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TOP 500 REZENSENTam 14. Oktober 2008
Es beginnt Ende 1626 mit der pubertären Spinnerei des Hansi Moorhaupt, Sohn des Bürgermeisters der Stadt Bamberg, der nach der Lektüre des Buches Historia von D. Johann Fausten dem weitbeschreyten Zauberer und Schwarzkünstler" behauptet, einen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben. Und es endet 1632 mit einer fast entvölkerten Stadt mit ausgestorbenen Straßenzügen, und verlassenen Häusern und verwaisten Geschäften. Eine Stille liegt über der Stadt, wie auf einem Kirchhof. Es gibt keine Wehfrauen mehr, keine Musikanten, keine Feste und keine Fröhlichkeit" - der, der das feststellt, ist einer der Hauptschuldigen an diesem Zustand - Fürstbischof Dornheim, der zusammen mit seinem Weihbischof Förner für die massenhaften Hexenverbrennungen und den Hexenwahn in Bamberg in diesen Jahren verantwortlich ist.

Es ist ein Buch, dass erschreckt, das aufrüttelt, und das sich an vielen Stellen nicht so einfach lesen lässt, wie andere historische Romane. Zu sehr habe ich mich in die Ereignisse hineinziehen lassen, zu sehr versucht, mir auch nur ansatzweise vorzustellen, welche Qualen die Angeklagten unter der Folter gelitten haben mussten. Es sind historische Briefe und Berichte eingebunden, die durch die Schreibweise der damaligen Zeit etwas schwieriger zu lesen sind, obwohl gerade sie dazu beitragen, dass das Buch trotz der eingestreuten Liebesgeschichte, sehr authentisch wirkt. So authentisch, dass ich es eher als sehr gut recherchiertes Sachbuch, denn als Roman empfunden habe.

Manchmal fehlte mir persönlich ein wenig das Fortschreiten der Handlung - die nämlich scheint sich einen großteil der Zeit nur auf der Stelle zu bewegen. Eine Hexe nach der anderen wird abgeholt, gefoltert und gerichtet, doch andrerseits wird dadurch auch bewusst, wie quälend langsam den Menschen damals diese grauenvolle Zeit vorgekommen sein mag und so erscheint das, was ich zuerst kritisieren wollte, durch diese Überlegung in einem ganz anderen Licht.
In einem anderen Licht-einem Verständlicheren, erscheinen auch viele Dinge des Buches, wenn man zu den letzten Seiten vorblättert, denn hier erfährt man mehr über die Intention der Autorin, da erklärt sie, was sie bewogen hat, dieses Buch zu schreiben, sie gibt Einblick in ihre Quellen und schreibt über ihre Gedanken zu diesem Thema. Ich hätte dieses Kapitel gern am Anfang des Buches gesehen, denn wenn man hier gelesen hat, erschließt sich das Buch auf eine ganz andere Weise.

Fazit: Es handelt sich um ein ausgezeichnet recherchiertes Zeugnis der Zeit der Hexenverbrennung und ist auf jeden Fall bei den anspruchsvollen historischen Romanen anzusiedeln.
(Die wunderschöne Aufmachung muss unbedingt noch erwähnt werden, denn so häufig findet man solch eine edle Optik nicht - Der Einband ist rundherum mit dem historischen Bild Martyrium der Hl. Katharina" bedruckt und wird zusätzlich durch einen transparenten Umschlag geschützt.)
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VINE-PRODUKTTESTERam 8. Februar 2009
Bamberg 1626. Durch eine unbedachte Äußerung eines Kindes wird der Prozess der Hexenverfolgungen in Gang gesetzt, der auch Jahrhunderte später nichts von seinem Schrecken verloren hat. Was zunächst nur einzelne Personen betrifft weitet sich Laufe der nächsten Jahre immer weiter aus, bis niemand in der Stadt Bamberg mehr sicher vor der Anschuldigung ist, eine Hexe zu sein oder mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Besonderer Voraussetzungen bedarf es nicht, die bloße Anschuldigung genügt.
Was aus religiösen Motiven begonnen hat schlägt mit der Zeit in politische Willkür um, da die Verurteilung gerade gut situierter Bamberger Bürger Geld in die Taschen des Fürstbischofs und seiner Hexen-Kommission spült.

