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Kundenrezensionen

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am 20. August 2003
Eigentlich ist der Titel das einzige, was vom Kauf abhalten könnte: "Meine freie deutsche Jugend" klingt verdächtig nach einem Beitrag zur Ostalgie-Welle, zum allgemeinen "Wie schön war es doch, dass sich 14 JAhre nach der Wende nun breit macht.
Doch schon die ersten Seiten belehren den Leser eines besseren. Claudia Ruschs Buch ist ein gelungenes Gegenstück zu Jana Hensels "Zonenkinder". Nicht nur, weil die 25 Geschichten wirklich wundervoll aufgeschriebene Literatur sind und nicht wie in "zonenkinder" ein enzyklopädisch-sachlicher Zugang zur DDR versucht wird. Und dann, weil claudia Rusch die Seite zeigt, die Jana Hensel in der DDR wohl nie aufgefallen ist: Die Unfreiheit, die schon Kinder spürten, den alltäglichen Irrsinn des Bildungssystems. Die Langeweile der DDR, die vor allem denen aufstieß, die sich Individualismus gönnten. Dabei schreibt Claudia Rusch kein DDR-Buch aus der Sicht der "Bürgerbewegung", der ihre Mutter angehörte. Sie steht einfach zwischen den Stühlen, zur falschen Zeit am falschen Ort. Und dennoch weiß man nach dem Lesen, dass diese DDR-Generation Erfahrungen gemacht hat, die sie für kein Geld der Welt gegen eine West-Kindheit und -Jugend tauschen würden. Gesamturteil: unbedingt lesen.
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am 1. September 2015
Claudia Rusch, 1971 in Stralsund geboren, schreibt über ihre Jugend in der DDR - und wie sie das tut! Das Buch besteht aus 25 kurzen Kapiteln, kleinen formvollendeten, schlechthin zauberhaften, Miniaturen von unglaublicher literarischer Brillanz. Das leicht und eingängig zu lesende Buch vermittelt einen ungemein facettenreichen Blick auf das Leben in der DDR - für einen gelernten Bundesbürger wie mich, Jahrgang 1966, der niemals, noch nicht einmal zum Zwecke eines Besuchs, die DDR betreten hatte, ungeheuer lehrreich und bildend.

Dabei war Claudia Rusch, was sie ja auch selbst schreibt, kein gewöhnliches DDR-Kind. Ihre Mutter war eine enge Freundin des prominenten DDR-Dissidenten Robert Havemann, in dessen Haushalt sie teilweise aufwuchs, bevor sie mit ihrer Mutter nach Berlin zog. Sie hatte also von klein auf einen kritischen Blick auf die DDR, der auch dieses Buch prägt. DDR-Nostalgie nach dem Motto "Es war nicht alles schlecht" findet man hier zum Glück nicht. Aber ebensowenig findet man geifernde Anklagen und pathetische Moralpredigten.

Claudia Rusch erzählt mit unwiderstehlichem Charme und liebenswertem Talent zur Selbstironie, mit unbestechlichem Blick und menschlicher Wärme, Begebenheiten, sowohl aus der Zeit aus der DDR als auch aus der Nachwendezeit, die sich dank ihrer routinierten und souveränen Schreibtechnik flott lesen. Alle Geschichten sind amüsant und lassen den Leser schmunzeln, doch dank der literarischen Meisterschaft der Autorin ist im Hintergrund immer die ganze Unmenschlichkeit des DDR-Systems präsent. All das, was man (zumindest als Westbürger) eher theoretisch kannte, die Unfreiheit, das Eingesperrt-Sein, die allgegenwärtige Staatssicherheit, die Mangelwirtschaft, der Konformitätsdruck, all das gewinnt hier sinnliche Gegenwart.

