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52 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Achtung! Keine gewöhnliche Biographie!
Die anderen Rezensenten haben es schon angedeutet, aber man sollte es betonen: es handelt sich hierbei nur um eine Biographie von Nietzsches Denken und nicht von seinem Leben!
Dies ist die Stärke, aber auch die Schwäche von Safranskis Nietzsche-Buch. Die Chronologie von Nietzsches Gedankenwelt wird tatsächlich überaus spannend nacherzählt und...
Veröffentlicht am 13. August 2007 von Ich

versus
10 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen anspruchsvoll
Wenn man glaubt, Safranskis Buch könne schnell helfen, die komplexe Gedankenwelt von Nietzsche zu verstehen, dann wird man leider enttäuscht. Safranski schreibt fast genauso kompliziert, wie Nietzsche selbst. Auch mit einer guten schulischen und akademischen Ausbildung wird man enorm gefordert. Respekt für den, der länger als 20 Seiten durchhält,...
Veröffentlicht am 16. April 2010 von Martino


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52 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Achtung! Keine gewöhnliche Biographie!, 13. August 2007
Die anderen Rezensenten haben es schon angedeutet, aber man sollte es betonen: es handelt sich hierbei nur um eine Biographie von Nietzsches Denken und nicht von seinem Leben!
Dies ist die Stärke, aber auch die Schwäche von Safranskis Nietzsche-Buch. Die Chronologie von Nietzsches Gedankenwelt wird tatsächlich überaus spannend nacherzählt und der Leser auf verständliche Weise in das Werk Nietzsches eingeführt. Gerade bei diesem Philosophen erweist sich eine solche Vorgehensweise als besonders fruchtbar, da man so die Widersprüche im Werk besser zu deuten versteht.
Leider geben die biographischen Informationen, die nur gelegentlich eingeschoben werden, ein unvollständiges Bild ab und lassen einige Fragen offen. Beispielsweise wird die problematische Beziehung zur Mutter und zur Schwester nur ansatzweise besprochen, so dass man keinen richtigen Überblick erhält und sich fragt, wieso das Thema überhaupt angerissen wurde. Wer die anderen Biographien Safranskis (Schiller, Schopenhauer, Heidegger) kennt, wird darüber enttäuscht sein, dass es ihm diesmal nicht gelungen ist, ein "ganzheitliches" Bild von der Person, ihrem Leben, dem Werk und der Zeit, in der sie lebte, abzugeben. Im Gegensatz zu seinen anderen Büchern scheint Safranski sich hier stärker auf das Vorwissen seiner Leser verlassen. Außerdem hat er einige Textpassagen aus der Schopenhauer- und der Heidegger-Biographie (z.B. über den Materialismus oder die Lebenphilosophie um 1900) wortwörtlich übernommen.
Nichtsdestotrotz ist das Buch absolut empfehlenswert! Auch wenn es nicht Safranskis beste "Biographie" ist, so ist sie dennoch eine perfekte Einführung in Nietzsches Philosophie. Wer nach einer fundierten Darstellung von Nietzsches Leben sucht, sollte jedoch die Biographie von Werner Ross lesen.
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der besten Biographien,die es über Nietzsche gibt., 28. März 2001
ISBN 3446199381
Dieses Buch ist nicht nur eines der besten Bücher von Safranski,nein es ist auch eines der Besten zum Thema Nietzsche.Nietzsches Leben,seine Auffassungen zu den Gedanken seiner Zeit,aber auch seine Beziehungen finden genügend Platz in diesem Buch.All die grossen Fragen,die Nietzsche sich im Laufe seines Lebens gestellt hat,und auch seine Antworten werden hier genaustens aufgelistet.Aber dieses Buch enthält noch viel mehr.Dem Leser wird die Geburtsstunde einer neuen Zeit und eines neuen Denkens vor Augen geführt.Es war die Geburtsstunde der Industrie und des Kommunismus,um nur zwei zu nennen.Nietzsches Gedanken zu diesen und vielen weiteren Themen werden in diesem Meisterwerk für jeden verständlich erläutert und auch seine Beziehung zu Wagner hat berechtigterweise hier einen Platz gefunden.Warum Nietzsche Wagner zunächst vergötterte und sich dann doch von ihm abwand.Die Antwort liefert ebenfalls dieses Buch.Jeder Anhänger Nietzsches sollte dieses Buch besitzen,aber auch für jeden anderen ist dieses Buch eine lohnende Investition,weil es einfach brilliant und spannend geschrieben ist.
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48 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER MANN MIT DEM SCHNURRBART, 30. Juni 2003
Von 
Kurth, Michael (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nietzsche: Biographie seines Denkens (Taschenbuch)
Um die Schönheit der Welt zu begreifen, empfiehlt es sich, zuvor an ihr zu Grunde zu gehen. Das kann man mit Nietzsche ganz gut. Den Mann, von dem es heißt, er sei ein Seismograph, habe ich immer für das Beben selbst gehalten. Nietzsche erschüttert mich noch immer. Durch ihn habe ich einiges Zutrauen in die Worte gewonnen. Er spricht mir nicht aus der Seele, er spricht mir in die Seele.
Es handelt sich hier um eine Biographie seines Denkens, nicht seiner Person. Aber da für Nietzsche Leben vor allem Denken ist, findet man ihn hier recht vollständig. Der rote Faden, der sich durch die Philosophie Nietzsches zieht, wird hier gewissermaßen zu einem roten Teppich geknüpft und vor dem Leser ausgebreitet. Man schleicht nicht auf ihm entlang, man schreitet.
Bei aller Gelehrsamkeit erscheinen doch viele Biographen historischer Persönlichkeiten als stünden sie vor einem Rätsel. Nietzsche ist ein Rätsel, aber Rüdiger Safranski beschreibt es meisterhaft. Er hat ihn sich einverleibt. Zudem verpflichtet dieses Buch zum langsamen Genuss. Es geht nicht allein um Aussagen, sondern auch um das Aussprechen, das Formulieren, das Gewicht der Worte. Auf die Gefahr hin, an dieser Stelle das Lob inflationär zu gebrauchen: Safranskis Nietzsche ist das bestgeschriebenste Sachbuch, das ich bislang gelesen habe.
Ich bin kein Nietzscheaner, ich halte den Mann mit dem Schnurrbart lediglich für ein Genie. Einem Genie aber sollte man immer lauschen, egal was es zu erzählen hat. So gesehen empfehle ich, sich dieses Buch direkt an die Ohrmuschel zu legen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kenntnisreich und spannend nicht nur für Nietzsche-Fans, 22. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Nietzsche: Biographie seines Denkens (Taschenbuch)
Ich bin wahrlich keine Nietzsche-Verehrerin, und sämtliche meiner Versuche ihn im Original zu lesen sind bislang daran gescheitert, dass mir seine schwulstige Sprache stets körperliche Übelkeit bereitete, bevor ich zum Kern seiner inhaltlichen Aussagen vordringen konnte. Mir war daher sein Denken nur in den Fetzen bekannt, die man hier und da immer mal wieder aufschnappt.

Rüdiger Safranski hat mir nun dabei geholfen, Ordnung in diese Bildungsfetzen zu bringen, sie zu erweitern und zusammenzufügen. Die von ihm vorgelegte Biographie ist gut strukturiert, detailreich und rund, wie aus einem Guss. Dabei beschreibt er Nietzsches Denken so anschaulich und plastisch, dass man den Philosophen beinahe leibhaftig vor sich sieht: seine Liebe für und Sorge um die Künste, seine Verachtung für den behaglichen Mief der Bildungsphilister, seine verzweifelte Suche nach Wahrhaftigkeit und nach einer besseren Welt, aber auch seinen Zynismus und seine narzisstischen Größenphantasien, deren unheilvolle Wirkungen wir alle kennen.

