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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Buch, das ich je gelesen habe!
Eigentlich wollte ich abends noch einmal schnell reinschauen, in "Hundert Jahre Einsamkeit" und fand mich 2 Stunden später auf Seite 80 wieder. Und so begann für mich eine Reise durch eine unfassbare Familiensaga, Geburten und Tod und alles was dazwischen liegt. Figuren kommen und gehen, man lernt sie hassen und lieben zugleich. Man lacht über...
Veröffentlicht am 8. März 2003 von Amazon Kunde

versus
68 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eigenwilliges Meisterwerk
Garcia-Marquez hat mit diesem Buch zweifelsohne ein Werk geschaffen, mit dem mich eine Hass-Liebe verbindet.
Am Anfang muss ich sagen, dass ich mich zwingen musste, das Buch nicht aus dem Fenster zu werfen, denn gerade am Anfang muss man, wenn man mit dieser Art Literatur nicht vertraut ist, eine Menge verdauen. Die Geschichte ist ziemlich verworren, so heißen...
Veröffentlicht am 5. März 2005 von M.H.


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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Buch, das ich je gelesen habe!, 8. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit (Taschenbuch)
Eigentlich wollte ich abends noch einmal schnell reinschauen, in "Hundert Jahre Einsamkeit" und fand mich 2 Stunden später auf Seite 80 wieder. Und so begann für mich eine Reise durch eine unfassbare Familiensaga, Geburten und Tod und alles was dazwischen liegt. Figuren kommen und gehen, man lernt sie hassen und lieben zugleich. Man lacht über unermessliches Glück, man weint, wenn durch 4 Jahre Regen alle Ernte und Vieh vernichtet werden.
Man wird förmlich hineingesogen in diesen Epos, mit Witz, Atmosphäre und unglaublicher Fantasie wird auf jeder Seite mit Spannung und unendlicher Liebe das Schicksal einer zu Hundert Jahren Einsamkeit verdammten Familie über fünf Generationen hin geschildert.
Menschen dieser Welt, kauft dieses Buch, lest es und werdet endlich glücklich!
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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ihre Welt wird nie mehr die selbe sein, 18. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit (Taschenbuch)
Ich empfehle dieses Buch als Sommerlektüre: Nicht etwa, weil es einfach und locker zu lesen ist, aber weil es dem Leser aus dem eigenen Sommer entführt und irgendwo in Südamerika absetzt, in eine mystische, zauberhafte und doch so reale Welt. Vor Kraft strotzende Männer, künsterlische "Spinner", wahre Liebesberserker und Frauen, denen selbst die schlimmsten Eskapaden ihrer Männer nichts anhaben, Frauen, die die Familien durch schlimme Zeiten lenken.

Freilich ist das Buch verwirrend. Die Handlung ist nicht immer linear und zwischen Legende und Tatsache wird wenig, zumeist gar nicht unterschieden. Aber genau das ist der Reiz. Das Buch ist so geschrieben, wie Geschichten aus den Mündern alter Leute klingen: Erinnerung mischt sich mit selbst Gehörtem, Fantasie kommt hinzu und der Schleier der Nostalgie.

Wer Familienepen mag, Märchen mag, Südamerikanische Literatur mag, Tragikkomik mag und über alles ein weises Augenzwinker legen kann, der ist hier richtig aufgehoben. Und glauben Sie mir, sie werden die Welt von dem Tag an, an dem sie das Buch beendet haben mit anderen, träumenden, doch nicht verträumten Augen sehen...
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwere Kost, aber lesenswert, 14. März 2007
Man sollte sich schon Zeit nehmen für dieses Buch, denn 100 Jahre Einsamkeit ist kein schneller Roman für zwischendurch. Die Familienchronik der Buendias erstreckt sich über soviele Generationen, dass ich ehrlich gesagt ein bisschen den Überblick verloren habe. Der Hauptgrund hierfür ist, dass alle männlichen Vertreter der Familie (und es gibt verdammt viele davon), nur zwei verschiedene Vornamen erhalten. Wie oft bei Familienchroniken gibt es auch keine durchgängige Handlungen, sondern immer wieder neue Handlungsstränge, Anekdoten oder kleien Geschichten über die einzelnen Familienmitglieder. Zugegeben, zum Teil kann das etwas langatmig werden, und die Verwirrung lässt einen manchmal schon etwas genervt werden. Vielleicht wäre es klug, sich beim Lesen nebenher einen Stammbaum zu zeichnen! ;) Doch ich finde, Marquez' Schreibstil und einzigartige Sprache macht einiges wieder wett. Vor allem wenn man es schafft, eine größere Passage am Stück zu lesen, kommt dies voll zur Geltung, da zumindest ich immer erst ein bisschen gebraucht habe, um mich hineinzufinden. Ich werde auf jeden Fall noch ein Buch von Gabriel Garcia Marquez lesen!
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Notizen aus der Provinz, 13. September 2006
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Das ist wirklich ein Klassiker. Nicht etwa, weil das Buch alt ist oder besonders berühmt. Der Autor hat danach noch viele erfolgreiche Bücher veröffentlicht, und so ist dieses Werk zu unrecht etwas in den Hintergrund geraten. Es ist ein Klassiker, weil es eine Unmenge an klassischen Geschichten enthält, einen Fundus, aus dem man sich immer wieder bedienen kann, und der als Vorlage für vielleicht ein Dutzend Romane problemlos reichen könnte.

Erzählt wird das Schicksal eines Dorfes, und damit auch einer großen Famillie, irgendwo im Nirgendwo Lateinamerikas. Man merkt eigentlich nicht, wie die Zeit vergeht - es sei denn in der Abfolge der verschiedenen Generationen. Aber auch wenn es tiefste Provinz ist, wo die Einwohner die Dramatik der Geschichte nur durch gelegentliche Botschaften, durch seltene Ausblicke in die Welt erfahren, hier passieren wirklich spannende Dinge: Menschen lieben, sterben, kämpfen um ihr Glück, bekommen Kinder, werden in Ehren alt oder verrückt, haben Erfolg oder scheitern. In den intensivsten Momenten des Buches haben sie Sehnsucht.

Das Buch wird auch sprachlich sehr gelobt, hier muss ich aber sagen, das der Rezensent der Muttersprache des Autors, also dem Spanisch, leider nicht mächtig ist, also darüber nur schwer eine Aussage treffen kann. Die deutsche Übersetzung liest sich schön, auch wenn es nicht immer einfach ist, die vielen Personen, Namen und Geschichten immer auseinander zu halten.

Wie schon gesagt, ein Klassiker.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 5 STERNE werden dem Buch nicht gerecht !, 19. November 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit (Taschenbuch)
Dieses Buch erzaehlt die faszinierende Geschichte der Familie Buendia angefangen mit Jose Arcadio Buendia, dem Familienvater der mit anderen auszieht um das Dorf Macondo zu gruenden.
Die Handlung spielt die ganze Zeit in dem Dorf, trotzdem sind die Handlungsebenen sehr vielfaeltig, faszinierend und wunderbar miteinander verflochten. Am Anfang hat man villeicht etwas Muehe den roten Faden zu finden, das sollte kein Grunde zum Aufgeben sein. Denn alles hat seinen Sinn und Zweck in diesem fantastisch und mystisch geschriebenem Buch von Gabriel Garcia Marquez.
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68 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eigenwilliges Meisterwerk, 5. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit (Taschenbuch)
Garcia-Marquez hat mit diesem Buch zweifelsohne ein Werk geschaffen, mit dem mich eine Hass-Liebe verbindet.
Am Anfang muss ich sagen, dass ich mich zwingen musste, das Buch nicht aus dem Fenster zu werfen, denn gerade am Anfang muss man, wenn man mit dieser Art Literatur nicht vertraut ist, eine Menge verdauen. Die Geschichte ist ziemlich verworren, so heißen die Protagonisten alle (fast) gleich, was mehrmaliges Nachlesen der Art 'Wer war doch gleich wer?' erfordert. Dazu sind eine Menge Fantastereien, wie die 'Schlaflosigkeitsseuche' und ihre Folgen nur schwer nachzuvollziehen, zumal sie aus dem nichts auftaucht, eine Ewigkeit darüber geschrieben wird und Zack, aus dem Nichts, mittels eines Tränkchens, wieder verschwindet, als hätte es sie nie gegeben. Viele weitere Dinge erzeugen ebenfalls eher ein 'Was kommt als Nächstes? Sprechende Iglus in Kolumbien?' als Faszination und Begeisterung. Die Beschreibungen, für die Handlung irrelevanter Dinge, sind zudem sehr ausführlich und ermüdend. Wen interessiert es nun wirklich, von wo die Herrin des Hauses ihre Möbel hat, wie sie genau plant das Haus umzugestalten und welche Pflanzen sie wo anpflanzt. Mal abgesehen davon sollte man Spanisch verstehen und mit kolumbianischer Vegetation vertraut sein, wenn man wissen möchte, wovon überhaupt die Rede ist. Die Dinge die sich ereignen sind auch keine Leichte kost. Entweder es wird kräftig Inzucht betrieben (zum Teil auf sehr erschütterliche Art), sich im Bordell verlüstiert, oder an der Einsamkeit und dem eigenen Unglück gearbeitet, indem Liebe schlichtweg zerstört oder mehr oder weniger direkt sogar getötet wird. Beängstigend, wenn daran ein Hauch Realität sein sollte... Nicht einmal der Bürgerkrieg lässt Spannung aufkommen, da er erstens nur am Rande miterlebt wird und zudem mehr über Furunkel des Oberst, als über Kriegsgeschehen zu lesen ist. Großartige geschichtliche Hintergründe und Aufschlüsse konnte ich ehrlich gesagt nicht erkennen.
Aber dennoch hat dieses Buch etwas Außergewöhnliches, was mich am Ende doch gehindert hat, es wieder aus der Hand zu legen. Wenn man die Anfangshürde mal überwunden hat und gelernt hat, (fast) die ganze Handlung auszublenden und nur das Wesentliche zu erkennen, nämlich die reine Einsamkeit in den Herzen der Protagonisten, dann schlägt diese Einsamkeit eine Brücke zum Leser und fesselt ihn. Man ist fasziniert und liest weiter und weiter und es wird immer faszinierender. Die Empfindungen dieser Menschen sind einfach menschlich, wenn auch nicht unbedingt immer ganz nachvollziehbar, aber letzten Endes doch sehr plastisch vermittelt und auf eine eigene Weise verständlich.
Als Fazit kann ich eigentlich nur folgendes festhalten: Dieses Buch ist eigenwillig, aber faszinierend und ich habe es die letzten 100 Seiten nicht mehr aus der Hand legen können - aber ich möchte es dennoch nie wieder lesen und kann es eigentlich nur Freunden der Thematik bzw. dieser Art Literatur empfehlen.
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48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch des Jahrhunderts?, 14. Mai 2000
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist überwältigend! Garcia Marquez ist ein Meister der Erzählkunst und führt leichtfüssig und verspielt durch ein riesiges Panorama. Dabei sind die Seiten so übervoll mit Ideen und Phantasie, daß man aus dem gesamten Material leicht mehrer Bücher hätte machen können. Aber genau dies macht das Buch aus, denn es ist wunderbar südamerikanisch: Die Sprache ist überladen mit Bildern, Vergleichen, Metaphern und einer fast verliebten Wortwahl und jede Seite ist so übervoll mit Ideen und und überwältigend phantasievollen Geschichten, daß man bereits nach ein paar Seiten eine Pause einlegen muß, um sich das eben gelesene genüßlich auf der Zunge zergehen zu lassen. Dieses Buch handelt über den kolumbianischen Ort Macondo und dessen Gründerfamilie Buendía, der Gründung, dem Aufstieg und dem Niedergang, wobei sich der Autor einer Anzahl phantastischer Elemente bedient, die er jedoch so geschickt in die Erzählung miteinbezieht, daß es dem Leser ganz normal erscheint, daß eine Frau in den Himmel aufsteigt, oder daß sämtliche Kinder eines Mannes mit Kreuzen auf der Stirn geboren werden. Zwar sind Ort und Personen fiktiv, jedoch ist die Handlung eingerahmt von der kolumbianischen Geschichte, deren Folgen sich direkt auf Macondo auswirken und die gesamte Handlung noch glaubwürdiger erscheinen lassen. Dieses Buch ist das Bunteste, was ich je gelesen habe, voller Symbolik, voller Phantasie und voller Liebe am Erzählen
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schillernder und vor Phantasie strotzender Jahrhundertroman, 7. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit (Taschenbuch)
Marquez' berühmtester Roman, einer der bedeutendsten Vertreter des magischen Realismus, ist ein literarisches Ungetüm. Hundert Jahre, viele Generation folgen wir der Geschichte der Familie Buendia, die mitten im tiefsten Urwald ein Dorf aufbaut - Macondo - und deren oft tragischen Erlebnissen wir fortan folgen.

Es handelt sich um keinen Roman im eigentlichen Sinne, vielmehr eine Ansammlung unzähliger Anekdoten und Episoden, die lose miteinander verknüft sind. Wenn es so etwas wie einen roten Faden gibt, dann ist es die Einsamkeit, die dieser Familie wie ein Fluch anlastet, und schlussendlich auch ihr Schicksal besiegelt. Ohne einer richtigen Geschichte gelingt es Marquez dank seiner unbändigen Phantasie, nicht nur einen ganzen Ort mitsamt seiner Einwohner zum Leben zu erwecken, sondern auch das Interesse des Lesers zu wecken. Hier treten prophetische Zigeuner auf, Plagen überziehen das Dorf, mal befällt jeden Einwohner Stummheit, dann steigt ein Mädchen wortwörtlich zum Himmel auf, Söhne ziehen aus und schließen sich der Revolution im Lande an, einer wird gar zum Anführer und zeugt fast zwanzig Söhne - es mangelt nicht an Ideen, und derart geschickt wird hier Alltägliches mit phantastischen Elementen verwoben, das es nur stimmig erscheint, wenn Wunder vollbracht werden, und sich Tragödien ereignen. Was oft absurd und grotesk anmutet, ist innerhalb des Werks immer stimmig, und das ist eine Leistung von Marquez, die man kaum genug würdigen kann.

Im letzten Drittel wird es bisweilen unübersichtlich, kaum noch behält man den Überblick über alle Charaktere. Hierfür entschädigt das grandiose Ende.

Die größte Errungenschaft des Romans ist seine sprachliche Schönheit, die einem zuweilen den Atem nimmt. Vergleichbares findet man nicht oft, mir fallen da nur Hugo und Melville ein. Hier ist ein Titan der Sprache am Werke, aus jeder Zeile sprießt seine schillernde, vor Phantasie überbordernde, wortgewaltige Begabung hervor. Marquez könnte die Beschaffenheit einer kahlen Wand beschreiben, es wäre noch immer ein Lesegenuss.

Jahrhundertroman, Weltliteratur, Nobelpreisträger - mehr muss nun nicht mehr gesagt werden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Almanach der Toten, 15. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit (Taschenbuch)
Mit diesem lange vorbereiteten Roman (1967, "Cien años de soledad") gelang dem kolumbianischen Schriftsteller ein geradezu spektakulärer Erfolg und eine der überragenden Leistungen der lateinamerikanischen Literatur. Im Zentrum steht die scheinbar geradlinige, in Wirklichkeit aber zyklisch verlaufende Familiensaga der Buendía im imaginären Dorf Macondo, das einerseits ein wirklichkeitsgetreues Abbild von Garcia Márquez` Geburtsort Aracata darstellt, aber auch dessen symbolische Abwandlung.

Anfang des 19. Jh.s muss José Arcadio Buendía seinen Heimatort Riohacha wegen eines Mordes verlassen. Nach einem Traum gründet er mit seiner Frau Ursula den utopischen "Ort der Spiegel" und nennt ihn Macondo. Das Dorf steht metaphorisch für Kolumbien und erlebt hintergründig-symbolisch die Geschichte dieses Landes: Bürgerkriege pro und contra Liberalismus, Anschluss and das Eisenbahnnetz, den Guerra de los Mil Días von 1899-1902, ebenso wie die Ausbeutung durch die nordamerikanische United Fruit Company, genannt "La Frutera".

Wie eine Fruchtbarkeitskgöttin steht Ursula, die blinde "Mama grande" im Strom des Geschehens. Über sieben Generationen entsteht die schier unentwirrbare Genealogie durch Schändungen und Inzest und die Namensgleichheit der zahlreichen Nachkommen verbürgt die Kontinuität des Archetyps. Auf allen Generationen lastet der Fluch des Unvermögens, eine bewusste Beziehung zu sich und der Welt ausserhalb dieses Mikrokosmos herzustellen. Einer der beiden Söhne José Arcadios, Oberst Aureliano Buendía, der 32 Aufstände anzettelt und jedesmal scheitert, der mit 17 Frauen 17 Söhne zeugt, die alle in einer Nacht getötet werden, der Attentate und Selbstmordversuche überlebt, verkörpert eine turbulente Absurdität. Schliesslich erweist sich die 100jährige Familiengeschichte geheimnisvoll vorherbestimmt, denn der verstorbene Zigeuner Melquiades hat sie in allen Einzelheiten in einer Schrift (nicht unähnlich prä-kolumbianischer Totenbücher) vorausgesagt. Doch erst der letzte Aureliano ist in der Lage, diesen Almanach zu entschlüsseln.

Als Erzähler ist Garcia Márquez omnipräsent und nichtexistent zugleich, da das Pergament des Zigeuners Melquiades die Romanwirklichkeit vorschreibt. Somit beschreibt er auch einen unverwechselbar lateinamerikanischen Fatalismus, gemischt mit Widerstand und Trotz ("se sufre pero se aprende") - Auflehnung gegen Gesetze des Lebens, Plagen, Herrschaft des Bösen, apokalyptische Einlösung von Schuld - aber auch das Recht auf Stolz. Garcia Márquez hilft uns, hinter dem Gemetzel der Bürgerkriege, hinter den Toten und Gemarterten, auch die Herausbildung einer authentischen kolumbianischen Identität zu erkennen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zauberhaft, 28. September 2004
Von 
Eskinoglu Sinan (Köln, NRW Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Hundert Jahre Einsamkeit (Taschenbuch)
Es ist wirklich sehr schwierig die geeigneten Worte zu finden, um der wahren Grösse dieses Buches annaehernd gerecht zu werden. Ých kann Ýhnen nur eines raten. Kaufen sie sich dieses Buch! Es ist ein schillerndes Feuerwerk aus Romantik und Zauberei. Freunde steinerner Erzaehlstile und Logiker werden jedoch kaum Freude an diesem Buch haben. Marquez entwirft mit den Farben seiner unnachahmbaren Sprache seine eigene, zauberhafte Welt voller seltsamer Ereignisse, mysthischen Orten und Charakteren. Es ist die Weltwerdung südamerikanischen Volksglaubens auf eine so wunderbare Art und Weise. Und es bleibt dem Leser nichts anderes übrig als sich wohlig in diese marquezsche Welt fallen zu lassen.
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Hundert Jahre Einsamkeit
Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez (Taschenbuch - 20. Januar 2004)
EUR 9,95
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