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am 28. Januar 2002
Es ist erstaunlich, wie gut sich einzelne Artikel, die der Autor in verschiedenen Zeitschriften und zu verschiedenen Zeitpunkten publiziert hat, in diesem Buch vereint zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen. Alle Geschichten haben eines gemeinsam: sie sind aus dem wachsamen Blick des Autors für Zwischentöne und die ruhige, teils kaum beachtete Welt abseits der großen Trampelpfade entstanden. Ransmayr beobachtet und beschreibt Dinge, die uns entweder gar nicht mehr auffallen oder selbstverständlich erscheinen und daher nicht hinterfragt werden. Die Lektüre des Buches ist so erholsam wie ein einsamer, ohne Zeitdruck absolvierter und in Gedanken versunkener Spaziergang.
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am 23. Dezember 2004
Die gesammelten Reiseberichte (ich weiß nicht, ob's alle sind, ich denke nicht) sind wahnsinnig schön. Sie bestechen nicht nur durch ihre klare, wunderbare Sprache, sondern vor allem die Art, wie er die verschieden Gegenden vorstellt, ist nicht nur mal was Anderes, sondern auch noch interessanter. Er beschreibt die Landschaften kurz, aber treffend und konzentriert sich eigentlich darauf, die Menschen zu beschreiben, wobei man zumindest den Eindruck gewinnt, das Land besser kennenzulernen.
Gefährlich für alle, die für Fernweh anfällig sind.
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am 6. Februar 2002
Die vorliegenden Erzählungen sind Beweis für die außerordentlich feinsinnige Beobachtungsgabe des Autors für das Stille, die Zwischentöne, für das, was im Mainstream nicht mehr wahrgenommen wird. Ein Buch zum Zurückziehen und Genießen. Exzellent die Schilderung der Reisegruppe, die zum Besuch der letzten Kaiserin Zita in die Schweiz fährt, sowie die sorgfältig argumentierte, daher nicht beleidigende, aber umso zielsicherere Kritik an der Monarchie oder vielmehr an denen, die ihr noch immer dumpfbackig nachtrauern.
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am 23. Januar 2010
Der österreichische Erzähler von Großformat, Christoph Ransmayr, hat mit seinem Band Der Weg nach Surabaya. Reportagen und kleine Prosa, erschienen 1997 im S. Fischer Verlag, ein Werk vorgelegt, das sich durchaus messen kann am Anspruch seiner bislang erschienen Bücher. Die zehn wichtigsten seiner Zeitungsreportagen wählte er hierzu aus und sechs literarische Miniaturen, zur Hälfte Dankesreden bei Preisverleihungen (so ist die Erzählung Der Weg nach Surabaya als Dankesrede an die Bayerische Akademie der Schönen Künste konzipiert).

Sein eigenes literarisches Schreiben begann Ransmayr als Kulturredakteur und Reporter. Doch hat er auf diesem Weg nicht nur Vorarbeit für seine späteren großen Werke geleistet, sondern mit den Reportagen bereits etwas erschrieben, dem die Bezeichnung 'kleine Prosa' wohl nur im quantitativen Sinn Genüge trägt. In diesen Texten wird Geschichte lebendig und fühlbar, steigen die beschriebenen Personen aus den Wörtern heraus und setzen sich vor den Leser, um ihre Geschichten zu erzählen. Meist sind es die Stimmen alter Männer, die hier berichten vom früheren Leben. So wird etwa in dem Text Die vergorene Heimat von einer verlorenen Zeit berichtet, die der Konditor Karl Piatny auf Lichtbilder konservierte und die sich vor dem Leser nun auftut zu einer dreidimensionalen Landschaft und darin spielenden Geschichten.

In einem anderen Text begleitet der Erzähler als 'Untertan' eine dekadente österreichische Reisegesellschaft nach Zizers, wo sich die letzte österreichische Kaiserin Zita im Exil befindet.

Überaus anschaulich geschildert wird auch der Bau der Staumauer von Kaprun, der mit Hilfe von Zwangsarbeitern vollbracht wurde, Arbeiter, die ihren Einsatz oft mit dem Leben bezahlten und anstatt der toten Kühe von der Alm gekarrt wurden. Und diese Art der Vergangenheitsbewältigung wird programmatisch in den ersten Texten Ransmayrs fortgeführt: Immer wider greifen aus den Zeilen der ersten Texte Hände von Toten, Opfern der Shoa, unliebsamen Toten, denen in den beschriebenen Orten keiner richtig gedenken will und die lieber dort gelassen werden, wo sie sind: Nämlich in Vergessenheit. Und so wird auch in Kaprun lieber von den Toten geschwiegen, als ihnen zumindest in der Erinnerung ein Denkmal zu setzen.

