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Kundenrezensionen

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am 18. Juli 2005
... und außerdem ein Stück erstklassige Literatur ist diese wunderbare kleine Geschichte mit wahrem Hintergrund.
Das Kind von Noah ist ein kleiner jüdischer Junge namens Joseph Bernstein. Er ist sieben Jahre alt und muß sich 1942 im besetzten Belgien vor den Nazis verstecken. Seine Eltern bringen ihn zunächst bei Bekannten aus dem Hochadel unter, doch bald wird die Familie auseinandergerissen und Joseph übersteht die Zeit bis zum Kriegsende mit falschen Papieren in einem katholischen Waisenhaus.
Der größte Teil dieser Geschichte wird aus der Sicht des kleinen Jungen berichtet; und Autor Eric-Emmanuel Schmitt gelingt diese Erzählperspektive so glaubhaft, daß man den kleinen Joseph und seinen Freund Rudy sofort ins Herz schließt. Ihre Dialoge sind erfrischend und die Ausdrucksweise klar. Sie erinnern mich ein wenig an die zeitlosen Kinderfiguren aus Erich Kästners Kinderbüchern. Und fast so angenehm wie Kästners Kinderbücher liest sich dieses Buch auch; denn Kinder erleben die Welt anders als Erwachsene - sie passen sich rasch an, erfassen aber genau die bedrohlichen Unterströmungen der Zeit. So schafft der Autor ein Buch, das mit Leichtigkeit, Charme und Humor gleich mehrere ernste, in die Tiefe gehende Themen behandelt: Judenverfolgung im Dritten Reich, verschiedene Formen des Widerstandes dagegen, Verteidigung der Menschlichkeit und der Menschenrechte, verschiedene religiöse Sichtweisen - insbesondere das Judentum und den Katholizismus. Es ist darum ein politisches Buch, das sich dezent und daher höchst effektiv für Toleranz und Menschlichkeit einsetzt, ohne dabei zu moralisieren.
Das hübsch gebundene Bändchen eignet sich wunderbar als Geschenk für die beste Freundin oder einen anderen lieben Menschen.
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Was zum einen anfängt wie eine Erzählung aus der Zeit des Sklavenhandels, wo nämlich Menschen auf Bühnen zum Anschauen und Kaufen angeboten wurden, das entpuppt sich mit der Zeit als eine ungemein spannende Geschichte, in die kunstvoll Historisches mit Aufklärung gemixt wird. Die eigentliche Aufgabe des Autors, so scheint mir, ist es aber, ein wenig Interese für jüdische und christliche Religion zu erzeugen.
Was entsteht somit?
Die Darstellung einer Geschichte eines kleinen Jungen in Belgien, der nach dem zweiten Weltkrieg seinen (hoffentlich) aus der Verbannung heimkehrenden jüdischen Eltern wieder zugeführt werden kann.
Das ist der Rahmen zu Beginn und zum Schluß der Erzählung. Und dazwischen entwickelt sich eine Irrfahrt sondergleichen.
Ein katholischer Priester, der im Widerstand steht zur deutschen Besatzung, hält in seinem Internat auch jüdische Kinder versteckt.
Das entwickelt sich in dieser Erzählung alles auf sehr behutsame und sonderbare Weise und dabei helfen natürlich auch noch andere Menschen mit, die sehr deutlich gezeichnet werden. Da merkt man sofort, daß Schmitt ein erfolgreicher Dramenautor ist und daher ist dieses kleine und kostbare Werk auch schon so gut wie geeignet, auf die Bühne gebracht oder verfilmt zu werden.
Außergewöhnliche Abenteuer in einer Zeit, wo Deutschland in Europa die Rolle eines räuberischen Wolfes spielte und wo in dieser Erzählung immer wieder absehbar wird, daß sich alles irgendwie auch wieder ändert, kippt und in eine Zukunft führt, von der wir eingentlich nicht viel wissen, ist das Interessante an dieser Story.
Dezent jedoch wird schon soetwas wie der Versuch unternommen, in das religiöse Leben von Juden und Katholiken hineinzusehen, ebenso vorsichtig deutlich auch eine gegenteilige Meinung, die der sogenannten Aufklärung, in der Gestalt der "Kruzitürken" entworfen.
