Kundenrezensionen


50 Rezensionen
5 Sterne:
 (31)
4 Sterne:
 (8)
3 Sterne:
 (5)
2 Sterne:
 (6)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hut ab , Mr. Dickie!
Schließe mich in allen Punkten meinen Vorrednern an. Es gelingt dem Autor, ein umfassendes, plastisches Bild von der Mafia, ihren Anfängen, ihren Strukturen, ihrem sektenhaften Gestus zu zeichnen.

Das wohlgemerkt ohne jeglichen Cosa-Nostra-Pathos. Vom Prolog weg distanziert sich John Dickie von jeglicher Mystifizierung oder gar Romantisierung der...
Veröffentlicht am 30. August 2006 von T. Mair

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kompendium über die Mafia
Respekt - die Akribie an den Tag zu legen, die vielfältigen historischen Blege zusammenzutragen und zu einer der in meinen Augen umfassendsten Geschichte einer der mächtigesten kriminellen Organisationen zu schreiben - dazu bedarf es Kraft, Energie und auch einen gewissen Idealismus. J. Dickie gelingt es die Geschichte der Mafia, die ihren Ursprung in den...
Vor 15 Monaten von Skillseeker veröffentlicht


‹ Zurück | 1 25 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hut ab , Mr. Dickie!, 30. August 2006
Von 
Schließe mich in allen Punkten meinen Vorrednern an. Es gelingt dem Autor, ein umfassendes, plastisches Bild von der Mafia, ihren Anfängen, ihren Strukturen, ihrem sektenhaften Gestus zu zeichnen.

Das wohlgemerkt ohne jeglichen Cosa-Nostra-Pathos. Vom Prolog weg distanziert sich John Dickie von jeglicher Mystifizierung oder gar Romantisierung der Mafia. Die Mafia war zu keiner Zeit ein sozialer Robin-Hood-Verbund, der irgendwann mal böse wurde, sondern von Beginn an eine verbrecherische, sektenhafte Organisation mit besten Verbindungen in die Politik und Wirtschaft, die nur ein Ziel kennt: Vermehrung von Geld und Macht.

Auf zwei besondere Leistungen möchte ich hinweisen:

1. Virtuos schafft es John Dickie die großen Bewegungen in der Geschichte der Mafia zu erfassen und dabei stets in die Detailsicht und Erfahrungswelt der Zeitzeugen (mehrheitlich Opfer der Mafia) einzutauchen. Dieser Rythmus macht die Lektüre ungemein abwechslungsreich und macht dem Leser das Wesen der Mafia erst so richtig begreifbar.

2. Wie eigentlich über ein Phänomen ein Geschichtsbuch schreiben, welches sich jeder Öffentlichkeit entzieht? Auf welche Quellen stützt sich ein Historiker dabei eigentlich? Nun, John Dickie legt diese Quellen nicht nur dar, er strukturiert sein Buch auch entlang dieser Quellen oder besser: Die Quellen, nämlich die Mafia-Jäger der frühen und späten Jahre, die reuigen Mafiosi, ("pentiti"), werden selbst zu Protagonisten der Erzählung.

Spannend, anschaulich, umfassend, dynamisch strukturiert, episch, ohne aber seinen wissenschaftlichen Anspruch zu verraten. Kurz: Ein großes Werk über ein faszinierendes Thema.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


45 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beitrag zur italienischen Geschichte, 22. September 2007
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Cosa Nostra: Die Geschichte der Mafia (Taschenbuch)
"Die Existenz der Mafia zu leugnen ist genauso, wie jene der Sonne abstreiten zu wollen."
(Diego Tajani, ehemaliger Chefankläger in einer Parlamentsdebatte im Juni 1875)

Am Anfang seines Buches, das in der englischen Originalausgabe unter dem Titel "Cosa Nostra. The History of the Sicilian Mafia" bereits im Jahre 2004 veröffentlichte wurde, erläutert John Dickie die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "mafioso", das aus dem Dialekt Palermos stammt und mit schön, kühn, bzw. selbstbewusst übersetzt werden kann. Jemand der als "mafioso" bezeichnet wurde, verfügte über "das gewisse Etwas", das in der Sprache der heutigen Jugend in dem Wort "Coolness" seine Entsprechung findet. Das im Jahre 1863 in Palermo uraufgeführte Theaterstück "I mafiusi di la Vicaria" schuf gar den falschen Mythos einer "guten Mafia" und ihren Ehrenmännern........

......die eine in der Realität (lange geleugnete) Gewaltindustrie etablieren konnten, die durch nichts, was ihr das 19. und 20. Jahrhundert entgegenzusetzen hatten, aufgehalten werden konnte.

