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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine logische Fortsetzung seines Buches "Arm und Reich"...
... hat Jared Diamond hier vorgelegt.
Diesmal beschäftigt er sich mit den Gründen für den Untergang früherer Hochkulturen und zieht Parallelen zur Jetztzeit. Dabei weist er auf viele Ursachen hin, die auch heute zu einem Zusammenbruch einer Gesellschaft führen können. Es geht dabei um falsche Bodenbewirtschaftung,...
Veröffentlicht am 20. Dezember 2005 von isy3

versus
25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber nicht immer plausibel
Anhand mehrerer untergegangener Gesellschaften (Osterinsel, Anasazi, Wikinger auf Grönland) sowie einiger aktueller Fälle (Ruanda, China, Australien) versucht der Autor zu extrahieren, was einem Totalzusammenbruch einer Gesellschaft allgemein zugrundeliegt, und wie man so etwas vermeiden kann. Er kommt zu dem Schluß, daß es immer etwas mit...
Veröffentlicht am 30. Juni 2007 von J. Biernath


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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine logische Fortsetzung seines Buches "Arm und Reich"..., 20. Dezember 2005
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
... hat Jared Diamond hier vorgelegt.
Diesmal beschäftigt er sich mit den Gründen für den Untergang früherer Hochkulturen und zieht Parallelen zur Jetztzeit. Dabei weist er auf viele Ursachen hin, die auch heute zu einem Zusammenbruch einer Gesellschaft führen können. Es geht dabei um falsche Bodenbewirtschaftung, Überbevölkerung und teure Kriegsführung. Aber auch um kulturelle Gepflogenheiten, starres Festhalten an überholten Werten sowie den Egoismus einer Regierungsschicht, die es sich leisten kann, abgeschottet von den konkreten Problemen der restlichen Bevölkerung zu leben...
Das Buch ist umfangreich und liest sich nicht ganz leicht, es macht allerdings jedem Vergnügen, der gerne große Gedankenbögen nachverfolgt und den auch ein dicker naturwissenschaftlicher Wälzer nicht schreckt.
Hochinteressant fand ich das Kapitel über China und seine Umweltprobeleme. Die jüngsten Ereignisse dort im November 2005 zeigen, wie aktuell der Autor mit seinem Buch gerade ist.
Jared Diamond hat erstklassig recherchiert und viele interessante Fakten zusammengetragen. Besonders spannend fand ich seine Wiedergabe der Tragödie der Osterinsel und seine Ausführungen zum Ende der Wikingerkultur in Grönland. Diamond fand aber auch Positives heraus, wie z. B. die gelungene Aufforstung Japans durch die Shogun oder den Entschluß der Tikopia, von umweltfeindlicher Schweinehaltung auf ihrer Insel abzulassen. Auch werden gute Beispiele aus der aktuellen Wirtschaft gebracht: So das Ölfördergebiet von Kutubu, in dem besonders auf den Naturschutz geachtet wurde. Gerade hier liegt meines Erachtens nach die Stärke von Diamonds vielschichtiger Argumentation. Trostlose Weltungergangszenarien bringen die Menschen nicht zur Umkehr, weil sie das allzu Unangenehme dann einfach verdrängen und die nackte Angst ist ein schlechter Ratgeber, wenn es gilt, komplexe Probleme langfristig zu lösen, meint Diamond.
Das Buch bringt zwar internationale Fallbeispiele, richtet sich aber vorwiegend an ein amerikanisches Publikum. Zwei umfangreiche Kapitel sind der aktuellen Umweltpolitik des US-Bundesstaates Montana gewidmet, was vielleich nicht jeden europäischen Leser so detailiert interessieren dürfte wie den Autor, der hier seinen Grundbesitz hat. Verständlich allerdings, daß er den möglichst werthaltig an seine Kinder weitergeben möchte.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wir haben es in der Hand, 8. März 2006
Von 
karin1910 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im Gegensatz zu seinem Bestseller „Arm und reich“, der sich mit dem Aufstieg unterschiedlicher Gesellschaften befasste, beschäftigt Jared Diamond sich hier mit deren Untergang. Er identifiziert dabei fünf Hauptursachen für den Zusammenbruch von Kulturen: vom Menschen verursachte Umweltschäden, Klimaveränderung, feindliche Nachbarn, Verlust der Unterstützung durch freundliche Nachbarn bzw Handelspartner und schließlich die Reaktion der Bevölkerung auf ihre Probleme.
Unter diesen Aspekten untersucht Diamond eine Reihe von Kulturen aus Vergangenheit und Gegenwart. Er erklärt, warum manche frühere Gesellschaften (zum Beispiel die Wikinger-Siedlung in Grönland oder die Ureinwohner der Osterinsel) untergingen, während anderen (zum Beispiel Island) dieses Schicksal trotz ähnlicher ökologischer Probleme erspart blieb. Anschließend wird die Lage in einigen heutigen Staaten wie Ruanda, China oder Australien geschildert und erklärt, warum sich diese nach Meinung des Autors in einer prekären Situation befinden und welche Lösungsmöglichkeiten es gäbe. Das Hauptaugenmerk wird in beiden Fällen auf die vom Menschen verursachte Schädigung der Umwelt sowie auf die Auswirkungen eines übermäßigen Bevölkerungswachstums gelegt.
Im letzten Teil des Buches versucht Diamond, Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Er beschreibt, warum Gesellschaften ihre Probleme oft nicht erkennen bzw nicht in der Lage sind, sie zu lösen. Er erklärt, welches heutzutage die drängensten Umweltprobleme sind, die einer baldigen Lösung bedürfen, beschreibt die Schwierigkeiten, die dabei zu bewältigen sind (vor allem hinsichtlich der Einstellungen von Politikern oder Leitern von Wirtschaftsunternehmen), zeigt aber auch positive Ansätze auf. Insbesondere schildert Diamond auch (teilweise aber erst im Kapitel „Weiterführende Literatur“), wie der Einzelne als Wähler oder Konsument auf Entscheidungsträger einwirken und so einen verbesserten Umweltschutz erreichen kann. So bietet dieses Buch nicht – wie der Titel vielleicht befürchten ließe - nur ein düsteres Untergangsszenario, sondern zeigt auch auf, dass wir alle es in der Hand hätten, die ökologische Situation der Erde positiv zu beeinflussen.

