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5.0 von 5 Sternen Mit einer Fischgräte in der Seele...
... und ohne Lebenslinie wurde er geboren, hat er geherrscht und ist er gestorben - im Treibhaus der Karibik. Zwischen 150 und mehr als 200 Jahren schwanken die Schätzungen über sein Alter, denn keiner kann sich an beides Erinnern, seine Geburt und seinen Tod. Sein Vater, ein Unbekannter, ein Gassengauner, seine Mutter - Bendición Alvarado - war...
Veröffentlicht am 3. April 2011 von Esther

versus
10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht leicht zugänglich
Eines Morgens wird der Diktator eines südamerikanischen Volkes tot in seinem Palast aufgefunden - gestorben im Alter zwischen 107 und 232 Jahren. Von diesem Ereignis ausgehend zeichnet Garcia Marquez das Leben des Tyrannen nach, aber nicht als zusammenhängende Geschichte präsentiert, sondern als ein wirres Kaleidoskop aus einzelnen Szenen, scheinbar...
Veröffentlicht am 22. Juni 2001 von dhcmrlchtdj


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit einer Fischgräte in der Seele..., 3. April 2011
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Herbst des Patriarchen: Roman (Taschenbuch)
... und ohne Lebenslinie wurde er geboren, hat er geherrscht und ist er gestorben - im Treibhaus der Karibik. Zwischen 150 und mehr als 200 Jahren schwanken die Schätzungen über sein Alter, denn keiner kann sich an beides Erinnern, seine Geburt und seinen Tod. Sein Vater, ein Unbekannter, ein Gassengauner, seine Mutter - Bendición Alvarado - war Vogelhändlerin und hätte ihn wohl zur Schule geschickt, hätte sie denn geahnt, dass ihr Sohn einmal zum Präsidenten, nein allmächtigen Herrscher des Landes würde.

5000 Kinder - Siebenmonatskinder allesamt - hat er Zeit seines Lebens gezeugt, allein ein einziges sollte er jemals anerkennen. Meist ließ er sich vertreten durch einen seiner vielen Doppelgänger, ließ seine Mahlzeiten vorkosten, ließ abtrünnige Vertraute töten und servierte diese seinen Militärs, versteckte Kinder zu tausenden in abgeschiedenen Grotten, wenn ihr Los (und das der Lotterie) gekommen war, er verstieß alle Geistlichen des Landes und veranlasst die Pest zum Massensterben - denn keiner, keiner sollte jemals an seiner uneingeschränkte Macht zweifeln. Was er Zeit seines Lebens hingegen niemals gelernt hat, war die Liebe.

Doch auch er konnte dem Altern nicht entkommen, so entging ihm - halbtaub - dass er von seinen Untergebenen nach allen Regeln der Kunst manipuliert wurde. Zwar waren die jungen Schulmädchen lieblich zu dem alten Gesellen, doch waren es kleine Hafenhuren, denn die Schulen für Mädchen in seiner Nähe wurden seinetwegen geschlossen. Tagtäglich vernahm der die ökonischen Fortschritte aus den Radionachrichten, doch dass sein Land im Schuldenberg versank, wusste er nicht. Bis er in seiner Not schließlich das Meer an die Briten verkaufte ... Zuerst kamen die Hühner, dann übernahmen die Kühe das Regiment im Palast - die Fäulnis in der Luft, erlag der den vielen nutzlosen Schmerzen des Verfalls. Und sein Volk jubelte!

An Hand eines einzigen die Jahrhunderte überdauernden Diktators beschreibt Marquez das Elend der übermächtigen Diktatur in Mittel- und Südamerika. Zwischen Vogelgesängen und Hahnenkämpfen, Rosen, Cladiolen und Mangrovenwäldern, zwischen Kapuzineraffen und Paradiesvögeln, Pelikanen, Straßenkötern und Aasgeiern, im Treibhaus der Karibik! Keine Gräueltat, keine Folter, weder Blödheit noch Unbildung sind dabei erfunden. Der Patriarch spricht, er spricht in seinem Erzählen zu vielen verschiedenen Menschen, die ihm alle gegenüber nicht (mehr) Rede und Antwort stehen. Erst nach seinem Tod, überlässt er dem Volk das Wort. Marquez beginnt die Geschichte des Grauens mit seinem Tod, mit der Entdeckung der Leiche des Alte umgeben von Gestank, Aasgeiern, Kühen und Hühnern in den Amtstuben um sich bis zum Ende des Romans wieder dorthin zurück zu runden. In vielen unterschiedlichen Schleifen erörtert er das Leben, Handeln und Richten des Herrschers - durchwegs in seitenlangen Sätzen, zumal in der Beobachtung zumal im inneren Monolog, immer jedoch eher der Lyrik als der Prosa zugewandt.

"... geknickten toten Alten, der durch das dunkle Geraschel der letzten eisigen Blätter seines Herbstes dem finsteren Vaterland der Wahrheit des Vergessens entgegen flog, angstvoll an die zerfaserten Moderfetzen des Todestalars geklammert und taub gegenüber dem Geschrei der rasenden Menschenmenge, die auf die Straße rannte und Jubelhymnen über die Jubelnachricht von seinem Tode sang, für immer taub gegen die Befreiungsmusik und das Freudenfeuerwerk und die Ruhmesglocken, die der Welt die frohe Botschaft verkündeten, dass die unzählbare Zeit der Ewigkeit endlich zu Ende sei." S276 (letzter Absatz)

Herausragende aber durchaus schwierige Lektüre; unbestritten Weltliteratur!!!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht nur das Laub fällt, 5. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Herbst des Patriarchen: Roman (Taschenbuch)
Nichts für ungeübte Leser. Der Roman steht wie ein Klotz da. Absatzlos, Sätze, die sich über Seiten ziehen, man kann leicht den Bogen verlieren und trotzdem zieht die Geschichte dieses alterslosen Diktators einen an, der tot in seinem verfallenen Palast gefunden wird. Wie in einem Alptraum vereint dieser Diktator die Geschichte totalitärer Regimes Südamerikas in sich. Man muß sich Vergangenheit wie Gegenwart erlesen, die Geschichte wird einem nicht auf dem Tablett episodenhaft serviert.

Es ist der gelungene Versuch eines Autors, die Geschichte seiner Kultur, der Politik seines Kontinents einen Ausdruck zu verleihen, der nicht schmackhaft auf der Zunge zergeht. Wer sich wirklich dafür interessiert, wie ein solcher Dikator aufsteigen, wie er fallen kann, muß hinsehen, zuhören, vor-, wie zurückblättern, sich Zeit nehmen. Márquez zwingt einen durch seine Form dazu. Und vielleicht bleibt dieser Roman am Ende deswegen länger haften als andere.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht leicht zugänglich, 22. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Herbst des Patriarchen (Broschiert)
Eines Morgens wird der Diktator eines südamerikanischen Volkes tot in seinem Palast aufgefunden - gestorben im Alter zwischen 107 und 232 Jahren. Von diesem Ereignis ausgehend zeichnet Garcia Marquez das Leben des Tyrannen nach, aber nicht als zusammenhängende Geschichte präsentiert, sondern als ein wirres Kaleidoskop aus einzelnen Szenen, scheinbar willkürlich aneindandergereiht in nicht enden wollenden, metaphernbeladenen Sätzen; das letzte Kapitel, 51 Seiten lang, besteht sogar nur aus einem einzigen Satz. Eine Anekdote reiht sich in einem endlosen Fluß an die nächste, Schilderungen über Schilderungen von Besuchen bei seiner Mutter, mißglückten Staatsstreichen, über seinen Hodenbruch und seine zahlreichen Konkubinen, dabei springt die Erzählperspektive dauernd von der Ich-Erzählform in die verschiedener dritter Personen um. Nicht umsonst heißt es im Nachwort: "Der Leser, der die Intention des Autors begreifen will, wird alle Vorstellungen von Romanformen mit überschaubarer Handlung, linearer Entwicklung und nachvollziehbarer Zeitfolge vergessen müssen, er wird sich nicht durch das Vexierbild der sich ständig ablösenden Erzähler, des 'Ich', des 'Du', des 'Wir' aus dem Konzept bringen lassen."
Sicherlich ist das beleibe kein künstlerisch schlechtes Buch, nur meinem persönlichen Lesegeschmack kam dieser Roman, im Gegensatz etwa zu 'Hundert Jahre Einsamkeit", überhaupt nicht entgegen.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein literarischer Kampf, 1. Juli 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Herbst des Patriarchen: Roman (Taschenbuch)
Obwohl ich doch eigentlich ein Freund von Marquez bin, ist dieses Buch eines seiner am schwerst zu lesenden... Wunderbar und schön geschrieben doch zum Ende hin doch eher ein Kampf.
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Der Herbst des Patriarchen: Roman
Der Herbst des Patriarchen: Roman von Gabriel García Márquez (Taschenbuch - 1. Februar 2004)
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