Wer immer noch glaubt, die DDR sei doch eigentlich ganz in Ordnung gewesen, möge dieses Buch lesen. Claudia Rusch lässt keinen Zweifel daran, dass sie in der DDR nicht hätte leben können und dass sie, wenn nicht ohnehin das Ende der DDR gekommen wäre, die DDR, etwa mittels einer Scheinehe mit einem Westbürger, verlassen hätte. Ebenso deutlich bringt Claudia Rusch zum Ausdruck, dass sie im Westen "angekommen ist" und dass sie die freiheitliche und demokratische Ordnung des Westens bejaht. Eine leichte, heitere, unpathetische Liebeserklärung an die gewiss unvollkommene, aber immer verbesserungsfähige politische Ordnung des Westens vor dem Hintergrund konkreter Erfahrungen in einem totalitären Staat - dies macht das Buch nicht nur sympathisch, sondern äußerst empfehlenswert.
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am 12. März 2006
ich muss sagen, das buch ist nicht schlichtweg schlecht. claudia rusch hat einen amüsanten, lockeren, satirischen erzählstil, der es möglich macht das buch in 2 stunden durchzulesen (da es ja nun nicht unbedingt tiefsinnige stellen im buch gibt, über die man selbst stundenlang grübeln müsste). was mir persönlich jedoch so bitter aufgestossen ist, und das obwohl ich selbst kaum noch in der ddr aufgewachsen bin, ist ihre selbstgerechte ader. als "ausgesprochen wissbegieriges" Kind, an dem "Heerscharen von Lehrern" gescheitert sind, weil keiner erkannt, wie intelligent sie doch ist, hatte sie unheimliches glück, dass eine lehrerin sie dann doch mochte und zum abitur mogelte. aber um welchen preis?
wie claudia rusch selbst betont, genießt sie ja nach der jugendweihe ihre "außenseiterrolle", obwohl sie ja gar nicht selbst die entscheidung ihrer mutter getroffen hat, in dissidentenkreise zu verkehren und die opposition in der ddr einzunehmen, hält es aber dennoch für toll, in die fdj einzutreten und fdj - sekretärin zu werden, selbstverständlich nur um abitur machen zu können... hallo??? da fängt es schon an, sie kritisiert in ihrem buch fortwährend menschen, die mit dem sozialistischen staat kollaborieren, auf welche art auch immer, aber wenn sie solche dinge tut, selbstverständlich nur, um nicht ins abseits zu geraten, ist das völlig okay. warum wohl werden es die anderen menschen getan haben, die sie so verurteilt? solche fragen lässt sie jedoch fein außen vor und stellt sich selbst ein wenig über alle... aber das ist schon okay, schließlich kommt sie ja aus kreisen, in die andere leute nie einblick hatten und das würde natürlich jeden zu was besonderem machen.
Wer auf solche geschichten steht, kann das buch getrost lesen, allen anderen empfehle ich jens biskys autobiographie "geboren am 13. august".
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am 27. Dezember 2003
Als Witze über Honecker zu Arrest führten, Ernst Thälmann "für DDR-Kinder so etwas wie Robin Hood und Superman in Personalunion" war, als rot kandierte Weihnachtsäpfel einem Kind seine volle Aufmerksamkeit abverlangten, als sich Stasi-Leute, Kakerlaken ähnlich, zu ungeliebten Mitbewohnern machten, als es "keine Oliven, keinen Lachs, keinen richtigen Käse" gab, Neil Young oder Bob Dylan im geteilten Deutschland vor entzweiten Publikum auftraten, davon erzählt Claudia Ruschs bravouröses "Meine freie deutsche Jugend". Dieses Buch bietet einerseits eine literarische Wiederbegegnung mit Tschapka, Lada, Abba, Amiga, Vopo, Becherovka, Rias usw. Andererseits eine sehr subtile, zuckerfreie Schilderung gesellschaftlicher Gegensätze innerhalb der DDR; wie vertragen sich das Streben nach Freiheit bei gleichzeitig drohender Inhaftierung? Kann Solidarität darin bestehen, dass einer dem anderen gleichgemacht wird? Ist der Staatsbürger zuerst Bürger unter Bürgern oder Millionstel des Staates? Gewinnt man Horizont, wenn man Ja oder Nein sagt? "Meine freie deutsche Jugend", eine authentische, liebevolle, beneidenswert klare, lichte, pointierte, intelligente, niemals kitschige, schlüssige Auseinandersetzung mit jenen Zuständen, die Rusch bemerkenswert gute Szenen wie "Mauer mit Banane" oder "Die Musik meines Vaters" schreiben ließen. Ein Buch, geeignet für alle, die nichts, ein wenig, ein wenig mehr, viel und alles über DDR wissen.
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am 15. August 2014
.....ruft sie ihm nach, nachdem sie auf dem Schoss dieses VoPo sitzend ihren Fundus an Honecker-Witzen erzählt hat. Die Kakerlaken sassen im Auto vor ihrem Haus und bespitzelten sie. Diese Bespitzelung hat unsägliche Formen angenommen findet die Autorin heraus als sie nach dem Mauerfall recherchiert. Ihr in Haft verstorbener Grossvater war "Tanne" und in seinem Umfeld fanden sich Birke, Fichte, Lärche...aber wer war Buche? Sie war eine enge Freundin der Mutter die ihr alles was ihr auf dem Herzen lag anvertraut hatte.
Trotz allem war da ihr Zuhause, da hat man gelebt um genau da die Welt zu verbessern.

Man schmunzelt beim Lesen der heiteren und weniger heiteren Erinnerungen der Autorin die ihren Humor nicht verloren hat. Man versteht aber auch, dass sie später ins Ausland gezogen ist.

