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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliant, spannend und aufmerksam erzählt
Ein mysteriöser indischer Diamant landet nach seiner Entführung aus Indien auf dem Geburtstagstisch der jungen Miß Rachel. Eine sagenhafte, geheimnisvolle Geschichte umgibt diesen Diamanten und der unrechtmäßige Besitzer ist zu jedem Zeitpunkt in Gefahr, doch bereits am nächsten Morgen ist der Diamant verschwunden. Eilig werden die...
Veröffentlicht am 26. September 1999 von Torsten Behnke

versus
6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Suche nach einem Kleinod
Die Geschichte um die Entwendung und Wiederbeschaffung eines fluchbeladenen Diamanten wird aus der Sicht verschiedener Personen geschildert. Dem Autor Willkie Collins gelingt es ausgezeichnet die Einlassungen dieser grundverschiedenen Figuren dem Leser näherzubringen.
Die Geschichte selbst ist relativ clever konstruiert, doch fehlt Dynamik und Rasanz in der...
Veröffentlicht am 17. Februar 2004 von Krimi-Vielfraß


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliant, spannend und aufmerksam erzählt, 26. September 1999
Von 
Torsten Behnke (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Monddiamant: Roman (Taschenbuch)
Ein mysteriöser indischer Diamant landet nach seiner Entführung aus Indien auf dem Geburtstagstisch der jungen Miß Rachel. Eine sagenhafte, geheimnisvolle Geschichte umgibt diesen Diamanten und der unrechtmäßige Besitzer ist zu jedem Zeitpunkt in Gefahr, doch bereits am nächsten Morgen ist der Diamant verschwunden. Eilig werden die Ermittlungen begonnen und bald kommt auch der berühmte Londoner Detektiv Mr. Cuff zum Tatort und beginnt seine Untersuchungen. Schon bald hat er sich eine Meinung über den Fall gebildet und dann geschieht der Selbstmord einer der Verdächtigten Personen. Collins läßt den Leser seine eigene Spur verfolgen, in seinem Buch schreiben die Angestellten und Angehörigen Aussagen nieder und dann und wann zieht Mr. Cuff geheimnisvolle Schlüsse ohne den Leser direkt einzuweihen, doch anstatt klarer zu werden wird der Fall undurchsichtiger und verworrener mit jeder neuen Seite. Doch wer war der Dieb und was hat er mit dem Selbstmord des Dienstmädchens zu tun? Wo liegt das Motiv für den Diebstahl? Fragen die man sich immer wieder stellt und die das Buch sehr spannend machen. Für manchen sind die Beschreibungen der Personen vielleicht zu lang, doch ich finde es beeindruckend wie genau Collins ein Bild seiner Zeit und der Personen zeichnet. Ein geniales, lesenswertes Buch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirklich einen zweiten Blick wert :-), 9. April 2010
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Monddiamant: Roman (Taschenbuch)
Die Fischer-Ausgabe rühmt den Roman des Schriftstellers Wilkie Collins als den ersten Detektivroman, der in englischer Sprache verfasst wurde. Eine wunderbare Eigenart des Autors besteht darin, eine spannende Geschichte aus verschiedenen Erzählerperspektiven zu entwickeln. Ein verschrobener Butler, eine strenge Jungfer, mit geradezu fanatischen Bekehrungseifer, ein gewissenhafter Anwalt und ein verzweifelt liebender Gentleman, unterhalten den Leser mit ihren verschiedenen Berichten, die schließlich ein Ganzes werden. Im vorliegenden Werk geht es um das rätselhafte Verschwinden eines wertvollen Diamanten, der einst aus Indien mit Mörderhand entwendet und nun die reizende englische Rose, Lady Rachel Verinder, schmücken soll. Doch diese kann ihr Geburtstagsgeschenk nicht lange genießen. Bereits in der Nacht nach den Feierlichkeiten fehlt von dem Monddiamanten jede Spur. Stecken die drei geheimnisvollen Inder dahinter, die plötzlich in der Gegend aufgetaucht sind? Oder hat einer der Festgäste die Gier übermannt? Der berühmte Sergeant Cuff nimmt die Ermittlungen auf, um das knifflige Rätsel zu lösen.