Alle hier versammelten Texte Ransmayrs scheinen getragen von einer ausgefeilten, rhythmisch - wohlklingenden, teils zur Melancholie neigenden Sprache, mit so gekonnten Formulierungen wie Die Gasse, das ist der Gehörgang des Dorfes im Text Chiara oder Das Salzbergtal klappt zu wie ein Buch im schon von der Überschrift so vielverheißenden und neugierig machenden Text Die ersten Jahre der Ewigkeit (der im übrigen von Zitaten des Adalbert Stifters reichlich ausgeschmückt wurde). Ransymayrs literarische Miniaturen sind wohl auch als Kontrapunkt zu den oft hektisch und von innerer Unruhe getrieben wirkenden Texten zu verstehen, mit dem der gegenwärtige Literaturmarkt beglückt wird.
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am 8. Oktober 2014
Auf rund 230 Seiten bringt Christoph Ransmayr 16 Reportagen und Kurztexte über nahe und ferne Gebiete, entstanden zwischen 1979 und 1996. Das Titelstück berichtet zwar aus Indonesien; doch die Mehrzahl der Berichte handelt von Europa: jeweils mehrfach Deutschland und Österreich, dann auch Italien und Polen; oft geht es um alte Menschen in Dörfern.

Die ersten vier Stücke sind meisterlich: Im Merian-Bericht über die Hallig Hooge reiht Ransmayr die Bewohner des Inselchens – nein, der Hallig – auf wie an einer Perlenkette, und nebenbei fädelt er die Geschichte des eigenwilligen Fleckens mit ein. Die Atmosphäre ist klar und eindeutig. Ähnlich erscheint der Artikel über den oberbayerischen Weiler Habach.

Umso mehr verblüffen bei aller Perfektion gelegentliche Tippfehler und Dativ nach "wegen". In mindestens zwei Stücken redet der Autor von sich selbst störend in der dritten Person.

Der Stil ist so aus der Zeit gefallen, dass ich mich beim ersten Bericht unwillkürlich fragte: Gibt's so eine Sprache wirklich noch? Gibt's den Merian noch? Und diese Hallig Hooge?

Ransmayr komponiert überlegt, schreibt leicht betulich und mit einem Hauch Lakonie, Distanz oder gar Spott. Vielleicht kann man ihn auch für konservativ halten. Jedes Wort und jedes Komma sitzt, und nach zuletzt bitteren Enttäuschungen mit neuen deutschsprachigen Autoren (Magnusson, Treichel) bin ich sehr angenehm überrascht.

Auf den ersten 80 Seiten führen vier Reportagen in entlegene deutsche und österreichische Weiler. Die inneren Bilder, die Ransmayr dabei erzeugt, erscheinen unwillkürlich in Sepia. In Sepia, mit Körnung, Vignettierung und ein paar Flecken dazu. Versunkene Welten.

Tatsächlich nostalgische Fotos zeigen zwei Beiträge aus Süditalien und in Portraits 90jähriger. Diese grobkörnigen, exzellent komponierten Schwarzweißbilder von Herwig Palmer bzw. Willy Puchner beweisen mehr Empathie als der lapidar gleichmütige Autor Ransmayr.

Die Sprache ist reindeutsch ohne einen einzigen Anglizismus, nur selten spalten Gedankenstriche Sätze in mehrere Teile, und Ransmayr bemüht sich offenkundig um nostalgische Begriffe wie Dampfdreschmaschine, Rechenmacher, Bürstenbinder, Knopfharmonika, eiserne Dreifüße, Korbflechter; das Ausgedinge erscheint im Mostviertel-Aufsatz aufdringlich oft. Ein Dativ-e produziert Ransmayr aber nur in Überschriften oder deutlich parodistischer Absicht.

Ist Ransmayr erzkonservativ - oder sein Thema? Offenen Spott bringt er nur gelegentlich, so als Begleiter einer kaisertreuen Reisegruppe von Österreichern; dort veralbert er nicht nur die k.u.k. Pilger, sondern auch die Habsburger Familie selbst; auch die polnischen Mariengläubigen nimmt er nicht ernst. Die eher satirischen Stücke dieser Auswahl entstanden jeweils für das 1991 eingestellte Blatt TransAtlantik.