Eindeutig empfehlenswerte Lektüre diese Erinnerungsgeschichten einer "fast normalen Kindheit".
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am 17. Februar 2008
Tja, so war sie wohl mehr oder weniger unsere Kindheit in der DDR.
Ein Rückblick auf die DDR der 80er Jahre ohne Ostalgie oder Jammertiraden.
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am 11. Juni 2009
Fast zwanzig Jahre nach der Wende bin ich nochmal auf Spurensuche meiner Jugend in der ehemaligen DDR gegangen und habe "Meine Freie Deutsche Jugend" von Claudia Rusch gelesen. Ein wirklich kurzweiliger und keinesfalls melancholischer Roman über eine Jugend in einem Land, das nur noch in Erzählungen existiert. In vielen Geschichten habe ich mich selbst wiederentdeckt. Claudia Rusch versteht es meisterhaft von Problemen, Sorgen aber auch schönen Momenten zu erzählen. Neben "Zonenkinder" von Jana Hensel ein absolutes Lese-Muss für alle Interessierten.
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am 24. Februar 2005
Je länger der Zeitraum nach dem Ende der DDR wird, desto größer wird vermutlich die Neugier vieler Leser auf dieses ihnen in vielfacher Hinsicht verschlossene Land. Um sich in die Menschen, die dort gelebt haben, hineinversetzen zu können, ist die biografische Erzählung genau das Medium, was dieses Informationsbedürfnis zu befriedigen vermag. Leider enttäuscht das vielfach rezensierte und gelobte Buch "Meine freie deutsche Jugend" von Claudia Rusch den Leser in vielfache Hinsicht. Titel und Titelbild deuten auf die Zeit der Autorin in der DDR hin, eben auf die Zeit, in der ihre Jugend alles andere als "frei" war. Diese Ironie kommt im Text kaum zum Ausdruck. Das Buch enthält einige Episoden, eine echte biografische Erzählung mit Hintergründen ist es aber nicht. Vieles bleibt in der persönlichen Biografie und in den Motiven der Akteure offen. Als Beispiel soll hier ein Hinweis auf eine arrangierte Heirat der Autorin angeführt werden. So zitiert sie ihre Eltern. "Wir hatten Pierre schon, als du fünfzehn warst, gebeten, dich zu heiraten, damit zu rauskannst." (S. 133, geb. Ausgabe) Solche Statements machen den Leser ratlos so wie Ruschs eigene Vorstellungen von Heirat ("Ich wollte damals unbedingt einen Ausländer. Er hätte Chilene oder Mongole sein können. Hauptsache kein Deutscher" (S. 135) Sieht man hier einmal wohlwollend keinen Rassismus in der Aussage, so bleibt trotzdem das unangenehme Gefühl von Instrumentalisierung menschlicher Beziehungen. Das wäre für sich genommen nichts Außergewöhnliches, das Buch prangert nur an anderer Stelle genau diese Instrumentalisierungen im Leben der Bürger der DDR an. Vielleicht ist es aber auch nur die Naivität der Autorin. Sie zeigt sich u.a. in ihrer schwärmerischen Verklärung ihres Lieblingslandes Frankreich. Auch das ist durchaus akzeptabel für die Zeit, in der sie die DDR nicht verlassen konnte, spätestens nach ihrer Ausreise, hätte ihr auffallen müssen, dass ihr Frankreich auch das der Banlieus und eines LePen ist. - Es ist schwer, das Buch auf einen Punkt zu bringen, da die Erzählung unsystematisch ist und der Leser sich sehr um einen "roten Faden" bemühen muß. Auch Claudia Ruschs Fazit am Ende des Buches ist relativ oberflächlich. Warten wir also auf aufschlußreichere, sprachlich farbige Biografien, die dem Leser sowohl den Menschen in der DDR als auch in der Phase der Transformation näherbringen.
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am 21. Januar 2004
Eines der besten und kurzweiligsten Bücher über die ehemalige DDR, die ich bis jetzt gelesen habe. Natürlich kann sich nicht jeder (ehemaliger "DDR"-Bürger) damit identifizieren, es wird immer Menschen geben, die sagen, so kann es ja nicht gewesen sein...
Und doch, was Claudia Rusch schreibt, bringt neben Erinnerung auch Schmunzeln und eine nachträgliche Betroffenheit zu Tage. Realistisch hat sie beschrieben, wie auch Kinder im Alltag bei Nichtanpassung die Widersinnigkeit dieses Systems spüren konnten.
Deutlich kann man im (leider für meine Begriffe zu kurz geratenem) Buch sowohl die kleinen und großen Sorgen, die Ängste und auch die Freude eines heranwachsenden Mädchens im "realsozialistischen Staat" spüren.
Ein Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich vielleicht an die andere DDR, abseits von Ostalgie, Spreewaldgurken und seligem Zusammengehörigkeitsgefühl, erinnern möchte.
Ein Buch zum Verstehen.
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TOP 1000 REZENSENTam 14. Oktober 2004
Dieses Buch ist ein aus 25 Geschichten zusammengesetztes Kaleidoskop höchst individueller Erlebnisse, die aus einer intellektuellen und reform-kommunistischen Sicht zwar vielleicht nicht „repräsentativ" oder „allgemeingültig" Osterfahrung abbilden (geht das überhaupt?). Aber so und nicht anders hat eben dieser Mensch Claudia Rusch DDR und Wende erlebt, und die Ehrlichkeit und das Humorvolle dieser Geschichten sind dabei bemerkenswert. Ich finde als Wessi das Buch deutlich authentischer als Jana Hensels vereinnahmendes „Wir" in „Zonenkinder". Die Relativität der Rusch ermöglichten eigenen, regime-konträren Erfahrungen durch Elternhaus und Nähe zu Havemann und Bürgerrechtsbewegung sowie das „Glück der späten Geburt", die ihr gerade im Augenblick des Abiturs die Freiheit bescherte, kommt bekennend zum Ausdruck.
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