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Kundenrezensionen

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am 1. Januar 2004
So kurze Sätze, so kurze Geschichten, doch so prägnant und aussagekräftig. Judith Hermann hat mir, einem eingefleischten Romanliebhaber gezeigt, dass man auch Kurzgeschichten lieben kann.
In jedem ihrer Sätze stecken so viele Gefühle und Geständnisse. Über jeden ihrer Sätze lässt sich nachdenken und so viel Wertvolles entnehmen.
Sie beschreibt viele Sehnsüchte, die jeder wohl schon mal verspürt haben wird: eine alte Freundschaft, die den Punkte der innigsten Zuwendung verloren hat; das Altern der Eltern, die plötzlich nicht mehr die Kinder beschützen, sondern von den Kindern beschützt werden; die Erinnerungen an Jugendtage, in denen Beziehungen viel einfacher waren, weil noch so viele andere Erlebnisse zu kommen schienen; und so könnte man noch viel Momente der Vergänglichkeit nennen, die J. Hermann beschreibt, ohne dabei in unerträgliche Melancholie zu verfallen.
Auch wählt sie wunderschöne, obwohl einfache Schauplätze aus, an denen man sich aufgrund ihrer einmaligen Gabe des Beschreibens sogleich wieder findet: im warmen isländischen Freiluftpool einer Sommerhaussiedlung jedoch im Winter bei eiskalten Temperaturen, umgeben von Schnee und Eis; in der Kühle der Klimaanlage irgendwo in einem Motel in einer kleinen Siedlung in einer Wüste zwischen amerikanischer Ost- und Westküste;
Jede der sieben Kurzgeschichten nimmt gefangen und hält einen noch lange gedanklich darin fest, gibt Freiraum, um selber weiterzuträumen.
Ein unglaubliches Werk von einem unglaublichen Talent!
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am 24. Februar 2003
Ohne Zweifel, Judith Hermann kann hervorragend erzählen und interessant gestrickte Beziehungsgeschichten aufrollen. Ihr erstes Buch, "Sommerhaus später", habe ich sehr gerne und ohne es abzusetzen, ausgelesen. Das kann ich von "Nichts als Gespenster" leider nicht behaupten.
Das Problem: Die Autorin wiederholt sich in den Motiven ihrer Geschichten zu sehr. Immer wieder geht es um Frau, ledig, ca. 30, wohnhaft in Berlin, kreativer Beruf, grübeln, zweifeln, Wein trinken, Selbstgedrehte rauchen, eine Bahnreise machen, Freunde und Fremde treffen, Frust, Verkrampfung, Sprachlosigkeit, Abreise, Ende der Geschichte. Mir persönlich ist das auf Dauer zu einseitig.
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am 8. Dezember 2004
"Das ist doch alles ganz einfach", möchte man den stereotypen Protagonisten aus Judith Hermanns Geschichten sagen. Immerhin so lebendig ist ihre Darstellung, dass man den Figuren ständig erklären möchte, wie das Leben funktioniert. Völlig verloren trudeln diese durch die Welt, erleben nichts, fühlen nichts und entwickeln sich nicht weiter. Man möchte sie fragen, warum sie denn so sind. Man möchte verstehen, warum sie sich streiten, warum sie alle ihren langjährigen Freunden so fremd sind, möchte sie aus ihrer Tristesse reißen. Anstatt irgendwelche Einsichten in ihre Gefühle zu gewähren, verbringen sie aber die meiste Zeit damit, in die Luft zu gucken und/oder zu rauchen.
Vielleicht liegt hier die einzige Aussage des Buches: Hört auf zu rauchen und redet stattdessen. Hört auf, in die Welt hinauszuziehen und dabei doch nur euch selbst zu suchen. Teilweise kommt mir dieses verknüpfende Element (es gibt noch weit mehr davon) dabei gar vor wie ein skurriles Psychogramm der Autorin. Einzig das war dann auch Grund für mich, das Buch zuende zu lesen - für jemanden, der aber nicht ohnehin 70 Minuten am Tag im Zug liest und für sein Geld auch jede Seite gelesen haben will, ist das allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen. Wolfgang Hohlbein oder Andreas Eschbach haben mehr Substanz in ihren Charakteren. Und das meine ich ehrlich.
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am 1. März 2004
Alltagsgeschichten sind es, die Judith Hermann in diesem Buch erzählt, Geschichten von jungen und alten Menschen, ihren Beziehungen zueinander, ihren Gesprächen und Gedanken. Es sind zumeist locker gefügte Verbindungen, die Personen kommen und gehen, und patchworkartig erschließen sich dem Leser nach und nach Lebensumstände. Sehr behutsam und doch ausgesprochen nuancenreich zeichnet Judith Hermann die Charaktere ihrer Figuren. Ihre Erzählperspektive bleibt distanziert, ohne zu verfremden, die Sprache ist unverstellt, fast schlicht und dabei immer subtil, wenn es darum geht, Gefühle und Empfindungen auszudrücken.
In der ersten der insgesamt sieben Erzählungen ('Ruth') geht es um zwei Freundinnen, zwei Frauen ohne feste Bindungen, beide eingefügt in ein Berufsleben, das ihren tristen Alltag bestimmt. In dieses fein abgestimmte Verhältnis tritt eines Tages ein Mann, und von da an entwickelt diese Dreierbeziehung eine ganz eigene und in ihrer Konsequenz sehr stringente Dynamik.

Ganz ähnlich die anderen Geschichten, ob sie nun von einem Freundestreffen auf Island' handeln ('Kaltblau') oder von einem älteren Ehepaar, das aller Berufs- und Kindersorgen ledig seine Tage auf Reisen verbringt ('Aqua Alta') usw., immer sind es Alltagsgeschichten, die Judith Hermann mit einem feinen Gespür für zarte zwischenmenschliche Beziehungen erzählt. Es geht eine stille Melancholie von diesen Erzählungen aus. Das mag nicht zuletzt auch daran liegen, daß es die Autorin ausgezeichnet versteht, die feinen Zwischentöne bei den Begegnungen der einzelnen Personen vor dem Hintergrund der Natur ('Kaltblau', 'Die Liebe zu Ari Oskarsson'), der tristen Umgebung einer Großstadt mit ihren Hinterhöfen ('Zuhälter', 'Wohin des Wegs') oder der morbiden Atmosphäre der Lagunenstadt Venedig ('Aqua Alta') anklingen zu lassen. In dieser zuletzt genannten Erzählung zeichnet die Autorin in fast pastellartig anmutenden, leicht gebrochenen Tönen das Leben eines älteren Paares: Die Kinder sind erwachsen, längst gehen sie ihre eigenen Wege, der Kontakt zu den Eltern ist auf ein Mindestmaß reduziert, man hat sich nicht mehr viel zu sagen. Zurückgeblieben sind die beiden Alten, die nun von einer ganz eigenartigen rastlosen Geschäftigkeit erfaßt werden
"Nichts als Gespenster" ist ein Buch, das vom Leser die Muße und Stille einer dem Alltag entrückten Stunde fordert, wenn es seinen ganzen Zauber entfalten soll. In Eile gelesen, wirkt es spröde, stellenweise auch fast banal.
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am 20. März 2003
Man muss den Rummel um die Veröffentlichung dieses ziemlich introvertierten Buches verdrängen, wenn man beginnt, es zu lesen. Die Erwartungshaltung, die geweckt wurde, erfüllt sich nämlich ganz anders.
Ich kann nicht behaupten, die Erzählungen seien ohne Handlung und deshalb langweilig. Ich erkenne in den Figuren schon die wort- und gedankenreiche Lethargie einiger Twenty- und Thirtysomethings wieder, mit der sie das Leben als reine Möglichkeit betrachten. Vieles bleibt unausgesprochen, von Aktion gar nicht zu reden. Beziehungen zum Beispiel bleiben so ohne "Szene". An fast Nichts entzünden und reiben sich Gedankenspiele wohlerzogener, die immer wieder verworfen werden. Es gibt keinen Blutdruck in den Leben der "Gespenster".
Die andauernden "ich wusste nicht, warum ich das dachte" oder "ich konnte es nicht sagen, es war auch egal" einiger der Autisten kann einen schon aufregen.
Waren bei Andy Warhol die wahren Abenteuer noch im Kopf, spielt sich bei Judith Herrmanns Figuren nunmehr alles im Kopf ab, aber von Abenteuern kann hier keine Rede sein. Eher vom verpassten Leben, dem durch Intellektualisieren und Abwägen ein Anschein von Kontrolle verpasst wird. Es ist eine pseudointellektuelle Spielart der Unsitte, Jacken und Pullover eine Nummer zu gross zu tragen, um sich einen Freifahrtschein für die Verantwortungslosigkeit dem eigenen Leben gegenüber zu ergattern.
Warum bedarf es verschiedener Schauplätze, in denen die Akteure ihre Lethargie ausleben? Vielleicht weil der Kontrast dann deutlicher wird. Der Kontrast zwischen den Möglichkeiten und der bevorzugten Banalität in der Komfortzone.
Klasse finde ich Judith Herrmans Erzählstile. Ihre Beschreibungen der Landschaften, Städte und Orte sind oft mit dem Charakter der Geschichten verwoben. "Kaltblau" zum Beispiel ist eine Vierecksgeschichte, in der die Gefühle unter dem Deckel gehalten werden. Schauplatz ist die karge, kalte Landschaft Islands. Alles in den Kaltfarben blau, schwarz und weiss. Und darin die Gefühlsregungen, die sich an die Schwelle zur Entschlossenheit vortasten und dann wieder den Rückzieher antreten - und zwar ein für alle mal.
Also, die Gespenstergeschichten sind keine mitreissenden Ströme sondern eher stehende Gewässer. Und die sind tief...
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am 17. März 2003
Um es vorweg zu sagen: ich habe "Sommerhaus, später" nicht gelesen, sondern bin lediglich den vielen Empfehlungen gefolgt, endlich mal ein Buch von Judith Hermann zu lesen und da "Nichts als Gespenster" das aktuellere war, habe ich mich eben dafür entschieden. Einen direkten Vergleich kann ich also nicht anstellen.
Gemessen an den Vorschußlorbeeren fand ich "Nichts als Gespenster" allerdings ziemlich schwach. Judith Hermans' Stil ist zwar sprachlich beeindruckend, aber den Geschichten fehlt die erzählerische Energie. Eigentlich passiert nichts, sondern es wird nur beschrieben. Die Personen wirken alle entsetzlich blutarm oder reif für eine gründliche therapeutische Generalüberholung. Jeder ist unheimlich traurig oder irgendwie nicht richtig in der Welt, Kommunikation führt grundsätzlich nur zu Mißverständnissen und spätestens nach der dritten oder vierten Geschichte sehnt man sich nach etwas Leben, etwas Energie, etwas Leidenschaft. Obwohl es beispielsweise immer um Beziehungen geht, kommt Erotik als Gefühl oder Stimmung nicht vor. Und die stereotype Wiederholung von Tätigkeiten (Bahnfahren, Zigarettendrehen) ist ja schon ausgiebig behandelt worden.
Die Geschichten unterscheiden sich durchaus in ihrer Qualität und jede einzelne würde in einer Anthologie möglicherweise ganz anders wirken. Sie hintereinander lesen ist aber wegen der sehr ähnlichen, depressiven Grundstimmung schwierig und insgesamt einfach nicht unterhaltend genug - irgendwie weiß man nach der dritten Geschichte schon wie die Stimmung der fünften sein wird.
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am 24. August 2003
Es stimmt tatsaechlich, Judith Hermanns zweitem Buch fehlt jene 'besondere' Stimmung, wie sie einige Geschichten des 'Sommerhaus spaeter' auszeichnete, stattdessen ist es eine realistisch gewordene und gleichsam bescheidene Judith Hermann, die von ihr immer wieder betonte Verstoerung dem allgemeinen Hype gegenueber spricht aus jeder Zeile ihres Buches, das weniger die grosse Illusion als die subtile Wirklichkeit sucht. Statt dem Symbol und dem Abstraktum wandelt sie selbst als Abstraktum eines tatsaechlich autistischen, damit aber erst recht realistischen Beobachters durch eine ihr im Grunde fremde Welt, sie bleibt nicht nur deutsch in Venedig, Tourist auf Island und allein in jedweden Begegnungen, ihre Rückwirkung auf die Aussenwelt selbst scheint auch abstrakt oder aber punktuell, gleichsam traumhaft zu sein. Ihr Durchscheinen in der Beobachtung laesst die Atmospahere der Orte dafuer hervortreten, etwa in 'Nichts als gespenster' die einer amerikanischen Kleinstsiedlung inmitten der Wueste, die Menschen scheinen uns in unglaublicher Dominanz zu begegnen, auch in der Dominanz einer Tristheit oder Ratlosigkeit, die Bilder sind so klar und nachhaltig und vor allem real, das man es erst merkt, nachdem man das Lesen unterbrochen hat: ihre Welt ist noch da. Es ist weder die grosse Unterhaltung noch der universale Deutungsversuch, stattdessen spricht eine Art Wirklichkeit aus Judith Hermanns Geschichten die vielleicht nicht meine Wirklichkeit ist, die aber eine moegliche, wahrscheinlich eine tatsaechlich existierende Welt beschreibt, und zwar virtuos beschreibt. Judith Hermann muss sich nebenbei gesagt nicht verantworten fuer die 'Lebenssicht' ihrer Figuren, wie das hier teilweise anklang, es handelt sich um Literatur, Literatur beschreibt Moeglichkeiten und entzieht sich ihrer Wertung (im besseren Falle); dass man neigt, sie selbst zur Rechenschaft zu ziehen, beweist vielmehr die Perfektion der vermittelten Welt. Dass ihre Welt trist ist, ist zumindest ein Monitor eines moeglichen Seins, wie ich glaube eines nicht zu seltenen.
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am 12. August 2014
Ich hab keine Ahnung, wie ich dieses Buch finde. Und ich weiß auch nicht, ob das nun seine Stärke oder seine Schwäche ist.
Auf der einen Seite mochte ich das meditative Gefühl, die Entspannung, die zurückblieb, nachdem ich darin gelesen hatte. Die Erzählungen plätschern dahin, fokussieren Kleinigkeiten, geben Gedankenfetzen Raum, verschwinden und wiederholen sich auf die ein oder andere Art. Das ist wie ins Feuer gucken oder aufs Meer. Und es wirft auch kurz einen anderen Blick auf den eigenen Alltag. Das war interessant.
Auf der anderen Seite hab ich mich auch wirklich viel gelangweilt. Die Personen erschienen mir austauschbar und irgendwie lieblos. Sie haben mich meist nicht im Geringsten interessiert. Außerdem mochte ich den nöligen, resignativen Unterton nicht und dieses Destruktive, das wie zwanghaft nichts greifbares oder eine wirkliche Geschichte entstehen lassen wolte. Insofern passt der Titel ausgesprochen gut. Es ist nur einfach nicht meins.
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am 20. März 2003
Der Titel von Judith Hermanns zweitem Erzählungsband läßt sich hervorragend reformulieren: "Nicht dran glauben". Die Figuren sind blasse Ableger derjenigen von "Sommerhaus, später", sie sind Serienprodukte, die auf ihren Reisen wirken wie fahrerlose, aber perfekt designte Autos: Steig ein, und ich bringe dich nirgendwo hin.
Im internationalen Vergleich tut sich Deutschland mit Positivem zur Zeit sehr schwer. Judith Hermann nährt diesen Trend noch, statt dagegen anzugehen, selbst wenn einige ihrer Figuren ein Glückssplitter in die Brust getroffen hat. Außerhalb der Geschichten scheint die Autorin das zu spüren. Sie gibt zu, ihren zweiten Band vor allem deshalb geschrieben zu haben, weil sie es sich "beweisen" wollte. Darin, sagt sie, sei sie sich aber nicht besonders sympathisch. Mir ist sie es auch nicht. Eine Abkehr vom Spuk würde das ändern. Und guttun, denke ich, nicht nur Judith Hermann.
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am 16. April 2003
"Kaltblau" umfasst 60 Seiten - Langweiligeres habe ich nie gelesen: Die Erzählerin legt sich ins Bett. Sie steckt sich eine Zigarette an. Sie steht wieder auf. Sie geht zum Fenster. usw. Die anderen 6 Geschichten laufen ähnlich ab. Es passiert leider überhaupt nichts. Und was die Autorin denkt, ist recht langweilig. Vielleicht sollte die erste Geschichte interessant sein: "Ruth (Freundinnen)". Die Erzählerin verspricht ihrer besten Freundin, dass sie nicht mit deren Freund ins Bett geht. Man quält sich über 50 Seiten, um dann festzustellen, wie die freundliche Erzählerin ihr Versprechen bricht. Die Autorin macht bereits auf den Fotos einen recht öden omahaften Eindruck.
Ich werde in Zukunft noch vorsichtiger sein, wenn Reich-Ranicki und Karasek Autoren zu pushen versuchen. Leider bin ich diesmal reingefallen. Als es mir nach vier Erzählungen zu öde wurde, habe ich "Wolfsmilch" von William Kennedy gelesen, diese Geschichte mit den Pennern. Sonst hätte ich diese Stimmung, die von Hermanns Erzählungen ausgeht, nicht ausgehalten: Selbstmitleid, Langeweile, Melancholie, Unsicherheit, Kein-Ziel-haben, In-den-Tag-leben-weil-man-nicht-weiß-was-man-machen-soll.
Die Autorin schreibt: "Die Chinesin mit ihrem Kimono". Das tut entsetzlich weh. Oder die Beschreibung des Mädchens Sunna. Wenn man noch nie erlebt hat, wie 6-Jährige sich verhalten, dann sollte man auch keine Bücher mit solchen Beschreibungen füllen. Soll ich jetzt die Lesezeit bedauern? Ich habe immer weiter gelesen, weil ich dachte, es muss doch noch etwas kommen, wenn dies "große deutsche Gegenwartsliteratur" sein soll mit einem "unwiderstehlichen Sog".
Mein Tipp, um dieses entsetzliche Buch und die vergeudete und jetzt verlorene Zeit schnellstens zu vergessen: Susanne Haase "Gibt es den perfekten Platz zum Leben?"
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