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am 26. September 2002
Ich kann Gracian`s Werk gar nicht genug loben. Es übertrifft alles, was ich bisher gelesen habe. Erklärt es doch mit einmaliger Prägnanz, warum die Ehrlichen arm bleiben (sie haben die dumme Angewohnheit, ihre Schulden zu begleichen und milde Gaben zu geben) warum das Glück so selten denen hold ist, die es so dringend brauchen und wie das Leben so verfährt.
Die 800 Seiten sind sicherlich kein Pappenstiel, aber das Buch sollte man auch langsam lesen und nicht als Lückenbüßer abtun. Nimmt man sich die Zeit, nachzudenken, wird man erkennen, wie wenig sich doch verändert hat und das eigentlich immer das gleiche Schauspiel gezeigt wird.
Gracian darf keineswegs als verträumter Idealist abgetan werden, denn dafür ist sein Schaffen viel zu wertvoll. Hat Schopenhauer nicht hauptsächlich wegen seiner Werke Spanisch gelernt?
Das Buch ist nichts für Leute, die sich lieber an "Think-positive-Gurus" halten möchten, wer aber erkennen will, was wirklich läuft, dem seien die Werke Gracian`s dringend ans Herz gelegt.
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am 25. September 2008
Wer sich ernsthaft für die Zeit des Barock interessiert, kommt im Grunde nicht drumherum, wenigstens einige zeittypische Bücher zu lesen. Gracians Kritikon ist ein soches zeittypisches Werk, nämlich ein allegorischer Roman. Die handelnden Figuren Andrenio und Critilo sind Verkörperungen unterschiedlicher Lebenseinstellungen oder Lebensalter, die auf einer imaginären Reise den Weg zur wahren Tugend suchen bzw. versuchen, eine persona" zu werden, ein echter, ganzer Mensch nach dem Verständnis von Gracian.

Es hat wohl bereits früher eine ältere und unvollständige Übersetzung bei rowohlt gegeben. Umso dankbarer sollte man für diese kommentierte Neuübersetzung sein. Anmerkungen sind dankenswerterweise im Fließtext untergebracht; einziger kleinerer Kritikpunkt wäre, dass sie nach meinem Empfinden zu linguistisch sind. Mein Hauptgrund, dieses Buch zu kaufen, war der Wunsch, meine Bekanntschaft mit barocker Symbolik zu vertiefen. Betrachtet man das ganze Werk unter diesem Gesichtspunkt, dass man hier eine hervorragende Gelegenheit bekommt, einen guten Einblick in barocke Denkweise, Bilderwelt und Moralistik zu gewinnen - wohlgemerkt eine humanistische, nicht so sehr christliche Morallehre - ist man hervorragend bedient. Der Grundtenor wird dabei nicht jedem gefallen, denn er ist sehr pessimistisch, und die Moral aus heutiger Sicht veraltet und frauenfeindlich.
Mir hat das Buch als Zeitzeugnis gefallen, die meisten Käufer werden freilich an das Werk mit anderen Erwartungen herangehen, also zum Beispiel eine Variante des Robinson Crusoe oder von Gullivers Reisen erwarten. Diese Erwartung wird auch vom Klappentext und den "großen" Rezensionen bestärkt, ist aber irreführend. Ob einem das Gebotene dann noch den geforderten Preis wert ist, muss jeder selber entscheiden.
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am 3. Februar 2013
Um das Buch richtig einschätzen zu können, müsst ihr erst etwas mehr über Autor wissen. Baltasar Gracián wurde 1601 geboren und war ein Mitglied des Jesuitenordens. Er wahr ein wichtiger Moraltheologe und ein Vorläufer der europäischen Aufklärung. Also bespreche ich hier ein über 350 Jahre altes Buch aus dem barocken Spanien, welches mehr einen belehrenden als einen unterhaltenden Anspruch hat.

Die Handlung ist vordergründig die Reise zweier Männer durch die Länder Zentraleuropas. Critilo trifft nach eine Schiffbruch auf einer einsamen Insel den den jüngeren Andrenio. Nach deren Rettung stellen sie fest, dass Critilo der Vater von Andrenio ist und sie machen sich gemeinsam auf die Suche nach Andrenios Mutter. Bei ihrer Reise durch Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien, treffen sie auf allerlei skurrile und historische Gestalten und Abenteuer. Meist werden die Zwei von verschiedenen Führen durch Widrigkeiten ihres Wegs geleitet.