Den etwas schwerfälligen Einstieg in die Geschichte bildet der Bericht des Verwalters Betteregde, der zu der guten Seele des Hauses Verinder geworden ist. Egal in welcher Lebenslage sich der ältere Herr befindet, vertraut er darauf, Anleitung in seinem geliebten Roman Robinson Crusoezu finden. Doch bei diesem rätselhaften Fall des Monddiamanten scheint sogar das Orakel von Crusoe zu versagen. Mit Sorge betrachtet er die Gesell-schaft der Verinders, die nach dem Diebstahl des Geburtstagsgeschenkes der lieblichen Rachel, auseinander bricht. Der junge Franklin Blake, der den Diamanten eigens mitgebracht hat und ihn sogar liebevoll einfasste, damit die junge Frau ihn auf ihrer Feier auch um den Halse tragen kann, bemüht sich nach Kräften um polizeiliche Aufklärung. Doch seine Bemühungen werden von Miss Rachel nur sehr wenig gewürdigt, die sich nicht nur den Ermittlungen total verweigert, sondern auch dem verliebten Franklin auf einmal die kalte Schulter zeigt, nach dem ihre Neigung doch bei Ankunft des Freundes aus Kindertagen, doch ebenso heftig erblüht war. Nur kurze Zeit nach dem Diebstahl sorgt der tragische Tod eines Dienstmädchens für weitere Fragen, die Betteredge aber leider zunächst nicht beantworten kann. Dafür erwartet den Leser eine überaus angenehme Überraschung, denn die nächste Erzählerin, Miss Clack, ist zwar für ihre Umwelt eine besondere Plage, aber ihre Schilderungen aus London, wo sich Mutter und Tochter Verinder nun befinden, sind sehr unterhaltsam. Aufmerksam wird man nun besonders auf den Menschendfreund, Godfrey Ablewhite, Rachel Verinders Cousin, der bereits auf der schicksalhaften Geburtstagsfeier anwesend war und sich nun eifrig um die Gunst seiner schönen Verwandten bemüht. Allerdings sorgt ein unerhörter Zwischenfall, bei der Godfrey durch ein offensichtliches Missverständnis in die Hand indischer Verbrecher gerät, für besondere Aufregung. Rachels Mutter macht sich Sorgen um ihre Tochter, die durch die Mondsteinsache ziemlich aus der Balance geraten hat. Welches Geheimnis schmerzt die junge Heldin so sehr? Da die erneute Aufregung von der Presse in Zusammenhang mit dem zurück-liegenden Diebstahl des Diamanten gebracht wird, gehen die Ermittlungen im Falle Verinder in die zweite Runde. Die weiteren Berichte sorgen für neue, wichtige Details und führen zur verblüffenden Lösung.

In dem spannenden Roman Drood von Dan Simmons wird viel über die Entstehung des genialen Werkes von Wilkie Collins spekuliert. Man bekommt richtig Lust, sich in die Lektüre des Monddiamanten zu vertiefen. Wahrscheinlich wurden hier einige persönliche Erfahrungen des Autors verarbeitet. Bestimmt ist der Roman daher auch so faszinierend und in seinen Ausführungen sehr überzeugend geschriebenen. Die Geschichte um das Verschwinden eines wertvollen Edelsteins mit der fragwürdigen exotischen Note, durch die Verbindung zu Religionsritualen aus Indien, ist für den modernen Leser auf den ersten Blick nicht unbedingt so eine ansprechende Grundidee. Aber Collins plastische Erzählkunst und seine spitzfindigen, genialen Bemerkungen reizen jeden anspruchsvollen Leser, der von dem talentierten Autor geschickt geködert wird.