Safranski versteht es ganz ausgezeichnet, spannend, lebendig und dabei sowohl inhaltlich kenntnisreich als auch kritisch zu schreiben. Er stellt nicht nur die Entwicklung von Nietzsches Denk- und Lebensweg anschaulich dar, sondern zeigt auch auf, wo sich Nietzsche in Widersprüche und in Antinomien verstrickt hat, wo er die Ansätze von Philosophen, die sein Denken beeinflusst haben, weiterentwickelt hat und wo er hinter ihnen zurückgeblieben ist, sowie Einflüsse, die er selbst auf Denker nach ihm ausgeübt hat.

Ich werde mich durch das Buch nicht zur glühenden Nietzsche-Liebhaberin entwickeln, aber ich habe enorm viel Neues erfahren, bruchstückhaft Bekanntes ist mir verständlicher und teilweise auch sympathischer geworden, und ich habe festgestellt, dass Nietzsches Denken sehr kluge Ansätze und Facetten aufweist, die ich durchaus teile, auch wenn ich viele seiner Ansichten nach wie vor überhaupt nicht gutheißen kann. Mehr kann man von der Lektüre einer Biographie kaum erwarten.

Wer einen verständlichen, mit Genuss lesbaren und trotzdem fundierten Einblick in die Lebens- und Gedankenwelt sowie die Wirkungsgeschichte Nietzsches erhalten möchte, wird von diesem Buch nicht enttäuscht werden.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Biographie seines Denkens, 4. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Nietzsche: Biographie seines Denkens (Taschenbuch)
Dieses Buch von Safranski ist wieder eine ganz ausserordentlich einfuehlsame Zusammenstellung der verschiedenen gedanklichen Entwicklungsschritte, die Nietzsche in seinem Leben gegangen ist. Das Buch stellt zunaechst keine gewoehnliche Biographie dar. Zwar erfahren wir nebenher von seiner Familie, seiner strengen Mutter und der eifersuechtigen Schwester, von den Freunden und den Streitigkeiten, von seinem Zerwuerfnis mit Wagner... aber hauptsaechlich geht es Safranski doch um Nietzsches gedankliche Schritte, mehr als seine biographischen Stationen.

Mit Safranski folgen wir als Leser zugrundeliegenden Fragen nach den Beweggruenden und Empfindungen Nietzsches: Welche Ereignisse, welche Literatur brachte ihn von einer gedanklichen Phase in die naechste, wie haben wir uns sein Innenleben vorzustellen?

In akribischer Feinarbeit erleuchtet Safranski uns die Berge und Taeler in Nietzsches Seele und laesst den interessierten Leser miterleben und nachvollziehen, was in Nietzsche vorgegangen sein mag und welche Gedankenberge er erklomm, um zu neuen und weiteren Einsichten zu gelangen. Nietzsches ueberbaendige Freude am Gedanken, sein Ringen um Wahrheit und Werte begleitet den Leser als Rahmen der philosophischen Gedanken.

So erleben wir Nietzsches drei grossen gedanklichen Perioden noch einmal mit: die dionysische tragisch-musikalische Periode, die Naturwissenschaft in ihrer kalten Schaerfe und schliesslich den Uebergang zum Uebermenschen.

Ergaenzt wird diese 'Biographie seines Denkes' durch einen Anhang, in dem noch einmal mit Jahreszahlen in einer Uebersicht Nietzsches Leben zusammengefasst wird.

Safranski vermag es, eigene Erfahrungen und Erkenntnisse sensibel auf das Leben anderer Denker anzuwenden, um uns Lesern ein Fenster in eine fremde Seele zu eroeffnen. Wieder gilt, was auch fuer seine Schopenhauer-Biographie galt: Fuer Leser, die eine knappe Nietzsche-Biographie suchen, seien zunaechst einmal die rororo-Biographien (Frauen um Nietzsche / Nietzsche) empfohlen. Wer aber Zeit und tieferes Interesse mitbringt, Nietzsche noch einmal nachzuspueren, der moege einerseits Lou Salomes sehr persoenliche Nietzsche-Biographie lesen und andererseits Safranskis Biographie seines Denkens.

