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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gelungener Überblick zur Person Speers
Die Person Albert Speers ist zweifelsohne eine der umstrittensten Führungspersönlichkeiten des Nationalsozialismus. Auf der einen Seite sah er sich selbst Zeit seines Lebens als durchweg unpolitisch an, auf der anderen Seite leistete er, wie heute auch erwiesen ist oder scheint, seinen Beitrag zum Verbrechen des Nazi-Regimes. Es erfolgte zwar weitesgehend durch...
Veröffentlicht am 25. September 2001 von schaubeusa@hotmail.com

versus
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ordentliche Biographie, aber nicht die erste Wahl!
Der "Speer" von Joachim Fest ist eine sachliche Biographie, die mehr Wert auf objektive Fakten als auf subjektive und persönliche Eigenheiten, psychologische Aspekte oder gar Gefühle der Hauptperson Wert legt. Fests Schreibstil ist gewohnt intellektuell, was sich insbesondere an seiner Vorliebe für Fachbegriffe und Fremdwörter zeigt und ist daher...
Veröffentlicht am 27. Mai 2006 von fantafrau


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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gelungener Überblick zur Person Speers, 25. September 2001
Rezension bezieht sich auf: Speer: Eine Biographie (Taschenbuch)
Die Person Albert Speers ist zweifelsohne eine der umstrittensten Führungspersönlichkeiten des Nationalsozialismus. Auf der einen Seite sah er sich selbst Zeit seines Lebens als durchweg unpolitisch an, auf der anderen Seite leistete er, wie heute auch erwiesen ist oder scheint, seinen Beitrag zum Verbrechen des Nazi-Regimes. Es erfolgte zwar weitesgehend durch Wegschauen, aber das ist, wie er auch selbst rückwirkend sagte, keine Entschuldigung und befreit ihn auch von keiner Schuld. Joachim Fests Aufgabe war es also ein wenig Licht in dieses Dunkel zu bringen; und so konzentriert er sich bei dieser Biografie auch nicht auf Zahlen und Daten, sondern widmet sich der Person Albert Speer. Sicher vernachlässigt er dabei nicht, das Leben und den Aufstieg zu zeichnen, verliert sich eben dort nicht in Details. Allem Anschein nach hat Fest Speer auf irgendeine Weise 'lieb gewonnen', so daß man den Eindruck nicht verliert, daß Fest durch das ganze Buch hindurch versucht Speer zu verteidigen und ihn irgendwie von seiner Verantwortung und auch seiner Schuld zu befreien. Dies ist auch das für mich einzig erkennbare Manko dieser Biografie. Ansonsten ist sie grandios geschrieben. Man verliert nie die Lust zu lesen und ist immer gespannt wie es mit Speer weitergeht. Dabei muß man aufpassen sich nicht zu sehr mit Speer zu identifizieren und eine gewisse distanz einnehmen, da man ansonsten dem doch ernsten historischem Thema nicht gerecht wird. Ebenda liegt die Gefahr, da sich die scheinbar besondere Beziehung Fests zu Speer durch seinen Schreibstil, der das Buch allerdings auch so lesenswert macht, auf den Leser zu projezieren droht, wenn der nicht Acht gibt. Im Zusammenhang mit anderen Büchern über Speer ist dieses eine hervorragende Ergänzung. Für den 'Erstleser' auch sehr zu empfehlen, allerdings unter Rücksichtnahme auf eine gewisse Distanz. Alles in allem ein Genuß dieses Buch zu lesen; es ist es Wert auch mindestens ein zweites mal verschlungen zu werden!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ordentliche Biographie, aber nicht die erste Wahl!, 27. Mai 2006
Von 
fantafrau - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Speer: Eine Biographie (Taschenbuch)
Der "Speer" von Joachim Fest ist eine sachliche Biographie, die mehr Wert auf objektive Fakten als auf subjektive und persönliche Eigenheiten, psychologische Aspekte oder gar Gefühle der Hauptperson Wert legt. Fests Schreibstil ist gewohnt intellektuell, was sich insbesondere an seiner Vorliebe für Fachbegriffe und Fremdwörter zeigt und ist daher stellenweise manchmal etwas anstrengend. Dies gibt sich aber ab der Mitte des Buches etwas und trotz Ihres Umfangs lässt sich die Biographie dennoch erstaunlich gut lesen.

Im Vergleich zur Speer-Biographie von Gitta Sereny schneidet Fest, der Speer im Vorfeld der Veröffentlichungen der "Erinnerungen" und "Spandauer Tagebücher" als Berater zur Seite gestellt war, hier in meinen Augen jedoch schlechter ab. Sereny ist es besser gelungen, die menschlichen Seiten von Speer zu skizzieren und anzudeuten sowie Erklärungsansätze zu bieten, indem sie immer wieder auch auf Begegnungen und Gespräche mit ihm und vielen weiteren Menschen seiner Umgebung rekurriert. In diesem direkten Vergleich erscheint das Werk Fests auch trotz seiner 500 Seiten als eine ziemlich "knappe" Darstellung.

Zudem konnte ich mich während der Lektüre von Fests Biographie nicht des Eindrucks erwehren, als würde immer latent und suggestiv ein negatives Urteil über die Person Albert Speers mitschwingen. Ganz deutlich kommt diese Ablehnung und Verurteilung schließlich in dem reflektierenden Nachwort Fests heraus.

Mein Rat nach der Lektüre der beiden großen Speer-Biographien wäre der Griff zum 400 Seiten stärkeren Wälzer von Sereny. Dies benötigt zwar ein wenig mehr Zeit und Disziplin, lohnt sich aber in meinen Augen eindeutig! - Wer nicht so viel Wert auf psychologische Hintergründe, sondern mehr auf historische Fakten legt und auch entsprechende Vorkenntnisse mitbringt, ist auch mit Fest gut bedient.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Wesen eines Managers der totalen Macht., 9. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Meines Erachtens stellt das Buch von Joachim Fest einen gelungenen Versuch dar, das Wesen des Zauberlehrlings Albert Speer und seine Verstrickung in den Machtapparat des III. Reichs zu ergründen.
Gegen eine sonst mehr beschreibende Geschichtsforschung für die breite Masse in Guido-Knopp-Manier, quasi Geschichte-light, setzt er seine analytischen Fähigkeiten als Soziologe.
Beginnend mit der Beschreibung des Elternhauses, zeigt Fest die Mitschuld des deutschen Bürgertums an der "Machtergreifung" Adolf Hitlers und seiner braunen Satrapen. Über die anfängliche Erfolglosigkeit Speers und die ersten Aufträge, bsp.weise die Planung der Reichsparteitage bis hin zum allmählichen Aufstieg der beschriebenen Figur wird kein Detail vergessen. Die besondere Art und Weise der Machtausübung, die ganz gegen die Manier des "1000-jährigen Reiches" in klarer Linie Verantwortlichkeiten in die Hände von Experten und nicht treuen Parteimännern übergibt, kommt ebenfalls zum Ausdruck.
Auch der Hinweis auf die Teilnamhe Speers an der Vertreibung der Berliner Juden, die dieser in seinen Memoiren unterschlagen hat, fehlt nicht.
Für mich von weit größerem Interesse als die Nennung dieser historischen Tatsachen ist die Analyse des Gewissenkonfliks, in dem sich Speer befindet. Er hat gegen Ende des Krieges das wahre Wesen seines "Herrn und Meisters" erkannt und versucht sich allmählich davon zu lösen. Dies führt ihn im letzten Schritt zum Eingeständnis seiner Schuld im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß.
Dieses Buch erscheint mir deshalb so lesenswert, weil der Typus des gewissenlosen Technokraten nicht an ein bestimmtes System gebunden ist. Man wird ihn in jeder industrialisierten Staatsform erblicken können, egal ob Demokratie oder Diktatur.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Talentierter Ignorant!, 3. April 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Speer: Eine Biographie (Taschenbuch)
Fest zeichnet das Bild eines eigentlich eher unpolitischen Künstlers, dem über den Kontakt zu den Nazis die Gelegenheit geboten wird, aus den gutbürgerlichen Verhältnissen auszubrechen, die für ihn vor allem vom eigenen Vater dominiert und geprägt waren. Sein organisatorisches Talent/Genie (dass ihn allerdings, zumindest im übertragenen Sinne, auch über Leichen gehen lässt) sowie die Nähe zu Hitler, dessen einzig wirklicher Vertrauter er vielleicht war, katapultieren ihn in der Hierarchie der Nazis schon bald in ungeahnte Höhen, die ihn als Rüstungsminister zeitweilig sogar zum zweiten Mann im Staat machen. Seine Weigerung den Befehl der verbrannten Erde auszuführen, sowie eine, die eigene Schuld anerkennende Prozeßtaktik, ersparen ihm im Wesentlichen in Nürnberg den Galgen. Nicht zuletzt die zwanzig Jahre Haft in Spandau machen ihn dann wieder zu dem, in Widersprüchen verstrickten Einzelgänger, der er im Grunde sein Leben lang war. Fests Buch ist großartig recherchiert und wartet zum Teil mit verblüffenden Details auf. Bei allem Bemühen, den Menschen Albert Speer von allen Seiten zu beleuchten und nach Erklärungen zu suchen, bleibt am Ende aber doch immer die zentrale Erkenntnis, es mit einem ignoranten Emporkömmling zu tun zu haben, dem die Verfolgung eigener Ziele stets höchster Maßstab waren und der sich nicht zuletzt deshalb mit schuldig gemacht hat, weil ein verbrecherisches System wie das der Nazis, zu einem nicht unwesentlichen Teil von Ignoranten wie Speer gelebt oder doch zumindest profitiert hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Who is Speer?", 24. Februar 2009
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Speer: Eine Biographie (Taschenbuch)
In all den Büchern, die ich über das 3. Reich gelesen habe, kam Speer zwar vor, aber eher als "Nebendarsteller", der angeblich intellektuell den anderen Nazi - Größen überlegen war und als Rüstungsminister Großes vollbracht hat, aber weniger von Interesse war, weil er anscheinend nicht in die Gräueltaten der Nazis verwickelt war. So kam das jedenfalls bei mir an. Ausgelöst durch den Hollywood - Film "Operation Walküre" habe ich beschlossen, mich mehr mit Speer zu beschäftigten (über Stauffenberg habe ich schon genug gelesen) und dazu die Biographie von Joachim Fest sowie die "Erinnerungen" von Albert Speer gekauft und parallel gelesen. Was mir dabei aufgefallen ist:

* Speer geht in seinen Erinnerungen großzügig über die Gräueltaten des Nazi Regimes, dem er ja sehr prominent angehörte, hinweg, so als ob er nichts von all dem gewusst hätte. Ganz kurze Passagen, z.B. die Unordnung einer niedergebrannten Synagoge am Morgen nach der Reichskristallnacht zeigen, dass er sehr wohl die Vorgänge wahrgenommen hat (nona, bei aller Arbeitslast wird er sicher Nachrichten gehört haben und Zeitungen gelesen haben - die Nazi - Propaganda war ja bestens organisiert).

* Den Gauleitern droht er zumindest indirekt mit den Konzentrationslagern. Es war ihm also auch klar, dass dies keine Sanatorien waren.

* Sonst aber pflegt er sein "Saubermann"- Image als erfolgreicher Technokrat und Künstler(!), der im Dienste der Sache in Intrigen mit den widerlichen Kontrahenten am Hofe Hitlers verstrickt wurde. Dass die Steigerung der Rüstungsproduktion genau dieses Terrorregime länger an der Macht hielt ist wohl ein Verbrechen für sich.

* Die Biographie von Fest folgt in weiten Teilen Speers Erinnerungen, in meinen Augen zu unkritisch. Fest bezweifelt zwar die "Unwissenheit" Speers. Seine Zusammenfassung lautet aber für mich: "Diese Frage lässt sich nicht endgültig beantworten" und erinnert mich fatal an die Rechtfertigungen für den früheren österreichischen Bundespräsidenten Waldheim: "Er ist unschuldig solange ihm nicht nachgewiesen werden kann, dass er 5 Juden eigenhändig umgebracht hat".

Beide Bücher sind flüssig geschrieben und leicht lesbar. Ich kann beide zur Lektüre empfehlen.

