Kundenrezensionen


7 Rezensionen
5 Sterne:
 (6)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Mann - Es kenne mich die Welt
Thomas Mann - längst hat die Sekundärliteratur von der Menge her das ohnehin nicht gerade schmale Werk des größten deutschen Schriftstellers dieses Jahrhunderts in alle Schatten gestellt. Allein vier große Biographien liegen vor: die unvollendete des Peter de Mendelssohn, die sozusagen auf Knieen geschrieben wurde; die wenig aufregende des...
Veröffentlicht am 29. Januar 2010 von Günter Nawe "Herodot"

versus
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kenntnisreich und unerfreulich
Liest man Thomas Manns Tagebücher, so fallen einem ab und zu Stellen auf, die auf homoerotische Neigungen hinweisen, und man fragt sich, wie das denn mit Frau und Familie zusammen ging. In seinem 600-Seiten Buch reitet nun Kurzke wieder und wieder, bis zum Schluss, auf dem Thema Homosexualität herum, ohne dass man dadurch viel klüger wird. Er interpretiert...
Veröffentlicht am 10. Februar 2011 von Carl Sommer


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Mann - Es kenne mich die Welt, 29. Januar 2010
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Thomas Mann - längst hat die Sekundärliteratur von der Menge her das ohnehin nicht gerade schmale Werk des größten deutschen Schriftstellers dieses Jahrhunderts in alle Schatten gestellt. Allein vier große Biographien liegen vor: die unvollendete des Peter de Mendelssohn, die sozusagen auf Knieen geschrieben wurde; die wenig aufregende des Donald A. Prater; die interessante Familiengeschichte der Manns von Marianne Krüll; die über 2000 Seiten des Klaus Harrprecht, der allerdings mehr über sich selbst als über Thomas Mann geschrieben hat. Und schließlich gibt es noch das großartige Werk und die Tagebücher des Lübecker Nobelpreisträgers - beide von hohem biographischen Wert. Denn: "Es kenne mich die Welt, aber erst, wenn alles tot ist".

Warum also nun noch eine weitere Biographie? Was kann, was soll sie uns noch Neues bringen? Die Fragen werden sehr schnell und sehr positiv bei der Lektüre der Biographie des Hermann Kurzke beantwortet. Seine Arbeit "Thomas Mann - Das Leben als Kunstwerk" ist nicht einfach "eine Biographie", es ist "die Biographie" über Thomas Mann schlechthin, ultimativ, epochal, in jeder Hinsicht, also inhaltlich und formal, ein germanistisches Bravourstück. Hier schreibt einer, der nicht nur Leben und Werk Thomas Manns wie kein zweiter kennt, der die wichtigste Sekundärliteratur präsent hat, der aus seiner Zuneigung zu diesem Jahrhundert-Autor einerseits keinen Hehl macht, andererseits die kritische Distanz wahrt. Und der zudem brillant, spannend und witzig zu formulieren versteht. Aus all diesen hervorragenden Ingredienzien ist eine faszinierende, eine aufregende Lebensbeschreibung entstanden, die wie keine andere zuvor dieser singulären Erscheinung in der Welt- und deutschen Literatur gerecht wird.

Hermann Kurzke weicht ab von der bisherigen Praxis einer chronologischen Lebensbeschreibung. Jedem seiner Kapitel stellt er eine kurze Chronik mit den wesentlichen Ereignissen eines bestimmten Zeitraums vor, um diesen Zeitraum anhand von Werk und Leben auszuleuchten, die existentiellen Bedingungen und ihre innere Entsprechung darzulegen. Eine gerade für die Vielschichtigkeit dieser Persönlichkeit als Mensch und Künstler, die es liebte, sich auf goethische Art hinter tausend Masken zu verbergen, eine geradezu geniale Methode. So werden die Problemkreise des Zwists mit Bruder Heinrich (wohl die brillanteste Arbeit über die beiden Geschwister und ihr Innen- und Außenverhältnis), die Ehe des Homoerotikers, die Vater-Kind-Verhältnisse bis ins Intimste "aufgearbeitet", ohne auch nur in den Ruch der Indiskretion, der Schlüsselloch-Guckerei, des spekulativen Decouvrierens zu geraten. Denn alles das, alles, was Thomas Mann über Liebe und Tod, über Religion und Politik, über Familie und Freunde, über eigenes inneres und äußeres Erleben gedacht und gefühlt hat - es ist im Werk vorhanden, versteckt, mehr oder minder verschlüsselt. Hier teilt er sich schonungslos mit, vorausgesetzt, man weiß das Verschlüsselte zu entschlüsseln, des Vesteckte offenbar zu machen. Und genau das ist Hermann Kurzke gelungen.

