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Kundenrezensionen

380
4,2 von 5 Sternen
Schiffbruch mit Tiger: Roman (Literatur)
Format: TaschenbuchÄndern
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24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Dezember 2012
Als Yann Martel vor 10 Jahren für sein Buch »Life of Pi« in Indien unterwegs war, Moscheen & Kirchen besichtigte und sich intensiv mit verschiedenster Recherchearbeit beschäftigte, ahnte er wohl noch nicht wirklich, dass sein Buch solch ein Bestseller werden würde. Millionenfach verkaufte sich sein Buch weltweit und galt lange als unverfilmbar. Doch Ang Lee nahm sich des Buches an und schuf ein farbenprächtiges spirituelles Meisterwerk, ein Genuss für Auge & Ohr und ein Film, der sich sehr nah am Stoff des Buches bewegt. Dieses Buch möchte ich euch heute vorstellen, denn es ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher geworden, das ich mit Sicherheit auch noch einmal lesen werde!

Wir sitzen alle im selben Boot!

Piscine Molitor Patel ist ein Kind indischer Eltern und wächst in einem Zoo in Pondycherry auf, inmitten zwischen faszinierenden Kreaturen aus der Tierwelt. Im Laufe seines jungen Lebens, geprägt von den Gedanken der drei großen Weltreligionen Hinduismus, Muslime und Christentum setzt sich de junge Pi mit dem Leben, dem Glauben und der Existenz der Menschen auseinander. Pis Eltern beschließen schließlich, ihre Zootiere im Huckepack, aus Indien nach Amerika auszuwandern. Das Schiff mit seiner kostbaren Fracht an Bord gerät in einen heftigen Sturm und sinkt. Pi überlebt und findet sich auf einem Rettungsboot wieder, unter dessen Plane sich ein bengalischer Tiger in Sicherheit gebracht hat…

Inspiration pur

Bevor ich mich über die anderen beiden Abschnitte des Romans äußere, möchte ich noch auf das Cover dieser Ausgabe ein wenig eingehen. Wie ihr mitbekommen habt, wird Pi’s Leben dieses Jahr auf den Kinoleinwänden erstrahlen, daher hat der Fischer Verlag eine Neuauflage gestartet und das Cover mit dem prachtvollen Filmplakat verschönert. Ein Tiger mustert den Betrachter mit stechendem Blick und gelben Augen, darunter ist ein in goldenes Licht getauchtes Meer zu sehen, das Rettungsboot – der Haupthandlungsort des Buches – sowie eine im Wasser schwimmende Dose Trinkwasser. Das Cover ist ein Eyecatcher, ich muss aber auch sagen, dass mir das originale Cover ebenso gut gefällt, vor allem da das Bild der blauen Taschenbuchausgabe ebenfalls aus dem Fischer Verlag im Kinofilm später exakt so zu sehen ist. Den deutschen Titel “Schiffbruch mit Tiger” finde ich allerdings unpassend, denn er geht am Kernthema des Buches vorbei. Es dreht sich nicht nur alles um den Schiffbruch, der Plot geht viel tiefer.

Yann Martels Buch ist eines meiner liebsten Bücher im Bücherregal geworden. Ich lese viel, doch bisher ist mir ein Buch nicht sehr oft so nahe gegangen wie dieses intensive, eloquente literarische Schmuckstück. Der Kanadier schreibt farbig, intelligent, metaphorisch, spirituell, inspirierend. Der Roman ist in drei Abschnitte eingeteilt, wobei der erste vor allem der Einführung des Protagonisten und seiner Lebensweise und -einstellung gewidmet ist. Manch einer kam mit diesem besagten ersten Abschnitt nicht so gut klar, fand es als langweilig oder zu vollgestopft mit Informationen. Ich betrachtete das aus einem anderen Blickwinkel, denn ich empfand die ersten 119 Seiten als sehr informativ. »Life of Pi« ist kein Mainstream, es sticht aus der Masse heraus, für mich ist es ein ganz besonderes Buch. Yann Martel schuf ein Werk, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt, über das man nachdenkt und reflektieren kann.

Bis ins Herz…

Es ist eine Reise ins Ich, die mitten ins Herz trifft. Eine Reise, welche tiefe Urängste, Instinkte und den Glauben an etwas weckt, das Kraft zum Weiterleben spendet. Natürlich spielt der Großteil des Buches auf einem kleinen weißen Rettungsboot mitten auf dem Ozean, in welchem sich der indische junge Mann mit einem bengalischen Tiger arrangieren muss. Das ist ein ungleicher Kampf, denkt man sich. Doch wie ich im Laufe der Handlung festgestellt habe, findet Pi einen Weg, um sein Überleben und auch das des prachtvollen, majestätischen, aber auch gefährlichen Raubtieres zu gewährleisten, ohne Achtung vor diesem König der Tierwelt zu verlieren. Es ist kein Buch à la Disney, in welchem der Tiger irgendwann die Lefzen hochzieht und fröhlich drauflos plappert. Das ist auch gut so. Ich liebe Disney und seine Filme, aber in diesem Buch wäre das völlig deplaziert gewesen.

"Zwischen meinen Füßen, unter der Bank, sah ich den Kopf von Richard Parker. Er war gigantisch. Meinem verwirrten Sinn schien er groß wie der Planet Jupiter. Seine Pranken waren wie Bände der Encyclopaedia Britannica." – Seite 164

Das Buch wirft Fragen auf, manche werden beantwortet, manche nicht. Manche Fragen kann sich nur der Leser selbst beantworten, seinen Schluss daraus ziehen und das macht »Life of Pi« so interessant. Gerade weil es konträr ist, gerade weil es eine eigene Meinung jenseits des Gedankenstroms der Allgemeinheit hervorhebt, ist es eine besondere Lektüre. Bestes Beispiel ist die Thematik »Zootierhaltung« im ersten einführenden Abschnitt des Romans.
Kapitelweise springt die Erzählperspektive immer wieder mal zwischen der des erwachsenen Piscine und der Erzählersicht hin und her, das stört jedoch nicht sehr, denn diese Abschnitte gehen nahezu fließend ineinander über, hervorgehoben durch Kursivdruck. Manchmal jedoch störten mich manche Passagen, da ich das Gefühl hatte, der Erzähler muss sich nun gerade an dieser Stelle “einmischen”. Andererseits trug es dazu bei, das Bild Pi’s abzurunden und in sein alltägliches Leben einzutauchen. Erfrischend empfand ich den Humor, den Yann Martel mit einbrachte; nicht aufdringlich, nein – dezent und auf eine intelligente, am ehesten als Galgenhumor zu bezeichnende Art & Weise brachte er mich mit seinen Anekdoten zum Schmunzeln…

"Wer in müßiger Hoffnung auf Hilfe wartet, der vertut sein Leben mit Träumerei." – Seite 208

Der Glaube an sich selbst

Ich bin kein gläubiger Mensch, aber ich konnte etwas mitnehmen, nachdem ich das Buch zugeklappt hatte. Das Leben ist nicht immer einfach, große Hindernisse liegen im Weg, große Steine die weggerollt werden müssen. Jeder Mensch glaubt dabei an etwas, und wenn es nur an sich selbst ist. Der Glaube lässt Bilder vor dem inneren Geist entstehen, Bilder, die das Leben ein wenig erträglicher machen können. Ich habe mir für »Life of Pi« Zeit gelassen, denn es ist kein Buch für mal eben zwischendurch. Man sollte es öfter weglegen und evtl. darüber nachdenken. So ging es mir. Heute, ein paar Wochen nachdem ich zu Lesen begann, bin ich froh, dass ich auf Yann Martels Bestseller aufmerksam gemacht wurde – danke Karla – und die Geschichte des jungen Inders wie einen Schwamm aufsaugen konnte. Überzeugter Christ bin ich nun nicht geworden, auch wenn Yann Martel sich evtl. diesen Vorsatz zu Herzen nahm, den Leser tief in einen Glauben hineinziehen zu können. Das hat er nicht geschafft, aber er darf sich in meinem Bücherregal dennoch wohl fühlen, weil er ein Stück Lebensfreude in dieses Buch gepackt hat. Yann Martel schrieb ehrlich, offen, beschrieb mit einer Ehrfurcht Tier & Natur, schuf ein farbenfrohes Bild vor Augen, ließ in das blaue Wasser des Ozeans eintauchen und den Gesang und den Zauber der Natur – liebenswert und bewahrenswert wie sie ist – im Ohr vernehmen. Er schaffte es wie kein zweiter, an sich trockene Information in ein Gewand zu packen, das farbenfroher und erzählerisch interessanter nicht sein kann. Ich beziehe mich bezüglich letzterem auf den ersten Teil des Buches, der manch einem eher wie eine Enzyklopädie der Tierwelt denn wie ein Roman vorkommen mag. Herr Martel, danke für diese erhebenden Einblicke in das Leben eines Dreifingerfaultieres!

"[...] Und nun ist es soweit, Applaus für PI PATELS INDO-KANADISCHEN TRANSPAZIFISCHEN SCHWIMMENDEN ZIRKUSSSSS!!!!" – Seite 204

Er hat ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert, mich zu Tränen gerührt und mich inspiriert. Seite Worte waren so klar wie Perlen und so bunt wie die Schuppen der Fische, die schillernd im Sonnenlicht um das Boot schwammen. »Life of Pi« ist ein Buch zum Träumen. Der philosophische Aspekt des Romans wird mich nachhaltig begleiten, ich habe sehr oft zu meinem Moleskine gegriffen, um mir das eine oder andere Zitat herauszuschreiben. Am meisten berührt hat mich darunter dieses, das mir aus tiefster Seele spricht:

"Was für ein Schlag, wenn das Herz eines Menschen mit so etwas fertig werden muss! [...] Den Vater zu verlieren heißt den zu verlieren, der dem Leben die Richtung gibt, denjenigen, zu dem man geht, wenn man in Not ist, der einen trägt und erhält, wie ein Stamm die Äste eines Baumes trägt." – Seite 159

Mein Fazit: Ein Buch, das man gelesen haben muss. Emotionale und farbenprächtige, intensive tiefgreifende Lektüre und zurecht ein Weltbestseller! Ein Kunstwerk aus Worten! Klare Leseempfehlung!
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. August 2011
Ohne Zweifel ist Yann Martels Schiffbruch mit Tiger ein sehr außergewöhnlicher Booker Prize Gewinner. Aber auch ohne diese Rahmung ist es an sich, ein sehr außergewöhnliches Buch.

Die Geschichte ist in drei Teile untergliedert. Der erste Teil führt den Protagonisten Piscine Monitor Patel (Pi) und seine Familie ein, die einen Zoo in Pondicherry führen und diesen zu Zeiten des politischen Umsturzes in Indien aufgeben, um nach Kanada zu emigrieren. Keiner konnte jedoch ahnen, dass das marode Transportmittel mit der untauglichen und immer betrunkenen Besatzung Schiffbruch erleidet. Da ein Teil der Tiere aus dem Zoo der Familie nach Kanada überführt werden sollte, findet sich Pi auf einem Rettungsboot mit einer Hyäne, einem Zebra, einem Affen und einem Tiger wieder.

Die im ersten Teil präsentierte spirituelle Reise und Selbst-Entdeckung des Protagonisten findet in der 288 Tage dauernden Reise im Rettungsboot eine Art Klimax, denn dort ist Pi auf sich selbst zurückgeworfen, muss Entscheidungen treffen, die sein Fortleben bestimmen werden und ist gefordert, über sich selbst als 16-jährigen Jungen hinauszuwachsen. Bei seiner Reise hat er, betrachtet man die Geschichte im Wissen um das Ende, sich selbst ' und damit auch seinen Glauben ' als größten Antagonisten. So erinnert der erste Teil auch ein Wenig an Lessings Nathan der Weise, denn in beiden Werken wird die Toleranz und Vereinbarkeit aller Religionen exemplifiziert. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die Frage, welche nun die beste Religion für Pi ist, nicht zu Anfang beantwortet wird. Auch am Ende wird die Botschaft bleiben, dass Offenheit gegenüber variablen (Lebens-) entwürfen der wahre Reichtum ist.

Während Pis Reise, die den kompletten zweiten Teil der Geschichte ausmacht, kommen nur geringe Zweifel an dem Wahrheitsgehalt der Erzählung auf. Doch wie gelingt es dem Autor von einer Reise mit einem Tiger zu überzeugen? Sicherlich ist das auch der subtilen Kinderperspektive geschuldet. Ein 16-jähriger führt uns durch sein Leben als Schiffbrüchiger. Er hat seine Eltern verloren und bewegt sich am Rande des Nervenzusammenbruchs und hat daher scheinbar keine Kraft mehr, zu lügen, eine Welt zu erfinden. Die Unmittelbarkeit der Erzählung wird folglich also auch durch die missliche Lage des Erzählers hervorgerufen.

Es stellt sich nicht heraus, dass die Geschichte nicht wahr ist. Dennoch hat sie, unter anderem durch die lebensbedrohende Situation des Erzählers, eine kleine Wandlung erfahren. Diese Wandlung wäre jedoch nur vollständig stimmig, wäre die Geschichte im Präsens erzählt worden. Da sie aber im Präteritum steht und das Geschehene somit in der Rückschau erzählt wird, erweist sich die Erklärung der Protagonist habe aus physischem und psychischem Stress heraus eine Welt erdacht, die zum Schutz vor der noch härteren Wirklichkeit diente, als obsolet. So erhält die Geschichte noch eine weitere, dritte Ebene, die enträtselt werden könnte.

Alles in allem lässt sich sagen, dass der Schiffbruch mit Tiger nicht nur sehr abenteuerreich und spannend ist, sondern auch philosophisch und weise. Es macht Freude, Pi auf seinem Weg übers Meer auf der Suche nach Land und Orientierung zu begleiten. Es ist eine große Reise.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
...das sind die Probleme, mit denen sich der Inder Pi Patel vom 2.Juli 1977 bis zum 14.Februar 1978 herumschlagen musste. Der Umstand, dass Patel die Geschichte erzählen kann zeigt, dass er überlebt hat. Wie abenteuerlich, unglaublich, spannend und fantastisch diese Geschichte ist, lässt Zweifel aufkommen, ob sie tatsächlich passiert ist. Aber mal ganz ehrlich: Man muss schon ein wenig glauben können, um dieses Märchen für bare Münze zu nehmen. Doch wieso sollte es sich nicht so abgespielt haben? Ich habe jedenfalls 382 Seiten lang an Patels Geschichte gehangen wie ein Fisch an der Angelschnur. Das lag unter anderem daran, dass es eben nicht nur um den Pazifik, den Tiger und Pi ging, sondern auch um diese seltsame Sache mit dem Glauben...

Pi Patel wächst in Indien auf. Sein Vater ist Zoodirektor. Als der Zoo verkauft wird, will Pi mit seiner Familie nach Kanada auswandern. Einen Teil der Tiere wollen sie mitnehmen. Sie stechen mit dem Frachter Tsimtstum in See und das Schiff versinkt im Pazifik. Pi findet sich nach der Katastrophe mit einem verletzten Zebra, einer Tüpfelhyäne und einem Orang Utan auf einem Rettungsboot wieder. Allein das wäre schon eine seltsame Situation, aber Pi schafft es, diese Lage noch prekärer zu gestalten. Er rettet Richard Parker und hilft ihm aufs Boot. Jetzt muss allerdings angemerkt werden, dass Richard Parker ein drei Jahre alter, vierhundertfünfzig Pfund schwerer bengalischer Tiger ist. Damit hat Pi es tatsächlich geschafft, dass seine Überlebenschancen gleich null tendieren. Es dauert auch nicht all zu lange, bis Richard Parker und Pi allein auf dem Boot sind. Von da an entwickelt sich eine wirklich unglaubliche Geschichte. Unglaublich allerdings nur für diejenigen, die schwach im Glauben sind. Pi Patel gehört ganz sicher nicht zu diesen wankelmütigen Gesellen. Ich glaube ihm jedenfalls jedes Wort seiner Geschichte...

-Schiffbruch mit Tiger- ist ein Beststeller, der eine Auflage nach der anderen produzierte und jetzt auch den Weg ins Kino findet. Dabei ist die Geschichte alles andere als Bücher-Mainstream mit vorhersehbarer Beststellergarantie. Mit viel Witz und den geschliffenen Charakteren von Pi und Richard Parker schafft es Yann Martel uns, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Boot zu holen. Egal, ob er uns akribisch die Bestandsliste seines Inventars präsentiert, oder darüber berichtet, wie er gleichzeitig Moslem, Christ und Hindu wurde; Pi's Erzählung lässt in keiner Sekunde Langeweile aufkommen. Wer Geschichten liebt, die sich bewegen, sich drehen, verspielt und verschmitzt ihre Botschaft transportieren, der ist bei -Schiffbruch mit Tiger- genau richtig. Ich habe mich von Martels Roman wunderbar unterhalten lassen und konnte das Buch, nachdem ich zu lesen angefangen hatte, kaum wieder aus der Hand legen. Ob das bei ihnen auch funktioniert? Probieren sie es aus...
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2008
Das erste Drittel des Buches (Originaltitel "Life of Pi") handelt vom Aufwachsen und frühen Leben der Hauptfigur und ist, nun ja, nett aber nicht unbedingt spannend. Einige meiner Freunde haben da abgebrochen. Es lohnt sich aber unbedingt weiterzulesen, denn was danach kommt zieht einem die Schuhe aus.

Die groteske Situation, mit einem tödlichen Raubtier viele Monate allein auf einem Rettungsboot zu verbringen und welche extremen Situationen sich daraus ergeben, das ist einfach saumäßig spannend. Am Ende der Geschichte bietet sich dann noch eine ganz andere Interpretation der Geschichte an (die ich hier nicht verraten werde), die -- ganz ähnlich wie beim Film "Sixth Sense" -- im Nachhinein alles in das Gegenteil, in ein psychisches Drama verkehrt -- super.

Lesen! Durchhalten!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juli 2008
Als ich "Schiffbruch mit Tiger" geschenkt bekam, hatte ich von dem Buch noch nicht gehört. Schon nach wenigen Seiten war mir aber klar, dass dieser Roman lebhafter Beweis dafür ist, dass die schönsten Überraschungen sehr oft zwischen zwei Buchdeckeln anzutreffen sind.
Yann Martel gelingt mit seinem dritten Roman ein humorvolles, zugleich ungewöhnliches Buch über das Überleben, den Glauben und die Abhängigkeit sowie Verantwortung des Menschen von und für die Natur. Mit einem beständigen Augenzwinkern erzählt Martel die Geschichte von Pi, der nicht nur allein deshalb kein ganz gewöhnlicher Junge ist, weil er in jungen Jahren beschließt, dem muslimischen Glauben ebenso anzugehören wie dem christlichen und dem hinduistischen, sondern der auch einen ganz eigentümlichen Überlebenskampf zu führen hat: Als einziger Überlebender eines Schiffsunglücks verbringt Pi hunderte Tage allein in einem Rettungsboot auf offener See - mit einem Tiger an Bord.
In seinem Roman gelingt es Martel auf einzigartige Weise, die ganz unterschiedlichen und scheinbar gar nicht zueinander passenden Thematiken der Erzählung in einer amüsant und spannend geschriebenen Geschichte zu vereinen: Die aufklärerische (unserem Zeitgeist Not tuende) Interpretation der Religion, für die Lessings "Nathan der Weise" Pate gestanden haben mag, findet sich eingebettet in die Handlung einer romantischen Abenteuererzählung, die gleichsam mit profunden zoologisch-biologischen Ausführungen einhergeht, die uns den Respekt vor der Natur lehren und uns daran erinnern, dass ihr - der Natur - Überleben zu sichern bedeutet, uns selbst zu retten.
Abschließend bleibt eigentlich nur der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass wir von Herrn Martel noch viele weitere solch wunderschöner Geschichten zu Lesen bekommen werden.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Mai 2013
Worum es tatsächlich geht, erfährt man auf den letzten Seiten. Da ich hier niemandem den Spass verderben will, werde ich die Auflösung, die der Autor merkwürdigerweise selber liefert, nicht darlegen. Die Geschichte eines Schiffbrüchigen, der das Rettungsboot mit einem Tiger teilen muß, und das über eine sehr lange Zeit, während er über den Pazifischen Ozean driftet, liest sich flüssig, ist stellenweise spannend und ergreifend und beschreibt sehr drastisch und eingängig die Erlebnisse in der Wasserwüste des Pazifik. Allerdings habe ich zumindest recht schnell gemerkt, daß hier irgendwas nicht stimmen kann. Spätestens nachdem die Hyäne den Orang-Utan platt gemacht hat, war irgendwas nicht ganz sauber. Ich befürchte fast, daß der Autor hier seine Ängste gegenüber Wildtieren im Allgemeinen und Raubtieren im Speziellen und seine abstruse Vorstellung bezüglich des Verhaltens und der Triebe dieser Tiere im Exzess auslebt und diese Vorstellungen nett, und v.a. religiös verpackt dem geneigten Leser zum Fraß vorwirft. Man fühlt sich teilweise in eine Welt versetzt, von der man hoffte sie wäre längst vergangen (weil sie anachronistisch ist !) ... man mag dem Autor zurufen: "das einzige Tier, das aus Leidenschaft und nicht aus Hunger tötet, ist der Mensch. Begreif es, auch wenn es nicht deinem religiösen Empfinden entspricht ! Und diese Charaktereigenschaft in eine Art Fabel zu verpacken ist, vorsichtig ausgedrückt, eine ganz miese Tour."

Das eigentliche Thema jedenfalls ist Dan Simmons in Terror um Größenordungen besser gelungen, schriftstellerisch, philosophisch, menschlich ... in jeder Hinsicht ! Und das ist auch eine wahre Geschichte.
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32 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Mai 2004
Schiffbruch mit Tiger war das zweite Hörbuch, das ich mir zu Gemüte geführt habe. Ich war immer sehr skeptisch, ob mich Hörbücher genug fesseln würden. Nachdem ich beim Hören des ersten Buches (Sommergeschichten) nonstop eingeschlafen war, sobald die Autorin 5 Minuten gelesen hatte, befürchtete ich, das würde mir bei jedem anderen Hörbuch auch passieren. Von wegen! Ich vermute, es lag an Ilja Richter, der dieses Buch mit einer Euphorie vorträgt, die einen völlig in seinen Bann schlägt. Genau so stellt man sich einen halb durchgedrehten, ziemlich verzweifelten Inder auf hoher See mit einem Tiger an Bord vor. Er liest dieses Buch nicht vor, er "spielt", als ob es ein Film wäre. Und genau das macht dieses Hörbuch zum Genuß. Ein überaus unterhaltsamer Zeitvertreib für Hörer, die sich mit einem Augenzwinkern in die Welt eines Halbverdursteten entführen lassen möchten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. September 2013
Das Buch ist ein Phänomen! Wie konnte es Martel nur gelingen, ein so sperriges Thema auf diese intelligente und gut zu lesende Weise zu bearbeiten? Es geht um nicht weniger als das Überleben in schlimmer kaum vorstellbarer Situation durch die Kraft der eigenen Phantasie und den Glauben. Das hört sich erst einmal so an, als wäre ein Buch darüber unlesbar. Ist es aber überhaupt nicht. Das Gegenteil ist richtig. Es liest sich mit Genuss und mit Spannung.
Selbst obwohl ich schon den Film gesehen hatte, war das Buch eine Bereicherung. Vielleicht kam es mir sogar entgegen, dass ich das Ende der handlung schon kannte. So konnte ich mich voll auf das konzentrieren, was im Film immere zu kurz kommt: Was im Inneren der handelnden Person passiert.
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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Januar 2005
Um es direkt vorweg zu sagen: Ich hatte befürchtet, ein langweiliges Buch lesen zu müssen, durch dessen Anfang und Mittelteil man sich durchzukämpfen hat, um dann in den Genuß eines überraschenden und fantasievollen Endes zu kommen. Diese Erwartung resultierte aus dem, was ich über das Buch gehört hatte, bis ich es dann als Geburtstagsgeschenk auspacken durfte.
Tatsächlich finde ich, dass man das Buch sehr differenziert beurteilen muß. Auch wenn ein Großteil der ersten 123 Seiten notwendig ist, um das im mittleren Teil Beschriebene zu verstehen, bin ich doch der Meinung, dass bestimmte Aspekte eindeutig zu lang thematisiert werden. Beispielsweise die gleichzeitige Orientierung des Protagonisten zu den drei großen Religionen hin. Das ist ein interessantes Motiv, das im ersten Teil großen Raum bekommt, aber nachher nicht aufgelöst wird. Denn für den weiteren Fortgang der Geschichte ist nicht die Hinwendung zu Christentum, Hinduismus und Islam notwendig - eigentlich noch nicht einmal die Religiösität an sich - sondern ausschließlich die konsequente Umsetzung dessen, was Pi als Sohn eines Zoobesitzers über Tiere, Hierarchiesysteme und Dressur gelernt hat. Dieses Wissen entscheidet sein Schicksal - zumindest für die Geschichte, in der der Tiger eine tragende Rolle spielt.
Wie in diesem Mittelteil die Spannung gehalten wird trotz einer sehr reduzierten Situation (Mensch, Boot, Tiger), ist wirklich meisterhaft. Auch die Recherche, Detailgenauigkeit und Präzision, mit der Martell das Überleben auf dem Boot schildert, lässt die Geschichte tatsächlich glaubhaft erscheinen.
Für das überraschende Ende ist dann aber wiederum die Religiösität oder gar der Glaube an drei unterschiedliche Religionen nicht wirklich wichtig. Hier sichert ja eigentlich nur das Hinwegsetzen über Normen, die allen drei Religionen zu eigen sind, das Überleben. Warum soll diese Geschichte einem aber dann den Glauben an Gott zurückgeben?
Die Tatsache, dass dieses Motiv nicht fortgeführt wird, ist für mich der einzige Grund, keine fünf Sterne zu geben. Ansonsten ein unbedingt lesenswertes Buch, das in eine völlig andere und selten oder nie beschriebene Erlebniswelt entführt. Dass ich eben nicht nur die Überraschung zum Schluß, sondern insbesondere auch den Mittelteil spannend fand und gerne gelesen habe, ist für mich die eigentlich Überraschung dieses Buches.
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30 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. März 2004
Ein Boot, darauf eine Hyäne, ein Zebra, ein Orang-Utan-Weibchen, ein Bengal-Tiger und der 16-jährige Pi - die einzigen Überlebenden eines Schiffsunglückes. Ganz auf sich alleine gestellt muss der junge Pi versuchen, auf dem Ozean zu überleben - und dies, trotz oder gerade durch seine Begleiter.
Das Buch, das eine solch absurde, unvorstellbare Situation auf liebevoll-realistische Weise durchlebt, ist mehr als nur ein Roman. Im Klappentext wird behauptet, der Leser würde nach diesem Buch „an Gott glauben". Und dies ist auch der Kern der Geschichte: der Glaube, der Zweifel,... das Erlernen von Toleranz und der großen Lektion, dass Religion nicht Wahrheit sein will, sondern Märchenreich, Lebensstütze, Verzauberung der Welt. Dass Religion nicht einengen will, sondern das Leben farbiger gestalten.
In den Anekdoten, den Gedanken und in der Handlung sind diese Elemente des toleranten Glaubens verborgen und so wunderschön zusammengefasst, dass ein moderner Weltbürger nach dem Buch die Religionen und deren Sinn doch noch einmal mit den Augen eines Kindes ansieht und auch der glaubenfernste Mensch einen Hauch des Alters und der Schönheit des Glaubens und der Weltreligionen erfühlen kann.
Ein wunderschöner Roman, eine große, beinahe glaubhafte Geschichte, ein zauberhaftes Bild - sehr lesenswert.
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