre sogar aus evolutionärer Sicht außerordentlich nachteilig, denn ein hohes erreichtes Alter kann in natürlichen Umgebungen durchaus als genetisches Fitnessmerkmal gelten. Solche Männer konnten sich dann besonders häufig fortpflanzen und ihre fitten Gene weitergeben.

Je weiter man im Buch vorandringt, desto pessimistischer wird es. Für die nahe Zukunft sieht Jared Diamond nicht völlig, allerdings ziemlich schwarz. Auch ein sogenanntes goldenes Zeitalter (vor mehr als 10.000 Jahren, möglicherweise als Garten Eden in der Bibel erinnert) hat es für ihn nie gegeben. Am Ende stand immer die Ausbreitung und Ausrottung von Arten.

Schließlich heißt es (456): "Innerhalb der letzten paar Jahrzehnte haben wir die Mittel entwickelt, um Funksignale zu fremden Sternen zu senden, aber auch die, uns über Nacht in die Luft zu jagen. Doch selbst wenn es nicht zu diesem schnellen Ende kommt, beschleunigt sich doch die Ausbeutung der Produktivität unseres Planeten durch den Menschen sowie die Ausrottung von Arten und die Zerstörung der Umwelt in einem solchen Maße, dass es so nicht einmal die nächsten hundert Jahre weitergehen kann."

Nicht unterwähnt lassen möchte ich, dass Geoffrey F. Miller in Was ist Ihre gefährlichste Idee?: Die führenden Wissenschaftler unserer Zeit denken das Undenkbare noch einen anderen Ausweg sieht: Die Menschheit wird süchtig nach Computerspielen und verliert sich in virtuellen Welten.

Ein sehr großes Problem sieht Jared Diamond im globalen Bevölkerungswachstum (456f.): "Das Konkurrieren von immer mehr Menschen um immer weniger Ressourcen kann nicht ohne gravierende Folgen bleiben." Mahnend erhebt er die Stimme (457): "Trotz unseres selbstzerstörerischen Verhaltens in der Vergangenheit, aus dem wir hätten lernen können, bestreiten viele, die es besser wissen müssten, dass eine Begrenzung unserer Bevölkerungszahl notwendig ist, und setzen die Angriffe auf unsere Umwelt ungebremst fort. Andere schließen sich aus egoistischem Profitinteresse oder aus purer Unwissenheit an. Eine noch größere Zahl von Menschen ist zu sehr mit dem Kampf ums Überleben beschäftigt, um es sich überhaupt leisten zu können, die Folgen des eigenen Handelns abzuwägen. All dies lässt fürchten, dass der Zug bereits unaufhaltsam auf den Abgrund zurollt, dass auch wir bereits zu den lebenden Toten gehören und unsere Zukunft so düster wie die der beiden anderen Schimpansen sein wird."

Allerdings lässt er durchaus ein wenig Raum für Optimismus (458): "Trotz der erwähnten Gründe, die ein ähnliches Licht auf das Schicksal der Menschheit werfen, halte ich unsere Lage nicht für ausweglos. Wir schaffen unsere Probleme ganz allein und haben es deshalb in unserer Macht, sie zu lösen."

Fazit: Ein interessantes und wachrüttelndes Buch, welches leider manchmal etwas langatmig geschrieben ist und hier und da ein paar Unrichtigkeiten aufweist.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gewohnte Diamond-Qualität, 7. Februar 2007
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen (Taschenbuch)
Ich empfehle den "Dritten Schimpansen" gemeinsam mit den beiden im Spektrum Verlag erschienenen Büchern: "Der Mammutjäger in der Metro" und "Männlich Weiblich - Ein Naturgesetz und seine Folgen" zu lesen. Das ganze ergibt dann ein abgerundetes Bild über das Gebiet der Evolutionspsychologie, zumal sich die drei Bücher zwar thematisch überschneiden, allerdings nicht in dem Ausmaß, dass es dadurch langweilig würde.
Der dritte Schimpanse ist gewohnte Jared-Diamond-Qualität: Es wird eine These aufgestellt, nämlich dass der Schimpanse dem Menschen näher ist als etwa dem Gorilla und dann wird an vielen Beispielen verdeutlicht, wie "affig" sich der Mensch tatsächlich benimmt (Kriege, et cetera...). Sein Geld ist dieses Buch wert, und langatmig finde ich es überhaupt nicht.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mensch ist der dritte Schimpanse -aber dennoch einmalig, 31. Oktober 1998
Von Ein Kunde
Wussten Sie, dass wir Menschen näher mit den Schimpansen verwandt sind als diese mit den Gorillas? Trotzdem haben WIR uns in eine eigene systematische Gruppe gestellt und blicken auf die "anderen" Affen herab. Diamond macht klar, worin die 98,4 % genetische Ähnlichkeit mit unseren nächsten Verwandten liegen, vor allem aber zeigt er an viele einsichtigen Beispielen, wieso und wie dramatisch die lediglich 1,6 % Differenz im genetischen Code sich bei den Menschen auswirkt und welche Risiken und Chancen darin liegen. Ein Buch, dass man gelesen haben sollte, wenn man biologisches Wissen erweitern und sich über seine Stellung in der Natur klar werden möchte.
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5.0 von 5 Sternen Nicht mehr ganz aktuelle Auseinandersetzung mit den gern vergessenen Stationen der Menschwerdung, 8. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen (Taschenbuch)
Eine Vielfalt an Themen schneidet der Autor in seinem ersten Werk an und zeigt Ähnlichkeiten mit menschlichen Normen im Tierreich bei Staatenbildung, Sozial- und Sexualverhalten, Drogenkonsum und rudimentärer Landwirtschaft anhand der evolutionären Entwicklung. Auch die Ursprünge und Entwicklungsgeschichte von Kommunikation, Fremdenfeindlichkeit, Kunst und Kriegsführung werden ausführlich beleuchtet.
Der Einfluss der Umweltbedingungen lässt sich gut anhand der Unterschiede zwischen Bonobos und Schimpansen erläutern. Durch den unüberwindbaren Kongo getrennt, entwickelte sich die friedliche, matriarchalisch geprägte Lebensweise der Bonobos in einem von Überfluss und angenehmen Lebensbedingungen geprägten Umfeld, während der Lebensraum der hierarchisch gegliederten und überaus gewaltbereiten Schimpansen eher karg und unwirtlich war. Somit drängt sich die These auf, widrige Umweltverhältnisse würden strengere Rangordnungen und ein generell konflikförderndes Verhalten bedingen, während die Art von Wohlstand der Bonobos es erst ermöglicht, auf soziale und friedliche Weise miteinander zu kooperieren. Im Widerspruch dazu gibt es aber sowohl Tierarten als auch spezialisierte Menschengruppen, die unter widrigsten Bedingungen trotzdem normal miteinander umgehen. Direkt von einer aggressiveren Grundmentalität auszugehen wäre allzu weit vorgegriffen, obwohl die für Forscher unerklärlichen, weil für die Gruppe schädlichen Verhaltensmuster von Schimpansen wie sinnlose Gewalt, Hetze und Verfolgung einzelner Gruppenmitglieder und die weit über das Maß anderer, territorialer Tiere hinausgehende Gewalt bei Eroberungsfeldzügen inklusive Kannibalismus schon einen Vorgeschmack auf den Menschen gaben. Und dass Bonobos vom Aussterben bedroht sind, weil sie in durchaus als tierische Vorstufe zum Genozid zu bezeichnenden, organisierten Angriffen der Schimpansen erschlagen und vertrieben werden, zeigt sowohl eindrucksvoll als auch traurig, dass sich die Mentalität des Menschen schon lange vor dessen Aufstieg in den ihm nähesten Verwandten abgezeichnet hat.
Wie oft sich Diamond für seine anderen, später veröffentlichen Bücher aus diesem Werk bedient hat, grenzt teilweise an leichte Unverschämtheit. So flossen Teile aus dem Kapitel über die Eroberer der Welt in das Buch „Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften“ ein und Abschnitte über die Bedeutung des Lebensraumes findet man in „Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“. Bei persönlichem Interesse ist die Lektüre der ausführlichen Beschreibungen beider Werke in jedem Fall eine Option, wenn durch die verhältnismäßig kurzen Erklärungen dieses Werkes Neugier geweckt wurde.
Gegen die Präferenz, den Menschen als wahrscheinlichsten Verursacher vergangener Artensterben verantwortlich zu machen und dem Klima eher zweitrangige Bedeutung zuzuschreiben, gibt es aufgrund der eindeutigen archäologischen Hinweise wenig Argumente. Es mag schon sein, dass der Wechsel von Eis- und Warmzeiten in bestimmten Regionen stärkere Einflüsse hatte, aber speziell in den immer relativ moderaten Klimazonen zieht dieses Argument aufgrund der Anpassungsfähigkeit der meisten Tiere nicht. Es wird auf Seiten der Skeptiker damit argumentiert, dass das Finden von Fossilien ein zufälliges Glücksspiel ist, das keine seriösen Zahlenschätzungen zulässt. Nur wenn man immer genau in den mit Menschenwanderungen zusammenfallenden Sedimentschichten übermäßig viele Knochen ausgestorbener Tiere findet, ist das ein eindeutiges Indiz.
Diamond richtet gegen Ende des Buches einen engagierten Appell an die Menschen, aus den immer gleichen Fehlern und den Zyklen von Expansion, Artensterben und Umweltzerstörung endlich auszubrechen und zumindest nicht noch mehr Schaden anzurichten. Ein nobles Anliegen, denn gerade aus der Perspektive eines Evolutionsbiologen muss es überaus frustrierend sein, über Jahrzehnte hinweg zu beobachten, wie zu erforschende Lebensräume einem förmlich vor der Nase weg irreversibel zerstört werden.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 2. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen (Taschenbuch)
Jared Diamonds Interpretation der menschlichen Natur und seiner Kultur ist genauso faszinierend wie überzeugend. In "Der dritte Schimpanse" stellt er seine grundlegenden, begründeten Thesen auf und führt sie in seinen folgenden Büchern weiter aus.