Sabine Weigand zeichnet in ihrem Buch das Schreckensszenario, wie es sich seinerzeit zugetragen habenkönnte. Sie verbindet die fiktive Geschichte der Apothekerstochter Johanna und des jungen Arztes Cornelius mit tatsächlichen Vorkommnissen, die sich anhand von Protokollen, Briefen und Bestandslisten nachweisen lassen. Damit schafft sie eine Atmosphäre, die dem Leser mehr als einmal eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt, obwohl vieles nur angedeutet ist, es keine wirklichen Szenen von Folter oder physischer Grausamkeit gibt. Alleine die Angst und der psychische Druck auf die verhafteten Frauen, Männer und Kinder aber, der ständige Schatten des Misstrauens, der über Stadt liegt, die Scheiterhaufen auf dem Richtplatz und die ungewisse Zukunft der Protagonisten sorgen für einen Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite und erschüttern den Leser oftmals bis ins Mark. Das Leid, was die Opfer ertragen müssen, beschäftigt, lässt keine Ruhe, verfolgt den Leser, auch wenn er das Buch zu Seite gelegt hat. Für Menschen der heutigen Zeit ist es schon schwer zu verstehen, welche religiösen Ansichten und welcher Aberglauben zum Ausmaß dieser Hexenverfolgungen geführt haben. Völlig fassungslos ist man aber, wenn aus den religösen Motiven ganz klar rein wirtschaftliche Motive werden, die unter dem Deckmäntelchen der Religion versteckt und zu einer Spirale in den Abgrund werden, die den Ausführenden selbst zum Ende der Verfolgungen keine Möglichkeit mehr lässt, Gnade walten zu lassen und dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten.

Sabine Weigand hat mich mit diesem Buch verstört, aufgewühlt und zutiefst bewegt zurückgelassen. Zurückgelassen aber auch sensibilisiert für diese schreckliche Zeit und mit dem Wunsch, mich weiter mit diesem Thema zu befassen. Zurückgelassen mit dem Gedanken, dass ihr Buch all die Menschen dem Vergessen entreißt, die dem Wahnsinn der Hexenverfolgung unschuldig zum Opfer gefallen sind. Zurückgelassen mit dem Gedanken, dass ihr Buch diesen Menschen ein Denkmal setzt.
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TOP 500 REZENSENTam 16. November 2008
Sabine Weigands neuer Roman"Die Seelen im Feuer", ist keine leicht zu lesende Geschichte, aber das "Beste" was es meiner Meinung nach an Thema "Hexenverfolgung" bisher gab.Sabine Weigand gibt sich nicht mit Öberflächlichkeiten ab und schreibt eine Liebesgeschichte mit ein wenig "Hexenverfolgung", sondern man merkt der Autorin an, dass sie selbst schon Führungen um dieses Thema herum gemacht hat und es ist ihr sehr gut gelungen, die wichtigsten Aspekte dieses Themas herauszuarbeiten und in einer ansprechenden Geschichte zu verarbeiten.

1.Aberglaube

2.Rolle der Frau, die als minderwertig, weniger glaubensfähig und als
Verführerin und lüsternes Wesen dargestellt wird und somit für
den Teufel ein leichtes Opfer ist.

3.Die juristischen Voraussetzungen für die Hexenverfolgungen und die
Folter werden gut beschrieben.

4.Die Beweggründe für Denunzierungen werden gut herausgearbeitet.(Viele
wohlhabende und einflussreiche Bürger wurden der " Hexerei"bezichtigt,
um ihren Einfluss zu unterbinden und um an ihr Vermögen zu kommen,denn
alle Verurteilten mussten ihre Prozess,- und Hinrichtungskosten selbst
tragen und somit wurde ihr Vermögen nach ihrem Tod konfiziert.