Die ersten vier Stücke spielen in Deutschland Österreich, dann weitet sich der Blick nach Italien und Polen, es endet mit Südafrika, Indien und Indonesien. Die ersten vier Stücke wurden für Geo, Merian und Extrablatt geschrieben; die letzten sind Dankreden bei Preisverleihungen. Die Zeitschriften-Arbeiten sind deutlich besser.

Und auch aus einem weiteren Grund ist es sinnvoll, dass Ransmayr hier nur wenige seiner Reportagen und Kurztexte anbietet: Die lakonische Monotonie (Melancholie, Säuerlichkeit) bezaubert nicht über lange Strecken. Ein Ransmayr in einer Zeitschrift ist ein Highlight. Geballter Ransmayr zwischen Buchdeckeln ermüdet.

Die FAZ findet Ransmayr "bedachtsam und überaus skrupulös". Die NZZ entdeckte "eine sachliche Präzision, eine erzählerische Wucht und ein sprachliches Gelingen, die die Unterscheidung von Belletristik und Journalistik hinfällig machen".
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TOP 500 REZENSENTam 9. Mai 2013
Wenn man diese Zusammenstellung von kürzeren Texten von C. Ransmayr mit seinem letzten Werk (Atlas eines ängstlichen Mannes) vergleicht, so kann man interessante Vergleiche anstellen: die hier versammelten Texte aus den Anfängen der Karriere des Autors (als Reisejournalist, meist noch aus den 80er Jahren) zeigen bereits einen brillanten Beobachter, der es sublim versteht, große Zusammenhänge auf kleinem Raum zu verdichten. Man nehme nur als Beispiel die Reise zu Zita, der "letzten" Kaiserin Österreichs - was er hier an typisch "österreichischem" einfängt, hat große Klasse. Man versteht einen Teil der österreichischen Seele, die den Zerfall des einst großmächtigen Habsburger-Reichs wohl immer noch nicht "verdaut" hat. Dies alles beschreibt Ransmayr mit viel Ironie, aber auch Respekt, er stellt niemanden bloß und entlarvt dennoch. Auch über die polnische Seele kann man viel lernen, wenn man seine Beschreibung einer Wallfahrt nach Czenstochau (bzw. dann eben doch nur Mariazell) liest, das hat neben Lokalkolorit eben auch viel Erhellendes zur Befindlichkeit der betroffenen Menschen.
Insgesamt sind hier viele Kleinode versammelt, sprachlich ist Ransmayr vielleicht noch nicht so poetisch, wie in seinen späteren Werken, treffend aber allemal und auf höchstem Niveau sowieso.
Als Ergänzung/Erweiterung des "Atlas eines ängstlichen Mannes" sehr zu empfehlen. Für Freunde gehobener und literarischer "Reisebeschreibungen" ebenso.
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am 23. Mai 1999
Anders als in den sehr visionsgeprägten Romanen sind hier versch. Darstellungen menschlicher Rückzugsgebiete gesammelt. Visionen sind vielfach "schon" vorhanden, man kann sie spüren und Beziehungen zu Romanstoffen erkennen. Wie packend allseits bekannte Themen sein können!
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am 26. Februar 2013
Herrlich, wie Einen Ransmayr mit Wortgewalt in die Gegenden führt, die Einem als schnellem Touristen einfach "schön aber halt so" sind. Da kommt die Geschichte zur Geschichte nicht in den Sinn - doch wie ein Enthüllungsjournalist schreibt Ransmayr fast kitschig, Natur und Historie zu einem Gesamten. Da gibt es Adjektive, die so gar nicht und dennoch perfekt passen - es wirkt alles überzeichnet, - und dennoch, es macht süchtig, die Texte zu lesen (wie alle von Rnsmayr), sich dem Kopfkino hinzugeben.

Etwas, was zugegeben nicht immer einfach ist, bestimmte Stimmung, sowie Zeit und Muße benötigt. Kräftig, aber bedächtig, wie man Fuß vor Fuß setzend sich einen Bergpfad erobert, liest man sich als Leser Wort für Wort in die Zeit, Ereignisse und die Gegenden hinein, wenn man sich denn auf die Beschreibungen wirklich einlässt.

Ransmayr macht das Lesen wie immer bunter, aber nicht leichter.
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am 16. Januar 2013
Der Titel führt in die Irre, denn die meisten Kurzgeschichten handeln von Österreich und norddeutschen Halligen, aber es ist absolut lesenswert.
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