Unter anderem sagt er, dass nicht politische oder ideologische Ansichten die Voraussetzung für den Erfolg einer Kultur sind, sondern die geographischen Bedingungen, unter denen sie entsteht. Bedeutend ist die Ausstattung mit Rohstoffen, mit domestizierbaren Tieren und die klimatischen Einflüsse der bewohnten Region.

Hätten die Ureinwohner Amerikas noch Pferde gehabt und sie nicht ausgerottet, hätten sie über Pflanzen verfügt, die besser zum Anbau geeignet sind, als die Europäer sie angriffen, dann hätten sie vielleicht den Sieg davon getragen. Tatsächlich waren es die Ureinwohner Amerikas, die so viele große Säugetiere ausrotteten, wie nie eine Kultur zuvor oder danach. Man sieht also: Das Problem liegt nicht in verschiedenen Völkern und deren Kulturen begraben, sondern das Problem ist der Mensch selbst.

Man kann die Geschichte jenes Schimpansen problemlos als Aneinanderreihung verschiedener Genozide darstellen. Der Massenmord an den Juden ist dabei nur das bekannteste Beispiel. Wer wusste etwa, dass die Australier unzählige Aboriniges und praktisch alle (!) Tasmanier ermordeten? Die Teile des Buches, die sich mit Genoziden beschäftigen sind emotional kaum zu ertragen, die Sensibilität für Grausamkeit ist gestiegen. Ein Silberstreif am Horizont.

Nicht alle von Diamonds Ideen sind neu. Schon der berühmte Historiker G. M. Trevelyan betonte vor rund 60 Jahren die Bedeutung der Geographie für den Erfolg von Kulturen. Trotzdem ist der Gedanke noch nicht angekommen und Jared Diamond ist hoffentlich ein Garant dafür, dass sich das ändert. Denn wenn wir die Bedeutung unserer Umwelt für unser eigenes Überleben verstehen, werden wir vielleicht endlich dazu bereit sein, sie zu schützen.

Fazit: Jeder, der sich für den dritten Schimpansen interessiert, sollte dieses Buch lesen.
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5.0 von 5 Sternen Sehr anspruchsvolle Literatue, 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen (Taschenbuch)
Das Buch von Jared Dimon ist sehr zu empfehlen und entsprich den Erwartungen für diese Art von Literatur.
Ein sehr konstruktiv, aufschlußreiches Buch das ich weiter empfehlen kann.
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Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen
Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen von Jared Diamond (Taschenbuch - 18. Mai 2006)
EUR 9,95
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