5.Es wir aufgeräumt mit dem Vorurteil, dass nur Frauen, insbesondere
Hebammen und "Kräuterweiber", als "Hexen"verbrannt wurden, sondern dass
jeder in diese "Mühle" hineingezogen werden konnte.

6. Die Ausbreitung der Hexenverfolgung dadurch zustande kam, weil unter
der Folter wahlos Personen benannt wurden oder den Gefolterten Namen
vorgegeben wurden,die sie bestätigten, nur, damit
die Schmerzen endlich aufhörten.

Doch trotz dieses wirklich ernsten Themas, hat es Frau Weigand verstanden,einen ansprechenden und spannenden Roman zu schreiben, der durch die immer wieder eingestreuten Protokolle und Briefe in alter Sprache wiederum an Authensität gewinnt.
Aufgelockert wird das Ganze durch die Liebesgeschichte der beiden Hauptprotagonisten, der Apothekertochter Johanna und des Arztes Cornelius, mit denen der Leser mitfiebert.Auch die sprachliche Gestaltung dieses Buches finde ich gelungen.

Da ich selbst lange Zeit Führungen zu diesem Thema in unserer Stadt gemacht habe, hatte ich sicherlich einen anderen Blickwinkel als so manch anderer Leser, finde aber, dass wenn sich jemand für diese Zeit interessiert, ihm mit diesem Buch eine gute Vermittlung des Themas in Romanform vorliegt.

Bravo Frau Weigand ,Ihnen ist ein historischer Roman auf hohem Niveau gelungen. Weiter so!
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am 10. August 2014
Wer hätte gedacht, dass ich ein Buch von Frau Weigand, nachdem ich "die Markgräfin" nicht einmal bis zum Ende schaffte, mit 5 Sternen beeurteilen würde?

...

Frau Weigand erzählt hier eine packende und historisch überzeugende Geschichte über die junge Apothekerstochter Johanna und den Medicus Cornelius rund um den Hexenwahn des 17. Jahrhunderts in Bamberg. Eine Stadt, in der die Hexenverfolgung stetig schlimmere und grausamere Folgen annimmt, eine Stadt, in der sich niemand mehr sicher fühlen kann, gleich welche Stellung er oder sie inne hat. Was zunächst aus religiösen Gründen und vereinzelt beginnt, wächst sich zusehends zu einer wahren Massenverfolgung aus. Der Aberglaube und die überwältigende Angst der Bevölkerung vor dem Bösen lässt die Menschen fest daran glauben, dass Hexen und Druden unter ihnen eine Gefahr für Leib und Seele darstellen, die nur durch die Verbrennung der Besessenen auf dem Scheiterhaufen abgewendet werden kann. Mit Hilfe der "peinlichen Befragung" erzielt man so manches Geständnis. Mehr noch, man gelangt hiermit an die Namen weiterer mit dem Teufel im Bunde Stehender, was die Sorge über die Allmacht des Teufels ins Unermässliche wachsen lässt. Doch nicht nur die Angst vor dem Bösen bringt den Stein der Massenverbrennungen ins Rollen. Schnell stellt sich heraus, dass man durch das hinterlassene Vermögen der Verurteilten die privaten, aber auch die Stadtkassen füllen kann. Darüber hinaus ergibt sich auch die Möglichkeit, sich von Querulanten zu befreien. Keiner ist mehr sicher, jeder kann besagt und verurteilt werden, und niemand kann der Folter widerstehen, ohne zu gestehen und weitere Menschen zu besagen.

Sabine Weigand hat einen wahrlich erschütternden Roman geschrieben. Historisch belegt mit Dokumenten aus der damaligen Zeit. Diese Protokolle der Befragungen und andere Zeitdokumente, geschrieben in der damaligen Sprache, geben diesem Roman eine zusätzliche Authenzität. Fast erscheint es mir unangebracht, zu sagen, dass mich dieser Roman unterhalten hat. Zu grausam und zu real ist der Inhalt. So schreibe ich besser, dass ich "die Seelen im Feuer" völlig gefesselt und in jeder freien Minute gelesen habe.

Frau Weigand, vielen Dank für diesen Roman!
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am 19. Oktober 2008
Sabine Weigand schreibt spannend und gut lesbar. Das Umfeld ist (wie auch bei ihren anderen Büchern) sehr gut recherchiert.
Der Leser wird in eine dichte Atmosphäre der Angst und der Denunziation, des Grauens und der Brutalität versetzt und das nicht in einer Fantasywelt, sondern in Bamberg im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts. Das macht das Buch sehr bedrückend.
Es ist die Zeit der Hexenprozesse und Bamberg war eins der Zentren dieser Prozesse. Sabine Weigand arbeitet mit Originalzitaten: Protokollen der Befragungen, Listen der Hingerichteten, Zitaten aus dem Hexenhammer u. a.
Hauptperson ist Johanna, Tochter eines Apothekers, klug und gebildet. Da sie ihrem Vater in der Apotheke hilft, Arzneien zubereitet und Kräuter dafür sammelt, ist es nahe liegend, dass sie auch in den Sog der Anklagen gerät. Dieser sich steigernde Wahn, der in immer höhere Gesellschaftsschichten greift - vor dem keiner mehr sicher ist, in ihrer Person und dem Umfeld wird dies beeindruckend und bedrückend geschildert.

Auch das Nachwort mit den Quellenangaben und ihrer Rechenschaft, wie sie mit historischen Fakten und fiktiven Personen umgegangen ist, ist sehr gut.

Trotz des "happy ends" für die Heldin: Das Buch ist gut, aber es bietet keine "gute Unterhaltung". Das sei dem (potentiellen) Leser vorher gesagt.

Trotzdem: sehr zu empfehlen!
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am 31. Juli 2014
Sabine Weigand hat eine Chronik des Leids und der Qual der Hexenverbrennungen zu Bamberg, ein aufklärendes und zugleich gut recherchiertes Buch geschrieben.
Es umfasst die Jahre 1626 bis anno 1632. Allgemein wurden über 20 000 Hexen insgesammt in ganz Deutschland verbrannt. Die letzte Hexe wurde 1775 in der Fürstabtei Kempten hingerichtet.
Warum dieses Buch gerade über die Bamberger Hexenverbrennung von der Autorin gewählt wurde hatte einen besonderen Hintergrund. Von Bambergs Hexenakten aus dem 1700 Jahrhundert sind die meisten Originale erhalten. Tatsächliche Hexen, mit Vor und Zunamen, spielen hier in diesem Buch Originalrollen. Auch andere mitwirkende Protagonisten,die im Hinterteil des Buches aufgelistet sind, spielten hier Originalrollen.

Johanna Wolff, Apothekerstochter der Mohrenapotheke in Bamberg, lebt mit ihrer Schwester Dorothea Wolff und dem Bruder Antoni Wolff und der Vater, Apotheker, Abdias Wolff in dem Haus der Apotheke.
Johanna Wolff ist mit dem Stadtschreiber Hans Schramm verlobt. Der ist nur auf Erfolg aus im Beruf. Johanna zweifelt mit der Zeit an der Beziehung. Sie begegnet zwischenzeitlich Cornelius Weinmann, der neue Arzt von Bamberg, für den sie viel mehr Gefühle übrig hat als für Hans.
Cornelius wird zum Fürstbischof von Bamberg gerufen. Dieser klagt über gesundheitliche Probleme beim Wasser lassen und beim Liebesakt. Cornelius stellt bei ihm Steinbildung in der Blase fest. Cornelius stellt den Bischof nur vor eine Wahl. OP oder tot. Die OP gelingt. Zu damaliger Zeit höchst neu und riskant. Der Bischof ist genesen und Cornelius hat bei ihm einen Wunsch frei, sei es was es wolle.
Mittlerweile hat man längst mit den Hexenverbrennungen begonnen. Cornelius musste die Hexen vorher untersuchen.Nackt und bis in jede Ritze des Körpers. Dabei wurden auch die Haare komplett geschoren. Demütigung von Anfang an. Oft hat ein Muttermahl am Körper gereicht, so war man schon eine Hexe.
Hans Schramm war ja der Stadtschreiber und notierte alles sorgfältig mit, bei den Untersuchungen. Es wurden Leute in der Stadt verraten und verleumdet, sogar von angeblichen Freunden. So entstand kein Mangel an Hexenverbrennungen. Das Geschäft lief. Mittlerweile hat man sich auch noch am Reichtum der Hexen orientiert . Es lief wie am Schnürrchen.
Leider wird auch Johanna gefangen genommen. Wer einmal in den Fängen ist hat keine Chance mehr das zu überleben. Mit grausamer Folter wurden die unschuldigen Opfer zum Geständnis gezwungen.
Cornelius geht zum Fürstbischof und forderte seinen Wunsch. Er solle doch Johanna frei lassen.Dies gelingt , und sie flüchtet nach Amsterdam. Cornelius und Johanna sind mittlerweile ein Liebespaar.
Diese Liebesgeschichte, im Buch, soll etwas ablenken von den wirklichen Grausamkeiten die täglich in der Folterkammer und auf dem Scheiterhaufen stattfanden.
Vor allem die dies Veranlasst haben und sich sicher waren das es den Teufel gab. Ein Ende war nicht abzusehen.
Aber es gab auch Aufständige die doch etwas bewirken konnten. Was aber sehr viel Zeit und Opfer forderte.
Das Buch ist recht flüssig zu lesen trotz der harten Handlungen. Mir persöhnlich hat es einen Einblick gegeben was zu dieser Zeit stattfand und ich froh bin das es das heute so nicht mehr gibt.
Die Folterszenen werden sehr realistisch und grausam beschrieben. Das muss man schon aushalten können beim lesen.
Etwas anstrengend fand ich die Altdeutschen Beschriebenen Texte die In Briefform geschrieben worden sind. Aber man kommt rein.
Auch ist immer das Jahr angegeben wo wieder etwas los war.
Das Buch wurde letztes Jahr verfilmt, und soll im November 14 ausgestrahlt werden.
Die Mohrenapotheke gibt es heute noch in Bamberg.
Mehre Gebäude von der Stadt gibt es heute noch.
Komplette 5 Punkte für dieses Buch und ihrer Schrecklichen Zeit
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VINE-PRODUKTTESTERam 8. November 2011
Dieses ist nun mein viertes Buch von Sabine Weigand und nachdem mir ihr letzter Roman "Die Königsdame" nur mittelmäßig gefallen hat, konnte mich dieser wieder voll und ganz begeistern, wie zuvor schon ihre ersten beiden Romane. Und das, obwohl ich über das Thema Hexenverfolgung wirklich schon viele Bücher gelesen habe, war dies in keinster Weise langweilig.

Dass dieses Thema immer wieder interessant für mich ist, liegt vor allem an der Tatsache, dass die Geschichten nun mal einen realen Hintergrund haben und in vielen Teilen Europas leider wirklich passiert sind. Bis jetzt waren alle Geschichten, die ich gelesen habe, mit historisch belegten Personen und Orten. Dazu kommt, dass es viele Dokumente bezüglich der Hexenverfolgung gibt, wie ich oftmals aus dem Nachwort entnommen habe.

