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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Der Fall C.
"Das Provisorium" ist ein fesselndes, klaustrophobisch-neurotisches Buch, das die psychische Verlorenheit des Schriftstellers C. verfolgt, begleitet und führt.
Der (ostdeutsche) Schriftsteller C. zerbricht am System und zugleich am plötzlichen Fehlen des Systems, seiner dadurch resultierenden Schreibhemmung, seiner scheinbaren Unfähigkeit zu lieben und vor allem, an...
Veröffentlicht am 30. Juli 2007 von Roland Freisitzer
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Der Wind wehte ihm aus dem Westen entgegen
Der autobiografische Roman von Wolfgang Hilbig, über die abgrundtiefe, ohne moralischen Halt, ständigen Schwankungen unterworfene Verlorenheit des Schriftstellers C. auf seinen Reisen zwischen Ost- und Westdeutschland, kann durchaus als großartiger Wenderoman beschrieben werden. Der beispiellose Außenseiter der DDR Literatur kann mit diesem Roman begeistern...
Veröffentlicht am 14. Juni 2007 von Carl-heinrich Bock
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› Weitere Rezensionen anzeigen: 3 Sterne, 2 Sterne, 1 Sterne |
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Der Fall C., 30. Juli 2007
"Das Provisorium" ist ein fesselndes, klaustrophobisch-neurotisches Buch, das die psychische Verlorenheit des Schriftstellers C. verfolgt, begleitet und führt.
Der (ostdeutsche) Schriftsteller C. zerbricht am System und zugleich am plötzlichen Fehlen des Systems, seiner dadurch resultierenden Schreibhemmung, seiner scheinbaren Unfähigkeit zu lieben und vor allem, an seiner albtraumhaften Lösungsvariante: Alkohol.
Wolfgang Hilbig schreibt eine wunderbare, leuchtend kraftvolle Prosa, die in Kombination mit seinem perfekten Formempfinden in der deutschsprachigen Literatur ihresgleichen sucht.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Das Provisorium gesamtdeutscher Liebesroman?, 29. Oktober 2004
Wolfgang Hilbigs Stil hat sich verändert, ist einfacher, weniger verschlüsselt geworden. Der Inhalt seines dritten Romans ist aber umso schockierender und berichtet zum ersten Mal in Er-Erzählform von dem Höllengang einer labilen Identität. Die Rahmenkonstruktion - am Anfang Glanz der Konsumgesellschaft, am Ende die Welt der außergesellschaftlichen Elemente, der Penner und abgerutschter Alkoholiker - hebt die Diskrepanz des Westens hervor. Das Erstere für Individuen geschaffen, das Letztere für Kollektiven, der einsame C., der sogar seine Vorbestimmtheit aus einer anderen Welt mitbringt, beneidet die Geborgenheit der sich aneinanderschmiegenden Obdachlosen. Schauplatz zum größten Teil die BRD, wo sich der Protagonist, der, wie sein Autor selbst, mit einem Visum die DDR verlassen und nach Westdeutschland übersiedeln darf, nicht zurechtfinden kann. Weder Ost noch West. Das spiegelt sich auch in seinen Partnerbeziehungen wider: die Leipziger Freundin kann er nicht verlassen, die westdeutsche, in die er sehr verliebt ist, kann er nicht halten. Für den Schwebezustand in jedem Sinne findet er nur einen einzigen Ausweg, der zu Alkoholexzesse und notwenigerweise in den Abgrund führt. Der Ost-West-Vergleich fällt also nicht weg, aber der Roman ist mehr als die Schilderung der schwierigen Eingliederung der Ostdeutschen, da die wirklichen Gründe für das Scheitern im Protagonisten selbst liegen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Das deutsche Gegenwartsbuch - schockierend und erhellend, 20. Juni 2000
Von Ein Kunde
Hilbig legt mit "Das Provisorium" ein ebenso schockierendes wie erhellendes Dokument vor. An seiner eigenen Biographie der letzten eineinhalb Jahrzehnte entlang erzählend, behandelt er das Problem der Ankunft der (ost)deutschen Intelligenz im (west)deutschen Alltag.Sein Held - W., ein Schriftsteller - führt eine unbehauste Existenz zwischen zwei Ländern, von denen ihm keines heimisch werden will. Aus dem Osten kommend, wo seine kritisch-dissidentischen Texte kaum eine Veröffentlichungschance haben, erlebt er die westelbische Gesellschaft als Konglomerat von gescheiterten Lebensentwürfen, was ihn von Anfang an abstößt und nachhaltige Schübe ostalgischer Erinnerungswut auslöst. Der Leser begleitet Hilbigs Protagonisten auf seinem Weg durch ein Land, welches nicht zusammenwachsen will. Auf diesem Höllentrip durch Entzugsanstalten, Konsumtempel und jene Orte, wo sich die halbgebildete, dafür aber doppelt arrogante BRD-Kulturwelt zum Schwätzen trifft, begreift er bald, daß er sich keinem Happy End entgegenliest.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Der Wind wehte ihm aus dem Westen entgegen, 14. Juni 2007
Der autobiografische Roman von Wolfgang Hilbig, über die abgrundtiefe, ohne moralischen Halt, ständigen Schwankungen unterworfene Verlorenheit des Schriftstellers C. auf seinen Reisen zwischen Ost- und Westdeutschland, kann durchaus als großartiger Wenderoman beschrieben werden. Der beispiellose Außenseiter der DDR Literatur kann mit diesem Roman begeistern.