Ausserordentlich lesenswert.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die bisher beste Nietzsche-Sezierung, 23. Juni 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Nietzsche: Biographie seines Denkens (Taschenbuch)
Safranski schafft es tatsächlich, das komplexe Gedankenbild Nietzsches transparent abzubilden. Nietzsches System ist nicht in sich geschlossen. Nietzsche war sich nie zu fein, Gedankengänge zu revidieren oder gar als "falsch" zu verwerfen. Dieser Prozess, der sich in übersichtliche Kapitel unterteilt, wird facettenreich und tiefsinnig begleitet. Safranski gelingt es ebenso den inneren Widerspruch Nietzsches zwischen Ist und Soll, zwischen Empire und Gedankenwelt darzustellen.

Negativ fällt ins Gewicht, dass die Zitierungen seiner wichtigsten Werke ein relativ knapper Raum eingeräumt wird. Es macht also kaum Sinn diese Biographie zu lesen - ohne nicht zuvor seine Werke wie "Also sprach Zarathustra", "Jenseits von Gut und Böse", "Der Antichrist", "Der Fall Wagner" usw. gelesen zu haben. Dieses Wissen wird durchgehend vorausgesetzt. Auch fällt auf, dass Safranski bei Punkten wie dem Versuch der Instrumentalisierung Nietzsches durch die nationalsozialistische Ideologie sehr objektiv und "auskunftsfreudig" zu Werke geht - die Grundsatzkritik Nietzsches an der "Sklavenmoral" des Christentums jedoch nur marginal und oberflächlich dargestellt wird. Man erhält so den Eindruck, dass Safranski das Christentum "etwas besser wegkommen lassen möchte" - als in Nietzsches Fundamentalkritik ursprünglich beabsichtigt.

Das Schreibniveau ist hoch - jedoch nicht künstlich verklausuliert - sprich: Wer die Philosophie Nietzsches in den Grundzügen verstanden hat - sollte mit dieser Schrift keinerlei Verständnisprobleme haben.

Wunderbar praktisch und informativ sind die Anhänge gestaffelt: Sauber getrennt in Primär- und Sekundärquellen sowie einer aufschlussreichen chronologischen Kurzbiographie seiner einzelnen Lebensstationen.

Was meiner Meinung jedoch fehlt - wenngleich nicht direkter Gegenstand der Biographie seines Denkens - ist das gute Jahrzehnt zwischen seinem psychischen Zusammenbrauch und seinem Tode. Wenigstens ein paar Seiten hätte man diesen letzen Lebensjahren widmen können...

Fazit: Um Nietzsches geistigen Werdegang zu verstehen - gibt es meiner Meinung nach derzeit keine bessere Schrift auf dem Markt. Nicht was die Plastizität betrifft - nicht was die Straffheit betrifft - nicht was den Objektivitätsgrad betrifft.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hervorragende biographie eines umstrittenen denkers, 18. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Nietzsche: Biographie seines Denkens (Taschenbuch)
nietzsche im original zu lesen kann ganz schön entmutigend sein, vor allem wenn man keinen überblick über die entwicklung seiner philosophie hat.
safranski hat mit dieser biographie eine umfassende darstellung nietzsche's philosophie geschafft, und diese am rande mit details zu nietzsche als person verfeinert. der schwerpunkt liegt hier auf der philosophie, im denken, im gegensatz zu safranski's "schopenhauer und die wilden jahre der p.". der schwierigkeitsgrad hält sich in grenzen, wenn man vorwissen zu schopenhauer u.a. hat kann man nietzsche im kontext besser verstehen. ansonsten wird hier für alle, die etwas phantasie haben, und abstrakt denken können, gut verständlich geschrieben. ein lob.
zum inhalt: wie sollte ich den hier zusammenfassen? gar nicht. besser erwähne ich einige umstrittene themen (leider kursieren vorurteilige meinungen zu nietzsche oder er wird auf etwas beschränkt, ohne dass er gelesen wird, ...genauso wie schopenhauer) die im buch diskutiert werden:
war nietzsche ein antisemit?
war nietzsche ein nihilist?
war nietzsche ein dezidierter frauenhasser?
was bedeutet gott ist tot?
wer ist zarathustra und was will er?
was bedeutet ewige wiederkehr?
was bedeutet wille zur macht?
was ist der übermensch?
usw.
FAZIT: auf diese spannenden fragen, gibt safranski in seiner biographie spannende und fundierte antworten. es ist nicht leicht den schwierigen nietzsche zu "fassen" aber hier ist es tatsächlich gut gelungen. von hier aus macht es sinn mehr von nietzsche zu lesen, oder auch nicht, je nachdem...
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der besten Biographien,die es über Nietzsche gibt., 27. März 2001
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist nicht nur eines der besten Bücher von Rüdiger Safranski,nein es ist auch eine der besten Biographien ,die es über Nietzsche gibt.Wer Nietzsche kennenlernen will ,muss dieses Buch lesen,weil man bei diesem Werk nicht von der Komplexität seines Denkens erschlagen wird.Safranski nimmt den Leser an die Hand und führt ihn als stillen Beobachter mit in die Gedankenwelt von Nietzsche.Doch bleibt der Leser nicht lange passiv,denn Safranski macht den Leser zu einem aktiven Teil des Lebens von Nietzsche. Jeder neue Gedanke,jede neue Frage wird dem Leser unmittelbar bewusst gemacht,und man bekommt das Gefühl Nietzsche selbst würde einen fragen.Jeder der Nietzsches Bücher lesen will,sollte zuerst diese Biographie lesen,um besser Verstehen zu können was dieser grossartige Philosoph uns eigentlich sagen wollte.Und für diejenigen unter uns,die bei Debatten der modernen Philosophie mitreden wollen ist dieses Buch ohnehin unerlässlich.Einfach lesen und geniessen.
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4.0 von 5 Sternen Werde der du bist !, 21. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Nietzsche: Biographie seines Denkens (Taschenbuch)
Wer diese Biographie über Friedrich Nietzsches Denken zu lesen beginnt, den erwartet eine Reise in die Vergangenheit, zu jener Zeit, als sich die Natur in Nietzsche ein Bewusstsein aufschlug und damit die Entfaltung eines Lebewesens einleitete, welches von sich später sagen würde, er sei Dynamit. Safranski beschreibt nun diese Explosivität eines sich zerberstenden Bewusstseins und lässt den Leser in diese Welt eintauchen, um ihn Schritt für Schritt Nietzsches gedankliche Entfaltung nachvollziehen zu lassen. Eine Entfaltung, welche sich ständig zwischen dem dionysischen und dem apollinischen Lebensprozess bewegt, wobei das erste Prinzip für ihn einen essentiellen Bereich des Lebens darstellt, den er durch das wissenschaftliche Zeitalter bedeckt sieht. Beeinflusst durch Schopenhauer, der eine Art Urwille in allen Lebewesen walten sieht, baut auch Nietzsche sein Fundament auf einer allem zugrundeliegenden Macht auf. Das Dionysische sieht er als die Quelle allen Lebens, ein Wechselspiel von Werden und Vergehen.

Dieses tragische Wechselspiel, wie es Nietzsche in " Die Geburt der Tragödie " darstellte, findet im Apollinischen seinen Gegenpart, welches dem Individuum wieder Gestalt und Form verleiht. Mit Sokrates sieht Nietzsche diese Formverleihung am stärksten ausgeprägt, wodurch sich das Leben von seinem Urgrund immer weiter entfernte und den Beginn der Wissenschaften einleitete.
Doch gerade diese Gier nach Wissen lässt das eigentliche Leben verkümmern. Speziell Nietzsches Zeitalter war von einer Expansion des Wissens geprägt, die den Menschen unter dieser Flut an neuen Erkenntnissen regelrecht versinken ließ. Halt suchte Nietzsche daher in der Musik, bei der er das wahre Sein glaubt gefunden zu haben, speziell die Wagnerische, die es vermag den Prozess der Selbstreflexion aufzuheben, um in einem Rauschzustand der kollektiven Entgrenzung das wahre Leben wieder zu spüren.

Doch wie lässt sich das Leben vor der Überflutung des Wissens retten, fragt sich Nietztsche. Gerade er, der schon viel zu tief in die Welt des Wissens eingedrungen ist, sieht sich vor der unmöglichen Aufgabe " den Stachel des Wissens gegen sich selbst zu kehren" . Dabei stellt für Nietzsche jede Art von Wissen eine Täuschung des Menschen gegen sich selbst dar. Religion, Gesellschaft, Wissenschaft und Moral stellen für Nietzsche lediglich Versuche dar, mithilfe der Selbsttäuschung den dunklen triebhaften Willen zu sublimieren. Nietzsche will sie nicht beseitigen, aber er will dem Menschen seine Trugbilder aufzeigen und ihm einen Perspektivwechsel seines Denkes aufzeigen.
Es geht Nietzsche um das Ja zur Täuschung. Wir sollen Dichter unseres eigenen Lebens werden und die Welt als ein Kunstwerk betrachten, zu welchem wir unseren Beitrag leisten. Lebe so, als würdest du jeden Augenblick noch einmal genauso leben wollen. Doch dieser pathetische Ton wird sich ändern, er wird von Wille zur Macht, vom Recht des Starken über den Schwachen reden. Viele Theorien, die später vom Nationalsozialismus wieder aufgenommen werden.
Rüdiger Safranski führt uns Schritt für Schritt durch das abenteuerliche Denken Nietzsches, beschreibt aber auch seine fürchterliche Leidensgeschichte. Eine Biographie, für die man sich Zeit nehmen sollte, um Safranski bei der Analysierung Nietzsches auch zu verstehen. Es geht ihm in erster Linie nicht um eine Lebensbeschreibung, sondern um das Denken, wobei denken für Nietzsche leben war. Hervorragend geschrieben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nietzsche für anspruchsvolle Einssteiger, 3. August 2010
Der Stil des Buches macht den Eindruck einer Vorlesungsreihe - vielleicht einer essayistischen Serie in einem der Kulturradioprogramme.
Herr Safranski führt den Leser in einer opulenten Sprache in die Entwicklung des Denkens von Nietzsche ein, wobei wirklich sein Geist und nicht seine Biografie (obwohl nicht völlig ausgeblendet) hier im Vordergrund steht. Es werden solche Schlüsselkonzepte des Philosophen wie Dionysisches und Apollinisches Prinzip, die ewige Wiederkehr, der Übermensch, der Wille zur Macht vorgestellt.
Es ist ein erlesenes Vergnügen der Entwicklung der Ansichten von Nietzsche zu folgen, zu sehen wie ein origineller Denker von seiner Erziehung, Lektüre, persönlichem Umfeld und gesellschaftlichen Ereignissen beeinflusst wird, wie er sein Leben zu einem Kunstwerk macht.
Nietzsches Denken ist es wirklich Wert kennen gelernt zu werden. Neben seiner Leidenschaft, sprachlicher Virtuosität und dem Nonkonformismus ist es auch seine Aktualität (Nivellierung des Individuums, seichter Materialismus, schnöder Nutzenkalkül als Lebensleitfaden), die dieses Buch zu einer lohnenswerten Lektüre für Menschen machen, die zum Kern des Seins vordringen wollen.
En Passant bekommt der Leser einen Einblick in die altgriechische Kunst- und Gedankenwelt und lernt einiges über die philosophischen Probleme, in deren Kontext sich Nietzsches Werk entwickelte, kennen: z. B. Stellenwert der Kunst, Bewusstsein, Sinn des Lebens, Moraltheorie. Alles in allem weckt das Buch Lust auf mehr Philosophie.
Sollte einer Nietzsche für einen unausgeglichenen reaktionären Egomanen halten, so wird er ihn nach der Lektüre mit einer hohen Wahrscheinlichkeit differenzierter sehen.
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Nietzsche: Biographie seines Denkens
Nietzsche: Biographie seines Denkens von Rüdiger Safranski (Taschenbuch - 17. Oktober 2002)
EUR 12,95
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