So weit so gut. Bedauerlicherweise hat das Buch aber auch einige Schwächen: Diamond überhäuft den Leser auf über 600 Seiten mit einer Fülle von – großteils nicht einmal uninteressanten – Details, die aber leider zuweilen den Blick auf das eigentliche Thema verstellen. Auch die Auswahl der behandelten Gesellschaften ist fragwürdig. Der Untergang des römischen Imperiums oder der mykenischen Kultur in Griechenland werden zwar im Prolog kurz angesprochen, danach aber nicht mehr näher erörtert. Das Schicksal dieser Gesellschaften wäre aber für die meisten (auch amerikanischen) Leser wohl interessanter gewesen als etwa jenes der kleinen Pazifikinseln Pitcairn und Henderson. Überhaupt ist der Pazifikraum überrepräsentiert. Nicht nur befassen sich zwei größere Kapiteln mit diversen abgelegenen Inseln im Südpazifik, auch die Situation in Neuguinea wird an verschiedenen Stellen immer wieder behandelt. Von den modernen europäischen Staaten wird dagegen nur Island kurz erwähnt und auch die Schilderung der aktuellen Lage in den Vereinigten Staaten beschränkt sich auf ein (beinahe zu) ausführliches Kapitel über Montana und eine kurze Auflistung der Probleme in Los Angeles.

Alles in allem ein sicher lesenwertes Buch, das an Diamonds bisherige Bestseller aber leider nicht heranreicht.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber nicht immer plausibel, 30. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen (Taschenbuch)
Anhand mehrerer untergegangener Gesellschaften (Osterinsel, Anasazi, Wikinger auf Grönland) sowie einiger aktueller Fälle (Ruanda, China, Australien) versucht der Autor zu extrahieren, was einem Totalzusammenbruch einer Gesellschaft allgemein zugrundeliegt, und wie man so etwas vermeiden kann. Er kommt zu dem Schluß, daß es immer etwas mit Umweltproblemen zu tun hat, die wiederum verschuldet oder unverschuldet auftreten können. Entweder seien sie die Hauptursache für den Zusammenbruch, oder sie würden anderweitige gesellschaftliche Probleme potenzieren.

In seiner Beschreibung der verschiedenen Kulturen zeigt er großes Detailwissen und Einfühlsamkeit. An dieser Stelle ist das Buch großartig. Sehr gut fand ich auch seine Analyse der Frage, weswegen oft gegen offensichtliche Mißstände nichts getan wird (im Kapitel "Warum treffen manche Gesellschaften katastrophale Entscheidungen?"). Wenn man das Buch aber als Ganzes betrachtet, ist es zu plakativ. Abgesehen davon, daß Wikinger eigentlich nie untergegangen sind und allenfalls den Außenposten in Grönland aufgeben mußten, hat er seine Beispiele genau so gewählt, daß sie seine These von den Umweltproblemen untermauern. Kulturen, die aus anderen Gründen untergegangen sind (Epidemien, Genozide, Imperialismus, religiös oder militärstrategisch motivierte Kriege) kommen bei ihm nicht vor. Beispielhaft hier die Abbildung auf S. 614: Er stellt politische und ökologische Krisenherde in der heutigen Welt gegenüber und kommt wenig überraschend zu dem Schluß, daß sie zu 100 % übereinstimmen. Dumm nur, daß in der Karte der politischen Krisenherde z.B. Sri Lanka, Nahost, Tschetschenien, Korea, Darfur usw. völlig fehlen. So kann man natürlich auch eine Übereinstimmung herbeiführen. Wegen dieser wesentlichen Schwäche in der Argumentation nur drei Sterne.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Warum Gesellschaften verschwanden oder sich erfolgreich entw, 8. Oktober 2005
Jared Diamond analysiert Erfolgs- und Misserfolgsgeschichten menschlicher Siedlungen auf allen Kontinenten anhand von fünf Faktoren. Seine Beispiele sind Montana, die Pazifischen Inseln (insbesondere die Osterinseln), Anasazisiedlungen in Nordamerika, die Mayas und die Besiedlung Grönlands durch die Vikinger. Auch moderne Gesellschaften werden behandelt (Hispaniola, China, Australien). Manchen Gesellschaften ist es gelungen, über Jahrhunderte hinweg erflogreich zu bestehen, andere haben durch das eigene Verhalten das Verlöschen ihrer Gemeinschaft provoziert. Und die zentrale Frage ist natürlich, wo wie heute stehen. Steht die moderne Gesellschaft ebenfalls vor dem Kollaps oder wird es uns gelingen einen ökologischen Selbstmord zu verhindern? Sind wir in der Lage, aus den vergangen Erfahrungen die richtigen Schlüsse für unser heutiges Handeln zu ziehen?
Das Buch vermittelt viele Fakten, die es einem erlauben, sachlich über dieses Thema zu diskutieren. Was mir an diesem Buch nicht gefallen hat (im Gegensatz zu den anderen Veröffentlichungen Diamonds) sind der etwas schwerfällige Stil und die vielen Wiederholungen. Dieses Buch hätte kürzer sein können. So ist es eine etwas schwer verdauliche, aber trotzdem interessante Lektüre. Auf jeden Fall, trotz der Kritik am Stil, zu empfehlen. (diese Rezension bezieht sich auf die englische Erstausgabe).
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen wichtig mit deutlichen Abstrichen, 4. August 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen (Taschenbuch)
Dies ist ein Buch, dass jeder Mensch, der sich über unsere Zukunft Gedanken macht, gelesen haben sollte.
ABER: der Author zeigt inzwischen Anzeichen einer gewissen "Selbstverliebtheit" und mischt Fakten mit zwar plausiblen aber nicht belegbaren Thesen sowie rein persönlichen Ansichten ohne dies glasklar zu kennzeichnen. Z.B. aus der eigenen Robbenfleischantiphatie ohne jedwede weitere Indizien auf den europiden Gaumen zu schließen, ist in höchstem Maße unwissenschaftlich und verdient eigentlich 2 Sterne Abzug.
Die Auswahl der ökologischen und politischen Krisenherde grenzt schon an böswillige Manipulation. Das ganze Thema ist eben nicht so einfach wie beschrieben sondern sehr komplex und vernetzt. Wenn es ein besseres Buch zu diesem Thema geben würde, gäbe es nur 3 Sterne von mir. Da es aber dennoch ein lesenswertes Buch zum kritschen Lesen ist: 4 Sterne.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zähe Fleißarbeit - aber Diamond lässt nach, 18. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Die Ausgangsfrage ist ja spannend. Wie oft hat man sich gewünscht, dass mal jemand nicht nur einzelne Völker und Gesellschaft im Detail untersucht, sondern systematisch ihre Schicksale vergleicht. Warum manche Kulturen überleben und andere nicht - ja, warum? Diamonds Verdienst ist es zu zeigen, dass bei einem Kollaps fast immer ökologische Faktoren eine Rolle spielen - aber eben nicht nur. Er identifiziert insg. fünf Faktoren: Umweltschäden, Klimaveränderungen, Feinde, Wegfall von Handelspartnern und Reaktionen auf Umweltveränderungen. Schön - aber irgendwie banal. Dazu hätte es nicht die ausführlichen Fallbeispiele gebraucht, um die Wechselwirkungen dieser Faktoren an jedem Fall einzeln durchzuexerzieren. Diamond schreibt zäh, pedantisch und wiederholt sich oft. In der großen Argumentationslinie bleibt er leider schwammig und z. T. inkonsequent. Mal schreibt er über echte regionale Zusammenbrüche, doch oft auch nur über Krisen (Oder ist China kollabiert?), und am Ende über die ganze Welt. Natürlich ist er am Ende "vorsichtig optimistisch" - klar, Pessimismus verkauft sich nicht, und purer Optimismus würde das Buch obsolet erscheinen lassen. Leider das bekannte Phänomen: Erfolgsverwöhnter Autor will es nochmal wissen und schreibt etwas zusammen. Viele einzelnen Aspekte sind interessant - z. B. als Lektüre auf einer Australien-Reise - aber als "Wurf" erreicht das Buch längst nicht die Klasse von "Arm und Reich".
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundgrube, 16. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen (Taschenbuch)
Dem Autor wird vorgeworfen, es gebe keine rote Linie, seine Beweisführung sei nicht schlüssig, er habe dieses oder jenes übersehen.

Ich lese dieses Buch anders. Ich mag die Fülle der Geschichten. Ich verstehe inzwischen, warum Stahlproduktion so viel schwieriger ist als diejenige von Öl. Dazu fehlten mir wirtschaftliche Grundkenntnisse, über die ökolohischen Konsequenzen hatte ich nicht nachgedacht und die " Moral der Geschichte" interessiert mich brennend. Welche Lösungen angedacht werden, und dann nicht funktionieren, weil die Industrie einfach Brachen hinterlässt und der Steuerzahler dann teuerste Entsorgungen bezahlen muss.

Ebenso spannend fand ich die Darstellung des Ruanda-Konflikts. Wie man schon aus Tierpopulationen weiss, tritt Anomie ein, wenn eine zu grosse Verdichtung vorhanden ist. Im Detail erklärt Diamond, wie sich ein Zustand herstellt, den Hobbes bellum contra omnium genannt hätte, der Mensch des anderen Menschen Wolf- erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Und wenn es gar nichts gibt,dann ist es der schiere Kampf um das Überleben, auch gegen Vater, Brüder, Schwestern, Verwandte.

Im Buch finden sich eine Fülle von Überlegungen, warum Schäden nicht wahrgenommen werden ( die hochinteressant sind), warum gegen Schäden nichts unternommen wird, selbst wenn sie festgestellt werden.

Welche Erkenntnisse notwendig sind, welche Interessen im Spiel sind.

All'dies wird an vielen Beispielen erläutert, mir kommt gar nicht das Gefühl der Redundanz. Der Gedanke wird ausgebreitet und kann dadurch verankert werden.

Man sollte dringend von diesem Buch ein "Essenz-Fassung" herstellen, die wichtigsten Thesen, 50 Seiten, jedem Politiker in die Hand drücken, in den Lehrplan von Schulen aufnehmen, damit frühzeitig verdeutlicht wird, weldchen Beitrag wir alle dazu leisten, ob diese Gesellschaft überlebt oder untergeht.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünfzehn Jahre., 7. November 2005
Von 
Themis-Athena (from somewhere between California and Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Es war Jared Diamonds Antwort auf die letzte Frage einer Buchpräsentation von "Kollaps" im Senckenberg-Naturkundemuseum der Frankfurter Universität. Angesichts der vergleichsweisen Kürze der Menschheitsgeschichte innerhalb der gesamten Entwicklungsgeschichte der Erde, was macht es schon, fragte ein Zuhörer, "wenn wir uns in 20.000 Jahren oder so selbst vernichten, und von einer anderen Spezies abgelöst werden?" Ähnliche Gedanken waren auch mir zu Beginn des Abends gekommen, als ich, umgeben von Skeletten seit Hunderttausenden von Jahren ausgestorbener Tierarten, an einen kürzlichen Besuch im Speyrer Historischen Museum der Pfalz zurückdachte - auch ich hatte mich angesichts der Raketengeschwindigkeit, mit der es uns Menschen aus der Steinzeit ins 21. Jahrhundert verschlagen hatte, gefragt, "was wäre, wenn"?
Dennoch, und trotz meiner Kenntnis des an jenem Abend vorgestellten Buchs und seines Autors, war seine Antwort ein gewaltiger Weckruf. "Ich glaube, dass uns weniger als 20.000 Jahre bleiben," sagte Jared Diamond in seinem einwandfreien Deutsch und mit derselben zurückhaltenden, höflichen Gelassenheit, mit der er auch alle vorherigen Fragen beantwortet hatte. Und er ergänzte: "Wahrscheinlich eher fünfzehn."
Fünfzehn Jahre - nicht fünfzehntausend oder wenigstens fünfzehnhundert. Übertragen auf die gesamte Geschichte des Kosmos entspricht das weniger als einer Millisekunde.
Und das ist genau der Grund, warum "Kollaps" so wichtig ist. Denn das Buch untersucht nicht nur den Untergang einiger weniger Gesellschaften (so derjenigen der vor-europäischen Osterinsel, der Anasazi, Maya und Wikinger), denen es dann ein paar Erfolgsgeschichten gegenüberstellt (Neu-Guinea, Japan); es stellt im Grunde die Frage, was wir heute von der Vergangenheit zu lernen haben, um die Fehler untergegangener Kulturen zu vermeiden; eine Frage, die bereits durch das erste Kapitel hervorgehoben wird, welches sich mit keiner vergegangenen Gesellschaft sondern mit derjenigen des heutigen Montana befasst: dieses so dünnbesiedelten, von einem weiten Himmel überdachten und mit Bergen, Tälern und Flüssen gesegneten US-Bundesstaates, der sowohl geographisch als auch anderweitig meilenweit von den Problemen entfernt scheint, die man mit modernen Metropolen wie Frankfurt, New York oder Los Angeles verbindet (ebenso wie mit der isolierten polynesischen Welt der Osterinsel), und dessen soziale, politische und ökologische Landschaft von nahem betrachtet doch kein bisschen weniger gefährdet ist. Denn für uns heute geht es nicht mehr um die Ablösung nur einer einzigen Kultur (oder Spezies) durch eine andere. Für uns geht es, wie Jared Diamond deutlich macht, um die Zukunft unserer ganzen Welt. Und insoweit ähnelt unsere Situation durchaus derjenigen der Bewohner der Osterinsel, die nach rücksichtsloser Abholzung ihrer Wälder und dadurch hervorgerufener Wüstenbildung keinen anderen Ausweg als in den Kannibalismus fanden. Wie ihre Insel für sie ist auch die Erde für uns heute die einzige bewohnbare Welt ... in unserem eigenen Sonnensystem (oder wollen Sie etwa auf dem Mars oder der Venus überleben müssen?), und wahrscheinlich auch weit darüber hinaus: Die weit entfernten Galaxien von "Raumschiff Enterprise" und "Krieg der Sterne" gehören eben nunmal nirgendwo anders hin als ins literarische Reich der Science Fiction.
Vor diesem Hintergrund ist der englischsprachige Untertitel von "Kollaps" ebenso wichtig - und wesentlich aussagekräftiger als in der deutschen Fasung des Buchs: "How Societies *Choose* to Fail or Succeed". Denn er verdeutlicht: (1) Selbst unter schlechten Bedingungen ist der Untergang keinesfalls vorprogrammiert; und (2) ob (oder wie) eine Gesellschaft überlebt, hängt entscheidend von ihren Zielen und Wertvorstellungen ab, sowie den hierauf gegründeten individuellen und kollektiven Entscheidungen. Und von allen Faktoren, die nach Jared Diamonds Analyse Einfluss auf das Überleben einer Gesellschaft haben - Umweltveränderungen, Veränderungen und Interessenkonflikte innerhalb der betroffenen Gesellschaft, Veränderungen in einer benachbarten Gesellschaft und in den Beziehungen der beiden Gesellschaften zueinander, der technische Fortschritt, und die aus Erkenntnisunfähigkeit, -unwillen oder aus anderen Gründen unterbliebene Voraussicht oder Einsicht in die Folgen getroffener Entscheidungen - ist eben dieser letztere Punkt, die Frage wie wir die Karten ausspielen, die wir uns selbst durch unsere Entscheidungen in die Hand gegeben haben, der maßgebliche. Der Autor selbst bezeichnet sich insoweit gerne als "vorsichtig optimistisch" und verweist auf seine achtzehnjährigen Zwillingssöhne, die fast ihr ganzes Leben noch vor sich haben. Ich hoffe aber, dass seine Antwort auch in dem zunehmenden Gehör, auf das seine Stimme in der Öffentlichkeit und bei nationalen und internationalen Entscheidungsträgern trifft, ihre Rechtfertigung findet.
Bedeutet das, dass er im Besitz aller Antworten ist? Nein - und er selbst wäre vermutlich der erste, der betonen würde, dass er in Wahrheit viel mehr Fragen als Antworten hat (nur dass es sich bei ihm nicht so nach Klischee anhören würde). Sind die Argumente in "Kollaps" weniger durchgreifend als in seinem Pulitzer Prize-geehrten Buch "Arm und Reich" ("Guns, Germs and Steel")? Ich finde nicht, aber ich bin zugegebenermaßen voreingenommen. Worin liegt überhaupt der Sinn eines sogenannten "populärwissenschaftlichen" Buchs - warum setzt sich Jared Diamond nicht wie jeder vernünftige Wissenschaftler vorwiegend mit seinesgleichen auseinander? Ich denke, dass ihm eine angeregte wissenschaftliche Debatte durchaus entgegenkommt und er insbesondere auch solche Kommentare begrüßt, die ihn dazu zwingen, seine eigenen Ansichten auf die Probe zu stellen. Aber man braucht sich nur anzusehen, welchen Raum die Pseudo-Argumente, die er am Ende von "Kollaps" als "Einzeiler-Widersprüche" ("one-line objections") widerlegt, noch in der öffentlichen Diskussion einnehmen ("Wir müssen Wirtschaft und Umwelt im Gleichgewicht halten", "die Technologie wird's schon richten", "schon wieder so ein Untergangsprophet, dessen Vorhersagen sich bald als falsch herausstellen werden", "Umweltbewusstsein ist eine Luxuserscheinung der ersten Welt", und natürlich das allgegenwärtige "Was geht mich das alles an?"), um sich der Notwendigkeit dieses Buches bewusst zu werden. Aus diesem Grunde habe ich auch meine bisherigen Bedenken zurückgestellt, Jared Diamonds Bücher zu rezensieren, obwohl mir persönliche Kenntnis und grenzenloser Respekt jegliche Objektivität nehmen und eine Rezension wie diese hier mir ohne weiteres als Angabe mit der Bekanntschaft mit einem international renommierten Wissenschaftler und preisgekrönten Autoren ausgelegt werden kann (überdies einer Bekanntschaft, die auf reinem Zufall und nicht einer besonderen Leistung meinerseits beruht). Aber "Kollaps" geht uns einfach alle an.
Jareds Signatur meines Exemplars bezieht sich auf die vorerwähnte, zwar nicht enge aber langjährige Bekanntschaft, deren Dauer er mit "bis 2005 ---" bezeichnet. Sowohl in persönlicher als auch in allgemein-gesellschaftlicher Hinsicht hoffe ich, dass diese drei Gedankenstriche für weit mehr stehen als für fünfzehn Jahre.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langatmig, 9. Oktober 2007
Die Kern-These des Buchs besagt, dass fünf Faktoren den Auf- oder Niedergang einer Zivilisation bestimmen: Umweltschäden, Klimaveränderungen, Auftreten von Feinden, Abtreten von Handelspartnern sowie passende oder unpassende Reaktionen darauf. Jared Diamond zeigt an einer Vielzahl historischer oder gegenwärtiger Völker die Wirkung dieser Faktoren; mal getrennt, mal in Wechselwirkung zueinander.