Die Hauptfigur, der Schriftsteller C. aus Leipzig, erhält 1985 ein Visum für den Westen. Er verlässt die DDR, fährt in die Bundesrepublik, verliebt sich in eine Westdeutsche. Doch schon bald zerstören die gegensätzlichen Lebenserfahrungen das zarte Pflänzchen Liebe. Sein einjähriges Dienstvisum läuft ab und obwohl es ihn an keinem Ort hält, er überall eine Atmosphäre der Bedrohung empfindet, lässt er den Termin der Rückreise verstreichen. C. verliert allmählich den Boden unter den Füßen, wird von persönlichen Krisen geschüttelt, pendelt zwischen Bahnhöfen und Einkaufszentren hin und her, sieht sich der kapitalistischen Welt unverstanden ausgeliefert , doch der kommunistische Osten ist für ihn jetzt unerreichbar. Er zerbricht, gerät von einem Alkoholexzess in den nächsten. Schließlich empfindet er das ganze als "Provisorium", gerät in eine Lage in der sich viele DDR Bürger nach der Wende befunden haben. Auch wenn sie sich ständig nach dem Westen gesehnt haben, merken sie wie schwer ihnen die Anpassung an die West-Psyche" fällt, wie langsam sie unter den veränderten Bedingungen Fuß fassen, unter der Prämisse, dass das alte vertraute Leben für immer verschwunden ist.
Die tiefe historische Verunsicherung endet schließlich darin, dass C. zu der Einsicht kommt, ein Realitäts-Entzug ist fraglos unmöglich.
Der Roman brilliert durch die Sprachmächtigkeit, die Sprachkraft, die Hilbig ausgezeichnet hat. Hilbig hat es geschafft, die selbstzerstörerischen Kräfte in ihm, in eine ästhetische Form zu bringen.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Leider nachgelassen, 23. August 2002
Ein Ost-Schriftsteller in der Westdeutschen Diaspora - das Thema selbst ist interessant, das Buch leider nur teilweise. Lesenswert und überzeugend sind die sehr persönlichen Passagen, die vom Werdegang des Protagonisten, seinen Ansichten zu Ost und West und seinem Abgleiten in den Suff handeln. Gleichfalls interessant sind die Konflikte zwischen privilegierten Schriftstellern mit und denen ohne Ausreisevisum. Die wortgewaltigen Angriffe auf den westdeutschen Konsumterror wirken dagegen abgedroschen und unecht - als wollte der Autor den Roman durch einen Schuß Populismus aufpeppen. Gegenüber Hilbigs letzten Roman "Ich" ist das "Provisorium" ein großer Rückschritt. Schade eigentlich.
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9 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Plattheiten bis zum Abwinken, 21. Mai 2001
Das Buch taugt nix! Nicht nur, dass wir zu Zeugen einer endlos langweiligen Selbstzerfleischung eines beudeutugslosen Zeitgenossen werden. Nein, der Autor selbst traut seinen Lesern nichts zu und hängt an seine billigen Bezüge zum Bildungskanon die Deutungen gleich mit dran. Neun Sonnenstrahlen unter dem Dach des Leipziger Bahnhofs sind "symbolisch" zu verstehen (NEUN!!!), verordnet uns der Autor und die Konsumentennummer in einer seiner Antikapitalismustiraden, die nebenbei der Gipfel des Flachen sind, ist die Nummer eines bekannten Opfers des Nationalsozialismus. Damit der Leser das auch schön kapiert, wird es in Klammern ergänzt. Den Witz mit Schickelgrubes Autobahnen findet Hilbig wohl so brilliant, dass er ihn gleich dreimal macht. Der Gipfel des einfalls- und geschmacklosen ist aber die Geilheit des Protagonisten. Einen Bezug zum Autoren läßt die strukuralistische Germanistik glücklicherweise nicht mehr zu. Hier salviert sie Herrn Hilbig! Wie er dazu kommt, das Loch (!) einer Frau als etwas zu beschreiben, dass es zu stopfen gilt, ist mir schleierhaft. Es ist eine Bankrotterklärung vor der Deutschen Sprache. Aber das ist er das Kind seiner Zeit. Ich rate vom Kauf dieses Buches ab. Das Geld sollten wir dem Autoren lieber spenden. Die Volkshochschule bietet Stilkurse an... (Warum müssen Regentropfen immer durch das Licht der Laternen "pfeilen"??).
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