Aber die Frage, die ich mir als Nachgeborener schon von jeher stelle, können beide auch nicht beantworten: wie war es möglich, dass Millionen diese Monster an die Macht gebracht haben und bis zum eigenen bitteren Untergang unterstützt haben? Weder Speer mit seinen intellektuellen Fähigkeiten noch Fest als Historiker noch ein schlichtes Gemüt wie Frau Junge haben eine Antwort darauf.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele historische Informationen, wenig Persönliches, 25. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Speer: Eine Biographie (Taschenbuch)
Joachim Fest kannte Albert Speer persönlich und hat ihn unter anderem bei seiner Arbeit an den "Erinnerungen" und den "Spandauer Tagebüchern" unterstützt. Das, so sollte man meinen, hätte dem Hitler- Biographen einen tieferen Einblick in die komplizierte Persönlichkeit Speers gewähren müssen. Wenn dem so gewesen ist, kommt dies nicht in seiner, zweifellos historisch exzellent recherchierten, Biographie zum Ausdruck. Ähnlich minutiös wie schon in seiner Hitler- Biographie beschreibt Fest den Werdegang von Hitlers Architekten und späterem Rüstungsminister ohne aber die Faszination für die heftig umstrittene Person Speers wecken zu können.
Fests Buch ist sicher lesenswert, hinterläßt aber keine bleibenden Eindrücke von "Hitlers unglücklicher Liebe".
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4.0 von 5 Sternen Spannende Lektüre, 13. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Spannende Lektüre über eine der wichtigsten Personen im 3. Reich.
Zeigt Fakten und Hintergründe. Informativ und gut leserlich von Joachim Fest geschrieben.
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4.0 von 5 Sternen Lesenswerte Annäherung an einen Unnahbaren, 14. Oktober 2013
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Wer sich mit Speer und dem direkten Umfeld Hitlers im Dritten Reich beschäftigt, sollte diese Biographie lesen. Joachim Fest hat über Jahrzehne versucht, das Mysterium Speer zu entschlüsseln, er hat die Widersprüchlichkeit von hoher Bildung und grenzenloser Hingabe an Personen, deren beschränkten Horizont Speer kannte, versucht sich und anderen zu erklären. Dass er diesen "Bruch" in Speers Persönlichkeit niemals restlos erklären konnte, ist ihm nicht anzulasten - viele andere, die meinten, Speer eindimensional erklären zu können, taten das auch nicht.
Fest nimmt in seiner Beschreibung oftmals die Perspektive Speers ein, zeigt damit, in welchem Umfeld von Intriganten, in welch strukturloser Gesellschaft sich Speer hier bewegte. Dass er das teilweise mit den Augen Speers sieht, macht ihn jedoch nicht unkritisch - gerade Fest weiss um die Widersprüche in Speers Aussagen. Zum Beispiel behauptete Speer immer wieder, seine schwere Erkrankung zu Kriegsende sei eine Flucht vor der Realität gewesen. Zuvor hatte er jedoch immer wieder behauptet, diese grausame Realität überhaupt nicht gekannt zu haben. Wie kann man vor etwas fliehen, das einem noch nicht bekannt ist? Diese Sprünge, die "unbeantwortbaren Fragen", sind es, die auch Fest an Erklärungen scheitern lassen.
Trotzdem gibt das Buch interessante Einblicke in eine große, gleichzeitig aber furchtbare Karriere. Fest war bis zuletzt überzeugt, nur einen Speer kennengelernt zu haben : kultiviert, gesprächsbereit, etwas schüchtern. Den Speer der Durchhaltereden, KZ-Drohungen usw. hat er nie erlebt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesen, aber bitte mit Wissen um die Schwächen..., 5. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Speer: Eine Biographie (Taschenbuch)
Ausgezeichnet zu lesen, sehr kurzweilig. Jedoch wie schon oft beschrieben, nimmt Fest die Version von Speer, von einem Holocaust "nur geahnt" zu haben und letztlich nur ein unpolitischer Technokrat zu sein, zu leichtfertig hin. Mit diesem Wissen jedoch liest sich auch der Teil der Biographie nach 1944 sehr gut. Empfehlenswert sind dazu u.a. Artikel im Archiv der "ZEIT" (z.B. "die Speer-Legende" von Volker Ullrich).
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ansatz und Still gut, Ausführung teilweise problematisch, 20. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Nun ist sie da, die erste umfassende wissenschaftliche Biographie Speers von einem deutschen Historiker. Mit knapp 500 Seiten hat Fest einen Rahmen gefunden, der einerseits der historischen Figur gerecht zu werden versucht, andereseits den Bogen nicht überspannt und so auch den "Nichtfachmann" durch eine zu große Ausführlichkeit abschreckt. Zu den schon lange bekannten Vorzügen des Autors gehört seine stilistische Sicherheit beziehungsweise sein schriftstellerisches Talent. Und so gelingt es Fest auch mit diesem Buch, dem Leser eine spannende Lektüre in die Hand zu geben. Inhaltlich sind die ersten und das letzte Kapitel interessant. Fest versucht hier, Speer nicht nur als Einzelpersöhnlichkeit, sondern auch als Beispiel für seine Generation und seine soziale Herkunft zu interpretieren. Die Frage, wie ein Mann aus einem bürgerlichen Elternhaus liberaler Prägung Hitler verfallen konnte, ist durchaus richtig gestellt. Die Probleme des Buches liegen aber gerade bei der Beantwortung dieser Frage. Zu oft bringt Fest Verständnis für Speer auf, indem er ihn als einen durch Hitler irregeleiteten Romantiker darstellt, zu wenig sieht er den Karrieremenschen Speer. Am deutlichsten wird dies bei der Schilderung von Speers letztem Besuch bei Hitler. Der Gedanke, dass Speer eine für ihn ungünstige Nachfolge Hitlers vereiteln wollte, kommt dem Autor nicht, vielmehr tritt er von einer Deutung ganz zurück und erklärt, dass dies eine der Stellen sei, wo der Historiker einen Moment innehalten müsse. Hätte Fest hier einen kritischeren Standpunkt eingenommen, hätten sich vielleicht auch bessere allgemeingültige Aussagen über Speers Generation treffen lassen, so aber steht wieder einmal die bloße Faszination an Hitler als Erklärungsmodel im Vordergrund.
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Speer: Eine Biographie
Speer: Eine Biographie von Joachim Fest (Taschenbuch - 19. April 2001)
EUR 12,90
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