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Kundenrezensionen

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am 30. Mai 2003
Eine Frau bemüht sich, ihr schreiendes Kind zur Ruhe zu bringen, das ihr zusammen mit ihren von der Schwangerschaft geschwollenen Fingern das geliebte Geigenspiel unmöglich macht. Das Kind ist jedoch auf die skurille Schwägerin Iona fixiert und schreit weiter, bis die Mutter einige Krümel ihrer Beruhigungspille in die Milch raspelt. Das böse Erwachen läßt nicht lange auf sich warten....
Das Kind geschiedener Eltern kehrt aus den Sommerferien beim Vater heim und gerät in eine Dreiecksbeziehung zwischen seiner Mutter, dem verhinderten schriftstellerischen Genie Derek, dessen Werk die Mutter lektoriert und Ann, der Frau von Derek, die das Tète à Tète der beiden ersteren scheinbar gelassen toleriert. Weil es in der kanadischen Wildnis scheinbar keine anderen Nachbarn gibt, essen Ann, Derek und die Mutter des Mädchens gemeinsam zu Abend. Während des (eher peinlichen) Essens streift das Mädchen Anns Hochzeitskleid über. Bei dem Versuch, die anderen Gäste zu überraschen fängt das Kleid Feuer....
Eine Tochter besucht ihren Vater, einen Arzt, dessen Verhältnis zu seiner eher gewöhnlichen Zugehfrau recht ungewöhnlich ist, ohne daß eine sexuelle oder amouröse Liaison zwischen ihnen bestünde. Der Vater führt illegal Abtreibungen durch, die Haushälterin hilft ihm dabei. Eines Tages ist die Tochter gezwungen, ihrem Vater bei einer Abtreibung zu assistieren. Es fällt ihr schwer, hat sie doch selber ein uneheliches Kind zur Welt gebracht und zur Adoption freigegeben. Erst spät weiht sie den Vater in ihr Geheimnis ein....
Drei der vier Geschichten dieser außergewöhnlichen Autorin habe ich kurz skizziert, in der Hoffnung, den werten Leser zur Lektüre dieses kleinen Schatzes bewegen zu können. Alice Munro schreibt Geschichten von der Komplexität eines Romans, mit der vordergründig aufrechterhaltenen Kulisse einer Soap, mit der Detailbesessenheit eben einer Kurzgeschichte. Doch eines zerstört diesen erzählerischen Schein: Die Brutalität, die für oft nur einen Moment in die Handlung Einzug hält, gibt den Ereignissen eine drastische Wendung. Bedeutendes wird zur Lappalie, Kleinigkeiten erhalten ein gänzlich anderes Gewicht, die Perspektive ändert sich, oder hat sich die Wahrnehmung des Lesers gewandelt? Ich bin sehr angetan von diesen Kurzgeschichten aus einem wilden und gleichsam stillen Land, das hier so spießig und bürgerlich geschildert wird wie der westlichste Außenposten Europas nur sein kann.
Nicht nur aber auch die Sprache und die (knapp gehaltenen) Naturbeschreibungen machen das Lesen zum Genuß. Ein Beispiel: "Die Felsen hatten die Farbe von getrocknetem Blut".
Höchstnote für diesen poetischen Vergleich.
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Alice Munros Erzählungen zeichnen sich dadurch aus, dass die kanadische Autorin Alltagsereignisse, die auf den ersten Blick banal wirken könnten, solange ins passende Licht dreht, bis sie wie ein außergewöhnlicher Edelstein wirken. Kindheit und Mutterschaft sind Themen ihrer vier Geschichten in "Der Traum meiner Mutter". Die Titelgeschichte, erste und längste Erzählung des Bandes, hat mich am stärksten beeindruckt. Jill, eine junge Musikerin, deren Mann im Zweiten Weltkrieg gefallen ist, zieht zu den Schwestern und zur dementen Mutter ihres Mannes. In einem verstörenden Alptraum glaubt sie, sie hätte ihr Baby im Schnee draußen zurückgelassen. Doch es ist Sommer und Jill ist von der Betreuung des anstrengenden Kindes und der Familienkonstellation überfordert. George, der Gefallene, altert in der Vorstellung der Frauen nicht, er bleibt ihr Held, während Jill den Lebensunterhalt für alle verdient und die Tanten die Entscheidungen treffen. Erzählt wird über ein anstrengendes Baby, das nicht gestillt werden will und sich nur von seiner Tante beruhigen lässt, von diesem Kind selbst. In "Die Kinder bleiben hier" gibt der Schwiegervater seinem Sohn und der jungen Mutter Pauline seine Vorstellungen von Elternschaft vor. Brians und Paulines Urlaube mit den Eltern sind eine Fortsetzung von Brians Kindheit. Kritik am Großvater darf es nicht geben. Konflikte mit dem Sohn werden in dieser Familie nicht direkt und auf Paulines Kosten ausgetragen, Freiräume, die Pauline sich durch ihr Laientheaterspiel zu verschaffen sucht, vom Ehemann unsensibel zerstört. Pauline erlebt Liebe zu etwas und jemand Unvorsehbarem und opfert dafür ihre Kinder. Karin ("Stinkreich") ist noch ein Kind und wirkt wie Strandgut, das die Trennung ihrer Eltern zurückließ. Karins Mutter geht eine sonderbare Beziehung zu einem Schriftsteller ein, der auf peinliche Art die Mutter vor ihrer Tochter bloßstellt. Am Ende genießt Karin das siegreiche Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein. Ihre Mutter muss erkennen, dass das Mädchen nicht mit Geld glücklich zu machen ist. In der letzten Erzählung "Vor dem Wandel" besucht eine erwachsene Tochter ihren Vater, der seit dem frühen Tod ihrer Mutter mit nur einer Assistentin seine Arztpraxis betreibt. Der Vater wirkt erschöpft und scheint mitten in einem früheren Leben steckengeblieben zu sein. Vater und Tochter verschließen jeder ein Geheimnis, das den Weg zueinander blockiert. Wie schon die erste Erzählung wirkt besonders diese letzte durch die gelebten Werte, als lägen die Ereignisse sehr viel länger zurück als nur fünfzig Jahre. Mit einem Nachwort von Judith Hermann.
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am 21. Juli 2005
Von der trügerischen Familienidylle in die Beinahe-Katastrophe geraten die vier Protagonistinnen aus Munros neuen Erzählungen. Ein Säugling terrorisiert seine Mutter, eine Ehefrau brennt mit ihrem Liebhaber durch, ein Teenager mischt sich in die Affäre der Mutter ein und eine Arzttochter entdeckt das Geheimnis ihres Vaters. Durch virtuoses Spiel mit Zeit und Perspektive, Andeutungen und Auslassungen kreiert die Kanadierin eine intensive Atmosphäre voller Spannungen und Unterströmungen und trotzt scheinbar Alltäglichem neue Bedeutungen ab. Ein literarisches Erlebnis.
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am 11. November 2013
Die in Deutschland weniger bekannte Autorin ist es wert, hier entdeckt und geschätzt zu werden, weil sie neben einem genauen Einblick in die sozialen und psychologischen Strukturen der kanadischer Mittelschicht über eine klare, differenzierte Sprache verfügt.
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am 5. Januar 2015
Die Geschichten sind bewegend und sehr gut geschrieben.
Nicht umsonst mit einem Preis gekrönt. Kann man immer
wieder lesen, da die Formulierungen so einzigartig sind.
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am 15. November 2013
Ich habe in Alice Munroe eine neue Lieblingsautorin gefunden. In ihren Geschichten ist alles zu finden, was Lesen wertvoll macht: spannende Handlung, Nachdenklichkeit, viele Siuationen, die man aus dem eigenen Leben wiedererkennt, Unterwartetes und Überraschendes, folgerichtig zum Schluss der Geschichten hin "komponiert". Hier erkenne ich meine eigenen Gedanken und Gefühle wieder, in wunderbare Sprache gefasst, die auf den Punkt genau trifft. Bewunderns- und vor allem lesenswert!
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am 17. November 2013
In der Direktheit ihrer Sprache, dem fast unheimlich präzisen Ausdruck von Empfindungen und Wahrnehmungen ist Alice Munro eine echte Entdeckung. Oft trafen mich Wendungen, Beschreibungen und Worte wie Pfeile - "genau so fühlt sich das an". Das große LEIDER sind Druck-?/Setz?-Fehler in der Kindle-Version (die Print-Ausgabe kenne ich nicht) - zusammengeschriebene Wörter, mindestens einmal pro Seite, die den Lesefluss stören, Irritation verursachen und mich maßlos ärgern. Wie kann denn um Himmels willen so etwas Banales, Dummes, Achtloses passieren? So einem sprachlich perfekten Buch? Unglaublich.
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am 15. September 2015
Keine schreibt so großartige Kurzgeschichten wie Munro, vermutlich nicht umsonst wurde sie für eben diese ausgezeichnet. Tolles Kopfkino, große Lesefreude.
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am 13. Januar 2014
-nicht immer leicht zu lesende und zu verstehende Erzählungen, - sehr gute Beschreibungen! -
Die kindle-Ausgabe ist allerdings sehr schlecht, schade!
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am 20. November 2013
Die Geschichten sind sehr ungewöhnlich und äußerst spannend. Es sind großartige Erzählungen, die den Leser von Anfang bis Ende gefangen halten.
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