Ja, wir haben es mit einem aufklärerischen Autor zu tun, der in heutiger Zeit versucht, behutsam unsere Wurzeln der Kultur und eines friedlichen Zusammenlebens zu entdecken und für uns wieder deutlich zu machen. Das ist gerade im Moment so wichtig, wenn nicht gar überlebensrelevant.
Das möge ihm weiterhin so gut wie hier gelingen!
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am 2. Januar 2005
Das Buch erzählt die Geschichte eines jüdischen Jungen, der auf der Flucht vor den Nazis in einer belgisch-katholischen Schule landet. Der dortige Pater versteckt viele jüdische Kinder und mehr dort - und begründet dies mit einer wundervollen Auslegung der Noah-Geschichte (die ich hier, der Lesefreude wegen, nicht ausplaudern möchte).
Überhaupt kommen die Religionen hier wieder stark zu Wort - andererseits werden absolute Wahrheitsansprüche sanft hinterfragt. Aber nie wird es dabei belehrend oder gar parteiisch - die entschieden-atheistische Apothekerin, die wie ein Rohrspatz auf die Kirche schimpft, gehört ebenfalls zu den bewegenden (und glaubwürdigen) Charakteren des Buches. Es gelingt dem Autor, eine Stimmung zu erzeugen, die gleichzeitig dramatisch und spannend, traurig und verstörend und dann wieder heiter und voller Humor wirkt. Letzterer bewahrt das Buch auch vor einem Abgleiten in eine süßliche Leere - zu oft blitzt das Autobiographische, Ernste des Autors durch, gerade in Redewendungen, Witzen und Situationen.
So ist das Buch jedem zu empfehlen, der noch bereit ist, sich berühren zu lassen. Es ist ein wundervolles Geschenk - zwischen dem Aufpacken und dem Ende der 139 Seiten lagen bei mir keine 24 Stunden, und ich denke, vielen wird es so gehen.
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An einem Schriftsteller mit Weltruhm kommen auch die offiziellen Literaturkritiker nicht vorbei. Aber sie tun sich schwer mit dem französischen Musiker, Philosophen und Bestsellerautor. Dabei wäre es so einfach. Hat er uns etwas zu sagen? Sagt er es ihn einer Form, die wir annehmen können? Ist diese Form kunstvoll und leicht zugleich? Auf alle drei Fragen kann ich als ehemaliges Mitglied der Kritikerzunft nur mit Ja antworten. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich es aufgegeben habe, bei einer gut erzählten Geschichte nach kleinen Fehlerlein zu suchen.
Die Geschichte vom siebenjährigen jüdischen Jungen während der deutschen Besatzung Frankreichs setzt das Versöhnungswerk des Autors vor. Doch die Vermittlung zwischen den grossen Religionen ist nur die eine Ebene. Wer Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans gelesen oder gesehen hat, sich auch Oskar und die Dame in Rosa nicht entgehen liess und seine Gefühlswelt nicht hermetisch abschottet, entdeckt in Schmitts Erzählungen immer wieder seine eigene Kindheit, seine eigenen Wünsche, Sehnsüchte, Ängste und Verletzungen. Immer geht es bei Schmitt auch um überzeitliche Werte wie Freundschaft, Achtung, Aufmerksamkeit.
Heute wissen wir, dass menschliche Werte nicht durch sozialpädagogische Papiere und politische Statements vermittelt werden, sondern durch gelebte Beispiele und Geschichten, die uns bewegen, in unsere Seelen eindringen. Das sind zwar nur Metaphern für Vorgänge in unserem Gehirn, denen Wissenschaftler langsam auf die Spur kommen. Aber Schmitt zeigt mit seinen Erzählungen, dass wir Bildhaftes mehr mögen als abstrakte Bildung. Und das ist gut so.
Eric-Emmanuel Schmitt zu lesen, tut mir gut. Nicht weil er menschlichen Alltag mit Zuckerguss überzieht, das wäre billig, sondern weil er mich bei den Gefühlen abholt und mich ahnen lässt, dass Glaube, Liebe, Hoffnung mehr sind als leere Worthülsen. Wenn das die offiziellen Religionen nicht mehr schaffen, dann braucht es eben Philosophen, Musiker und Schriftsteller wie Eric-Emmanuel Schmitt. 139 Seiten fürs eigene Gemüt, zum Verschenken und - ganz kitschig - für eine bessere Welt.