An dieser Stelle sollen auch die Amazon-Kollegen, Tristram Shandy und Tonio Gas, nicht unerwähnt bleiben, die mit ihren ermunterten Worten sehr für dieses beachtenswerte Werk eingetreten sind und so den Genuss der Lektüre wesentlich erhöht haben. Vielen Dank Euch beiden!

Hinweis für Liebhaber von Literaturverfilmungen: Der Roman wurde sehr liebevoll und spannend in den 90er-Jahren von BBC adaptiert. Wer der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist, findet an dem Moonstone bestimmt Gefallen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Opium- und Inderwahnsinn, 6. März 2010
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Monddiamant: Roman (Taschenbuch)
Der Monddiamant! Was für ein Heiligtum für indische Hindus! Was für ein Reichtum für britische Kolonialherren! So ist es nicht verwunderlich, dass der Stein seinen Weg aus einem indischen Tempel in eine Familie der britischen Oberschicht findet. Doch Lady Rachel Verinder wird nicht lange etwas von dem Geschenk haben, das ihr zum einundzwanzigsten Geburtstag überreicht wird. Der Stein wird gestohlen. Rätsel über Rätsel: Welche Rolle spielen drei indische Gaukler, die mutmaßlich hochrangige Brahmanen sind und im Auftrag unterwegs, den Stein zu seinem Bestimmungsort mit allen Mitteln zurückzuführen? Könnte eine Ex-Diebin unter der Dienerschaft rückfällig geworden sein? Hat der junge Mr. Ablewhite Geldnöte, dessen karitatives Wirken bei manchen Damen gut ankommt, aber von Anfang an schleimig-falsch wirkt? Und warum ist Rachel auf einmal so abweisend gegenüber dem Schenker Franklin Blake, obwohl beide offensichtlich Gefühle füreinander hegen?

Wilkie Collins' viktorianischer Roman "Der Monddiamant" wird gelegentlich als der erste Kriminalroman bezeichnet. Obwohl es natürlich immer schon hochgradig kriminelle Handlungen in der Literatur gab, ist am vorliegenden Werk auffällig, dass über weite Strecken die detektivische Arbeit im Vordergrund steht. Dies gilt auf der erzählten wie auf der erzählenden Ebene. Ersteres wird verkörpert durch die Figur des Inspector Cuff, einem Detektiv, der teilweise Sherlock Holmes vorwegnimmt. Wie Holmes ist Cuff derjenige, der Verbrechen und überhaupt Vorgänge analysiert, ohne bei ihnen dabei gewesen zu sein, und der allein aus der Kombination von Erzähltem und selbst Beobachtetem Erstaunliches herausliest. Er wird darüber hinaus als asketischer, etwas ausgemergelter und leicht überheblicher Eigenbrödler dargestellt, der sich seinem Hobby, der Rosenzucht, mit Verve widmet und ansonsten nicht nur des Auftrags wegen, sondern auch mit deutlichem Genuß seine Überlegenheit herausstellt. Dies erzeugt Holmes'sche Spannung: Oftmals kündigt Cuff gegenüber einem Gesprächspartner an, bereits sehr viel zu wissen und bald eine Bombe platzen zu lassen, spannt ihn - und uns! - aber noch ein, zwei Kapitel auf die Folter, weil es halt taktisch geschickter ist, erst noch etwas zurückzuhalten, oder auch aus Freude, den Zuhörer - und uns - ein bißchen zu ärgern. Dies habe ich als äußerst geschickt und spannungssteigernd empfunden, man möchte das ziemlich lange Buch ungern aus der Hand legen und hat bei 591 Seiten keinen einzigen Durchhänger (auch dann nicht, wenn in der zweiten Hälfte Cuff kaum mehr eine Rolle spielt).