Weder der Kapitalismus, die Entstehung des Nationalstaates, der Aufstieg und Fall der Ideologien des Faschismus und Sozialismus, noch die Weltkriege und die Industrialisierung usw. konnten dem auf seinen Säulen Einschüchterung, Mord und Schweigen errichteten Schattenstaat der Cosa Nostra bis zu Beginn der 1990Jahre weder auf Dauer bekämpfen noch den entscheidenden Schlag versetzten......

...bis dem führenden Anti-Mafia-Ermittler Giovanni Falcone doch noch der Durchbruch gelang, der ihn durch einen Bombenanschlag am 23.05.1992 das Leben kosten sollte. Seine Nachfolger konnte auf die Falcones Arbeit aufbauen, so dass im Juli 2005 Marcello Dell'Utri, ein enger Freund Silvio Berlusconis, wegen Außenbeziehungen mit der Mafia zu neun Jahren Haft verurteilt wurde. Nach seiner 43jährigen "Flucht" konnten die Behörden am 11.04.2006 schließlich "Binnu u tratturi" Bernado Provenzano und dann am 20.06.2006 -52- weitere bedeutende "Familienhäupter" in Palermo festnehmen....

Neben einem Blick auf Initationsriten der Cosa Nostra und ihren Entsprechungen auf dem Festland 'Ndrangheta (Kalabrien), Camorra (Neapel) und Sacra Corona Unita (Apulien), sowie in die Geschichte der amerikanischen Ableger erfährt der Leser viele historische Fakten Italiens, die auch oder besonders für die Cosa Nostra von Bedeutung waren. Zum Beispiel: Giuseppe Garibaldis Zug der Tausend landet auf Sizilien (Mai 1860), Niederlage in der Schlacht von Adua gegen den äthiopischen Kaiser Menelik (1.3.1896), Mord an König Umberto I. (29. Juli 1900), "Operation Husky" - Landung der Alliierten (10.03.1943) und der sich daraus entwickelnde Gedanke des Separatismus usw. Darüber hinaus ist es John Dickie gelungen, neben den Persönlichkeitsprofilen der wichtigsten Mafiosi und ihren spektakulärsten Verbrechen auch die traditionellen Tagesgeschäfte des Organisierten Verbrechens, von Zitrusfrüchten über Schwefelabbau, Beton, Rauschgift usw., sowie ihre politischen Verstrickungen aufzuzeigen.

Vier Landkarten Siziliens/Palermos, ein Glossar, sowie ein 20seitiges Literatur und Zitatsquellenverzeichnis und ein anschließenden alphabetisches Register runden das Gesamtbild des hoch informativen und packenden Sachbuches ab. Sehr empfehlenswert: 5 Amazonsterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegen das Schweigen, 24. April 2007
Eine hervorragendes Buch. Wer bisher glaubte viel über die Mafia gewußt zu haben wird hier eines Besseren belehrt. Das Buch räumt auf mit Sichtweisen, die versuchen, die Mafia mit der sizilianischen Mentalität romantisierend zu erklären. Diese nationalistische Sichtweise hat der Mafia schon über 100 Jahre geholfen ihre wahren Absichten zu verschleiern. Die Mafia ist nach DICKIE kein Überbleibsel mittelalterlichen Banditentums sondern ein Produkt der Moderne, die entstanden ist aus den kapitalintesiven Zitrusplantagen rund um Palermo. Die dortigen Grundbesitzwer bedineten sich der methoden der Mafia um einerseits ihrre Arbeiter und Pächter im Schach zu halten, andererseits ersetzten sie staatliche Funktionen, die nach der Einigung Italiens und dem Sturz der Boubonenherrschaft fehlten. Die Mafia besitzt politisch eine rechtkonservative Ideologie an, die sich vor allen Dingen gegen die Forderungen der Bauern und Arbeiter Siziliens formierten. Dies drückte nicht zuletzt die vielen Morde an linken Politikern aus. Auf der anderen Seite verbündete sich die Mafia schon im 19 Jahrhundert mit dem staatlichen Machtapperat, so dass ihre Verbrechen ungesühnt blieben.Die Unterdrückung der Mafia durch den italienischen Faschismus ist eine Folge ihrer Ähnlichkeit, die zu einer Konkurrenz um die gleichen politischen Positionen führt. Der Faschismus ist da ein norditalienisches Phänomen, die Mafia ein süditalienisches. DICKIE führt auch die vielfältigen Verbindungen zur amerkanischen Cosa nostra aus. Auch hier zeigt sich, dass Mafia nichts Rückständiges ist, sondern sich rationell und organisiert neue Märkte erschloss.