Insofern ist das Buch ein literarischer Road-Movie. Aber wie bei einem Road-Movie ist die Beschreibung der Reisestationen nicht der eigentliche Inhalt der Geschichte. Die Reise ist in diesem Fall eine Metapher des Lebenswegs eines Mannes von der Geburt bis zum Tod und eine Satire auf die Gesellschaft Spaniens im 17. Jahrhundert. Fast alle in dem Roman vorkommenden Personen und Orte sind Allegorien und Metaphern des Glücks, Verstands, Ehre usw.... Selbst Critilo und Andrenio sind Allegorien. So ist Critilo der reflektierte Verstand und Andrenio der naive Impuls ein und des selben Mannes. Auch die Mutter stellt sich später als eine Metapher auf das vollkommene (unerreichbare) Glück heraus. Und die beiden Helden werden sie nie finden. Das alles erinnert sehr an Dantes „Göttliche Komödie“, oder an Bilder von Hieronymus Bosch.

Bei allem ist das Buch aber auch sehr humorvoll und man ist überrascht wie wenig sich die Gesellschaft in den letzten 400 Jahren geändert hat. Viele Dinge kommen einem doch erstaunlich bekannt vor.

Das Buch ist mit 1000 Seiten ein richtiger Wälzer. Fast ein Drittel des Textes sind allerdings Kommentare und Anmerkungen. Neben den Metaphern und Allegorien, die heutige deutsche Leser schwer entschlüsseln können, stellt Gracián viele Bezüge zur spanischen und europäischen Geschichte und vielen theologischen und philosophische Schriften her. Und er liebt Wortspiele. Daher sind die umfangreichen Kommentare wichtig um dem Buch folgen zu können. Dies ist wohl auch der Grund warum es so lang unübersetzt blieb. Die vorliegende Übersetzung ist sehr gut und schafft es den barocken Ton der Geschichte beizubehalten und trotzdem eingängig lesbar zu sein. Ich fand das Buch sehr interessant zu lesen, obwohl es teilweise etwas anstrengend war.
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am 7. April 2013
Wenn ich nur ein einziges Buch auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte - ohne Zögern würde ich Baltasar Graciáns 'Kritikon' wählen - die 'Bibel' nicht nur barocker, sondern zeitlos gültiger Lebensklugheit.

Es lohnt sich, anfängliche Schwierigkeiten beim Einlesen zu überwinden. Man muss sich allerdings bewusst darüber sein, dass man diesen Text nur 'in kleinen Dosen' aufnehmen und in sich wirken lassen kann.
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am 10. März 2002
Viel Geld für nichts...
Zwei Leute wandern durch eine allegorische Phantasiewelt und begegnen allegorischen Pappgestalten (personifizierten moralischen / unmoralischen Charaktereigenschaften, Tugenden, Lastern...), um in völlig unlebendiger Weise darauf zu reagieren und klugheitsmoralische Schlauheiten abzusondern. - Wie öde.
Und das über hunderte und aberhunderte Seiten. Ohne dass irgendeine tatsächliche Handlung entstünde. Es ging Gracian offenbar nur darum, Situationen zu konstruieren, in denen seine Romangestalten seine Wertvorstellungen kundtun konnten - bzw. die abschreckende Wirkung zu verbildlichen, die ein Abirren von diesem Tugendpfad zur Folge hat. Herausgekommen ist ein trockenes, hanebüchenes Stückwerk, eine Sammlung von Platitüden und moralisierenden Sentenzen, nicht einmal notdürftig durch eine Romanhandlung zusammengekleistert. Und wie in seinem ganzen übrigen Werk hat dieser Gracian nicht die Größe, seinen Zeitgenossen Cervantes auch nur ein Mal zu erwähnen - dem es nämlich, im Gegenteil zu Gracian, GELANG, einen Mythos zu schaffen mit seinen Gestalten (Don Quijote, Sancho Pansa...).
Schade um die Mühe der Übersetzung, um die Kosten der Neuauflage dieses völlig antiquierten und zu Recht vergessenen Werks, um das Geld....
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