Sabine Weigand hat diese Dokumente in ihrem Roman integriert und deswegen hebt sich dieses Buch besonders von anderen ab. Andere Autoren überbringen, wie gesagt, solche Informationen nur im Nachwort, Sabine Weigand bindet das in ihre Geschichten ein. Hier verwendet sie Dokumente, wie z.B. Tagebucheintragungen, Urteile, Hexenmandate und Briefe und das in einer, wie von ihr gewohnt und von mir nicht anders erwartet, altertümlichen Sprache. Diese Dokumente erfordern zwar mehr Konzentration und erschweren etwas den Lesefluss, aber ich schätze diese Parts sehr, denn sie können die Authentizität der Geschichte nur erhöhen. Ansonsten ist ihr Schreibstil gut und einfach zu lesen.

Die düstere Atmosphäre ihrer Geschichte konnte Weigand sehr gut rüberbringen. Ich konnte richtig die Angst, Verzweiflung und Wut der Menschen in Bamberg des 17. Jahrhunderts spüren. Wenn man schon Bücher dieses Themas gelesen hat, sind die Abläufe der Hexenverfolgung und der Folter zwar nicht wirklich neu, denn eigentlich geschieht fast immer das gleiche, aber die Autorin hat ein gutes Gespür für Einzigartigkeit, so dass es doch individuell ist. Außerdem waren Heilkunde und Kräuter ein nebensächliches Thema, aber das war kein Wunder, da die Hauptfiguren ein junger Arzt und eine Apothekerstochter waren. Und auch das wirkte nicht langweilig, obwohl das ja auch in vielen historischen Romanen Erwähnung findet und deswegen etwas an ein Klischee erinnert.

Anders, als von der Autorin gewohnt, ist diesmal die Hauptperson keine historische Person. Trotzdem waren die Figuren gut gezeichnet und wirkten realistisch und glaubwürdig. Die Charaktereigenschaften kamen richtig gut rüber. Cornelius und Johanna waren als Hauptprotagonisten sehr sympathisch und mir gefiel ihre Geschichte sehr gut, die parallel von den Hexenverbrennungen erzählt wird. Die Geschichte von der Hexenverbrennung zeigt, wie abergläubisch und ängstlich die Menschen damals waren und warum sie so handelten.

Im ausführlichen Nachwort erläutert die Autorin einiges zum Thema Hexenwahn. Außerdem erzählt sie interessanterweise dass die Hexenakten Bambergs aus dem 17. Jahrhundert komplett erhalten geblieben sind: Folterprotokolle, Testamente, Geständnisse, Urteile, Briefe, Anklageschriften usw., die, wie schon erwähnt, in diese Geschichte eingebaut wurden. Bei so viel Material wie die Autorin hatte, finde ich es nur schade, dass die oft eingebundenen Lebenserinnerungen der Dominikanernonne Anna Maria Junius und die Passagen der Jahrbücher des Collegiums der Gesellschaft Jesu zu Bamberg nicht historischen Dokumenten entstammen. Sie erwähnt außerdem noch, was Wirklichkeit ist und was nur ihrer Fantasie entsprungen ist. Interessant fand ich, wo einige erwähnte historische Örtlichkeiten heute zu sehen sind. Auch ein Personenverzeichnis, ein Glossar und eine Illustration von Bamberg sind vorhanden.

Ein gelungenes Buch, was ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann.
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am 21. Februar 2009
Ich las schon viel über die Hexenverfolgung, habe auch Heinrich Kramers "Hexenhammer" schon gelesen, viele gute Bücher wie das von Deana Zinßmeister, das die regionale Lage im Eichsfeld beleuchtet, aber diesen Massenwahn wie in Bamberg in den Jahren des dreissigjährigen Krieges nicht enthält.

Dieses Buch von Sabine Weigand geht an die Nieren, als ein Leser, der gern "in Bildern" liest, auch Bilder wie das Malefizhaus oder andere Ortsbeschreibungen ergoogelt ist das, was da auf den Leser einströmt schwerstverdaulich. Ein wirklich im Wortsinne beeindruckendes Buch, es wirkt bedrückend und das ohne die in historischen Romanen heute oft übliche drastische Schildern von brutalen Gewalt- oder Sexszenen. Der Autorin gelingt es das Grauen und Entsetzen über das, was da in einer Mischung aus Angst, Volksfrömmigkeit, Not und Unwissen, aber auch Machtkalkül und Geldgier entstanden ist so an den Leser zu bringen, dass nicht seitenweise das Blut aus dem Buch tropft.

Der Zwang das Buch wegzulegen und das Erlesene erst zur Ruhe kommen zu lassen löste sich mit dem Zwang ab das Buch weiterlesen zu wollen. Die Geschichte der Bamberger Hexenverfolgung war es wert der Vergangenheit entrissen zu werden und es ist wahr dieses Buch setzt den vergessenen Opfern ein Denkmal.
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am 30. Oktober 2008
Sabine Weigand versteht es einfach, historisch präzise und gleichzeitig lebendig, anschaulich und spannend zu schreiben. Die Geschichte der Apothekerstochter Johanna zieht einen gleich in den Bann, man verfolgt ihr Leben in Bamberg, aber auch in der großen weiten Welt von Amsterdam. Im letzten Drittel des Romans liest man wirklich atemlos immer weiter, um zu erfahren, wie sich ihr Schicksal wendet; das ist voller Tempo und Spannung erzählt und die Handlung führt von Bamberg bis zum Papst nach Rom und zum Kaiser nach Wien. Man wird hineinversetzt in die Welt des 17. Jahrhunderts und kann sich total in die Figuren einfühlen, in ihre Angst vor den Hexen und in ihre Wünsche und Träume. Lesefreude mit Niveau.
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Nachdem ich den Film letztens gesehen hatte, ist mir die Lektüre wieder in den Sinn gekommen. Ich möchte euch von einem Buch von Sabine Weigand berichten, in dem sie den Hexenwahn thematisiert …

Ebenso bildhaft von ungeheurer Vorstellungskraft erzählt das Buch von Johanna, der Tochter des Apothekers – in einer Zeit, da der Hexenglaube vorherrscht – sie selbst bezichtigt wird eine Hexe zu sein … - viele Menschen unrechtmäßig gefoltert werden und zu Tode kommen …

Wir befinden uns im Jahr 1626 in Bamberg. Der Fürstbischof von Bamberg will Macht, will die Menschen in ihre Schranken weisen – ohne Rücksicht auf Verluste … Die Stadträte hat er – neben der „normalen“ und einfachen Menschen – auserkoren – ihm seinen Weg zu ebnen – auf ganz fatale Weise …

Topp recherchiert hat die Autorin ein faszinierendes historisches Spektakel erschaffen. Bildhaft beschreibt sie die Szenen, die mich rührten, am liebsten hätte ich den zu unrecht festgehaltenen und gefolterten Menschen geholfen ….
Der Film kann nicht bildhafter sein wie dieses Buch – das muss man der Autorin lassen, sie versteht ihr Handwerk – versteht es, die Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln.

Das Buch ist in 5 Bücher gegliedert. Historische Einschübe sind jeweils kursiv gedruckt, und gleich als solche erkennbar.

Die Spannungsbögen such ihresgleichen, sie sind ständig vorhanden und man kann so das Buch kaum aus der Hand legen, weil man immer wissen möchte, wie die Geschichte um Johanne weitergeht. Die Charaktere werden sehr intensiv geschildert und die fiktive Geschichte erzählt die historischen Hintergründe authentisch und glaubhaft.

Ich bin mit der Lektüre rundherum zufrieden. Buch ist spannend und historisch bezogen auf die Fakten rund um die Hexenverfolgung und das Thema Zauberei usw. sachlich interessant aufbereitet und umfassend recherchiert – kurzweilig zu lesen und bildhaft ausschweifend, wo man es sich als Leser bezogen auf das Verständnis wünscht.
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