Die Mafia ist aber weitgehend ein sizilianisches, genauer sogar ein westsizilianisches Phänomen, das aufgrund bestimmter lokaler und historische Funktionen gebildet wurde. Sie stellen eine Art Gewaltindustrie dar, die Entwicklung des Landes hemmt. Umso erstaunlicher ist es, dass sich immer wieder sehr mutige Männer gegen sie gestellt haben. Hier imponiert mir besonders Peppino Impostata, Sohn eines Mafioso, der Aufklärung aber auch Häme über die Mafia verbreitete und damit mit dem Leben bezahlen musste. Dafür wurde er dann von der rechten Presse in ein schlechtes Licht gerückt und es dauerte 20 Jahre nach seinem Tod bis er rehabilitiert wurde. Wieweit die Stlisierung der Mafia reicht wird im Buch deutlich, das sie sich an dem Filme "Der Pate" von Puzo orientierte und nicht etwa, dass der Film die Realität der Mafia abbildet. DICKIE malt eine faszinierendes und erhellendes Bild über die Mafia und ist nur zu empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte spannend vermittelt, 8. August 2006
Ein Zitat auf dem Buchumschlag lautet: "Ich weiß nicht, was ich am meisten loben soll: Dickies Scharfsinn als Historiker oder seine Gewandtheit als Erzähler" (Andrea Camilleri)

Dem kann ich, und ich bin mir sicher dieser Meinung werden sie nach dem Lesen dieses Buches auch sein, mich nur anschließen. Dickie beweist ein unglaubliches Können im Umgang mit diesem heiklen Thema. Er schafft es, trotz eine eindeutigen Stellungnahme gegen die Mafia, alle Vorfälle unparteiisch zu analysieren. Die Fakten werden von ihm interessant aufgearbeitet, sodass sich das Buch fast wie ein Kriminalroman liest.

An diesem Buch etwas negatives zu finden fällt schwer. John Dickie ist es gelungen auf knapp 550 Seiten die Mafia in ihrem Grundwesen zu beschreiben - eine beachtenswerte Leistung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschreckend, 18. April 2006
Von 
Dieses Buch läßt einen erschaudern und sich kopfschüttelnd die Frage stellen, wie kann es so etwas geben. Daneben räumt das Buch mit der (vor allem in Hollywood) betriebenen Stilisierung der Mafia auf.

Bestechend ist das Buch aber vor allem, weil es einfach fesselnd geschrieben ist. Dennoch erscheint es auch hervorragend recherchiert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter der Oberfläche, 24. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Cosa Nostra: Die Geschichte der Mafia (Taschenbuch)
Romanhaft geschrieben und trotzdem faktenreich. Für den Süditalien- bzw. Sizilien-Liebhaber unabdingbar, um mehr über die Geschichte der zweiten, bzw. ersten Macht im Staate zu erfahren. Glänzend recherchiert. Und bekanntermaßen ist es nicht ganz einfach, über die Mafia zu recherchieren. Hier geht es nicht um Voyeurismus oder Mafia-Romantik a la Hollywood (Goodfellas, Der Pate, Donnie Brasco, etc.). Hier geht es um die Sache selbst, es ist dem Autor ernst.

Beim nächsten Sizilien-Urlaub schaut man mit anderen Augen, mit offeneren Augen auf die Insel und die Menschen - ohne dass man gleich paranoid werden müsste. Jedoch: Wer nach Süditalien reist und dieses Buch nicht kennt, der weiß zu wenig.

Dazu kommt, dass das Ganze wirklich spannend geschrieben ist. Sehr lesbar also, ohne marktschreierisch daherzukommen oder auf billige Effekte im Stile der Bild-Zeitung zu setzen. Es geht schlicht um eine unangenehme Wahrheit, die unter der herrlichen Oberfläche schlummert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungenes Zeitdokument, 21. Januar 2007
Wer oberflächliche Sensationsreportage erwartet, wird mit diesem Buch nicht glücklich. Wer jedoch eine sachliche Analyse der Historie und Strukturen der - vornehmlich - sizilianischen Mafia, sowie ihrer Vorgehensweise und Verbindungen zum Staat erhofft, der wird nicht enttäuscht. Ich persönlich bin der Auffassung, dass Spannungsbögen in einem Sachbuch Effekthascherei darstellen. Uninteressant wurde dieses Buch jedoch nicht geschrieben. Und Dickie gelingt es auch, durch exemplarische Geschichten das Gesamtgebilde durchblitzen zu lassen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Buch!, 2. Juli 2006
Von 
ChinoM (Freiburg/Elbe Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Cosa Nostra ist ein umwerfendes Buch über die Entstehungsgeschichte der Mafia. Was dieses Werk so gelungen macht, ist der hervorragende Schreibstil von Dickie. Er schafft es noch so schwierige (weil komplexe) Themen transparent und somit verständlich zu machen. Wer sich über die Mafia, ihre Geschichte und ihre wichtigsten Mitglieder informieren möchte, sollte zu diesem Buch greifen!