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am 13. April 2005
Joseph, ein siebenjähriger Jude, lebt mit seinen Eltern in Brüssel, z.Z. der Nazi-Okkupation. Mit gefälschten Papieren wird er einem katholischen Priester, Pater Bims, überlassen, um sein Leben zu retten, während seine Eltern inhaftiert werden. Im Waisenhaus des Paters lernt Joseph als angebliches katholisches Waisenkind die katholische, aber unter strenger Geheimhaltung auch die jüdische Religion kennen.Zwischen beiden entsteht eine tiefe Beziehung.Joseph ist gleichsam das Kind des Paters, der wie Noah, der die Tiere während der Sintflut vor dem Aussterben rettete, auch ihm dazu verhilft zu überleben und seinen Glauben weiterzugeben. Nach dem Krieg muß Joseph sich entscheiden, wohin er gehört.
Ein lesenswertes Buch mit philosophischen Betrachtungen, aus der Sicht des Kindes erzählt; humorvoll, trotz des ersten Themas.
s.
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am 29. September 2012
dieser roman von e.-e. schmitt führt uns, sehr lebendig und eindringlich geschrieben, in die zeit des nationalsozialismus in belgien.

anhand eines familienschicksals erleben wir, wie jüdische kinder alleine zurückbleiben, es aber auch menschen gab, wie diesen pater und andere couragierte, die sich der schicksale annahmen und ihr eigenes leben aufs spiel setzten.

insgesamt ein buch, in dem man einen sehr guten einblick in diese zeit bekommt,aber auch, wie einem kl. jungen seine jüdische abstammung wertvoll gemacht wird und sich dieser pater seiner annimmt und intensive gespräche mit ihm führt.
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am 13. April 2005
Eine Geschichte, die fast etwas an Louis Malle's "Au revoir les enfants" erinnert, herzergreifend, lustig, aufwühlend und mit dieser Tiefe, wie sie typisch für den Autor ist. Ein ganz wunderbares Buch, das man in einem Zug durchlesen muss, das einem den Geist für das tief Menschliche öffnet. Ab und an muss man sogar eine Träne verdrücken. Einfach toll.
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. Januar 2006
Joseph, Sohn jüdischer Eltern, überlebt die Nazizeit in einem belgischen Kinderheim, das von Pater Bims geleitet wird; von ihm erfährt Joseph grundlegende Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der Religionen.
Schmitts Bücher sind eher kurze Erzählungen denn Romane. In einer Geschichte ohne Nebenhandlungen mit wenigen Personen zählt vor allem der Appell, der hier beinhaltet: Alle Religionen und alle Anhänger der Religionen sind gleich; es gibt keine graduellen Unterschiede. Gleichzeitig ist man als Mensch seiner Tradition verpflichtet, die nicht der Beliebigkeit unterliegt.
Kein Schmökerbuch, aber eines zum Verschenken.
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am 29. September 2008
139 Seiten liegen zwischen den beiden Buchdeckeln! Das Schriftbild erscheint eher groß! Aber was heißt das schon?
Eric-Emmanuel Schmitt schafft es wie kein zweiter mit ganz wenig Worten, auf ganz wenig Seiten großartige kleine Geschichten zu erzählen!
Das Kind von Noah ist ein Meisterwerk! Fünf Punkte erscheinen fast eine "Beleidigung"!!
Es ist mir fast unbegreiflich wie jemand mit so einer kleiner Geschichte eine so emotionsgeladende, gleichzeitig zeitkritische, brillant formulierte Geschichte erdenken kann. Die wenigen Worte verzaubern, berühren, machen nachdenklich, schaffen Gänsehaut!
Mir selbst fehlen einfach die Superlative um diesem kleinen Wunder gerecht zu werden.
Hörte jemand auf mich, dann trüge der kommende Literatur Nobelpreisträger den bescheidenen Namen Schmitt!
Ich bin sprachlos! Ich bin überwältigt!
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am 9. Mai 2016
Ein kleines Buch, das zum Nachdenken anregt.
Wer sich für die neuere deutsche Geschichte interessiert,
wird von dem Erleben und Handeln Josphs angetan sein.
Vor allem der Weg des Jungen vom Kind zum Heranwachsenden
hat mich fasziniert.
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