Tatsächlich drängt sich die Meinung des Autors geradezu auf. Man kann der Beweisführung durchweg gut folgen und ihr als Leser auch leicht voraus eilen.

Das ist aber auch das Dilemma dieses populär-wissenschaftlichen Buchs, das den Spagat zwischen Anregung und Glaubwürdigkeit nicht zu leisten vermag: Es ist langatmig. Mit jedem Beispiel werden die fünf Faktoren erneut abgeklappert. Die guten Zusammenfassungen zu Beginn der Kapitel sind so treffend, dass es sich kaum noch lohnt die folgenden Ausführungen zu lesen. Die zermürbend umfangreichen Belege und die monotone Sprache, die jeglicher sprachlicher Fantasie entbehrt, erschweren das Vorankommen.
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44 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schräg zu lesen, 25. Dezember 2005
Von 
Ulrich Hartmann (Mulfingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Mehr als ein halbes tausend Seiten dick kommt dieses Buch daher - es hätten auch weniger getan. Jared Diamond schildert, warum Gesellschaften, die aus ökologischen Gründen untergegangen sind und andere nicht, um daraus für heute Erkenntnisse zu gewinnen. Sein Plädoyer für eine ökologisch ausgerichtete Politik, auf das das Buch hinausläuft, ist sympathisch, aber - jedenfalls für Europäer - nicht besonders originell. Was zu denken gibt, ist allerdings sein Hinweis, daß Gesellschaften schnell kollabieren können, nachdem es viele Jahre lang gut ging, und sein Hinweis, wie wichtig die historische Erinnerung ist.
Allerdings: Hauptsächlich besteht dieses Buch aus Beispielen. Inwiefern sie wirklich auf die globalisierte Welt heute übertragbar sind, das wird nicht wirklich zwingend dargelegt, eher dienen sie dazu, ein bedrohliches Szenario zu entwerfen; Diamond wäre aber kein Amerikaner, wenn er nicht auch etwas Hoffnung verbreiten würde. Leider bekommt man den Eindruck, daß der Autor Zeilen geschunden hat. Viel zu ausführlich werden noch die unwichtigsten Einzelheiten ausgebreitet, auch wenn sie mit dem Thema nur indirekt zu tun haben (etwa die Vorgehensweise der Dendrochronologie), und außerdem x-mal wiederholt. Immerhin: das macht die Darstellung einprägsam, aber irgendwann liest man nur noch schräg.
Als Amerikaner erweist sich Diamond auch dadurch, daß er die Kulturen Europas und des Vorderen Orients fast gänzlich ignoriert. Dabei wird hier seit mehreren Jahrtausenden Landwirtschaft betrieben, und das auch in ökologisch prekären Gegenden. Hier hätte er vielleicht auch Beispiele für nachhaltiges Wirtschaften (und für das Gegenteil) finden können, zumal hier die Geschichte am besten dokumentiert ist. Aber wahrscheinlich war ihm die Alte Welt zu kompliziert.
Die Übersetzung macht einen guten Eindruck, obwohl in Deutschland nicht "Prinzen", sondern Fürsten regiert haben und "Eigentümerkirchen" auf deutsch "Eigenkirchen" heißen. Störender ist die "neue Rechtschreibung", in der das Buch gedruckt ist.
Fazit: mehr Denkanstoß als Erkenntnis, mehr Plädoyer als zwingende Argumentation, ein Buch, das seine Schwächen durch Volumen zu verdecken sucht.
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Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen
Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen von Jared Diamond (Taschenbuch - 25. März 2010)
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