P.S. In der neuen Auflage wurde jetzt auch die Verhaftung von Provenzano eingefügt (als Hinweis vom Verlag). Das Buch ist somit auf dem aktuellsten Stand.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mafia-atlas in der Cosa nostra weltkarte, 6. September 2007
Von 
Edwin Schönwetter (Steiermark) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Dieses Buch dient hervoragend als Gesamtüberblick der Mafia vom 18. bis zum 21. Jahrhundert.
Es fesselt einen ab der ersten Seite. Trotz der Fülle an Namen (Bossen, Pentinis und Untersuchungsrichtern an die man sich anfangs gewöhnen muss)
ist COSA NOSTRA übersichtlich und aufklärend.
Ich gebe dem Buch 5 Sterne als Mafianeueinsteiger, da ich mit Hilfe des Buches die Denkensweise der Mafia auf sehr interessante Weise erlernt habe.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfangreich und spannend!, 25. Mai 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
John Dickie - Cosa Nostra - Die Geschichte der Mafia

Wenn von kriminellen Vereinigungen die Rede ist, fällt immer schnell das Wort Mafia. Das Wort steht in diesen Fällen ganz einfach für eine kriminelle Organisation. Nur den Wenigsten ist klar, dass einzig die Cosa Nostra die Mafia ist. Dies scheint überhaupt die stärkste Waffe der Mafia, der Cosa Nostra, zu sein: Sie ist nicht klar zu definieren, und bis vor einigen Jahren war nicht einmal offiziell, dass es sie eigentlich gibt.

John Dickies Buch sorgt nun endlich für etwas Ordnung. Die Cosa Nostra ist die einzige Mafia, und die Cosa Nostra gibt es schon seit Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts. Die erstaunliche Entwicklung, welche die Cosa Nostra von damals bis heute durchgemacht hat, zeichnet John Dickie in diesem Buch nach. Dabei stützt er sich auf Untersuchungsergebnisse, die durch die Behörden erzielt wurden, auf Zeugenaussagen und vor allem auf Geständnisse, die durch geständige ehemalige Mafia-Mitglieder gemacht wurden.

Das Buch ist in einzelne, thematisch zusammengehörige, Abschnitte unterteilt, die wiederum einige Unterkapitel haben. So geht es nach einer kurzen Einführung von der Entstehung der Mafia (S. 47 - 98) über den Einzug der Mafia in die italienische Politik (S. 99 - 196), die Zeit des Faschismus und der Weltkriege (S. 197 - 330), den Einstieg ins den Drogenhandel und die Mafiakriege (S. 331 - 448) bis in die heutige Zeit, in der sich die Mafia in den Untergrund zurück gezogen hat. (S. 449 - 522)

Über diese Kapitel wird deutlich, wie rücksichtslos, gefährlich, einflussreich und, vor allem, gut organisiert diese Vereinigung ist. Für die gängigen Hollywood-Klischees von "ehrenhaften Kriminellen" ist da kein Platz.

Ironischerweise konnte der letzte große Mafiaboss, Bernardo Provenzano, wenige Wochen nach Erscheinen dieses Buches verhaftet werden. So wird er hier natürlich noch als aktueller Pate geführt.

In seiner Schilderung der Geschichte beschränkt sich John Dickie auf die wichtigen Persönlichkeiten der Organisation, ihre innere Struktur und den Einfluss der Mafia auf Politik und Gesellschaft. Auf die Geschäfte der Mafia wird nicht direkt eingegangen. Es wird zwar gesagt, dass sie beispielsweise im Glücksspiel, dem Drogenhandel und der Plünderung Palermos aktiv war/ist, diese Operationen werden allerdings nicht näher beschrieben.

Es geht lediglich um die Entwicklung und die Definition der Mafia. Und gerade letzterer Punkt ist, wie anfangs schon erwähnt, der wichtigste. Was ist die Mafia? Seit wann gibt es sie? Und vor allem: Wie ist sie aufgebaut und wie funktioniert sie? Dies sind Fragen, die über mehr als ein Jahrhundert nicht klar beantwortet werden konnten. Nachdem die Behörden über die letzten gut 20 Jahre aber große Fortschritte gemacht haben, konnte John Dickie versuchen, sie in diesem Buch zusammenfassend zu beantworten. Dies war eines seiner Hauptanliegen, und er konnte es absolut zufrieden stellend erfüllen. So ist "Cosa Nostra" ist ein umfangreiches und spannendes Aufklärungswerk, dass zudem sehr gut geschrieben ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 25 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Cosa Nostra: Die Geschichte der Mafia
Cosa Nostra: Die Geschichte der Mafia von John Dickie (Taschenbuch - 13. September 2007)
EUR 9,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen