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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie der erste Weltkrieg begann
Vorab ein paar Informationen zur Verfasserin selbst. Barbara Tuchman ist niemand anderer, als eine Enkelin des damaligen amerikanischen Botschafters am Bosporus: Morgenthau Sr., derselbe, der den Genozid an den Armeniern ausführlich dokumentiert hat. Ihr Onkel Henry Morgenthau Jr. ist der Finanzminister Roosevelts, der dem gescheiterten Morgenthau-Plan seinen Namen...
Veröffentlicht am 2. Dezember 2007 von ½

versus
20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassiker angelsächsischer Geschichtsschreibung
Das Werk Tuchmans ist trotz einiger marginaler Fehler und Überholtheiten immer noch ein absolut empfehlenswertes Buch, um die 'Urkatastrophe des 20.Jhd' zu VERSTEHEN...soweit das überhaupt möglich ist.

Auch ihre kritische und trotzdem nicht einseitige Sicht auf die deutsche 'Kriegsschuld' ist um Längen besser, als der Sermon, den Deutsche...
Veröffentlicht am 14. März 2007 von Blauzahn


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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie der erste Weltkrieg begann, 2. Dezember 2007
Von 
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(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Vorab ein paar Informationen zur Verfasserin selbst. Barbara Tuchman ist niemand anderer, als eine Enkelin des damaligen amerikanischen Botschafters am Bosporus: Morgenthau Sr., derselbe, der den Genozid an den Armeniern ausführlich dokumentiert hat. Ihr Onkel Henry Morgenthau Jr. ist der Finanzminister Roosevelts, der dem gescheiterten Morgenthau-Plan seinen Namen gegeben hat.

Barbara Tuchman befand sich mit ihren Eltern und Schwestern auf der Sicilia, einem kleinem italienischen Schiff, welches 1914 durch Zufall Zeuge des Gefechts der Goebben und Breslau mit einem englischen Verfolgerschiff wurde. Wenig überraschend also, daß eben diese Episode auch in ihrem Buch erzählt wird. Allerdings habe ich nirgendwo in "August 1914" einen Hinweis auf ihre persönlichen Erfahrungen gefunden. Erst das Buch "Ambassador Morgenthau's story" von Henry Morgenthau Sr. schaffte mir hier Klarheit.

Bei all Ihren verwandschaftlichen Beziehungen ist es überraschend wie neutral dieses Buch geschrieben ist. Leidenschaftslos erzählt die Verfasserin die Ereignisse in einer gut verständlichen Sprache.

August 1914 beginnt mit dem Begräbnis von Eduard VII, einem fast minutiösen Ablauf desselben sowie einer Beschreibung der damaligen Welt. Das Werk endet mit der Marne-Schlacht. Dazwischen taucht man dank der ausführlichen Beschreibungen von Frau Tuchman in die damalige Zeit ein. In Ihren Beschreibungen geht sie so weit, daß sie selbst die damaligen Bestseller aufführt, deren Theorien erklärt (z.B. daß die weitreichende Globalisierung einen Krieg verhindern wird). Es ist eine große Stärke dieses Werkes, daß es die damalige Stimmung unter der Bevölkerung und auch den herrschenden Schichten wiederaufleben läßt. Die Quellenverweise im hinteren Teil lassen erahnen wie umfangreich ihr Recherchen hierfür gewesen sein müssen. Aber auch die Schlachtbeschreibungen lassen nichts zu wünschen übrig. Tuchman schafft es, die Spannung der Schlachten auch für den Leser greifbar zu machen, ohne daß es grausam oder brutal wirkt. Das Geschehen ist mühelos nachzuvollziehen.

Selbstverständlich sind in August 1914 auch Karten zum damaligen Schlachtgeschehen abgedruckt, zahlreiche Bilder und ein Literaturverzeichnis mit Hinweisen welche Quellen besonders hilfreich waren.
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragend, 9. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Das Buch, das im Original „The Guns of August" heisst, ist eines der Klassiker über den 1. Weltkrieg. Es ist eine fundierte Analyse der Vorbereitung auf diesen scheinbar unausweichlichen Krieg und der ersten Monate in denen das Schicksal Europas noch an einem seidenen Faden hing. Profund beschreibt Barbara Tuchman die Hintergründe, insbesondere die Verbohrtheit der politischen und militärischen Entscheidungsträger. Auf beiden Seiten waren sie überzeugt, dass ein Krieg für ihr jeweiliges Land Vorteile bringen würde und mit ausreichend Entschlossenheit rasch zu gewinnen wäre. In großartigem Erzählstil berichtet sie über den Vorstoss der Deutschen, die Gegenoffensive der Franzosen und den Kriegseintritt der Russen. Angenehm fällt dabei auf dass sie sich überraschend unparteiisch verhält. Kein Funken Parteinahme ist zu erkennen wenn sie beispielsweise mit unterschwelligem Abscheu über die Dummheit der französischen Generäle berichtet. Diese hingen der verrückten These nach, mit genügend Elan wäre ein Durchbruch zum Rhein zu schaffen und weigerten sich ihre linke Flanke zu verstärken. Spannend wie ein Krimi entwickelt sich das Buch wenn Barbara Tuchman die kriegsentscheidenden Tage schildert. Staunend erkennt der Leser wie knapp die Deutschen vor dem Sieg standen und welch relativ geringe Entscheidungen zum Stillstand der Offensive und zum anschließenden mörderischen Auszehrungskrieg führten.
Fazit: Ein erstklassiges Buch, hervorragend recherchiert und spannend zu lesen
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassiker angelsächsischer Geschichtsschreibung, 14. März 2007
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Das Werk Tuchmans ist trotz einiger marginaler Fehler und Überholtheiten immer noch ein absolut empfehlenswertes Buch, um die 'Urkatastrophe des 20.Jhd' zu VERSTEHEN...soweit das überhaupt möglich ist.

Auch ihre kritische und trotzdem nicht einseitige Sicht auf die deutsche 'Kriegsschuld' ist um Längen besser, als der Sermon, den Deutsche Autoren dazu unter unterschiedlichsten Prämissen abgeliefert haben.

Was man jedoch von der Ausgabe des Fischer-Verlags nicht behaupten kann!

Die Übersetzung mag ja noch angehen, aber einen Lektor hat der Verlag anscheinend eingespart.

Immer wieder kommen verworrene, unleserliche, ja sinnlose Sätze vor oder (selten) Übersetzungschwächen.

Der Qualität des Originals und dem Gegenstand des Buches nicht gerade angemessen!

Ob deutsche Verlage so der Lesekompetenz in Fremdsprachen auf die Sprünge helfen wollen?
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Urkatastrophe des 1. Weltkrieges fundiert beschrieben, 12. August 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Die "Urkatastrophe des Zwanzigsten Jahrhunderts" - so hat ein Spiegel-Spezial im Januar 2004 den Ersten Weltkrieg beschrieben. Der Erste Weltkrieg war der erste totale Krieg in der Geschichte der Menschheit und verursachte letztlich den Aufstieg der faschistischen Bewegungen in Europa und den Aufstieg Adolf Hitlers zum deutschen Diktator 1933. Er forderte annähernd 15 Millionen tote und war der erste mit Gas industriell geführte Krieg.
Welche Motive führten zum Krieg? Dieser Frage ging - bereits 1962 - Barbara Tuchman in ihrem ausgezeichneten Buch nach. Im Gegensatz zu den Publikationen vno Fritz Fischer ("Griff nach der Weltmacht", 1961, "Der Krieg der Illusionen") weist Barbara Tuchman zwar in ihrem Buch der deutschen Regierung und ihrem Streben nach einem "Platz an der Sonne" eine erhebliche Mitschuld, jedoch nicht die Alleinschuld an der Entstehung des Krieges nach. Sie zeigt in ihrem einflussreichen und bis heute bekanntesten Buch die Fehleinschätzungen und Fehlwahrnehmungen aller beteiligten Staaten und Akteure auf. Durch Richard Ned Lebow sind ihre Hauptthesen, diese Fehleinschätzungen und Feindbilder aller Akteure habe entscheidend zum Weltkrieg beigetragen, inzwischen bestätigt worden (sein Beitrag zur Juli-Krise 1914 in: "Between Peace and WAr: The Nature of International Crisis" von 1981 wurde 1987 im Buch: "Kriegsursachen", hrsg. von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung ins Deutsche übersetzt) wird von Barbara Tuchman bereits 1962 bestätigt, wobei sie sich auf einen allgemein gültigen Forschungskonsens in der Historikerzunft berufen konnte, der erst von Fritz Fischer mit seinen Publikationen in Frage gestellt wurde. Obwohl heute in Teilen überholt und recht breit geschrieben, scheinen neuere Publikationen zum Thema wieder zu Barbara Tuchmans Sicht, dass es eine eindeutig definierbare Kriegsschuld einer Nation beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges - im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg - nicht gegeben habe, zu bestätigen. Ein erneuter Grund, das Buch zu lesen.
Außerdem war das Buch in anderer Hinsicht sehr einflussreich: US-Präsident John F. Kennedy hatte das Buch nach seinem Erscheinen im Sommer 1962 gelesen und erkannt, wie schnell eine internationale Krise durch Fehleinschätzungen durch die führenden Akteure zum Krieg eskalieren kann. Die friedliche Beilegung der Kuba-Krise 1962 und sein Bemühen, Chruschtschow zu verstehen und diesen das "Gesicht wahren" zu lassen, beruhen ganz wesentlich auf der Lektüre dieses Buches, wie Kennedys Bruder Robert in seinem Wek: "13 Tage" geschrieben hat.
Auch unter diesem Aspekt ist Barbara Tuchmans eindrucksvolles Werk interessant zu lesen, wenn es auch Geschichte sehr breit erzählt. Zielgruppe sind daher in erster Linie Laien, nicht Wissenschaftler. Es ist nicht mehr ganz auf dem neuesten Forschungsstand, aber nach wie vor ein wichtiger Klassiker zum Thema.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Untergang einer Welt - wie Generäle eine Epoche zu Grunde richten, 8. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Es gibt viele Bücher, die einen Überblick zum ersten Weltkrieg bieten. Meist sind sie so abstrakt, dass man am Ende wieder vergessen hat, wieso es eigentlich zu dieser Tragödie kommen konnte. Oder man sieht nur Bilder und bekommt keine Zusammenhänge präsentiert.

Ganz anders ist Barbara Tuchmans Buch "August 1914". Sie beschränkt sich auf die ersten 35 Tage des Krieges, in denen im Grunde alles entschieden wurde. Dabei aber geht Tuchman auf eine unnachahmliche Weise ins Detail und in die Situation hinein. Welche Stimmung herrschte bei den Regierungen, in den Kabinettssitzungen, als der Krieg wenige Stunden bevorstand? Wie reagierten die verantwortlichen Generäle? Verloren sie die Nerven oder bewahrten sie kühles Blut? Wer schätzte die Lage richtig ein? Und wer verfing sich in seinem eigenen Propagandagestrüpp, um so schon nach wenigen Tagen den Weg in Richtung Untergang einzuschlagen?

Barbara Tuchman gelingt es, die Strömungen und Fehleinschätzungen der Zeit plausibel zu schildern . Nach fast 100 Jahren wird dem Leser deutlich, warum im August 1914 eine Epoche zu Ende ging. Dabei schreibt Tuchman so packend, dass die mangelhafte deutsche Übersetzung der Spannung keinen Abbruch tut.

Fazit: Absolut empfehlenswert.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kind ihrer Zeit, 13. August 2007
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Man kann über dieses Buch sagen was man will aber wenn man objektiv bleibt muss man erkennen das Frau Tuchman jenes nicht geblieben ist. Es ist sehr schön zu erkennen das sie eben ein Kind ihrer Zeit ist. Die Deutschen sind die arroganten Hunnen mit Monokel, die Franzosen die edlen Helden und England ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Ein schönes Buch für einen Geschichtsstudenten da man hier sehr gut den Zeitgeist der 50-60er Jahre vermittelt bekommt aber eben nicht wirklich ein objektives Geschichtswerk. Am Schreibstiel gibt es wie immer bei Frau Tuchman nichts zu mäkel. Ich wünsch mir sie hätte Romane geschrieben... Es gilt noch anzumerken das die Übersetzung nicht gut ist (habe das Buch auch in englisch gelesen) so wird hier z.B. ein Passus der im Englischen die Aussage trifft...die vorhergehenden 20 Jahre der Regentschaft Kaiser Wilhelms.... mit ....in den 20 Jahren der Regentschaft Kaiser Wilhelms...übersetzt. Ein Fehler der einem guten Übersetzer/Lektor nicht unterkommen sollte...
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24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Subtiler Chauvinismus, 30. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Lesenswert ist das Buch ganz bestimmt, beschreibt es doch lebendig die Vorgänge und Voraussetzungen, die zum Krieg führten. Allerdings durchzieht ein subtiler Chauvinismus die Darstellung: Deutschland, ganz gewiß nicht unschuldig am Kriegsausbruch, wird als Dauer-Anwärter auf den Eintritt in den Klub der Weltzivilisation geschildert. Während die aggressive Strategie des französischen "Plan 17" lediglich wegen deren voraussehbarer Erfolglosigkeit getadelt wird, sieht sich Deutschland dem Vorwurf der Autorin ausgesetzt, bewußt und von langer Hand den Krieg gewollt zu haben. Abgesehen vom journalistischen Stil der Darstellung flößen solche und viele andere Nuancen nicht gerade Vertrauen in die wissenschaftliche Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit der Darstellung ein. Letztlich ist es ein Buch, das die Geschichte vom Ende her schreibt, was der Unterhaltung mehr als der Erkenntnis dient.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Perle, 10. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte August 1914 unbedingt lesen. Es ist sehr gut geschrieben, enthält viele Informationen und kann durchaus fesseln. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, macht aber Zusammenhänge klar und stellt die Schlußfolgerungen überzeugend dar. Personen werden anhand von Beispielen skizziert und häufig kommentiert und zwar ziemlich schonungslos aber für den Leser manchmal nicht ganz nachvollziehbar.
Eins soll bedacht werden: Frau Tuchman kommt an ihren Vorurteilen besonders gegenüber Deutschland nicht immer ganz vorbei. Sie ist eben ein Kind ihrer Zeit und ihrer Umwelt. Viele Aussagen dieses Buches sind deswegen etwas einseitig. Aber seit wann gibt es objektive Geschichtsschreibung? Das gibt dem Buch noch eher Würze, da man sich nach der Lektüre mit solchen Meinungen gedanklich auseinander setzen muß oder kann. Insgesamt: sehr lesenswert.
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7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein klassisches Meisterwerk populärer Geschichtsschreibung, 20. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Mehr durch Zufall habe ich vor kurzem einmal wieder in einer meiner Lieblingsbücher hineingefunden. Obwohl ich nur zu einer Person etwas nachlesen wollte, kam ich nicht umhin gleich ein ganzes Kapitel zu lesen. Das Buch ist ein Klassiker der populären Geschichtsschreibung und behandelt die Welt vor dem ersten Weltkrieg, insbesondere die Unfähigkeit der Regierenden auf allen Seiten einen grossen Konflikt zu verhindern. Ebenfalls werden die Grenzschlachten bis zur Marneschlacht ausführlich geschildert. Was nun das ungewöhnliche an diesem Buch ist, ist dass man in die Zeit hineinfindet und sich direkt in die einzelnen Abläufe so nah hineinversetzen kann das man nicht umhinkommt das Buch so schnell wie möglich zu Ende zu lesen da man regelrecht "gepackt" wird. Zurück bleibt man mit einem Erstaunen und Entsetzen, über die Unfähigkeit der führenden Köpfe in Militär und vor allem in der Politik die diese Katastrophe nicht verhindern konnten, die im Gegensatz zum 2 WK noch die Problematik des Konfliktes des Zusammenpralls des modernenen Industriezeitalters mit den überkommenen tradierten Ideen des 19 Jahrhunderts beinhaltet. Gerade auch dieses Zusammentreffen der unbekümmerten Generation die noch mit Begeisterung in den Krieg zieht bis sie mit dem Grauen der Materialschlacht in Berührung kommt, zeigt uns die Tuchman eindringlich. Alles in allem ist das Werk sicherlich in Passagen veraltet aber wegen des grossen sprachlichen Stils ist es nach wie vor sehr empfehlenswert da es das Versagen von Führungseliten der Sinnlosigkeit des Leides der Massen gegenüberstellt. Ich möchte deshalb das Werk allen historisch Interessierten nahe legen
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen La guerre 14-18, 1. April 2008
Rezension bezieht sich auf: August 1914 (Taschenbuch)
Barbara Tuchmans Buch ist verdientermaßen ein Klassiker, deshalb vergebe ich ganz klar fünf Punkte. Nachdem das gesagt ist, und das Buch ja bereits von anderer Stelle ausführlich gelobt wurde, möchte ich mich in meiner Rezension auf einige Kritikpunkte konzentrieren.

Das Buch ist zwar flüssig geschrieben, aber letztlich doch eher für Historiker als für Laien geeignet. Tuchman setzt etwa voraus dass der Leser militärisch vorgebildet ist, und eine genaue Vorstellung davon hat was ein Bataillon oder ein Korps ist. Auch darüber hinaus stellt sie erhöhte Anforderungen: so beschreibt sie etwa Prittwitz als den "deutschen Falstaff" (hoffentlich kennt der Leser seinen Shakespeare) und bedauert die Soldaten für ihre "ärarische Unterwäsche" ("ärarisch" heißt übrigens soviel wie "auf Staatskosten").

Außerdem ist das Buch eher eine detaillierte Betrachtung als ein Gesamtüberblick. Insbesondere die Schlachten beschreibt die Autorin Scharmützel für Scharmützel, und eher aus der wohligen Distanz des Feldherrenhügels als aus der Perspektive des poilu.

Das Buch wird übrigens im Film "Thirteen Days" (VSA, 2000) über die Kubakrise ausgiebig zitiert. Darin behauptet Präsident John Kennedy, die Prämisse sei dass sich die Politiker zu Beginn des Ersten Weltkrieges von ihren Militärs die Entwicklung durch angebliche "militärische Notwendigkeiten" diktieren ließen, was dann zur politisch gar nicht gewollten Katastrofe führte; er sei entschlossen in der Kubakrise eine derartige Entwicklung zu vermeiden indem er auf dem Primat der Politik bestehe.

Aus meiner Sicht ist das aber gar nicht die Aussage des Buches. Tuchman kritisiert etwa den deutschen Militarismus, oder die Borniertheit der französischen Initiativen "plan 17" sowie der "offensive à l'outrance", lässt aber keinen Zweifel daran dass besonders Deutschland sehenden Auges in's offene Messer rannte. Umgekehrt kritisiert sie insbesondere am deutschen Verhalten eher das fehlende Primat des Militärs, indem der Schlieffen-Plan nicht radikal genug umgesetzt wurde, was ihn dann sinnlos werden ließ und zu den Blutmühlen des Grabenkrieges führte.

Übrigens, dem Buch wird von einigen Amazon-Rezensenten eine anti-deutsche Tendenz unterstellt. Das ist absolut nicht richtig, Tuchmann beschreibt sehr neutral, und ich hatte eher den Eindruck dass sie den Deutschen milde gewogen ist. Es ist allerdings so dass Deutschland damals einem militärischen Größenwahn anhing und also die Schuld am ersten Weltkrieg trägt. Die Ansicht, alle hätten den Weltkrieg irgendwie gemeinsam verursacht, ist angesichts des Schlieffen-Planes einfach nicht haltbar.

Mein Fazit: ein sehr empfehlenswertes Buch, allerdings weniger zum Einstieg in das Thema sondern eher als Fortführung geeignet.

Die Ausgabe auf die ich mich berufe ist übrigens das deutsche Heyne-Taschenbuch von 1971 (vom Grabbeltisch).
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August 1914
August 1914 von Barbara Tuchman (Taschenbuch - 21. November 2001)
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