Das detektivische Puzzlespiel findet aber nicht nur IN der Geschichte, sondern auch MIT der Geschichte statt, d.h. Collins schildert nicht nur einen Mann beim Puzzeln, sondern er puzzelt selbst. Wie schon in "Die Frau in Weiß" bedient er sich der Technik, die Geschichte wie einen Bericht abzufassen, bei dem verschiedene Personen einander die Erzählfeder übergeben. Obwohl "Die Frau in Weiß" (auch wegen der kraftvollen, eigenwilligen, hochemotionalen Übersetzung von Arno Schmidt) vielleicht noch ein Quentchen mitreißender ist, habe ich "Der Monddiamant" als besonders konsequent und souverän in der Erzählhaltung empfunden. Stärker noch als bei "Die Frau in Weiß" beschleicht mich die Ahnung, zu wissen, wie Collins das hingezaubert hat: einerseits ganz und gar in die jeweilige Erzählperson hineinzuschlüpfen, andererseits aber ganz und gar Collins zu bleiben und bei all den Verschachtelungen einen Roman aus einem Guß geschrieben zu haben. Zum einen sind die stilistisch-sprachlichen Unterschiede bei den jeweiligen Erzählern geringer als in "Die Frau in Weiß". Zum anderen kompensiert Collins das durch einen schlicht genialen Trick: Alle Figuren weisen eine radikale Offenheit auf, sie tragen ihr Herz auf der Zunge. Dadurch kann Collins seinem Schreibstil treu bleiben und dennoch ungeheuer viel über die jeweiligen Erzähler mitteilen und sich ihnen anverwandeln. Dies gelingt ihm nicht etwa durch offene mitteilungsprosaartige Geständnisse, sondern die Offenheit ist den Erzählern selbst nicht bewusst. Dies schafft eine kluge, feine Ironie. Beispiele: Der eigentlich sympathische ältere Butler Betteredge hat etwas seltsame Anschauungen gegenüber Frauen und schildert völlig offen und ohne Scham- und Schuldgefühle, dass er eine Frau heiratet, damit sie die Arbeiten umsonst erledigt, für die er ihr als Haushälterin einen Lohn zahlen muss. Indem er schildert, wie er genau dies seiner Herrin vorträgt, welche ziemlich fassungslos ist, und dass er deren Fassungslosigkeit nicht im Geringsten versteht, weil er sein Kalkül für völlig in Ordnung hält, wird dem Leser nachdrücklich klar, wie frauenfeindlich das ist. Menschen demaskieren sich bei Collins, indem sie etwas Kritisches wie unschuldige Kinder sagen oder tun. Erwähnenswert als tragicomic relief ist insoweit auch die hochgradig bigotte Ms. Clack, die in nimmermüdem Eifer Leute mit christlichen Ermahnungen und Traktaten traktiert. Sie merkt nicht im Geringsten, wie sie allen nur auf die Nerven geht, sie schildert das ganz aus ihrem nimmermüden Optimismus, den ihr ein Ruf des Herrn gegeben hat, sie glaubt fest an ihr Wirken (aber auch an schale Selbstrechtfertigungen, hinter Vorhängen zu lauschen). Collins Zeilen entsprechen dem, und wir merken umso deutlicher: Das Gegenteil ist wahr, feine Ironie eben.

Neben den menschlichen gelingen Collins die gesellschaftlichen Schilderungen. Man muss bloß einmal Betteredges satirische Beschreibung der Tatsache lesen, dass es im viktorianischen England eine Oberschicht gab, deren größtes "Problem" es war, sich die liebe lange Zeit zu vertreiben, da diese Schicht ein gesichertes Einkommen hatte, ohne arbeiten zu müssen: "Und deshalb kann es auch geschehen, dass gewisse Leute Leinwand mit Ölfarben verschandeln und im ganzen Haus üble Gerüche verbreiten, daß sie Kaulquappen in Gläsern voller Schmutzwasser halten, dessen Gestank jedermann den Magen umdreht, daß sie Steine behauen und die Splitter in sämtlichen Speisen zu finden sind, daß sie sich die Finger besudeln, weil sie Jünger der Photographiekunst geworden sind (wobei sie obendrein alle Hausgenossen gnadenlos zum Opfer ihrer Liebhaberei machen)." (S. 73)

Daneben gelingen Collins aber auch Figuren, die echte Empathie wecken, wie ein Assistenzarzt, dessen Ruf aufgrund eines nie aufgeklärten Vorfalls zu Unrecht ruiniert ist und der in den letzen Monaten seines Lebens seine schwere Krankheit mit Opium bekämpfen (und damit letztlich sein Leben zerstören) muss, aber vorher noch Großes bei der Aufklärung des Falles leistet. Die Lösung hat mit Opium zu tun (dank Rezensentin Tanja Heckendorn weiß ich, dass Collins selbst da auch so seine Erfahrungen gesammelt hat), und mit den Indern ebenfalls. Den Schluss kann man als damals ungewohnte Kolonialismuskritik deuten. Mehr wird nicht verraten. Selbst lesen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dickens Bruder im Geiste..., 7. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Monddiamant. (Gebundene Ausgabe)
und dem großen Meister des viktorianischen Romans ebenbürtig, ist der zu Unrecht weit weniger bekannte Mr. Wilkie Collins allemal. Im "Monddiamanten" geht es um einen kostbaren Edelstein von unschätzbarem Wert, den Oberst Herncastle einstmals aus Indien im Zuge der Erstürmung der geheiligten Heimstatt des indischen Mondgottes in Folge kolonialer Eroberungspolitik, als des Siegers Beute mit nach merry old England mitnahm. Besagten Diamanten vermacht der Oberst via Testament seiner Nichte Rachel Verrinder, die das Kleinod an ihrem 18. Geburtstag erhalten soll. Doch nur wenige Stunden später verschwindet die sicher verwahrte Kostbarkeit spurlos. Die Ereignisse, aufregend, interessant und tragisch nehmen ihren Lauf.

Mit dem "Monddiamanten" liegt dem geneigten Leser ein viktorianischer Sensationsroman par exellance vor. Der Roman bietet alles, was eine Erzählung dieser Art benötigt: ein Herrenhaus, einen Held, eine Heldin, tragische, dramatische Elemente aber auch komische, humorvolle Personen.
Die Geschichte des Diamanten wird in Berichtsform abwechselnd von jenen Personen erzählt, die sich am besten und genausten zu den jeweiligen Fortschritten bezüglich der Suche nach dem Diamantenräuber äußern können.

Beim Lesen ist mir, als sei mir zu Beginn des Romanes ein dicker Schlüsselbund voller altmodischer Schlüssel in die Hand gedrückt worden, um in eigener Persaon die Geschehnisse vor Ort miverfolgen zu können. So kann ich den Berichtenden über die Schulter blicken, und sie ins Herz schließen, oder mich in Gleichmut und Toleranz üben, wenn mir ihr Charakter nicht symphatisch ist. Ich kann jedoch das Wissen nicht verleugnen, dass ich sie am Ende der Erzählung werde verlassen müssen- so traurig mich dies auch stimmt.

Deswegen und auch um einen Beitrag gegen den Verfall der eloquenten und gewandten Sprache zu leisten (die Dialoge in diesem Werk sind ausnahmslos exellent) empfehle ich diesen Roman von Herzen weiter...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn Schmerzen das Leben zum Rausch machen..., 30. Juni 2010
Wilkie Collins entdeckte ich, als seinerzeit der Rummel um Der Schatten des Windes herrschte. Ein Halbwissender meinte, Zafon sei eine Art Abziehbild des viktorianischen Schmökerkönigs. Aber weit gefehlt! Auch mein drittes Buch von Wilkie hat mir bewiesen, dass das absolut zwei Paar Schuhe sind...

In diesem wunderbaren Buch hier dreht sich alles um einen angeblich fluchbeladenen, riesigen gelben Diamanten, den ein britischer Kolonialoffizier der heiligen Statue des indischen Mondgottes Chandra aus der Stirne riss. Seither wird der Diamant von drei indischen Edelleuten durch die ganze Welt verfolgt, jedoch liegt er zu Beginn der Geschichte schon seit Jahren sicher in einem Bankschließfach. Doch der Besitzer verstirbt - und vermacht den Stein der hübschen Rachel Verinder, die ihn zum 18. Geburtstag geschenkt bekommt. Begeistert schmückt sie sich mit dem Stein - und will ihn fortan stets und ständig in ihrer Nähe haben. Doch schon am nächsten Morgen ist er fort. Haben die drei Brahmanen es etwa geschafft, des Monddiamanten habhaft zu werden - oder steckt ein anderer, teuflischer Plan dahinter?

Typisch für Wilkie Collins' herrliche Schmöker sind zum einen die plastischen und außergewöhnlichen Charaktere. Hier seien nur der leicht schrullige, genussrauchende und stets Robinson Crusoe zu Rate ziehende Butler Gabriel Betteredge, die für viktorianische Verhältnisse extrem freizügige und starke Miss Rachel, der rosenzüchtende und hyperintelligente Sergeant Cuff oder der schwerkranke und von einer ungenannten Ungerechtigkeit verfolgte, opiumsüchtige Ezra Jennings genannt. Sie - und noch viele andere Figuren des Buchs wachsen einem während der Lektüre ziemlich ans Herz. Und jetzt, da ich das Buch wieder ins Regal gestellt habe, fehlen sie mir richtig.
Des weiteren ist das Gespinst der Handlung, die Lösung des Geheimnisses, wahrhaft meisterlich über die 700 Seiten ausgebreitet. Die erste krasse Wendung in der Geschichte ist dabei wirklich geglückt - und überhaupt überzeugt der Aufbau einmal mehr mit seinen Einzelberichten verschiedener Charaktere.

Warum dann aber ein Stern Abzug? Nun, dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen:

Der Zufall wollte es, dass ich bisher alle in Deutsch verfügbaren Bücher Collins' in der richtigen chronologischen Reihenfolge gelesen habe - also zuerst Die Frau in Weiß, anschließend Der rote Schal und jetzt eben "Der Monddiamant". Und ich muss - auch wenn es mir schwer fällt - sagen, dass mir eine leicht abfallende Güte in den Werken auffällt. War "Die Frau in Weiß" noch von vorn bis hinten perfekt, war bei "Der rote Schal" schon die Story mit den wahrwerdenden Angstträumen ein wenig arg unwahrscheinlich. Das wurde aber durch die absolut phantastische Figur der Lydia Gwilt und die restlichen Charaktere wieder wett gemacht. Beim "Monddiamanten" nun ist der Aufhänger der Story ein wenig dürftig (Sollen sie doch den Indern den Stein geben! Er GEHÖRT ihnen!), ist die FINALE Wendung ein wenig zu vorhersehbar und ist vor allem die Länge des Berichts der Miss Clack wahrlich zu viel des Guten. Diese salbadernde, selbstgerechte, bekehrungssüchtige Schrulle ging mir ganz furchtbar auf die Nerven.
Der Grund der (wirklich nur ganz leicht!) abfallenden Güte der Werke tritt im "Monddiamanten" recht offen zutage: Opium!
Der an Collins' Leben interessierte Leser wird wissen, dass Wilkie lange Zeit an starken arthritischen Schmerzen litt. Sein Arzt verschrieb ihm daraufhin Laudanum (also Opiumtinktur). Heute weiß jedes Kind um die Gefahr der Droge (Opium bringt Opi um) - damals war's ein Allheilmittel, das sogar Babys (!) bei Schlafstörungen verabreicht wurde. Wilkie nun soll die Tropfen in Größenordnungen genommen haben, die laut Zeitzeugen eine ganze Schiffsbesatzung das Leben gekostet hätte. Auch weite Teile des Monddiamanten sind demnach unter dem Einfluss der Droge entstanden. Das ging wohl sogar so weit, dass der Autor sich am nächsten Tag, beim nochmaligen Lesen der Zeilen des letzten Tages, nicht mehr erinnern konnte, wirklich geschrieben zu haben, was er da las. Vor allem der Bericht des Ezra Jennings ist demzufolge als teils autobiografisch anzusehen.
(Wenn man den Kritikern Glauben schenken möchte, verschlechterte sich Wilkie's Könnerschaft wegen des Opiumkonsums übrigens von Buch zu Buch - und die letzten Werke können demnach gar nicht mehr mit den ersten mithalten. Ich selbst kann das an dieser Stelle noch nicht bestätigen, habe aber zwei spätere Werke im Regal stehen: (Lucilla und Jezebels Tochter - und werde zu gegebener Zeit darüber berichten...)

Das ganze Reden über Opium und die Gründe für den Punktabzug soll aber nicht heißen, dass "Der Monddiamant" in irgend einer Weise schlecht oder wirr wäre; das ist er definitiv NICHT. Neueinsteigern möchte ich aber empfehlen, sich "Der rote Schal" und "Die Frau in Weiß" bis zum Schluss aufzusparen.
Lesenswert ist "Der Monddiamant" aber in jeden Falle. Vor allem für alle, die sich für die Anfänge des Kriminalromans interessieren - und für jene, die dem viktorianischen England oder dem guten alten Schauerroman zugetan sind...
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5.0 von 5 Sternen sehr gut!, 16. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Spannend geschriebener Roman in interessanter Erzählweise mit erstaunliche moderner Sprache, es gibt auch gute Einblicke in die Denkweise dieser Zeit!
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5.0 von 5 Sternen Der Urkrimi, 7. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn doch viele anderen Krimis auch so dicht geschrieben wären. Die Plaudernde erzählweise gelingt Wilkie Collins immer wieder hervorragend. Sehr Lesenswert
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltung auf höchstem Niveau!, 10. Dezember 2007
Als bekennender Krimifan und Leserin der Autorin Jane Austen sind die Meisterwerke von Wilkie Collins für mich ein absolutes Muss!
"Der Monddiamant" besticht so sehr durch feine Ironie, Dramatik und spannende Winkelzüge, dass dieses Buch zum reinsten Lesevergnügen wird.
Letztendlich konnte mich dieser Kriminalroman noch mehr begeistern als "Die Frau in Weiß".
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen faszinierend, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Monddiamant: Roman (Taschenbuch)
Wer "die Frau in Weiß" liebt, kommt auch an diesem Buch ncht vorbei. Collins ist ein großer Erzähler, der subtil mit Grusel und Krimielementen spielt. Spannend ist die Erzählweise im Berichtstil, die den Leser praktisch zum Mitdetektiv macht. Ironisch, manchmal mit satirischen Zügen wird das viktorianische England lebendig - sehr zu empfehlen!
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6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Suche nach einem Kleinod, 17. Februar 2004
Von 
Krimi-Vielfraß "N.F." (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Die Geschichte um die Entwendung und Wiederbeschaffung eines fluchbeladenen Diamanten wird aus der Sicht verschiedener Personen geschildert. Dem Autor Willkie Collins gelingt es ausgezeichnet die Einlassungen dieser grundverschiedenen Figuren dem Leser näherzubringen.
Die Geschichte selbst ist relativ clever konstruiert, doch fehlt Dynamik und Rasanz in der Handlung. Wer aktionsgeladene Krimis mag wird hier wohl nicht auf seine Kosten kommen.
Die Moralvorstellungen und gesellschaftlichen Standesdünkel des 19.Jahrhunderts sind im Roman allgegenwärtig, doch diesem augenscheinlichen Anachronismus kann der Leser aus der Gegenwart dennoch folgen und deren Konsequenzen für die Handlungsbeteiligten nachvollziehen.
Nach Beendigung der Lektüre ist klar, daß Willkie Collins ein ausgezeichneter Schriftsteller war, ihn jedoch als Urvater und Gründer des Kriminalromanes zu bezeichnen ist überzogen, aber ein Wegweiser für die nachfolgende Schriftstellergeneration war er bestimmt.
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Der Monddiamant: Roman
Der Monddiamant: Roman von Wilkie Collins (Taschenbuch - 30. Mai 2003)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,28
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