Nichts war Thomas Mann zu gering und zu nebensächlich, als daß er es nicht in dem phänomenalen Werk - beginnend mit den ersten Erzählungen und "Die Buddenbrooks", über "Der Tod in Venedig" und "Die Betrachtungen eines Unpolitischen", über die großen Essays bis hin zum "Zauberberg", die Joseph-Tetralogie, den "Doktor Faustus" und "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" verarbeitet hätte. Dazu die politischen Schriften, seine Stellungnahmen, die er als "Die Forderungen des Tages" gesehen hat und nicht zuletzt seine Tagebücher, die als ein eigenes "Werk" gesehen werden müssen. Alles und jedes war ihm auf die eine oder andere Art der Nachwelt mitteilenswert: die Dienstboten und das Rauchen, seine Gedanken zum Selbstmord und seine Affinität zur Astrologie und zum Okkulten, sein Besuch bei Papst Pius XII. und seine Einschätzung Ernst Jüngers, sein Verhältnis zu "Bruder Hitler" und zum Kommunismus, Kinder und Hunde, Zahnschmerzen und seidene Unterhosen. Kurzke hat die Masken gelüftet, hinter die von Thomas Mann so mühevoll und mit größter Disziplin aufrechterhaltene Fassade geschaut, die Bedingtheiten des Künstlers als Bürger und vice versa aufgedeckt, Bezüge von erstaunlicher Bedeutung offengelegt.

Vor allem seine Lieben: Armin Martens und Williram Timpe, Paul Ehrenberg und Klaus Heuser und dann noch einmal im hohen Alter (sein Goethe-Erlebnis) Franz Westermeier. Aber auch Frauen: Klärchen und Mary Smith und immer wieder Ehefrau Katia. Es war eine sehr instabile "Verfassung", die sich Thomas Mann gegeben hat - im Sinnlichen und Erotischen, im Politischen und Künstlerischen. Es war der letztlich gelungene Versuch, Entwurzelungen und Erschütterungen durch Krieg und Exil zu überstehen, erotischen Anfechtungen standzuhalten, nicht den sehnsüchtig gewünschten "Wonnen der Gewöhnlichkeit" anheimzufallen, das innere und äußere Chaos zu beherrschen, Schein und Sein in einen repräsentativen Einklang zu bringen. Nur so aber konnte das Werk gelingen, in dem das eigentliche Leben war.

Viel Neues also über Thomas Mann: Bisher nicht Publiziertes und/oder neu Gesichtetes und Gewertetes.Er hat sein Leben als Kunstwerk zelebriert. Hermann Kurzke demonstriert überzeugend die Rituale. Thomas Mann war nicht nur ein großer Künstler. Als Mensch galt er als hochmütig und kalt, als ein faszinierendes Scheusal. Die Biographie von Hermann Kurzke korrigiert diese tradierte Auffassung, läßt hinter dem Künstler, Bürger und Repräsentanten den Menschen Thomas Mann erkennen. Und das ist die großartige Leistung von Hermann Kurzke, das macht diese Biographie so bedeutend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Genuss für die Ohren sowie für den Geist!!!, 28. Oktober 2008
Wer Thomas Mann liebt für den ist dieses Hörbuch ein Must". Die Originalausschnitte von Thomas Mann und der Tochter schärfen das Bild von diesem grossen Schriftsteller. Die inhaltliche Zusammenstellung ist nicht einfach eine Biographie mit langweiligen Daten, sondern zeigt die Zusammenhänge von Schicksalsschlägen, Charakterzüge und Neigungen auf seine Werke. Das Hörbuch wird mit Musik aufgelockert und die Sprecher haben angenehme Stimmen. Es ist ein Genuss für die Ohren sowie für den Geist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Biografie als Kunstwerk, 3. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Thomas Mann: Das Leben als Kunstwerk (Taschenbuch)
Nur sehr selten findet man Biografien wie diese, die sich wirklich intensiv darum bemühen,dem dargestellten Leben gerecht zu werden. Hermann Kurzkes Biografie ist ein Kunstwerk ebenso wie das Leben Thomas Manns, das sie überzeugend darstellt. Der Autor geht nicht strikt chronologisch vor, sondern fast verschiedene Sinnabschnitte des Lebens zusammen. Das ergibt ein viel dichteres, kompakteres Bild vom großen deutschen Dichter, bedeutet aber gleichzeitig, dass immer wieder Sprünge vorkommen, Vorausdeutungen und dergleichen. Man muss sich foglich bereits ganz gut in Leben und Werk von Thomas Mann auskennen, sonst fühlt man sich in dieser Biografie womöglich etwas verloren. (Als guter Einstieg und Vorbereitung für diese Biografie empfehle ich vor allem die Rowohlt-Monografie zu Thomas Mann.) Eine weitere Schwierigkeit der Lektüre dieses Buches besteht darin, dass Hermann Kurzke wenig Konkretes schreibt, vielmehr ist er so diskret wie Thomas Mann selbst. Alles wird vergeistig, sublimiert. Thomas Mann erscheint somit nicht wirklich als normaler Mensch. Doch das ist gleichzeitig die Stärke dieser Biografie: Sie zeigt Thomas Mann so, wie er sich selbst wahrnahm. Das verdanken wir auch der großen Fairness des Verfassers, der für den Schriftsteller stets großes Verständnis aufbringt. Er ist nicht so blauäugig, all dessen Entscheidungen gutzuheißen, doch er spielt sich nie als der große Richter auf, der dem Dichter sagt, wie er sich denn bitte richtig hätte verhalten sollen, was andere Biografen ganz gerne tun. Stattdessen fragt er nach: Warum verhielt sich Thomas Mann so, wie er es tat? Man muss ihm hier nicht immer zustimmen (im Verhältnis zu den Kindern beispielsweise), aber diese Herangehensweise an den Gegenstand der Biografie ohne Hohn oder falsche Scheu finde ich doch herausragend, weshalb ich dieses Buch jedem Thomas Mann- und Literaturliebhaber wärmstens empfehlen will.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist mein zweiter "Mann", 20. Februar 2013
Von 
Alexander Glas "AHB-Blogger" (Gundelsheim, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Thomas Mann: Feature (Audio CD)
Und ich kann dieses Hörbuch ebenso empfehlen wie "Herr und Hund".
Wem schon immer mal interessiert hat, wie sich Th. Mann im O-Ton anhört, der solle nicht hadern mit dem Klick auf den Einkaufskorb.
Das Werk ist stimmig von Anfang bis zum Ende.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kenntnisreich und unerfreulich, 10. Februar 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Thomas Mann: Das Leben als Kunstwerk (Taschenbuch)
Liest man Thomas Manns Tagebücher, so fallen einem ab und zu Stellen auf, die auf homoerotische Neigungen hinweisen, und man fragt sich, wie das denn mit Frau und Familie zusammen ging. In seinem 600-Seiten Buch reitet nun Kurzke wieder und wieder, bis zum Schluss, auf dem Thema Homosexualität herum, ohne dass man dadurch viel klüger wird. Er interpretiert das Leben Thomas Manns als mühsames Austarieren eines Konflikts zwischen Vater- und Mutter-Seite. Auch auf dieses Thema kommt er wieder und wieder zu sprechen, alles muss in das Schema passen. Und dazu will er sämtliche Werke als Umsetzung biographischer Details sehen. Ueberall spürt er verborgene Hinweise auf Beziehungen und Liebschaften auf. Seitenweise stellt er dar, welche realen Personen sich hinter den Figuren des Doktor Faustus verbergen. Er verstellt damit den Blick sowohl auf die Biographie wie auch auf das Werk. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen kaum mehr. Kurzke ist als Spezialist extrem selektiv fokussiert. "Ja, das stimmt zwar wohl schon auch alles", möchte man als Leser ausrufen, "aber das ist doch nicht das Wesentliche!". Einerseits wünschte man sich eine gradlinigere Darstellung des Lebenslaufes, andererseits werden die Werke nicht wirklich gewürdigt. So wird zum Beispiel das Schicksal des jüngsten Sohnes Michael, "ein merkwürdiger Mensch", salopp und lieblos auf anderthalb Seiten abgehandelt, und Felix Krull, dieses grossartige, verspielte, humorvolle Buch, ist für Kurzke ein homoerotischer Roman.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnete Recherche, 19. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Thomas Mann: Das Leben als Kunstwerk (Taschenbuch)
Die Biographie "Thomas Mann" von Hermann Kurzke ist allumfassend und unglaublich informativ. Er ist ein wirklicher Kenner der Werke und des Lebens Thomas Manns.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vorbildlich, 14. Juli 2002
eine vorbildliche kompakte biographie mit chronologischem aufbau, originalzitaten, die appetit auf ein wiederlesen der werke machen. wieder ein wichtiger stein im mosaik des allgemeinwissens.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Thomas Mann: Das Leben als Kunstwerk
Thomas Mann: Das Leben als Kunstwerk von Hermann Kurzke (Taschenbuch - 20. September 2001)
EUR 12,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen